Sonntag, 1. August 2021

OVERDRESSED




 Mein Lieblingsgwand gerade ist ein wenig overdressed.
Das trage ich jetzt immer,
auch im Supermarkt.
Schwarze Leinenhose und schwarz gemustertes weite lange Bluse mit Blättern und Gräsern.
Damit könnte ich auch am Abend unterwegs sein,
wenn ich unterwegs wäre.
Ich bin eine Anhängerin von ausreichender Körperbedeckung.
Wenn ich die vielen (schiachen) Menschen (Männer) in Trägershirts und kurzen Hosen sehe
(wo sind die hübschen Leute geblieben? Verstecken sich alle oder urlauben sie im Süden?),
dann finde ich,
maximale Verhüllung wäre angebracht.
Einen halben Tag war ich im Waldviertel unterwegs.
Zuerst weitere Heidelbeeren in Tschechien holen.
Meine alljährliche Kur läuft.
Grenzkontrolle.
Ich wurde durchgewunken.
Ist eigentlich Lebensmitteleinfuhr verboten??
Grenzen sind sowieso fragwürdig.
Heidelbeerschmuggel.
Vorher Kaffeehaus.
Durch eine Kleinstadt gefahren,
wo viele Hausdächer mit Planen abgedeckt wurden.
Schlimme Hagelunwetter.
Diese Stadt hat schon seit Jahren das Flair des Niedergangs.
Vielleicht erholt sie sich jetzt durch die zusätzlichen Zerstörung.
Nach Schloss Greillenstein.
"Gartenlust"-Messe.
Parkplätze waren bereits eine halbe Stunde nach Eröffnung voll
und die Massen strebten dem  Eingang zu.
Das war mit zu viel.
Ich bin ja nicht besonders an Garten interessiert,
wollte eigentlich das ganze Dekozeugs sehen.
Bin völlig raus aus allen Trends.
Das wird wohl so bleiben.
Aber die Fahrt durch den Truppenübungsplatz war wieder sehr schön.
Viel unberührte Natur.
Zum Schloss muss ich einmal ohne Messe kommen.
Ich erinnere mich an Steinzwerge.
Dann noch Stausee und Seerestaurant.
Das brauche ich einmal jährlich im Sommer.
 Wasser, Boote schauen und mittelmäßiges Essen.
Männer in Unterleiberln im Wirtshaus.
Die Pandemie hat meiner Menschenliebe nicht gut getan.
Das entwöhnte Auge sieht Unschönheit.
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Ganz etwas anderes:
Es ist an der Zeit
dass es endlich Diskussionen über die Bekleidung von Sportlerinnen gibt.
Wunderte mich schon lange,
dass z.B. Leichtathletinnen halbnackt unterwegs sein müssen.
Nur damit alte Männer etwas zum Glotzen haben.






Freitag, 30. Juli 2021

ZUFRIEDENHEIT


Vor einigen Tagen hatte ich Geburtstag.
Allein.
So ein glücklicher Tag.
Schwimmen.
Ich mag gerade (noch immer) nirgends hingehen.
Wenn ich Menschen sehe,
denke ich:
"Sie reden".
Als ob sich die Mundpartie verselbständigt hätte.
Sinnloses Zeug.
Ich habe mich leicht betrunken
und ziemlich sehr gute Eierschwammerln mit Knödel gekocht.
Ich war in letzter Zeit relativ oft im Wirtshaus essen.
War ok, aber meine Küche schmeckt mir besser.
Und der Kühlschrank beherbergt noch eine ansehnliche Menge an Pilzen.
Jedenfalls -
ich mag fast nur mehr daheim sitzen.
Salzkammergut habe ich kurz angedacht,
aber dann doch nicht.
Eine satte Zufriedenheit begleitet mich in diesen Tagen.
Und ich hoffe,
dass sie von keinem gestört wird.
Man sollte immer gerade dort sein,
wo man richtig ist.



 

Mittwoch, 28. Juli 2021

BRECHDURCHFALL


Über dem Land sehe ich einen Grauschleier.
Doch es gibt Plätze, die außerhalb liegen.
Lichtinseln.
Seelentankplätze.
Die Erde reinigt sich.
Sie hat eine Art Brechdurchfall.
Wenn wir lange schlecht gelebt,
minderwertiges Essen gehabt haben,
werden wir krank und brauchen eine Weile,
bis wir gesunden.
Solches geschieht gerade mit der Welt.
In mir ist viel Zuversicht und Hoffnung.
Ich sehe eine schöne Zukunft.
Es dauert noch eine Weile (lange) bis wir dort angelangt sein werden,
und ob ich das noch erlebe, ist ungewiss,
aber das was ich spüre, erahne macht Hoffnung und Freude.




 

Montag, 26. Juli 2021

SEEROSEN, FRÖSCHE UND POST


Im Garten des Stiftes Zwettl gibt es einen barocken Brunnen
in dem zu meiner großen Freude einige Frösche leben.
Der Wasserstand ist so niedrig,
dass ich denke, die grünen Hupfer können aus dem Becken nicht heraus.
Wo überwintern sie?
In einem Gurkenglas?
Denn im Winter ist der Brunnen leer.
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Weil ich vor einigen Tagen über meinen Postärger geschrieben habe:
zu meiner Erleichterung und Unterhaltung aus dem Buch:
"Der Italiener an meiner Seite" von Petra Reski einige Zeilen über Post in Italien:

"Auf der Post kaufe man keine Briefmarken, sondern ergehe sich in Hoffen.....
Man hoffe, dass die Götter nicht verstimmt sein mögen. Wobei man bedenken müsse,
dass diese leicht zu verstimmen seien. Manchmal reichten ein bewölkter Himmel, 
ein falscher Ton, eine hastige Bewegung.....
Als ich dem Italiener davon erzählte, sagte er nur:
die Post sei immer schon so gewesen und würde immer so sein.
Hier arbeiteten Wesen, die beschlossen hätten, dem Menschen die Vergeblichkeit
des Seins zu beweisen. Du existierst nicht, auf der Post bist du nur eine Hülle deiner 
selbst, eine Hülle, die nicht ausreichend frankiert, die falsch adressiert, 
Überweisungsformulare falsch ausfüllt und die unbeirrt Pakete verschickt,
obwohl sie genau weiß, dass sie ihren Empfänger nie erreichen werden.
Jeder, der sich weigerte, sich der Post als Bittsteller zu nähern, jeder, der glaubte auf 
einer Dienstleistung bestehen zu müssen, werde eines Besseren belehrt, denn es 
handele sich hier nicht um Dienstleistungen, sondern um Gnadenerweise....
Ich solle das Ganze philosophisch betrachten, als Gleichnis für Macht und 
Ohnmacht, als Metapher für die Nutzlosigkeit allen Strebens, seinetwegen auch als Sinnbild für 
Italien schlechthin, ich sollte darin Exerzitien in Demut sehen, ......"

Ich fühle mich getröstet.
Und ich glaube, Seerosen sind meine Lieblingspflanzen.





 

Samstag, 24. Juli 2021

PRÄCHTIG


Irgendwann dieser Tage war ich im Stift Zwettl.
Der Garten ist heuer prächtig schön.
Soweit ich es weiß, haben die SchülerInnen der HLWU die Pflege und Obsorge über.
Der Kräutergarten ist üppig und ertragreich.
Das Kaffeehaus ohnedies ein besonderer Platz.
Hier ist alles voller Harmonie und ich konnte wieder vollkommene Lebensfreude
spüren, die jetzt so selten geworden ist.
Über vielen Orten und Landschaften hängt ein Grauschleier.
Gedämpfte schwermütige Energie.
Glücklicherweise gibt es Orte, Kraftplätze,
die sich der allgemeinen Schwere und Düsternis entziehen.




 

Donnerstag, 22. Juli 2021

LOST PLACE


"Ein gutes Bauwerk ist nicht jenes,
das die Landschaft verletzt,
sondern jenes, das die Landschaft schöner macht,
als sie vor Errichtung des Bauwerks war."
Frank Lloyd Wright

Auch von diesem "Lost Place" gab es bereits Fotos im Blog.
Jedes Mal, wenn ich vorbeifahre,
muss ich anhalten und das kleine Gutshaus besuchen.
Hübsch liegt es mitten im Wald umgeben von Wiesen.
Altes ist meist ansehnlicher, als die Neubauten,
die zur Zeit in die Gegend geknallt werden.
Da ist wenig Augengefälliges dabei.
Das Mehrere kann man unter Bausünden ablegen.
Wie Menschen in 100 Jahren über die momentane Bauunkultur befinden werden?
Schnell, viel, kostengünstig - das sind die Kriterien.
Massenware im Überfluss, wie sie auch in vielen anderen Bereichen entsteht.
Fehlende Individualität wird mit Hässlichkeit kompensiert.
Ab und an trifft man auf ein Gebäude,
das mit Liebe und Ideen gestaltet wurde.
Doch das ist selten.
In Österreich werden jährlich über 4000 Hektar Fläche zubetoniert.
Darin sind wir führend in Europa.
Momentan ist landesweit der Bauboom ausgebrochen.
Überall stehen Kräne und Bagger.
Jetzt herrscht Baustoffknappheit und auf Handwerker wartet man Monate.
Glück hat gerade, wer nichts benötigt.






Beim Büchersichten habe ich ein schmales Bändchen von James Hubbell
entdeckt und mich erinnert,
dass ich in Kalifornien bei ihm war.
Hobbithäuser.
Sehr nett.

Dienstag, 20. Juli 2021

ALLTÄGLICHKEITEN


 Nein, leider.
Die Schwalben nicht bei mir.
Bei mir gibt es generell keine Vögel.
Im Wald verschwunden.
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Ums Haus mähe ich die Wiese.
Ich bin jetzt dazu übergegangen,
in Etappen zu arbeiten.
Das macht weniger Mühe und es bleibt immer ein Stück mit genügend
Blumen für die Insekten stehen.
4 Stufen Plan in unregelmäßigen Abständen.
Nach Lust, Laune und Wachstum.
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Die alljährliche Heidelbeerenkur läuft.
War in Tschechien und habe mal ein großes Glas geholt.
Normalerweise brauche ich 2 bis 3 Gläser in den kommenden Wochen.
Obwohl an der Grenze viele Vietnamesengeschäfte verschwunden sind -
Heidelbeerpflücker gibt es noch.
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Mein ganzes Leben habe ich viel geschwitzt.
Hitze vertrage ich schlecht.
Hier ist es ohnedies nie heiß.
Bei uns muss man kaum noch Masken tragen.
Aber ab und an erwischt es mich.
Dass ich irgendwo völlig schweißüberströmt mit angeklebten Haaren,
hochrot im Gesicht, herumstehe,
nach Luft japse und einen Ganzkörperklebenassanfall kriege.
Mühsam.
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Die kleinen Erdbeeren auf meinem Grundstück bleiben.
Niemand pflückt sie.
Heuer sind es so viele.
Überall im Wald finde ich welche zum IndenMundessen.
Keine Tiere fressen Heidel- und Walderdbeeren.
Bei der Erschaffung der Welt sprach Gott:
"Diese mühseligen kleinen hocharomatischen Früchte überlasse ich ganz den Menschen.
Denn so können sie lernen,
was im Schweiße des Angesichts verdient geerntet werden kann."
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Im Kaffeehaus bestelle ich einen großen Schwarzen.
Wird das jetzt auch politisch unkorrekt
und darf man Schwarz gar nimmer sagen?
Sondern z.B. von der dunkelsten Farbe sprechen?
"Bitte einen Kaffee dunkelster Farbe."






Montag, 19. Juli 2021

SPRÜNGE IN DER ZEIT


Für mich ist das Licht anders.
Es sind Sprünge in der Zeit.
Es ist nimmer wie früher,
es ist noch nicht wie richtig.
Wenn mir das auch keiner glauben mag,
die Natur hat sich verändert.
Mehr unsichtbar,
aber für mich wahrnehmbar.
Aura/Schwingung ..... nicht zu benennen,
aber zu erspüren.
Vielleicht fehlt  das Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens,
das uns immer getragen hat.
Welt ist im Wandel und zieht uns ein wenig den Boden unter den Füßen weg.
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Ich habe das geschrieben,
bevor die Regenkatastrophen passiert sind.
Welt sieht auch an "normalen" Tagen unterschiedlich zu früher aus.
Seit Wochen bemerke ich es,
kann es nicht deuten,
erzähle es,
und lebe im Warten weiter.



 

Samstag, 17. Juli 2021

IMMER WIEDER POSTÄRGER


 Dankbar bin ich immer wieder,
wenn die kommunalen Dienste gut funktionieren.
Finde ich in meiner Abgeschiedenheit luxuriös.
Nur die Post bleibt der ewige Ärgernispartner.
Seit einigen Jahren.
Die findet gerade, dass es reicht, wenn eine Tageszeitung
einmal pro Woche kommt.
Ja, es ist ohnedies egal, an welchem Tag man die 
Neu/Altigkeiten liest.
Heute interessiere ich mich für letzten Sonntag
und mache dann so, als wäre alles aktuell.
Die Druckseiten berichten von gehäuften  gleichen  Ereignissen -
z.B. Schlangen im Klo.
Das stelle ich mir nicht prickelnd vor,
wenn ein Reptil in den dargebotenen Hintern beißt.
Auf der Suche nach einer gedanklichen Postentärgerung:
ich werde so tun,
als machte es mir nix aus (funktioniert nicht).
Ich übe Gleichmut (naja).
Ich entwickle Verständnis (naja. Schlechter Ansatz.
Abgearbeitete Mitarbeiter, satte Aktionäre).
Ich betrachte Postzustellung als Luxusprodukt,
über das ich mich in den Fällen, wo es funktioniert, freuen kann.
(Naja).
Ich übe das richtige Denken in einer von mir unlösbaren Situation,
denn Post ist eine Höhere Macht.


Donnerstag, 15. Juli 2021

SO EINFACH





 Achtung:
jetzt wird es völlig unwissenschaftlich.
Weil mir immer noch meine Gelenke mehr weh tun,
als ich es für angebracht halte,
war ich bei einer Dunkelfeldmikroskopie.
Die Therapeutin hat sich sofort bei mir beliebt gemacht,
weil sie meinte,
sie hätte noch nie ein so schönes Blut vor einer möglichen Behandlung gesehen.
Aber, was ich eigentlich sagen möchte:
Zwischen uns war  Liebe
und ich dachte,
das Leben wäre so einfach,
wenn alle Menschen so wären.
Gut miteinander, liebevoll, verständnisvoll,
einander erkennend.
Das ist mit ein Grund, warum ich nirgends hingehe.
Weil es mich mit Menschen nimmer interessiert,
wenn es anders ist.
Die Behandlerin hat sich bei mir bedankt,
dass ich gekommen bin,
wir haben einander umarmt,
weil sich zwei Menschen begegnet sind.
Ich mag das,
wenn ich dort, wo ich hinkomme,
auch ein Geschenk hinterlassen kann.
Nicht nur Dienste in Anspruch nehme.






Dienstag, 13. Juli 2021

GELÜBDE



 Vorm Haus stehen sie wieder:
Königskerzen.
Nie weiß man genau, welchen Platz sie auswählen.
Willkommen sind sie mir überall.

Ich habe sozusagen ein Gelübde abgelegt.
Ich gehe nimmer zum Frisör,
bis sich die Welt wieder zurecht geruckelt hat.
Meine Haare wachsen schnell. 
Sie sind jetzt gut schulterlang.
Schau ma mal.
Das Problem dabei - sie werden weniger und dünner.
Ich habe dann demnächst ewiglange Federn.
So einen Coronaflaum.
(Otto Waalkes fällt mir dazu ein).
Die Geschichte mit dem Virus hat  einen Bart.
Da mir der nicht wächst,
muss ich mir mit dem Haupthaar behelfen.





Sonntag, 11. Juli 2021

MEINE WILDNIS


Rewilding:
ich kann solche Neuwörter nicht leiden.
 Wildnis ist eine Form der Natur etwas zurückzugeben.
Vor über 40 Jahren war das eine Futterwiese, mit einzelnen, wenigen Obstbäumen.



Meine Betrachtungen sind völlig unwissenschaftlich und subjektiv.
Eine Wiese, die einmal jährlich gemäht wird,
hat Platz für viele verschiedene Arten.
Wenn Jahrzehnte nicht eingegriffen wird,
setzen sich stärkere Pflanzen durch und verdrängen manches.
Stellenweise ist der Boden versteppt.
Jetzt wachsen oft Walderdbeeren.
So viele heuer, dass ich daran denke,
sie nicht nur in den Mund zu pflücken,
sondern zu sammeln.
Sind ja ungleich köstlicher, wenn frau sie mit Zucker isst.
Dann kommt der typische Geruch zum Tragen.



Es siedeln sich neue Bäume an,
Gebüsch entsteht.




Wilde Himbeeren.
Artenvielfalt?
Ich kann es nicht sagen.
Mehr Schmetterlinge gibt es vielleicht auf Wiesen mit vielen Blumen.
In dem Totholz finden alle möglichen Insekten ihren Lebensraum.
Vögel?
Kann ich auch nicht sagen.
Ich kümmere mich um das Stück Land nicht.
Gehe vielleicht 2 x im Jahr durch.
Ab und an wird ein Baum herausgeschnitten.
Der abstirbt oder den ich für den Kachelofen haben möchte.
Ich mache mir keine Gedanken über die paar Quadratmeter.
Ich weiß nur, ich mag alles so wie es ist
und so ist es gut.









 

Freitag, 9. Juli 2021

WER STIRBT, VERSAGT



In den Bereich der Selbstoptimierung gehört auch,
dass man nimmer sterben darf.
Wer stirbt, hat versagt.
Hat irgendetwas falsch gemacht.
Ungesund gelebt und zu wenig Sport getrieben,
zu viel Alkohol und ausschweifenden Sex gehabt,
fettes Fast Food in sich hineingestopft
oder was weiß ich.
Fest steht:
Wer stirbt, ist selber Schuld.
Wird ein erfülltes Leben nach Jahren oder nach Intensität berechnet?
Kann das Ewige Leben geimpft werden?

Zufällig:
der Supermarktwein stammt aus Mezzacorona.
Einer Gemeinde im Trentino.
Wenn der nicht zur Unsterblichkeit verhilft?!
Was dann?


Mittwoch, 7. Juli 2021

WAS ES NIMMER GIBT



 Herumjammern möchte ich nicht.
Aber ich werde aufschreiben,
was hier bei mir ums Haus nimmer lebt.
Diese Tiere sind in den letzten Jahren verschwunden.
Smaragdeidechsen (wahrscheinlich Trockenheit und fehlendes Nahrungsangebot).
Erdkröten. Detto. Ich habe einige Exemplare vertrocknet auf der Straße gefunden. Konnten am Asphalt nimmer weiter.
Frösche.
Ganz nahe ist ein kleiner Tümpel.
Dort habe ich früher für das winzige Wasserbecken im Innenhof  Kaulquappen geholt
und ihnen beim Wachsen zugesehen. Später waren dann  kleine Frösche im Gras.
Einmal bin ich mit dem Moped gefahren und der Kübel ist mit den Quappen auf die 
Straße gefallen. Massenmord.
Es gibt ganz wenige Schlangen.
Blindschleichen leben in meinem Kompost.
Heuer sehe ich keine Nachtfalter.
Früher war mein Neffe im Sommer eine Woche bei mir.
Er ist einmal bei brennendem Licht und offenem Fenster eingeschlafen.
In der Nacht war sein Zimmer voller Falter.
Er hat sich nicht getraut mich zu wecken
und konnte mit angstgeweiteten Augen nimmer weiter schlafen.
Was ich in der Früh gesehen habe, war schlimm.
Hunderte Nachtfalter in allen Größen.
Fledermäuse sind verschwunden.
Konnte man früher im Dunkeln flattern sehen.
Überhaupt sind kaum Insekten unterwegs.
Das macht sich bei den Vögeln bemerkbar.
Sehr, sehr wenige Schwalben.
Dass Birkhühner ausgestorben sind,
kann ich mit dem fehlenden Unterwuchs im bewirtschafteten Wald erklären.
Das markante Rufen im Frühjahr, war weit zu hören.
Hören: kein Kuckuck in diesem Jahr.
Dafür Tauben! Wer braucht die hier.
Hier bei mir wird kaum Gift auf Wiesen und Feldern ausgebracht.
Aber die Art der Landwirtschaft hat sich verändert.
EU.
Kaum kleine Bauern. Große Ställe mit moderner Technologie.
Die Wiesen werden öfter gemäht.
In modernen Ställen ist kein Platz für Schwalben.
Die Tierunterkünfte sind so sauber, dass es keine Fliegen  gibt.
Welche Vögel fehlen, kann ich nicht sagen.
So genau kenne ich sie nicht.
Aber heuer nach dem kalten Frühjahr werden die Bruterfolge gering sein.
Die Storchennester im Waldviertel kann ich fast an einer Hand abzählen.
Was reichlich vorhanden ist:
Ameisen, Mäuse, Wühlmäuse.
Bei mir Marder.
Und Biber sind überall.
Die sind neu.
Ich sehe sie zwar nicht, aber ihre Spuren.
Sogar einen Damm gefunden.
Insgesamt  macht  es traurig.
Wenn eine einstmals bunte Welt zu einem leeren Raum verkommt.
Tiere gehen leise, ohne Aufschrei.
Irgendwann fällt dir die Lücke auf.
Natur gibt uns  Identität.
Zeigt unseren Platz in der Welt.
Nährt.
Hält uns am Leben.



Ein Bild der Blindschleichenzucht im Kompostbehälter.
Es waren viel mehr Exemplare
aber bis ich mit der Kamera gekommen bin,
waren sie fast verschwunden.
Ich glaube, sie haben ein ziemlich gutes Leben im Abfall.