Freitag, 19. September 2014

AUF VISIONSSUCHE

 
 

Weil ich in der Nähe war, bin ich wieder einmal zu meinem Lieblingskraftplatz gefahren.
Früher war ich öfter dort, immer, wenn es Probleme gab.
Aber jetzt habe ich kaum Fragen -
es geht mir so gut.
Und da man Chancen nicht unnütz verstreichen lassen soll,
stellte ich die Frage:
"Ich möchte wieder leichter werden?"
So viel Schwere schleicht sich ins Leben.

Zuerst kam die Eidechse.
Sie sagte:
"Ich bin angepasst, kaum sichtbar, bin beweglicher als Stein und leichter als Erde."
 
 
 
Die Ameise beantwortete meine Frage so:
"Leichtigkeit ist meine Arbeit."
Der Wind, der über mich strich, mit den Blättern raschelte:
"Was ist leicht?
Leicht ist mit allem zu spielen, ohne anzuhaften."
Menschen, die kamen, habe ich nicht gefragt.
Sie sahen nicht aus, als ob sie mehr wüssten, als ich.
 


Donnerstag, 18. September 2014

STIEFEL IM SOMMER


 
Meine Freundin hat mich daran erinnert, dass ich einmal vor etlichen Jahren beim Zusammensitzen mit sehr langweiligen, steifen Leuten erklärte, dass ich Putin erotisch und sexy fände. Diese Meinung teile ich mit ca. 70 Mill. Russinnen. Macht hat Sexappeal. Und ausserdem sieht er aus wie Daniel Craig. Russen James Bond auf der Weltbühne. 
Damals war Herr P. noch nicht der Gottseibeiuns für den Westen. Wie der Abend weiterging, weiß ich nimmer, ich glaube, die Langweiler sind schockiert gegangen. Und wir können heute noch darüber lachen.
Vor langer Zeit habe ich einige Jahre in Moskau gelebt.
Das war sowieso das Aufregendste in meinem Leben.
Die Erfahrungen, die mir geblieben sind:
An Bespitzelung und Überwachung kann man sich gewöhnen.
Solange die gesammelten Daten nicht gebraucht werden, schlummern sie in Archiven vor sich hin.
Zuhörer sind immer dabei, auch bei den intimsten Verrichtungen.
Und: Einkaufen ist der Planwirtschaft ist viel interessanter.
Es hat etwas von Jagd an sich.
Man kauft nicht, was man braucht,
sondern was es gibt.
Stiefel im Sommer und Gartenschirme im Winter.
Wie ich heute zu Herrn P. stehe, kann ich gar nicht sagen.
Aber um einen langweiligen Abend zu retten, würde ich die absurdesten Statements abgeben.


Mittwoch, 17. September 2014

WALDVIERTLER HOFTHEATER





    Ganz ab und an,
so gut wie nie,
bewege ich mich des Abends aus der Einsiedelei.
Diesmal zu einer recht netten Vorstellung im  Waldviertler Hoftheater.
 Wolfgang Böck(Trautmann) sang und erzählte, begleitet von fabelhaften Musikern.
 Andy Radovan, dem die Musik im Blut liegt und der viele Ohrwürmer (u.a. die Titelmelodie für den Kaisermühlen Blues) komponiert hat, hat mir ganz besonders gefallen.
Das Theater ist heimelig gemütlich, ein umgebauter typischer Waldviertler Bauernhof.
Ja, ab und an lohnt es, sich die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen.
Wiedermal eintauchen ins warme Mitmenschliche.
Das Ganze war eine Benefizveranstaltung,
damit die Feuerwehr von Pürbach ein neues Auto bezahlen kann.


Dienstag, 16. September 2014

VOM EINKAUFEN

 
Einkaufen mag ich gar nicht gerne,
deswegen ist für mich der Diskonter so perfekt.
Da brauche ich mich nicht zu entscheiden,
da gibt es von jedem Produkt nur eine Sorte (oder zwei).
Einmal in der Woche renne ich durch,
raffe immer die gleichen Dinge in den Einkaufswagen.
Was mich da am Land fertig macht -
die Leute haben so viel Zeit.
Ich ja auch, aber nicht im Supermarkt.
Sie stehen in der Mitte der Gänge,
tratschen, schauen,
schleichen ganz langsam von einem Regal zum anderen,
bilden einen Pulk ....
lassen die Einkaufswagen als Barrieren in der Mitte stehen ....
Mein Stresspegel und der Blutdruck steigen an,
denn ich laufe Gefahr,
den eigenen Einkaufsgeschwindigkeitsrekord nicht halten zu können.
 
 
 

Montag, 15. September 2014

WASSER


Bei uns regnet es seit Wochen reichlichst.
Und wie man an den nackten Schönheiten sehen kann,
lässt einen zu viel Wasser reichlich blass und verwittert aussehen.




Sonntag, 14. September 2014

ZIEMLICH SPORTLICH


Bequem?
Ich weiß nicht.
Aber sicher originell.


Samstag, 13. September 2014

MEIN HAUSBAUM



Der Hausbaum, im Winter: Vogelbaum, war schon oft im Bild.
Heuer ist er stark gewachsen, nachdem bei einem Sturm ein großer Ast abgebrochen war.
Dafür hat er auf alle Äpfel verzichtet.
Er ist sehr alt und teilweise morsch, durch den vielen Regen siedeln schon Schwämme auf ihm.
Etwas zurückschneiden muss ich ihn doch, Triebe ragen teilweise über den Weg.
Und bald, in der kalten Jahreszeit, wird er wieder voller Leben sein -
die Vögel und ich, wir mögen ihn sehr.
Unseren Hausbaum.



Freitag, 12. September 2014

WAS DIE WELT DRINGEND BRÄUCHTE




 Nein, ich bin nicht auf der Suche nach Geschäftsideen,
aber eine Menge Geld könnte man mit einer Katzenzüchtung verdienen,
die Schnecken frisst.
Vielleicht lassen sich die Felltiger mit Laufenten kreuzen?
Und in meinem Kopf ist noch immer die Vorstellung von der Menschenrohrpost.
Die Person kommt in eine Kapsel, wird sediert und an jeden denkbaren Ort der Erde geschossen.
Ist so ähnlich wie Beamen.
Und man erspart sich das mühsame Reisen mit Umsteigen, Gepäckschleppen und sonstigen Widrigkeiten.
Jedenfalls gäbe es jede Menge sinnvolle Dinge zu erfinden. Nicht nur solchen Schrott wie Waffen und Analogkäse.




Donnerstag, 11. September 2014

VON DEN GLÜCKLICHEN KÜHEN


Zeig mir deine Kühe und ich sage dir, wer du bist.
In den letzten Wochen bin ich viel mit dem Moped durch die Gegend gekurvt.
Auf kleinen Straßen, ganz langsam, viel gesehen, viel geschaut, viel genossen.
Die meisten Kühe sind jetzt auf der Weide,
da gibt es zufriedene, satte, freundliche Tiere
und es gibt komplett verdreckte, verschreckte.
Ich habe eine Kuh weinen sehen,
diese gezüchteten Milchhochleistungsautomaten können einem Leid tun.
Versteckt im Wald findet sich so manche Mensch/Tieridylle.
Selbstgeschaffene kleine Paradiese.
In einem Dorf gibt es einen Misthaufen, der mit einem Förderband bedient wird und bis zum Dach des einstöckigen Hauses reicht.
Der ganze Ort stinkt davon. So einen Nachbarn wünscht sich jeder. Kein Foto.




Mittwoch, 10. September 2014

SPÄTER SOMMER



Einen schönen warmen Tag hat es gegeben.
In der Sonne gelegen, mit den Enten geschwommen,
der Teich ist kalt, aber gut.
Ziemlich allein, so schön, so wunderbar
Dann sind testosterongeladene Fischer gekommen -
rangieren in meiner Beliebtheitsskala gleich hinter den Jägern,
aber gleichzeitig mit ihnen gab es auch dunkle Wolken,
Noch weit mit dem Moped durch die Wälder gefahren -
so sehr gut, so sehr schön.
Glücksgeladen daheim angekommen.




Dienstag, 9. September 2014

COMPUTERÄRGER


Die Computer-wenn-ich-dich-anfasse-gehst-du-kaputt-Zeit ist wiedermal ausgebrochen.
Der richtige Rechner ist beim Mann mit den goldenen Reparaturfingern.
Und dort wird er länger sein, weil der ein frisch geborenes Kind hat und lieber mit dem spielt,
als mit dem alten Computer.
Kann ich völlig verstehen, macht mich trotzdem nicht glücklich.
Das neu erworbene kleine Notebook tut auch nicht richtig, werde ich wieder umtauschen müssen (ich erwische immer Montagsgeräte).
Und außerdem ist das Ding so klein,
Posts schreiben und Fotos sichten macht nur den halben Spaß,
ist alles im Bonsaiformat.
Ihr könnt mich mit Kommentaren trösten, dann wird vielleicht alles wieder gut.




Montag, 8. September 2014

VOM BLOGGEN



Unvorstellbar lange blogge ich schon.
 Viele Kontakte haben sich ergeben, sind gekommen und die meisten wieder gegangen.
 Manchen Menschen habe ich mich nahe gefühlt, verwandt, berührt, und irgendwann sind sie in den unendlichen Weiten des Netzes verschwunden.
Dieses Berühren, das nicht real ist, nur in einer virtuellen Welt existiert, das nichts beansprucht, ist schön und traurig zugleich.
 Ist oberflächlich und flüchtig,
Erzeugt Gefühle,
mehr vorgestellt als echt.
Auch ist nicht sicher, ob hinter den Worten wirkliche Menschen existieren.
Vielleicht seid ihr da draußen alle nur Phantome?




Sonntag, 7. September 2014

DIE ANDERE SEITE




Auf der anderen Seite, jenseits des Zaunes ist alles immer
schöner, bunter, besser, begehrenswerter ...
Und um es zu kriegen, nimmt man eine Menge Strapazen auf sich .....



Samstag, 6. September 2014

INTELLIGENZ


Mit dem Auto musste ich wegen einer Rückholaktion in die Werkstätte
und dort wurde dann gleich ein Computer-Update gemacht.
Seither läuft das Auto spritziger.
Faszinierend diese "schöne neueWelt".
Diese künstliche Intelligenz.
Früher war ein Auto ein Zusammenspiel mechanischer,
technischer Teile mit einem Antrieb.
Heute sagt der Bordcomputer, wie alles funktionieren soll.
Macht vieles komplizierter, hat aber auch einen Reiz.
Solange die künstliche Intelligenz beherrschbar ist,
wir sie uns untertan machen können,
sind die sich ergebenden Möglichkeiten unendlich.
Der Zauberlehrling wurde vom Besen überrascht.
Und weil es so schön ist, nochmals das Gedicht zur Erinnerung:

Johann Wolfgang von Goethe

Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort´ und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.
Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf! Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße. Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt! Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen! Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein. Nein, nicht länger
Kann ichs lassen;
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke! O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still! Willsts am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten. Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei! Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte! Und sie laufen! Naß und nässer.
Wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los. "In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister."



Freitag, 5. September 2014

BEERENKRÄFTE



In den letzten Wochen habe ich die Heilkräfte der Beeren entdeckt.
Walderdbeeren und Himbeeren sind zu mir gekommen,
sind einfach wild im Innenhof gewachsen und haben so reichlich getragen,
dass ich jeden Tag eine Handvoll essen konnte.
Über Wochen habe ich eine Heidelbeerkur gemacht,
täglich eine Schälchen (mit Zucker!).
Meine Lebensmittelunverträglichkeiten sind vergangen,
die Beeren wirken vor allem auf den Verdauungstrakt.
Ich fühle mich gesund, wie schon lange nicht mehr
und habe die besten Vorsätze
wieder mehr auf die geschenkten Heilkräfte der Natur zu achten.
Vieles ist so einfach.
Und ihr kennt ja den Spruch:
An apple a day, keeps the doctor away.



Donnerstag, 4. September 2014

FÜR IMMER JUNG







Wenn man jemanden schon lange, lange kennt,
viele, viele Jahre,
womöglich mit ihm lebt,
dann bleibt sein junges Bild immer im Gedächtnis haften,
überlagert  die alternden Gesichtszüge,
der Istzustand wird kaum wahrgenommen,
die Zuneigung macht faltenfrei,
man bemerkt das Mädchen/den Jungmann hinter all dem Verfall.
Eine wunderbare Sinnestäuschung.
Mit Liebe sieht man schön.








Mittwoch, 3. September 2014

WOZU VERLIEBEN?

 
In naher Zukunft werden die Menschen bei ihrer Geburt wissentlich oder im Geheimen gechipt.
Gleich mit der ersten Kombiimpfung.
Verpflichtend.
Das hat ja nicht nur Nachteile.
Man kann zum Beispiel auch die Partnerwahl vollautomatisieren.
Wozu noch mühselig auf Brautschau gehen,
wo doch Irrtümer Treffer bei Weitem toppen,
der allwissende Computer macht es möglich,
die perfekt passenden Menschen zusammenzuführen.
Z.B. aufgrund der DNA oder bestimmter biometrischer Erkennungszeichen -
vielleicht könnte man eine Geruchserkennung eingeben -
der Blechtrottel erschnüffelt die passende Ergänzung.
Also, wenn man da wirklich viel, viel kombiniert,
dann wird das sicher ziemlich perfekt.
In anderen Ländern gibt es den
Heiratsvermittler, der schon bei der Geburt den Lebenpartner aussucht.
Uns bleibt dann Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens.
Wie für die Arbeit zur Vermehrung des Bruttoinlandsproduktes.
Dieses Verlieben ist reine Zeitverschwendung.
Unterm Strich geht es ja nur um den Arterhalt.




Dienstag, 2. September 2014

FARBLICH


Man braucht unbedingt farblich auf die Kleidung abgestimmte Katzen.
Ich trage viel schwarzes Gwand und die Katze ist grau und
das geht gar nicht,
ich sehe immer aus,
wie frisch aus der Mülltonne geklettert,
was in Gesprächen wohlmeinendes Gegenüber auch schon einmal
dazu bringt,
an mir herumzuzupfen (mag ich sehr, hat so etwas Mütterliches).
Graue Jacken passen gut,
wo sich jetzt auch meine Haarfarbe im Partnerlook an die Katze angleicht.
Da kann ich auch ruhig die 100 Haare verlieren,
die durchschnittlich jedem Menschen pro Tag ausgehen
(also, an die Anzahl glaube ich ja weniger, hätte ich 100 Haare in der Bürste,
wäre ich in einer Dauerkrise).
Und wenn ich denke, dass sich mein Problem mit einer schwarzen Katze lösen würde,
mache ich es mir zu einfach, denn dann würde ich sicher nur mehr weiße Kleidung
tragen wollen.

Montag, 1. September 2014

VERKANNT




Manchmal fühle ich mich total verkannt.
Dass ich eine Einsiedlerin bin und nicht besonders viel und gerne rede - damit meine ich Small-Talk,
sieht man mir nicht an.
Aber wenn ich am Lieblingsteich in der müden Spätsommersonne das Bankerl bei den Enten mit einem Mann teilen muss,
der mir von seinen Hühnern erzählt,
die er seit Neuestem hält
und dass er sie jetzt töten wird,
weil sie nach 2 Jahren nix mehr legen
und dass nur aus den selbsterzeugten Eiern seine Frau einen richtigen Schnee schlagen kann,
dann fühle ich deutlich -
mein Interesse an fremden Hendln und Eischnee tendiert in einen Bereich jenseits von Null,
auch mag ich nicht über die Vorzüge der Algarve und männliche Knieschmerzen sprechen.
Ich mag eher keine Geschichten von fremden Menschen hören -
die Informationen, die mir bei ihrem Anblick zufließen, genügen mir meist bei Weitem.
Nur den Enten sehe ich immer wieder gerne zu -
die werden mir nie langweilig.





Sonntag, 31. August 2014

GALGEN




Zufällig habe ich den Galgen bei Kirchberg am Walde entdeckt.
Am Weg Brombeeren (in manchen Jahren werden sie im Waldviertel gar nicht reif) und ein Parasol,
der stehenbleiben durfte.
Natürlich weiß ich, dass Frauen die besseren Menschen sind,
immer lieb und nett und sie tun kaum jemals etwas Unrechtes.
Aber soweit mir bekannt ist, wurden im Mittelalter eher nur Männer gehängt,
Frauen hat man lieber verbrannt oder ertränkt.
Sogar beim Hinrichten gab es keine Gleichberechtigung.
 


Samstag, 30. August 2014

ERDMUTTER



Die Erdwassermutter in Trebon war ich wiedermal besuchen und habe geschaut, wie es ihr im Sommer geht.
Wildwüchsiges ringsum, schön sieht das Ungeordnete aus. Passend zu ihr, aus der sich alles
stets gebiert.



Freitag, 29. August 2014

ZEIGERLOS

Eine Uhr trage ich schon lange nicht mehr -
manchmal, wenn ich unterwegs bin und die Zeit wissen will,
schaue ich aufs Handy -
und wenn ich Glück habe, ist es geladen und zeigt mir digitale Ziffern.
Die ich dann irgendeinem Termin zuordne.
Kein Radio, viel weniger Fernsehen,
zur Zeit auch keine Zeitungen -
und ob ich meine Aufmerksamkeit auf den Lauf der Dinge und der Zeit richte
oder nicht -
es ändert sich kaum etwas.
Es wird hell, es wird Mittag, es wird dunkel,
es gibt Kriege und Grausamkeiten,
ob ich sie beachte oder nicht.
Wie haben Menschen vor der Erfindung der Zeit gelebt?



Donnerstag, 28. August 2014

DIES UND DAS

 
 
Dass die Ohrschlüpfer jetzt schon in meiner Brotdose und zwischen den Ingwerwurzeln sitzen,
finde ich einigermaßen unerhört,
aber das ist diesen meinen Lieblingsfeinden egal.
Landleben.
Da kann man nix machen.
Die Steinpilze, die ich vor ein paar Tagen achtlos in den Kühlschrank gelegt habe,
sind mir schon entgegengekrabbelt.
Dafür bin ich gleich in den Wald gegangen und habe nochmals einen Sack gepflückt -
man muss sie heuer nur abholen,
und jetzt sind sie bereits eingelegt im Glas und können sich nimmer davonstehlen.
Ich bin in den letzten Wochen auf einer Schwammerl/Heidelbeerdiät.
Der Wald ernährt mich ausgiebig.
Meine Überlegungen sind gerade,
ob ich meinen kältegestählten Körper ans Meer bewegen soll.
Ich hätte schon fast gebucht, kleines Haus bei airbnb, Flug und Auto.
Aber wenn ich dann drüber schlafe, kommt mir der Aufwand so groß vor,
ich bin bequem geworden, mag eigentlich nur mehr herumgetragen werden.
Ja, ich brenne für nix mehr (Sonja Wildgans) nicht mal mehr fürs Reisen.
Jetzt bin ich gerade noch am Überlegen,
ob ich wiedermal in einen Club Magic Life fahre.
Passt ja gar nicht zu mir, war aber immer recht angenehm.
Alles großzügig und bequem und in der Neben-Neben-Saison auch zum Teil
menschenbefreit.
Schau ma mal, wenn ich noch lange herumzögere, ist es sowieso zu spät für alles.
 
 


Mittwoch, 27. August 2014

SCHAU-FENSTER

In Freistadt, der Bezirkshauptstadt des Mühlviertels, ist die Innenstadt von einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben und uralt sind fast alle Häuser im Zentrum.
Mit hübschen Fassaden, Fenstern und Eingängen. Wie in vielen Kleinstädten stehen die Geschäfte leer, weil die hinlänglich bekannten Konzerne am Stadtrand diese überall gleichen Einkaufshässlichwüsten gebaut haben.
In Freistadt hat man keine Handyshops oder dergleichen eingesiedelt, sondern die Fenster sind gestaltet.
Schau-Fenster sozusagen,
keine Warenherzeig- oder Verkaufsfenster.
Schöne mittelalterliche Ausstellungsstücke.





Dienstag, 26. August 2014

STILL RUHT DER SEE



Das Ozonloch ist futsch,
die Erderwärmung ist im Pazifik versunken,
 dafür kriegen jetzt alle Chinesen einen Kühlschrank mit FCKW,
nix Genaues weiß man nicht,
wahrscheinlich war schon immer alles so,
oder doch ganz anders,
wohin sind dann die Glühbirnen verschwunden,
und die Welt steht nimmer lang,
und wieso ist der Sommer so schlecht,
aber still ruht der See.






Montag, 25. August 2014

WALDVIERTELMENSCHEN



"Mittelalterlich sind die klobigen, schmucklosen Steinhäuser, die dir als Zeichen der Armut die Kehle eng machen, aber dich auch durch ihre ästhetische Vollkommenheit überwältigen; archaisch die Hügelformationen, heidnisch-vorgeschichtlich die seltsam geformeten Steine.
Alt, uralt werden auch die Menschen dort, sterben nicht vor der Zeit, sondern krümmen langsam und allmählich den Rücken der Erde zu und ähneln mit der Zeit den Steinen.
Es sei denn, sie stehlen sich vorzeitig aus der Kargheit und Armut davon, weil ihre verletzlichen Seelen der sprachlosen Traurigkeit des Winters nichts entgegenzusetzen haben, sodass sie hilflos und schutzlos der großen Dunkelheit erliegen..."
aus "Der liebe Gott des Waldviertels" von Erika Molny/Thomas Pluch Edition S 1986