Freitag, 21. Juli 2017

WILDNIS


 
Die Gartenwildnisbilder kann ich euch nicht vorenthalten.
Ich mache ja eher gar nix
und zum Ernten gibt es dann auch kaum etwas.
Aber was es gibt, das freut mich
und der Wildwuchsdschungel wächst mir sowieso ans Herz.
 



Donnerstag, 20. Juli 2017

NOSTALGISCH GERÜHRT


Alle paar Wochen treibt es mich nach Grein
und da muss es auf jeden Fall das Original Biedermeier Kaffee Blumensträußl sein.
Und wenn die mir dann die Registrierkassenpflichtrechnung geben
und da steht ein BUTTERSEMMERL drauf,
dann bin ich richtig nostalgisch gerührt.
Die winzigen Kleinigkeiten sind das Salz in der Lebenssuppe.



Mittwoch, 19. Juli 2017

ERDWESPEN

 
 
Beim Gras mähen habe ich das Erdwespennest im Innenhof gefunden.
Jetzt steht es unter Beobachtung.
Ob sie sich sehr vermehren.
Grundsätzlich darf bei mir alles leben.
Ich bin diejenige, die in das Tierreich eindringt,
nicht umgekehrt.
In der Natur zählt keine Grundbucheintragung und
ich mag mich auch auf die Auseinandersetzungen nicht einlassen.
Seltsamerweise bewohne ich den Innenhof in diesem Jahr kaum.
Wo ich mich aufhalten mag ist immer verschieden.
Ein Wespennest musste ich heuer bereits aushungern.
Die Tiere wollten in einem Raum siedeln,
den ich häufig betrete.
Also Fenster zu und sterben lassen.
Ich hatte das schon einmal.
Ein riesiges Nest und mehrere Wochen war der Raum tabu.
Dafür habe ich nun die Chance den Gelbstreiftierchen beim Leben zuzusehen.
Sie zerren Steinchen aus dem Erdinneren - Wespen a la Sisyphus.
 
 


Dienstag, 18. Juli 2017

TRÜBER TEICH


 Was erzähle ich euch zu dem Bild?
Trüber Teich im Wald.
Die Geschichten, die ich erlebe, die sind nix fürs Netz.
Da bin ich nicht exhibionistisch genug.
Dass ich zur Hypochondrie neige und völlig obskure Heilmittel anwende,
das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht.
Aber ja, die Seele ist ein weites Feld und
die eigenen Ängste schlagen Ackerfurchen und Hoffnungssprünge.
Alles ist gut und der Sommer zerrinnt schon wieder in der Zeit.


Montag, 17. Juli 2017

HOTELZIMMER

Im Laufe der Zeit habe ich unendlich oft in unendlich vielen Hotelzimmern geschlafen.
Von teuer bis mehr als einfach.
Von Absteige bis Luxus.
Das war manchmal sehr abenteuerlich.
Eigentlich bin ich heikel und lieber stelle ich keine Überlegungen an,
wer da vor mir wie geschlafen hat,
wie gut geputzt wurde,
wie sauber die Bettwäsche ist
über die Toilettenkeime ...
(die Betten zerlege ich meist und entferne die Plastikeinlagen,
damit ich nicht nächtens klatschnass aufwache).
Aber meine Fantasie reicht  für das, was Menschen Unappetitliches machen, sowieso nicht aus.
Im Radio hat mir jetzt eine Hotelbedienstete erzählt.
dass manche Leute ihre Dreckunterwäsche und Socken im Wasserkocher waschen.
Wie eklig finde ich denn das?

Sonntag, 16. Juli 2017

ALTERSPUBERTIERENDE KATZE



Die alte Katze ist anscheinend in der Alterspubertät.
3. Jugend oder so etwas.
Sie ist seit Wochen kaum zu sehen.
Kümmert sich kein bisschen um mich.
Erscheint zum Fressen und sonst nix.
Kaum Zärtlichkeitsaustausch, keine Streicheleinheiten,  keine Dialoge.
Jetzt habe ich versucht mit ihr zu reden.
Also, sprach ich:
"Diese Form des Zusammenlebens ist für mich unbefriedigend.
Einzig zum Futtersackerlöffner degradiert, das ist mir zu wenig.
Solange du deine Pfoten unter meinem Tisch hast,
erwarte ich etwas Interaktion ...."
Was denkt ihr was das Tier geantwortet hat?
"Für mich funktioniert es gut".
Abgang des Grautigers grußlos in den Wald.
Sinnloses Zurückbleiben der Futterspenderin.





Samstag, 15. Juli 2017

WIE UNGEHÖRIG

 
 
An manche Landlebensfreuden kann ich mich nicht gewöhnen.
Wenn ich heimkomme
und der Marder ins Vorhaus geschissen hat.
Das ist einfach ungehörig.
Und in der Küche sitzt dann der erste Ohrenschlüpfer der Saison.
Meine Ekeltiere.
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Die chinesischen Schüsselchen sind toll.
Mag ich.
Aber die Chinesen müssen andere Geschirrspülereinteilungen haben.
In die europäische Massgedecksnorm lässt sich das runde Zeug nicht befriedigend einräumen.
Ich muss nach China fahren und einen passenden Geschirrspüler kaufen.
Und das ist dann auch schon wieder viel Aufwand für ein paar
Porzellanschälchen.





Freitag, 14. Juli 2017

GROSSE STADT




In Wien.
Das Wetter hab ich perfekt erwischt.
Zugewölkt und windig,
gar nicht heiß.
Windig ist es in Wien immer.
Jugenstilhäuser am Naschmarkt.
Und altehrwürdige  Maßschuhe.
Und letztendlich habe  ich mich vor der Mittagshitze ins Museum gerettet.
MAK - ein Lieblingsmuseum
mit einer Sonderausstellung über unsere Zukunft unter der Herrschaft von Robotern.
Und dass mir der junge Mann an der Kasse kein Seniorenticket
verkaufen wollte,
hat meiner Eitelkeit total geschmeichelt.
Dabei fühle ich mich wie 100.
Wahrscheinlich war er blind.
 





Donnerstag, 13. Juli 2017

VOM BESSERWISSEN



Ich weiß sowieso alles besser.
Das war schon immer so.
Ein Vorteil der langen Lebenserfahrung ist,
dass es mir heute genügt,
zu wissen, dass ich weiß,
ohne es zeigen zu müssen.
Wenn z.B. der Öltankbefüller mir etwas erklärt,
das sich in der jahrzehntealten Beziehung zwischen den Tanks und mir als falsch erwiesen hat,
dann kann ich den Mann locker im Unwissen lassen und muss ihm gar nix erwidern,
denn ich weiß ja, dass ich sowieso alles besser weiß.
Und der Triumph, den Mann im Dummen zu lassen, bleibt bei mir.


Mittwoch, 12. Juli 2017

BIO-SCHWEINE


Sehr lange laufen die glücklichen Schweine nicht auf dem Areal herum.
Denn sie wachsen schnell.
Und landen dann am Teller.
Geschlachtet werden sie wohl zu ähnlichen Bedingungen,
wie  unglückliche Tiere aus dem Schweine-KZ.
Aber einige Wochen führen sie ein recht vergnügtes Leben.



Dienstag, 11. Juli 2017

KOPFHOLZ


Was alles im Wald herumliegt.


Montag, 10. Juli 2017

MOMENTE


Es gibt vollkommene Momente
die flüchtig und leicht
einem Schmetterling gleich
mit dem veränderten Licht verblassen
schnell vergehen
und doch unvergesslich klar im Gedächtnis haften.




Sonntag, 9. Juli 2017

VOLLMOND

Der volle Mond bedeutet schlaflose Nächte.
Aber die Stimmungen sind zauberhaft.
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Nach wie vor regnet es bei uns nicht
und wenn, dann 10 Minuten und das ist gar nix.
Dafür weht ein ständiger Wind.
Seit Wochen.
Und zu den Klon-Erdbeeren von gestern:
die Samen können nur von Vögeln gebracht worden sein.
Ausgeschissen sozusagen.
Und da sieht man wieder, dass alles mit allem verbunden ist.
Schmetterlingsflügel in China....
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In der Natur ist alles mit allem verbunden; alles durchkreuzt sich, alles wechselt mit allem, alles ändert sich, eines in das andere.
(1729 - 1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung




Samstag, 8. Juli 2017

KLON-ERDBEEREN


 
Walderdbeeren säen sich bei mir ums Haus von selbst aus.
Ich lasse an den Stellen das Gras stehen,
bis sie reif sind.
Auf dem Platz haben sie reich geblüht und dann habe ich keine Erdbeeren gefunden.
Es hat zwar intensiv gerochen,
aber nix Rotes war zu sehen.
Bis ich bemerkt habe,
dass die Früchte weiß und reif sind.
Schmecken intensiv und süß.
Aber bitte, wie kommen die Klons zu mir in die Einschicht?
Überall anders wachsen sie rot.
Rätselhaft.
 
 



Freitag, 7. Juli 2017

EIGENMACHT

Wenn ich davon ausgehe,
dass das was mir geschieht,
zu meinem Leben gehört,
dann heisst das auch,
das ich dafür verantwortlich bin.
Niemandem die Schuld zuschieben kann.
Dann heisst das auch,
dass ich meines Lebens mächtig bin.
Eigenmacht.
Und deshalb ist mein Mantra:
Die Macht ist bei mir.
 


Donnerstag, 6. Juli 2017

DIES UND DIES

 
 
Die ersten Heidelbeeren geholt.
Jetzt gibt es wieder über Wochen das tägliche (chinesische Drachen)Schälchen.
Mit Zucker.
Gesund und köstlich.
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Hach, das ist nicht mein Jahr und das der Tiere auch nicht.
Über einen Vogel drübergefahren.
Und jetzt ist es wirklich genug.
Was ich heuer schon überfahren habe,
ist mir im ganzen Leben zusammengenommen nicht gelungen.
Und diesmal war ich wirklich schuld.
Mit mehr Bedachtsamkeit könnte die Jungdrossel noch leben.
Die Vogelmutter, die dabei war,
hat mich völlig vorwurfsvoll angeschaut
und gemeint:
"Wozu habe ich jetzt wochenlang gedarbt, geschuftet und mich gesorgt.
Würmer gesucht, ersten Flugunterricht gegeben, auf die Katze aufgepasst?
Alle Aufzucht vergebens."
Es tut mir so leid.
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Nachtrag:


Beute gemacht.
Trotz des Kaumregens Eierschwammerln gefunden.
Ich war gar nicht darauf vorbereitet.
Nur in Kurzhosen und Flip-Flops im Wald
und dann musste ich nochmals heimgehen,
denn ich hatte kein Sackerl dabei und wenn ich die Schwammerln ins T-Shirt gepackt hätte,
hätte ich nackt gehen müssen
und das kommt auch nicht so gut.
Es ist zwar nie ein Mensch unterwegs,
aber da wäre sicher einer gekommen.
Nackt ist ortsunüblich.


 
 


Mittwoch, 5. Juli 2017

MOHN


Jetzt blühen im Waldviertel wieder die Mohnfelder.
So schön.
Ich bin herumgerollert.
Macht glücklich.
Obwohl es dann schon wieder windböig wurde.
Die schwarzen Wolken können mich nimmer beeindrucken -
ich weiß - alles nur Show - es regnet ohnedies nicht.





Dienstag, 4. Juli 2017

STEINPYRAMIDE


 
Die Steinpyramide bei Groß Gerungs ist bekannt.
Niemand weiß, wie alt sie ist und wer sie gebaut hat.
Vor einigen Jahren war das mystische Waldviertel modern.
Fremdenverkehrsbeworben.
Es waren überall Heilsuchende unterwegs.
Jetzt geraten die Plätze wieder in Vergessenheit.
Es war so still bei dem Kraftplatz.
Überall wo ich bin, ist es jetzt still.
Völlig außerhalb von Zeit und Raum.
Der Zustand ist schon seit Monaten so.
Vielleicht bin ich gar nimmer in einer Wirklichkeit.
Jedenfalls ist plötzlich 2 Meter neben mir ein Hase vorbeigehoppelt.
Ungestört und unbeeindruckt.
Nicht mal der nimmt mich noch wahr.
 


Montag, 3. Juli 2017

BLAUE DRACHEN


Schon seit Längerem habe ich mir angewöhnt,
mein Essen aus Schüsselchen zu mir zu nehmen.
Alle möglichen habe ich in den letzten Monaten auf Flohmärkten zusammengesammelt.
Am Samstag habe ich beim Trödler zugeschlagen.
Es war der blauen Drachen wegen.
Jetzt werden meine Speisen vom Glücksdrachen beobachtet
um im Verdauungstrakt ihr zufriedenes Ende zu finden.
Was ich vom dem vielen Geschirr nicht brauche,
bringe ich zur Caritas.
Und die Katze kriegt auch etwas.
Glück muss man teilen.


Sonntag, 2. Juli 2017

HIMMELSTHEATER




Ganz schön Drama am Himmel.