Mittwoch, 30. September 2009

TETE-A-TETE

Als Waldbewohnerin kann mich in der großen Stadt
einiges verblüffen.
So geschehen beim Betreten dieser Toilette -
da fand ich eine doppelsitzige Einrichtung vor.
Einmal rechts und einmal links.
Und alles ins Unendliche gespiegelt.
Die zweite Muschel entzog sich dem Foto -
ich konnte mich nicht zu lange im Räumchen aufhalten
vor der Türe gabs schon Damenstau.
Meine Verblüffung und Verwirrung wollte ich dem WWW
nicht vorenthalten -
beim Betreten überall Spiegel und dann zwei Absitze -
was ist echt und was ist gespiegelt?
Und mit wem teile ich das stille Örtchen -
mit dem Vis-a-Vis in traute Gespräch vertieft?
Ich kenne diese vereinte Restebeseitigung aus fernen Ländern.
Da gibt es lange Reihen öffentlicher Abtritte,
da ist neben der Darmentleerung auch der Morgentratsch möglich.
Loch an Loch - Reihen.
Es gibt nichts, was es nicht gibt
und es kommt alles wieder.
In edel und verspiegelt.
Architektenfantasie?

Dienstag, 29. September 2009

PARANOID

Eigentlich möchte ich nicht immer das Gleiche schreiben,
fühle mich schon paranoid .
Die Zukunft hat bereits begonnen.
Gestern wurde mir im Fernsehen erzählt,
dass in den USA bereits 7500 Kriminelle gechipt sind,
sie werden mittels GPS überwacht.
Manche Menschen werden mit diesen reiskorngroßen Teilen versehen,
um Zutritt zu besonders gesperrten Bereichen zu haben. Geheimnisträger.
Big Brother is watching you.
Mit persönlichen Daten sollten wir sorgsamer umgehen.
z.B. Kundenkarten bringen für die Unternehmen bedeutend mehr,
als für den Konsumenten,
der mit einem kleinen Geschenk und Glückwünschen zum Geburtstag abgespeist wird.
Natürlich kann ich mich fragen,
was an der Entwicklung schlecht ist.
Was habe ich zu verbergen,
was zu schützen?
Weiß ich eigentlich nicht,
aber mit dem Gedanken, dass jederzeit meine Gewohnheiten und Eigenheiten abrufbar sind,
fühle ich mich unwohl.
Wie leicht kann ich dadurch manipuliert werden.
Ich mag es schon nicht,
wenn ich z.B. mal zu einem neuen Arzt gehe,
und der weiß bis ins letzte Detail meine Krankenvorgeschichten.
Von Firmen und Versicherungen,
die darauf Zugriff haben könnten,
will ich gar nicht reden.
Wenn die Daten miteinander vernetzt werden,
ist der gläserne Mensch bereits vorhanden.
Von der Chip-Sache ganz abgesehen.
Da kann keiner mehr verloren gehen.
Ist ja mit GPS jederzeit zu orten. Weltweit.
Ein breites Feld, das gar nicht zu Ende gedacht werden kann.
Wofür diese Technologie einsetzbar ist .........
Aber ich bin ja nicht paranoid
und fühle mich noch relativ unkontrolliert ........
Alle Überwachungskameras lassen mich kalt ....
In Grossbritannien sind es 4 Millionen.....
???
Anonym war gestern.

Montag, 28. September 2009

Sonntag, 27. September 2009

SCHIFFERL- FAHREN


Manchmal haben viele Menschen die gleiche Idee -
wenn die Sonne scheint,
die letzten schönen warmen Tage sind,
dann ist Schifferl-Fahren lustig.
Auf der Donau, durch die Wachau.
In meiner Schulzeit habe ich das zum letzten Mal gemacht -
und heute.
Mit mir viele, viele andere Menschen.

Russen, Spanier, Bayern.....etc.
wollten dieses touristische Highlight nicht auslassen.
Wieso hab ich gedacht,
die Saison der Massen sei vorüber??


Die Koreaner?? waren ziemlich vergnügt unterwegs.
Sie nutzten die Fahrtzeit für ihre Privatshow.
Mehr privat wäre mir lieber gewesen.

Schön war es trotzdem,
wenn es auch nicht so sehr beschaulich.
Die Wachau ist immer eine Reise wert.
Jetzt weiß ich wenigstens,
was ich in diesem Leben nimmer machen muss.
Der Abschluss bei meinem Lieblingsheurigen war nicht so schlecht.

Samstag, 26. September 2009

STILLSTAND

Tageweise bin ich völlig handlungsgelähmt.
Kann mich zu den einfachsten Dingen nicht aufraffen.
Langsam wird mir klar,
wie sehr ich diese Stillstandszeit gerade brauche.
Ich verändere mich
es verändert mich
und in den Tagen ohne jede Aktivität
wird der Raum dazu geschaffen.
Leerraum.
Innerer.
Äußerer.
Platz für Neues.

Freitag, 25. September 2009

KORRUPTION

In der Zeitung wurde heute der Korruptionsindex 2008 veröffentlicht.
Seltsame Dinge stehen da.
In Österreich soll es weniger Schmiergeldzahlungen als in Deutschland geben.
Der Statistiker war wohl noch nie in unserem Land.
Die "saubersten" Länder sind Dänemark, Neuseeland und Schweden.
Das korrupteste Land der Welt ist Somalia, aber Russland liegt nicht weit davon entfernt.
In Österreich (da gibts ein Ost-West-Gefälle) gehört es zu den Alltäglichkeiten,
dass man irgendwen kennt, der ein wenig behilflich sein kann,
das Leben ein bisschen einfacher macht,
irgendetwas beschleunigt,
möglich macht,
billiger weiß,
ein gutes Wort einlegt
oder der wieder jemanden kennt........
Und ganz ehrlich -
ich finde das gar nicht so schlecht,
gehört doch irgendwie zum Lebensspiel,
man stellt Überlegungen an,
wie man schneller, besser, einfacher, billiger ans Ziel kommt.
So richtig geradlinig und ehrlich ist langweilig,
wo bleibt der Erfolg der eigenen Schlauheit??
Wir leben schon fast am Balkan.
In den Ländern, wo es so ganz korrekt einher geht
ist es schon auch ein bisschen .... gähn ....
Egal was die Statistik erzählt.
Das ist unsere Mentalität und die lässt sich mit Verboten nicht verändern.
"Verhaberung" (Haberer = Freund, Kumpel) heißt das Zauberwort.
Ich mags natürlich nur im kleinen Rahmen,
wo sich Banken mit Politik verknüpfen
die sich dann noch der Medien bedienen -
dort verärgert es mich auch.
Unlogisch ist das, was ich schreibe -
entweder - oder.
Und wie im Kleinen so im Großen.
In Österreich ist die Lebensqualität gut
und das zählt
auch wenn die Mentalität ein bisserl korrupt ist.

Donnerstag, 24. September 2009

HERBSTANFANG

Zwei Tage Auszeit genommen.
Am Traunsee -
wunderschön wie immer.
Die Touristen sind gegangen.
Viel Raum ist jetzt hier.
Im Wasser geschwommen
in der Sonne gesessen

viel auf den See geschaut
Glück getankt

zu einem kleinen Bergsee gewandert
Schwäne gefüttert
herrlich gewohnt
mit Blick aufs Wasser
zwischendurch
Kuchen gegessen
Wein getrunken
alles in meinen hautengen Hosen -
ich weiß jetzt ,
warum ich die so mag -
die Beine fühlen sich wieder jung.
So schön kann Herbstanfang sein.

Mittwoch, 23. September 2009

JAGDTROPHÄEN

Im MAK in Wien gibts eine Ausstellung:
Möbel als Trophäe.
Der Katalog dazu ist besser als das Gezeigte -
die Schau ist etwas dürftig.
Zitat: "Trophäen zeugen vom archaischen Trieb nach Macht und Anerkennung, ihre Erbeutung verspricht Ruhm und Statusgewinn. Sie sind ein Sittenbild der menschlichen Natur. Demonstrativ schmücken sie als Standeszeichen Heim und Körper. An ihnen lässt sich nicht nur das Verhältnis des Menschen zur Tierwelt ablesen, sondern gerade auch seine eigene Animalität, das uralte Begehren, durch Beute und Trophäe zum Chef im Ring zu werden - und sich in dieser Position gemütlich einzurichten. Oft auch, um in tierischer Gala gekleidet in den Körper des Animal zu schlüpfen."
Die Suche nach Macht,
nach Herrschaft,
die Sehnsucht
Kraft und Fähigkeiten des Tieres zu den eigenen zu machen
sind eine Triebfeder sich mit Trophäen zu umgeben.
Erzherzog Franz Ferdinand hat laut Schusslisten in und außerhalb Europas
274889 Stück Wild
zur Strecke gebracht.
Er wurde 1914 in Sarajewo ermordet. Das Attentat wird als Auslöser des 1. Weltkrieges gesehen.
Die Themen Tier, Jagd, Throphäen sind ein weites Feld,
lohnend sich mehr und näher damit zu beschäftigen,
viele archaische Beweggründe liegen darin verborgen.
Diese ein wenig zu beleuchten und ans Licht zu holen
fördern die Kenntnis der eigenen Handlungen.

Dienstag, 22. September 2009

MEINE WELT

Meine Welt ist vielschichtig
mal bunt, mal schwarzweiß
meine Welt ist immer anders auch
entzieht sich oft Erklärungen
meine Welt unterscheidet sich von deiner Welt.
Wenn ich mit deinen Augen sehen könnte
nur für einen Tag
wäre deine Welt näher meiner Welt.
Wir hätten mehr unsere Welt.

Montag, 21. September 2009

ALEXANDRA DAVID-NEEL

Ein Buch von Alexandra David Neel ist mir wieder in die Hände gefallen.
Welch bemerkenswerte Frau.
Geboren 1868 kommt sie mit der bürgerlichen Existenz nicht zurecht. Schon als junge Frau beschreitet sie neue Wege, engagiert sich für Frauenfragen,
versucht sich erfolgreich als Opernsängerin in Tunis und Indochina.
Studiert Tibetologie und Buddhismus und heiratet einen reichen Industriellen,
der ihr ein Leben lang ein treuer Freund bleibt, sie finanziell unterstützt, obwohl sie
sich in weiterer Folge jahrzehntelang nicht sehen.
Ihre generelle Männerabneigung ist legendär.
Mit 23 Jahren bricht sie zu ihrer ersten Asienreise auf. Der Kontinent lässt sie nicht mehr los, sie unternimmt unzählige Pilgerfahrten, teilweise als Mann verkleidet. Ihre zweite Reise dauert 14 Jahre. Sie wird tibetischer Lama, lebt ein Jahr als Einsiedlerin im Himalaya. Lernt den jungen Lama Yongden kennen, der sie fortan begleitet - auch auf der abenteuerlichen Durchquerung Tibets, wo sie die verbotene Stadt Lhasa besucht. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit Übersetzungen und dem Schreiben von Büchern. Im Alter von 78 Jahren lässt sie sich in Frankreich nieder, inzwischen hoch geehrt und berühmt. Sie adoptiert Lama Yongden -
sein einziger Fehler ist, dass er vor ihr stirbt.
Sie wird zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen, mit 100 lässt sie nochmals ihren Reisepass verlängern. Bald darauf tritt sie ihre letzte Reise an. Ihre Asche wird in den Ganges gestreut.
Welch Leben, welche Frau.
Wieviel Mut, Kraft, Energie und Wille haben sich hier in dieser nur 156 cm kleinen Person vereinigt.
Wieviel Ehrgeiz, Intelligenz und Durchhaltevermögen diese herausragende Frau besessen hat.
Es gibt eine Menge Bücher von ihr und über sie. Ein Lesevergnügen wenn man an Frauenschicksalen, Asien und Buddhismus interessiert ist!

Sonntag, 20. September 2009

ANGESTECKT

Es ist schon wieder passiert.
Ich hab mich bei Rena angesteckt (Überschrift anklicken).
Nein, nicht mit Schweinegrippe -
mit einem Câche-coeur.
Ein bedecktes Herz - für die kommenden kalten Tage.
Bei der letzten Rena-Infektion hat es die Wolle bei mir nicht aus dem Sackerl geschafft,
d.h. naja, angefangen hab ich schon,
dann war es nicht so,
wie ich es wollte .... wie ich dachte .....
Wenn ich es diesmal nicht hinkriege -
ein Schal wird es sicher.
Bei mir am Dorf konnte ich nur dünne Sockenwolle kaufen -
die Farben gefallen mir gut.
Meine Katze mag das Stricken -
immer etwas zum Spielen.
---
Diese Handarbeitskrankheit macht Freude -
es ist sicher 20 Jahre her
dass ich mit einer Strickerei in der späten Sonne gesessen bin.

Samstag, 19. September 2009

PLASTIC-PLANET

Dieser Tage kommt der Film Plastic-Planet in die Kinos.
Werner Boote hat sich auf die Spuren des Plastikzeitalters gemacht.
Seit 100 Jahren ist so viel Material produziert worden,
wir könnten die Erde damit 6 x einwickeln.
Plastik braucht hunderte Jahre, bis es verrottet,
es schädigt das Erbgut, macht unfruchtbar und führt zu Allergien.
Je stärker Produkte riechen, desto giftiger sind sie.
Wenn Fischfangflotten mit Schleppnetzen fischen,
haben sie bereits mehr Kunststoffe im Netz
als Fische.
etc.........
Zitat:
"Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie wieder aus einer Plastikflasche trinken".
---
Ich denke, den Film sollte ich mir ansehen,
damit mir wieder vor Augen geführt wird
wie ich mich vergifte
wie ich die Welt schädige.
---
Jedes kleine Stück mehr Information
jeder Millimeter mehr Bewusstheit
ist ein Tropfen am heißen Stein des richtigen Weges.

Freitag, 18. September 2009

DONNA'S SCHREIBPROJEKT SEPTEMBER 2009

Lilith - Gemälde John Collier

Die einzige Möglichkeit, Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen, sah ich darin, einen Brief zu schreiben…


Einen Brief - gemeint war natürlich ein elektronisches Dokument - zu schreiben an alle verflossenen Liebhaber/innen. Und das waren nicht zu wenige. Ob ich noch alle Namen wüsste - die Zustelladressen waren kein Problem, mit jedem Namen war eine Registriernummer verbunden. Manche waren kaum mehr als ein flüchtiges Abenteuer gewesen, andere hatten tiefere Spuren in der Erinnerung hinterlassen. Der kleinste gemeinsame Nenner aller Männer und Frauen war das Verflossene. Vor kurzer Zeit hatte ich mich entschlossen mein bewegtes Sexualleben zu beenden und die wenigen verbleibenden Jahre der geistig/spirituellen Entwicklung zu widmen. Ich wollte die Zeiten der ausschweifenden sexuellen Erfahrungen in guter Erinnerung behalten und die Zeichen des Alterns nicht mit anderen teilen. Wollte mich an geschmeidige Körper und glatte Haut erinnern, nicht mein Lustlager mit ächzenden Gelenken und lahmenden Lenden entfremden. Zu wichtig waren mir Schönheit und Jugendlichkeit, Potenz und Lust. Natürlich hatten wir genug Mittel und Möglichkeiten den Verfall aufzuhalten, aber gegen Ende unseres Ablaufdatums ließ die Wirkung des Jugenddopings nach.

Die Nachricht, die ich an alle zu schreiben gedachte, war notwendig geworden, da ich erfahren hatte, meine weitere spirituelle Entwicklung würde davon abhängen, dass ich alle Berührungscodes löschen konnte. Neu für mich war - jeder Mensch, mit dem wir uns vereinigen, verändert unseren Code, hinterlässt sozusagen einen Eintrag. Dieser Eintrag konnte nur durch eine Wiederbegegnung und mit beidseitigem Einverständnis gelöscht werden. Es war üblich geworden uns gleich bei der Geburt einen Chip einzupflanzen, der alle wichtigen Zugangsdaten unserer Existenz enthielt. Vielleicht konnte ich zu einer amtlichen Stelle gehen und die Abfrage meiner Liebhaber/innen beantragen. Doch der Gedanke war mir zu peinlich. Ich war nicht sicher, ob das System lückenlos funktionieren würde. So blieb mir nur eine langwierige Rückschau, ich würde sicher auf viele nette, bewegende, interessante, leidenschaftliche, berührende, peinliche, schmerzliche Momente stoßen. Ich hatte noch genügend Monate vor mir bis zum Ende des Jahres 2150, in das mein Ablaufdatum programmiert war, das heißt zu diesem Zeitpunkt würde ich den ferngesteuerten Impuls bekommen, der meine Seele zum Übertritt in eine andere Welt berechtigte, unter Zurücklassung meines leblosen Körpers hier auf dieser irdischen Ebene. Die Entwicklung der Seelenexistenz wurde immer wichtiger, je eingeschränkter und ferngesteuerter unser körperliches Leben wurde. Einer der wenigen Freiräume war die sexuelle Betätigung. Wenn ich in alten Büchern lese, denke ich - so sehr haben sich die Zeiten geändert. Persönliche Entscheidungsfreiheit - was ist das? Dafür haben wir kaum Sorgen, alles wird von der Weltzentralregierung geregelt.
Jetzt hatte ich genug überlegt - ich musste ans Werk gehen, sonst würde mir die verbleibende Zeit zu kurz werden - für das was zu tun war.

DIE BRÜCKE


Jede Nacht eine Brücke zwischen den Tagen
eine Brücke ins Traumland
manchmal hell und sonnig
manchmal voller Düsternis und Ängste.
Jeder Schlaf ein kleiner Tod.
Diese geschenkten Stunden voller Abenteuer
wer möchte sie schon missen.
Und manchmal fragst du dich
was ist wirklicher
da oder dort.

Donnerstag, 17. September 2009

WIENSPLITTER

Ganz kurz, ganz schnell war ich in der großen Stadt.
Des Abends am Graben bei einem Riesenzelt vorbeigekommen -
die Neueröffnung eines Geschäftes von N.E.S.P.R.E.S.S.O
Lauter wichtige Leute dicht gedrängt -
keinen George Clooney gesehen,
dafür aber einige Stunden zuvor
dem KHG auf der Straße begegnet.
(KHG = Exfinanzminister und Kristallgatte).
Wenn ich so über Männer sprechen würde
wie manche Männer über Frauen reden,
dann würde ich jetzt sagen:
"Mädels, der hat was. Wenn das alles echt ist,
alle Achtung.
Und angelächelt hat er mich auch."
Aber ich sag ja nichts über Männer,
so wie manche Männer über Frauen ....

---

Ich bin Fan des Blogs thesartorialist.blogspot.com (Überschrift anklicken),
ein fantastischer Fotoblog.
Er lichtet Menschen auf der Straße ab.
Er fängt ihre Seele ein.
Seitdem sehe ich unterwegs Personen mit anderen Augen.
Ich sehe mit Fotoaugen.
Wien ist nicht New York.
Trotzdem .

Mittwoch, 16. September 2009

ALLES FÜR DIE SCHLAGZEILEN

Meldungen rauschen durch den Blätterwald
schreckliche Geschichten
die mir trotzdem ein Lächeln entlocken.
Der Mann
der im Aufzug eingesperrt war
befreit wurde
und aus lauter Dankbarkeit
zu einem Steinmarterl beten ging
sich anklammerte
worauf das 400 kg schwere Bildstöckl auf ihn stürzte
und den überaus Gottgefälligen erschlug.
Der örtliche Pfarrer dazu:
Die Wege des Herrn sind unergründlich.
Was sagt mir das??
Zu viel Dank ist ungesund.
Oder alles für die posthume Schlagzeile.
Endlich berühmt?

Dienstag, 15. September 2009

GEHT GAR NICHT

Zu alt
zu dick -
ich liebe enge Hosen.
Meine Neuerwerbung ist diese -
alle gestreiften und sonstwie gemusterten
Bitte-in-diesem-Alter-geht-das-gar-nicht-mehr-Hosen
hat die Caritas gekriegt.
Ich mag schrill gekleidete Alte,
meine Hose ist nicht schrill
vielleicht nur nicht besonders geschmackvoll,
ich werde sie auch keinesfalls in großen Städten tragen,
aber hier zum Wohlfühlen
wird sie die zweite Haut werden.
Früher hab ich mich für Mode interessiert,
mich gerne in neue leicht verrückte Dinge gewandet -
die Zeiten sind vorbei,
da geht nichts mehr mit topmodisch.
Vorbei die Zeiten schöner Schuhe
jetzt gibts nur mehr Damit-kann-ich-gehen-Modelle.
Tröstlich - ich brauche auch nimmer eitel sein.
Ich kann tragen was ich will.
Hauptsache es ist bequem.
Und ich liebe enge Hosen.

Montag, 14. September 2009

KRÄTZN

Aus gegebenem Anlass
(in meinem Umfeld ist jemand gestorben)
muss ich das mal aussprechen.
Es gibt Menschen
deren einziger Zweck in der Welt ist
andere zu quälen und
zu nerven.
Nicht mal die eigene Familie mag sie,
sie sind unleidlich,
Querulanten -
auf gut wienerisch -
Krätzn.
Eine Krätzn kann auch ein Geschwür auf der Haut sein -
das sagt ja schon alles.
Oft leben diese Personen recht lang,
haben ausgiebig Zeit
ihren Sinn und Zweck auf der Erde zu erfüllen.
Nähren sich aus der Ablehnung anderer.
Über Tote soll frau ja nichts Schlechtes sagen,
aber etwas Gutes fällt mir nicht ein.

Sonntag, 13. September 2009

DER GARTEN

Eine richtige Wildnis ist mein Garten am Sommerende.
Alles wuchert durcheinander.
Auf diesem Kraut - ich hab schon vergessen, was es ist -
summen hunderte Fliegen, Bienen, Schmetterlinge.
So wie ich keine Köchin bin,
bin ich keine Gärtnerin,
im Frühjahr pflanze ich etwas an.
Dann verwildert alles.
Die Mäuse fressen meine Erdäpfel,
Salat wächst in den Himmel,
Kräuter gibts zwischendurch alle möglichen ...
ich mag das so,
auch wenn es niemand versteht.
Gartendschungel für Jane.

Samstag, 12. September 2009

KUNST ZWINGT ROST



Mitten im Wald
(eine Straße führt vorbei,
sonst hätte ich es nicht gesehen)
lebt ein Künstler
der diese Skulpturen aus rostigen Resten fertigt.
Heute bin ich mal stehen geblieben
und hab mir alles näher angeschaut.
Die Werke aus Schrauben, Rädern, Ersatzteilen,
Traktorteilen etc. sind teilweise genial.
Im Gesamten sieht der Rosthaufen nicht besonders einladend aus,
ich möchte die Dinge auch nicht bei mir vorm Haus haben,
aber bei genauerer Ansicht
sind die Gegenstände beachtenswert.


Hinterm Zaun pfauchen und knurren dicke Katzen. Sogenannte Wach-Katzen.

Der Tod hat es mir besonders angetan.


Ein Teil der Gesamtansicht.

Freitag, 11. September 2009

ALLERLETZTE TAGE

Stausee Ottenstein.
Ein allerletztes Sommerstück
Glitzerwasser
sonnenwarm zum Schwimmen
Pläne für das nächste Jahr geschmiedet
die geschenkten Momente genossen
bescheidenes Glück in kleinen Dosen
wenig ist viel.

Donnerstag, 10. September 2009

LETZTE TAGE

Letzte Tage im warmen Sonnenschein
letzte Tage am Moorteich
letzte Tage in der Hängematte.
Demnächst erste Tage für wärmere Kleidung
gedecktere Farben
Herbsterntenüberfluss
Feiern der Fülle
bevor das Land
in Kälte erstarrt
monatelang rastet.
Prasselndes Kaminfeuer
und Glühwein
warten schon.
Glück besteht aus den kleinen Momenten.

Mittwoch, 9. September 2009

DAS HINKMONSTER

Zwischen Himmel und Erde gibt es Dinge
die sich jeder Erklärung verweigern.
Bei mir im Haus wohnt ein Hinkmonster.
Zuerst hat es meine alte Katze befallen
(die vor 2 Monaten eingeschläfert wurde).
Kaum war sie tot
hat die kleinere Katze mit dem Hinken begonnen.
Sie hat wochenlang Schmerzmittel gekriegt.
Seit meinem Treppenfall hinke ich -
nein, eigentlich ist es ein Hatschen,
denn mit 2 lädierten Füßen
einem sogenannten Doppelhinken
ist das Fortbewegen hatschert.
Die Katze hat daraufhin beschlossen,
ihren Gang wieder auf vier Beinen fortzusetzen,
in die Höhe zu springen
und auf der Stelle zu gesunden.
Ich kann das nur so erklären,
dass in dem Haus ein Hinkmonster sitzt,
das sich abwechselnd auf ein Lebewesen stürzt.
Ich werde jetzt versuchen
irgendwo weit weg
den ungebetenen Kobold anzubringen.
Passt auf, dass ihr mich nicht trefft!
Ich hab ein Hinkmonster im Gepäck,
das abzugeben ist.
PS: Nach Niederschrift dieser Zeilen
und einer längeren Aushäusigkeit
tut mir fast nichts mehr weh ..........
???

Dienstag, 8. September 2009

ETHIK?

Heute in den Medien:
Die Idee eines US Ethikers
das Leid in der Massentierhaltung abzuschaffen,
indem man die Schmerzgene manipuliert,
sozusagen gefühllose Tiere züchtet,
denen die Aufzucht egal ist,
ist grenzgenial.
Schmerzfreies Fleisch.
Keine ethischen Probleme mehr für Fleischesser -
doch wenn ich davon ausgehe,
dass das wirkt, was man isst,
werden früher oder später die menschlichen Gefühle auch versanden.
Die nächste Stufe ist wohl die Genmanipulation am Menschen-
das wäre sehr einfach -
keine Gefühle, keine Schmerzen.
Die Idee ist nicht zu ende gedacht
ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf.
Kaum Pharmaindustrie, wenig Ärzte,
weitgehend funktionierende Menschenmassen........
Kann ich schlechtes Gewissen durch Manipulation beruhigen?
Ist das dann ethischer?
Und meine Vision von den gezüchteten pulsierenden Fleischklumpen rückt näher.
Mahlzeit und guten Appetit.

Montag, 7. September 2009

MEINE GEGEND

Wenn ich draußen in der Welt war
und dies und das gemacht habe
Erfreuliches und das was weniger Spaß macht
wenn ich heimkehre
aus dem Wald komme
zu den ersten Streusiedlungshäusern
ist das mein Ausblick
heute
über die Hügel
bevor ich hinunterfahre.
Ich muss dann stehen bleiben
ein Foto machen
und sagen:
Ja, das mag ich,
da ist es schön.

Sonntag, 6. September 2009

GLÜCK GEHABT


Wenn ich des Morgens schlaftrunken
die Treppe runtertaumle
mich mit der Zehe in der Pyjamahose einhakle
und die letzten Stufen im freien Fall bewältige -
knallhart am Fliesenboden aufschlage -
dann habe ich wohl Glück gehabt
wenn ich bei der Bestandsaufnahme
nur
eine angeknackste dunkelblaue Zehe
(super - jetzt im Herbst, wenn keine Schuhe passen)
ein blutiges Schienbein
ein leicht geschwollenes schmerzendes Knie
sowie blaue Flecken in allen Größen und Schattierungen
registrieren kann.
Unverhofft kommt oft
so schnell kann es gehen.
Nochmals Hals und Kragen gerettet.

Samstag, 5. September 2009

PRIVILEGIEN UND MACHT

Unsere Justizministerien wollte
weil sehr wichtig und eilig
ein Bus- und Taxispurprivileg für sich.
Die Dame hat wohl Machtprobleme -
als Richterin ohnedies verständlich.
Dazu fällt mir ein:
vor vielen Jahren im finstersten Kommunismus
hab ich in Moskau gelebt.
Da wurden die Straßen gesperrt,
der Verkehr angehalten,
wenn eminent bedeutende Personen durch die Gegend rasten.
Auch auf ihrer Fahrt zur Datscha
konnten sie nicht schnell genug sein.
Als Ausländerin hatte ich auch eine Menge Privilegien.
Eigene Geschäfte, wohnen im Ghetto,
nie Schlange stehen, beste Theaterkarten, billige Flugtickets.....
Und die dumpfe Volksmasse,
die durften arbeiten
und Wodka trinken.
Ja, das fällt mir heute zur Justizministerin ein.

Freitag, 4. September 2009

SCHMETTERLINGSFLÜGEL

Es gibt einen Schmetterlingseffekt in der Chaostheorie -
ein Flügelschlag eines Schmetterlings hier kann den Ausgang eines Ereignisses am anderen Ende der Erde beeinflussen.
So verändern wir mit unserem Hinausgehen in die Welt
täglich
das ganze Umfeld.
Durch unser Erscheinen.
Durch unsere Handlungen.
Durch unsere Worte.
Manchmal, wenn ich sehr achtsam und gut gelaunt bin,
frage ich mich,
was habe ich heute in die Welt hinausgetragen?
Wieviel Freundlichkeit, Fröhlichkeit, gute Energie hab ich gesät?
Dann fällt mir der Schmetterlingsflügel ein -
am Ende kommt vielleicht viel mehr dabei heraus -
irgendwo in China?
(Umgekehrt frage ich mich nie -
sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen -
meine schlechte Laune würde sich noch steigern).
Ich stelle mir das ein wenig wie einen Dominoday-Effekt vor.
Alles vernetzt.
Alles verbunden.

Donnerstag, 3. September 2009

GELEBTE TAGE

Sommerendtage
Tage wie Samt und Seide
im Stausee geschwommen
im Moorteich gebadet
Wasser wie schwarzer Kaffee
das Hirn leergeträumt
in der Sonne Wein getrunken
wie immer zu viel gegessen
einfach dagewesen, dagesessen, dageschwommen, dagelegen --
Hier- und Jetzt-Zeit.
Glückszeit.