Dienstag, 2. Dezember 2014

DIES UND DAS


Ganz kurz war ich am Samstag am Weihnachtsmarkt in Weitra.
Ohnedies recht hübsch und es kommen tausende Leute.
Mir bricht immer das Herz, wenn ich Tiere sehe.
Zwei bezaubernde Alpacas mit Riesenaugen in einem winzigen Geviert -
in den zwei Tagen werden sie von vielen streichelgierigen Händen angefasst.
Und können nicht aus. Das eine hat schon in den Morgenstunden in der ungewohnten Umgebung leise vor sich hin gejammert.
Die lebende Krippe zum Streicheln, die irgendwo in einem Keller war, habe ich gar nicht angeschaut.
Wenn sich da dann die Massen stauen, möchten wahrscheinlich Ochs und Esel lieber sterben.
Die Zeit der Aufklärung ist eine Weile her,
wir haben es uns abgewöhnt, schaugetellte Riesenweiber, Pygmäen und sonstige Wunderlichkeiten anzustarren, wir dürfen politisch korrekt manche Wörter nicht verwenden -
aber: einer ist immer der Neger und sei es nur ein Alpaca.
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Ich überlege ja schon immer, wohin die Socken in der Waschmaschine verschwinden.
Wahrscheinlich bilden sie eine Sockeninsel irgendwo im Meer -
so einen Treffpunkt, wie all der Plastikmüll, der im Pazifik kreist.
Diese Sockeninsel ist in der Nähe der Weihnachtsinsel.
(Meine Fußwärmer können nicht mehr abhauen, ich packe sie in einen Sack - Sockengefängnis).
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Das Vogelfutter hängt am Baum.
Zögerlich erscheinen die ersten Meisen.
Sie waren wochenlang verschwunden, nichts zu hören, nichts zu sehen im Wald.
Vögel beim Verstecken.
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Und weil es so wintert, habe ich daheim Glühwein gekocht, der trotz abstruser Zuckermengen immer noch sauer war. Wenn ich denke, wie viel Süße in einem gekauften ist - da braucht man den ganzen Tag nix mehr essen. Kalorien satt.











Kommentare:

  1. Das kann ich genau so unterschreiben und dem ist nichts hinzuzufügen!
    Aus der Temperaturzone um 30 Grad ins Weihnachtswunderland zurückgekehrt habe ich es auch so erlebt und empfunden.
    Nur das mit dem Glühwein habe ich noch nicht hinbekommen, obwohl es mich immer noch schrecklich friert ...
    In vorweihnachtliche Gedanken versunken grüßt ins Vogelversteck,
    Angela

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  2. Hallo Ingrid die Waldviertlerein,
    schon eine Weile verfolge ich deinen Blog, gefällt mir was du so schreibst, wenigstens nicht 08/15 Stricklieselblog oder so ;-)
    Selbst sage ich immer: Wir leben in eines Gesellschaft des Spektakels, die Leute sollen nicht zur Ruhe und zum Nachdenken kommen. Siehe Mephisto im Faust. Kaum sind die Oktoberfeste ringsum - in jedem Kaff mittlerweile - vorbei, folgt der Verkaufsoffene Sonntag, dann die Einkaufsnacht und jetzt allerorten die Weihnachtsmärkte.
    VG
    Oskar die Unke

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  3. Auch ich lese so gerne, was du übers Leben schreibst, Ingrid. Und wenn es auch manchmal sterbenstraurig ist. Ja, wir sind noch immer unverständlich ambivalente Wesen, die eine schlimme Sache verteufeln und die andere Ungeheuerlichkeit nicht mal hinterfragen.

    Dir einen schönen Tag und liebe Grüsse,
    Brigitte

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  4. diese Weihnachtsmärkte bleiben mir immer ein Rätsel. Menschen fahren viele Kilometer mit dem Auto oder kommen mit Bussen von weit her um Holzbuden zu sehen wo es Fressereien oder Textilien, wenn es gut geht Handwerkliches, zu sehen. Der Parkplatz weit außerhalb der Stadt u.s.w.
    Wenn ich gelegentlich zu dieser Zeit in der Nähe der Stadt bin, meide ich sie wie die Pest.
    Aber, jeder wie er möchte, Hauptsache der Rubel rollt, obwohl der Rubel im Moment nicht so rollt, also der Euro :-)
    Der Slogan der Stadt: Wir möchten allen "Ramsch" fernhalten. Ob es gelungen ist bezweifle ich.
    lg
    karl

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  5. Ein Tierelendsarmutszeugnismarktverhalten. Schlimm!
    Der Jahreszeit gemäß.
    Socken. Glühwein. Alles da.
    Fiderallala geht aber nicht.

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