Montag, 23. November 2009

VERLOREN


Verlorene Engelsschuhe
nutzlos in luftiger Höhe.
Abgetragen, verbraucht.
Leichtfüßige Flügelbenutzer barfuß.

Sonntag, 22. November 2009

BESUCH

Bekannte haben ein wunderhübsches Häuschen mitten im Wald.
Die beiden Bewohner streiten.
Oft.
Viel.
Nur.
Heute fuhr ich mit dem Mann zu seiner Waldeinsamkeit
schon unterwegs läutete das Telefon -
seine Frau aufgeregt "der Ofen raucht".
Wir haben ganz warmes Wetter und da kann Einheizen schon mal Probleme machen.
Bei unserer Ankunft wabbelten dicke Rauchschwaden durch die Stube.
Der Mann schimpfte
die Frau tat hilflos
und ich
-- bitte, was mische ich mich ein --
meinte, man müsste ein Papier im Rauchfang anzünden,
damit die falsche Luft entweichen kann
und dann hat alles die schönste Ordnung.
Unter Gemurre und Geknurre und nach Werkzeugsuche in dem Hustennebel
war endlich das Kamintürl offen,
nur hat der Rauchfangkehrer seit Jahren dort die Asche nimmer rausgeräumt,
die dann auf den Küchenboden rieselte und sich verteilte.
Jetzt wars nicht nur rauchig, sondern auch staubig,
das Papier, das ich anzündete fiel letztlich auf meine Schuhe,
die dann zum Brennen begannen,
der Mann hat alle Sünden seiner Frau der letzten Jahre herausgekramt und vorgetragen,
mir wurde die dicke Luft in jeder Hinsicht zu viel
und nachdem ich das Chaos zumindest verdoppelt hatte
verabschiedete ich mich artig.-
Bevor das ganze hübsche Haus in Flammen stand.
Nie wieder mische ich mich ein.
Ist voll daneben gegangen.
Aber witzig war es schon.
Nein, ich bin nicht schadenfroh.
Slapstick comedy.

Samstag, 21. November 2009

JUPITER

Es gibt Tage,
da ist Jupiter Gast im Haus.
Schüttet sein Füllhorn
des Überflusses und der Geschenke aus.
Zeigt die angenehmen Seiten des Lebens.
Da kommt ein Schreiben vom Finanzamt
das ein unerwartetes Guthaben aufzeigt,
der langersehnte Handwerker will fast kein Geld für seine Dienste,
und sonst klappt auch alles wunderbar.
Frau könnte sich an dieses Beschenktwerden gewöhnen,
an Zeiten in denen sich das Leben großzügig zeigt,
verwöhnt
gibt
und ausgleicht,
was man sonst hineinmüht.

Freitag, 20. November 2009

FREIHEIT IN OLMÜTZ

Manchmal ist alles ganz anders
als geplant.
Zwei Tage in Olmütz (Olomouc/Tschechien).
Dort bin ich in die Feiern
20 Jahre Demokratie hineingeplatzt.

Es war schön.
Gefühle machten sich breit.
Freiheit, eigene und Europas.
Freude darüber.
Erinnerungen an frühere Zeiten.
Grenzen, Kontrollen, Schikanen.
Relikte aus der "früheren Zeit" gab es zu sehen.
Trabis, Uniformierte, Panzer,
Lenin und Stalin.
Musik am Platz,
am Abend waren viele Leute
und das Ganze wurde von einem prächtigen Feuerwerk gekrönt.
Die Feuerwerkskörper waren wahrscheinlich chinesischer Herkunft,
manche verlöschten erst auf den Pflastersteinen
inmitten der Menschen.
Das tat aber der allgemeinen Freude keinen Abbruch.
Der Uniformträger war Dekoration.
Er genoss es sichtlich,
viel fotografiert zu werden.
Stalin ist schon nasenlos -
die Büsten gammeln in einem Depot vor sich hin.
So schnell kanns gehen
mit Ehre und Ruhm.
Zum Volksfest gehört Essen und Trinken.
Die Mischung von fetten Würsteln,
mehreren Bechern Punsch und Maroni
hat mein Magen nur knapp überstanden.
Aber schön wars,
ich habe mich gefreut -
für alle Menschen die ohne Grenzen leben können
für mich,
die ich bei den Feiern dabei sein durfte.
Unverhofft kommt oft -
oder zumindest manchmal.
Geschenke des Zufalls.
Kreise die sich schliessen,
eigene und fremde.


Donnerstag, 19. November 2009

ZEITBESCHLEUNIGUNG

Gegend und Zeit
werden gerade beschleunigt an mir vorbeigezogen.
Blick trifft auf Landschaft im Eiltempo.
Autobahnmomentaufnahme.
Wolken und Himmel vom Feinsten.

Mittwoch, 18. November 2009

WORTLOS

Heute fehlen die Worte
es schweigt der Wald
das ist Gold.

Dienstag, 17. November 2009

MEIN MÄNNERBILD

Die paar Geschichterln, die ich bei Donna's Schreibprojekt gemacht habe, sind einigermaßen erstaunlich für mich. Mein Unterbewusstsein hat ein Männerbild geliefert, das mir so nicht klar war. Männer sind untreu, Machos, unzuverlässig, Egoisten....etc. Wo nehme ich das nur her? So schlecht ist es mir mit dem anderen Geschlecht doch bisher gar nicht gegangen. Naja, ein paar Missgriffe waren schon dabei, aber unterm Strich hab ichs meist nicht so mies getroffen. Ich werde wohl an meinem Männerbild arbeiten müssen. Ein paar positive Gedankenimpulse setzen. z.B. Männer sind manchmal witzig, inspirierend, anregend...........usw. Vielleicht hilft es und die nächste Geschichte wird männerfreundlicher. Männer sind doch auch nur Menschen! (Vom anderen Stern halt).

Montag, 16. November 2009

HERUMTRÖDELN

Wer kennt das nicht?
Eigentlich müsste/sollte ich schon längst andere Dinge tun.
Statt dessen sitze ich am Computer,
hämmere die Worte in die Tasten,
spiele zwischendurch eine Runde Mahjongg
lese ein paar Blogs,
kontrolliere den E-Mailordner,
ja, eine Tasse Kaffee wäre auch noch gut,
und vielleicht einen kleinen Bissen essen?......
So verrinnt die Zeit....
Aber jetzt gehe ich wirklich und endgültig -
oder vielleicht doch noch schnell zuallerletzt
ein kitzekleines Spielchen?

Sonntag, 15. November 2009

SADISTEN

Bei all den schlechten Meldungen täglich
frage ich mich
sind Journalisten Sadisten?
Ist es erfreulich Angst und Schrecken zu verbreiten?
Gibt es ein gutes Gefühl von Macht und Überlegenheit
die täglichen Bad News durch die Medien zu jagen?
Sie jederzeit zu toppen?
Was denkt sich in den Macherhirnen?
Jetzt machen wir den Lesern/Hörern/Sehern gehörig Angst?
Die Quoten steigen mit den Toten?
Wohl selbst schuld wer all das konsumiert.
Aber abseits von aller Information zu leben
und auf den berittenen Depeschenboten zu warten
ist auch keine Lösung.
Womöglich geht die Welt unter
und ich bin nicht dabei.

Samstag, 14. November 2009

DONNA´S SCHREIBPROJEKT NOVEMBER 2009


Kalte Novemberluft schlug ihr entgegen, als…

sie das Autofenster öffnete. Die Nacht war dunkel, neblig und feucht. Susanne kannte die kurvige Strecke gut, so oft war sie hier gefahren. Schemenhaft sah sie am Straßenrand die Bäume, der Nebel wurde dichter. Ihre Gedanken waren bei den letzten Stunden. Stunden in Licht und Wärme. Zu ihrer Abschiedsfeier waren viele Freunde und Bekannte gekommen, herzliche bewegende Worte wurden gesprochen, einige Tränen vergossen. Nach all den Jahren war es ein Abschied für immer, sie würde bald heiraten und ihr neues Leben in wenigen Tagen in Griechenland beginnen. Alles war vorbereitet, die Wohnung aufgelöst, der Flug gebucht, der Umzugscontainer gepackt. Costa ihr zukünftiger Ehemann war in Santorin, er bereitete mit seiner Familie die Hochzeit vor. Sie kannten sich seit einigen Jahren - eine Fernbeziehung beschränkt auf wenige Wochen, die sie freinehmen und bei ihm in Griechenland verbringen konnte. In der Zeit half sie in dem Strandlokal aus das Costa und seinen Eltern gehörte. Sie verstand sich mit allen gut. Eine Zeit fernab von Alltag und Sorgen. Rundum glücklich, fröhlich und frei. Jetzt, bei diesen Gedanken, schlug ihr die Nebelluft ins Gesicht - dieses unfreundliche Wetter würde auch bald der Vergangenheit angehören - Sonne und Meer - das war ihre Zukunft. Alles konnte sie zurücklassen - ein völlig neues Leben beginnen.
(Die Kurzgeschichtenschreiberin würde jetzt das Auto aus der Kurve fliegen und die heiratswillige Dame sterben lassen. Schon beim letzten Schreibprojekt hat es einen Toten gegeben. Fällt ihr sonst nichts ein? Denk....
Das würde sich z.B. so lesen:)
Plötzlich sah sie im Scheinwerferlicht schemenhaft ein Reh am Straßenrand, sie versuchte zu bremsen, feuchtes Laub und Temperaturen knapp unter Null Grad ließen das Auto ins Schleudern kommen, ein Aufprall, der Wagen schlingerte quer über die Straße, sie sah den alten Baum, der auf sie zuraste, dachte noch: "Scheiße, das Auto ist sicher kaputt" - und dann war nur mehr Dunkelheit um sie. Besucher der Abschiedsparty fanden sie nach einiger Zeit eingeklemmt im Auto - tot.
Und Costa wartete und wartete. Nicht lange, dann tröstete er sich mit einer anderen Urlauberin, die in Stoßzeiten im Strandlokal bediente.
Das wäre die Wahl der Schreiberin. Aber heute muss es anders weitergehen:
Sie war sehr verliebt in ihren Costa, sie würden eine herrliche Zeit miteinander haben. Jetzt im Winter war auf der Insel nicht viel zu tun und sie würden ihre Flitterwochen genießen können. Der schöne Costa war ihr Traummann. Dunkel, feurig, zärtlich, romantisch, aufmerksam - fast zu viele positive Seiten für einen einzigen Menschen vereinten sich in ihm. Ihr gemeinsames Heim war ein hübsches weißes griechisches Haus mit Blick auf das immerblaue Meer. Wenn sie an all das dachte, kam ihr die Erfüllung ihrer Träume wie ein Märchen vor. Ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht.
Es kam alles wie es kommen musste. Eine wunderbare Hochzeit, eine schöne Anfangszeit. Dann wurde der Inselprinz immer mehr zum Südlandmacho, die Arbeit im netten Strandlokal ganz schön anstrengend und aufreibend. Die Freiheiten für Frauen sehr auf Heim und Familie beschränkt ........
Nach nicht allzu langer Zeit sehnte sich Susanne in ihr altes Leben zurück - wenn sie doch nochmals bei diesem Tag neu beginnen könnte, als ihr kalte Novemberluft beim geöffneten Autofenster entgegenschlug.

Freitag, 13. November 2009

KLEINE DINGE

Es sind die kleinen Dinge
am Rande des Weges
das Salz in der Suppe der Zeit
die Fundstücke des Tages
unbeachtet
wenn du sie nicht aufhebst
wahrnimmst
scheinbare Belanglosigkeiten
einmalig
unwiederholbar
Schätze des Augenblicks
verloren für immer
wenn du achtlos
über sie drübersteigst.
Geschenke
bereitgehalten für offene Augen und offene Herzen.

Donnerstag, 12. November 2009

KRUMAU TSCHECHIEN

Schöne Novemberstunden in Krumau verbracht.
Weltkulturerbe.
Die Madonna steht über dem Bärengraben des Schlosses.
Bären gabs keine mehr,
die sind wohl für den Winter weggesperrt.

Im Sommer schieben sich hier die Touristen aus aller Welt
durch die engen Gassen.
Jetzt ist alles leer.
Zeit zum Genießen.
Wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt
und schon eine andere Welt.

In dieser Pension möchte ich doch einmal wohnen.
Runde Zimmer - runde Betten??

Hinterhöfe, vergammelt,
wie es früher war.
Ich kenne Krumau schon seit ewig,
lange vor dem Touristenboom/Nepp.
Finde es schön,
dass es immer noch verborgene Winkel abseits gibt.

Hier wird gewohnt -
Blumen und Gräser wachsen auf dem Dach.

Neue Lokale haben wir entdeckt -
ein urgemütliches Brauwirtshaus.
Straßenwürstel.


Mittwoch, 11. November 2009

LUFTGITARRE


Musik ist ja weniger meines.
Im Hintergrund dudelt viele Stunden am Tag Ö3,
ohne dass ich richtig zuhöre.
So auch im Auto.
Und jetzt passiert es mir bereits zum zweiten Mal,
dass eine Nummer gespielt wird,
keine Ahnung von wem und was
(weil ich ja die Ansagen nicht höre)
die ist für mich total irre.
Ich flippe völlig aus,
muss mitgrölen
Luftgitarre spielen
am ganzen Körper mitschwingen
die Boxen auf Lautergehtnichtmehr drehen.
Nachher fühle ich mich voller Power und Energie.
Auch wenn zwischendurch der Strassengraben gefährlich nahe kommt.
...Ekstase....

Dienstag, 10. November 2009

LISTE DER PEINLICHKEITEN

Im Waldviertel gibt es Steingruppen,
da kann man gerade einmal durchschlüpfen.
Wenn frau das zustande bringt,
wird sie ihre Schmerzen los,
oder kann ein Kind bekommen
oder sonst etwas Wünschenswertes.
Ich mache heute die Liste meiner Peinlichkeiten,
schlüpfe damit durch den Spalt
und lasse sie für den Rest des Lebens los.
Vergesse sie.
Einfach.
Wie nicht passiert.
Sozusagen ein Peinlichkeitsablass.
Meine Zukunft ist schamlos -
das habe ich mir fest vorgenommen.

Montag, 9. November 2009

VON EINEM DER AUSZOG DIE FLIEGEN ZU RETTEN


Ein paar Tage war ich in der rauen Welt
war im Getümmel
wo man auch schon einmal Fräulein zu mir sagt.
Dort bin ich einem Mann begegnet
der Fliegen rettet
behutsam schließt seine Hand sie ein
trägt sie ins novemberliche Freie
betrauert ihren frühen Tod
fühlt Schmerz für alle endlichen Insekten.
Seine Geschichten haben mich berührt
wo trifft frau schon auf
Männerseelen
die mit Fliegen, Wespen, Mücken denken
ihre Leben miterleiden
zartbesaitet
zu fein für diese schnöde Welt?

Sonntag, 8. November 2009

NOVEMBER

Dunkel hüllt uns ein
Nacht legt sich auf Leben
gut, dass wir behütet sind
Haus und Ofen haben
Schutz vor den Novembertagen.

Samstag, 7. November 2009

BÜCHER

Bücher sind Freunde.
Ich habe viele Freunde. Viele, viele.
Zu viele.
Bekannte, Unbekannte, ein wenig Bekannte, Geliebte, enge Freunde.
Heute habe ich ein Buch gesucht.
Ein Buch aus der Kategorie "enge Freundschaft über Jahrzehnte".
Ich bin schlampig.
Dort, wo es sein sollte, war es nicht,
dafür konnte ich das Regal gleich abstauben.
Vier Werke des gleichen Autors haben sich gefunden -
die kenne ich wieder eher nicht,
aber das Gesuchte war ganz woanders.
Hat mich eine halbe Stunde meines Lebens gekostet.
Ich frage mich:
Wie kann eine Frau, die so viele Bücher besitzt,
trotzdem so dumm sein?
Nicht, dass alle Bücher so gescheit und weise sind,
aber da biegen sich die Regalbretter unter den Werken
richtig intelligenter SchreiberInnen.
Und das meiste davon ist gelesen.
Wohl alles durch den Ganglien-Rost gefallen.....

Freitag, 6. November 2009

ZU TODE GEFÜRCHTET IST AUCH GESTORBEN

Jetzt, wo ich älter werde,
merke ich, dass ich ängstlicher bin.
Vorsichtiger.
Ansich müsste ich sorgloser sein,
das Ablaufdatum rückt näher,
es gibt immer weniger zu verlieren,
vieles ist von selbst gegangen.
Wovor soll ich mich fürchten?
Wozu habe ich Angst?
Eigentlich könnte ich unbefangen aus dem Vollen leben -
was versuche ich noch zu retten?
Ich könnte die verrücktesten Dinge tun
und die verbliebene Restzeit riskieren.
Und mich auf Teufel komm raus vor nichts mehr fürchten ....

Donnerstag, 5. November 2009

PEINLICH


Wenn ich mich zurückerinnere
dann gibt es in meinem Leben einige Ereignisse
die mir noch heute die Schamesröte ins Gesicht treiben können.
Ereignisse, wo ich versagt habe,
mich völlig daneben benommen habe,
Schuld auf mich geladen habe etc.
Zu diesen Schamesrötedingen gehört mein Versuch in einer Wiener Volkshochschule einen Kurs für alte Menschen abzuhalten.
Irgendwie bin ich dazu gekommen.
Die Frau, die es vorher gemacht hatte
wollte nicht mehr
sonst hat sich niemand gefunden
und ich mache in meinem Leben ja immer Sachen
die ich nicht kann
und von denen ich keine Ahnung habe.
Meist gelingt es
aber manchmal auch eben gar nicht.
Das mit dem Kurs
das war gar nicht.
Jedesmal vor Kursbeginn war ich auf der Toilette
hab mich in den Spiegel geschaut
und mich motiviert.
Schweißperlen auf der Stirn.
Meine Vorgängerin war eine quirlige Alte,
die die unquirligen Alten motivieren konnte.
Ich war eine ruhige Junge
ich wollte die Kursteilnehmer zu eigenen Initiativen ermuntern -
nichts hat funktioniert.
Sie waren nicht zufrieden,
sind eingeschlafen,
haben nichts Persönliches eingebracht.
Einmal hab ich ein Trivial Pursuit mitgenommen,
sie wussten nicht mal die Kinderfragen.
In meiner Verzweiflung habe ich ihnen
eigene Dias von Fernreisen gezeigt.
Damit waren sie halbwegs zufrieden.
Wenn die 2 Stunden vorbei waren,
war ich total erleichtert
und sofort hab ich mich vor der nächsten Woche zu fürchten begonnen.
Ich war schlecht.
Ich war ungeeignet.
So ist manchmal zwischen dem
was wir uns zutrauen
und der Realität ein riesiger unüberbrückbarer Vorstellungszwischenraum.

Mittwoch, 4. November 2009

FUNDSTÜCK

Das erste Eis gefunden.
Schimmerndes Klares
gefangenes Licht
unbeständige Schönheit
Geschenke des Wegesrandes.

Dienstag, 3. November 2009

SCHWEINEGRIPPE

Vor einigen Jahren hatte ich eine "richtige" Grippe -
der Verlauf war nicht so schlimm,
aber es hat Wochen gedauert,
bis ich wieder ganz die Alte war.
Fühlte mich lange kraftlos und krank,
hab das als sehr unangenehm in Erinnerung.
War richtig handlungsgelähmt,
konnte kaum irgendwelche Aktivitäten setzen.
Um das nicht nocheinmal zu erleben,
habe ich mich in den folgenden Jahren impfen lassen.
Vorvorigen Winter hatte ich dann das Gleiche,
ich hab mich wochenlang krank gefühlt,
ohne Grippesymptome zu haben.
Keine Ahnung, was damals wirklich war,
denke es waren die Viren,
die in mir unterwegs waren,
ohne richtig zum Ausbruch zu kommen.
Das war so unangenehm -
seitdem bin ich vom Impfen geheilt.
Im Internet hab ich jetzt gelesen,
ein sibirischer Zoo gibt den Affen Rotwein gegen Schweinegrippeansteckung.
Ich hab in den Tropen alles immer mit Alkohol geregelt -
und das werde ich jetzt auch wieder einführen.
Hab in meinen vergessenen Trinkvorräten gestöbert
und einen doppelt gebrannten Birnenschnaps gefunden.
Hick.
Bis zum Frühjahr kriege ich keine Grippe,
dafür bin ich dann Alkoholikerin.

Montag, 2. November 2009

LIEBLINGSLOKAL

Es gibt in meinem Leben ritualisierte Abläufe.
Einer davon ist Friedhof und ein Besuch in diesem Lokal.
Eine ehemalige Jugendstilvilla, die mehr als schäbig ist,
ein wenig morbide und seltsam
mit den größten Schnitzeln
nennt sich "Schloss Concordia"
ist urgemütlich.
Hundertwasser sagte über sie:
....wo die Spontanvegetation in Ehren gehalten wird....
Spontanvegetation - welches Wort!
Werde ich in meinen Sprachschatz aufnehmen -
bei mir spontanvegetiert es rundum.
Früher gabs in dem Lokal auch Veranstaltungen -
ich erinnere mich an eine Lesung des legendären Axel Corti -
"die Stimme" -
er kam direkt vom Flughafen hier vorbei,
ein wenig müde, ein wenig schmuddelig
und verschenkte seine Worte, seine unnachahmliche Sprache.
Erinnerungen und Gegenwart -
aus der Zeit ist der Platz auf jeden Fall!
Für WienerInnen:
Zentralfriedhof, Tor 1.

Sonntag, 1. November 2009

ZENTRALFRIEDHOF WIEN

Verwachsener Weg im alten jüdischen Teil. Ein Friedhofsfan bin ich.
Daraus mache ich kein Hehl.
Der Zentralfriedhof in Wien ist eine schöne Totenstätte.

Ruhe und Stille empfinde ich an diesen Orten.
Heuer war ich ein wenig traurig,
der Verlust ist noch zu nahe.

Ich gehe gerne spazieren,
betrachte die Grabdenkmäler,
denke die Geschichten dazu.

Ein verblichener Cafetier,
Gründer des Kaffee Central in Wien.


Immer weniger Tiere sind zu sehen,
diesmal gabs nur einen dicken fetten Feldhamster.

Samstag, 31. Oktober 2009

THIS IS IT


Michael Jackson`s Film angesehen.
Zusammenschnitt der Proben für sein letztes Konzertprojekt.
Ein Künstler
androgyn
ein ewiges Kind.
Hat mir sehr gefallen.
Es passt der Satz zu ihm
Only The Good Die Young
Obwohl - so jung an Jahren war er nicht mehr.
---

Das Waldviertel ist anders -
ich war im fast leeren Kino
und die Frau beim Kartenabreißen hat zu mir gesagt:
"der Film ist aber schon sehr laut".

Freitag, 30. Oktober 2009

ENTLASSENE WORTE

Wenn ich die Kommentare in meinem Blog lese,
dann merke ich
meine Worte kommen überall anders an.
Werden verschieden gelesen
interpretiert
verändert
weitergedacht
jede hat die eigene Brille.
Die eigene Sicht.
Die Worte die ich entlasse
sind dann nicht mehr meine Worte
sie sind gereist
wurden gewandelt
leben.
Schön ist das für Worte.
Wie kann etwas Meines bleiben,
das so flüchtig ist?

Donnerstag, 29. Oktober 2009

TIME TO EAT THE DOG

Ein neues Buch hat diesen Titel.
Darin werden die ökologischen Fußabdrücke der Haustiere untersucht.
Ein SUV ist umweltschonender als ein mittelgroßer Hund.
Eine Katze benötigt die Energie eines Golfes.
Gut fürs Klima ist es daher
Tiere mit Nutzwert zu halten.
Da wir wahrscheinlich unser Meerschweinchen Maxi nicht essen mögen -
in Südamerika steht es am Speiseplan -
sollen wir ein glückliches Huhn als Schmeicheltier
bei uns wohnen lassen.
Und statt Goldfisch vielleicht Forelle?
Wie wurde in dem gescheiten Buch der Tiernutzen auf unsere Psyche berechnet?
Welche Umwegrentabilität haben Zuwendung, Liebe, Nähe, Wärme?
Ich mag keine Hendln,
außer vielleicht am Teller
und mich nervt langsam das ganze Ökologischer-Fußabdruck-Gerede.
Ich glaube,
die Zusammenhänge sind bedeutend komplexer
lassen sich nicht auf Energieverbrauch und CO2 Ausstoß reduzieren,
entziehen sich zum Großteil dem menschlichen Einfluss.
Aber wer mag, kann die Welt retten
indem er seinen Hund isst.
---
Meine Katze ist gerade hauptsächlich auf Selbstversorgung umgestiegen -
ihr restliches Dosenfutter fressen die anderen Dorfmiezen nächtens.
Kriegt sie jetzt für Mäusejagd
ein Umweltgütesiegel?

Mittwoch, 28. Oktober 2009

VERGESSLICH


Nein, so sehr vergesslich bin ich nicht.
Aber ich schaffe es kaum
harte Eier zu kochen.
Die vergesse ich immer,
na, fast immer.
Angebrannte verkohlte stinkende Dinger
die im Reindl ohne Wasser auf und ab hüpfen.
Dann höre ich sie
und erinnere mich siedendheiß.
Der Topf ist auch gleich mit den verkohlten Eiern
zu entsorgen.
Ich bin so gar nicht
küchengeräteinnovativ
sonst würde ich die Anschaffung eines elektrischen Eierkochers ins Auge fassen.
Aber Probleme auf einfache Art zu lösen
ist doch zu billig?
Oder doch nicht?

Dienstag, 27. Oktober 2009

NUR EIN SCHAL

Einen neuen Schal hab ich gekauft.
Nach einigen Tagen hab ich ihn verloren.
Dann hab ich den gleichen nochmals besorgt.
Wollte unbedingt so einen Halswärmer haben.
Gestern hab ich einen Schal gefunden.
Gleiche Farbe, ganz ähnliches Muster.
Finde ich witzig,
Leben nimmt, Leben gibt.
Jetzt bin ich im Überfluss ............
Schalmässig

Montag, 26. Oktober 2009

(LIEBES)BEZIEHUNGEN

Mit den wichtigen Menschen unseres Lebens verbinden wir uns auf
speziellen Ebenen.
Mit einem Menschen gibt es eine geistig/spirituelle Ebene,
mit dem anderen kann man herrlich essen und kochen.
Da gibt es im Leben Begegnungen mit wunderbarem Sex.
die gar nicht alltagstauglich sind
und der fürsorgliche Partner ist in manchen
Bereichen langweilig.
Ich sehe das als Chakren-Ebenen,
die im Gleichklang schwingen,
auf denen ich dem Gegenüber begegnen und
Harmonie in einem bestimmten Bereich erleben kann.
Leider gibts nie alles,
da bleibt immer etwas offen,
mal mehr, mal weniger.
Mal etwas Wichtiges, Essentielles,
mal etwas, auf das ich verzichten kann.
Ich erlebe diese Ebenen, auf denen ich mich verbinde,
teilweise als unzerstörbar,
vorhanden, auch wenn ich mich trenne.
Manchmal nützt die schönste Harmonie in einem Bereich nichts,
da ist das, was fehlt stärker,
das Vakuum der Sehnsucht unstillbar,
es bricht auch das Verbindende.
Was gibt es Schöneres als einem anderen Menschen nahe und ähnlich zu sein?

Sonntag, 25. Oktober 2009

TARATATA! TARATATA!


Mein Cache Coeur ist fertig.
Eigentlich ist es ein besserer Schal.
Kann so


und so
getragen werden.
Das Stricken nach all den Jahren hat Spaß gemacht.
Aus lauter Begeisterung hab ich die gleiche Wolle nochmals in Grün gekauft.

Samstag, 24. Oktober 2009

TERMINVERKNÜPFUNGEN


Salzburger Autoreparaturwerkstätten bieten als
Service für ihre männlichen Kunden
an einem Aktionstag
gleichzeitig mit der Autoreparatur
eine Prostatagesundenuntersuchung an.
Ich finde das ist ausbaufähig.
Diese Verknüpfung mehrerer unangenehmer Termine.
z.B. Zahnarzt mit Finanzamt.
Im gleichen Raum,
da kann man nicht zurückreden.
Was ohnedies in den meisten Fällen wenig sinnvoll ist.
Oder wie wäre es mit
dem lange fälligen Besuch der Schwiegermutter
kombiniert
mit Heizungsausfall und Anwesenheit einiger Handwerker.
Wenn schon lustig,
dann gleich Chaos auf Parallel-Ebenen.
Mir hat es diese Kombination von Unbillen angetan,
ich werde weiter darüber nachdenken.
Wenn es schrecklich sein muss,
dann lieber gleich fürchterlich.

Freitag, 23. Oktober 2009

MEIN MORGEN

Meist stehe ich zeitig auf.
Zuerst gibt es Kräutertee und Toast
dann Kaffee.
Das alles beim Computer.
Es ist der beste Teil des Tages,
ich lese mich durch verschiedene Blogs.
Manchmal finde ich da Spannendes,
tauche ein in fremde Leben,
in ferne Länder,
bin berührt von den Geschichten,
von schön gesetzten Worten.
Ich lasse mir Zeit
trödle durch die erste Stunde
der Tag wächst langsam an mich heran.
Draußen wird es zögernd hell
die Gedanken zwischen Nacht und Ferne
kommen ins Konkrete.
Ja und dann
nach dem entspannten gemütlichen Morgen
will der neue Tag gelebt werden.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

WIENERISCH


In einem Buch
Weana Schbrüch (Wiener Sprüche)
von Ernst Kein gefunden.

I ria do ee
die meisde zeid
kan finga
mea eneagii schboan
kauni wiakli
nimma

Da das kaum jemand versteht, die Übersetzung dazu:

Ich rühre doch ohnedies
die meiste Zeit
keinen Finger
mehr Energie sparen
kann ich wirklich
nicht mehr

Das hat doch eine gewisse Weisheit und wäre vielleicht die Lösung vieler Probleme?

Mittwoch, 21. Oktober 2009

BUDWEIS - TSCHECHIEN

Wiedermal in Budweis.
Dieses hübsche alte Gebäude ist jetzt ein Hotel
mit einem netten Restaurant.
Ganz neu eröffnet.

Die kleinen Törtchen sind auch ziemlich gut.
Also ein Tag
angefüllt mit Essen.
Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Dienstag, 20. Oktober 2009

ANGRIFF


Von hinten ist er über mich gekommen
ist mir in den Hals gesprungen
in die Nase ist er dann geschlüpft
heimlich, still und unbemerkt
macht sich breit
dehnt sich aus
fühlt sich gut
denkt er sei zu Haus
wird wohl eine Woche bleiben -
Schnupfengeist und Halswehteufel.

Montag, 19. Oktober 2009

HEIZEN

Wenn mir die Medien erzählen
dass in Schweden die Kaninchen
tiefgefroren verheizt werden,
dann frag ich mich,
ob die da oben kein Holz mehr haben.
???

Sonntag, 18. Oktober 2009

DER ERSTE WINTERTAG

Der Schneepflug ist in der Nacht gefahren
Winter ist da
das Wespennest entfernt
mit müdem bewegungsunfähigem Innenleben
sogar Brut war noch vorhanden
im nächsten Jahr werde ich das Fenster besser verschließen
letzte Arbeiten ums Haus
ich bereite mich auf lange isolierte Monate vor
eine Wintersuppe gekocht
einen Schneespaziergang gemacht
dankbar und zufrieden
ich fühle mich angekommen
auch angenommen
beschützt und aufgehoben
in der Einsamkeit

Samstag, 17. Oktober 2009

DONNA´S SCHREIBPROJKEKT OKTOBER 2009


Seit dem letzten Herbst hatte sich so viel verändert. Nachdenklich…


saß er beim Schreibtisch, ließ den Blick beim Fenster hinaus über die Häuser schweifen und fühlte sich glücklich. Einfach glücklich und zufrieden - rundum. Im letzten Jahr hatte er ein neues Leben begonnen, war ein anderer Mensch geworden und nichts konnte sein Glück trüben. Er hatte Birgit geheiratet, die 22 Jahre jünger war als er , sie hatte ihm einen kleinen Sohn geschenkt - nochmals Vater in seinem Alter - das war mehr, als er zu hoffen gewagt hatte. Er fühlte sich verjüngt, wieder wie 30, voller Spannkraft, Jugendlichkeit und Abenteuerlust. Niemand konnte ihm die 58 Jahre ansehen - mit seiner ersten Frau Anne hatte er sich zeitweise alt und verbraucht gefühlt. Aber Birgit hatte erkannt, was mit ihm noch möglich war und wieviel Agilität in ihm steckte. Mit Anne hätte er sich demnächst in der Seniorenresidenz anmelden können. Die beiden Kinder aus erster Ehe waren erwachsen und aus dem Haus, er hatte kaum Kontakt zu ihnen - die neue Familie nahm in voll in Anspruch. All die Veränderungen hatten sich in den letzten 12 Monaten ereignet. Die Freunde, die ihm geblieben waren, beneideten ihn um seinen zweiten Start. Nochmals Zukunft, nochmals jung, nochmals alles von vorne. Diesmal viel spannender und besser. Die Arbeit war mehr geworden, Birgit war anspruchsvoll und sein neues Leben kostete eine Menge Geld. Auch musste er Anne Alimente zahlen - die in ihrem Alter keine Beschäftigung mehr fand.

Die Schmerzen die er seit einigen Wochen in der Brust fühlte, waren wohl vom Golfen. Wahrscheinlich hatte er die Schulter überanstrengt. Kein Grund zur Besorgnis. Zu Ärzten war er noch nie gegangen, die machten Menschen nur krank. Vital wie er sich fühlte konnte er ........

Er stand auf, um sich einen starken Kaffee aus der Espressomaschine zu holen, plötzlich durchzuckte ihn ein atemberaubender Schmerz, wie bei einem Blitzeinschlag krümmte sich sein Körper zusammen, er stürzte zu Boden, hilflos blieb er liegen.

Sein letzter Gedanke galt Anne, ihre Betreuung war immer liebevoll gewesen, wenn ihm etwas gefehlt hatte ..................

Freitag, 16. Oktober 2009

SCHNEE

Der erste Schnee
auf Blättern und Bäumen
letzte Äpfel weiß auf rot
von warmen Tagen magst du träumen
die Zeichen stehen auf Tod

Donnerstag, 15. Oktober 2009

WOHNWAGENSALON WELS

Ein Ei für 2.
Bei dem Winterwetter hab ich einen Ausflug
zum Wohnwagensalon gemacht.
Die wirklich berauschenden Wohnmobile hab ich nicht gesehen,
die mit dem Smart hinten drinnen
oder dem Swimmingpool am Dach.
Aber da gabs schon ganz nette Dinger.
Wenn die mit Chauffeur geliefert werden
und das Geld auch keine Rolle spielt,
könnte frau gewisse Wünsche entwickeln.
Ein ganzes Riesenzimmer auf Reisen.
---
Ein Schneckenhaus am Rücken
kann einen Krebs entzücken.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

UNERFOLGREICH

Heute war ein Tag
wo so gar nichts funktioniert.
Meine funkelnagelneue Heizung hat beschlossen
auf Störung zu gehen.
Hat wohl den ersten Schnee nicht vertragen.
Ich hasse diese Elektronik-Dinger.
Hab die schlechtesten Erfahrungen damit.
Nichts mehr kannst du selber verstellen,
bei der alten Heizung ging alles einfach,
Schalter und Regler, etc.
Jetzt habe ich so ein Elektronikding, das kann alles,
dazu muss frau stundenlang die Betriebsanleitung studieren
und wenn es nicht will
braucht es einen Techniker.
Das gleiche hab ich beim eleganten sündigteuren Kühlschrank erlebt -
den alten hatte ich ewig,
beim jetzigen geht, wenn sich die Schaltplatte verabschiedet,
gar nichts mehr.
Von den anfänglichen Problemen mit dem Auto mag ich nimmer reden.
So werde ich zunehmend mit Dingen beglückt,
die unglaublich vielseitig sind,
die tollsten Stückerln spielen,
aber wenn sie nicht wollen,
dann spielen sie nicht mal mehr die Grundfunktion,
da kann frau sich auch nicht irgendwie drüberretten,
da braucht es Service und Techniker, etc.
Auch wenn ich das eigentlich so nicht will,
nutzt mir das gar nichts,
weil es gibt nur mehr diese fortgeschrittenen vielseitigen Alleskönner.
Ich möchte ein Handy zum Telefonieren,
einen Kühlschrank zum Kühlen,
ein Auto zum Fahren,
eine Heizung zur Raumwärmeerzeugung.
Es macht mich nicht glücklicher,
wenn alles unzählige Zusatzfunktionen hat,
die ich nur nach ausführlicher Beschäftigung mit Bedienungsanleitungen nutzen kann -
was ich meist nicht mache,
ich bin zwar lesefähig
aber grundsätzlich an solcher Lektüre desinteressiert.
Im Klartext heißt das,
die unzähligen Zusatzfunktionen nutze ich nicht,
hab sie aber bezahlt
und die Elektronik ist so störungsanfällig,
dass die Geräte dauernd kaputt und somit kurzlebig sind.
Zwangsbeglückung, die mich unzufrieden macht.
----
PS: Der gute Techniker war da,
hat ewig den Fehler gesucht,
eigentlich keinen gefunden,
dann aber frohgemut nach 2 Stunden festgestellt,
dass jetzt alles richtig funktioniert.
Nach seiner Abfahrt war nichts so wie es sein sollte,
zwischendurch seine Frage -
ob ich nicht möglicherweise eine Maus hätte ...
auf die Idee muss einer erst einmal kommen -
wie kann eine Maus ein Raumthermostat fressen??
Außerdem bin ich im Haus mauslos.
Jedenfalls kann ich mich richtig schön und gut ärgern.
Wird wohl wieder eine meiner berühmten endlosen Geschichten.
----
PPS: Über den Techniker hab ich mich schon bei der Inbetriebnahme beschwert,
weil er zwar recht hübsch
dazu aber eher dümmlich
und seeehr langsam ist.
Ich dachte damals,
ich würde das zukünftig nicht aushalten wollen.
Das ist wohl jetzt die Strafe für mich.
Der wird bei mir wohnen,
sooft wird er noch kommen.
Huch.

Dienstag, 13. Oktober 2009

ERFOLGREICH

Es gibt Tage
da läuft es.
Da fragst du dich:
wo sind die Probleme,
wo sind die Schwierigkeiten,
haben sie Ausgang,
machen sie Urlaub?
Da sind die unfreundlichen Leute charmant,
alles was du in die Hand nimmst
funktioniert,
du schaffst die verzwicktesten Vorgänge,
die aufgeschobenen Telefonate werden problemlos erledigt
und am Abend denkst du:
was ist kompliziert am Leben?
Ohnedies alles klar, übersichtlich, spielerisch einfach.
Tja,....
so wäre es wünschenswert für tagtäglich.

Montag, 12. Oktober 2009

SONNENUHR

Überall sehe ich Sonnenuhren.
Die haben gerade mal Pause.
Die Zeit läuft ..
die Stunden sind abgelaufen ..
sie zählen die schönen Stunden nur ..
zeitlos bei Regen ..
aus der Zeit ..

Sonntag, 11. Oktober 2009

BEDÜRFNISLOSIGKEIT

Meine enge Hose hat mich in eine neue Bedürfnislosigkeit geführt.
Ich kann nur sagen -
das ist grenzgenial.
Vorbei die Zeiten des Überlegens -
was ziehe ich an
wie will mich der neue Tag sehen
was passt dazu.... etc.
Inzwischen gibts eine zweite enge Hose
und jeder aufkeimende Morgen sieht mich in den gleichen Klamotten.
Schuhproblem hab ich auch nicht,
seit meine Zehe gebrochen ist
passen mir nur zwei Paar.
Es gibt Menschen, die tragen immer schwarz
um der Kleiderfrage zu entgehen
um sich keine Gedanken machen zu müssen.
Einstein wollte sein Leben auch nicht mit Bekleidungsüberlegungen belasten.
"Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher!"
Meine neue Bedürfnislosigkeit macht mich zu keinem Einstein,
aber sie bringt mich ihm eine Spur näher.
Nein -
Spaß ohne
ich empfinde das gerade als sehr befreiend und erleichternd
und es erstaunt mich immer wieder
wie kleine Dinge, die jahrelang wichtig waren,
sich verändern und plötzlich kein Thema mehr sind.
Das lässt mich hoffen
für die großen Probleme.

Samstag, 10. Oktober 2009

ANGRIFF

Jetzt beschießen wir den Mond.
Vor Nichts wird haltgemacht.
Hoffentlich feuert er nicht zurück
und trifft in stiller Nacht
mein Wolkenkuckucksheim.

Freitag, 9. Oktober 2009

AUF KREDIT

Vor vielen Jahren hab ich in einer Firma gearbeitet
die mit Installationsmaterial und Badezimmereinrichtungen handelte.
Mein erstes Badezimmer meiner ersten richtigen Wohnung
hatte ich "auf Kredit" von diesem Unternehmen.
D.h. monatlich wurden mir die bereits gelieferten und montierten
Dinge von meinem Gehalt abgezogen.
Ich war sehr unglücklich in der Firma,
konnte aber erst kündigen,
nachdem ich dort keine Schulden mehr hatte.
Das war mir eine Lehre fürs Leben.
Seither mag ich nichts mehr vorwegnehmen.
Ich mag nur mehr das haben,
was ich mir leisten kann.
Ich mag meine Zukunft nicht belasten.
Mir heute Dinge leisten
die mir erst morgen möglich wären,
das engt mich ein
hält mich gefangen.
Macht mich manipulierbar.
Verhindert mein Hier und Jetzt
bindet mich in Energien
die vielleicht morgen nicht mehr meine sind.
Fesselt mich an Dinge
an denen ich zukünftig nicht mehr interessiert bin.
Möglicherweise.
Geld ist Energie
und ich möchte die vorhandenen Energien leben
und nicht heute ins Zukünftige vorgreifen.
Da kann mir leicht die Luft ausgehen.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

ERNTEDANK

Überall wurde in den letzten Tagen Erntedank gefeiert.
Ist es nicht schön,
dass wir reich ernten dürfen -
unsere Gegend uns mit vielen Früchten beschenkt?
Wir haben es gut.
Ich bin dankbar für den Überfluss.
Dankbar bin ich auch für das wunderbare Herbstwetter.
Tagelang hatte es über 20 Grad.
Sonnenschein pur.
Jetzt kommt Regen.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

HERBSTZUFRIEDENHEIT

Einfach sitzen
schauen
spüren
sonnenwarm.
Satte schläfrige Herbstzufriedenheit.
Ins lichtgespiegelte Wasser starren.
Kleine Enten
sind spät dran im Jahr.
Mächtige Bäume
zum Anlehnen
zum Mitteilen
zum Erzählen
Blasse Farben bei Blüten und Schmetterlingen.
Der Sommer hat die Kraft genommen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

LEBENSHILFE

Es gibt richtig dumme Bücher.
Aus meiner Sicht.
Im Leseverkaufsgeschäft erstöbert:
"Was würde Jackie tun?"
Kommt natürlich aus den USA
und fragt
was die Stilikone Jackie O. in bestimmten Situationen gemacht hätte.
Da gibts auf ca. 300 Seiten Ratschläge wie:
....beschäftigen Sie zwei Innenarchitekten .....
....flechten Sie im Gespräch anderer Leute Namen ein ...
...machen Sie sich etwas kleiner ....
...lesen Sie anstatt nur zu blättern ...
...verschicken Sie Einladungen zu informellen Essen kurzfristig .....
Das finde ich alles richtig alltagstauglich -
ist nur ein kleiner Auszug
aus dem Buch.
Bitte - wer liest das und wer kann das wirklich brauchen?
Zielgruppe in einer Kleinstadt?
Ich war fast versucht die 13,- Euro auszugeben,
so absurd waren die Tipps für mich.
Beim Durchblättern kam ich aus dem Staunen nicht heraus.
Wenn ich jetzt in meinem Leben mal nicht weiter weiß,
werde ich mich fragen:
"Was würde Jacky O. in der Situation tun?"
Dann werde ich dem Installateur die behandschuhte Hand reichen
und zu ihm sagen:
"Beim letzten Dinner mit XY sprachen wir über die Goldarmaturen von Tiffany......"
dabei werde ich mein schickes Hütchen zurechtrücken
lächeln
"aber es macht nichts, wenn Sie nur Armaturen von G.r.o.h.e. haben."
Ob meine beiden Innenarchitekten damit einverstanden sind?
Als Jacky O. Double ist das Leben ganz schön schwer.

Montag, 5. Oktober 2009

BEGEGNUNG


Es war Liebe auf den ersten Blick
meinerseits
eine kurzfristige spontane Minutenliebe
hässlichsüßverwachsengrotesk empfand ich IHN.
Wie der Hund so das Herrl heißt es doch ...
die Besitzer waren äußerlich unauffällig ..