Montag, 16. November 2015

TRISTESSE


Wenn es jetzt um 5 Uhr bereits Nacht ist,
die Dörfer im Wintertiefschlafmodus versinken,
dann kann man ein Gefühl für Tristesse kriegen.
Alles schaurig schön.
So wie dieser Bahnhof,
an dem so eineinhalb Züge pro Tag vorbeikommen.
Naja, möglicherweise sind es auch fünf oder sieben.
Ich habe versucht dort einfach herumstehen,
diese Stimmung vom Ende der belebten Welt auszukosten,
wurde aber vom einzigen Zugwartenden gleich angesprochen
und in die Funktionen des Bahnhofes und der Transportmittel eingewiesen.
Bin dann gegangen,
weil ich wollte mich nicht erklären,
nicht sagen, 
ich steh da nur,
weil es so schön ist
im Dunkeln auf leere Schienen,
einen verlassenen Bahnsteig zu starren
und nirgends hinzuwollen/hinzumüssen,
einfach nur die tickende Uhr zu betrachten
und die Zeit ins Nichts rinnen zu sehen.



Kommentare:

  1. Ja, Missverständnisse auch mit der Tristesse an halb verlassenen Bahnhöfen...
    Das erste Foto ist sowas von unmissverständlich schön!

    Hab eine erfreuliche Woche! Lieben Montagsgruss,
    Brigitte

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    1. ja, missverständnisse wohin man schaut ...
      alles liebe zu dir

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  2. ja manchmal ist einfach nur stehen und schauen schon zuviel verlangt ;)

    Alles Liebe in die neue Woche,
    nima

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    1. man muss ja immer ein ziel haben. einfach nur da-sein geht gar nicht.
      liebe grüße zu dir

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  3. Im Osten Österreichs ist es um eine halbe Stunde früher dunkel als bei uns im Westen. Dafür
    aber auch früher wieder hell am Morgen. Liebe Grüsse aus Vorarlberg. Ursula

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    1. ich finde es heuer besonders früh dunkel. dabei scheint ohnedies so viel die sonne.
      liebe grüße ins ländle

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  4. Anrührendes Stimmungsbild, das du da gezeichnet hast.
    Daran erkennt man aber auch, dass nicht jeder mit dieser Art Tristesse umgehen kann. Egal wie banal der Gesprächsinhalt auch sein mag, es wird geredet. In den Zügen selber schotten sich die meisten Menschen ab, stöpseln sich was in die Ohren, starren auf ihr Smartphone und meiden möglichst jeden Blickkontakt. Für Menschen, die froh sind, ihre Ruhe zu haben, ein angenehmer Zustand. Für jene, die so etwas nicht jeden Tag erleben, gewiss ein wenig befremdlich ...

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    1. ich bin eine nie-bahnfahrerin. bei mir gibt es ja so gut wie keine öffis. gehen mir aber nicht ab. mag sie ohnedies nicht.
      liebe grüße

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  5. Bahnhöfe sind der optimale Ort für eine Philosophie des Reisens und des Hierbleibens. Ich liebe sie genauso. Schienen ins Nichts und aus dem Nichts. Kommen und Gehen. Wer bleibt, dem bleiben die Rätsel der Welt erspart. Ja, deine letzten Eintragungen sind mehr als zehn dicke Wälzer über Psychologie. Hast eine starke Phase, dein Kopf knackt Nüsse des Lebens, dein Herz spricht Klartext, deine Seele baumelt zwischen Seeufern und Waldrändern, deine Worte wie der sanfte Lufthauch, wenn er ein Windspiel bewegt...schön! Und dazu deine Bilder, die ohnehin ganze Romane erzählen! Herzliche Grüße aus Baden! Seppo

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    1. danke. du hast immer so nette worte für mich. balsam.
      alles liebe zu dir

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  6. ich habe am 14.12. eine dienstreise nach zerbst und ahne schlimmes
    magst du mitkommen und mit mir auf leere gleise und verpasste anschlüsse schaun? :)))
    wunderschöne bilder
    lg birgit

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    1. das zerbst habe ich jetzt gegoogelt - dachte es sei eine abkürzung für irgendetwas. nein, ich glaube nicht, dass ich da mitwill. :-)
      aber ich wünsche dir die pünktlichsten züge.
      lg

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    2. schade - hätte dich gern dabei :)))
      vielen dank für die guten wünsche
      lg birgit

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  7. Als ich am Bahnsteig stand,
    sah ich die Erinnerung
    im Abteil des Zuges sitzen.

    Der kurze Augenblick
    ließ es nicht zu
    den Zug zu besteigen.

    Die Vergangenheit fuhr ohne mich weiter.

    Meine Fahrkarte
    wies ohnedies
    in eine andere Richtung

    Für dich

    Blinkyman

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    1. danke.

      der zug
      ob west
      ob ost -
      nie zu dir

      :-)
      liebe grüße

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