Mittwoch, 30. Juli 2014

ALTE BÄUME

Einer meiner Lieblingsaussprüche:
"Wenn man von einem herabfallenden Ast erschlagen werden möchte,
muss man nach Tschechien fahren."
Ich weiß, der Satz ist nicht besonders geschmackvoll,
aber bei den Nachbarn gibt es noch alte Bäume.
Wunderbare Alleen, einzelne Riesen ...
In meiner Gegend wurde in den letzten Jahren alles gemeuchelt.
Die Orte haben ihre grünen Beschützer verloren,
was jetzt wächst ist Einheitsbrei.
Fichtenmonokulturen und im verbauten Gebiet gefälliges Baumschulengezüchte.
Überängstliche Bürgermeister haben, statt die jahrhundertealten Riesen kontrollieren zu lassen und sie zu sanieren, gleich den bequemen Weg gewählt.
Was weg ist, kann niemandem schaden.
Ob den Menschen bewusst ist, was da für sie verloren geht?


Dienstag, 29. Juli 2014

AM BACH


Wenn der Sommer badewetteruntauglich ist,
mag ich wenigstens die Füße in den sprudelnden Bach halten.
So schön die großen Steine -
und Geschichten werden murmelnd vom Wasser erzählt.
 



Montag, 28. Juli 2014

STREIFZUG


Das Korn ist schon fast reif.
Es liegt so viel Herbst in der Luft.
Bei uns war der Sommer bescheiden.
Kühl, viel Regen, ein seltsames Jahr.


Der Ringelnatter bin ich begegnet.
Sie war kaum zu sehen,
farblich perfekt angepasst.

Wilder Weg
Im Wald war noch ein Frosch.
Er hat geduldig stillgehalten,
erst als ich ihn gestreichelt habe,
(zum Küssen bin ich nimmer gekommen)
hat er sich mit einem Metersatz verabschiedet.

Sonntag, 27. Juli 2014

SATELLIT

 
Bei einer längeren Autofahrt habe ich zu rechnen begonnen:
 ca. 40000 km beträgt der Erdumfang.
So viel war ich früher in einem Jahr mit dem Auto unterwegs.
Eine Zeit lang bin ich viel geflogen, einige Male um die Welt.
Wenn ich alles zusammenzähle, ergibt das eine stattliche Summe.
Satellit fällt mir dazu ein.
Ständig am Kreisen.
Vielen Menschen geht es so.
Unruhige Punkte in einer Erdumdrehungsbahn.
Ich werde langsamer.
Rotiere nur mehr 20000 km im Jahr.
Seltsam.
Ob der Mensch so geplant war?
Als unsteter Körper in einer unsteten Welt?



Samstag, 26. Juli 2014

DIE EIFERSÜCHTIGEN GÖTTER

 
Ihr wisst, wenn man den Tag zu viel lobt,
das gefundene Glück beschreibt,
dann werden die Götter eifersüchtig,
das Blatt wendet sich
und das schönste Unglück stellt sich ein.
Telefon und Internet sind gestorben,
ich bin beim Haus mit den vielen Katzen vorbeigekommen
und alle, alle waren auf der Straße.
Ein erbärmlicher Anblick, räudiges dünnes Katzenelend
begleitet von alten grenzdebilen Männern.
Dass ich auf der Straße die seltsamsten Menschen gesehen habe,
versteht sich von selbst.
Entstiegen den Vorhöfen der Unterwelt.
Meinem besten Freund geht es wirklich schlecht -
ich weiß, ich schreibe das schon lange,
aber langsam vergeht mir das Lachen, wenn ich ihm beim Ersticken zusehe.
Und das alles ist nur die andere Seite von Glück,
der Blickwinkel gewendet,
Samsara,
der ewige Kreislauf.
 

Freitag, 25. Juli 2014

ÜBER ALLEM IST GLÜCK

Wenn ich in diesen Sommertagen durch die Gegend streife
finde ich Pilze, Gedanken, Worte, Beeren, Bilder
und über allem ist Glück.
Heftiges Empfinden trifft mich,
berührt mich dort,
wo Kleinkindgefühle verschüttet sind. 
Lange kann es dauern
bis man zu Wurzeln zurückfindet,
die tief vergraben sind.
Zufällig dem begegnet,
was man schon immer wollte, immer sein wollte, immer leben wollte.
Eins wird mit dem Ursprünglichen.


Donnerstag, 24. Juli 2014

GARTENGESTALTUNG


Mein Faible für besondere Gartengestaltung
wird von dieser vollbusigen und vollhüftigen Blumenträgerin in einem Dorf gestillt.
Jedesmal beim Vorbeifahren muss ich lächeln.
Was will frau mehr??


Mittwoch, 23. Juli 2014

GEHEIMNISSE


Seit ich fast nix mehr mache, was ich früher gemacht habe -
kaum Reisen, nimmer große Stadt, ganz wenig Menschen -
wird das Leben anders reich.
Der Wald erzählt mir Geschichten,
der Wind streichelt meine Haut,
die Wolken bringen Geheimnisse aus fernen Gegenden ....
Wandlungen.
 
 
Was gestern war,
habe ich vergessen,
was morgen wird,
interessiert mich nicht,
der Stein ist ewig -
mit ihm bin ich verwandt.



Dienstag, 22. Juli 2014

VERLIEBT


Im Traum habe ich dich gefunden
mich in dich verliebt
jetzt suche ich jede Nacht nach dir
um dich nicht zu versäumen
lasse ich keine Stunde Schlaf aus


Montag, 21. Juli 2014

VOM PUTZEN


Das mit dem Staub und dem Schmutz muss der Teufel erfunden haben.
Gehört wohl zu den Plagen, wie Heuschrecken oder so.
Das Schlimme am Putzen ist, dass ich trödle.
Ich arbeite nicht zügig dahin,
sondern es fällt mir dauernd etwas Besseres ein.
Ich muss am Computer ein Mail beantworten,
ich muss mir schnell eine Stärkung einverleiben,
zwischendurch die Waschmaschine einschalten
oder dringend telefonieren,
die Katze streicheln,
mich kurz zur Erholung in die Sonne setzen,
möglicherweise schon wieder etwas essen,
ein paar Erdbeeren pflücken,
nachsehen, ob der hübsche Briefträger schon da war,
etc. etc. etc.
In der ganzen Zeit steht der Staubsauger mitten im Zimmer,
überall liegt Angefanges herum
und das ungute Bauchgefühl wird nicht weniger.
Sogar den Post kann ich noch schnell dazwischenschieben.
Es ist ein Kreuz mit meinem arbeitsschwachen Reinlichkeitseifer
und der innere Putzteufel ist leicht besiegbar.


Sonntag, 20. Juli 2014

Samstag, 19. Juli 2014

MITBRINGSEL AUS DER GROSSEN STADT

 
 
Herr Müller, wo sind Sie?




Freitag, 18. Juli 2014

WASSER

 

Der Sommer ist bei mir zickig -
bei schönstem Wetter mit Prognosen bis zu 30 Grad bin ich weggefahren,
ganz leicht angezogen.
Auf nix kann frau sich verlassen.
Es gab heftige Gewitter und mit langem Regen,
die nette Frau vom Imbiss am Teich hat mir eine Fleecejacke geborgt,
Regenschutz hatte ich im Mopedfach verstaut,
aber richtig ausgefroren bin ich daheim gelandet
und habe gleich den Kachelofen angeworfen.
Alles was es im Winter nicht geniederschlagt hat,
kommt jetzt herunter.
 


Donnerstag, 17. Juli 2014

GÄNSE IM GLÜCK


Weidegänse.
So nett. Wenn man in die Nähe kommt,
fangen sie aufgeregt zu schnattern an.
Die besseren Wachhunde.
Sie leben bis Martini auf der Weide und müssen sich hauptsächlich das Futter selbst suchen,
damit sie nicht fett werden.
Als ich ein kleines Kind war,
wohnten wir am Stadtrand von Wien neben einem Bauernhof.
Die Gänse waren immer am Weg, wenn ich aus der Schule kam.
Und ich habe mich schrecklich gefürchtet, wenn sie mir zischend und schnatternd nachliefen.
Naja, ab und an habe ich sie auch ein wenig geärgert.
Damit ich mich dann vor ihnen fürchten konnte.
 


Mittwoch, 16. Juli 2014

IN DER GROSSEN STADT



Das erste Mal seit Monaten wieder in der großen Stadt.
Schön war es,
Traumwetter mit blitzblauem Himmel und reingewaschenen Farben.
Heiß auch.
Der wohl berühmteste Würstelstand Wien's muss in allen Reiseführern stehen,
so viele Leute waren für "a Haße" angestellt.
Und ein paar Stunden Stadtluft sind genug,
mein Veilchenpastillenlager ist aufgefüllt
und sonst auch das Wichtigste zur Zufriedenheit erledigt.
Jetzt kann ich mich wieder der kühleren Waldviertellangsamkeit hingeben.
 


Dienstag, 15. Juli 2014

BESCHEIDEN


 
 
Bescheidene zarte Schnittblumen stehen jetzt bei mir in der Vase.
Eine Rose, ein paar Gräser, fertig.
Bis vor kurzem habe ich Stäuße im Supermarkt gekauft.
Meist Lilien.
Irgendwann konnte ich diese Kunstblumen nicht mehr sehen.
Sind so wenig lebendig.
Und immer wieder fällt mir dazu Lotte Ingrisch ein.
Die einen mitgebrachten Blumenstrauß mit den Worten ablehnte:
"Ich mag nichts Totes herumstehen haben."
 
 

Montag, 14. Juli 2014

WALDFRÜCHTE


Meine Pflückausdauer hat nur für einen Teller Heidelbeeren gereicht.
Mit Zucker und etwas griechischem Joghurt - sehr köstlich.
Eierschwammerln gibt es im Moment mehr als ich mitnehmen mag.
Riesige gelbe Flecken im Wald -
habe ich in der Menge zuletzt vor Jahrzehnten gesehen.
Sammeln artet in Arbeit aus.
Ich mache die Pilze gerne auf italienische Art:
Zwiebel in Olivenöl glasig anlaufen lassen,
die geschnittenen Schwammerln in der Pfanne dünsten, bis fast das gesamte Wasser verdampft ist,
Salz, etwas Pfeffer, etwas Paprika (bei mir geht fast gar nichts ohne Paprika),
einen Schuss Balsamico dazu,
wenn abgekühlt in Gläser füllen und noch etwas Olivenöl für die Haltbarkeit darüber.
Kann man gut im Kühlschrank stehen haben,
hält sich ein paar Wochen,
schmeckt kalt als Vorspeise,
geht als Beilage zu Fleisch,
kann man auf Nudeln mit Parmesan geben
und immer noch ein paar frische Kräuter darauf.
Mit Pilzen kann man so viel machen,
schmecken immer köstlich.
Im Sommer bin ich meist auf Schwammerldiät.




Sonntag, 13. Juli 2014

FAULER SONNTAG


Die Stunden genießen -
wie sie fallen.
 


Samstag, 12. Juli 2014

SOMMERTAGE


Die Tage gleiten dahin.
Waldviertelsommer.
Schwammerln suchen, Moped fahren, in einem Teich schwimmen,
ein wenig herumarbeiten,
ziemlich angenehm. Wenn es regnet, ist es auch gut, dann ist halt Kachelofenwetter.
Ereignislos rieseln die Stunden durch meine Finger.
Mein Lieblingsbock ist geschossen,
ich bin keine Tierewiedergesundpflegerin -
der Katzengefangenevogel ist wahrscheinlich mit einem gebrochenen Bein davongeflattert.
Alles normal, nicht?




Freitag, 11. Juli 2014

FRAGEN ??????????????


 Wenn ich Gefühle nicht benenne,
sind sie dann auch da?
Wenn ich nicht "Hallo" sage,
zum warmen Wind, der mich umschmeichelt,
spüre ich ihn dann?
Wenn ich den rastlosen Geist anhalte,
entstehen Erinnerungen oder ergibt sich eine Lücke?
Und den Glückstopf am Ende des Regenbogens gehe ich jetzt holen.


 


Donnerstag, 10. Juli 2014

HINTERHÖFE UND VORDERANSICHTEN

 
Tristesse kann man überall finden -
wenn man sie sucht.





Mittwoch, 9. Juli 2014

VERWILDERT


Im Sommer verwildert hier alles.
Türen wachsen zu.
Glockenblumen gehen im Innenhof wild auf.

Und in der Holzscheune bin ich einer Erdkröte begegnet.
Die hat meine heile Welt wieder ein klein wenig in Ordnung gebracht.
 Außerdem habe ich in einem Wald hunderte winzig kleine Frösche gesehen.
Zu viele Prinzen um mit dem Küssen zu beginnen.
In der Nacht fliegen Glühwürmchen,
wenn das Wetter ausdauernder auf Sommer schalten würde,
könnte man mich außerordentlich zufrieden stimmen.

Dienstag, 8. Juli 2014

ALT



Poahhh, ich bin schon richtig, richtig alt.
In den Medien waren jetzt die Gedenktage zum  Beginn des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren.
Da ist mir aufgefallen,
dass mein Geburtsdatum näher zum Ersten Weltkrieg liegt,
als zum heutigen Tag.
Und diese Zeit der Großväter, mit langen Kleidern, steifem Benehmen die war doch immer richtig weit weg.
Und meine Kindheit ist jetzt auch weit, weit weg.
Auch die, die ich einmal war,
die Vergangene,
ist weit weg.
Bin ich immer nur jetzt?
Und Zeit, wie unfassbar ist die denn?