Donnerstag, 21. November 2019

ENTERTAINMENT UND ÄHNLICHES

Jetzt, wo ich Hunderte Kilometer in Zügen sitze,
frage ich mich dauernd,
warum es keine Reisezusatzangebote gibt.
Ein Friseur wäre toll.
Bei schnellen Kurven würde er vielleicht Stufen ins Haar schneiden.
Zahnarzt fällt wohl aus der Gegebenheit aus.
Aber Kosmetik und Fußpflege würden sich schon ausgehen.
Urologe, Gynäkologe ließen sich auf Schiene erledigen.
Den Unternehmen fehlt es durchaus an innovativen Ideen.
Dass ab und an ein Servicewagen mit trockenen Keksen und Kaffee vorbei
kommt, das kann ja nicht alles sein.
Ist so wie im Krankenhaus.
Dort gibt es auch eine Null-Unterhaltung.
Kein Schwimmbad, keine Massagen, kein Spielautomatenzimmer, kein Laientheater.
Nicht einmal eine Yogagruppe.
Wenn du nicht gerade am Sterben bist,
langweilst du dich grenzenlos.

Das Foto habe ich im vergangenen Jahr in Meran auch gemacht.
Aber die Fiat 500er Sammlung ist zu nett.
Die kann man öfter sehen.


Mittwoch, 20. November 2019

MOORWEG



Bevor ich nach Bozen gefahren bin,
war noch einmal der Moorweg dran.
Jetzt gehört mir die Gegend für Monate wieder ziemlich allein.
In der schöneren Jahreszeit wird das Gebiet seit einigen Jahren total überrannt,
aber nun kann ich die Lieblingsplätze genießen.
Wenn nicht  Schnee die Wege sperrt.


Dienstag, 19. November 2019

FRIEDENSSTUPA


Das wollte ich schon lange.
Den Stupa für Frieden in der Nähe von Krems ansehen.
Ja, schön.
Mit viel Liebe und Mühe errichtet.
Gegen massiven Widerstand der örtlichen Bevölkerung.
Weil das Bauwerk noch nicht ganz fertig
und offiziell eröffnet ist,
ist die (schmale) Zufahrt nicht ausgeschildert.
Das Gelände besteht aus Bodenstufen.
Wenn man von Norden kommt,
ist der Stupa kaum zu sehen.
Jedenfalls - ohne Smartphone - bin ich eine Weile im Kreis gefahren.
Ein großer Innenraum.
Schlicht und friedlich.
Ob das Gebäude auf einem Kraftplatz steht,
kann ich noch nicht sagen.
Erstaunlich ist nur,
wieviel Hass und Unfrieden das Projekt hervorgerufen hat.
Mich freut es,
weil ich buddhistische Symbole mag und
Stupas ganz besonders.
Außerdem bewundere ich Menschen,
die so viel Energie in etwas, das ihnen wichtig ist,
stecken können.
Ich werde sicher öfter vorbeischauen,
wenn ich in der Gegend bin.







Der Blick zum benachbarten Dorf.
 Schloss Grafenegg liegt gleich nebenan.




Montag, 18. November 2019

BUT BEAUTIFUL


Im Kino.
Erwin Wagenhofer:
"But Beautiful"
"Nichts existiert unabhängig".
Ja. Den Streifen kann man sich ansehen.
Zeigt Projekte, die zukünftige Hoffnung machen.
Schöne Bilder, Musik, sehr guter Schnitt.
Wagenhofer kann Kino.
Seine früheren Filme
Z.B "Let's Make Money" und
"We feed the World" 
waren systemkritisch und teilweise sehr erschreckend.
"But Beautiful" will Hoffnung auf Morgen erzeugen.
Entspannende zwei Stunden mit ins Herzen einsickernden Klängen und Bildern.



Freitag, 15. November 2019

BOZENTAGE




Erdpyramiden

Das mit der Liebe ist in Bozen einfach.
Die Stadt ist immer schon eine Liebe von mir, die auch in die Jahre gekommen, nicht verwelkt ist.
Vor kurzer Zeit gab es hier eine Volksbefragung zu einem Flughafenausbau.
Wurde abgelehnt, obwohl sich Reinhold Messner dafür ausgesprochen hatte.
Kluge Menschen.
 Kein Fluglärm, keine asiatischen Reisegruppen.
Wachstum ist nicht immer alles.
Oben Bilder vom Ritten an einem Traumsonnentag.
Weil das Wetter ansonsten nicht so berauschend war, fand ich Friseurinnenzeit.
Die mich nicht nur ungefragt zur Wanderung auf den Berg schickte,
sondern auch die Ausländerproblematik vor mir ausbreitete.
Überall das gleiche Problem:
schwächere soziale Schichten finden die Leistungen für Zuzügler nicht witzig.
Wenn sie selbst viel arbeiten müssen, um gerade über die Runden zu kommen.
Ohne Zuschüsse und ohne geschenktem Kinderwagen für das 7. Kind.
Tja.
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Hotel war etwas sperrig.
Dauernd hatte ich irgendwelche Probleme,
wenn auch nur die Zimmerkarte schon wieder nicht funktionierte.
Aber der Garten dort ist wunderbar.
Mehr schon ein botanischer Park.
Exotische Uraltbäume.
Viele Spatzen in Bozen. Sogar Sittiche habe ich gesehen.


Und die Spatzen bunttreiben es in einem der besten Kaffeehäuser.
Das einen italienischen Ober hat, der unfreundlich, wie er ist, aus Wien sein könnte
und mit zahnlückigem Mund grantelt.
Überaus tüchtig und flink ist er,
wenn nur die Fehlzähne nicht wären.
Spatzen und er: alles nach meinem Geschmack fürs Skurrile.
Wenn ich mich zwischendurch ungeliebt fühlte,
habe ich versucht, auf Weisheit umzuschalten.
Das hat manchmal gut funktioniert.
Die Erleuchtung muss noch warten.

Donnerstag, 14. November 2019

ZEITREISE

Hotelzimmeraussicht
War in Bozen.
Vor dem großen Schnee.
Weil ich die ÖBB beim letzten Mal gelobt habe,
war die Rückreise holprig.
Und in Italien fahren ÖBB Schrottzüge.
Fällt aber dort nicht auf.
Bozener Bahnhof - Anzeigentafeln, die anzeigen und funktionierende Aufzüge -
wer braucht das schon?
Alle Züge beim Heimfahren Verspätung.
Bremsen kaputt, keine Lok.



Dafür war fürs letzte Stück die Bahn noch da,
weil eben keine Lok.
Müde Gesichter, Arbeitsheimkehrer aus dem großen Stahlwerk,
um 5 Uhr am Nachmittag tiefschwarze Nacht,
hässliche alte Waggons -
ich kam mir vor,
wie im falschen Film,
Zeitreise, rückversetzt ins weite Gestern,
trostlos verirrt in Leben ohne Perspektive.
Nächtens habe ich dann geträumt,
dass mein Haus von Nachbarn zugebaut wird.


Freitag, 8. November 2019

AUF DER SUCHE



Im Grunde genommen wollen wir alle nur:
vom Leben angenommen und geliebt werden.
Hier im Blog wird es jetzt stiller.
Bin auf der Suche nach Liebe.
Weisheit.
Und Erleuchtung.
Oder so ähnlich.
Wahrscheinlich möchte ich nur Spaß.




Donnerstag, 7. November 2019

WALDVIERTELNEUIGKEITEN

Waldviertelneuigkeiten:
 Medien melden, dass die mehreren Wölfe verschwunden sind.
Wahrscheinlich haben die Jäger im Naturschutz gewildert.
Ach, ja.
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Die Rehfütterung ist aufgestellt.
An den Straßen sind Stecken für den Winterdienst gesetzt
und ich habe den Schneezaun errichtet.
Es kann ernst werden.
Muss es aber nicht.
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Ich war kurz in Linz bei Regen.
Das Weihnachtsmarktdorf wird  aufgebaut.
Für mich bedeutet das:
die nächsten Wochen Augen zu und durch.
All das Bling, Bling so wenig wie möglich wahrnehmen.
Überall wo ich hinkommen werde,
das gleiche Kitschangebot.
"Made in China".
100% Produktion für den (Sonder)Müll.





Mittwoch, 6. November 2019

VERZICHTEN


Es fällt mir bei manchen Dingen leichter zu verzichten,
als mich darum zu kümmern.
In letzter Zeit haben sich einige Menschen über meine Unerreichbarkeit beschwert.
Telefonisch ist bei mir wirklich nicht viel los.
Smartphone - was ist das?
Mein Handy ist immer ausgeschaltet,
weil die Verbindung im Haus kaum vorhanden ist.
Das ist mir alles wirklich nicht wichtig.
Aber mein kleines Notebook liegt noch herum
und wartet zum Reparierer gebracht zu werden
und der normale Computer schwächelt auch.
Wenn dann gar nix mehr geht,
kriege ich sicher wieder einen Panikanfall.
Grundsätzlich habe ich das Gefühl,
dass ich mich aus dem Kommunikationssupergau immer weiter entferne.
Der von mir überaus geschätzte Kabarettist Klaus Eckel:
"Im Alter steigt jeder irgendwann bei neuen Technologien aus.
Bei meinem Großvater war es der Reißverschluss."
In diesem Sinne ...



Dienstag, 5. November 2019

PLASTIKSACKERLBEKLEIDUNG


Natürliche Bekleidung  tragen diese Mauern.
Ich muss mich schon wieder aufregen.
Laut Modezeitschriften ist der neue Herbsttrend:
Fleece.
100% Plastik und Mikrofasersupergau.
In den Geschäften habe ich die Stücke bereits gesehen.
Teilweise hübsch und kuschelig warm.
Aber auch die Modeindustrie könnte langsam in eine umweltverträglichere Richtung steuern.
Anscheinend funktioniert alles erst mit Verboten.
Wir sind in einer Bevormundungszeit angekommen.
Weil der einzelne  für richtige Schritte zu deppert ist.
Eine Fleecejacke ist schlimmer als viele, viele Plastiksackerln.
Dafür gibt es VEGANE!! Lederhosen aus 100 % Polyirgendwas.
Konsumentenverarschung vom Feinsten.


Montag, 4. November 2019

HERBSTDEPRESSION


Die ersten Tage nach der Zeitumstellung haben mich kalt erwischt.
So dunkel.
Unregelmäßig geschlafen. Und auch ziellos gegessen.
Der Wintermodus ist noch nicht begriffen.
Wie soll ich die Abwesenheit von Licht ertragen?
Das Foto ist vom Lokal im Messner Museum Firmian.
Sieht nach viel Helligkeit aus.
Die braucht es jetzt im Herzen.
Noch jammere ich still vor mich hin.
So dunkel, so kalt, so wenig Licht.
Und es ist erst November.
Das Schlimmste: Motorradsaison vorbei!!




Freitag, 1. November 2019

VOM ZUGFAHREN


Vom Zugfahren in Österreich bin ich angetan.
Schnell, pünktlich, sauber.
Sogar 3 Minuten Umstiegszeit waren locker zu schaffen.
Die ÖBB hat sich zu einem Vorzeigeunternehmen gemausert.
Bahnnäher würde ich mir ein Jahresticket kaufen
und mir öfter das Leben mit 220 Stundenkilometer vorbeiziehen lassen.
 Mehr Leben, weil schneller?
So begnüge ich mich mit dem billigen Novemberticket für Alte.
Um kleines Geld so viel Zugfahren, wie man möchte.
Jetzt beginnt wieder die dunkle Zeit.
Die Zeit, wo es nie richtig hell wird.
Da ist vielleicht Geschwindigkeit ein Ausgleich.
Und ich muss mein Gepäck beschränken.
Habe viel zu viel mit.
In Meran war der Koffer schwer.
Blöde Abschlepperei beim Ein- und Aussteigen. 



Mehr Spatzen habe ich in Südtirol gesehen.
Weil es alte, verwilderte Plätze gibt,
wo Nistmöglichkeiten vorhanden sind.
Bahnhof von Sigmundskron

Donnerstag, 31. Oktober 2019

WUNDERHEILUNGEN


Mir sind in letzter Zeit einige Wunderheilungen gelungen.
Weil ich die Körpertyrannei satt habe.
Schmerzschulter getaped.
Dafür mitten in der Nacht aufgestanden
und alleine verklebt. Nach YouTube Anleitung.
Ziemlich gut.
Schmerzzähne (anscheinend Nerven) solange mit Heilerde eingerieben (1 1/2 Tage)
bis die Schmerzen aufgegeben haben.
Methode ist eigene Erfindung.  
Und dann ist noch eine Viruswarze mehr oder weniger von selbst verschwunden.
Es geht ja,
wenn frau ein wenig Energie in den Körper steckt.
Fast peinlich war der jährliche Besuch bei der Hautärztin.
Alles, was ich ihr zeigen wollte,
war fast nimmer vorhanden.
Und in der Ordination ist ohnedies die Hölle los.
Jedenfalls ist es besser Heilerfolge einzuheimsen,
als ständig von neuen Bresthaftigkeiten überrascht zu werden.




Mittwoch, 30. Oktober 2019

BERGDOKUMENTE

Männer waren mir immer wichtig


Jetzt habe ich nachgesehen.
Also, am Dachstein war ich wohl schon 4 Jahre alt.
Und mit Masche im Haar.
Auf den Bildern meine Eltern.
Frau und das ältere Mädchen - keine Ahnung wer die waren.
Mutter hat den breiten Streifen am Kleid.
Auf dem Steig schauen die Frauen irgendwie cool aus.
Ich denke fast, das war damals Unterwäsche.
Unterwäsche:
Einmal hat meine Mutter auf einer Wanderung mein Kleid verloren.
Und ich war nur in Unterhosen.
Geschämt.
Mein Vater musste den ganzen Weg zurücklaufen und mein Kleid suchen.
Geld hatten wir auch keines mehr,
sind irgendwo unterm Mostbirnenbaum gesessen
und haben gewartet, bis er wiederkommt.
Das Geld ist uns unterwegs öfter ausgegangen.
Dann musste mein Vater alleine heimfahren
und uns irgendwie wieder auslösen.
Das war für mich immer Grund mich zu fürchten.
Auf den Fotos grinse ich fröhlich.
Trotzdem hat es keine Bergliebe gegeben.
Im Winter zum Schifahren schon.
Aber steinig bergauf?
Niemals.




Dienstag, 29. Oktober 2019

MESSNERMUSEEN


Zwei Museen von Reinhold Messner habe ich besichtigt.
Sehr gut gefallen.
Ist zwar teilweise eine ziemliche Kletterei,
aber ich war begeistert.
Firmian hat es mir besonders angetan.
Toll umgebaut, tolle Exponate.
Für mich speziell interessant die Ausstellungsstücke aus Asien.
An Bergen bin ich ja nicht so besonders interessiert.
Wie gesagt, ich mag mich nicht anstrengen
und bin durchaus zufrieden, wenn ich Bodenerhebungen von unten sehe.
Muss nicht oben stehen und hinunterschauen.
Außer es gibt eine Seilbahn.
Also kann ich den Reiz der Besteigerei keinesfalls nachvollziehen.
Vielleicht rührt mein Desinteresse aus meiner frühen Kindheit.
Schon als 2 oder 3jährige hat man mich auf den Dachstein geschleppt.
Wahrscheinlich wurde ich mehr getragen, als dass ich selbst die Beine bewegt habe.
Weiß nicht, habe keine begeisterten Bergkindheitserinnerungen.
Ich bin auch nicht der ausgewiesene Messnerfan.
Aber die Burgen sind toll.
Spannende Architektur.
Und ich habe ihm, dem allseits bewunderten Könner, in Juval in die Augen geschaut.


  




.
Wenn man so oft an und über menschliche Grenzen gegangen ist,
hat der Tod seinen Schrecken verloren.
Ich denke, man ist dann eher erstaunt, wenn man alt immer noch lebt.
In Juval gibt es schöne alte Südtiroler Holzhäuser.
Mit Zirbenstuben.
Das ist mein sehr geschätztes Erinnerungs-Südtirol.
Juval

Noch  ein Messner-Zitat gefunden:
"Ich habe festgestellt, dass das Sterben nicht schlimm ist,
es ist eine Erlösung. Solange uns der Selbsterhaltungstrieb am Leben halten kann,
macht er das und wenn er merkt, dass es verlorene Liebesmüh' ist,
dann lässt er den Menschen einfach in den Tod fallen."


Montag, 28. Oktober 2019

MERAN IN SÜDTIROL


Zimmeraussicht
War in Meran.
Noch zu viele Leute.
Hab in einem Kloster gewohnt.
Mit Geruch nach schlechtem Kaffee und alten Frauen.
Nein, das ist ungerecht.
War eh nett. Hübsche Aussicht
Und am Berg.
Ewig rauf und runter,
rauf und runter.
Ich hasse Anstrengungen.
Eigentlich ist in Meran alles hübsch.
Der Fluss mit Promenade.
Rauschendes Wasser,
einen Tag lang hat es kräftig geregnet.
Schöne Häuser. Viel Schlossartiges steht herum.
Und Berge in jeder Richtung.
Italien schon bei der Hinfahrt.
Im Zug waren alle Toiletten kaputt.
Der Zugbegleiter wollte für meine Bedürfnisse den Zug anhalten.
(Autobusse stoppen, das kann ich. Aber einen ganzen Zug - das wäre neu gewesen).
Dann hat er ein gesperrtes Klo für mich geöffnet.
Italien eben mit Italienern.
Wenn sie wollen, können sie Charme.
Unterm Strich war es toll.
Bozen ist mir lieber.
Mehr Stadt mit Einheimischen,
mehr flach.
Meran eher Rentnerparadies.
Bei der Rückreise gabs Bahnstreik.
Den ziemlich einzigen Zug zum Brenner um 6!! Uhr in der Früh genommen.
Chaositaliener halt.