Donnerstag, 18. Juli 2019

BAUM UND FASTEN

Der letzte Sturm hat diese große Buche gefällt.
Pilze am Stamm haben das Innere morsch werden lassen.
Aber die Krone war noch frisch.
Baumschicksale berühren mich.

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Ganz etwas anderes:
Ich halte noch das Intervallfasten ein.
Und es macht mich nach all den Monaten kein bisschen glücklicher.
Fühlt sich voller Entbehrungen an.
Aufhören mag ich auch nicht,
weil es dem Körper gut tut.
Und weil ich zwischenzeitlich argen Durchfall hatte,
habe ich insgesamt 6 kg abgenommen.
Und Falten für 20 kg Verlust gekriegt.
Ich glaube, ich will mein Gewicht wieder,
das ich fast das ganze Leben hatte.
Aber bis dahin fehlen mir noch gut 10 kg.
Ich verliere schon fast die Lieblingsmotorradhosen
(die habe  ich etwas zu groß gekauft).
Jedenfalls macht mich die Fasterei sehr zwiegespalten.
Glücklich sicher nicht.











Mittwoch, 17. Juli 2019

REISEREI




 Was ich in diesem Jahr schon alles geplant habe,
Hotels bestellt und auch wieder abbestellt -
es ist, als ob ich hier festgeklebt wäre.
In alle möglichen Länder bin ich bereits mit dem Finger auf der Landkarte gereist,
Leute im Reisebüro habe ich gequält,
passende Flüge im Internetz gesucht,
die besten Bahnverbindungen gecheckt -
und?
nix.
In einem früheren Leben bin ich jahrelang von einem Flieger in den nächsten gestiegen,
später habe ich 30000 km im Jahr auf Autobahnen verbracht
und jetzt ist mir alles zu weit, zu mühsam, zu wenig verlockend, zu umständlich ...
Nicht Flugscham oder Stauangst halten mich ab,
obwohl das Fliegen heute eigentlich unzumutbar ist und
stundenlang mit dem Auto irgendwo festzusitzen,
das kann ich mir gar nicht vorstellen,
sondern der Körper mag nicht aus seiner Komfortzone wegbewegt werden.
Solange Sommer ist geht das problemlos,
aber später im Jahr,
wenn es dunkel werden wird ....
Schau ma mal.



Dienstag, 16. Juli 2019

GAR NIX SPANNENDES


Im Bett fallen mir Blogposts ein
und ich bin dann sicher,
dass ich mich am Morgen daran erinnern werde.
Ist aber nicht so.
Am nächsten Tag habe ich keine Ahnung von den Ideen.
Vielleicht doch Notizen machen?
Weil sonst kann ich nur erzählen,
dass ich eine Runde gerollert bin
und exakt mit dem ersten Regentropfen wieder vor meinem Haus gestanden bin.
Auf der Rollerrunde befindet sich nun ein Hund,
der mit mir spielen will,
was ich überhaupt nicht mag.
Rennt kläffend vor meinem Vorderrad
und ich bin sowas von verkrampft.
Ziemlich viele meiner Schuhe geputzt (kommt selten vor,
ich bin eine bekennende Schlampe)
und einige Paare aussortiert.
Und mit lauter so wichtigen und spannenden Dingen den Tag vertrödelt.
Eine nächste unendliche Geschichte hat sich aufgetan,
aber ich bin guter Dinge,
möglicherweise wird  sich die Sache mit ein bis zwei Extraschleifen begnügen.
Ja, so vergehen die Sommertage
und wenn die Nächte lau sind,
kann ich den Glühwürmchen zusehen.
Diese kleinen Irrlichter.
Tierische erdgebundene Sternschnuppen.






Montag, 15. Juli 2019

ALTERSADÄQUAT


Wenn der Postmann zweimal klingelt und mir zum Geburtstag
ein leichtes Riesenpaket bringt,
dann weiß ich was drinnen ist,
habe ich mir doch einen Hula-Hoop-Reifen gewünscht.
Im Fernsehen entdeckt -
das konnte ich doch auch einmal.
Aber heute nimmer.
Üben.
Schau ma mal.
Nachdem ich heuer wieder nicht mit dem Fallschirm gesprungen bin,
das ist der einzige Wunsch, der in meinem Leben offen geblieben ist,
ist der Reifen einer kleiner Jugendlichkeitsersatz.
Fallschirm - ich habe keine Angst vor dem Sprung,
aber ich denke, dass meine Gelenke nicht so neu sind,
und wenn ich mir etwas bräche,
ich würde mir das nie verzeihen.
Wäre auch saublöd.
Und ansonsten bemühe ich mich,
zu begreifen,
dass das Leben endlich ist.
Vieles ist unabänderlich vorbei
und es kommt dafür kein gleichwertiger Ausgleich.
Viel Körperliches wird auch nimmer besser,
ich kann nur lernen,
mich weniger davon tangieren zu lassen.
Altern heißt Körperabschiede.


Freitag, 12. Juli 2019

EINFACH DIESES


Es ist kühl geworden.
Seit 2 Tagen ist am Abend der Kachelofen gut zu vertragen.
Schau ma mal, ob Regen kommt.
Es ist trocken.
Die Schwammerlsaison fällt heuer aus,
wenn sich nicht etwas Grundlegendes ändert.
Heidelbeeren und Walderdbeeren gibt es in Mengen:
Heidelbeeren kaufe ich, obwohl es Wege mit Böschungen gibt,
wo man sich beim Pflücken nicht bücken muss.
Es ist jetzt Sommer wie früher im Waldviertel.
Kühl und frisch.
Sommerfrische sozusagen.
Irgendwie nostalgisch.
Und sehr entschleunigt.
Still.


Donnerstag, 11. Juli 2019

ZUHAUSIGES



In der Scheune teufeln die jungen Marder herum
und lassen sich auch sehen.
Im verwilderten Gemüsegarten gräbt ein Tier riesige Löcher.
Keine Ahnung wer das ist.
Wühlmäuse haben sich überall breit gemacht,
aber diese Bodenöffnungen erscheinen mir zu groß.
Mein kleiner Steinhaufen beim Eingang kriegt langsam
einen schamanistischen Touch.
Fundstücke aus dem Wald machen sich gut.
Kühle Tage im Waldviertel.
Erinnert mich an Sommer wie früher.



Mittwoch, 10. Juli 2019

PROBLEME

Kläffende Kleinköter
Ich weiß nicht, ich kann gerade aus allem ein Problem machen.
Mehr gesundheitlich.
Oder körperlich.
Aber auch mit Dingen, die ich kaufe.
Das finde ich gar nicht prickelnd, sondern störend und beeinträchtigend, zeitraubend,
lebensabsorbierend.
Ich möchte das anders haben.
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Gedankensprung:
Namhafte Designer meinen, dass man wegen des Mikroplastiks in der Umwelt seine Kleidung weniger bis nie waschen sollte.
Ich warte schon auf die Zeit, bis das Putzen aus Klimaschutzgründen endlich abgeschafft werden wird.
All die giftigen Putzmittel, der Stromverbrauch, die wertvollen Insekten, die getötet werden, etc.
Ich sehe meine Zeit kommen.

Jetzt liefere ich die Namen der Designer nach.
Stella McCartney und Levi-Chef Chip Bergh.





Dienstag, 9. Juli 2019

WEISHEITEN

Gescheite Aussprüche mag ich sehr.
Solche wie:
"Obwohl du festhältst, kannst du nicht bleiben.
Was für einen Nutzen hat es,
darüber erschreckt und verängstigt zu sein,
was unabänderlich ist."
Buddha
Oder:
"Manche sterben im Mutterleib,
andere während der Geburt,
wiederum andere, wenn sie krabbeln,
manche, wenn sie gehen können.
Manche sind alt,
andere erwachsen,
und einer geht nach dem anderen,
wie Früchte, die auf den Boden fallen."
Buddha
Aus einem Buch vom Dalai Lama. "Der Weg zum sinnvollen Leben."



Beim Lesen erscheint alles einfach,
doch die Zustände unseres Geistes sind vielschichtig.
Die des Körpers auch.
Aber für Momente erscheint alles klar.


Montag, 8. Juli 2019

DAS MUSS MAN MÖGEN


In diesem Jahr mag ich nicht gerne Schotterstraßen fahren.
Also, ich meine richtig schlechte Schotterstraßen.
Eine, die zwar landschaftlich schön,
aber eigentlich nur mit großen Waldmaschinen zu befahren ist,
habe ich doch in Angriff genommen.
Mit dem Hintergedanken -
ich kann ja jederzeit umdrehen.
Kann man nicht,
denn es geht ständig bergauf
und bergab ist dann alles noch viel schlimmer.
Über Kilometer Riesenschotter.
Und das ganze noch mit einer schmalen Mittelspur,
rechts und links tiefe Fahrrinnen.
Ich glaube, doch nie mehr wieder.
Dafür dann Badeteich vom Feinsten.
Das Wasser ist schon warm.
Übrigens brauche ich in der ganzen Saison ca. 100 l Benzin.
Das kann ich für so viel Spaß gut vertreten.
Übrigens werden bei Elektroautos jede Menge wertvolle Rohstoffe,
die unter übelsten Bedingungen gewonnen werden, verbaut
und die Umweltbilanz ist erst nach 100000 km gleich der eines herkömmlichen Wagens.
Entweder werden neue Technologien erfunden
oder eben nicht mehr die Körper der Menschen transportiert,
sondern nur mehr virtuelle Energien.
Ich denke, in irgendwelchen Fortbewegungsmitteln stundenlang zu sitzen,
ist ohnedies nicht so prickelnd.



Freitag, 5. Juli 2019

NICHTS ALS STARREN

 
Wenn ich in der Hängematte baumle,
kann ich die längste Zeit ins Nichts starren.
Den Wolken beim Ziehen zusehen.
Die Gedanken schweifen träge durch die Sommerhitze.
Ich habe das Gefühl,
ich bestehe überhaupt nur mehr aus nichts.
 

Donnerstag, 4. Juli 2019

EINKAUFSZETTEL

 
 
Gefundene Einkaufszettel schaue ich immer an.
Neugierig.
Um mir ein Bild zu machen.
Person ist weiblich.
Mittelalt bis älter.
Kein eigener Garten.
Hühner auch nicht.
Etwas ungeübte Schrift.
Es wird gegrillt.
Mit Rahmgemüse und Eis.
Nur die 3 Dosen lassen mich leicht verwirrt zurück.
 
 


Mittwoch, 3. Juli 2019

UNENDLICHE GESCHICHTE

 
Wenn das Leben findet, es will mit dir unendliche Geschichte spielen,
dann genieße den Spaß an der Sache.
Auch wenn es schwer fällt.
Haha.
Meine Geschichte ohne Ende:
Der viele Schnee im Winter hatte die Dächer beschädigt.
Zuerst habe ich einen Dachdecker ausgesucht,
der sich nie mehr gemeldet hat.
Nach Wochen des Wartens habe ich einen anderen mit der Arbeit beauftragt
und alles hat dann recht gut geklappt.
Die Details am Rande,
wo die Geschichte immer wieder interessante Facetten bekommen hat, 
erspare ich euch.
Und nun ist die nächste Runde eingeläutet.
Der Gewittersturm hat einige der frisch gedeckten Dachziegel mitgenommen.
Schlingel, der.
Ich finde,
der Dachdecker hat nicht ordentlich gearbeitet.
Was er natürlich nicht findet.
Was die Versicherung findet,
werden wir erst sehen.
Ja, wenn das Leben spielen will,
kann es auch am Dach sein.
Und ich habe mich  der irrigen Überzeugung hingegeben,
dass wir schon auf einem neuen Level mit ganz anderen Aufgaben weitermachen.
HaHa.
Zurück zum Anfang.
 

Dienstag, 2. Juli 2019

DIES UND DIES


Meine Haut ist empfindlich und ich gehe wirklich wenig in die Sonne.
An den Teichen verwende ich dann doch Sonnencreme
und habe jetzt gesehen,
wie sich alles im klaren Wasser auflöst und einen fetten Film hinterläßt.
Das geht doch gar nicht.
Ich habe mich so geschämt.
Dann kam noch die Entenmama mit drei ganz, ganz neuen Küken geschwommen.
Alles was ich über Sonnenschutz im Netz nachgelesen habe,
war mehr als unbefriedigend.
Ich glaube, ich kann gar nichts mehr verwenden.
Ich benütze auch keinerlei Bodylotion oder Badezusätze daheim.
Habe mir schon vor längerem  Bio-Kokosöl gekauft,
und damit creme ich trockene Hautstellen ein.
Riecht gut und kann man auch essen.
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Jetzt wo wir Tropentemperaturen kriegen,
weiß man plötzlich Bäume und Grünpflanzen in Städten zu schätzen.
Ein langsames Umdenken findet statt.
Nachdem hier in kleineren Orten in den letzten Jahren alles Grüne
durch Pflasterungen und Beton ersetzt wurde.
Weil das ist  pflegeleicht.
Ach ja.
Dumme Menschen.
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Seit einigen Wochen hole ich Wasser von Heil(igen)-Quellen.
Wenn ich warten muss,
quatsche ich die Leute dort an,
und frage sie,
was sie mit dem Wasser tun.
Weil manche laden das halbe Auto mit Gebinden voll.
Aber so recht mag keiner mit der Sprache rausrücken.
Aberglaube halt.
Ich verwende das eine Nass für die Augen (eher erfolglos)
und das andere entwässert sehr wohltuend.
Getrunken wird es auch.
Und Fortschritt: ich kaufe kein Mineralwasser mehr ein,
sondern trinke auch mein eigenes,
aus der Hausquelle, die anscheinend gar nicht heilig ist.
Denn sie wirkt an meinem Körper keine Wunder.


Montag, 1. Juli 2019

GRÜNE HÖLLE





Nein, grüne Hölle kann man den Wildwuchs nicht nennen.
So schaut es aus, wenn man 40 Jahre die Natur nicht behindert.
Es wächst, wuchert, stirbt ab, vermodert.
Ab und an streife ich durch die Wildnis und staune,
wie schnell sich alles verändert.
 


Freitag, 28. Juni 2019

GLAUBENSSÄTZE


Alles, was ich sage, ist falsch.
Nichts ist so beständig, wie die Unsicherheit.
Heute gesund, morgen krank.
Nur das Schweigen spricht Bände.
Nie werde ich etwas wissen.
Ewig ist die Dummheit.


Donnerstag, 27. Juni 2019

SOMMERLOB


So mühsam und schrecklich das Winterleben hier im Waldviertel ist,
so wunderbar ist der Sommer.
Wenn es heiß ist.
Mein Haus wird nie heiß.
Dicke Steinmauern.
Des Morgens überlege ich, welche Strecke ich zu welchem Teich rollere.
Viel über Schotterstraßen,
obwohl ich in diesem Jahr nicht so schotterstraßenbegeistert  bin.
Und dann komme ich noch vor den mehreren Menschen zu einem traumschönen Teich,
beglücke die Fische mit meinem Körper,
lasse Libellen an den Zehen knabbern.
Irgendwo trinke ich vielleicht einen Kaffee und lese Tageszeitungen.
Mittags bin ich wieder daheim.
Bin schon das erste Mal glücklich,
weil der Tag bis jetzt einfach nur schön war.
Dann trinke ich Wein oder Bier,
koche Salat, Flammkuchen, Kartoffeln oder  Gemüse.
Obst, Kaffee.
Und dann trödle ich mich durch den weiteren Tag.
Das einzig Unangenehme ist - es gibt später nix mehr zum Essen.
Ich lebe das Leben, das ich immer leben wollte.
Eigentlich müsste ich viel glücklicher sein.


Mittwoch, 26. Juni 2019

LANDLEBEN


Mein Nachbar hat wieder Brot gebacken.
In einem Holzofen, einem kleinen Häuschen, gemauert aus Granit,
das abseits vom Wohnhaus steht.
Holz wird gefeuert, wenn es abgebrannt ist,
wird die Asche herausgeräumt,
dann werden die Brotlaibe in die heiße Höhle geschoben
und mit der Resthitze gebacken.
Schmeckt ziemlich köstlich und ist immer ein Angriff auf die Zähne.
---
Ich bin beleidigt.
Mit der Natur hab ich es heuer nicht so.
Meine Rest-Zimmerpflanzen sehen bedenklich aus.
Paradeiser werden sowieso nix.
Nur dem Salat geht es gut.
Und auch das gepflanzte Kirschbäumchen schwächelt.
Dauernd gelbe Blätter (schlechte Erde?), Schädlinge und Wühlmäuse.
Wühlmäuse sind überhaupt Thema.
Und über Vogelzuzug muss ich mich ärgern.
Amseln!
Wer braucht die.
Jedenfalls fressen sie schneller als ich die Walderdbeeren rund ums Haus.
Nächstes Jahr werde ich die Blüten abmähen.
Wenn ich die Früchte nicht bekomme, den Amseln gönne ich sie auch nicht.
Brüten sogar bei mir in der Hecke.
Je mehr ortansässige Vögel verschwinden,
desto größer wird der Zuzug von Amseln, Krähen, Elstern, Tauben.
Invasive Arten.
Sind nicht zu brauchen.
Sollen in der Stadt bleiben.


Dienstag, 25. Juni 2019

WIE GEMALT


In dem Wolkenwasser kann man schwimmen.
Das ist wie Teil eines Gemäldes zu sein.


Montag, 24. Juni 2019

DER HAUSBAUM


Im Winter ist der alte Apfelbaum ein Vogelbaum und auch ein Wildfütterbaum.
Jetzt ist er ein Schattenhängemattenbaum.
Im Stamm sind Narben und Verwundungen.
In das faustgroße Loch habe ich mit ein wenig Bange hineingegriffen,
nix hat mich gebissen,
aber man weiß ja nie.
Für den Specht gibt es eine Menge Nahrung,
wenn er am Stamm auf- und abrennt.
Fotos habe ich gesucht,
um sein Alter herauszufinden.
Wahrscheinlich sind wir ziemlich gleich an Jahren.
So ein Baum ist um einiges nützlicher als ein Mensch.




Freitag, 21. Juni 2019

LUXUSPROBLEME


Meine Probleme zur Zeit sind der reinste Lebensluxus.
Wenn ich zu einem Teich rollere,
brauche ist feste Kleidung.
Und das ist so mühsam beim An- und Ausziehen.
Mit dem Auto könnte ich halbnackt fahren,
aber es muss der Zweiradler sein.
Je mehr ich anhabe,
desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit,
dass mich ein Gewitter erwischt.
Bevor ich meine richtig gute Motorradbekleidung hatte,
bin ich ständig im Regen bis auf die Haut nass gefahren.
Seit 2 Jahren regnet es nie,
wenn ich unterwegs bin.
Auch sonst bewegen mich zur Zeit nur Dinge
in dieser Größenordnung.
Das ist gut.
Kann man so lassen.


Donnerstag, 20. Juni 2019

DIE STIMMEN DER NACHT


Weil es so warm ist,
habe ich nach vielen Jahren wieder einmal das Uraltzelt im Innenhof aufgebaut.
Lieber hätte ich es irgendwo bei den Felsen,
aber ich bin ein wenig jägermisstrauisch
und möchte nicht nächtens einen Überraschungsherzinfarkt bekommen.
Und schief steht das Ding,
weil ich das Gras wegen der vorhandenen Walderdbeeren wachsen ließ.
Daheim zelteln hat die Vorteile:
man kann jederzeit ins Bett ausweichen
und ich nehme Polster und Decken ins Plastikhüttchen.
Und dann lausche ich den Stimmen der Nacht,
dem Ruf des Käuzchens,
bestaune zwischendurch den Mann im Mond
und spiele Naturabenteuer.

Mittwoch, 19. Juni 2019

SCHEUSSLICHKEITEN

Weil ich etwas gesucht habe,
bin ich über die Grenze ins Tschechenland gefahren,
wo es diese ganzen Scheußlichkeiten zu kaufen gibt.
Ich habe nix gefunden
und nur die Fotos mitgenommen.
Obwohl den Atlas, der die Welt stemmt,
den könnte ich mir gut bei meinem Haus vorstellen.
---
Und weil ich in den letzten Tagen einen einzigen gescheiten Satz gedacht habe,
muss ich den niederschreiben.
Das mit dem Alter ist solange mühsam,
bis man darauf vergessen hat,
was vorher möglich war.
Wenn man sich nimmer erinnert,
wie gutes Sehen geht,
ist man mit dem Istzustand auch zufrieden.
Also ist im Alter das Vergessen alles.
Oder man erfindet für sich ständig neue Dinge,
die man mit nix vergleichen kann.






Dienstag, 18. Juni 2019

WELTRETTER


Dass die jugendlichen Menschen auf die Straße gehen
und die Welt retten wollen,
finde ich außerordentlich lobenswert.
Wenn ich mir vorstelle,
dass ich bereits 1984 einen Bioladen hatte
und dass uns damals schon die Konsequenzen der Untaten an der Natur bewusst waren
und in welchem Ausmaß der Zustand der Erde sich in der Zwischenzeit verschlechtert hat,
dann fange ich wiedermal zu überlegen an,
ob ich nicht auch ein wenig mitretten möchte.
Aber angesichts der stumpfen Trägheit der Masse - und da nehme ich mich gar nicht aus -
vergeht mir jede Lust schon beim Gedanken daran.
Ich müsste ständig sagen:
Aufhören mit dem Zubetonieren,
den Konsumrausch beenden,
den Energiehunger stoppen,
keine alten Bäume fällen,
Wirtschaftswachstum ist die Beschleunigung des Untergangs ....
Und das mag doch keiner hören?!
Glück und Zufriedenheit liegen jenseits der käuflichen Güter.


Montag, 17. Juni 2019

MENSCHENSTILLE



In den letzten Tagen bin ich so viel gerollert.
An der Donau wurde das Jahresservice für den Zweiradler gemacht.
Einen neuen Hinterreifen und einen Antriebsriemen hat er bekommen.
Die Tage sind wunderbar.
Ich war ganz allein am stillen Waldteich.
Das Wasser ist schon gut schwimmbar.
Am Damm blühen Lupinen und es ist unbeschreiblich schön.
Diese Sommertage fernab jeder Hektik, jenseits von Menschenzusammenballungen
machen mich schlicht und ergreifend glücklich.
Im Sommer ist das Waldviertel einzigartig.
Da kann ich es keinesfalls verlassen,
denn nirgendwo ist es besser.