Freitag, 27. Mai 2022

KAFFEEHAUSGEADELT


 Dieses Kaffeehaus ist zwar richtig weit weg.
Und vor der Seuche bin ich kaum hingegangen.
Aber jetzt mag ich nimmer dort hin,
wo ich vorher jahrelang war.
Ganz ab und an ändere ich meine Gewohnheiten.
Was ich nicht tausche,
ist der (wenn frei) immer gleiche Platz,
die gleichen Zeitungen
und ein doppelter Espresso (großer Schwarzer) und ein Buttersemmerl.
Jetzt habe ich den Stammgastbonus gekriegt -
(eigentlich komme ich nicht so oft in dieses Lokal).
Trotzdem darf ich mich über das Wiedererkennungsservice freuen.
Ich kriege sofort nach dem Hinsetzen das Ewigimmergleiche serviert.
Hatte ich in Wien in all den Jahren auch oft.
Kaffee Sperl. Kaffee Raimann.
Und das macht ein Stückerl Heimat aus.
Wohlfühleffekt.
Im Kaffeehaus habe ich sowieso eine Heimat.

Mittwoch, 25. Mai 2022

NACHDENKLICH


Eigenartige Zusammenhänge haben sich ereignet.
Ich habe ein kleines Stückchen Grund,
Lupinen blühen demnächst da,
am Rand fließt ein Bächlein,
mehr oder weniger verwildert alles
und wenn ich mir überlege,
was mit dem Land geschehen soll,
finde ich keine Lösung.
Ich mag das Fleckchen.
Finde es romantisch.
Aber es spricht nicht zu mir.
Verrät nicht, was es möchte.




 

Montag, 23. Mai 2022

DONAU SO BLAU


Ein Bilderbuchtag in der Wachau.
Donau so blau, Natur so grün, Himmel auch so blau.
Die historische Rollfähre begeistert mich.
Ich kann in meiner Freude wie ein kleines Kind sein.
Rollfähre total analog, kein bisschen digital, sehr umweltfreundlich.
Es treibt nur der Fluss.
An diesem Tag konnte ich mich auch mit ein paar Statements von Kraft und Stärke vergnügen.
Worüber andere Menschen sich ärgern mussten.
Ich weiß, ein erleuchteter Heiliger hat keinen Spaß daran,
andere zu übertölpeln. Aber so viel Schlechtigkeit muss ich mir ab und an gönnen.
Und dann habe ich  wieder ein neues Telefon gekauft,
weil das Gewitter nächtens das alte vernichtet hat.
Wichtig brauchte ich auch einen Gartengrill.
Heuer muss das sein.
Alle vegetarischen Würstel und Grillkäse durchprobiert.
Naja. Einmal kann man das essen.
Dann bleibe ich doch lieber nur beim Gemüse.
Sommer. So gut.
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Schon bald wird jeder jemanden kennen, der von einem Leoparden gebissen wurde, der vorher einen infizierten Affen gefressen hat…“ (Netzfund)




 

Donnerstag, 19. Mai 2022

PUTINVERSTEHERIN



Nein, Putinversteherin bin ich nicht.
Aber das, was die Welt gerade bestimmt,
das kann ich  nicht begreifen.
Es war mir vorher nicht bewusst -
 ich bin Pazifistin. 
Jede Art von Gewaltanwendung geht in meiner Vorstellung gar nicht.
Ist absurd.
Kein Krieg hat jemals das Leben besser, schöner, liebevoller gemacht.
Zerstörung, Leid, Tod in unvorstellbarem Ausmaß brechen über Menschen herein.
Deswegen kann ich militärstrategische Planspielen nichts abgewinnen.
Deswegen ist mir das Streben nach immer mehr, immer gefährlicheren Waffen ein Gräuel.
Genauso, wie ich mich an der Seuche nicht beteiligt habe,
kann ich
jetzt am Krieg nicht teilnehmen.
Jede gedankliche Beschäftigung damit schafft zerstörerische Energiewelten.
So sieht meine Welt in der ich lebe nicht aus.
Inseldasein.


Montag, 16. Mai 2022

EISZEIT


Dazu braucht es keine Worte.
Genuss pur.




 

Freitag, 13. Mai 2022

MASTJAHR


 Der Sommer ist auch bei mir angekommen.
Der Wald blüht.
Es ist ein Mastjahr.
Durch steigende Temperaturen und häufige Trockenperioden
haben Bäume, hier Fichten, zunehmend Stress und blühen öfter.
Übers Land gefahren.
Bei leichten Windstößen steigen dichte Staubwolken himmelwärts.
Sieht seltsam aus.
Wenn sich ein feinkörniger Fruchtbarkeitsteppich übers Land legt.
Über alles legt.


Mittwoch, 11. Mai 2022

WAS MICH NÄHRT


Täglich ernte ich rund ums Haus eine Grünschüssel.
Vor vielen Jahren habe ich mich mit Kräutern beschäftigt,
weiß eine Menge darüber.
Zum Sammeln hat es nie gereicht,
aber mit Apothekenware kann ich  Alltagsbeschwerden wegheilen.
So enthält heute eine Salatschüssel:
Gänseblümchen - Blutreinigung und  nützlich für alles.
Am Johannistag mittags zwischen 12 und 1 Uhr gepflückte Gänseblümchen sollen Zauberkräfte besitzen.
Löwenzahnblätter - blutreinigend
Erdbeerblätter und Blüten - Magen, Darm, Vitamin C
Frauenmantel - Magen/Darm
Giersch - Vitamin C, Vitamin A und Mineralien
wächst bei mir in rauen Mengen
Klee - Phytoöstrogene
Kräuter, die es angepflanzt gibt - Liebstöckl, Estragon, Schnittlauch, Petersilie.
Versuchsweise sind immer einige Blätter dabei,
die ich nicht kenne.
Giftiges wächst hier kaum.
Außer dem Schöllkraut. Und das reichlich.
Dazu gibt es heute Pizza und Bier.
Mit der Gesundheit soll man nicht übertreiben.

Montag, 9. Mai 2022

VOM NÄHREN


"Das Leben muss mich tragen",
war zeitlebens mein Mantra.
Plötzlich kann ich es abändern.
"Das Leben muss mich nähren".
Nähren auf vielen Ebenen,
aber auch sehr konkret.
Und ich habe Spaß daran,
herauszufinden wo und wie ich genährt und getragen werde.
Garteln ist immer noch nicht meines,
macht keine Freude,
aber das Nahrhafte zu suchen,
gibt Entdeckervergnügen.
Eine neue Verbundenheit mit dem Platz auf dem ich stehe,
kann ich spüren.
Das ist alles sehr gut.
So hat jede Phase ihre Reize.
Und wenn ich Bewohnern des Erdreichs begegne,
ist die Bewunderung besonders groß.
Laubfrosch im Innenhof und Blindschleichen zuhauf.
Am liebsten wohnen diese im Kompostbehälter.
Vielleicht würden sie mich auch nähren.
Beim Rasenmähen heißt es nun achtsam zu sein.

 

Freitag, 6. Mai 2022

LUFT IST WIE WASSER


Luft ist wie Wasser.
Man sieht sie nur nicht.
Zumindest in meiner Vorstellung macht sie ähnliche Bewegungen,
Strudel, Strömungen, Kreise und Wellen.
Ich habe in den gewohnten Ablauf eingegriffen.
Ein ca. 3 m hoher Wacholder war verdorrt.
Mein Lieblingsspielzeug, die Kettensäge, durfte in Aktion treten.
Jetzt ist die Sichtachse aus dem /in das Fenster frei.
Ums Haus fehlt eindeutig etwas,
Luft kann sich nun ohne Hindernis bewegen
und der Blick bleibt an nichts hängen.
Sehr ungewohnt und momentan nicht schön,
obwohl der Strauch auch durchaus hässlich war.
Wenn wir Kleinigkeiten verändern,
zerstören wir für manche Lebewesen ein ganzes Universum.
Im Stamm wohnten kleine Ameisen,
die marschieren nun quer über die Straße auf der Suche nach einer neuen Heimat.




 

Mittwoch, 4. Mai 2022

ICH ÜBE FÜR DIE GROSSE KNAPPHEIT


Löwenzahnblätter, Girsch, Erdbeerblätter, einige letzte Veilchen,
Headam (Vogelmiere), Liebstöckl, Estragon, Spitzwegerich .....
dazu Radieschen (mit Blättern) und Gurke -
das ist jetzt mein täglicher Mittagssalat.
Köstlich, gesund und fast kostenlos.
Die Löwenzahnblüten überlasse ich Bienen und Hummeln.
Alles bei mir mit wenigen Schritten und  Bücken ums Haus zu kriegen.
Es tut gut, wenn man eine Wildnis hat.
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Das Glückskeks sagt:
Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben.


 

Sonntag, 1. Mai 2022

KRAFTPLATZ


 Beim Kraftplatz war ich.
Hoher Stein, Heiliger Stein, Heidenstein.
Wir kennen uns lange.
Über dem Platz liegt eine zeitlose Stille.
Die Gegend wurde in den letzten Jahren stark verbaut.
Große Industrien angesiedelt.
Es war eine ständige Geräuschbewegung in der Luft.
Lärmverschmutzung.
Viel zu viele Menschen mit viel zu viel Aktivitäten bevölkern gerade diesen Planeten.
Krankes vermehrt sich in seiner Endphase krankhaft.
Meine Antworten vom Stein bekommen.
Plötzlich war auch die Stille wieder da.
Die sich hier über den Platz legt.
Alle geschäftigen Geräusche der Außenwelt verschwunden.
Mystisch und schön.




Freitag, 29. April 2022

TOT



 Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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Ostbahn Kurti kriegt ein Ehrengrab der Stadt Wien.
Bei manchen Menschen kann man sich kein langsames Sterben im Krankenbett vorstellen.
Menschen,
denen es beschieden ist,  über Treppen zu stürzen und einen effektvollen Abgang aus dem Leben zu haben.

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Helge Timmerberg:
"Die durchschnittliche Lebenserwartung eines männlichen Deutschen beträgt 28556 Tage.
Davon habe ich bis dato 22860 gelebt.
Es bleiben mir also, statistisch gesehen, noch 5696 Tage......."

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 Muss man da nicht jeden Tag mit Bedeutung schwängern??


Dienstag, 19. April 2022

STUMMZEIT

 Das Glückskeks sagt:

"Manchmal muss man verstummen, um gehört zu werden."

Ich finde das ist ein sehr schönen Satz für einen Pausenbeginn.


.Allen MitleserInnen wünsche ich eine gute Zeit.



Montag, 18. April 2022

RITUALE


 Seit ewig feiere ich nichts mehr.
Keine persönlichen Daten, keine Festtage.
Ich bin dann immer erstaunt,
wenn mir jemand etwas wünscht.
Alles geht so sehr an mir vorbei,
dass es mir sogar gelingt,
wochenlang die Osterhasen und Weihnachtsmänner im Supermarkt zu übersehen.
Aufgewachsen bin ich mit einem Zuviel von allem.
Feiern war bedrückend und mühsam.
Alle diese Rituale in die Vergangenheit verschoben zu haben,
das fühlt sich befreiend an.
Mir fehlt  nichts.
Ballast der Vorstellungen.




Sonntag, 17. April 2022

KLEINGARTENDENKEN


Für mich, für meine Augen ist das Wuchernde schön.
Das was ungehindert durcheinander zum Licht streben mag.
Jedes Kleingartendenken ist mir fremd.
Dieser ständige Versuch, die Form vorzugeben
und nur das im Voraus Gedachte zu akzeptieren.


 

Samstag, 16. April 2022

OSTERN


Wenn ich nur auf das schaue,
was gerade hier ist,
dann sind es Tage voll blühender Bäume,
voller Frühling,
voller Leichtigkeit.
Ostern eben.


 

Freitag, 15. April 2022

SO KANN ES GEHEN


 Kein einziges Foto (außer dem) habe ich gemacht.
Keine blühenden Bäume,
keine Donau,
nix.
Auch Fanny vom Galgenberg genannt.
Ich war auf den Venusspuren unterwegs,
aber es war nicht der Tag, an dem der Ausgrabungsort zu finden war.
Den Eiszeitwanderweg gegangen - keine Fanny gesehen.
Offene Strukturen mag ich nicht.
Ich glaube, ich muss da nochmals hin.
Aber schön war der Tag.
Voller Frühling, Wärme und blühender Bäume.
Unerfolgreich mit der Suche -
infolgedessen auch nicht zur Knipse gegriffen.





Donnerstag, 14. April 2022

AUF DER SUCHE NACH ZUFRIEDENHEIT


Unrund fühle ich mich.
Nicht geerdet.
Das Leben lebt mich.
Nicht ich lebe das Leben.
Zu meinem Lieblingsplatz gefahren.
Auf der Suche nach Zufriedenheit.
Es ist besser geworden.
Langsam kommt das satte Bauchgefühl zurück.
Und die Suche hat sich verändert.
Ich bin wieder auf der Suche nach dem Wunderbaren.



 

Mittwoch, 13. April 2022

BLUMENLIEBHABER UND NEUE SPARSAMKEIT



Da hat man die Blumenliebe etwas übertrieben.
Auch scheint  Wasser aus zu sein.
Vielleicht traut sich keiner auf den Balkon,
der  nimmer so stabil aussieht.
Die Macht des Chaos.
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Aus Gründen habe ich mich den Restlebensmittelbeständen gewidmet.
Und zum Braten der Schupfnudeln das Öl der eingelegten Tomaten genommen
(das ich normalerweise in den Ausguss kippe).
Geht. Kann ich essen.
Was mir weiterhin Sorgen bereitet,
ist die unendliche Haltbarkeit von Obst und Gemüse.
Ist nicht kaputtzukriegen.
Ich weiß nicht, was damit geschieht.
Vielleicht ist es Plastik aromatisiert?
Jedenfalls kann ich erfolgsmelden:
diesmal wird kaum etwas weggeworfen.
Fast alles landet im Körper.


Dienstag, 12. April 2022

GEHIRNVERÄNDERUNG


Stalin und Lenin entsorgt.
Vor einigen Jahren in Tschechien fotografiert.
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Mein Gehirn hat sich verändert.
Ich denke anders.
Handle anders.
Die zwei Jahren haben ihre Spuren hinterlassen.
Unter geänderten Bedingungen verändern sich die Schaltstellen,
die Synapsen verbinden neue Stränge und alte werden stillgelegt.
Manchmal finde ich mich in einer völlig neurotischen Situation wieder.
Einfach verlernt adäquat zu reagieren.
Wie verhalte ich mich normal in einer veränderten Welt?
Ich glaube, ich mag das, was mit mir passiert ist, größtenteils weniger.
Wobei mich keiner fragt, ob ich das so will oder man mir eine Wahl lässt.
Die Synapsen der Freude und des Vergnügens gehören aufpoliert.



 

Montag, 11. April 2022

CHINESISCHE WELTHERRSCHAFT








Wenn ich mich von meiner Chi-Maschine durchrütteln lasse,
werden auch Gedanken im Kopf herumgeschüttelt.
Was wäre wenn
sich auf der Welt alles durcheinander wirbeln täte,
das Obere nach unten,
das Linke nach rechts.
Und in der neuen Ordnung hätten die Chinesen die Weltherrschaft
und wir müssten in großen Fabriken für fast keinen Lohn alle diese
Plastikbilligprodukte herstellen.
Vom Herren zum Sklaven.
Denn ewige Vorherrschaft währt meist nicht lange.
Natürlich weiß ich, dass es so nicht stattfinden wird,
aber einen Gedanken mal in diese Richtung zu verschwenden,
schadet nicht.
Die Umkehr der Machtverhältnisse.
Die überlegenen weißen Menschen der westlichen Demokratien am Förderband
der Weltwirtschaft.
Abgespeist mit einem Hungerlohn.


Sonntag, 10. April 2022

NEUES VOM MOORWEG


Die Hirsche waren auch schon einmal hübscher.
Sehr mottenzerfressen sind sie zur Zeit.
Beim Moor wird fleißig gebaut.
Viel mehr Parkplätze und neue Toiletten.
Die Renaturierung, bei der vorhandene Gräben zugeschüttet wurden,
macht den Weg stiefelpflichtig.
Ich bin barfuß gewatet.
Gleich etwas für die Gesundheit getan.
Es war schön wie immer.
Und dass mir der Weg allein gehört,
das ist spätestens in der Osterwoche Geschichte.
Im Sommer marschieren Kolonnen durchs Gelände.
Alles ist jetzt gut.



 

Samstag, 9. April 2022

VERFALL


Das Haus habe ich schon öfter fotografiert.
Jedes Mal wenn ich vorbeifahre,
ist der Verfall ein Stück weiter fortgeschritten.
Vom Traumdomizil zum Abbruchhaus.



Freitag, 8. April 2022

SO KLEIN UND ZERBRECHLICH






 Seit hier das Erdbeben war
und ich mir bewusst gemacht habe,
dass der Durchmesser des Himmelskörpers auf dem wir sitzen und stehen und gehen und fahren,
nur 12ooo km beträgt,
finde ich das sehr klein und zerbrechlich.
Wie können sich die vielen Ameisen darauf so wichtig nehmen,
sind sie doch winzig und unbedeutend.
Wenig Platz für 8 Milliarden Menschen.


Donnerstag, 7. April 2022

MEINE KLIMASPARTIPPS


 Weniger putzen.
Sich nimmer waschen.
Die Wäsche nimmer waschen.
Weniger essen.
Das Gras rund ums Haus essen.
Vielleicht nicht gewöhnliches Gras, aber das Beiwerk (Löwenzahn, Girsch, Veilchen,
Gänseblümchen, Brennnessel....).
Frieren kann man sowieso.
Entweder für oder gegen etwas.
Winzige Autos fahren oder gar keine benützen.
Das alles kann ja nicht so schwer sein.
Wir brauchen nur ein bisserl guten Willen.
Und wenn dann die übrigen 8 Milliarden Menschen auch mitmachen,
ist das Klima gerettet.
Oder so ähnlich.

Mittwoch, 6. April 2022

BEDÜRFTIGKEIT





 Wenn sich zwei Menschen begegnen,
wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben,
dann steht am Anfang der Satz:
"Ich habe eine Bedürftigkeit, die zu deiner passt."
Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Mehr oder weniger erfreulich.