Montag, 22. Januar 2024

AMEISENGEFÄNGNIS


Zur Abwechslung bin ich bei der Rehfütterung mitgegangen.
Durch Wald und Wiese stapfen und die Futterstellen kontrollieren.
Wie schön ist das denn?
Ein bisserl archaisch.
Die Tiere fressen viel Hafer.
Es ist kalt.
Über Landwirtschaft weiß ich wenig.
Hier gab es früher vor allem Nebenerwerbsbauern.
Mit einigen Kühen, Milchlieferanten.
Dann kamen die Vorschriften - bessere Ställe, Milchkammern.
Das war mit dem geringen Zuverdienst nicht zu stemmen.
Die Kleinbetriebe gaben auf und verpachteten das Land an die Bauern,
die auf größere Tierzuchtanstalten umstellten.
Neue Ställe, vieles automatisiert und computergesteuert.
Ich habe keine Ahnung, wie sich das finanziell ausgeht,
große Investitionen, große Bankschulden.
Bio-Nischen gibt es auch.
Weidegänse oder Milchziegen.
Staatlich wird gefördert, subventioniert und dreingeredet.
Vor einigen Jahren gab es eine Förderung für Vogelnistkästen,
die dann kreuz und quer, gerade und schief im Wald herumhingen.
Ich würde von keiner hohen Trefferquote für vermehrte Bruterfolge ausgehen.
Gleichzeitig gab es Beihilfen für Ameisenhaufen.
Hat man diese mit einem Gitter versehen, wurde dafür relativ viel Geld gezahlt.
Jetzt, einige Zeit später kann man sehen,
dass die Ameisen von ihrem Käfig nicht so viel halten.
Die überbauten Haufen sind kleiner, als die naturbelassenen.
Ameisen sind Strahlensucher.
Irgendwas stört sie an den Drahtgeflechten.
Wie gesagt, ich weiß wenig über den Berufsstand.
Stelle es mir aber unbefriedigend vor,
wenn absurde Ideen von Schreibtischtätern erfunden werden,
die man ausführt, um an Geld zu kommen.
Geld gab es für die Trockenlegung von Feuchtwiesen
und dann wieder für die Renaturierung.
Von den Fichtenmonokulturen aus den 70er Jahren mag ich gar nicht reden.
Ich wünsche dem Berufsstand mehr Freiheit in ihren Entscheidungen
und so viel Ertrag aus der Arbeit,
dass sie weder von Subventionen noch von Krediten abhängig sein mögen.
Und dass wir weiterhin halbwegs gesunde heimische Lebensmittel kaufen können.
Denn eine autarke Versorgung ist gut für die Demokratie.



 

Freitag, 19. Januar 2024

ALLES IST EINE WETTERWARNUNG


Wenn ich die Wetterseite der ZAMG ansehe,
dann gibt es für jeden Tag Warnungen.
Man muss, wie in anderen Lebensbereichen auch, ständig und immer auf der Hut sein.
Der Wind, der uns um die Ohren weht, ist rau
und aufs Glatteis sollte man sich nicht wagen.
Wir leben nimmer mit Wetter,
sondern mit Vorsichtsmaßnahmen.
Ich bin wieder daheim.
Die Tage waren gut und ich hätte ohnedies nix anderes unternehmen können -
denn diese Zeit ist durchaus grau und unwirtlich.
Die Vögel fliegen noch,
sind nicht verhungert.
Ringsum ist Wald und da muss genügend Futter zu finden sein.
Auch wenn ich die Federbällchen nicht mit Säcken von Sonnenblumenkernen versorge.
Die Miezi war noch nicht da.
Ihre alten Spuren im Schnee berichten von etlichen Kontrollgängen.
Im Fernsehen auf Arte habe ich einen Bericht über die 800tägige Belagerung von Leningrad, bei der 1,5 Millionen Menschen verhungert sind, angesehen.
Die glorreichen Führer der Menschheitsgeschichte!
Und einen Artikel über Zehntausende junge Männer in der Ukraine gelesen,
die Prothesen für weggesprengte Gliedmaßen benötigen.
Da relativieren sich eigene Wehwehchen, während man im warmen Wasser paddelt.



 

Mittwoch, 17. Januar 2024

KURHAUS WIE ALTERSHEIM


Eigentlich ist es ein wenig wie Altersheim.
3 x Essen am Tag.
Das Zimmer wird geputzt.
Heizung vorhanden.
Heuer der Winter bringt mich daheim um.
Zu kalt, zu dunkel, zu unbeweglich.
Zuerst Hüfte und jetzt noch Corona und Zehe.
Alles nicht gut. Ich versteife zusehends.
Jedes Gelenk an mir tut einzeln  weh.
Ein paar Tage war ich hier in der Nähe im Kurhotel.
Ist die gleiche Kette wie in Bad Goisern.
Dort ist das Haus schöner.
Hier im Waldviertel schon etwas schäbig
Geschwommen, gesaunt und sogar die Fitnessgeräte bedient.
Hat gut getan und werde ich nochmals machen.
Daheim ist zu wenig Bewegung.
Die Vögel und die Gastkatze müssen derweil hungern.
Hungern muss ich gar nicht.
Die Verpflegung ist fantastisch.



Montag, 15. Januar 2024

WAS MIR ERZÄHLT WIRD UND WAS SICH SONST TUT



 Gefährliche Tiere:
meine Fußpflegefrau wurde von einem Kater in die Hand gebissen.
Was ihr eine Blutvergiftung und 10 Tage Krankenstand einbrachte.
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Nach 20! Tagen hat A1 die Telefon/Internetleitung geflickt.
Jetzt habe ich zwei Router.
Muss mich für eine Möglichkeit entscheiden,
da ich auch nicht zwei bezahlen will.
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Das Radio erzählt mir,
dass durch Herzdruckmassage täglich 5 Menschen in Österreich gerettet werden könnten.
Wenn ich es einmal ins Jenseitige geschafft habe,
möchte ich nicht ins Leben zurückbefördert werden.
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Es wird eine Spur heller.
Jeder Tag legt einige Minuten Licht zu.
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Romane lese ich selten.
Ab und an finde ich ein Buch, wo die Sprache
Kapriolen schlägt, überraschende Purzelbäume,
wo Wortspielereien sich freudig ins Hirn einnisten.
Ein internationaler Bestseller:
Robert Schneider. Schlafes Bruder.
Interessant, dass der Autor heute meint,
lieber nix mehr zu sagen zu haben.
Es gibt sie, die tiefgründig tiefsinnigen Menschen.
Die nicht ihre Wortergüsse loslassen,
weil sie es können.
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Zum ersten Mal im Jahr den Moorweg gegangen.
Sehr schön, sehr still.
Die Barfußschuhe sind supertoll.
Das einzige Schuhwerk, das meine Zehe erträgt.




Freitag, 12. Januar 2024

SPIELZEUGEISENBAHN


Mein geliebter Großvater versprach mir an Winternachmittagen,
die ich um Geld schnapsend, sehr zum Missfallen meiner Mutter, mit ihm verbrachte,
eine Eisenbahnanlage.
Mit Berg und Seilbahn, Landschaft und schnaufenden Zügen.
Gekriegt habe ich das Wunderwerk der Technik nie.
Dafür gab es ungeliebte Puppen.
Mit denen ich nicht  gespielt habe.
Diese eine Puppe hat bei mir überlebt.
Kann eigentlich weg.
Jetzt, wo ich alt bin, überlege ich manchmal,
ob ich mir den ehemaligen Kindheitstraum erfüllen sollte.
Aber mein Interesse dafür wäre sicher sehr kurzlebig.
Pfeifende Züge, die im Kreis fahren?
Die Gastkatze hätte ihre helle Freude damit.
Kinderspielzeug musste Rollenklischees bedienen.
Puppen für Mädchen.
Technikbaukasten für Buben.

 

Mittwoch, 10. Januar 2024

ENTTÄUSCHEND




Mein Leben ist gerade eine enttäuschende Abfolge von unangenehmen Ereignissen.
Der Jänner ist immer noch dunkel.
Meine angeschlagene Zehe passt in keinen Schuh.
Jedesmal wenn ich einen Plan hege,
kommt etwas in die Quere.
Die Telefonleitung liegt nach Wochen noch auf der Erde.
Wenn ich nicht vor Corona den Energieakt gesetzt hätte,
den Telefonfachmann aufgetrieben hätte,
der mir einen Router installiert hat,
wäre ich die ganze Zeit ohne Verbindung zur Außenwelt.
Ich dachte immer, dass ich hier kein brauchbares Netz habe.
Aber wir haben dann doch einen Sendemasten gefunden,
der bis zu mir strahlt.
Denn A1 hat sozusagen das Interesse an mir verloren.
Ich weiß, es gibt viel Schlimmeres,
aber dass ich schon wieder kaum gehen mag,
treibt mir Tränen in die Augen.
Die teuren Barfußschuhe aus Bozen sind halbwegs möglich,
sonst passt kein einziger Schuh.
Meine Serie an Unglücken muss doch einmal an einem Ende sein?
 


Montag, 8. Januar 2024

DINGENS

Katzen machen was sie wollen.
Immer.
Die Gastkatze mag nimmer heimgehen.
Je schlechter das Wetter ist,
desto weniger.
Das Problem ist:
so mag ich es nicht.
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Vögel gezählt.
Die jährliche Bestandsaufnahme für Birdlife.
Es ist ja mehr ein Schätzen.
Wie kann man Meisen zählen?
Die schwirrenden Federbäuschchen.
Sie sind hier und da.
Und schon wieder fort.
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Die Jänner-Rallye nur gehört.
Und im Fernsehen geschaut.
Das Röhren der frisierten Motoren.
Zum Hingehen war das Wetter zu schlecht.
Schnee/Regen/Wind.
Mein Bedarf an miesem Wetter ist gedeckt.
Dabei dauert der Winter noch ewig lang.
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Manchmal möchte ich heulen.
Die Winterkleidung hervorgeholt.
Regenhosen, Anorak - für einen ausgiebigen Spaziergang.
Und dann passt kein Schuh schmerzfrei,
weil ich schon wieder die kleine Zehe im Haus unterwegs angeschlagen habe.
Passiert mir viel zu oft.
Am liebsten hätte ich mich hingesetzt und geweint.
Corona vorbei und schon wieder eine Behinderung.






Freitag, 5. Januar 2024

MÄNNERHAND


 Fotos aus dem Handelsmuseum in Bozen.
Museo Mercantile klingt netter.
In dem großen schönen Saal habe ich mir die gewichtigen Sitzungen der Handelsmänner
 vorgestellt.
Wie all die prominenten Herren ihre Meinungen teilten.
Ihre Geschäfte abwickelten.
Sie auf geraden Stühlen reihum saßen.
Jahrhundertelang haben sie
die Geschicke der Stadt, des Handels und des Landes bestimmt.
Frauen waren bei den Sitzungen nie gefragt.
Eventuell auf Gemälden an den Wänden durften sie teilnehmen.
Unglaublich ist es,
dass eine Hälfte der Bevölkerung über alles herrschte.
Und zum Teil ist es heute auch noch so.
Macht, Geld, Einfluss - fest in Männerhand.
Da frage ich mich als alte weiße Frau, warum ich das solange geduldet habe.
Aber, wenn ich ehrlich bin, es hat mir kaum etwas ausgemacht.
Weil, ich meine Vorteile daraus gezogen habe und
weil ich mich auch sehr gut durchsetzen kann.
Im Elternhaus war die Mutter dominant.
Mir ist die frauenbenachteiligte Rolle daher nie bewusst geworden.
Seltsamerweise fällt es mir in letzter Zeit öfter auf.
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Noch immer kann ich mich über Benko aufregen.
Diese Verflechtung von Politik, Macht, Gier, Unmoral, Geld hat eine spezielle Dimension.
Nicht nur unzählige Arbeitsplätze wurden vernichtet,
die kleinen Steuerzahler bestohlen,
sondern es bleiben auch Bauruinen in Bestlagen zurück.
Auf Jahre sichtbar und als skandalöse Erinnerungsstücke im Stadtbild.
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Es ist schon wieder passiert.
Ich bin jemandem in die Quere gekommen.
Ich bin so sehr in der eigenen Energie, dass ich Dinge mache, über die sich  andere aufregen müssen.
Ich muss dann lachen, weil für mich die Situation normal ist.
Was den Verärgerten noch wütender macht.
Unbeabsichtigt triggere ich Leute.
Diesmal war es ein Türke? der zweiten Generation.
Wahrscheinlich hat sein Frauenbild mein Handeln nicht ausgehalten.
Leider hatte ich nix zum Aufschreiben dabei (Tasche umgeräumt),
weil das, was er mich alles genannt hat, war sehr lustig und erstaunlich.
Das ist neu für mich, dass andere Menschen sich über mich so aufregen müssen.
Wenn ich jetzt sage, ich möchte mehr davon, dann bin ich nicht sicher (womöglich haut mich plötzlich einer), aber ich bin ganz bei mir und kann die Dinge, die mich da aus einer Ecke anspringen nur staunend belächeln.
Sehr lustig.





Mittwoch, 3. Januar 2024

VOM KRANKSEIN


 Jetzt wird es anthroposophisch.
Rudolf Steiner sagt, dass die Krankheitsstörung zu einer Erkenntnis und zur Heilung/Ganzwerdung führt.
Also, das sind meine Worte.
Er hat es vielleicht etwas anders formuliert.
Mir geht es mit Covid richtig gut.
Ich bin froh, dass der Zeitpunkt passend war.
Kaum Symptome, keinerlei Leid an irgendetwas.
Ich habe mich nie impfen lassen und schaue sehr darauf, dass mein Immunsystem mit voller Leistung arbeitet. 
Seit ewig habe ich keinen Schnupfen oder Husten gehabt.
Das schöne an meinem Kranksein ist,
dass ich nix müssen muss.
Bin in der völligen Entspannung.
Essen und Fernsehen.
Wohlfühlen und Loslassen.
Mein Körper hat die Freiheit selbst eine natürliche Immunität gegen das Virus aufzubauen.
Hallo zu den Eindringlingen zu sagen.
Ich gehe ab und an zu einer Dunkelfeldmikroskopanalyse des Blutes.
Da sehe ich die Blutkörperchen und wie die ??? Fresszellen (ich weiß jetzt nicht, was das ist, was zwischen den Blutkörperchen herumflitzt und Polizei spielt) arbeiten.
Zu Beginn der Seuche habe ich mir Blutbilder von Kranken und von Geimpften zeigen lassen.
Diese Bilder waren teilweise erschreckend.
Deformierte verklebte Blutkörperchen.
Meine Beobachtung sagt mir auch, dass geimpfte Personen viel anfälliger für Infekte sind.
Wie auch immer,
jede(r) muss machen, was sie denkt.
Bei mir ist alles gut.
Und wenn ich im heurigen Jahr zufällig verreisen werde,
brauche ich mir wegen einer Corona-Infektion keine Gedanken zu machen.


Montag, 1. Januar 2024

VIRENSPAZIERGANG


Am letzten Tag des alten Jahres habe ich beim Höllfall die Viren
spazieren geführt.
Das Rauschen und Tosen des Wassers,
die kalte klare Luft - wie angenehm ist das.



 Dass ich bei Menschen alles mögliche sehe,
deshalb meist nicht hinschaue und auch wenig Kontakte habe,
daran habe ich mich gewöhnt.
In letzter Zeit wird es unheimlich,
wenn ich Ereignisse im Vorhinein weiß.
Bei der Hexenfreundin habe ich mich darüber beklagt
und sie meinte etwas von Altersweisheit und Besonderheit.
Das sind keine Werte, die ich anstrebe.
Wir sprachen über das Attribut, das auf dem imaginären Grabstein stehen sollte.
Bei mir sollte es heißen:
"Die wohlgeachtete ...."

Freitag, 29. Dezember 2023

DIESES




 Die Kommunikation mit der Gastkatze ist fehleranfällig.
D.h. ich verstehe sie nicht.
Sie rollt vor meinen Füßen und miaut,
um mir dann unter Gekratze auf die Brust zu springen.
Oder sie beisst mich kräftig in die Zehen.
Bei ihrer Sozialisation scheint etwas schiefgelaufen zu sein.
----
Ich habe Angst vor Hunden.
Großen Hunden.
Dieser Tage bin ich einem hüfthohen schwarzen Köter auf die Pfote
gestiegen, weil er sich unbemerkt herangeschlichen hat.
Ich habe mich entschuldgt - erleichtert, dass er nicht zugebissen hat.
-----
Anscheinend hat mich Covid nach 3 Jahren erwischt.
Was mir ganz recht ist.
Jetzt habe ich Zeit und nix vor.
Bissi erhöhte Temperatur und leichte Gliederschmerzen.
Meine Uralttests zeigen zwei Striche.
Mein Immunsystem hat gut gehalten.
Ein guter Schlusspunkt unter das beschissene Jahr.
----
Und ich habe Internetz.
War eine richtige Challenge.
Wir sind 3 x 40 km gefahren, um endlich den richtigen Router zu haben.
Und jetzt können Bäume auf Leitungen fallen,
wo sie wollen.
Tangiert mich nimmer.
Am Ende ist alles gut.


Mittwoch, 27. Dezember 2023

FEIERTAGSÜBERLEGUNGEN


 Was soll ich sagen?
Es war dunkel.
Es gab Sturm.
Es hat geregnet.
Tagelang.
Glücklicherweise geregnet und nicht geschneit - bei den Mengen.
Ich habe Trinkschokolade, Kaffee mit Trinkschokolade,
Schnaps und Bier genossen.
Ich war dankbar, dass ich es warm habe und viel Essen im Haus ist.
Alles was ich machen wollte wurde abgesagt.
Da ist System dahinter.
Menschen werden krank oder fallen die Kellertreppe hinunter.
Ausnahmsweise habe ich die Sauna geheizt.
Ein Effekt des Alterns ist, 
dass man (ich) sich um nix mehr kümmern mag.
Zu bequem für alles.
Noch immer sind keine Diener oder Sklaven vorrätig.
Jedenfalls hat der Sturm meine Telefon/Internet-Leitung getötet 
und das schaut gar nicht gut aus.
Die Überlandkabel waren schon davor in einem bemitleidenswerten Zustand,
aber jetzt liegen haufenweise Bäume auf der Strecke.
Da fast keiner mehr einen Anschluss hat,
geht die Motivation des Betreibers gegen Null.
Mein Problem ist, dass ich keinen Handyempfang habe.
Aber so kann es nicht bleiben, kein Netz, kein Telefon in der Einsiedelei.
Weltabgeschnitten.
Jetzt brauche ich Fachmänner.
(Keine Fachfrauen, sowas gibt es da nicht).
Und dann vielleicht einen Antennenbau.
Ich frequentiere Kaffeehäuser (weit) oder Nachbarn fürs Internet.
Digitales Detox.
Ich stricke einen Loop.

Montag, 25. Dezember 2023

VERZEIHEN




Einmal noch muss ich den Link zu Cambra Skade setzen.
So sehr ist das Thema gerade meines.
Kintsugi -
die japanische Kunst zersprungene Keramik zu kitten.

Im vergangenen Jahr habe ich mit meinen Narben gehadert.
Der alte Körper, den ich immer gemocht habe, ist zerschnitten.
Ich habe mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht besser auf ihn geachtet habe,
zu oft nicht in meiner Mitte war,
etliches gelebt habe, was ihm geschadet hat
und nicht achtsam genug war.
Deswegen berühren mich die Worte von Cambra Skade.
Die Narben kitten und vergolden,
wertschätzen und lieben.
Weihnacht ist ein guter Anfang für Wiedergeburt.
In den rauen Nächte ist genug Platz für Verzeihung.
Ich kann mich nie entscheiden,
ob ich rau oder rauh schreiben will.
Rauh ist irgendwie gehaltvoller und wird dem Anlass mehr gerecht.



Freitag, 22. Dezember 2023

VORWEIHNACHTLICHES



Es hat mich vorweihnachtlich noch einmal nach Wien verschlagen.
Es gibt sie noch - die kleinen alten Geschäfte, wo Handwerk gepflegt wird.
Tradition.
Während anderswo das fleischlich Blaue vom Himmel versprochen wird.
Des Abends der Christkindlmarkt mit Lichtern und Glitzer, sowie schwerem Punschdampf war auch hübsch.
Ich musste mich mit einem verdorbenen Lachs im Restaurant vergiften,
was mich das sensationelle Frühstücksbuffet im Hotel gekostet hat.
Frühstück im Hotel: ein ganzes Zimmer voller Essen.
Beleidigt bin ich mit leerem Magen und ebensolchen Eingeweiden gleich am Morgen zum Bahnhof gefahren,
weil dass ich die Zugfahrt gut überstehe, das war mir wichtig.
In Österreich hat sich die Bahn beim deutschen Nachbarn angesteckt.
Jetzt häufen sich plötzlich die Probleme.
Ich sag nur: Managementfehler.
Wo die Bahn in den letzten Jahren so effektiv und pünktlich war.
Und dann erwischt frau womöglich einen Zug ohne funktionierendes Klo.
Also, nicht einmal probiert, ob ich vielleicht ein kleines Semmerl vertragen tät.
Es war mir aber ohnedies nicht danach.
Wenn man sich über Stunden innerlich zwangsreinigt,
geht auch der Appetit die Klomuschel runter.




Die Bestellung vom Caffe Florian ist vor der Tür gelegen.
Die Nacht im Freien hat sie gut verbracht.
Hübsche Tasche und Trinkschokolade, die bis ins nächste Jahr reicht.
Mein spontanes Weihnachtsgeschenk für mich.
Trinkschokolade ist zur Zeit ein Seelenschmeichler.


 

Mittwoch, 20. Dezember 2023

LASSET DIE ESEL ZU MIR KOMMEN


Die Krippe in der Zwettler Stadtkirche erschließt sich mir nicht.
Aber lieb ist der Esel schon mit all den leeren Klopapierrollen.
Volksnah ist die Devise, wenn das Fußvolk immer mehr ausbleibt.
----
Ab und an brauche ich Luxus.
Weil ich eine Uraltpackung Trinkschokolade aus dem Cafe Florian in Venedig gefunden habe
(wann war ich das letzte Mal in Venedig? Es muss kurz vor der Seuche gewesen sein)
und die Schokolade war noch gut trinkbar 
habe ich einen ganzen Schwung davon geordert.
Und weil ich schon dabei war, ein kleine Ledershoppingtasche dazu.
Damit kann ich mir richtig Freude machen.
Trinkschokolade: es müsste ja nicht unbedingt Luxus sein,
aber ich mag keine Milch
und bis jetzt habe ich nur italienische besondere Lokale  (Pasticceria Mosaico Aquileia!!)
gefunden,
die etwas führen, das ich genießen kann.
Für Monate vergesse ich darauf, aber im Winter passt es gut in die Dunkelheit.
Magenschmeicheln. Verwöhnen.



 

Montag, 18. Dezember 2023

WÜNSCHE UND VERGANGENES


In dem barocken Mörser habe ich 12 Zettelchen für Wünsche gesammelt
und auch 12 Papiere mit dem, was ich hinter mir bleiben soll,
beschrieben.
Die Wünsche sind mir leichter gefallen,
als das, was im Gestrigen bleiben soll.
In jeder Rauhnacht werde ich eine Zukunft und eine Vergangenheit ziehen.
Beides verbrennen.
Heuer ist mir das wichtig,
denn ein Abschnitt schließt sich für mich.
-----
Alles ist mit allem verbunden.
Lessing soll das gesagt haben.
Seit ich nur mehr auf den Wald schaue,
wird mir das immer mehr bewusst.
Ich befasse mich kaum mit den Schrecklichkeiten in der Welt.
Trotzdem ist die schwierige Zeit für jeden Menschen spürbar.
Das Energiefeld der Erde trägt die Leidensschwingungen zu uns allen.
-----
Auf Youtube habe ich etliche Vorträge von Anton Zeilinger gehört.
Lieblingszitat (bezieht sich auf seine Forschung, kann man aber auch anderwärtig anwenden):
"Ideen haben eine hohe Säuglingssterblichkeit".
------

Den Link möchte ich dalassen.
Ist der Gedanke schön - den alten Körper als Kunstwerk zu sehen,
mit seinen Blessuren und Narben.
Kintsugi - die Bruchstellen kitten und vergolden.
Vergolden mit Liebe.
Vielleicht gelingt ein wenig in den rauen Nächten.


 

Freitag, 15. Dezember 2023

WER IST DAS ICH?





Wenn mir die Heizungsfirma zum 3.Mal mit einer fadenscheinigen Ausrede absagt, dann mag ich mich nach den Erfahrungen der letzten Monate, wo alles seltsam verquer läuft, nicht ärgern, sondern ich versuche mich in einer Egoübung.
Wer ist das Ich, das gekränkt oder verärgert sein möchte?
Warum denkt es sich, dass mir das Beste und das gleich zustehen muss?
Wo sind die Interessen der anderen?
Meine Serie der Nichtbeachtung hat sich um die Müllabfuhr ausgeweitet.
Die haben mich letztens auch links liegen lassen.
Dass die Post beim ersten Schneeflocken nimmer kommt,
das ist normal. Dass die Telefonleitung am Boden liegt,
das ist auch schon die Regel.
Anscheinend gibt es immer noch eine Steigerung.
Und irgendwann fügt sich das Ungemachpuzzle wieder in eine neue Ordnung.
Dafür hat mir der Werkstattwagen viel Spaß gemacht.
Hätte ich gerne.
Aber so ein großes Auto brauche ich nimmer.
Fahren ist ganz anders damit.
Ziemlich Luxus.
---
Weil das Wetter so bescheiden war,
bin ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen.
Holz sägen.
Diesmal ist viel eigenes, zum Teil selbst abgeschnittenes, dabei.
Und da muss ich an jedem Stück riechen.
Der Favorit ist Apfelbaum.
Süß und aromatisch.
Auch der Wacholder ist erfreulich.
Würzig.
In meinem nächsten Leben werde ich Connaisseurin für Schnittholz.
Frau kann sich dazu eine Menge Gedanken machen.
Wie viel Leben ist noch in dem Stück,
wenn so viel Duft da ist?
Was wird mir dazu vom Material erzählt?
Und Glück ist so einfach.







Mittwoch, 13. Dezember 2023

DREH DICH NICHT UM, FRAU LOT


Die Miezi ist ziemlich unhübsch.
Und auch nicht besonders intelligent.
Aber den besten Liegeplatz hat sie gewählt.
Frau kann sich den Zulauf nicht aussuchen.
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Ich drehe mich zum Alten Jahr nicht um.
War eines meiner schlimmeren.
Oft keine Luft zum Atmen.
Ängste in jede Richtung.
Das kann nur besser werden.
Da bin ich sicher.
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Viel Schnee ist wieder verschwunden.
Kann mir recht sein.
Ich brauche keine weißen Berge ringsum.
Habe Katastrophenwinter noch gut in Erinnerung.
Als die Feuerwehr mein Dach abschaufeln musste.
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Einen Mitbewohner gibt es.
Habe den schweren Topf mit der zurückgeschnittenen Physalis im Haus stehen.
Ein großer Regenwurm zeigt sich auf der Erde.
Braucht er Pflege und Futter?
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So schaue ich vorwärts.
Demnächst geht es wieder bergauf.
Mehr Licht, mehr Helligkeit.
Die Dunkelheit ist fast überstanden.
Meine innere Finsternis auch.
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Montag, 11. Dezember 2023

WALDGEDANKEN


Die Baumgöttin habe ich besucht.
Sie steht noch.
Viele alte Bäume des Forstgutes wurden in diesem Jahr gefällt.
Die Kastanienallee am Teichdamm.
Dafür hat man kleine Setzlinge gepflanzt.
Ein seltsames Gefühl, dass ich ihr Heranwachsen nimmer erleben werde.
Man kann diese eigene Endlichkeit nicht begreifen.
Ich bin viel im Wald.
Es ist so still, dass mein Tinnitus laut ist.



Der Blick aus dem Fenster auf ein Reh.
Alljährlich berührt das Postkartenmotiv direkt mein Herz.
Wenn ich Menschen in die Augen sehe,
verstehe ich, dass ihre Welt nicht meine Wirklichkeit ist.
Mein Leben ist ein ganz anderes.

Berührend:


 

Freitag, 8. Dezember 2023

TÄGLICHES

Jetzt erwarte ich Tipps.
Seit ich in Bozen war, kaufe ich Maroni.
Und scheitere beim Zubereiten.
Sie lassen sich nicht schälen.
Die letzten habe ich überhaupt im Backrohr vergessen.
Kopfhörer auf und trotzdem das laute Knallen vernommen,
wie es die Kastanien im Herd zerfetzt hat.
Also, nach dem Einschneiden ins Wasser geben,
das ist es jedenfalls nicht.
Da besser vorher wässern und danach einschneiden. 
Irgendwie hat die Braterei etwas mit Physik zu tun.
Da mache ich etwas grundsätzlich falsch.
Vielleicht das Backrohr vorheizen?
Nachtrag: In den Medien hat man mir erzählt,
dass die Qualität der angebotenen Kastanien, die man hier kaufen kann,
sehr schlecht ist.
Vielleicht ist das der Grund des Scheiterns.
-----


Manchmal plane ich etwas für den kommenden Tag.
Dann ist es im Wald so hübsch,
dass ich die Einsiedelei nicht verlassen mag.
Schweigende Bäume begrenzen die Wirklichkeit.



Mittwoch, 6. Dezember 2023

VOM AUTOFAHREN


Ich fahre gern Auto.
So stimmt das nicht.
Ich fahre nimmer besonders gerne.
Weite Strecken gar nicht.
Das strengt mich an.
Aber es macht Spaß, wenn mir der Lieblingswerkstattmann 
Schlüssel für ein neues, ziemlich großes Gefährt in die Hand drückt,
mich sogar selbst aus der Halle fahren lässt
und ich durch Schnee(regen) und Eis über die Straßen kurven kann.
So hat es auch nette Seiten,
wenn jemand findet, dass er mein eigenes Auto beschädigen muss.
Ich sage immer, ich fahre mit allem, was 4 Radeln hat.
Natürlich nur bis 3,5 Tonnen.
Für größere Gefährte habe ich keinen Führerschein.
Mein Lieblingsding war das große Wohnmobil.
Dem weine ich nach.
Demnächst findet hier wieder die Jänner-Rallye statt.
In Zeiten wie diesen gehören Motorsportveranstaltungen verboten.
Wie so vieles andere auch.
Da ich gerne zusehe, wenn Autos mit Geknattere und Motorenlärm durch die Kurven driften,
werde ich möglicherweise hingehen.
Das ist wie mit Torten essen und Alkohol trinken.
Man weiß, dass es schädlich ist, es macht trotzdem Spaß.
Und man tut es.
Manchmal.
Ein Hoch auf alle disziplinierten und politisch korrekten Menschen.
-----
Inzwischen gibt es viel, viel mehr Schnee.
Der feuchte Himmel fällt aufs Land.



 

Montag, 4. Dezember 2023

GLAUB NICHT ALLES, WAS DU DENKST




 Also, es hat richtig, richtig viel geschneit.
In den Medien hat man mir erzählt,
welche Straßen/Bahnverbindungen gesperrt sind.
Der ursprüngliche Plan war, nochmals nach Südtirol zu fahren.
Verschiedene Imponderabilien, wie Autoschaden, Heizungsausfall, etc. haben das verhindert.
Jetzt sitze ich glücklich im Warmen und muss gar nix.
Mit einem geschulterten Rucksack bin ich durch den Schnee gestapft
und habe meine Post eingesammelt.
Mit der Frau Brief- und Paketträgerin brauche ich bis Mai nimmer zu rechnen.
Vergessen habe ich,
dass ich, wenn es schneit, auf den Dachboden klettern muss,
um die SAT Schüssel vom Schnee zu befreien.
Grundsätzlich habe ich das Gefühl,
dass die Menschen verrückt geworden sind.
Seltsame Sachen passieren dauernd um mich herum.
Aber wahnsinnig bin wohl ich
und die anderen sind normal.
Egal - ich habe beschlossen, dass ich die Absurditäten genießen werde.
Mein Hirn, mit ständigen Bewertungen der Situation beschäftigt,
denkt ohnedies nur die eigene Wahrheit.
Dieser Wirklichkeit ist nicht zu trauen.


Wenn man einem Nobelpreisträger ein wenig zuhören möchte:








Freitag, 1. Dezember 2023

NICHT ALLES WAS MACHBAR IST, MUSS MAN MACHEN

 



Weil ich bei Wildgans
diese schlimme Zahngeschichte gelesen habe,
sind mir die eigenen Zähne eingefallen.
Momentan gehe ich zu keinem Arzt,
zu gar keinem.
Sollte nicht irgendein Zwang eintreten,
werde ich das beibehalten.
Da geht's der Gesundheit einfach besser.
Zähne: mein leuchtendes Vorbild ist mein Vater.
Der hatte mindestens 40 Jahre ein künstliches Gebiss (immer das selbe)
und war hochzufrieden damit.
Konnte alles essen und hatte nie Zahnschmerzen.
Noch dazu war die Sache extrem kostengünstig.
Mir fehlen seit einigen Jahren zwei Backenzähne.
Durch eine Aneinanderreihung unglücklicher Ereignisse habe ich sie verloren.
Die angebotenen Implantate habe ich verweigert.
Ist schon schlimm genug, dass ich eine Metallhüfte habe.
Ich mag keine Stifte in den Kiefer gebohrt kriegen.
Der Aufwand, die Schmerzen, das Geld.
Und vielleicht bin ich danach in wenigen Monaten tot.
Also, die Kosten-Nutzenrechnung bei Implantaten ist für mich auf der Minusseite.
Meine Erfahrung ist: je weniger ich für die Zähne mache,
desto besser bekommt es ihnen.
Mundhygiene beim Zahnarzt ist sowas von schrecklich.
Der letzte Termin ging sich mit der Hüft-OP nicht aus.
Und danach sollte ich eine Weile wegen der Infektionsgefahr nix machen.
Richtig schön sind meine Zähne nimmer.
Also, eigentlich gar nicht schön.
Außerdem drehen sie sich und werden unregelmäßiger.
Ich putze mit einer Salzzahnpaste, die gar nicht aufhellt,
dafür chemielos ist und gut schmeckt.
Was ich eigentlich sagen wollte:
Nicht alles, was heute machbar ist, was angepriesen wird, muss man machen.
Kann man machen, wenn man Lust dazu hat und dafür sorgen will,
dass der Zahnarzt nicht verarmt.
Wobei mir alte Menschen mit strahlend weißen regelmäßigen Zähnen nicht gefallen.
Das ist ein wenig wie Perücken im Mund.
-----
Jetzt kann ich wieder die 3 x SCH-Notfallausrüstung ins Auto packen.
Schlafsack, Schaufel, Schnaps.