Mittwoch, 19. Juni 2019

SCHEUSSLICHKEITEN

Weil ich etwas gesucht habe,
bin ich über die Grenze ins Tschechenland gefahren,
wo es diese ganzen Scheußlichkeiten zu kaufen gibt.
Ich habe nix gefunden
und nur die Fotos mitgenommen.
Obwohl den Atlas, der die Welt stemmt,
den könnte ich mir gut bei meinem Haus vorstellen.
---
Und weil ich in den letzten Tagen einen einzigen gescheiten Satz gedacht habe,
muss ich den niederschreiben.
Das mit dem Alter ist solange mühsam,
bis man darauf vergessen hat,
was vorher möglich war.
Wenn man sich nimmer erinnert,
wie gutes Sehen geht,
ist man mit dem Istzustand auch zufrieden.
Also ist im Alter das Vergessen alles.
Oder man erfindet für sich ständig neue Dinge,
die man mit nix vergleichen kann.






Dienstag, 18. Juni 2019

WELTRETTER


Dass die jugendlichen Menschen auf die Straße gehen
und die Welt retten wollen,
finde ich außerordentlich lobenswert.
Wenn ich mir vorstelle,
dass ich bereits 1984 einen Bioladen hatte
und dass uns damals schon die Konsequenzen der Untaten an der Natur bewusst waren
und in welchem Ausmaß der Zustand der Erde sich in der Zwischenzeit verschlechtert hat,
dann fange ich wiedermal zu überlegen an,
ob ich nicht auch ein wenig mitretten möchte.
Aber angesichts der stumpfen Trägheit der Masse - und da nehme ich mich gar nicht aus -
vergeht mir jede Lust schon beim Gedanken daran.
Ich müsste ständig sagen:
Aufhören mit dem Zubetonieren,
den Konsumrausch beenden,
den Energiehunger stoppen,
keine alten Bäume fällen,
Wirtschaftswachstum ist die Beschleunigung des Untergangs ....
Und das mag doch keiner hören?!
Glück und Zufriedenheit liegen jenseits der käuflichen Güter.


Montag, 17. Juni 2019

MENSCHENSTILLE



In den letzten Tagen bin ich so viel gerollert.
An der Donau wurde das Jahresservice für den Zweiradler gemacht.
Einen neuen Hinterreifen und einen Antriebsriemen hat er bekommen.
Die Tage sind wunderbar.
Ich war ganz allein am stillen Waldteich.
Das Wasser ist schon gut schwimmbar.
Am Damm blühen Lupinen und es ist unbeschreiblich schön.
Diese Sommertage fernab jeder Hektik, jenseits von Menschenzusammenballungen
machen mich schlicht und ergreifend glücklich.
Im Sommer ist das Waldviertel einzigartig.
Da kann ich es keinesfalls verlassen,
denn nirgendwo ist es besser.



Freitag, 14. Juni 2019

ENTSCHEIDUNGEN


In letzter Zeit habe ich viel Tennis geschaut.
Es kommt ja nicht oft vor,
dass ein Österreicher Weltspitze ist.
Und diese gnadenlose Entschlossenheit zum Sieg,
dieses Weiterkämpfen nach den ärgsten Fehlern,
bewundere ich.
Ich bin eine, die nach falschen Entscheidungen in der negativen Energie zu lange hängen bleibt.
Ich habe oft bemerkt, dass erfolgreiche Menschen im nachhinein keinen Gedanken an Missgeschicke verschwenden.
Sie machen nicht weniger Fehler,
sie lassen sich davon nicht aus der Spur bringen.
Ich bin auch entscheidungsschwach.
Was wirklich nervig ist.
Sehe das jetzt beim Rollern.
Kann vor einer kommenden Kreuzung die längste Zeit überlegen,
ob ich dann rechts oder links fahren will.
Stelle mir die beiden Varianten im Geiste vor
und weiß es bis zum letzten Moment nicht.
Mich wird es noch einmal in der Mitte der Straßengabelung hinschmeißen,
weil ich es mir im letzten Augenblick anders überlege.
Generell bedeutet das für mein Leben:
ich mache viele Sachen nicht,
weil ich mich nicht entscheiden kann.
Was unterm Strich wahrscheinlich auch egal ist.
Mehr Lebenskilometer bedeuten nicht unbedingt mehr Erfüllung. 



Donnerstag, 13. Juni 2019

SOMMER



Im Sommer verwildere ich samt Haus zusehends vor mich hin.
Die offenen Fenster haben zwar Fliegengitter,
aber bei den Türen, die ins Freie führen,
flattern Insekten ein und aus,
ich laufe hin und her bis der Boden in den Räumen voller Naturmist ist.
Der Dreck bringt das gute Gefühl von Sommerwärme ohne Zwang und Einengung.
Für mich müsste es nur diese eine Jahreszeit geben.
Beim Rollern sind das beste die Gerüche.
Schwere Wogen voll süßlicher frisch gemähter Blumenwiesendüfte schwappen über mir zusammen.
Sonntags bei Häusern Schnitzel und jetzt oft Grillereien.
Schwein und Wurst am Feuer.
Landluft.
Ställe, Jauche auf Wiesen.
Da muss ich schneller vorbeifahren.
Sommer ist Glück.


Mittwoch, 12. Juni 2019

VERHEXEN


Durch die Wälder streife ich.
Mächtige Steine,
plätschernde Bachläufe.
Manchmal finde ich etwas Tierisches,
wie diese angeknabberte Abwurfstange.
Das nehme ich als Beute heim
und drapiere meinen Eingang damit.
Ich verhexe zusehends.



Montag, 10. Juni 2019

UNENDLICHE GESCHICHTE


Zwei unendliche Geschichten habe ich fast abgearbeitet
und kaum habe ich mich versehen,
tut sich die nächste auf.
Vielleicht besteht das Leben aus unendlichen Geschichten?
Aber die Erdenzeit ist doch außerordentlich endlich?
---
Mit dem Liebesleben von Blindschleichen kenne ich mich gar nicht aus.
Beim Grasmähen habe ich ein Knäuel gefunden.
Eine Schleiche hatte die andere in den Kopf gebissen und es sah sehr nach
Verschlingen aus.
Ich habe die beiden getrennt (etwas mühsam)
und ich glaube, die gerettete Echse sah glücklich aus.
Aber genau werde ich das nie wissen.



Freitag, 7. Juni 2019

STADTERLEI DIE ZWEITE


Echt.
Jetzt tut es mir leid, dass ich die Kamera wegen meiner Überladung nicht dabei hatte.
Ich war in der großen Stadt.
Und es war erfolgreich und seltsam auch.
Mit Lokalen habe ich es gerade nicht so.
Tappe in Touristenfallen,
schlecht und überteuert.
Und dann muss ich mal aufs Klo
und beim Zurückkommen sitzen an meinem Tisch andere Leute
oder im näxten Lokal gehört die Bedienung wegen Unfähigkeit zum Tellerwaschen verurteilt.
Zukünftig mache ich keine Experimente mehr.
Essen auf altbekannten Wegen.
Aber sonst war es gut und schön.
Und bunt.
Und nicht zu warm, da der Himmel bedeckt war.
Und jetzt ist wieder Schluß mit Städten.
Jetzt gehören mir Wiese und Wald und der Roller.

Donnerstag, 6. Juni 2019

STADTERLEI


Wiedermal in Linz.
Meist lasse ich  das Auto 25 km vor der Stadt stehen,
obwohl im Zentrum die Garage auch ok ist.
Mit der Bahn bin ich mehr zu Fuß unterwegs,
dafür komme ich bei der Rückfahrt in den Genuß der Imbissdüfte
der Mitreisenden.
Aber alles gut.
Ich mag Schienenstränge.
Hat etwas Verlassenes -
der letzte Zug ist abgefahren.
Ungewisse Ziele.
Über der Vergangenheit wächst wilder Mohn.
Natürlich bin ich immer zu warm angezogen.
Im Waldviertel des Morgens 9 Grad
und in der Stadt dann ganz schön Sommer.
Nix erlebt.
Nur den deutschen Bundespräsidenten Steinmeier gesehen,
der mit einer Delegation Linzer Straßenbahn gefahren ist
und dem begeisterte Ortsansässige die Hand geschüttelt haben.
Ich war sehr versucht zu fotografieren,
aber dann doch nicht.
Wahrscheinlich waren wichtige Österreicher auch bei der Gruppe,
doch in der Geschwindigkeit niemanden erkannt.
Jedenfalls wurde umweltbewusst Sonderstraßenbahn gefahren,
aber die ganzen Begleitfahrzeuge von Polizei, Sicherheitsdienst und Notarzt!
summierten sich gewaltig.
Nachgelesen:
Es war das Staatsoberhäuptetreffen in Linz.
Alle zum Anfassen.
Glückliches Österreich.
Im Dachgartenwirtshaus gegessen
und das war es auch schon.
Kann man alles machen,
man muss es aber nicht unbedingt haben.





Mittwoch, 5. Juni 2019

GLEICHMASS


Weil ich mangels Essen so viel Tee in mich hineintrinke,
musste ich ein neues großes Heferl besorgen.
Free and Wild.
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Free and Wild.
Ich streife durch die Wälder.
Stundenlang.
Meist auf gleichen Wegen.
Eingebettet in ein Maß.
Gleichmaß.
Dem Gegenteil von Abenteuer.





Montag, 3. Juni 2019

TARNEN UND TÄUSCHEN


Alt zu sein ist gar nicht modern.
Ich habe meine selbst abgeschnittenen Haare bei der Dorffrisörin
begradigen lassen
und sehr ungewollt diverse Meinungen und so ziemlich alles, was sich im Dorf und rundherum tut,
inklusive der Todesfälle, Hochzeiten, Krankheiten etc. mitgehört.
Auch die österreichische Interimsbundeskanzlerin wurde besprochen.
Zu viel Botox. 
Frauen verzeiht man nix, wo doch Politiker und sonstige öffentliche Männer heutzutage auch künstlich verjugendlicht sind.
Ich sag es ja,
Alter ist nicht modern
und die Trendwende zu diesem Thema werde ich wohl nimmer erleben.
Schade.
Denn hochgeschätzt zum Faltenmonster zu verkommen,
wäre sehr schön.
Es wird eine Zukunft geben,
wo Verfall und Verwelken hipp sein werden.
Inzwischen müssen wir die Kunstgesichter im öffentlichen Raum hinnehmen.
Tarnen und täuschen.


Freitag, 31. Mai 2019

GEDANKENSPLITTER

Da ich relativ selten lüge,
weiß ich nach einem halben Jahr nimmer,
wie ich mich herausgeredet habe.
Aber wenn man dauernd Geschichten erfindet,
vergisst man die wohl nach einigen Monaten auch.
Also brav weiterlügen.
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Immer mehr Menschen, die ich kenne,
leben nur mehr dank der Schulmedizin.
Geschenkte Jahre.
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Im Waldviertel konnte in vielen Gemeinden die FPÖ bei der EU-Wahl trotz
des Skandal-Videos an Stimmen zulegen.
Man kann hier den Menschen auf den Kopf scheißen, sie werden sich in ihren Vorlieben nicht
beeinflussen lassen.
Ich verstehe sie nicht.
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Was mir auch immer ein Rätsel bleibt.
Wochenlang tut sich nix Besonderes.
Und dann ballen sich an einem Wochenende 4 verschiedene Dinge zusammen,
die ich alle gerne gemacht hätte.
Und nun muss ich mich für ein oder bestenfalls zwei entscheiden.
Ein wenig gleichmäßiger ginge doch auch?




Mittwoch, 29. Mai 2019

DAS UND DAS


Ziegenbesuch am Vogelbaum.
Die Zwergtiere werden von ihren Besitzerinnen spazierengeführt
und fressen sich dicke Bäuche an.
Eine zweite unendliche Geschichte habe ich aufgetan.
Über die kann ich schon gar nimmer lachen.
Die treibt mir eher Tränen in die Augen.
Überhaupt tät ich jammern,
wenn es nützlich wäre.
Bienen sind auf mich losgegangen.
Auf der Flucht hat mich eine ins Ohr gestochen.
Andere haben sich in den Haaren verfangen.
Ab sofort sind Bienen schon wieder nicht meine Freunde.
Hatte ja einige Jahre selber welche,
d.h. ich nicht, aber der Lebensabschnittspartner.
Die Arbeiten tat meist ich
und damals schon sind wir nicht gut miteinander ausgekommen.
Tja, manche Abneigungen verfestigen sich.
Und es regnet in Strömen.


Montag, 27. Mai 2019

MÜCKENSCHUTZ


Im Regen gegangen
und im Sonnenschein gerollert.
Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin,
entschuldige ich mich bei jeder Mücke,
die auf der Windschutzscheibe zerschellt.
Es sind ganz, ganz wenige.
Bald werden wir ein Museum für Insekten brauchen.
Seltene, ausgestorbene Arten.
Mein Gras ums Haus mähe ich so selten
wie möglich.
Das ist auch Artenschutz und gut fürs Klima.
Mindestens so wichtig, wie die ganze Plastiksackerleinsparerei.




Freitag, 24. Mai 2019

UNENDLICHE GESCHICHTE

Kennt ihr so unendliche Geschichten?
Wenn etwas in der Zeitschleife hängt und sich nicht beenden lässt?
Mir geht es gerade mit meinem Dach so.
Da sind noch einige Schäden vom Katastrophenwinter.
Zuerst habe ich einen falschen Dachdecker ausgesucht.
Der den Auftrag angenommen und sich nie mehr gemeldet hat.
Ok.
Nach Wochen des Wartens hab ich dann einen anderen gesucht.
Der war sofort für die Besichtigung zur Stelle.
Dann blieb die Sache bei der Versicherung stecken.
Alle auf Urlaub, Feiertage, etc.
Nach einigen Telefonaten und weiteren Wochen war auch diese Hürde genommen,
Arbeitstermin mit dem Ziegelaufsdachleger ausgemacht.
Ja, und dann hat es geregnet.
Jetzt fällt mir nix mehr ein, wie sich die Sache weiter hinauszögern ließe.
Wenn wieder die Sonne scheinen wird, die Sterne günstig stehen,
die Arbeiter gesund sind, könnte möglicherweise die Arbeit geschehen.
Aber in der Zeitmaschine für Nichterledigungen sind wohl noch weitere absurde Ideen gespeichert.


Mittwoch, 22. Mai 2019

NATUR



Am Teich hat der Biber fest gewerkt.
Unglaublich, wie er Stämme umnagt.
Ob der eingegitterte Baum noch zu retten ist,
bezweifle ich stark.
Und nach all der Schwerarbeit haben Menschen die Erlen umgeschnitten
und abtransportiert.
So viel Arbeit für das Tier und kein Fresslohn.
Bei mir regnet es reichlich und langsam erholt sich die Natur nach der Trockenheit.
Sogar eine Blindschleiche habe ich ums Haus gesehen.
Wahrscheinlich wird sie den Rasenmähertod sterben.





Montag, 20. Mai 2019

VOM ANZIEHEN


Wiedermal des Morgens ratlos vor meinen Kleiderbesitztümern gestanden.
Es ist ja wirklich nix zum Anziehen dabei.
An einem dieser Tage, wo man sich fragt,
ob das Aufstehen einen Zugewinn bedeutet.
Irgendeine Uraltjacke in Weiß hervorgezogen,
ewig nicht angehabt,
wahrscheinlich mit Mottenlöchern am Rücken.
Ich finde, ich bin in den letzten Jahren völlig unachtsam gekleidet.
 Schuhe passen mit meiner noch immer lädierten Zehe kaum.
Dann stellt im größeren Dorf ein gutaussehender Mann die Frage,
ob ich auch zur Firmung ginge, weil ich so schön angezogen sei.
Da kommt Freude auf,
weil ich mich gerade so schäbig fühle.
Mit meiner Freundin bestätigen wir uns gegenseitig,
dass wir immer schiacher werden.
Ausnahmsweise wahrgenommen zu werden,
ist nicht schlecht,
gehöre ich doch lange schon zur Unsichtbarkeitsgruppe der Altfrauen.
Und sonst sind noch wirklich witzige Dinge passiert,
die ich im Internetz nicht schreiben kann.
Die mich aber zum Lachen und Schmunzeln bringen.




Freitag, 17. Mai 2019

RESTZEIT



Also, echt.
Wenn ich daran denke,
dass ich vielleicht noch 3600 Tage auf dieser Erde vor mir habe,
vielleicht auch weniger oder etwas mehr,
jedenfalls ist mein Leben endlich,
dann sollte ich vielleicht meine Restzeit nicht so sehr vertrödeln.
Aber das Nichtstun gehört zu den ziemlich angenehmen Dingen.
Ich meine ja nur,
womöglich fehlt mir dann am Ende etwas von der Zeit,
die ich jetzt so achtlos verlebe.

 


Mittwoch, 15. Mai 2019

DAS UND DAS

 
Alles Mögliche schaffe ist geistig.
Harte Eier zu kochen fast nie.
Ich vergesse fast immer darauf,
bis spezielle Geräusche aus der Küche dringen,
die ich erst nach längerer Überlegung deuten kann.
Diesmal ist nix passiert,
sie waren noch nicht einseitig angebraten,
was dann immer den Totalverlust des Topfes bedeutet.
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Bei dem Regenwetter vergnüge ich mich mit so netten Dingen wie:
Dachziegel vom Dachboden für den zu erwartenden Dachdecker räumen,
mein Gwand etwas ordnen, wobei ich ziemlich neue schwarze Hosen gefunden habe,
die gänzlich aus meinem Gedächtnis entschwunden waren
und die ich gerade nachkaufen wollte.
Wenn man im Chaos lebt,
kann man sich selbst immer wieder Überraschungen bereiten.
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Kleine Nacktschnecken (die es ja bei mir eigentlich nicht gibt) entdeckt
und im Klo entsorgt.
Ich kann sie nur mit der Blumenerde gekauft haben.
Gratisbeigabe sozusagen.
Mein Gartenjahr wird heuer ersatzlos gestrichen.
Ich habe bereits vor den Eisheiligen das Interesse daran verloren.
Salat gekauft, ins Frühbeet gesetzt
und anscheinend überdüngt.
Mit Pferdekompost.
Und die Paradeispflanzen waren viel zu früh, viel zu groß
und jetzt dümpeln sie vor sich hin.
Zu kalt, zu feucht.
Meine restlichen Zimmerpflanzen sterben im Freien auch.
Heuer passt das Wetter gar nicht.
Nur der frisch gepflanzte Kirschenbaum entwickelt sich brav.
Sehr löblich.
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Schöllkraut
 Meine Warze auf der Hand ist immer noch da.
Ich muss der Ordnung halber erwähnen,
dass ich sie dann nimmer mit Schöllkraut eingerieben habe.
Kleiner ist sie geworden.
Aber: auf der Hand sind etliche neue winzige Warzen gewachsen.
Jetzt mache ich nix mehr.
Diese Hexensachen sind mir unheimlich.

 

Montag, 13. Mai 2019

IN DER GROSSEN STADT

Narrenturm

Wiedermal in der großen Stadt.
Teilweise Bilderbuchwetter,
grüne Bäume, blauer Himmel mit Weißwolken.
Den Narrenturm endlich angesehen.
Pathologische Sammlung.
Das Gebäude ist schön,
die Exponate sind grauslich
und der führende Medizinstudent im 10. Semester versuchte seine Begeisterung für
Krankheiten mit uns zu teilen.
Wobei wir instruiert wurden,
uns vor einer etwaigen Ohnmacht bei ihm zu melden.
Zufällig in einem schönen Film gelandet:
"Walking on Water".
Dokumentation über Christo und sein Projekt The Floating Piers in Iseo.
War spannend, wenn ich passende Brillen mitgehabt hätte,
wäre es  im Kino noch besser gewesen.
Und dann war ich am großen Friedhof.
Der jetzt auch eine Konditorei hat (sehr gut),
Fiaker fahren herum und Laufstrecken gibt es seit Neuestem.
So wird die schöne Leiche der Wiener noch schöner.
Im Hotel hatte ich ein Superior-Zimmer,
das lange nicht so gemütlich wie mein Turmstübchen war.
Wien hat sich diesmal sehr um mich bemüht.

Zimmeraussicht


Zentralfriedhof

Zentralfriedhof



Mittwoch, 8. Mai 2019

NATUR UND MASCHINEN



Aus gegebenem Anlass,
weil in meiner unmittelbaren Umgebung tage/wochenlang Riesenmaschinen im Wald werkten,
behaupte ich jetzt einmal:
Maschinen und Natur sind nicht kompatibel.
Was in vielen Jahren gewachsen, erschaffen, verbunden wurde,
wird mit einer Radumdrehung zerstört.
Der Mensch am Steuer der Technik kann jede Idee, jeden Impuls sofort umsetzen,
ohne sich lang über die Folgen Gedanken zu machen.
Früher mit der Hände Arbeit war die Ausführung mehr im Einklang mit der Umwelt,
 einfach weil die Möglichkeiten durch die eigene Kraft begrenzt waren.
Ich möchte nicht die Zeit anhalten,
aber wenn ich sehe,
wie Zerstörung fortschreitet und um sich greift,
wie rücksichtslos,
meist testosterongesteuert und profitorientiert
alles niedergewalzt wird,
dann kann ich mir Zukunft nimmer vorstellen.
Viele Wälder sind nur mehr einer Karikatur von Wald
und wenn ich in Büchern lese,
wie Bäume miteinander kommunizieren
und über ein unterirdisches Netzwerk verbunden sind,
kann ich nur müde lächeln.
Denn in diesen zerstörten Baumplantagen redet nix.
In diesem Jahr gibt es bis jetzt keine Insekten.
Ein paar Hummeln und Schmetterlinge fliegen.
Keine Wildbienen, keine Bienen. Nix.
Keine Schwalben.
Sehr traurig.

Montag, 6. Mai 2019

DIES UND DIES


Alles, was es wochenlang nicht geregnet hat,
kommt jetzt auf einmal herunter.
Mal als Regen oder auch als Schnee.
Mein Intervallfasten macht mich immer noch nicht glücklich.
Wenn im abendlichen Fernsehen jemand Schokoladenfabrik sagt,
kriege ich eine Hungerattacke.
Totale Fressfixierung.
Die Zeit ist so zwischendurch.
Muss Dinge tun, die gar nicht lustbetont sind.
Meine Grenzen verteidigen,
mich ums Dach kümmern,
die Winterschäden beheben lassen.
Die Versicherung ist sehr zögerlich.
Auch zum Auto muss ich mir etwas überlegen.
Entweder herrichten oder anderes kaufen.
Kann mich nicht entscheiden,
dementsprechend fahre ich nicht viel.
Kann mich nicht entscheiden,
weil es kein Auto gibt, das perfekt meinen Bedürfnissen entspricht
und ich mir auch leisten kann.
Allrad ist das Problem.
Rollerwetter ist auch nicht.
Das heisst daheim bleiben und putzen oder so.
Mit dem Finger auf der Landkarte herumfahren
und alle Pläne, aber auch schon alle, gleich wieder verwerfen.
Überlegen, ob meine Zehe nur angeknackst ist,
oder doch gebrochen.
Schon wieder einmal.
Fest verklebt, passt der Fuß in die meisten Schuhe.
Also, halb so schlimm.
Und ich lasse mich nicht davon abbringen
in Socken herumzulaufen und Zehen an Ecken und Kanten zu stoßen.




Freitag, 3. Mai 2019

VON DEN FISCHERN



Wenn ich jetzt meine Lieblingsplätze abfahre,
sind die besten Orte an den Teichen oft von Fischern besetzt.
Hier im Waldviertel sind die Angelrutenbader immer Männer.
Frauen machen das nicht.
Die stehen daheim am Herd und kochen.
Ich könnte gut auch Fischerin sein.
Weil ich oft lange bewegungslos am Wasser sitze und starrte und lausche und sinne.
Aber ich muss dabei nix aus dem Nass ziehen und totschlagen.
Einfach befriedigungslos, sinnlos nur zu schauen ist für mich genug.
 


Mittwoch, 1. Mai 2019

GESUNDHEIT



Für die Gesundheit mache ich jetzt eine Menge.
Nicht, weil ich eine bessere Menschin werden möchte,
sondern weil es anscheinend notwendig ist,
wenn der Körper alt wird.
Da mich bis jetzt der Krebs nicht dahingerafft hat,
und ich anscheinend eine Weile weiter leben werde
und darauf bestehe,
dass die Lebensqualität hoch bleibt,
vergnüge ich mich
mit
Intervallfasten,
vegetarischem Essen sowieso,
jeder Menge Kräutertees und etlichen Nahrungsergänzungsmitteln,
mache einige Körperübungen,
verweigere mich nach wie vor dem Yoga,
gehe ziemlich oft ca. 8 km.
Außerdem leiste ich mir ab und an den Wundermasseur,
sowie einen spirituellen Coach, der mich ein wenig pusht.
Also, das ist für mich schon eine ganze Menge.
Und jetzt war ich bei der Augenärztin,
die mir bestätigte,
dass ich gesund lebe,
weil man das in den Augen sieht.
Na, bitte,
doch nicht alles vergebens.
Ja, ich spüre es auch,
dass mir die vermehrten Anstrengungen ums Gesunde gut tun.


Montag, 29. April 2019

TROCKEN

 
Es tut weh.
Richtig weh.
Bringt mich den Tränen nahe.
Ich bin bei mir durch den Wald gegangen,
wo seit Wochen die großen Maschinen arbeiten
und jede Menge Schadholz entfernt wurde.
Riesige Holzberge liegen an der Straße
und im Wald ist es trocken,
die Wege sind zu Staub zerfallen.
Nichts wächst mehr,
kein Unterholz, keine Pflanzen,
es gibt heuer bei mir so gut wie keine Wildbienen,
richtige Bienen auch nicht,
keine Insekten,
nichts.
Wenn nicht bald Regen kommt,
sieht es auch für die Vögel schlecht aus.
Die Natur stirbt.
Hoffentlich hier nur vorübergehend.
Ich kann euch gar nicht sagen,
wie sehr es schmerzt,
diesen Niedergang zu sehen.
Im Winter waren meine Gefühle in den Schneemassen apokalyptisch.
Jetzt spürt es sich nicht viel besser an.
Traurig.