Samstag, 25. Juni 2016

TIERE AM WEGRAND


Laufenten, die sich nicht fotografieren lassen wollten.
Ich hätte jede Menge Tiere,
wenn ich Verantwortung dafür übernehmen könnte.
Und wenn es sinnhaft für mich wäre.
 


Freitag, 24. Juni 2016

BRAUCHTUM


Heute ist der Tag mit dem Gänseblümchenpflücken/trocknen zu Mittag.
Zauberkräfte locken.
Der Tag des Johannes.
Landauf - landab brennen Sonnwendfeuer um diesen Termin herum,
bei uns im Dorf wird ein Baum aufgestellt und es brennt ein Johannisfeuer.
Der Baum bleibt das ganze Jahr stehen und soll vor Unwettern schützen.
Klappt recht gut.


Donnerstag, 23. Juni 2016

ANDERS




Manchmal denke ich:
Alles muss anders werden
und dann bleibt alles gleich
und die Katze schnurrt
und alles ist gut.


Mittwoch, 22. Juni 2016

BÜCHER


Am Bücherflohmarkt zwei Schätzchen mitgenommen.
Das Besondere an diesen Billigkäufen ist,
dass ich mit Lesestoff heimkomme,
den ich sonst nie erworben hätte
und in dem schon das Blättern Freude bereitet.
So viel Schönheit.
Aus einem Buch fiel ein getrocknetes Maiglöckchen.
Zartduftend jahrealt.


Dienstag, 21. Juni 2016

SCHLAFEN


In den letzten Tagen habe ich geschlafen und geschlafen.
Tagsüber und in der Nacht.
Wenn man mit dem Schlafen einmal anfängt.
kann man wohl nimmer aufhören.
Nicht einmal rollern war ich.
Sonnenwende -
macht mich immer traurig.
Die guten Tage zerrinnen zwischen den Fingern.
Und dann verträume ich sie auch noch.
Beim letzten Traum sind meine Zehennägel abgefallen,
da bin ich munter geworden,
weil ich dachte,
jetzt verfaule ich bei lebendigem Leib.
---
Zur Erinnerung:
Am Johannistag mittags zwischen 12 und 1 gepflückte Gänseblümchen - so lehrt der alte Volksglaube - besitzen Zauberkräfte. Man muss sie trocknen und mit sich herumtragen.
Werde ich heuer sicher machen.
Denn ein bisschen Zauberkraft kann man immer brauchen.



Montag, 20. Juni 2016

KELLERLEICHEN


Jede Familie besitzt ihre Kellerleichen.
Streng gehütete Geheimnisse.
Ans Licht geholt würden sie möglicherweise zu Staub zerfallen.
Im Verborgenen behalten sie ihre Kraft
und werden den nächsten Generationen vererbt.
Ich grabe gerade in den dunklen Verliesen
und kann mich nur wundern.
Ganz normal sind wir ja alle nicht.


Sonntag, 19. Juni 2016

MARMOR


 
Diese alte Marmorplatte von einem Waschtisch habe ich von meinem Bruder mitgenommen.
Ich finde sie sehr schön.
Das wäre z.B. ein Superuntergrund für das Waschbecken in der Toilette.
Leider  zu groß.
Jetzt bin ich am Überlegen,
wo sonst ich im Haus Marmor brauchen kann.
Natürlich ist das Ding urschwer,
an alleine heben ist nicht zu denken.
Ich hab gerade meine Kraftlackltage,
hab ja auch den Roller aufgestellt
und der wiegt 135 kg.
Geht in Wahrheit auch nicht.
Die Wirbelsäule lässt schön grüßen.
 
 
 


Samstag, 18. Juni 2016

SELBSTWERTGEFÜHL

 
 
Ich hab mich schon wieder unter den Roller gelegt.
Mehr oder weniger aus dem Stand umgefallen.
Nix passiert,
ich konnte das Ding auch wieder aufstellen.
Kein Kratzer, kein blauer Fleck.
Aber ärgern muss ich mich immer.
Anstatt heilfroh zu sein, dass alles heil geblieben ist,
muss ich mich beschimpfen.
Ich kann keine Kurven fahren.
Und das war steil abwärts und noch eine Schotterböschung beim Abbiegen.
Wie auch immer,
ich hab ein Programm laufen,
mit dem ich mich sehr dumm anstellen kann,
sehr ungeschickt sein kann
und dann sehr unzufrieden sein muss mit mir.
Ich glaube, das ist ein Rest aus der Kindheit/Schulzeit.
Denn das Malheur passiert immer im Kopf.
 



Freitag, 17. Juni 2016

NOCHMALS VON DEN GÖTTERN


Wenn ich mir so überlege,
was sich die Götter bei der Erschaffung der Welt
teilweise an Scheiß ausgedacht haben,
dann frage ich mich,
warum die Menschen ihnen
immer noch Opfer darbringen,
sich zusammenreißen,
fasten,
pilgern,
spenden
und versuchen die unsichtbaren Mächte milde zu stimmen.
Wohl unter dem Motto:
Nutzt's nix, schad's nix.
Hauptsache man kasteit sich und würgt die Lebensfreude ab.



Donnerstag, 16. Juni 2016

DAS GEGENTEIL VON STILLE



Ganz, ganz kurz war ich in der großen Stadt.
Je seltener ich dorthin komme,
desto mehr fällt mir auf,
was das Gegenteil von Stille ist.
Es braucht eine Menge Kraft,
sich gegen die unaufhörliche Flut der Sinneseindrücke abzuschirmen.
So viel Lärm, so viel Stress, so viel Energien, die durcheinanderwirbeln.
Alles gar nicht gesund.
Zwischendurch war ich im Fastfoodwirtshaus Kaffee trinken.
Höllenlärm.
Leute schreien durcheinander, Ausfallsstraße Autolärm,
dann platzt neben mir ein Luftballon,
das Kind plärrt:
So kann ein Terrorüberfall losgehen, denke ich.
Mein Tag war trotzdem schön und angenehm.
Aber immer weniger oft muss ich in der Menschenzusammenballung sein.


 

Mittwoch, 15. Juni 2016

VON SCHNECKEN


Weinbergschnecken habe ich nicht.
Nacktschnecken auch noch nicht.
Aber seit vergangenem Jahr gibt es kleine gelbe Tiere.
Viele.
Stören mich nicht so besonders.
Bis auf dass ich sie im Gras nicht sehe
und es knackt dann so nett,
wenn ich auf sie draufsteige.
Kürzlich war eine im Salat,
die hat aber das Essigdressing nicht überlebt.
Etwas eklig.
Sie werden nicht größer als 1 cm und besondere Schäden machen sie nicht.
Und jetzt gehe ich Gärten fotografieren,
wie sie für mich nicht aussehen dürfen.


Dienstag, 14. Juni 2016

ZENMÄSSIG ROLLERN


 Wenn ich so vor mich hinrollere,
gibt es Phasen des Einsseins mit dem Blechding, der Welt, der Bewegung.
Zenmäßig vollkommen.
Und dann am näxten Tag falle ich fast in einer Kreuzung um,
begegne dem Gegenverkehr auf seiner Seite,
bin sowas von Zerfallen
in der Bewegung, mit der Maschine.
Wie es mit der Welt ist, weiß ich nicht.
Achtsamkeit ist alles.



Montag, 13. Juni 2016

GÖTTIN


Wenn ich Göttin wäre,
ich würde das mit der Schöpfung anders machen.
Zuerst würde ich das mit dem Essen und dem Verdauen weglassen.
Da hätten wir schon viele Probleme gelöst.
Nix lebt mehr auf Kosten von etwas anderem.
Kein Fressen und Gefressenwerden.
Kein Bauchweh, keine Verstopfung.
Ganz viel Arbeit müßte nicht getan werden.
Dann würde ich vielleicht eine Regellebenszeit einführen.
Jeder lebt einfach von A nach B.
Z.B. 80 Jahre, nicht länger, nicht kürzer.
Das kann man dann fein planen und sich darauf einstellen.
Keine Ausnahmen.
Krankheiten und Gebrechen gäbe es in meiner Welt keine.
Mir fällt sicher noch Einiges ein,
bin erst in der Planungsphase.
Bin auch für Anregungen dankbar.
Als lebende Göttin würde ich auf viele Gegner treffen -
aber wenn der Schöpfer,
der sich die ganze Erdensache ausgedacht hat,
greifbar wäre,
müsste er auch mit weltweiten Protesten rechnen.




Sonntag, 12. Juni 2016

BUNT


Gerade blüht es im Innenhof bei mir bunt und prächtig.
Sattfarben.
Und es brummt und summt. Riesenhummeln.



Samstag, 11. Juni 2016

IM ZAUBERGARTEN


Im Zaubergarten war ich.
Wunderschön.
Üppige Vergänglichkeit.
Der Besitzer ist tot,
ich bin immer noch traurig.
Was wird aus dem Garten werden?





Freitag, 10. Juni 2016

ENTEN

Kleine Enten gibt es.
So viele.
Brave Mama.
Ich könnte sie einzeln knuddeln.
Knuddeln möchte ich auch den Junguhu,
den es wieder gibt.
Die Uhugeschwister sind aus Futtermangel gestorben.
http://uhu.webcam.pixtura.de/

Nachtrag:
Ein paar Tage später war ich wieder am Teich -
die Entenmama weg.
Wahrscheinlich ein Hund, Mensch, Fuchs
und nur mehr 3 kleine Enten, von denen die kleinste ziemlich orientierungslos wirkte.
So arm.
Und die Katze des Hauses nahebei ziemlich aufmerksam in Wassernähe.
So Tier-/Naturtragödien brauche ich gar nicht.
Überhaupt verstehe ich nicht,
dass bei den Waldteichen mit Badeverbot keine Enten schwimmen,
die gibt es nur, wo Menschen sind.
Und Hunde, und Kinder und Boote.




Donnerstag, 9. Juni 2016

ANGEBADET IS

 Rollern war ich
und alles war schon wieder anders
als geplant.
Meine Nachbarin habe ich zufällig getroffen
(die treffe ich immer wieder irgendwo)
und sie ist eine, die geht bei allen Temperaturen ins Wasser.
Da habe ich mich anstecken lassen -
17 Grad oder so, sind gar nicht so schlimm.
Spaß gehabt.
Gerade sind die besten Tage.
Bin im Urlaubsmodus daheim.
Vergnügen pur.
 


Mittwoch, 8. Juni 2016

VOM EINKAUFEN UND DERARTIGEM


Wenn ich durch diese Hallen gehe,
kriege ich die Krise.
Die Erneuerung meiner Toilette abgeblasen,
da ich nicht einmal einen passenden Klodeckel finde.
Und den Stress des Waschbeckentausches tu ich mir nicht an.
Punkt.
Aber, da Zeit der Dinge ist,
hat mein alter Rasenmäher sein Leben ausgehaucht.
Zwischen zwei Märkten her- und hingependelt,
bis ich meine Wahl getroffen hatte.
Eine ältere Frau angequatscht, die gerade ihren defekten 4 Wochen alten
Grasabschneider zur Reparatur brachte.
Sozusagen ein Montagsding.
Damit war die Wahl entschieden.
Die Marke brauche ich nicht.
Aber die Dame war gut.
Erzählte von Zündkerzentausch und Startspray -
wir waren sozusagen auf einer Wellenlänge.
Ich meinte dann zu ihr -
"Sie sind ganz schön technisch versiert."
und erntete ein lächelndes: "Gezwungenermaßen."
Die Lady war locker 80.
Mindestens €  35,- oder mehr habe ich gespart,
weil ich im Auto nicht angeschnallt war
und der Polizist, der mich angehalten hat,
war supernett und freundlich.
Ich hab kein bisschen gejammert,
aber er wollte kein Geld von mir.
Polizei -  dein Freund und Helfer halt.



Zur Belohnung war ich am Stausee eine Kleinigkeit essen.
Wetterbedingt alles für mich allein.
Ziemlich gut in einer Gegend zu leben,
wo andere Urlaub  machen.
Der Stausee ist wirklich schön,
ich komme viel zu selten hin.


Dienstag, 7. Juni 2016

HÖLLFALL (FÜR RUPERT)


Mehr oder weniger zufällig - weil ich den drohenden Gewittern
und Unwettern davongefahren bin,
war ich beim Höllfall.
Immer wieder schön.
Recht laut wälzt sich das Wasser über Steine.
Das Beste am Erleben sind Geräusche und Gerüche.
Wenn Sehen genug wäre, könnte man Fotos betrachten.
Aber das Gesamte macht es aus.
Das Rollern ist super,
nur zum Gehen bin ich dann nicht angezogen.
Alles viel zu dick und schwer.
Winterlederjacke, dicke Lederhosen.
Naja, man kann nicht alles haben.
Und je besser das Gwand für irgendetwas Bestimmtes ist,
desto weniger taugt es für  anderes.




Montag, 6. Juni 2016

VOM WETTER


Übers Wetter jammere ich nicht.
Überall geht es den Menschen und der Natur viel schlechter als hier.
Aber: ich hab noch gar nicht mein Sommergwand hervorgeholt.
Ab und an sehe ich zwar einen Kurzhosenträger,
aber grundsätzlich bin ich mit dicken Jeans, Pullover und Regenjacke gut angezogen.
Wahrscheinlich kann ich Kurzärmeliges weiterhin schonen.
Die Pflanzen im Kübel waren auch nicht auf ein Leben im Wasser eingestellt.
Und weil ich Optimistin bin,
habe ich neue Sandalen gekauft.

Sonntag, 5. Juni 2016

ES IST IMMER ALLES ANDERS


Manchmal nehme ich mir für den Tag etwas vor.
Und dann trödle ich mich durch den Morgen.
Laufe im Nachtgewand barfuß durchs hohe Gras.
Schlecke mit den Zehen den Regen der Nacht von den Gräsern.
schaue den Hummeln auf den Rhododendrenblüten zu.
Und dann wird der Tag ganz anders als geplant,
eingesponnen ins süße Nichts des Augenblicks.
 


Samstag, 4. Juni 2016

BLUES

Ich weiß nicht was soll es bedeuten
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn ...

 
Heinrich Heine
 
Die Zeilen summen im Kopf herum.
Ich fühle mich  herzschmerztraurig.
Das Leben unzulänglich,
ich unzulänglich,
alles unzulänglich ...
Schaurigschöner Blues.


Freitag, 3. Juni 2016

VON DEN MARDERN


Mit den Mardern im Haus habe ich es lustig.
Immer wieder beschenken sie mich mit Tierleichenteilen.
Nächtens lärmen sie am Dachboden,
ich hab hier eine Marderzuchtstation.
Alljährlich gibt es Nachwuchs,
der sich ziemlich laut aufführt.
Einmal wollte ich sie in einer Lebendfalle fangen,
aber das ist mir nicht gelungen.
So versuchen wir die friedliche Koexistenz.
Wobei ich der sehr geduldige Teil bin,
selbst das Autoanfressen habe ich ihnen verziehen.
Warum die Katze  heute in einer Scheune gefangen war,
ist unklar.
Vielleicht ist sie übers Dach nächtens dorthin abgestiegen.
Jedenfalls herrscht hier im Dunkeln ein buntes Treiben,
nur ich schlafe
und klaube des Morgens Knochenteile zusammen,
befreie die schreiende Katze
und denke mir Geschichten über Tierabenteuer aus.
Fledermäuse fliegen wieder -
irgendwie haben sie die gefährlichen Raubtiere überlebt.


Donnerstag, 2. Juni 2016

NOCHMALS VOM STERBEN

 Dass wir körperlich sterben,
das ist ziemlich sicher.
Wir lernen alles Mögliche,
Sinnvolles und Sinnloses,
Kurse fürs Sterben machen wir nie.
Die Beschäftigung mit diesem zentralen  Erlebnis wäre wichtig,
denn ich denke,
man kann sehr wohl darauf Einfluss nehmen.
Vielleicht kann man sich den Zeitpunkt und die Art nicht aussuchen,
dazu bräuchte es viel mehr Bewusstheit,
aber in vielen Fällen müsste man sich nicht so hilflos überrascht anstellen.
Lebensverlängerung ist bei uns gefragt -
ein richtig alter Mensch wird von seiner Familie bewusstlos gefunden
und sogleich mit dem Hubschrauber in die Landeshauptstadt geflogen,
damit noch ein paar zusätzliche Lebensmonate herausgepresst werden können.
Hubschraubern ist modern.
Um jeden zusätzlichen Lebenstag wird gekämpft.
Wer erklärt mir den Sinn?