Montag, 17. Juni 2024

EINFACH DANKBAR


Manchmal, in guten Momenten, bin ich einfach dankbar.
Für die Alltäglichkeiten.
Das Essen, die schöne Umgebung, die Stille, das Leben.
Meine Möglichkeiten.
Dankbar fürs einfache Sein. 
Dafür brauche ich nicht mal ein Dankbarkeitstagebuch.
Es genügt bei einem Kaffee vorm Haus zu sitzen und zufrieden auf die Wiese zu schauen.
Und so warte ich, bis endlich ein Wolf bei mir vorbeikommt.


Wenn schon kein Wolf, dann andere Mitbewohner.
Die Marder sind aktiv und toben nächtens über den Dachboden.
Anscheinend sind die Jungen bereits da.
Im Kompost lebt auch ein Tier.
Hat den Boden so untergraben, dass die Tonne fast kippt.
Und jetzt ist auch ein großer Gang bis an die Oberfläche zu sehen.
Alles was ich einwerfe, verschwindet schnell.
In den letzten Jahren gabs Blindschleichen.
Heuer gibts eine Riesenratte.
Oder so.
Keine Ahnung.
Wenn mir mal ganz langweilig wird,
dann werde ich mich mit dem Behälter und seinen Bewohnern beschäftigen.

die letzte Pfingstrose


Freitag, 14. Juni 2024

ANGSCHWAMMERLT IS


Mit Katze und Wintermütze war ich im Wald.
Die allerersten winzigen Eierschwammerln gefunden und in der Kopfbedeckung heimtransportiert.
Angschwammerlt is.
Jetzt muss noch das Anbaden kommen, dann steht dem wohligen Waldviertelsommer nix mehr im Wege.
Speiseplan für die nächsten Monate:
Zucchini und Schwammerln.
Salat und Kräuter.
Die Thuje?? oder was das ist, wird braun.
Eigentlich wollte ich sie erst im Herbst schneiden,
aber Google sagt, kann man jetzt auch.
Mal schauen, was davon übrig bleibt.
Ich hab sie mal als winziges selbstgezogenes Gewächs bekommen.
Jedenfalls werde ich mein Fichtenmoperl anwerfen und eine große Lücke produzieren.
Gerade ist es gut daheim.
Ich mag das Haus kaum verlassen.
Still, bescheiden, zufrieden.
Der Wahnsinn in der Welt kann sich im Draußen abarbeiten.
Ich muss da nicht dabei sein.
 

Überall wird man beobachtet.


Resultat der Plage:

der Helfer


Mittwoch, 12. Juni 2024

GESCHIRRSPÜLER UND ALTE COLLAGEN


 

Dass ich wieder Besitzerin eines Geschirrspülers bin,
ist erfreulich. Die Story war nicht komplikationslos.
Das Gerät hat nicht in die Küche gepasst und dann war auch nix besser Passendes zu kriegen.
Die aktuellen Maschinen sind 2 cm tiefer als meine alte.
Nach einigem Hin und Her steht das Ding jetzt. Ragt etwas vor.
Was egal ist. Also, mir ist es egal.
Dafür gibt es jetzt richtig sauberes Geschirr.
Wochenlang Handwäsche hinterlässt leichte Flecken.
Weiters gibt es ein neues Festnetztelefon.
Das erste Gewitter hat das alte Gerät erledigt.
Einmal im Jahr muss es sein.
17000 Fotos sind ungesichert am Computer.
Wenn irgendwas passiert, ist alles verloren.
Was egal ist, ich schaue sie ohnedies nicht an.
Aber bei Collagen habe ich reingeschaut.
Und diese vergangenen Bilder finde ich nett und zeige sie nochmals.
Meine geliebte alte billige Kamera hat die viel besseren Bilder gemacht.
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Und jetzt noch eine Geschichte:
dieser Tage war ich auf einem großen Büchermarkt.
Mit reicher Beute heimgekehrt.
In einem (religiösen) Buch fand ich ein fast nackt Strandfoto einer jungen schönen Frau.
Wohl 70er Jahre, denn da war busenfreies Baden angesagt.
Manchmal setze ich Handlungen ohne darüber nachzudenken und ohne zu wissen,
warum ich das gerade tue.
Jedenfalls warf ich das Bild in meine Beutetasche.
Keine halbe Minute später stürzt sich ein Mann auf das verbliebene Buch
und fängt an sich bei seinen Freunden zu beklagen, dass das vorher darin enthaltene Aktfoto verschwunden sei.
Rätsel?! Nur eine alte Frau steht bei den Büchern herum ... und die kann doch nicht...?
Weil ich für Bilder nackter Frauen nicht wirklich eine Verwendung habe,
landete daheim das Foto im Kachelofen - im Feuer.
Mit dem guten Gefühl ein privates Bild vor Männerfantasien gerettet zu haben.
Und für mich habe ich eine Schmunzelgeschichte kreiert.

Nordkap

Mann läuft



Nach dem Laufen

Mallorca




Montag, 10. Juni 2024

DIE GRENZEN DES WACHSTUMS

Wahrscheinlich langweile ich alle mit meinem ewig gleichen Thema.
Aber für mich ist es gerade aktuell.


Vielleicht sickert es langsam in die Köpfe der Menschen ein,
dass wir auf einem begrenzten Planeten leben.
Mit endlichen Ressourcen.
Mein Lieblingsthema jetzt:
Verkehr. 
Wenn Millionen Autos über die Alpen gleichzeitig nach Süden wollen
und es gibt nur einige Straßen, die die Berge queren,
dann kann sich das nicht gut ausgehen.
Es wird nicht sehr viel darüber publiziert,
denn die heilige Kuh Tourismus ist betroffen.
All die schönen Hotels und Strände südlich der Gebirge müssen mit Leuten gefüllt werden.
Freiwillig tritt keine Verhaltensänderung der Massen ein -
wie wäre es mit Time-Slots wie in Museen?
Die Freiheit des Einzelnen wird man im Interesse der Allgemeinheit begrenzen müssen.
Und von Freiheit bei 5 Stunden geparkt im Stau zu stehen, kann man nimmer sprechen.
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Mein Innenhof ist um diese Jahreszeit bunt.
Die Solardusche ist aufgestellt.
Jetzt muss es nur mehr Sommer werden.




 

Freitag, 7. Juni 2024

MOTORRAD



 Letztens war schönes Wetter.
Motorradwetter.
Auf einer sehr kurvigen Bergstrecke sind mir 20 Polizisten auf schweren Maschinen tief in Kurven gebeugt entgegen gekommen.
Ja, auch die Ordnungshüter müssen üben und lernen.
Gleich darauf hat mich ein Eiliger so überholt, dass der Gegenverkehr anhalten musste.
Es ist mir aufgefallen, dass an diesen Strecken hier viele Kreuze am Straßenrand stehen.
Geschmückt mit Kerzen und Blumen.
Was soll ich darüber denken?
Besser ein Ende mit Schrecken?

Zur Information:
Mein Roller steht immer noch in der Scheune.
Und ich kann mich in keine Richtung entscheiden.
Aber der Sommer kommt erst.




Mittwoch, 5. Juni 2024

DAS UND DAS


Nein, in diesem Jahr sage ich nicht:
"Und schon ist wieder Sonnwende und ab jetzt geht es bergab."
Noch ist die Angst vor der Dunkelheit nicht da.
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Bei mir wächst viel Schöllkraut.
Jetzt träufle ich den Saft auf eine Warze am Handrücken.
Schaut gar nicht schlecht aus.
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Gerade gibt es den jährlichen Ameisenangriff.
Fliegende schwarze, die von kleinen hellbraunen Insekten begleitet werden.
Meine Erfahrung lehrt mich, dass nur Gift wirklich hilft.
Also verschiebe ich die Ameisenfallen im Zimmer,
je nachdem, wo die Tiere gerade erscheinen.
So ein Volk hat ganz schön viele Mitglieder.
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Uhus und Störche.
Beim Webcamschauen kann man Drama erleben.
Wie der Waschbär das einzige Uhuei frisst.
Oder die Kleinstörche werden nach Dauerregen evakuiert,
weil sie sonst im Nestwasser sitzen und sterben.
Auf der Waldstraße überfahre ich einen Jungvogel -
und denke -
Futter für ein anderes Tier.
Überleben hat etwas Zufälliges.
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Mein Blog hat tausende Zugriffe aus Hongkong und China.
Hoffentlich wird es nicht von Chinesen zerschossen.




 

Montag, 3. Juni 2024

OVERTOURISM


5 Stunden Stau auf der Tauernautobahn vor Pfingsten.
Die Menschen in den angrenzenden Orten können nimmer aus dem Haus gehen,
weil die Autoschlange alles komplett blockiert.
Städte, die Eintritt verlangen, um den Besuchermassen Herr zu werden.
Für mich ist dieser Overtourism die Hölle.
Eigentlich wollte ich ins Salzburgische.
Habe aber Abstand genommen.
Ich kann mich der Massenflucht nicht anschließen.
Schaue die ganze Zeit ins Menschenleere.
Höchstens einige Rehe oder Kühe erscheinen im Bild.
Ich denke dann, dass die Leute verrückt geworden sind.
Ein letztes Stückerl Erlebnis raffen,
bevor die Welt zerbricht.
Jetzt kommen die unvorhersehbaren Starkwetterereignisse dazu.
Vielleicht macht das die Massen mürbe,
wenn es brennt, zu heiß ist, überschwemmt wird, etc.
Die Reisewut hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen.
Schnell, schnell.
Sonst ist alles zu spät.
Vorbei.
Wir trampeln die Erde in den Tod.




 

Freitag, 31. Mai 2024

80ER JAHRE




Ibiza 1986.

Ich habe gerade eine Schreibblockade.
Was ich zu dem Thema sagen wollte, gibt es nun abgespeckt.
Die 80er Jahre waren meine beste, allerbeste Lebenszeit.
So bunt, so spannend, so schnell, so vielfältig.
Mit dem perfekten nicht alltagstauglichen Liebhaber.
Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte.
1972 wurde das Buch des Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums" veröffentlicht.
Wir diskutierten die steigenden Meere, Umweltzerstörung, Überbevölkerung.
Ich hatte einige Jahre einen Bioladen und war Vegetarierin.
Ernährt habe ich mich zu der Zeit gesünder als heute.
Jetzt habe ich in dem Buch: "Weniger ist mehr" Statistiken gefunden,
die das exponentielle Wachstum seit damals darstellen.
Die vorhergesagten Probleme sind explodiert.
1980 gab es 4,44 Milliarden Menschen auf der Erde.
Jetzt sind wir in etwa bei einer Verdoppelung.
Wenn ich daran zurückdenke, erscheint mir alles vergleichsweise menschenleer und lebenswert.
Viele Reisen habe ich ohne Overtourism gemacht.
In Länder, die damals noch bereisbar waren.
Veränderungen und Kehrtwendungen gibt es anscheinend nur mit Zwang.
Hoffen wir auf unsere Zukunft.


Und täglich ins Mar Y Sol.




 

Mittwoch, 29. Mai 2024

ABERGLÄUBISCH


 Ich weiß nicht, ob man das abergläubisch nennen kann,
aber ich glaube an die Energie des ersten Moments.
Wenn etwas von Anfang an hakt, dann wird das meist im Laufe der Zeit nicht besser.
Wenn es kleine Unglücke gleich zu Beginn gibt,
dann gehe ich oft wieder.
Ich nehme das als Zeichen.
Z.B. wenn ich im Internet dreimal versuche, etwas zu bestellen und es funktioniert nicht,
weil die Karte nicht geht oder was auch immer, dann lasse ich es meist.
Nehme eine andere Firma oder gar nix.
Vor vielen Jahren hat mir ein alter Aufzug das umgehängte Sakko in den Schacht
eingesaugt - damit war ich bei dem Termin sowas von vorsichtig und gut war es.
Die Leute haben mir dann meine Bekleidung aus dem Lift geholt.
Ich erzähle das, weil meine unendliche Geschirrspülergeschichte das hergibt.
Wochenlang habe ich herumgezögert und zwischen doch reparieren und neu kaufen geschwankt.
Meine Teller mit der Hand gespült und das war auch ok.
Jetzt dachte ich - in meinem Alter brauche ich nimmer so zögern,
sonst zahlt sich ein Neuerwerb gar nicht aus.
Frau will ja das gute Stück noch ein wenig abnützen.
Beim Dienstleister meiner Wahl (so viel Wahl gibt es hier nicht) bestellt
und das gelieferte Ding passte um einen Zentimeter nicht.
Jetzt war die Firma in der Vergangenheit gerade noch akzeptabel.
Der Chef redet nicht mit mir.
Das machen Waldviertler manchmal.
Hatte ich auch schon beim Zahnarzt, einer Augenärztin, im Spital.
Kaum Auskunft, keine Information, keine Beratung.
Eine leicht gestörte Beziehung halt.
Und immer noch kein Geschirrwascher bei mir.
Die unendliche Geschichte habe ich jetzt satt.
Zu viel Energie in etwas, das mich gar nicht interessiert gesteckt.
Mit Hammer und Meißel werde ich ein Stück Wand beseitigen.
Das wäre doch gelacht.
Was nicht passt, wird passend gemacht.



Montag, 27. Mai 2024

WALDLIEBE


Der Wald wird gerade hochgelobt.
Wie wichtig für die Rettung der Welt und unsere Gesundheit er ist.
Waldbaden heilt fast alles.
Man kann Seminare besuchen, wo es gelehrt wird.
Auch immer mehr Naturvermittler sind tätig.
Wenn ich durch die Gegend streife fällt mir auf, wie unterschiedlich - je nach Besitzern - die Baumansammlungen bestellt werden.
Die modernen Forstmethoden lassen viel kleinere Stämme, Äste am Boden liegen.
Das soll zu Dünger werden.
Zum Teil ist es auch so, dass keine Arbeiter vorhanden sind oder der Ertrag den Einsatz nicht lohnt.
Kleine Bauernwälder sind ordentlich aufgeräumt,
da wird jedes Stückchen Holz verwertet.
In der Land- und Forstwirtschaft sieht man die Liebe, mit der der Verantwortliche wirtschaftet.
Ich bin durch ein Waldstück gegangen,
wo zuerst die Lärchen verdorrt sind.
Gedeihen hier nicht sehr gut.
Jetzt wurde mit Laubbäumen frisch aufgeforstet, die alle eingegangen sind.
Wahrscheinlich war es in der Zeit wo gesetzt wurde zu trocken.
Ich denke, Liebe zur Natur und den Pflanzen wäre eine gute Option.
Im Fernsehen zeigt man mir Förster, die sich Gedanken machen,
wie sie ihre Wälder für nächste Generationen erhalten können.
Zukunftsfit machen.
Hier wird vor allem mit schwerem Gerät geerntet.
Riesenholzmengen aus den Wäldern abtransportiert.
Ganz langsam sickert bei uns wieder ein animalistisches Umweltverständnis ein.
Alles ist verbunden, alles ist beseelt.
Nur wenn es der Natur gut geht, kann auch der Mensch friedlich leben.





 

Freitag, 24. Mai 2024

WENIGER IST MEHR


Der Lieblingsneffe hat mir ein Buch geschickt:
Jason Hickel - Weniger ist mehr.
Große Empfehlung.
Ich kann es nur in kleinen Häppchen lesen,
muss zwischendurch verdauen, schwere Kost.
Eine Absage an den Kapitalismus und das fortgesetzte Wirtschaftswachstum.
Natürlich spricht mir das Buch aus dem Herzen.
Es kann in einer begrenzten Welt kein ewiges Wachstum geben.
Auch mit einer Energiewende nicht.
Die sogenannte Energiewende ist Kosmetik für mehr Zerstörung.
Einige Zitate aus dem Buch:
"Das ist das Besondere bei der Ökologie: Alles ist mit allem verbunden. Wir tun uns schwer damit, zu verstehen, wie das funktioniert, weil wir normalerweise, wenn wir die Welt betrachten, in individuellen Teilen denken und in komplexen Ganzheiten....Wir haben vergessen, wie man auf die Beziehung zwischen den Dingen achtet."
..."Wenn wir endlich irgendwann 100 Prozent saubere Energie haben, was machen wir dann damit? Wenn wir die Art und Weise nicht verändern, wie unsere Wirtschaft funktioniert, dann werden wir weiterhin genau das Gleiche machen wie mit den fossilen Energien: Wir nutzen sie, um unablässig Extraktion und Produktion voranzutreiben, immer mehr und immer schneller, und setzen dabei die lebendige Welt immer stärker unter Druck, weil es das ist, was der Kapitalismus verlangt."...
"Eine wachstumsbesessene Wirtschaft wird uns, auch wenn sie von sauberer Energie angetrieben ist, trotzdem in die ökologische Katastrophe stürzen."

Das Buch zu lesen, ist deshalb so schrecklich,
weil die diversen Methoden der Umgehung einer Veränderung der Verhaltensweisen der Menschen beschrieben werden.
Geoingeniering, Solar Radiation Management, BECCS usw.
An allem wird geforscht und experimentiert -
eine Menge Geld steckt dahinter.
Ob das eine lebenswerte Welt bringen kann, wenn wir abgedunkelt in einer völlig zerstörten
Natur sitzen, bleibt abzuwarten.
Die ewige Hybris vom Göttlichkeitswahn des Menschen -
alles ist machbar und beherrschbar.
Auf der Strecke unserer Entwicklung ist das Wissen um die Lebendigkeit der Erde verloren gegangen.
Alles ist verbunden.
Der Lösungsansatz, den das Buch beschreibt, ist Degrowth.
Ein gesellschaftlicher Wandel mit allen bekannten Themen:
keine Lebensmittel verschwenden, weniger Rinder, geplante Obsoleszenz verbieten, den persönlichen Konsum einschränken, usw.usf.
"Einer der Gründe, warum wir jetzt auf die ökologische Krise starren wie das Kaninchen auf die Schlange, liegt darin, dass unsere politischen Systeme durch und durch korrupt sind. Die Präferenzen der Mehrheit, die die Ökologie unseres Planeten für zukünftige Generationen erhalten will, werden von einer elitären Minderheit ausgestochen, der es nichts ausmacht, alles zu liquidieren. Wenn unser Kampf für eine ökologischere Wirtschaft Erfolg haben soll, müssen wir uns für eine Stärkung der Demokratie einsetzen, wo immer es geht. Das bedeutet die Verbannung des großen Geldes aus der Politik ......"

Schau ma mal.
Ist ja ganz einfach. Nicht mehr verbrauchen als was da ist.
Und die Umstellung muss keine Auswirkungen auf unser Glück und unsere Zufriedenheit haben.
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So sprach sie und kippte den Inhalt des Kühlschranks in die Biotonne.





 

Mittwoch, 22. Mai 2024

GARTELN




Mein Interesse an Garteln hält sich sehr in Grenzen.
In diesem Jahr mache ich, wie es mir einfällt.
Ich habe auf einen Wurzelstock Erde gehäuft und eine Zucchini und einen Kürbis obenauf gesetzt.
Dann habe ich in irgendeiner Zeitung gelesen,
dass 2 Tage lang der absolut richtige Zeitpunkt für Paradeiser sei.
Jetzt gesetzt, muss man sie nicht gießen und auch Regen halten sie aus.
Also, sozusagen Wunder der Natur.
Ich habe im Baumarkt 2 Pflanzen gerettet.
Nur habe ich daheim auf sie vergessen
und der offene Zeitraum für Tomatenwunder ist verstrichen.
Schau ma mal.
Die Voraussetzungen für ihr Werden sind suboptimal.
Gerettete Kümmerlinge, in einem mäßig guten Boden zwischen ziemlich viel Unkraut.
In meiner Komposterde habe ich dicke weiße eklige Engerlinge gefunden.
Alle im Klo entsorgt.
Jetzt war unter dem Mulchlaub ein grün schillernder Rosenkäfer
und das Internet sagt: Nützling und zeigt mir auch die ekligen weißen Raupen dazu.
Seufz. Soviel gute Natur ins Klo gespühlt.
Wie soll ich da jemals zum Ernten kommen?
Glücklicherweise gibt es eine Menge geschmackloses Obst im Supermarkt.
Und der Wald wird auch ein paar Beeren und Pilze spenden.
Also, ganz hungrig werde ich nicht bleiben.
Wenn auch meine Daumen höchstens Erde unter den Nägeln haben und kein bisschen grün sind. 


Dafür hat mein Zimmerbuddha Plastikpflanzen gekriegt.
Mit der Optik bin ich zufrieden und essen muss ich sie nicht.


Montag, 20. Mai 2024

VON DEN MÄRCHEN


Am letzten Foto bin ich mit der Hexe Kniesebein zu sehen.
Archaisch in Stein gehauen.
Bis zu meinem 8. Lebensjahr war mein Leben in einem Zaubergarten.
Ein Garten voller Verstecke, Geheimnisse, Mutproben.
Alter Bäume, Geschichten, Verwilderungen.
Danach wurde ich in die große Stadt verbannt.
Ich konnte mit unsichtbaren Gestalten reden.
Ganz real waren sie für mich.
Bis mich einmal meine Mutter überraschte und verspottete.
Ab da war es vorbei mit den netten Gesprächen.
Märchen habe ich geliebt.
Grimm, Hauff, Bechstein.
Die von Bechstein waren mir die liebsten.
Heute sind Märchen oft in der Kritik.
Zu grauslich, blutrünstig, nicht politisch korrekt.
In unserem Unterbewussten leben die alten Mythen.
Es ist gut, wenn sie ein Ventil bekommen.
Meine zarte Kinderseele hat eher der katholische Religionslehrer verschreckt.
Nächtelang habe ich mich beim Einschlafen vor der ewigen Verdammnis gefürchtet,
die mich sündiges Kind erwarten würde,
wenn ich nicht rechtzeitig zur Beichte käme.
In der Hölle für immer.
Fegefeuer war auch nicht erstrebenswert.
Aber das war nicht unendlich.
Wobei die Unendlichkeit auch heute noch einen unangenehmen Beigeschmack hat.
Das richtig Böse kann ich eher in der katholischen Kirche meiner Kindheit und weniger im Märchen verorten.




 

Freitag, 17. Mai 2024

SPLITTER


 Was gut ist:
Amseln sind bei mir zugezogen.
Sie knacken die kleinen Schnecken mit Haus, die es seit wenigen Jahren gibt.
Am Morgen liegen auf den Steinen zerbrochene leere Gehäuse.
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Was traurig ist:
kaum Schwalben sind zu sehen.
Was verschiedene Gründe hat.
Trockenheit und keine Insekten in den letzten Jahren.
Bruten sind verhungert.
Immer weniger brauchbare Ställe.
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Ich glaube. ich habe einen Wolf gesehen.
Was schlecht ist:
ich hatte keine Brille auf und bin nicht sicher.
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Power Nap:
In der Badewanne oder vorm Fernseher verfalle ich in einen komatösen 
Kurzschlaf.
Tief und fest und ich weiß beim Aufwachen dann gar nimmer wo ich bin.
Angenehm und seltsam.
---!--
Was gut ist:
Das Leben ist ein langer träger Fluss.

Mittwoch, 15. Mai 2024

JENISCHE

Foto aus dem Film



Wiedermal im Kino.
Anlässlich der Heimatfilmtage Freistadt einen Streifen über Jenische in Europa gesehen.
Interessant, auch wenn ich stellenweise den Zusammenhang verloren habe.
In etwa 500000 Menschen, die der Volksgruppe der Jenischen zugehören, von der man nicht weiß,
wo ihr Ursprung liegt, leben in Europa. 
Sie haben eine eigene Sprache.
Ein Schweizer Film über Freiheit, Ausgrenzung, Leben am Rande der Gesellschaft,
Zusammenhalt.
"Ruach - Eine Reise ins Jenische Europa"

Dazu ist mir der Roman von Thomas Sautner - Die Älteste eingefallen.

Weiters ist mir eingefallen,
dass ich eine jenische Frau kannte.
Schön, eigenständig, immer in Weiß gekleidet.
Wir feierten einmal Silvester miteinander.
In Bad Wiessee.
Zuerst waren wir im Spielcasino (dort kannte man sie) preiswert essen.
Dann verredeten wir die Nacht in ihrer hübschen Wohnung.
Also, war sie schon assimiliert.
Sesshaft.

Montag, 13. Mai 2024

DER KLEINE PRINZ/HOCHSENSIBEL

 


Die Gastmiezi hat einen neuen Namen.
Sie heißt: Der kleine Prinz.
Wird mit dem Auto zwischen beiden Häusern hin- und hergefahren.
Huldvoll lässt er das geschehen.
Um nach einigen Stunden wieder bei mir vor der Tür zu stehen.
----
Ich hab wiedermal etwas über Hochsensibilität gelesen.
Und so einen Schnelltest gemacht.
Es führt kein Weg daran vorbei.
Ich bin es.
Seit ich in der Einsiedelei lebe und nimmer funktionieren muss,
wird es auffallender.
Mit Erscheinungen, die nicht nur angenehm sind.
Ich vertrage keine Medikamente.
Schulmedizinische sowieso nicht und jetzt spüre ich auch 
Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungen.
Und ich muss achtsam mit mir umgehen.
Freiwillig keine toxischen Menschen treffen,
überlegen, was ich lese, aus den Medien konsumiere, etc.
Die Sensibilität zwingt zu vermehrter Aufmerksamkeit und
Verantwortung für das eigene Leben.
Schritte sind mit Bedacht zu setzen.
Die schöne Seite ist - meine Welt ist eine andere,
ich durchschaue, hinterfrage schnell -
glaube wenig, was der Mainstream meint.
Habe eigene Wahrheiten.
Das ist gut.

Freitag, 10. Mai 2024

ALLTÄGLICHKEITEN


Jetzt sind auch bei uns die Apfelbäume verblüht.
Prächtig waren sie in diesem Jahr.
An Frühling gewöhnt man sich nie.
Immer wieder ein Wunder dieses Ausufern der Wuchskraft.
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Sonst gleitet das Leben sanft dahin.
Mein Gras ist gemäht.
Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Jahre sind.
Heuer fehlt der Unterwuchs.
In den Wiesen blühen bereits Sommergräser, aber wenn man Futter mähen müsste,
wäre der Ertrag gering.
----
Ich schwanke zwischen Zufriedenheit und Lebensungeduld.
Mein Stromanbieter hat mir eine absurd hohe Abrechnung geschickt
(kann irgendwer diese verwirrenden Aufstellungen begreifen?).
Jedenfalls war alles ein Irrtum.
Dafür kriege ich von der Autowerkstatt gar keine Rechnung mehr.
?? ?  Soll ich urgieren oder weiter warten.
Mein Auto ist überhaupt ein Glücksfall.
Es fährt und fährt.
War auch beim Kauf Liebe auf den ersten Blick.
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Wenn frau lange genug wartet, wird sie immer wieder modisch uptodate.
Der fast letzte Schrei sind Socken.
Statementsocken oder weiße.
In Schuhen oder Sandalen!
Das No-Go vor kurzem noch.
Ich trage immer etwas in Schuhen, 
weil meine Fusserln sonst Blasen kriegen.
Und da ist es mir sowas von wurscht,
ob ich modisch mithalten kann.
Die mehrere Zeit trage ich handgestrickte Wollsocken.
Ruhig auch mal in Wandersandalen.
In diesem Jahr liege ich ausnahmsweise im Trend.
Ich muss gleich mal die Weihnachtssocken suchen.
Mit Rentier und Bartmann.
Wenn schon. Denn schon.