Montag, 21. September 2020

HÄFERLWELT

 
Das finde ich nett.
Der Hund liegt in der Auslage eines Haushaltswarengeschäftes in Wien in der Wollzeile.
Starrt beim Fotografiertwerden unbeirrt geradeaus. 
Die Beachtung erlebt er wohl öfter.
In einem früheren Stammkaffee lebte ein Kater. 
Der schenkte den anwesenden Menschen auch keinen Blick.
Er duldete sie in seinen Privaträumen. 
Widmete ihnen aber keine Aufmerksamkeit.
Das nenne ich  Hingucker.
Ein Hund in einer Häferlwelt.

 

 
 
 
 

Sonntag, 20. September 2020

IN DER GROSSEN STADT UND IMMER NOCH BLOGÄRGER







In der großen Stadt war ich.
Zug leer, Lokale leer, Geschäfte leer.
Was nicht unangenehm war.
Beim Trzesniewski Brötchen essen.
Kein Anstehen, wie normalerweise.
Keine Leute.
Man bekommt Plätze in Gasthäusern (Figlmüller),
wo  sonst Touristen Schlange stehen.
Ich hoffe nur, dass die Geschäfte überleben werden.
Einen Kaffee bei der Aida trinken.
Aida gibt es seit ewig in Wien in allen Bezirken.
Die Konditoreien waren immer klein,
eher schäbig, das weibliche Personal in rosa/braunes Plastik gekleidet,
die Qualität des Dargebotenen gut und preiswert.
Jetzt wird auf Nostalgie gesetzt,
sogar die Servietten (Foto unten) sind nett und die Lokale zeigen sich im alten Stil wie immer.
Die neue Kleidung der Damen ist auch hübsch.
Ich war der erste Mal seit ewig wieder in Wien.
Was ich erledigen wollte,
ist mir ansatzweise gelungen.
Mein Fuß lässt mich so weit gehen,
dass es ok ist.
Es war schön.
Ich habe viele Verrückte gesehen.
Menschen, die laut mit sich reden,
Verwirrte, Betrunkene
und natürlich haben die sich nahe und maskenlos neben mich gesetzt.
Inzwischen ist Wien Coronarisikogebiet.
Mein Waldviertelwohnbezirk auch. Nachdem da monatelang nix war.
Tja.
Alles ist gut.
Und ich ärgere mich grün und blau über den Blogger.
 

 

 

 

Samstag, 19. September 2020

AUSG'STECKT IS


An einem dieser lauen Spätnachmittage bin ich durchs Donautal gefahren
und beim Lieblingsheurigen eingekehrt.
Unter Weintraubenranken sitzen,
die Vollkommenheit der Genüsse aufnehmen.
Alles ist perfekt -
Luft, Wein, Essen, Anblick ...
Immer wieder sage ich es -
die Gegenden, wo Wein wächst, haben etwas von Paradies.
Eine spezielle Leichtigkeit und Schönheit.
Beim Ursprung der Welt haben die Götter/innen in ihrer Geberkonferenz beschlossen,
den Menschen als kleine Daseinserleichterung die lieblichen Landschaften mit ihren
sinnlichen Genüssen zu schenken.







Freitag, 18. September 2020

SIMPLE DINGE UND ÄRGER

 
 
Die ganz einfachen Dinge sind oft die wichtigen.
Mein Nachbar hat mir erklärt,
dass ich die Holzhacke in Wasser legen soll,
damit der Stiel nicht rausrutscht.
Ich bin ihm ewig dankbar,
denn seit Jahren plage ich mich damit herum.
Jedes Mal wenn ich die Hacke in die Hände nehme,
denke ich dankbar an ihn.
Und finde, diese simplen Hilfen sind mehr wert in meinem Leben,
als wenn mir jemand etwas über Quantenphysik erzählen will.

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Jetzt zum Ärger:
Nun ist es so weit.
Der alte Blogger geht nimmer.
Und das neue Format ist eine Katastrophe.
Ich war in der großen Stadt und habe Fotos mitgebracht.
Kann sie nur klein hochladen. Vergrößern schaffe ich nicht.
Und überhaupt alles  ein Scheiß.
Ein Post ist noch vorgeschrieben,
dann fängt die Haarerauferei an.
Ich kann richtig wütend werden.




 


Donnerstag, 17. September 2020

HEINRICH HEINE



Bei der Caritas lag schon das letzte Mal ein schwerer Reprintband von Heinrich Heine.
Und da er auf mich gewartet hatte, durfte er diesmal mit.
Neben zwei Gwanderoberungen.
Aber der Heine enttäuscht.
Mit all dem Herzeleid gefallen mir die Verse nicht.
Wahrscheinlich gehen die 5 kg Papier wieder zurück an den Sozialladen.

"Warum sind denn die Rosen so blaß,
O sprich, mein Lieb, warum?
Warum sind denn im grünen Gras
Die blauen Veilchen so stumm?

Warum singt denn mit so kläglichem Laut
Die Lerche in der Luft?
Warum steigt denn aus dem Balsamkraut
Hervor ein Leichenduft?

Warum scheint denn die Sonn' auf die Au'
So kalt und verdrießlich herab?
Warum ist denn die Erde so grau
Und öde wie ein Grab?

Warum bin ich selbst so krank und so trüb',
Mein liebes Liebchen? sprich!
O sprich, mein herzallerliebstes Lieb,
Warum verließest du mich?"

Mittwoch, 16. September 2020

VON WÜNSCHEN UND PARASOLEN


Ich weiß das ja,
mit dem Wünschen das ist eine gefährliche Sache.
Die ganze Zeit habe ich herumgejammert,
dass ich noch keine Parasole gefunden habe.
Mache daraus Pilzpulver.
Jetzt sind sie da.
Bin einmal ums Haus gegangen
und habe so viele gefunden,
dass ich sie nimmer tragen konnte
und für den Rest inklusive Steinpilze nochmals gehen musste.
Die Steinpilze musste ich essen,
mag auch keine mehr trocknen,
da noch vom vergangenen Jahr Gläser herumstehen.
Parasole mag ich nicht frisch,
habe jetzt einmal gebratene versucht,
aber mir sind die zu fett.
Also, trocknen.
Meine Kachelofentrockenkapazitäten sind erschöpft.
Und das Pulvererzeugen ist Arbeit.
Also: Vorsicht mit Wünschen,
sie könnten in Erfüllung gehen.


Dienstag, 15. September 2020

PESTILENZ

 
 
Ich hab so meine Probleme.
Einige.
Dazu gehören auch Coronaetikettefragen.
Wie geht Niesen mit Maske?
Und Schneuzen.
Gleich in die Maske oder doch ins Taschentuch?
Darf man dazu die Maske absetzen?
Das mit dem Niesen ist überhaupt blöde.
Ich habe - weiß nicht was das ist.
Eine Allergie?
Wenn irgendwo auf meine Haut ein Kältereiz trifft, fange ich mit dem
Tröpfchenschleudern an. 10 x hintereinander.
(z.B. geht das gut vor dem Kühlregal im Supermarkt).
In Zeiten wie diesen traue ich mich das in der Öffentlichkeit nicht.
Da unterdrücke ich.
Die Geschwindigkeit, die der Luftstrom erreichen kann,
ist bis zu 160 km/h.
Früher dachte man, dass beim Niesen die
herausgeschleudert werden könnte,
was man durch Wunschformeln verhindern wollte.
Ich habe mehr Angst, dass mir die Augen aus dem Kopf fallen und die
Trommelfelle platzen.
Jedenfalls sind diese Formen der Körpersäfteverschleuderungen gerade gar nicht erwünscht.
Jeder denkt sofort, man sei mit Pestilenz behaftet.
Dabei möchte ich doch nur ganz gewöhnlich ungehindert lautstark niesen dürfen.
HaHaHatschi!

Nachtrag:
In den Medien hat man mir erklärt,
dass man am besten das T-Shirt über Mund und Nase zieht.
Ja, das stelle ich mir gut vor.
Wenn ich dann im Supermarkt mit nacktem Oberkörper dastehe.
Und danach im angespuckten Leiberl bin.



 


Montag, 14. September 2020

DAS UND DAS

Ein Freund hat mir einmal erzählt,
dass er beim Laufen Pilze gesehen,
sie aber nicht gepflückt hätte.
Ich habe damals mit ihm geschimpft.
Das wäre völlig gegen alle magischen Schwammerlrituale.
Die Waldwichtel würden zukünftig die Geschenke der Natur vor ihm verbergen.
Heute habe ich mich der selben Untat schuldig gemacht.
Eierschwammerln einfach stehen gelassen, weil ich sie im Moment nicht brauche.
Dafür habe ich die wichtigen Parasole heimgeschleppt.
Das Pilzpulver ist gerettet.
Am Teich gesessen und die Seele gebaumelt.
Es ist völlig still dort,
nur Flugzeuge, die ja wieder fliegen, sind zu hören.
In einen anderen Teich gesprungen,
aber das Wasser ist schon reichlich kalt.
Und dort ist der Biber am Werken.
Die Bäume fallen reihenweise.
Das war so ein Tag mit großer Waldviertellebfreude.

letzte Seerosen

Sonntag, 13. September 2020

KAFFEEHAUS

 
 
Das ist das unglaublich schöne Biedermeierkaffee in Grein.
Gemütlich beim Frühstück ALLE  Zeitungen gelesen.
Eigentlich waren viele Menschen unterwegs.
Radfahrer, Wanderer, auch auf der Donau fahren vereinzelt Schiffe,
Blasmusik vor dem Lokal mit jeder Menge Hochzeitsgästen.
Dann musste ich noch ein ziemlich bestes Eis essen.
Beim Lokal an der Donau,
das ein Motorradfahrertreff ist.
Und dort wieder die wilden Männer auf den gestylten Maschinen beobachtet.
Leider keine Fotos.
Denn bevor ich daran dachte,
sind sie rauschebärtig und oft dickbäuchig davongebraust.
Der letzte maskenlose Tag.
Jetzt wird es bei uns auch wieder ernst mit der Coronadisziplin.
 
 
 


Samstag, 12. September 2020

DIESE TAGE

 



Bei einer schwarzen Kuhherde vorbeigefahren.
Stiere sind beeindruckend.
Geballte Kraft.
Die Herde hat sich laut muhend in Bewegung gesetzt,
wie ich mit dem Auto stehen geblieben bin.


Teichfotos.
Nur gegessen und nicht gebadet.
Das wäre noch locker gegangen.
Aber ich war zu faul zum Ausziehen.
Trotzdem schön.
Jeder Sonnentag um diese Jahreszeit ist ein Geschenk.




Freitag, 11. September 2020

HINAUSGEHEN


Die Freude ist groß.
Ich war im Kino.
Nach vielen Monaten.
Bei einem Vortrag war ich auch.
Hat richtig Spaß gemacht aus der Einzelhaft rauszugehen.
Und dann durch die Nacht heimzufahren.
Auf Straßen voller Rehe und Hasen. Und Katzen.
Die Nächte bleiben beim Daheimsitzen unbeachtet.
Viel Leben geschieht in der Dunkelheit getrennt durch Hausmauern.
So wenig Wahrnehmung habe ich dafür.
Aber auch das wird sich wieder ändern.


Donnerstag, 10. September 2020

BLOGOUTFIT


Blogger hat die ganze Zeit gemeint,
dass das Design verändert
und ab irgendwann nur mehr die neue Oberfläche möglich sein wird.
Jetzt ist es still geworden,
nix mehr zu lesen von:
"nur mehr bis ... möglich".
Ich warte bei solchen Dingen immer bis nach dem letzten Augenblick.
Bin total konservativ beim Bloggen.
Und in anderen Dingen auch.
Mag das, wenn die Seite wie ein altmodisches Bilderbuch aussieht.
 Z.B. bei anderen Blogs stört es mich,
wenn ich auf "Weiterlesen" klicken soll.
Tu ich dann meist nicht.
Alles muss auf einer Seite stehen.
Aber jede wie sie will.
Jedenfalls hat Google sich anscheinend die Innovation überlegt.
Was auf mein Wohlgefallen trifft.
Bis den Machern wieder etwas Neues einfällt.

Nachtrag:
Gerade heute, nach Veröffentlichung des Posts, erscheint dauernd das neue Outfit.
Das schaut nicht gut aus.
Wenn ich demnächst verschwunden bin ....
Meinen Computer habe ich seit ewig mit keinem Update versehen.
Der will den neuen Blogger gar nicht.
Und am Tablet kann ich nicht schreiben,
weil das Format ist dort unzumutbar.
Schau ma mal.
Noch funktioniert die alte Seite.
Ich wollte nur mal eine Warnung abgeben.Im schlimmsten aller Fälle habe ich noch ein Wordpress-Konto.
 


Mittwoch, 9. September 2020

BADETEICHSCHILDER


Die heurige Badesaison, die für mich kaum eine war,
ist Geschichte.
Die Schilderbilder habe ich von einem Teich mitgenommen.
Wobei das untere nahtlos an die Winterzeit anschließt.
Und es ist ja schon wieder so witzig,
dass ich es am liebsten daheim im Zimmer aufhängen möchte.



Dienstag, 8. September 2020

VOM REISEN



"Warum reisen, wenn nicht dazu gezwungen?"
Heute, vom selben Breitengrad eines anderen Teils Europas heimkehrend,
gebe ich die gleiche Antwort wie seinerzeit bei der Rückreise von Majorca:
"Es geht nicht so sehr um das Reisen als vielmehr um das Abschiednehmen.
Wo ist der, welcher nicht einen Schmerz zu stillen,
nicht etwas Unangenehmes abzuschütteln hätte?"
George Sand, 25. August 1855
Aus: EIN WINTER AUF MAJORCA
/
/
Die  letzten Monate haben mich stark verändert.
Ich muss das immer wieder schreiben,
weil es mich erstaunt.
Eine  Stubenhockerin bin ich geworden.
Nachdem mein ganzes Leben Unterwegssein war,
bin ich ziemlich wunschlos ins Gegenteil gekippt.
Manchmal nehme ich mir etwas vor
und im Laufe des Tages storniere ich es gedanklich wieder.
Was ich mir für heuer vorgenommen habe (wenig),
wurde bei all der Langsamkeit trotzdem erledigt.
Nur Wien steht noch aus.
Aber es ist absolut nix, was mich in die große Stadt zieht.
Nichts ist attraktiv an der Stadt.
Alles seltsam,
wie das gesamte heurige Jahr.
Rollern ist gerade auch nicht,
denn ich habe immer noch Angst.



Montag, 7. September 2020

EIERSCHWAMMERLN


Im nahen Wald gibt es einen Platz,
der mich den ganzen Sommer über genährt hat.
Wegen Fuß konnte ich nicht weit gehen.
Aber auf Schwammerln wollte ich nicht verzichten.
Manche Ernteausflüge habe ich mit Tränen in den Augen absolviert.
Zwei kleine Gläser für schlechte Winterzeiten sind eingelegt.
Pilze waren bisher ein Totalausfall.
Und Parasole, die ich für Pilzpulver brauche,
gab es für mich auch nicht.
Alles anders als normal,
aber ich bin zufrieden.


Sonntag, 6. September 2020

MEINE OMAS


Wenn man sagt:
"Es schmeckt, wie bei Oma",
dann kann ich nur denken:
hoffentlich nicht.
Meine eine Oma war eine schreckliche Köchin.
Riesige zuckersüße gelbe Cremetorten mit Margarine,
sie trank dunkles Bier mit Ei und Zucker.
Wenn ich an sie denke,
fällt mir nichts Positives ein.
Sie roch schlecht.
Altfrauensauer.
War hässlich.
Positiv? - sie war duldsam und ertrug klaglos ihr Leben, konnte gut nähen.
Entstammte einer Wiener Schneidermeisterdynastie.
Und erzählte von ihren rauschenden Ballnächten.
Das war bevor sie als spätes Mädchen von meinem sehr feschen Großvater geehelicht wurde.
Der sie nicht besonders gut behandelte.
In Erinnerung ist mir sein Ausspruch:
"Sei still, du bist dumm."
Wenig gekannt habe ich die andere Oma.
Die Tschechin, taub und hübsch war.
Noch im Sarg mit fast 90 sah sie lieb aus.
Sie war eine ganz Gute,
hat das Leben mangels Kommunikation hauptsächlich mit Beten verbracht.
Obwohl wir nicht miteinander reden konnten,
habe ich nur positive Erinnerungen an sie.
Jetzt, wo ich das aufschreibe, fällt mir auf -
welche Leben die beiden Omas hatten.
So viel Leid und Entbehrungen.
Krieg, Flucht, Tod der Kinder/Männer, etc.
Beide haben nie gejammert, sondern gelebt.
Bis sie richtig alt waren.


Samstag, 5. September 2020

WÖLFE



Das Wolfsbuch ist spannend mit beeindruckenden Bildern.
Österreichbezogen.
Die Wölfe hier in der Gegend sind verschwunden.
Nur am Truppenübungsplatz in Allentsteig lebt ein Rudel.
Mich faszinieren diese Tiere.
Ihre Dämonisierung (mutmaße ich) haben sie im Mittelalter erfahren.
Mit den Hexen wurden auch Werwölfe verbrannt.
In Märchen und Mythen kommen sie schlecht weg.
Das hat sich im Unterbewusstsein der Menschen eingegraben.
Irgendwie muss man die eigenen inneren Teufel benennen.
Meine Dämonen sehen anders aus.
So viel schlechten Nachruf haben diese schönen Tiere nicht verdient.






Freitag, 4. September 2020

HIMMELSLEITER


Wenn das mit dem Himmel so einfach wäre ...
Eine interessante Aussichtskonstruktion am Rande des Schremser Moors.
Schwindelfrei zu sein ist hilfreich.
Ich kann im Waldviertel immer wieder Sehenswürdigkeiten entdecken,
die ich vorher nicht kannte.






Donnerstag, 3. September 2020

VOM PUTZEN



Hinlänglich bekannt ist,
dass ich ungern putze.
Und eigentlich nur bei Regen- oder Schlechtwetter.
Mit Musik am Ohr.
Der Nachteil der dunklen Tage -
 man sieht den Dreck schlechter.
Wenn die Sonne scheint,
kann ich meine Zeit leider gar nicht mit dem Wischfetzen vertrödeln.
Und ich habe wiedermal festgestellt:
alle kreativen künstlerischen Menschen,
die ich kannte/kenne,
leb(t)en in einem gewissen Chaos.
Da war niemand mit Staubflankerl-Pedanterie dabei.
Die Räume waren/sind, sagen wir es mal so, unbürgerlich.
Wenn ich mein Chaos ansehe,
da wäre künstlerisch noch viel Luft nach oben.

Mittwoch, 2. September 2020

ENDLICHKEIT


Der japanische Zaubergarten ist verschlossen.
Wahrscheinlich gehört es zum Alter,
dass man überall die Spuren der Endlichkeit sieht.
Selten hat mich der Tod so berührt,
wie der dieses kraftstrotzenden Mannes voller Pläne.
Es geschieht auch selten,
dass ein Mensch nach einem Telefongespräch mit mir tot umfällt.
Zwei oder drei Jahre ist es her.
Und ich betrauere den Menschen immer noch,
obwohl ich ihn so wenig gekannt habe.
Alles geht.
Vieles entsteht.
Panta rhei.


Dienstag, 1. September 2020

TAGE



Ein Tag, der damit beginnt, dass ich über eine tote Katze fahre, tut sich in meiner Beliebheitswertung schwer.
Tote Katze: ich habe sie zwischen die Räder genommen,
ging nicht anders, weil mir in einer Kurve ein Riesentraktor entgegenkam.
Ganz so schlimm war es dann doch nicht,
wenn man davon absieht,
dass ich beinahe in ein anderes Auto gefahren wäre
und bei einer Straßenkreuzung die Orientierung verloren habe.
Manche Tage sind einfach nicht dazu geschaffen
erlebt zu werden.
Man sollte sie schon des Morgens abhaken
und die gewonnenen Stunden in besseren Zeiten verbraten.





Montag, 31. August 2020

VON DER KUR

 
 
Den Gelenken würde eine Kur gar nicht schaden.
Sie knirschen an allen Körperecken und -enden.
Eigentlich wäre ich schon in Bearbeitung,
wenn die Krankenkasse nicht die vorgesehene Kuranstalt aus ihrem Programm genommen hätte.
Wegen Coronasorglosigkeit.
Die Auflagen sind teilweise sehr streng.
Jetzt habe ich mich auf die Suche nach Ersatz gemacht.
Und habe relativ nahe ein anderes Haus gefunden.
Sehr schön, 4 Sterne, ich müsste etwas zuzahlen,
Termin ist rasch verfügbar.
Die Coronamaßnahmen sind erträglich.
Und dann habe ich über meinem Entschluss eine Nacht geschlafen.
Des Morgens bin ich richtig krank erwacht,
völlig verschnupft und groggy.
Bis Mittags im Bett geblieben, gelesen und weitergeschlafen.
Das kommt praktisch sonst nie vor.
Erst nach dem Telefonat mit dem Kurhaus
und der Verschiebung meines Antritts auf unbestimmte Zeit,
war ich wieder gesund.
Hach. Ich kann mich nicht freiwillig einsperren lassen.
Der Verstand sagt ja,
der Bauch sagt nein.
Tja.
Schau ma mal.
Vielleicht wenn es grau und kalt wird im Herbst.
Oder im Winter.
Oder vielleicht erfahre ich eine Wunderheilung.
Oder, oder...
Nur nicht jetzt gerade eben.
Geht gar nicht.
Ja, ich bin dankbar, dass wir ein so ausgezeichnetes Gesundheitssystem haben.


 

Sonntag, 30. August 2020

WASSERBÜFFEL


Jetzt hat es mit den Büffeln in Gmünd doch geklappt.
Meine Hartnäckigkeit hat sich gelohnt.
Die haben es richtig gut.
So viel Futter, wie auf diesen Flächen steht,
kann die kleine Herde gar nicht fressen.
Stoisch ruhige Tiere.
Gelassenheit ist ihr Motto.






Samstag, 29. August 2020

RITUALE



Rituale sind Anker im Leben.
An bestimmten Plätzen mache ich immer das Gleiche.
Wenn ich auf der Berghütte bin,
trinke ich Apfelmost gespritzt.
Nirgendwo sonst.
Schmeckt mir ja gar nicht so besonders.
Aber dort auf 800 Metern ist er köstlich.
 Ähnlich wie Apfelwein oder Cirdre.
Viele Leute, keine Masken.
Auf da Alm da gibts ka Sünd.