Mittwoch, 15. Juli 2020

UMS HAUS



Im vergangenen Jahr habe ich einen Plastikkompostcontainer gekauft.
Weil es so unglaublich viele Mäuse gab,
 die alles sofort vom Komposthaufen fraßen.
Mäusezüchten wollte ich nicht.
Das war in der Zeit, wo sie es sogar irgendwie in mein Auto geschafft haben.
Jedenfalls heute war eine Blindschleiche in dem grünen Plastikding.
Die lebt jetzt drinnen.
Ich mag ja Schlangen (ich weiß, eine Blindschleiche ist eine Echse. Sieht aber aus, wie Schlange).
Ein ganz klein wenig gruselig ist das schon.
Ich hatte sofort die Assoziation zu Ratte im Klo!?
Mit meinem Fußweh kann ich nur kleine Stücke vom Gras mähen.
Es stehen so viele bunten Blumen auf der Wiese,
aber ich muss damit beginnen,
sonst wird die Sache zu hoch und die Maschine schafft es nimmer.
Ich glaube,
der Fuß wird besser.
Langsam.
Wenn er sich ein wenig beeilen täte,
könnte ich den Orthopädentermin nächste Woche absagen.
Jeder Arztbesuch weniger ist ein Erfolg.
Noch dazu muss ich dafür durchs halbe Waldviertel reisen.
Schau ma mal.
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Nachdem ich das geschrieben hatte,
ist beim Rasenmäher ein Seil gerissen,
was mir einen Besuch im Lagerhaus einbrachte.
Große landwirtschaftliche Maschinen und richtige Männer,
die mich mit Handschlag (Corona!) begrüßten,
und der Geruch, den ich mag,
Dreck, Öl und Benzin.
Und vorerst einmal kein Gras mähen.
Und beim Nachsehen im Kompostcontainer:
nicht Blindschleiche, sondern Blindschleichen,
mehrere, sozusagen viele.
Ich hab ihnen ein hartgekochtes Ei spendiert.
Das ist kein Container für Kompost,
sondern eine Schlangenzuchtanstalt.
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Das Glückskeks sagt:
"Sie entscheiden eigenwillig und landen damit einen Volltreffer."





Dienstag, 14. Juli 2020

GEDANKEN


Ich habe Sprache, deswegen denke ich.
Unvorstellbar ohne Worte das Hirn zu verwenden.
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Neulich beim heftigen Gewitter dachte ich:
was passiert jetzt, wenn meine Hütte abbrennen tät??
Ob ich dann ballastbefreit endlich nach Ibiza ziehen würde??
Wahrscheinlich nicht.
Denn Geld von der Versicherung gibt es nur für den Wiederaufbau.
Also, man kann nicht die Kohle nehmen und die Ruine verlassen.
Und außerdem, wenn ich Ibiza wirklich gewollt hätte,
wäre ich schon längst dort.
Bei den Preisen auf der Insel heute könnte ich mir bestenfalls 5 m2 zum Wohnen leisten.
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Ich bin oft dankbar.
Besonders beim Essen.
Da denke ich an all die Menschen,
die dafür gearbeitet haben,
damit die Nahrung auf meinem Tisch steht.
Die gesät haben,
geerntet haben,
vermarktet haben,
erzeugt haben.
Ich muss nur kaufen und essen und verdauen.
In diesen Momenten geht es mir unendlich gut.
Weil eigentlich habe ich keine Sorgen.
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Botschaft vom Glückskeks:
"Halten Sie Ihre Pläne geheim, wenigstens im Moment."



Montag, 13. Juli 2020

TIERQUÄLEREI

 
 
Eigentlich möchte ich diese Sachen gar nicht schreiben,
die jetzt durch die Krise passieren.
Aber ich habe Bilder von deutschen Schweinebauern gesehen,
die ihre Tiere nimmer anbringen.
Und die wachsen und vermehren sich.
Die Säue in Käfighaltung, in denen sie sich nicht rühren können.
Die Bauern bringen zusätzliche Tiere kaum unter.
Und der Schweinepreis fällt.
Grauslich und brutal alles.
Ich wünsche mir so sehr,
dass sich diese Methoden verändern können.
Die Quälerei der Natur, der Lebewesen und letztlich auch der Menschen.
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Das Glückskeks sagt:
"Ihr Äußeres lässt auf Ihre Führungskraft schließen."

 


Sonntag, 12. Juli 2020

EIN TAG SOMMER




Ein Tag Sommer fand statt.
Und ich war zum ersten Mal im heurigen Jahr schwimmen.
Nicht sehr lange.
Bevor die vielen Menschen kamen.
Ja. Gut.
Obwohl der Roller fehlt.
Und das Humpeln sehr, sehr nervig ist.
Das Badetuch ist nicht geklaut.
Das gab es einmal in einer Waldviertler Weberei (längst geschlossen) als Kiloware.
Im Kempinski in Berlin und Hamburg habe ich sogar schon genächtigt.
Haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
(Sonderangebote).
Das Glückskeks sagt:
"Ein Abenteuer winkt".
Ich glaube, da muss ich mir etwas einfallen lassen.
Denn Abenteuer fallen in der Einschicht nicht vom Himmel.





Samstag, 11. Juli 2020

NACH DER HÄLFTE



Jetzt sind die Wiesen gemäht.
Spät.
Das erste Heu ist eingebracht.
Die Zeit des ungebremsten Wachstums ist vorbei.
Das Jahr hat seine Hälfte überschritten.
Mir fällt gerade nix Lustiges ein.
Ständig stoße ich an meine Grenzen.
In vieler Hinsicht beschränkt,
statt freigeistig.
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Das Glückskeks sagt:
"Sie entscheiden eigenwillig und landen damit einen Volltreffer."
Das Schöne am Glückskeks-Orakel ist:
es ist immer nett.
Nie steht da:
"Sie sind ein totaler Versager.
Ihre Kinder hassen Sie,
sogar die Familienkatze will nichts mit Ihnen zu tun haben,
der Hund pinkelt in Ihre Schuhe,
demnächst brennt das Haus ab,
obwohl die Versicherung nicht bezahlt wurde."




Freitag, 10. Juli 2020

REISEN


Sogar rostige Bahncontainer tragen ein wenig Ferne in sich.
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Das heutige Glückskeks sagt:
"Sie meistern jede Situation."
Habe ich eine Packung mit lauter gleichen Sprüchen erwischt?
Und kann man die dann umtauschen?
Bei Nichtgefallen?






Donnerstag, 9. Juli 2020

VERZICHT?

Essen hält Leib und Seele zusammen.
Mohn mag ich.
Erdäpfel auch.
Und anderes.
Schokolade, Bier, Nudeln, alles Obst ......
Jetzt, wo sich mein Sprunggelenk verweigert,
habe ich selbstkritisch den Körper betrachtet
und da gibt es Fettreservenpolster,
die eine Menschin sicher nicht zum Überleben benötigen würde.
Seufz.
Monatelang daheim zu sitzen und auf Speisen verzichten?
Seufz.
Aber vernünftig wäre es vielleicht.
Den Gelenken zuliebe.
Seufz.
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Weil frau sich gar nix sonst gönnt,
habe ich eine Schachtel mit Glückskeksen gekauft.
Ich liebe Glückskekse.
Das heutige Orakel sagt:
"Bravo!
In jeder noch so schwierigen Situation finden Sie die Lösung."
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Und in Tschechien Heidelbeeren geholt.
Weil die Vietnamesin besonders freundlich und nett war,
hübsch auch,
zwei Gläser genommen.
Jetzt habe ich wirklich Verarbeitungsprobleme.
Das ist eine große Menge.
Normalerweise fülle ich die Beeren nur in Gläser mit Zucker und stelle sie in den Kühlschrank.
Das übersteigt jetzt aber meine Verzehrkapazität auf längere Sicht.






Mittwoch, 8. Juli 2020

WALDVIERTELSOMMER


So schaut er heuer meist aus -
mein Waldviertelsommer.
Windig, kühl -  wie in meiner Erinnerung.
Monate wie früher.
Gestern wollte ich den Roller wegen Nichtverwendung in die Garage stellen,
bin dann noch eine kurze Runde durchs Dorf gefahren
und habe es nicht übers Herz gebracht,
die Maschine ganz wegzusperren.
Einige Kratzer hat sie beim Sturz abgekriegt,
aber die kann man leicht weglackieren.
Jetzt wartet sie doch wieder vor dem Haus.
Auf bessere Fußzeiten.
Die Zecken sind in diesem Jahr so winzig,
dass ich sie nicht sehe.
Erst wenn rote Flecken auf der Haut erscheinen.
Fast täglich.



Dienstag, 7. Juli 2020

WIESE


Am Sonntag laufe/hinke ich zwischen 9 und 11 meist mit Kopfhörern durchs Haus.
Putze (sogar Fenster von außen), räume, bügle.
Auf Ö3 gibt es spannende Interviews von Claudia Stöckl mit mehr oder weniger interessanten Menschen.
Diesmal Florian Klenk, ein investigativer Journalist vom "Falter".
Für mich war das Spannendste, wie er seinen Garten, seine Wiese beschrieben hat.
Die nicht gemäht wird.
Nur schmale Durchgänge.
Und die Gräser stehen meterhoch.
Mit Zeit und Muße kann die Artenvielfalt,
die entsteht, beobachtet werden.
Das sehe ich auch so.
Heuer wird durch meine Behinderung noch weniger gemäht.
Der viele Regen lässt den wilden Wuchs in die Höhe schnellen.
Sogar eine Eidechse habe ich gesehen,
nachdem sie bei mir lange verschwunden waren.
Dafür frisst ein Igel die kleinen Blindschleichen.
Ich lerne: Natur ist dienen.
Eines dient dem Überleben des anderen.
Wenn Menschen wieder lernen würden,
ihre Maßstäbe von Schön zu verändern,
dann könnten Beton und Steingärten (hier noch groß in Mode) verschwinden.
Das braucht andere Augen und veränderte Blickwinkel.
Blickwinkel, in denen Träume und Geheimnisse verwoben sind.
Schon Friedensreich Hundertwasser meinte,
dass es in der Natur keine gerade Linie gäbe.
Meine unnatürlichen Feinde sind Mähroboter und Rasentraktore.


Montag, 6. Juli 2020

STORCH



Im Waldviertel haben die Störche Satellitenfernsehen.
Der einzige Brutplatz, den ich kenne.
Die Federbällchen bei mir haben das wacklige Nest verlassen
und hüpfen am Dach, fliegen auch schon recht tapfer.
Die Aufzucht ist geglückt.
Der kühle Sommer rinnt mir durch die Finger.
Kein Ankommen in der Fülle.
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In Österreich gibt es jetzt auch Corona in Schlachthöfen.
Wem vergeht da nicht langsam der Appetit auf Schweinsbraten und Schnitzel?
Ich kann leicht lachen.
Bin bei der alljährlichen Schwammerldiät angekommen.
Wenn es dann demnächst noch Heidelbeeren zu kaufen gibt
(in 5 Liter Gurkengläsern in Tschechien),
bin ich überhaupt auf der sicheren Seite.


Sonntag, 5. Juli 2020

ALLJÄHRLICHE BILDER


Im Waldviertel unterwegs.
Die Mohnfelder blühen wieder.
Jährlich.
Und schön wie eh und je.
Erdäpfel auch.
Erstaunlich hübsch.
Viele Menschen überall.
Abstandslos, maskenlos.
Alles wie immer.
Ich habe so viele Fotos gemacht,
da wird es noch einen Nachschlag geben. 





Samstag, 4. Juli 2020

ZEITVERTREIB

Weil ich zur Zeit körperlich so unflexibel bin,
fällt mir Absonderliches ein.
Beim Suchen eines bestimmten Buches -
das unauffindbar ist,
habe ich einen ganzen Schwung Tagebücher meiner Mutter entdeckt.
Naja.
Unser Verhältnis war eher nicht so prickelnd.
Aber jetzt habe ich genügend Zeit,
das zu bearbeiten.
Ist eine ziemliche Aufgabe
und da kann der Fuß noch eine Weile behindert bleiben.
Ich habe über Lektüre schon einmal mehr gelacht.


Freitag, 3. Juli 2020

SELTSAME ZEIT


Das Jahr ist eines der seltsamsten.
Am Tisch liegt ein Zettel mit Notizen,
was ich alles machen,
wen ich treffen wollte.
Und ich bin gehlahm schon wieder ausgebremst.
Das xte Mal heuer.
Weil außer Haus freut es mich nicht.
So hatschert.
Wenn die Sonne scheint,
baumle ich in der Hängematte,
wenn es regnet,
liege ich auf der Ofenbank.
Mein Versuch ein etwas weiteres Stück im Wald zu gehen,
ist gescheitert.
Den Roller benütze ich auch nicht.
Denn noch einen Unfall könnte ich mir nicht verzeihen.
Als ganz junge Frau lag ich zweimal mit gebrochenem Knöchel im Krankenhaus.
Schifahrerglück.
Und damals schon haben die Ärzte mit mir geschimpft.
Was sie zu einer alten Frau sagen würden,
die sich den Hals bricht,
möchte ich gar nicht hören.
Und so reise ich durch die Zeit,
weiß, dass ich an einem Platz bin,
wo ich körperlich immer sein wollte
und warte auf Heilung.
Aber: die ersten Schwammerln gefunden.
Soviel Gehen muss sein und wenn, dann auf allen Vieren.



Donnerstag, 2. Juli 2020

ROTSCHWANZERLNEST

 

 
Die Rotschwanzerln haben es letztlich mit dem Nest doch geschafft.
Obwohl Teile immer wieder runterfallen.
Sie sind so nervig und nervös,
dass ich nur mehr, wenn es sein muss,
in den Innenhof gehe.
Anscheinend sind 4 oder 5 Junge im Nest,
warum sich der Marder kein Appetithäppchen holt,
ist mir rätselhaft.
Vielleicht wartet er, bis sie mehr Fleisch angesetzt haben.
Ganz schön eng ist die Kinderstube.
Irgendwann war eine flaumig Feder am Boden,
da dachte ich schon,
dass sich die Vermehrung erledigt hat.
Ich wünsche ihnen alles Gute,
aber irgendwie ist das eine Chaospartie.
Die Alten hüpfen den ganzen Tag herum und schreien vom Dach.
 


Mittwoch, 1. Juli 2020

HOMÖOPATHIE

So regnet es jetzt,
wenn es regnet.
Wasserwandartig.
Homöopathie ist ein ziemliches Reizthema,
vor allem bei den deutschen Nachbarn.
Ich sage immer, bei mir wirkt sie nicht.
Behandle aber meine Wehwehchen mit pflanzlichen Mitteln und das mit gutem Erfolg.
Sehe beim Einkauf der völlig überteuerten Mittel vor meinem geistigen Auge  die Hersteller auf Yachten im Mittelmeer schaukeln.
Kräutertees trinke ich täglich.
Können sogar selbst gesammelt sein.
Aber doch eher gekauft,
da ich bekannterweise bequem bin.
Jetzt mit dem Beinunglück - und das hat wirklich eher schlimm ausgesehen -
Prellung, Bluterguss,
das Motorrad ist auf den Fuß gefallen (auf den ohnehin gerade beleidigten) -
habe ich in meinen Beständen wirklich uralte Arnika Montana Globuli gefunden.
Habe ich einmal in Spanien gekauft, weil ich mich dort auf der Straße vor die
heranbrausenden Autos geworfen habe.
Wollte das Tablettenröhrchen schon längst entsorgen,
aber dann doch nicht.
Und ohne großen Glauben -
die Globuli haben wahre Wunder gewirkt.
Die Geschwulst ist extrem rasch zurückgegangen.
Und auch sonst habe ich Veränderungen im Wasserhaushalt des Körpers bemerkt.
Jedenfalls bin ich überrascht und angetan
und hoffe jetzt,
dass der Fuß seine sonstigen Beschwerden auch vergisst und sich zur
Gesamtkooperation mit dem Körper entschließt.


Dienstag, 30. Juni 2020

SCHMALZBROT

Bei mir gibt es im Blog nie Rezepte,
weil ich nur ganz geschwind koche.
Aber den Schmalztopf muss ich festhalten.
Wirklich lecker.
Irgendwann im Internet gelesen.
Mache aber immer freihändig meine eigene Variante.
Zwiebel
in Öl anrösten
dazu Haferflocken
Weizenkeime*
Knoblauch
Tamari
und zum Schluss Kokosfett dazu.
Salzen kann man, wenn man mag.
Der Auslöser war das nachbarliche Holzofenbrot.
Und die Zutaten hatte ich daheim.
Das Kokosfett kann ich noch verbessern.
Das war eines, das im Winter die Vögel bekommen.
Gekaufte vegetarische Aufstriche schmecken mir nicht.
Aber das Haus-Schmalz wird es jetzt öfter geben.


*Weizenkeime werden als das neue Wundermittel gegen Zellalterung hochgelobt.
Ich esse sie jeden Morgen mit meinen Haferflocken.
Das enthaltene Spermidin schenkt zusätzliche Lebensjahre
(sicher nicht in der geringen Menge, die ich verzehre).
Gerade auch bei Wiki gelesen, dass es auch bei SARS-CoV-2 helfen soll.
Da ist man noch am Forschen.
Ja, und man glaubt es kaum.
Das meiste Spermidin ist im männlichen Sperma.



Montag, 29. Juni 2020

DAHEIM


In diesen Tagen lecke ich meine Wunden,
baumle in der Hängematte,
mache Gartenpflegearbeiten,
die mich sonst nie freuen,
bereite einen veganen Schmalzbrotaufstrich -
weil mir der Nachbar wieder ein köstliches Holzofenbrot gebracht hat
(wirklich völlig urig - es sind noch Aschereste drauf)
und denke,
dass ich eine Menge Glück gehabt habe.
Der Sturz hätte schlimmer ausgehen können.
Alle Knochen sind ganz geblieben.
Und die Kleidung hat auch gehalten.
Meine Motorradhose ist sowieso super.
Die liebe ich sehr.
Ganz dickes weiches Leder.
Und die hässliche Jacke war nur schmutzig.
Alles ist gut.
Und der Teich sieht mich demnächst wieder.




Sonntag, 28. Juni 2020

ICH SAG'S EUCH



Also, eigentlich wollte ich die Geschichte der hässlichen Jacke erzählen.
Motorradjacke.
Um 4 Euro gekauft.
Und ich finde sie wirklich ganzundgarnicht.
Aber seit ich sie trage, regnet es nie.
Und sie ist so bequem, leicht.
Gar nicht auffallend.
Man kennt mich.
Und mit dem roten Roller doppelt schiach.
Leider finde ich keine andere, sind alle so schwer.
 Und richtig Geld mag ich nicht in die Hand nehmen.
Und dann wollte ich noch vom Junikäfer berichten.
Der auf der Jacke viele Kilometer mitgefahren ist.
Bis ich ihn auf die Straße kickte.
Was er wohl fernreisenmäßig nicht überlebt hat.
Aber das wirklich Aufregende des Tages war:
ich bin in einer Kurve (ich kann keine Kurven fahren und die Gegend besteht praktisch nur aus Kurven)
wiedermal umgefallen.
Ich habe mich unter dem Motorrad hervorgeklaubt.
Gewartet - lange - bis jemand vorbeigekommen ist.
Der war natürlich supernett.
Motorrad aufgestellt.
Kratzer am Lack, naja.
Langsam heimgefahren.
Den Zustand meines Beines mag ich nicht beschreiben.
Mit zwei großen Schnäpsen, sozusagen halbbetäubt, kann ich die Beschwerden ertragen.
Das Interessante ist: die neuen Prellungen übertönen den Schmerz im Sprunggelenk völlig.
Ich kann vor lauter Lachen gar nicht heulen.


Samstag, 27. Juni 2020

PANIKATTACKE


 In den letzten Tage habe ich mich zu 100 % mit meinem Körper beschäftigt.
Wundermasseur, Orthopäde. Masseur für Lymphdrainage.
Nach der Cortisonspritze hatte ich eine Panikattacke.
Da musste ich mir einreden,
ich werde sicher einen Keim im Gelenk haben
und der Fuß wird abfallen, etc.
Der Arzt bei dem ich war,
schien sehr unbekümmert, sorglos, jung und freundlich auch.
Jedenfalls so kann es nicht weitergehen.
Der einzige Lebensinhalt ist Körper.
Nichtgehenkönnen ist halt auch keine Option.
Steine sind stoisch.
Die liegen einfach herum.
Jahrhundertelang.





Freitag, 26. Juni 2020

VORM FENSTER

 Tierisches, das sich vor meinen Fenstern herumtreibt,
macht mich glücklich.
Ausnahmslos.
Auch der Hase im Abendspätlicht.


Donnerstag, 25. Juni 2020

PLANLOS

Das Jahr ist nicht für Pläne gemacht.
Zumindest meines.
Vorgesehenes ist undurchführbar.
Aus Gründen.
Das Wetter hier ist ja auch.
Ich war rollern und habe Kaffee getrunken.
An einem wirklich nicht sehr ansprechenden Platz.
Und plötzlich hat mich das Glück getroffen.
Das Glück über die Zeitlosigkeit.
Über den Wind, die Schwalben, den Augenblick,
das Belanglose.
Über die Einsicht, dass nur der Moment ist. 





Mittwoch, 24. Juni 2020

TAUBENSCHWÄNZCHEN





Das sind Suchbilder.
Dieser Schwärmer ist flink unterwegs.
Kolibriartig.
Kaum aufs Bild zu bannen.
Ca. 5 cm groß und flirrt, wie ein Minihubschrauber.
Musste das Taubenschwänzchen erst googeln.
Kenne ich eher nicht,
obwohl Wiki sagt, dass es nicht selten ist.
Und bei mir gibt es in diesem Jahr nur Salat.
Gärtnerin bin ich ohnedies nie,
aber heuer gelingt gar nix.
Und nach dem Regen ist vor dem Regen.



Dienstag, 23. Juni 2020

BLOCKWARTE


Mich betrifft die Anzeigerei nicht.
Erstens habe ich mich weitgehend an alle Einschränkungen gehalten
und zweitens sieht mich hier keiner.
Aber viele Menschen klagen über die Blockwartmentalität,
die sofort zuschlägt,
wenn  jemand vernadert werden kann,
der nicht exakt die verhängten Maßnahmen befolgt.
In Österreich sind im Lockdown viele Strafen verhängt worden,
die sich jetzt im Nachhinein zum Teil als ungesetzlich herausstellen.
Die Charaktereigenschaft mit dem Finger auf den Nachbarn zu zeigen
und die Polizei zu verständigen ist völlig unnötig und unakzeptabel.
 greift das Thema in ihrem Song witzig auf.
Wahrscheinlich ist ihre Sprache für Nichtösterreicher kaum zu verstehen.
Polarisieren ist eine Lieblingsbeschäftigung der Schauspielerin.

 


Montag, 22. Juni 2020

ALLES IST ERINNERUNG



 Seit Tagen steht die Überschrift da
und kein Text erscheint dazu.
????
Wahrscheinlich kann ich mich nicht erinnern.
??
Jede unserer Handlungen wird von Erinnerungen geprägt.
Seien es eigene oder ererbte Erfahrungen,
die in unseren Zellen gespeichert sind.
Wirkliche Veränderungen finden statt,
wenn die Programme überschrieben werden können.
Ansonsten läuft ewig das gleiche Muster.
Ein Muster, das auch schon die Vorvorderen hatten.
????





Sonntag, 21. Juni 2020

SOMMERZIMMER


In normalen Jahren bin ich um diese Zeit schön längst ins Sommerzimmer umgezogen.
Aber heuer ist normal nicht angesagt.
Im Moment läuft unten noch die Zentralheizung.
Bei 12 Grad und Regen muss das sein.
Die dicken Steinmauern sind im Sommer kühl
und ohne Kachelofen ist es am Abend ungemütlich.
Also, wechsle ich dann in den oberen Stock,
denn dort ist es trockener und wärmer.
Ob ich das im heurigen Jahr noch mache -
schau ma mal.
Der Marder wohnt am Dachboden -
ich habe jetzt wiedermal die Marderverschreckmaßnahmen ausprobiert -
er ist resistent gegen alle Versuche.
Anscheinend sind die Jungen schon da
und am Abend poltert es im ganzen Haus,
wenn sie spielend durch das Gebälk sausen.
Finde ich eigentlich nett.
Wenn sie nicht stinken würden, hätten wir miteinander überhaupt keine Probleme.
Jedenfalls geputzt ist der obere Raum,
das Fliegennetz eingehängt,
jetzt fehlt nur mehr der Sommer.
Aus Regenlangeweile habe ich wieder ein Foto von meinem Gwand gemacht.
Es müssen jetzt oft Kleider sein,
die ich daheim trage.
Anscheinend verändere ich mich.
Kannte Jahrzehnte nur Hosen.
Wenn mir ganz langweilig wird,
dann probiere ich vielleicht mal die Sachen,
die ich nie mehr anziehe.
Mangels Gelegenheit.
Die aber im Haus zu unbequem sind.
Modeschau.