Donnerstag, 23. Juli 2020

DAS UND DAS


Die Glückskekse lassen in ihrer Originalität stark nach.
"Ihre persönliche Finanzlage wird sich um einiges verbessern."
Interessiert mich gerade weniger.
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Die Wasserbüffel in Gmünd wollte ich besuchen.
Leider, wegen leichter Überschwemmung ist der Zugang zu ihren Weiden gesperrt.
Fußgesund wäre ich über die Brücke geturnt.
Ungeschickt, wie ich gerade bin, war das keine Option.
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Eigentlich sitze ich die ganze Zeit daheim,
aber wenn ich an Touristenhotspots im Waldviertel vorbeikomme -
da sind richtig viele Leute unterwegs.
Mehr als in anderen Jahren.
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Man höre und staune:
mein Rasenmäher ist fertig.
Inzwischen ist die Wiese so hoch und es tummeln sich jede Menge
Schmetterlinge und sonstige Flugdinger auf den Blüten.
Und es regnet dauernd.
Für meinen Fuß ist das hinter dem Grasschneider herrennen auch nix.
Ich warte noch lieber.
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Den Roller habe ich endgültig verstaut.
Dass er wochenlang im Regen rumsteht,
hat er sich auch nicht verdient.
Schau ma mal, wann wir wieder Freunde werden.
Alles ist gut.
Oder kann es werden.

Mittwoch, 22. Juli 2020

GLOCKENBLUMENFLIRT UND BH



Das Glückskeks sagt:
"Ein Flirt begeistert Sie."
Gibt es ein Turteln mit Glockenblumen?
Wer weiß, was der Tag noch bringt?!
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Das Thema muss ich besprechen.
Ist ja ein Dauerkopfschüttler für mich.
In der Zeitung steht, dass Frauen im Homeoffice auf den BH verzichtet,
ein neues Körpergefühl gefunden haben
und jetzt nimmer zu alten Zwängen zurückkehren möchten.
Ich trage Zeit meines Lebens keinen Brustpanzer,
habe es nie wirklich verstanden,
warum andere Frauen das tun
(ok, wenn man Riesenbrüste, unzählige Kinder genährt hat..),
aber einfach aus gesellschaftlich/modischen Gründen
finde ich es bescheuert.
Wo bleibt denn die Gleichberechtigung,
die Freiheit und Schönheit des eigenen Körpers?
Diese Korsettzwängerei ist wirklich eher 19. Jahrhundert.
Ein Festhalten an überholten Sozialnormen.
In der Modebranche wird die neue Körperlässigkeit diskutiert.
Der Puritanismus hat Corona.
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Die Krawatte!
Ursprünglich eine Erfindung der Mongolen,
 um Gefangene am Sattelknopf ihrer Pferde hinter sich herzuschleifen ....
ein Strick um den Hals eben.
(Gefunden bei Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel).
Wikipedia meint etwas anderes. 
Ich finde, die Version mit der Gefangenschaft netter.
Wie dumm sind wir eigentlich,
dass wir freiwillig auf körperliche Unfreiheit setzen??

 

Dienstag, 21. Juli 2020

DISTELN


Das Glückskeks sagt:
"Bravo! Sie vermitteln gekonnt zwischen den Fronten."
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Erstaunt hat mich dieses Distelfeld.
Ist eine Zwischensaat und dient zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit.
Zur Landwirtschaft gehört viel Liebe.
Mohnfelder blühen noch.
Am Straßenrand  stehen Autos mit Menschen, die die Pracht fotografieren. 
Tausende Bilder für soziale Netzwerke.
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Vom Röntgen ist mit der Post abermals ein Befund gekommen.
Jetzt finden sich im Sprunggelenk plötzlich kleine Absonderlichkeiten.
Schau ma mal was der Orthopäde meint.
Ich bin gar nicht amüsiert.
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Sommerwettertage sind zwischendurch angesagt.
Und es regnet.
Die Wirklichkeit hält sich nicht an Prognosen.
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In der Waldviertler Kuranstalt habe ich vorbeigeschaut.
Das sieht nicht so schlecht aus.
Einen zweiten Lock-Down überlebt kein Unternehmen,
meinte die Dame mit der ich gesprochen habe.
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Tage, Wochen wie Disteln.
Ich hoffe, es ist auch nur eine Zwischensaat,
die die Lebensbeschaffenheit verbessert.



Montag, 20. Juli 2020

MEISEN UND SCHNAPS


Das Glückskeks sagt:
"Harmonie und Ausgleich erwarten Sie."
War ja schon irgendwie an der Zeit.
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Im Wald einen Schwarm Meisen gesehen.
Ca. 10 muntere Vögel.
Sah aus, wie eine Freiluftvoliere.
Sehr nett.
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Mein Plan, die Schnapsvorräte zu trinken,
ist ziemlich beendet.
War gar nicht viel.
Etliches ist im Ausguss gelandet.
Ein undefinierbarer Rum aus der Karibik (hat so seltsam gerochen,
dass ich ihn nicht einmal kosten wollte und Eierlikör, den ich gar nicht mag,
aber einmal zum Obstsalatverfeinern gekauft habe).
Jetzt bin ich bei einer Flasche russischem Wodka
und einen georgischen Cognac gibt es auch noch.
Prinzipiell ist der sehr gut,
nur mag ich keinen Cognac.
Der seltsame Magenbitter wird wohl zum Wegschütten sein.
Dann kann ich noch wirklich viele Flaschen Wein und Sekt
testen. Ich glaube aber, da ist nix Trinkbares dabei.
Alles für den Kanal.
Das Ordnungmachen in dieser Angelegenheit ist durchaus angenehm.
Und passt gut zu dem kalten Sommer.
Hat schon etwas Vorweihnachtliches.



Sonntag, 19. Juli 2020

ZÖGERLICH



Das Glückskeks sagt:
"Sie zögern nie, ein noch so schwieriges Problem anzugehen."
Das Glückskeks kann mich nicht kennen,
denn Zögerlich ist mein zweiter Name.
An manchen Tagen wache ich mit Matsch im Kopf auf.
Seit ich das Tagebuch meiner Mutter gelesen habe,
träume ich viel von ihr.
Tja. Ihre restlichen Tagebücher bleiben vorerst ungelesen.
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Zögerlich:
die Krankenkasse hat mir eine 3 wöchige Kur bewilligt.
In Österreich sind sie da wirklich brav.
Das Kurhaus, das ich beantragt habe,
hat mir einen Termin für nächsten April! gegeben.
Das geht ja gar nicht.
Also habe ich zum Telefon gegriffen und geklärt, was da sonst möglich wäre.
Die Anstalt, wo ich immer gerne war, an der Grenze zur Slowakei,
die haben recht restriktive Coronamaßnahmen.
Test, keine Lokale in der Freizeit, etc.
Ich glaube, das mag ich auch nicht.
Jetzt liebäugle ich mit dem Haus im Waldviertel.
Dort war ich schon 2 x.
Und weil dort vor allem Privatleute sind, gibt es sehr wenige Auflagen.
Dafür gibt es keine freien Zimmer.
Erst im Oktober.
Jetzt fahre ich bei denen mal vorbei und bespreche das persönlich.
Nach meinem letzten Aufenthalt, meinte ich ja,
nie wieder Waldviertel, weil langweilig.
Aber in Zeiten wie diesen ist das wohl die beste Alternative.
Lange hinauszögern möchte ich die Kur nicht,
weil, wer weiß was im Herbst kommt und außerdem tut der Fuß jetzt weh.
Schau ma mal.




Samstag, 18. Juli 2020

VOM AUFREGEN


Das Glückskeks sagt:
"Nicht über Kleinigkeiten aufregen."
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Ich rege mich über das ganze Jahr auf.
Kein Sommer, Corona, Fuß ....
Ich bin so grundsätzlich missgestimmt,
dass ich von dem, was sich draußen tut,
wenig mitbekomme.
Bin kaum im Freien,
weil ... siehe oben.
Wetter und Fuß.
Dass ich den Rasenmäher nie mehr bekomme,
ist relativ unaufregend.
Mein Gras wächst zunehmend in die Höhe.
Bald wird es unmähbar sein.
Beim Kurzschneider war einmal das bestellte gerissene Seil zu kurz,
das nächste zu lang
und das richtige hat eine ewige Lieferzeit.
Jetzt überlege ich, ob ich einen neuen Rasenmäher kaufen soll.
Schau ma mal.
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In Tränen bin ich ausgebrochen,
wie ich meinen Kirschbaum ausgegraben habe.
Den ich im vergangenen Jahr für wiedergewonnenen Lebensmut gesetzt habe.
Von Anfang an hat er geschwächelt,
im Frühjahr geblüht und mühsam einige winzige Kirschen hervorgebracht.
Dann sind die Blättchen vertrocknet.
Ich habe ihn aus der Erde gegraben.
Und er hatte keine einzige Wurzel mehr.
Alles von den Mäusen gefressen.
Und da musste ich weinen,
weil sein Streben, bereits wurzellos,  noch Früchte zu tragen hatte sowas Rührendes.
Tja.



Freitag, 17. Juli 2020

STAUSEE UND FUSSWEHUNTERSUCHUNG

Das Glückskeks sagt:
"Etwas in Ihnen verspricht gute Gesundheit".
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Mit dieser Botschaft bin ich zum Fußröntgen gefahren.
Der Befund hat nix ergeben.
Ich weiß beim Arzt sowieso immer alles besser,
aber die haben nicht dort fotografiert, wo es weh tut.
War ein Radiologielehrling, der das gemacht hat.
Tja. Schau ma mal.
Näxte Woche ist der Orthopädentermin.
Wenn ich dem Glückskeks vertraue,
schaffe ich es vielleicht noch mit der Gesundung.
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Dann war ich am Stausee.
Also, es sind genug Leute unterwegs.
Die ihr mitgebrachtes Essen in der Wiese verzehren.
Ich war im Wirtshaus.
An die Corona-Auflagen hält sich keiner.
Ein Mann hat sich zu mir an den Tisch gesetzt.
Was ja eigentlich gar nicht geht.
Bis wir alle wieder Masken tragen müssen.
Und es ist gerade so angenehm ohne.





Donnerstag, 16. Juli 2020

KEKSE UND SPRACHE

Federbällchen am Abend

Glückskeks:
"Ihr Kopf ist voller neuer Ideen.
Setzen Sie diese ein."
Weil das Orakel so nett ist,
habe ich noch eine Packung Kekse gekauft.
Bescheidene Freuden.
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In Österreich war es immer das Keks.
Langsam wird es eingedeutscht und wird zum der Keks.
Ich bleibe noch beim Sächlichen. Ist doch eine Sache. Und kein Mann.
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Schade finde ich im Allgemeinen, dass die Besonderheiten und Eigenheiten der regionalen Sprachen verloren gehen.
Und Jugendsprache ist bereits eine ganz andere.
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Trotz meiner Humpelei lasse ich es mir nicht nehmen,
im Wald zu meinen Schwammerlplätzen zu schmerzgehen.
Was ich zum Essen benötige,
finde ich immer.
So bleibt wenigstens eine alte Tradition gewahrt.




Mittwoch, 15. Juli 2020

UMS HAUS



Im vergangenen Jahr habe ich einen Plastikkompostcontainer gekauft.
Weil es so unglaublich viele Mäuse gab,
 die alles sofort vom Komposthaufen fraßen.
Mäusezüchten wollte ich nicht.
Das war in der Zeit, wo sie es sogar irgendwie in mein Auto geschafft haben.
Jedenfalls heute war eine Blindschleiche in dem grünen Plastikding.
Die lebt jetzt drinnen.
Ich mag ja Schlangen (ich weiß, eine Blindschleiche ist eine Echse. Sieht aber aus, wie Schlange).
Ein ganz klein wenig gruselig ist das schon.
Ich hatte sofort die Assoziation zu Ratte im Klo!?
Mit meinem Fußweh kann ich nur kleine Stücke vom Gras mähen.
Es stehen so viele bunten Blumen auf der Wiese,
aber ich muss damit beginnen,
sonst wird die Sache zu hoch und die Maschine schafft es nimmer.
Ich glaube,
der Fuß wird besser.
Langsam.
Wenn er sich ein wenig beeilen täte,
könnte ich den Orthopädentermin nächste Woche absagen.
Jeder Arztbesuch weniger ist ein Erfolg.
Noch dazu muss ich dafür durchs halbe Waldviertel reisen.
Schau ma mal.
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Nachdem ich das geschrieben hatte,
ist beim Rasenmäher ein Seil gerissen,
was mir einen Besuch im Lagerhaus einbrachte.
Große landwirtschaftliche Maschinen und richtige Männer,
die mich mit Handschlag (Corona!) begrüßten,
und der Geruch, den ich mag,
Dreck, Öl und Benzin.
Und vorerst einmal kein Gras mähen.
Und beim Nachsehen im Kompostcontainer:
nicht Blindschleiche, sondern Blindschleichen,
mehrere, sozusagen viele.
Ich hab ihnen ein hartgekochtes Ei spendiert.
Das ist kein Container für Kompost,
sondern eine Schlangenzuchtanstalt.
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Das Glückskeks sagt:
"Sie entscheiden eigenwillig und landen damit einen Volltreffer."





Dienstag, 14. Juli 2020

GEDANKEN


Ich habe Sprache, deswegen denke ich.
Unvorstellbar ohne Worte das Hirn zu verwenden.
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Neulich beim heftigen Gewitter dachte ich:
was passiert jetzt, wenn meine Hütte abbrennen tät??
Ob ich dann ballastbefreit endlich nach Ibiza ziehen würde??
Wahrscheinlich nicht.
Denn Geld von der Versicherung gibt es nur für den Wiederaufbau.
Also, man kann nicht die Kohle nehmen und die Ruine verlassen.
Und außerdem, wenn ich Ibiza wirklich gewollt hätte,
wäre ich schon längst dort.
Bei den Preisen auf der Insel heute könnte ich mir bestenfalls 5 m2 zum Wohnen leisten.
---
Ich bin oft dankbar.
Besonders beim Essen.
Da denke ich an all die Menschen,
die dafür gearbeitet haben,
damit die Nahrung auf meinem Tisch steht.
Die gesät haben,
geerntet haben,
vermarktet haben,
erzeugt haben.
Ich muss nur kaufen und essen und verdauen.
In diesen Momenten geht es mir unendlich gut.
Weil eigentlich habe ich keine Sorgen.
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Botschaft vom Glückskeks:
"Halten Sie Ihre Pläne geheim, wenigstens im Moment."



Montag, 13. Juli 2020

TIERQUÄLEREI

 
 
Eigentlich möchte ich diese Sachen gar nicht schreiben,
die jetzt durch die Krise passieren.
Aber ich habe Bilder von deutschen Schweinebauern gesehen,
die ihre Tiere nimmer anbringen.
Und die wachsen und vermehren sich.
Die Säue in Käfighaltung, in denen sie sich nicht rühren können.
Die Bauern bringen zusätzliche Tiere kaum unter.
Und der Schweinepreis fällt.
Grauslich und brutal alles.
Ich wünsche mir so sehr,
dass sich diese Methoden verändern können.
Die Quälerei der Natur, der Lebewesen und letztlich auch der Menschen.
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Das Glückskeks sagt:
"Ihr Äußeres lässt auf Ihre Führungskraft schließen."

 


Sonntag, 12. Juli 2020

EIN TAG SOMMER




Ein Tag Sommer fand statt.
Und ich war zum ersten Mal im heurigen Jahr schwimmen.
Nicht sehr lange.
Bevor die vielen Menschen kamen.
Ja. Gut.
Obwohl der Roller fehlt.
Und das Humpeln sehr, sehr nervig ist.
Das Badetuch ist nicht geklaut.
Das gab es einmal in einer Waldviertler Weberei (längst geschlossen) als Kiloware.
Im Kempinski in Berlin und Hamburg habe ich sogar schon genächtigt.
Haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
(Sonderangebote).
Das Glückskeks sagt:
"Ein Abenteuer winkt".
Ich glaube, da muss ich mir etwas einfallen lassen.
Denn Abenteuer fallen in der Einschicht nicht vom Himmel.





Samstag, 11. Juli 2020

NACH DER HÄLFTE



Jetzt sind die Wiesen gemäht.
Spät.
Das erste Heu ist eingebracht.
Die Zeit des ungebremsten Wachstums ist vorbei.
Das Jahr hat seine Hälfte überschritten.
Mir fällt gerade nix Lustiges ein.
Ständig stoße ich an meine Grenzen.
In vieler Hinsicht beschränkt,
statt freigeistig.
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Das Glückskeks sagt:
"Sie entscheiden eigenwillig und landen damit einen Volltreffer."
Das Schöne am Glückskeks-Orakel ist:
es ist immer nett.
Nie steht da:
"Sie sind ein totaler Versager.
Ihre Kinder hassen Sie,
sogar die Familienkatze will nichts mit Ihnen zu tun haben,
der Hund pinkelt in Ihre Schuhe,
demnächst brennt das Haus ab,
obwohl die Versicherung nicht bezahlt wurde."




Freitag, 10. Juli 2020

REISEN


Sogar rostige Bahncontainer tragen ein wenig Ferne in sich.
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Das heutige Glückskeks sagt:
"Sie meistern jede Situation."
Habe ich eine Packung mit lauter gleichen Sprüchen erwischt?
Und kann man die dann umtauschen?
Bei Nichtgefallen?






Donnerstag, 9. Juli 2020

VERZICHT?

Essen hält Leib und Seele zusammen.
Mohn mag ich.
Erdäpfel auch.
Und anderes.
Schokolade, Bier, Nudeln, alles Obst ......
Jetzt, wo sich mein Sprunggelenk verweigert,
habe ich selbstkritisch den Körper betrachtet
und da gibt es Fettreservenpolster,
die eine Menschin sicher nicht zum Überleben benötigen würde.
Seufz.
Monatelang daheim zu sitzen und auf Speisen verzichten?
Seufz.
Aber vernünftig wäre es vielleicht.
Den Gelenken zuliebe.
Seufz.
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Weil frau sich gar nix sonst gönnt,
habe ich eine Schachtel mit Glückskeksen gekauft.
Ich liebe Glückskekse.
Das heutige Orakel sagt:
"Bravo!
In jeder noch so schwierigen Situation finden Sie die Lösung."
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Und in Tschechien Heidelbeeren geholt.
Weil die Vietnamesin besonders freundlich und nett war,
hübsch auch,
zwei Gläser genommen.
Jetzt habe ich wirklich Verarbeitungsprobleme.
Das ist eine große Menge.
Normalerweise fülle ich die Beeren nur in Gläser mit Zucker und stelle sie in den Kühlschrank.
Das übersteigt jetzt aber meine Verzehrkapazität auf längere Sicht.






Mittwoch, 8. Juli 2020

WALDVIERTELSOMMER


So schaut er heuer meist aus -
mein Waldviertelsommer.
Windig, kühl -  wie in meiner Erinnerung.
Monate wie früher.
Gestern wollte ich den Roller wegen Nichtverwendung in die Garage stellen,
bin dann noch eine kurze Runde durchs Dorf gefahren
und habe es nicht übers Herz gebracht,
die Maschine ganz wegzusperren.
Einige Kratzer hat sie beim Sturz abgekriegt,
aber die kann man leicht weglackieren.
Jetzt wartet sie doch wieder vor dem Haus.
Auf bessere Fußzeiten.
Die Zecken sind in diesem Jahr so winzig,
dass ich sie nicht sehe.
Erst wenn rote Flecken auf der Haut erscheinen.
Fast täglich.



Dienstag, 7. Juli 2020

WIESE


Am Sonntag laufe/hinke ich zwischen 9 und 11 meist mit Kopfhörern durchs Haus.
Putze (sogar Fenster von außen), räume, bügle.
Auf Ö3 gibt es spannende Interviews von Claudia Stöckl mit mehr oder weniger interessanten Menschen.
Diesmal Florian Klenk, ein investigativer Journalist vom "Falter".
Für mich war das Spannendste, wie er seinen Garten, seine Wiese beschrieben hat.
Die nicht gemäht wird.
Nur schmale Durchgänge.
Und die Gräser stehen meterhoch.
Mit Zeit und Muße kann die Artenvielfalt,
die entsteht, beobachtet werden.
Das sehe ich auch so.
Heuer wird durch meine Behinderung noch weniger gemäht.
Der viele Regen lässt den wilden Wuchs in die Höhe schnellen.
Sogar eine Eidechse habe ich gesehen,
nachdem sie bei mir lange verschwunden waren.
Dafür frisst ein Igel die kleinen Blindschleichen.
Ich lerne: Natur ist dienen.
Eines dient dem Überleben des anderen.
Wenn Menschen wieder lernen würden,
ihre Maßstäbe von Schön zu verändern,
dann könnten Beton und Steingärten (hier noch groß in Mode) verschwinden.
Das braucht andere Augen und veränderte Blickwinkel.
Blickwinkel, in denen Träume und Geheimnisse verwoben sind.
Schon Friedensreich Hundertwasser meinte,
dass es in der Natur keine gerade Linie gäbe.
Meine unnatürlichen Feinde sind Mähroboter und Rasentraktore.


Montag, 6. Juli 2020

STORCH



Im Waldviertel haben die Störche Satellitenfernsehen.
Der einzige Brutplatz, den ich kenne.
Die Federbällchen bei mir haben das wacklige Nest verlassen
und hüpfen am Dach, fliegen auch schon recht tapfer.
Die Aufzucht ist geglückt.
Der kühle Sommer rinnt mir durch die Finger.
Kein Ankommen in der Fülle.
---
In Österreich gibt es jetzt auch Corona in Schlachthöfen.
Wem vergeht da nicht langsam der Appetit auf Schweinsbraten und Schnitzel?
Ich kann leicht lachen.
Bin bei der alljährlichen Schwammerldiät angekommen.
Wenn es dann demnächst noch Heidelbeeren zu kaufen gibt
(in 5 Liter Gurkengläsern in Tschechien),
bin ich überhaupt auf der sicheren Seite.


Sonntag, 5. Juli 2020

ALLJÄHRLICHE BILDER


Im Waldviertel unterwegs.
Die Mohnfelder blühen wieder.
Jährlich.
Und schön wie eh und je.
Erdäpfel auch.
Erstaunlich hübsch.
Viele Menschen überall.
Abstandslos, maskenlos.
Alles wie immer.
Ich habe so viele Fotos gemacht,
da wird es noch einen Nachschlag geben. 





Samstag, 4. Juli 2020

ZEITVERTREIB

Weil ich zur Zeit körperlich so unflexibel bin,
fällt mir Absonderliches ein.
Beim Suchen eines bestimmten Buches -
das unauffindbar ist,
habe ich einen ganzen Schwung Tagebücher meiner Mutter entdeckt.
Naja.
Unser Verhältnis war eher nicht so prickelnd.
Aber jetzt habe ich genügend Zeit,
das zu bearbeiten.
Ist eine ziemliche Aufgabe
und da kann der Fuß noch eine Weile behindert bleiben.
Ich habe über Lektüre schon einmal mehr gelacht.


Freitag, 3. Juli 2020

SELTSAME ZEIT


Das Jahr ist eines der seltsamsten.
Am Tisch liegt ein Zettel mit Notizen,
was ich alles machen,
wen ich treffen wollte.
Und ich bin gehlahm schon wieder ausgebremst.
Das xte Mal heuer.
Weil außer Haus freut es mich nicht.
So hatschert.
Wenn die Sonne scheint,
baumle ich in der Hängematte,
wenn es regnet,
liege ich auf der Ofenbank.
Mein Versuch ein etwas weiteres Stück im Wald zu gehen,
ist gescheitert.
Den Roller benütze ich auch nicht.
Denn noch einen Unfall könnte ich mir nicht verzeihen.
Als ganz junge Frau lag ich zweimal mit gebrochenem Knöchel im Krankenhaus.
Schifahrerglück.
Und damals schon haben die Ärzte mit mir geschimpft.
Was sie zu einer alten Frau sagen würden,
die sich den Hals bricht,
möchte ich gar nicht hören.
Und so reise ich durch die Zeit,
weiß, dass ich an einem Platz bin,
wo ich körperlich immer sein wollte
und warte auf Heilung.
Aber: die ersten Schwammerln gefunden.
Soviel Gehen muss sein und wenn, dann auf allen Vieren.



Donnerstag, 2. Juli 2020

ROTSCHWANZERLNEST

 

 
Die Rotschwanzerln haben es letztlich mit dem Nest doch geschafft.
Obwohl Teile immer wieder runterfallen.
Sie sind so nervig und nervös,
dass ich nur mehr, wenn es sein muss,
in den Innenhof gehe.
Anscheinend sind 4 oder 5 Junge im Nest,
warum sich der Marder kein Appetithäppchen holt,
ist mir rätselhaft.
Vielleicht wartet er, bis sie mehr Fleisch angesetzt haben.
Ganz schön eng ist die Kinderstube.
Irgendwann war eine flaumig Feder am Boden,
da dachte ich schon,
dass sich die Vermehrung erledigt hat.
Ich wünsche ihnen alles Gute,
aber irgendwie ist das eine Chaospartie.
Die Alten hüpfen den ganzen Tag herum und schreien vom Dach.
 


Mittwoch, 1. Juli 2020

HOMÖOPATHIE

So regnet es jetzt,
wenn es regnet.
Wasserwandartig.
Homöopathie ist ein ziemliches Reizthema,
vor allem bei den deutschen Nachbarn.
Ich sage immer, bei mir wirkt sie nicht.
Behandle aber meine Wehwehchen mit pflanzlichen Mitteln und das mit gutem Erfolg.
Sehe beim Einkauf der völlig überteuerten Mittel vor meinem geistigen Auge  die Hersteller auf Yachten im Mittelmeer schaukeln.
Kräutertees trinke ich täglich.
Können sogar selbst gesammelt sein.
Aber doch eher gekauft,
da ich bekannterweise bequem bin.
Jetzt mit dem Beinunglück - und das hat wirklich eher schlimm ausgesehen -
Prellung, Bluterguss,
das Motorrad ist auf den Fuß gefallen (auf den ohnehin gerade beleidigten) -
habe ich in meinen Beständen wirklich uralte Arnika Montana Globuli gefunden.
Habe ich einmal in Spanien gekauft, weil ich mich dort auf der Straße vor die
heranbrausenden Autos geworfen habe.
Wollte das Tablettenröhrchen schon längst entsorgen,
aber dann doch nicht.
Und ohne großen Glauben -
die Globuli haben wahre Wunder gewirkt.
Die Geschwulst ist extrem rasch zurückgegangen.
Und auch sonst habe ich Veränderungen im Wasserhaushalt des Körpers bemerkt.
Jedenfalls bin ich überrascht und angetan
und hoffe jetzt,
dass der Fuß seine sonstigen Beschwerden auch vergisst und sich zur
Gesamtkooperation mit dem Körper entschließt.