Mittwoch, 16. Januar 2019

FUTTER

Vogelfutter,
Hafer,
Zuckerrüben,
Heu -
überall im Haus steht Tierfutter herum.
Ich habe eíne kleine Station für die Rehe gekriegt.
Jetzt kommen sie gar nicht fressen,
weil sie vor dem Gestell Angst haben.
Die unbrauchbaren Stiefel habe ich gegen Sonnenblumenkerne eingetauscht.
War im Nachbarort.
Ich muss immer grinsen.
Also, eigentlich war die Straße gesperrt.
Aber das Fahrverbot stand am Rand des Weges.
Als angelernte Waldviertlerin interpretiere ich das so:
Theoretisch ist Fahrverbot,
aber praktisch kannst du fahren, wenn du magst.
Mache ich im Sommer mit Baustellen auch so.
Mein Nachbar, der ein Eingeborener ist,
begegnete mir auf der offiziellen Straße.
D.h. er hat den großen Umweg genommen.
Also ein der Geheimzeichen Unkundiger.


Dienstag, 15. Januar 2019

SCHNEEWELT


 
Zufällig schneit es gerade mal nicht.
Das Ärgste ist vorerst ausgestanden.
Jetzt werde ich mal schauen,
welche Straßen offen sind,
denn ich würde gerne den Nachbarort erreichen.
Etliche Krisen habe ich in den letzten Tagen durchgestanden,
bin um Jahre gealtert.
Dem Körper geht es gut,
der ist ziemlich fit,
aber mental bin ich angeschlagen.
Seit Jahren sag ich schon,
ich muss im Winter in den Süden -
und was mache ich -
hier im Schnee untergehen.
 
 



Montag, 14. Januar 2019

VON DER ANGST

Meine Situation macht mir Angst.
Der Zustand ist nicht angenehm.
Wenn ich mich genug gefürchtet habe,
versuche ich mit der Energie kreativ umzugehen.
Denn am Grund jeder Befindlichkeit liegt Lebensfreude.
Naja, ich bin am Üben und am Schaufeln
und am Betrachten der Schneewächten auf den Dächern,
die stündlich größer werden.
Bei solchen Naturereignissen wird mir  klar,
wie hilflos der Mensch dem guten Willen der Erde ausgeliefert ist.
Und in mein mentales Übungsprogramm kann ich den Vorsatz aufnehmen:
Ich fürchte mich nur vor Ereignissen, die bereits da sind.
Nicht vor denen, die in der Zukunft liegen.


Sonntag, 13. Januar 2019

MEIN MORGEN




 Relativ zeitig stehe ich auf.
Das Tageslicht ist ohnedies spärlich.
Pfefferminztee, Kaffee und Haferflocken mit Marillennektar.
Gibt es Schaufelyoga?
Bald werde ich eine Schaufelschulter haben,
ist so ähnlich wie ein Tennisarm nur weiter oben.
Zuerst schaufle ich mich zum Futterbaum  durch.
Kontrolliere, was die Rehe gefressen haben
und fülle Vogelfutter nach.
In der Nacht hat es geschneit und geweht,
der schmale Pfad ist komplett zu
und die Äpfel, die noch unterm Schnee liegen,
sind beinahe wie unter einer Betonschicht begraben.
Bei diesen Tätigkeiten muss ich leise vor mich hinjammern,
denn ich bemitleide mich.
Die Tiere auch.
Im Innenhof hat es auch über Nacht eine Menge Schnee hereingeweht.
Langsam weiß ich nimmer,
wohin damit, die Berge sind teilweise an die 3 Meter hoch.
Die Dächer sehen noch recht gut aus,
obwohl man kaum mehr sieht, wo die Feuerwehr die weiße Pracht entfernt hat.
Es gibt wieder meterhohe Wehen.
Na gut.
Ich arbeite mich voran,
bis zum Altpapiercontainer.
In dem ich den Kassazettel von den Lagerhauswinterstiefeln suche.
Denn ich mag sie zurückgeben.
Kann sie schwer anziehen, zu umständlich.
Ausserdem ist die Sohle rutschig,
kann man nicht brauchen.
Habe gestern in Tschechien beim Chinesen bessere gefunden.
Also, die Stiefel möchte ich gegen Vogelfutter tauschen,
wenn von mir zum Lagerhaus die Straße wieder einmal geöffnet ist.
Nachdem ich noch Holz ins Haus geholt habe,
ist mein Workout vorerst beendet
und der zweite Kaffee ist fällig.
So mühsam kann Winter nie mehr meine Lieblingsjahreszeit werden.


Freitag, 11. Januar 2019

SCHNEEBILDER

 
 
Also, ich kann mir nicht vorstellen,
dass mein Internet noch lange hält.
Hoffentlich bleibt der Strom.
Ringsum sind schon etliche Straßen gesperrt.
Bäume brechen.
Der Schnee ist sehr schwer und er klebt auf den Ästen.
Was hübsch aussieht,
aber viele Fichten können dem Druck nicht standhalten.
Mir geht's gut.
Seit die größten Berge vom Dach in den Hof befördert wurden,
bin ich beruhigt.
Mit dem Gehen im Freien ist es auch weitgehend vorbei.
Einsinken bis zum Oberschenkel ist anstrengend.
Für die Feuerwehrmänner hatte ich Wurst für ein Jause gekauft.
Die mussten aber dann gleich weiter,
also habe ich selbst ein Stück gegessen,
was sich ziemlich augenblicklich mit Magenschmerzen rächte.
Vegetarisches Leben und Industriewurst gehen nicht miteinander.

 




Donnerstag, 10. Januar 2019

SEILSCHAFT


Jetzt geht's mir etwas besser.
Die Feuerwehr hat sich am Dach ausgetobt.
Mein Hof ist mit Schnee angefüllt,
aber von oben kann mir im Moment nix mehr am Kopf fallen.
Im Frühjahr werde ich davonschwimmen.
Doch heute kann ich wieder ohne Sorgen schlafen.
Danke den fleissigen Männern im Dienste der Allgemeinheit.
Und Daumenhalt allen von diesem Katastrophenwinter Betroffenen,
dass das Ende dieser ausserordentlichen Ereignisse schneller als erwartet kommen mag.
Im Lagerhaus habe ich mir Wintergummistiefel gekauft.
Besondere Ereignisse benötigen spezielle Massnahmen.


Mittwoch, 9. Januar 2019

WILDNIS

Ich sag' jetzt einmal:
Wer das nicht erlebt, weiss nicht was Wildnis ist.
Ich möchte es eigentlich auch nicht erleben,
aber da muss ich durch.
Noch hält die Versorgung.
Strom, Internet ...
Schau ma mal.
An die Schaufel, fertig, los - das tägliche Fitnessprogramm.
Wer braucht Krafttraining?
Am meisten ängstigen mich die Schneemassen auf meinen Dächern.











Dienstag, 8. Januar 2019

FREUDENHAUS

Neben meinem Bett liegt neuerdings ein Zettel
und des Morgens steht darauf:
"Manchmal wünsche ich mir einen Ort,
an dem man Freuden bestellen kann.
Wo man, wenn es nötig ist,  in den Arm genommen
und alle Schwere der Zeit hinweg gebracht wird."
Diese Idee finde ich speziell gut.
Das, was man gerade braucht,
kann man an einem Ort bekommen.
Freude, Lachen, ein wenig Glück, Umarmungen,
wenn man mag auch Sex,
eben ein Haus für Freude und Lebenserleichterung.
Eine Vergnügenstankstelle.


Auf dem Zettel steht am nächsten Tag:
"Alles, was einem begegnet ist Symbol.
Wenn es aus der Symbolebene in die Realität geholt wird,
wird es entzaubert."
--
So träume ich weiter vor mich hin.
In dieser unglaublichen Schneezeit.
Das Weiß fällt vom Himmel,
tagelang,
kein Ende in Sicht.
Im Sommer ist der Regen ausgeblieben.
In einem Himmelseck gesammelt und aufgehoben,
kommt jetzt alles auf einmal herunter.
Massen.
Leben zwischen zu viel und viel zu wenig.




Mittwoch, 2. Januar 2019

WINTERSTILLE


Das frische Jahr fängt mit einer Pause an.
Ich muss mich erst sammeln.
Zu viele Eindrücke.


Dienstag, 1. Januar 2019

WAHRHEITEN



Das, was wir wissen,
ist immer nur ein kleiner Teil
eines riesigen Gesamten.
Und wenn wir Computer bauten,
die groß wie ganze Städte wären,
und wenn wir forschten
und täten
und Gedanken zu großen Haufen sammelten -
es bliebe immer ein kleiner Teil.
So ist alles Gedachte unvollständig
und jedes Wahre
ist teilweise unwahr.
Darum lass dich nie beeindrucken
von dem,
was dir irgendwer erzählt.


Montag, 31. Dezember 2018

DAS UND KURZJAHRESRÜCKBLICK



Zu Weihnachten kriege ich immer Kekse geschenkt.
Am 24. habe ich generell wenig gegessen,
mein Körper mag gerade Wasser einlagern
und ich war satt.
Am 25. war das Wasser weg und die Kekse auch.
Am 26. konnte ich in der Früh noch die Schokolade vertragen,
die dabei war
und damit war das Deputat erledigt.
Ja, ich habe mich darüber gefreut.
Aber die Menge,
die ich nicht auf einmal essen kann,
ist noch nicht erfunden.
----
Das Jahr war speziell.
Anders.
Hat mich verändert.
Hat mir viel Kraft gebracht,
wenn ich mich zeitweise auch mit Gewalt durchs Nadelöhr gepresst habe.
Ich fühle mich gut.
Trotzdem wäre ein entspannteres 2019 ein Hit.


Sonntag, 30. Dezember 2018

HEIL


Noch immer fallen mir Lebensgeschichterln ein.
Da ist eine, da bin ich im Wanken, ob ich sie erzählen mag.
Aus meiner esoterischen Vergangenheit:
Zu einem Seminar bin ich in die Schweiz geflogen.
Schmuckbehangen und im Pelz.
Sogar die Luxusverwöhnten in der Bahnhofstraße in Zürich haben gegafft.
Den Seminarleiter kannte ich nicht.
Pikanterweise war er der Liebhaber meiner Mutter.
Und er stellte mich vor der ganzen Gruppe groß raus.
Heilbegabt und was weiß ich noch wäre ich.
Und die Kursteilnehmer kamen auf mich zu
und erwarteten sich die Spontanheilung von mir.
Was mir dann noch ein karges Essen - Marke Haferschleimsuppe -
bei einer krankheitsverzweifelten Familie einbrachte.
Was ich mit der Geschichte sagen will:
erwarten wir uns nicht immer wieder Heilung von außen,
ein Wunder,
das uns die Probleme wegnimmt,
das das Schwierige auflöst,
das uns heiler macht?
Und doch bleibt meist die ganze Kleinarbeit an uns selber hängen.

Samstag, 29. Dezember 2018

WILDE MAUS




Im alten Jahr war ich noch in Wien.
Um das alljährliche Weihnachtstreffen mit meinen verwandten Lieblingsmännern
nachzuholen.
Langsam wird es ritualisiert.
Wobei es sich um Eckpunkte erweitert.
Ich glaube, heuer haben wir das passende Wirtshaus gefunden.
Treffen im  Cafe Museum (ich muss dafür mörderzeitig aufstehen).
Dann Friedhof.
Da konnten wir diesmal eine neue Grabgestaltung diskutieren,
weil wir den Gärtner unzufriedenheitshalber gekündigt haben.
Dann Prater.
Flippern, da bin ich mit Abstand Verliererin.
Rituell mit der Wilden Maus, die immer rostiger wird, was den Nervenkitzel nochmals anhebt, fahren.
Lachen.
Schreien.
Blaue Flecken holen.
Beim  Englischen Reiter essen.
Traditionelle Wirtshausküche.
Kann man wieder machen.
Und vor dem Bahnhof noch einen Kaffee bei der Aida.
Alles sehr schön.
Fotografieren ist mir erst beim Stadtverlassen eingefallen.
Am Morgen bin ich durch die Innenstadt gelaufen.
Dort wurde gerade alles abgeputzt, weggeräumt, kahl gemacht.
Wochenlanges Hinarbeiten auf den Weihnachtsorgasmus vorbei,
jetzt braucht es statt Christbaumkugeln Glücksschweine für den Silvesterpfad.
Alles seltsam.


Freitag, 28. Dezember 2018

STRICKEN


Ich stricke ja nur,
um zu stricken.
Brauchen tu ich das Zeug nicht.
Aber ich wickle mir gerne etwas um den Hals.
Ein Loop aus einem Bobbel.
Ich habe den wie einen Schal gestrickt und zusammengenäht.
Jetzt habe ich nochmals Wolle gekauft
und ich stricke rundherum.
Das ist mühsam,
weil so viele Maschen auf der Nadel sind.
Aber die Farben sind schön.
Gelb und Eierschale.
Eigentlich ein Sommergarn. Leinen mit Baumwolle.
Doch das Frühjahr kommt ohnedies irgendwann.
In absehbarer Zeit.






Donnerstag, 27. Dezember 2018

MOORWEG


Wiedermal den Moorweg versucht.
Es ist jetzt mehr un- als wirtlich.
In der Hälfte musste ich umdrehen,
alles überschwemmt.
Es regnet/schneit jetzt die Menge,
die im Sommer versäumt wurde.
Schön war es trotzdem.
Und man findet immer etwas,
das einen anschaut.
Nicht nur Bäume tun das,
auch Babyschuhe.




Mittwoch, 26. Dezember 2018

GESCHENKE

Ich feiere nix
und mag auch nix geschenkt kriegen.
Im Laufe des Jahres freue ich mich über Dinge,
die völlig unerwartet und spontan von irgendwoher kommen.
Aber alles, was man in buntes Papier verpacken kann,
brauche ich nicht.
Was ich gerne hätte,
kaufe ich mir selber.
Und es wird immer weniger.
Und z.B. ein neues Auto schenkt mir niemand.
Oder eine Finca auf Ibiza mit Meerblick.
Darüber würde ich mich vielleicht eine Weile freuen.
Mein Weihnachtskekserldeputat kriege ich alljährlich.
Das schmeckt und das finde ich auch ganz lieb.
Mein Herz berührt manchmal eine Begegnung mit einem Menschen,
eine spontane Zuwendung,
wenn ich mich angenommen und geliebt fühlen kann.
Und das kommt eher von fremden Leuten,
denen ich begegne.
Es ist das Verblüffende, das Überraschende, das ich so mag.
Meine Verwandten sind ok.
Da muss  Zuneigung und Wertschätzung nicht durch Gaben bestätigt werden.
Wie auch immer,
Feste und Feiern gehören nicht zu mir.


Dienstag, 25. Dezember 2018

WALDGEHEIMNISSE



 In diesen besonderen Tagen
treffen Tiere des Waldes
und Naturwesen aufeinander
feiern Geheimnisse der Welt
verständigen sich über  Energieströme des Lebens.
Menschen bleiben ausgeschlossen,
weil sie das wahre Sein auf Erden nicht verstehen.


Montag, 24. Dezember 2018

INNERE BILDER


Wiedermal war ich im Wald mit.
Rehe füttern.
Ja, ist schön.
Mache ich gerne.
Romantik trifft auf innere Bilder.




Sonntag, 23. Dezember 2018

SCHLECHTE ENERGIE


 
Das ist das alte Brauhaus aus dem Jahr 1380 in Schrems.
Heute wird es als Wohnhaus genützt.
Ich musste von Amts wegen zu einem Arzttermin hin.
Und ich weiß nicht,
was da los war.
Die Ordination liegt unter Straßenniveau.
Von außen sieht man, dass das Gebäude feucht ist
und am Bild scheint es auch,
als ob ein Kanal durchlaufen würde.
Erinnere ich mich nicht.
Ich war dort irgendwie völlig neben mir,
wusste die ganze Zeit nicht,
 was mit dem Ort nicht in Ordnung ist.
Friedhöfe sind gemütlicher.
Anscheinend sind es die alten Bierlagerkeller.
Keine Ahnung.
Ganz schlechtes Feng Shui.
Noch nie habe ich über einen Ort so viel nachgedacht,
hat es mich so interessiert,
zu ergründen,
was dort in den Jahrhunderten passiert ist.
Ziemlich grauenhaft mein Gefühl dazu.
 


Samstag, 22. Dezember 2018

GWAND



Ich hab mich jetzt einmal meiner Bekleidung gewidmet.
Weil ich mich seit vielen Monaten vor meinem geistigen Auge in Röcken sehe.
Die Realitätsumsetzung liegt bei Null.
Jeder Versuch bleibt im Ansatz stecken.
Also, meine alten Stiefel sind zu eng.
Entweder neue oder Schnürschuhe. Hohe.
Einen sehr schönen flippigen Rock in meinem Fundus entdeckt,
Second Hand gekauft, noch nie getragen.
Schau ma mal.
Ein uraltes Kleid probiert,
da fehlt mir jede Idee dazu.
Versuchsweise trage ich daheim manchmal einen langen Sommerrock.
Das geht.
Tunikaähnliche Sachen gibt es,
bis jetzt immer mit Hosen.
Ich arbeite am weiblichen Programm.



Freitag, 21. Dezember 2018

DAS LICHT AM ENDE DES TUNNELS


 
Heute ist Sonnenwende.
Ab nun geht es bergauf.
Jetzt wird es schöner, besser, leichter, heller ...
Bin ich froh.
Aber heuer war das in die Dunkelheit gehen,
 gar nicht so schlimm.
Habe schon ärgere Jahresendzeiten erlebt.

 
 


Donnerstag, 20. Dezember 2018

DÄMMERUNG





Jetzt, wo alles weiß verkleidet ist,
mag ich gerne die Stunde der Dämmerung.
Sitze in der warmen Stube
und warte  bis das Draußen verschwindet,
bis es einnachtet,
bis auch das Weiß in Schwärze getaucht wird.
Mit Glück zieht ein Reh schemenhaft am Fenster vorbei
und alles ist schweigend und still.
Diese Stunde ist heilig,
denn wo der vergehende Tag die kommende Nacht küsst,
wird ein Wunder geboren.


Mittwoch, 19. Dezember 2018

WAS NERVT


Die Meisen nerven.
Sie holen die Isolierung hinter der Holzverschalung hervor.
Eh schon alt,
aber trotzdem.
Ich dachte, das macht der Marder,
aber jetzt kann ich den Vögeln dabei zusehen.
---
Wenn ich den Fernseher einschalte,
kann es gut sein,
dass die Satellitenschüssel zugeschneit ist.
Womöglich ist es bereits dunkel.
Treue Leserinnen wissen,
dass in dem Haus keine Taschenlampe vorhanden ist.
So kann ich dann im Finsteren den Dachboden erklimmen
(Kletterei)
(wo der Marder nicht immer wohnt)
und bei der Dachluke gestreckt mit einem Besenstiel die Schüssel abklopfen.
---
Der Winter nervt.
Ich gehe ja dauernd ins Freie,
weil ich z.B. Holz hole oder die Vögel füttere
oder zum Spaß oder, oder.
Und immer: Mütze, Jacke, Schal, vielleicht Handschuhe,
feste Schuhe.
Das alleine ist richtig Arbeit.
Wenn ich auf die hohen Schuhe verzichte,
muss ich mich dann im Haus umziehen, weil ich nass bin.
Weil die Socken feucht sind.
Nicht nur kalt und dunkel ist der Winter,
nein, er ist auch noch voller Mühen.
---
Was gar nicht nervt:
die Stille,
das viele Weiß,
die verschneiten Bäume,
den Vögeln zuzusehen.
Alles gut.


Dienstag, 18. Dezember 2018

KLIMASCHUTZ


Mein neuester Lieblingsspruch:
ich tu was für das Klima,
ICH PUTZE NICHT!
---
In dem Wiener Hotel gab es einen Türhänger,
mit dem man aufs Putzen verzichten konnte.
Ich glaube, es stand drauf,
dass eine gewisse Summe gespendet würde.
Habe ich so noch nie gesehen.
Als Goodie gab es im Zimmer einen Apfel,
die Betthupferlschokolade ist mir lieber.
Ich liebe Hotelfrühstückbuffets
und es gab so gut wie keine Verpackung.
Sogar die Butter lag in großen Blöcken zum Herunterschneiden am Selbstbedienungstisch.
Die kleinen Schritte sind zwar mehr Kosmetik als wirksam,
aber sie beruhigen das Gewissen.
Und wenn ich die Putzmittelregale im Drogeriemarkt sehe,
frage ich mich oft,
wozu das extrem giftige Zeug  gebraucht wird.


.

Montag, 17. Dezember 2018

SOLCHE MORGEN


Es gibt so Morgen,
da fängt abschnittsweise ein Körperteil nach dem anderen zu schmerzen an
und da frage ich mich,
wer ist das,
der den heutigen Tag erleben möchte.
Ich kann mich nicht damit identifizieren.
Denn was da versucht munter zu werden,
das kenne ich nicht.
Diese Ausgeburt unzusammenhängender Teile.
Wenn ich Glück habe,
dann fügen sich die Stücke nach einer Weile zu einem bekannten Ganzen.
Und dann geht's  weiter wie normal.




Ja.
Meist stehe ich auf, wenn es noch so dunkel ist
in dieser kohlschwarzen Zeit.


Sonntag, 16. Dezember 2018

NOSTALGIE



Einen kleinen Spaziergang in Kaisermühlen,
  der einst mein Lieblingswohnort in Wien war,
konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Fast alles wie vor 30 Jahren.
Möwen, Holzsteg, Schrebergartenhäuser, Boote ....
Schöne Nostalgie.
Trotzdem: Stadt geht gar nimmer.



Samstag, 15. Dezember 2018

HALB UND HALB



Wien war grauslich und schön.
Halb und halb.
Ein Tag zum Vergessen
und ein Tag voller Highlights.
Gewohnt habe ich bei der UNO-City.
In einem modernen Hotel.
In meinem geliebten Kaisermühlen.
Ich schlafe in dem Hotel,
das mir ein halbwegs günstiges Zimmer bietet.
Modern mag ich es nicht so.
Gesichtslos, viele Leute von Konferenzen aus der UNO vis-a-vis.
Hotel suche ich auch nach der Lage aus.
Dieses hat perfekte U-Bahnanbindung und direkt an der Stadtautobahn.
Dass die U-Bahn dann eine Störung hatte,
ist klar.
Und ich bin mit Millionen Leuten im Untergrund wartend gestanden.
Im Kino war ich auch.
Blöden Film gesehen.
Die ganze Zeit gedacht,
warum ich mir den Schwachsinn ansehe.
Und nicht rausgegangen.
Bis zum bitteren Ende geblieben.
---
Ich habe auf meinen Kalender geblickt -
ich muss heuer gar nix mehr.
Keine Termine.
Frei, frei, frei.
Das hat mich sofort zu einem Rumpelstilzchentanz inspiriert.

Hotelzimmeraussicht
Irgendwie anders als daheim


Beim Hotelzimmer war ein Gutschein für die Zuckerlwerkstatt in der Herrengasse dabei.
Den ich auch eingelöst habe.
Sehenswert, wie Seidenzuckerln hergestellt werden.