Montag, 15. März 2021

ALTE REZEPTE


 Einen kleinen Karton voller alter Backrezepte habe ich gefunden.
Sehr fleckig und viel gebraucht.
Jedes Stück Papier viele Male mit fettigen Fingern berührt.
Meine Mutter hatte auch eine fliegende Blättersammlung.
Aus Zeitschriften zusammengetragen.
Diese stammen aus einer Konditorei in Zwettl, die es schon lange nimmer gibt.
Für Interessierte wäre das ein Schätzchen.
Küchenmäßig bin ich bekannterweise unambitioniert.
Habe also keine Verwendung dafür.
Wer kennt einen Eisenbahn-Strudel?

Ein Rezept habe ich gefunden.
Das wäre eher meines, obwohl ich an der Schmackhaftigkeit Zweifel anmelde.

Bier:
1 dkg Hopfen
20 dkg Malz
12 l Wasser
2 Stunden kochen
25 dkg Zucker
noch 1x aufkochen
lauwarm 2 dkg Hefe hinein
24 Stunden stehen lassen
in Flaschen abfüllen
7 Tage stehen lassen
früher nicht genießbar (Gift)

Die Mengenangaben kommen mir seltsam vor. So viel Wasser?


Kommentare:

  1. Spannende Küchengeheimnisse.
    Mit Bier kenne ich mich gar nicht aus.
    Aber auch bei mir gibt es alte Rezepte vom Metzgerverband, die ich selber in jungen Jahren sammelte. Ein paar davon sind sogar noch in Gebrauch - mit Fettflecken geadelt... :--)
    Lieben Montagsgruss zu dir,
    Brigitte

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    1. diese alten rezepte sind aus einer konditorei. und da kommen in kuchen und torten nur natürliche zutaten hinein. anders als heute - fertigbackmischungen, geschmacksverstärker, aromen .....
      liebe grüße

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  2. nun muss ich herzlich lachen, klar braucht es viel wasser, sind ja auch viel malz, hefe und zucker. aber so schnell kann eine person das bier nicht trinken, bis es schlecht wird!

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    1. liebe ingrid, ich hatte zu früh geklickt! ich finde diese zettelsammlungen richtig schön, sie erzählen in der vielfalt der zetteln eine geschichte, gesammelte mails sind davon weit entfernt.
      schön was du alles findest, gruß roswitha

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    2. ja. interessant, was alles bei mir auftaucht. natürlich hat mich das bierrezept interessiert und ich habe gegoogelt. es gibt sets zum bierbrauen. da ist alles, was man braucht dabei.
      liebe grüße

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  3. was du alles findest... 12 Liter Wasser kochen, da muss man schon ein Riesengefäß dafür haben bzw. eine herrschaftliche Küche, dann wird diese Menge auch weggetrunken ;-))

    Das Eisenbahn Strudelrezept klingt etwas kryptisch, habe aber in der Prato aus dem 19.Jh. ein Gebäck gefunden, das ähnlich klingt - Mandelschnitten von Butterteig mit Mandelfülle und "Marillensalse" Marmelade... so alte Rezepte finde ich interessant zum Nachlesen, aber praktikabel sind sie selten
    lg und fröhliches Weiterstöbern

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    1. da ich nicht backe, weiß ich nicht, ob man die sachen nachkochen könnte. für unseren geschmack ist vieles wohl zu schwer und möglicherweise auch zu süß.
      liebe grüße

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  4. Diese Rezepte waren wohl mal jemandem sehr wichtig...und das Bier, ne, eher igitt. Meine Kochbuchsammlung löse ich mittlerweile seit Jahren auf, kein Mensch braucht mehr diese sicher nicht ohne Mühen hergestellten Bücher. Wie viele Lebensmittel da wohl unter dem Fotoglanzsprühlack zugrunde gegangen sind...

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    1. in den letzten jahren sind jede menge kochbücher auf den markt gekommen. inflation des gedruckten. wie der gesamte büchermarkt.
      liebe grüße

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  5. Ein seltsames Getränk, vielleicht eine Art Bier zum Selbermachen.
    So große Töpfe hatte man früher, damit man Vorrat hatte.

    Ich kenne Eisenbahner Kekserl. Der Strudel sieht aus wie Schienen. Nach dem Backen
    wird er in Stücke geschnitten. Es ist eine Mürbteigmasse, manchmal mit Spritzmasse,
    oder auch nur mit Ribiselgelee.
    Die alten handgeschriebenen Rezepte haben schon einen Hauch von Antiquität.

    Heute fahre ich Bärlauchsammeln in die Au......:-))
    Schmackofatzgrüße
    hibisca

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    1. bärlauch - nein, danke. ich habe auch erst in den letzten monaten appetit auf knoblauch. mein ganzes leben keinen gegessen. aber viel spaß beim sammeln und essen.
      liebe grüße

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  6. Das Giftbier gefällt mir. Da hatte man sicher einen Riesen-Schädel danach. Ich überlege, auf alte Zettel ähnlich rätselhafte Rezepte zu schreiben.

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  7. Hall Ingrid,

    falls Du wirklich keine Verwendung bzw. Abnehmer hast, lokale Museen freuen sich in der Regel ganz besonders über die Dinge, die das Leben und den Alltag unserer Vorfahren am Leben erhält.

    Zwar keine Rezeptbücher, aber Tagebücher, Tourenbücher, Briefe und Fotos haben mittlerweile Platz in drei Museen anstelle dem Abfallcontainer gefunden, ein Sammlungsteil liegt seit etwa einem Jahr in unserer Landesbibliothek und insbesondere für Historiker interessant.

    PS: ein abgegebenes Foto wurde in einem Museumsflyer abgebildet. Ein Exemplar fiel einer Frau mit Wohnort in ca. 150 km Entfernung in die Hände und sie erkannte darauf ihren Großvater. Auf der Quellensuche hat sie mich kontaktiert und wir konnten dann ihren Großvater in mehreren Schriftstücken und Bilder finden. Ein Bild mit einer Schwangeren, datumsmäßig gekennzeichnet, gibt Zeugnis ihrer damals noch ungeborenen Mutter. Ist das nicht interessant?
    Blinkyman

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  8. Unser Leben ist jetzt so ereignislos, dass die Vergangenheit durchaus Schwung reinbringen kann.
    Das Bierrezept macht mich misstrauisch, wie solletwas das giftig ist, über Nacht gutes Bier werden?
    Aber der Eisenbahnstrudel würde mich interessieren...

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  9. Unser Leben ist jetzt so ereignislos, dass die Vergangenheit durchaus Schwung reinbringen kann.
    Das Bierrezept macht mich misstrauisch, wie solletwas das giftig ist, über Nacht gutes Bier werden?
    Aber der Eisenbahnstrudel würde mich interessieren...

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    1. gutes bier kann ich mir bei dem rezept nicht vorstellen. besser das wasser trinken!
      liebe grüße

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