Dienstag, 1. Juni 2010

VOM BESITZEN


Was kann ich eigentlich besitzen?
Grund und Boden sicher nicht,
meine Lebensspanne hier ist eine eher kurze, im Vergleich dazu ist Erde ewig.
Tiere kann ich auch nur beherrschen,
niemals können sie mir gehören,
auch wenn ich so mit ihnen umgehe, als wären sie mein Eigentum.
All den Tand, den ich anschaffe,
besitzt er mich oder ich ihn?
Ich glaube,
das meiste wird uns von gütigen oder ungütigen Mächten geliehen,
zur Nutzung, Benutzung, zum Vergnügen, zur Erbauung, zur Strafe.
Und wir in unserer dreidimensionalen Dämlichkeit glauben, wir seien Herr/Innen über irgendetwas.
Erdenwürmchenkurzsichtigkeit.

Kommentare:

  1. Wir ham' schon eine ziemlich schräge Perspektive auf die Welt, finde ich.

    Irgendwo stieß ich auf die Information, dass alle Kerbtiere der Welt zusammen genommen (also Insekten, Spinnen und die, die noch mehr Beine haben) siebzig oder achtzig Prozent der Treibhausgase produzieren.

    Wie groß ist dann wohl der Anteil Deutschlands daran...?

    Das ist jetzt ein wenig abgeschweift, was ich sagen will, ist: auf einer doofen kleinen Wiese leben Wesen über Generationen und wissen rein gar nix von der Existenz des Menschen, kommen niemals mit ihm in Berührung.

    Ich finde, das verschiebt den Blickwinkel auf unseren eigene Wichtigkeit ganz gewaltig. Zumindest meinen. ;)

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  2. Ja so ist das mit dem Besitzen und wie der Begriff schon besagt be-sitzt man etwas, man sitzt sozusagen darauf. Insofern ist der Mieter eines Hauses zu dem Zeitpunkt der Be-Sitzer, denn er sitzt "auf dem Haus", während der EIGENTÜMER, dem das Haus zwar gehört, das Haus zu dem Zeitpunkt nicht nutzt, er also nicht drauf "sitzt" :-)
    Aber ich weiß schon, wie Du es meinst ... doch wenn wir ständig daran denken würden, was alles ist, sein könnte usw., dann würden wir ja verrückt. Von daher haben wir diese weltlichen Regeln des Besitzens und der Herrschaft über die Dinge ... denn irgendwelche Regeln muß es wohl geben, sonst gäbe es eine heillose Anarchie und Durcheinander, wie der Mensch ja leider so ist - jeder würde seine eigenen Gesetze machen, das ging noch niemals gut.

    Herzlicher Gruß
    Sara

    Mein Waldgarten

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  3. Ich stimme dir im wesentlichen zu, bin ich doch auch seit längerem schon dabei, meien Besitztümer zu reduzieren. An einem deiner Worte bin ich hängengeblieben: zur Strafe *lach* Ja, tatsächlich, manchmal erscheint mir das auch so, dass der Versuch etwas zu besitzen, eine Strafe ist, dass man uns besitzt anstatt umgekehrt. Wenn ich nur an die Gebrauchsanleitungen oder die Pflege von Dingen denke, das ist wirklich manchmal eine Strafe.

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  4. erdenwürmchenkurzsichtigkeit - ein wunderbares wort - ansonsten weiterhin frohes gesunden!!!
    liebe grüße
    waldwanderer

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  5. kvinna:
    wer weiss. die sitzen vielleicht in der wiese und warten bis wir mit riesenlatschen auf sie drauftreten.
    lg

    sara:
    ich hab ja nichts gegen die regeln - ich meine nur, wir sitzen ständig dem irrtum auf, dass wir herrinnen über irgendetwas sein könnten.
    lg

    april:
    ja die dinge. manchmal machen sie ja freude, aber oft auch eine menge ärger.
    lg

    waldwanderer:
    danke für die wünsche. geht schon.
    lg

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  6. Naja, ob es wirklich gut geht, wenn nicht einer der Chef ist, minimal ausgedrückt ... Ich fühl mich übrigens nicht als Herrin von irgendwas. Aber das fängt ja schon da an, wenn man ein Tier hat, da muß man ja "Herrin" oder Herrchen sein *lach* - wer sollte denn das Futter beschaffen, all das? Das Haustier kanns nicht. Und auch den Garten bewirtschaften, die Pflanzen an ihre Plätze "dirigieren" - der Mensch tut es wie er es haben will bzw. den Acker (wie in der Bibel) bebauen, denn ohne Fleiß kein Preis. Es würde alles verwildern, wenn wir es uns nicht "unertan" machen würden.
    Ich seh's ja bei meinem Waldgarten. Da kommen bald die Brombeerranken und man hat ein Dickicht, also keineswegs ein Paradies, wenn man nicht eingreift.
    Aber der Mensch sehnt sich wohl immer irgendwie nach dem verlorenen Paradies ...

    Lieber Gruß
    Sara

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  7. sara:
    das mit dem "untertan", das ist nicht so meines. und als katzenbesitzerin bin ich bestenfalls dienerin einer herrin.
    lg

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  8. das loslassen
    das zu üben ist wohl das sinnvollste
    auf allen ebenen

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