Donnerstag, 19. März 2020

WIDERSTAND

Die Zeit ist anders.
Es scheint mir seit den Rauhnächten so.
Gedehnt in eine Unendlichkeit.
Des Abends kann ich mich kaum an den letzten Morgen erinnern.
Kann Zeit ihre Dimension verändern?
Jede Minute hat mehr Gewicht
und nimmt mich mit in ihre Ausdehnung.
Sehr, sehr seltsam.
Angenehm.
Hat etwas von Ewigkeit.
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Trotzdem kann ich mich noch nicht ganz in die Virensituation einfügen.
Die uns ja wohl monatelang begleiten wird.
Dieser mein innerer Widerstand ist die Spanne zwischen Ich und Weisheit.
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Wenn nun sehr viele Menschen daheim sind,
nicht mehr ihrer Erwerbsarbeit nachgehen müssen,
sollte es eigentlich eine explosionsartige Freisetzung von möglicher Kreativität geben.
Viel Raum entsteht.
Eine Menge Potential für neue Gedankenblitze.
Ich möchte mich überraschen lassen.
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Wenn ich Webcams von Venedig ansehe -
so viel Schönheit alleine gelassen -
die Strände menschenentleert.
Schade um all die guten Gefühle,
die da gerade nicht gespürt werden dürfen.
Das Meer, die Berge, fast die ganze Natur befreit von Zweibeinwesen
und Millionen Erdenbürger eingesperrt in ihren Höhlen.
Ja, das ist schon ein bisserl absurd und bringt mich zum Lachen.
Ich bin in der Gegend herumgerollert (saukalt) -
und da ist niemand.
Niemand auf der Straße,
niemand im Wald,
niemand beim Teich.
Das ist schön.
Zwangsweggesperrt alle.


 

Kommentare:

  1. Ja, wir stehen alle unter Hausarrest.
    Eine Situation, die schon fast gespenstisch ist.
    Und die Folgen kaum absehbar...
    Sei herzlich gegrüsst in deinem Märchenwald!
    Brigitte

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    1. die folgen sind wirklich absehbar. nix wird nachher sein, wie es vorher war. was gut und schlecht ist.
      liebe grüße

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  2. Deine Schilderung der Zeitempfindung teile ich gerade sehr. Jegliches Zeitgefühl in diesem Jahr geht mir verloren. War etwas gestern? Oder letzt Woche? Der März rutscht so durch. Nur Momente sind intensiv, weil darüber der allgegenwärtige Schatten liegt und den Kontrast bildet. Zukunft? Gibts gerade gar nicht mehr. Nur noch Gegenwart. Auch die Vergangenheit ist so etwas irrelevant.
    Gespenstisch trifft es gut.
    Hab einen sonnigen Tag.
    Ursula H.

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    1. mir geht es schon seit monaten so. ist seltsam und schön auch.
      liebe grüße

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  3. wir wollten doch dass es keine käfighühner mehr gibt.
    jetzt sind wir selber welche.
    ich war gestern auch 3 stunden draußen.....1 stunde gehen
    2 stunden in der sonne liegen......
    es gibt so wenig zu tun! alle pläne verworfen....

    willst du gott zum lachen bringen....mache einen plan!
    du kannst einkaufenrollern, da hast du einen grund.
    sonnige grüße
    hibisca

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    1. ja. käfighühner. dabei haben wir es ohnedies supergut. trotzdem bin ich genervt. wahrscheinlch gewöhne ich mich nach dem zweiten monat in einzelhaft.
      liebe grüße

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  4. Lass-uns-lachen-Tag 2020
    19. März 2020 in der Welt

    ...(ړײ)

    https://www.youtube.com/watch?v=I_izvAbhExY

    *singundTRÄLLERerndmitdemUNIVERSUMverbundenaufEWIGundIMMER*

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  5. "Zerreiß deine Pläne. Sei klug
    Und halte dich an Wunder" eine Zeile aus dem Gedicht Rezept von Mascha Kaleko. Diese Zeile passt dazu, dass Du vom der unwirklichen Zeit schreibst. Viele Möglichkeiten schlummern in uns und anderen. Vielleicht hilft die Denkpause! Liebe Grüße, Roswitha

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