Montag, 2. Januar 2012

KAFFEEHAUSLOBEN

Wer hier länger mitliest, dem ist es nicht verborgen geblieben -
ich bin ein bekennender Kaffeehausfan.
Viele Lebensstunden verbringe ich lesend - seit ich Eigentümerin des Tablet PCs bin, auch surfend - auf weichen Polsterbänken.
Schwarz muss er sein, heiß muss er sein, stark muss er sein -
den Kaffee trinke ich pur - keine Milch, kein Zucker darf den Geschmack verändern.
Kaffee ist die Muttermilch des Erwachsenenlebens, hält die Sinne beisammen, bringt Leben ins System.
In meinen Adern sollte Kaffee statt Blut fließen.
Eine lange Tradition der Kaffeehausliteraten gibt es in Wien.
Menschen, die ihr Leben schreibend im geliehenen Daheim verbrachten,
stundenlang bei einem kleinen Braunen und vielen Gläsern Wasser die anheimelnde Atmosphäre nutzten, um ihre Gedanken der Nachwelt und Gleichzeit zu erhalten.
Es schreibt sich anders im öffentlichen Raum, als allein im stillen Kämmerlein.
Denn das Kaffeehaus ist Gastheimat.
Dieser Tage ist Leopold Hawelka 100jährig gestorben. Eine Wiener Institution. Bis vor wenigen Monaten war er täglich in seinem legendären Kaffeehaus. Beinahe sein ganzes Leben hat er dort verbracht. In all dem Rauch und ohne Frischluft. Der beste Beweis, dass es abseits von Gesundheit auch langlebig sein kann.

Kommentare:

  1. Wien bleibt eben Wien, Kaffee bleibt Kaffee, und wer beides im Blut hat, ist prädestiniert zum Künstlertum!
    In dem geschichtsträchtigen Lokal waren wir auch, als wir vor Jahren einen Wienbesuch machten: herrlich!!

    Dir einen schönen Morgen mit starkem Kaffee und sanften Gedanken!
    Liebe Grüsse,
    Birgitte

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  2. Da haben wir eine Leidenschaft gemeinsam - ich liebe Kaffeehäuser, bin ja auch Wienerin ;)

    Einfach nur sitzen und schauen, da brauch ich gar keine Zeitung und nix (ja vielleicht als Alibi *gg*) - aber meinen Kaffee trinke ich mit vieeel Milch.

    Falls du es noch nicht kennst - hab ich einen kleinen Tipp für dich: http://www.prueckel.at/
    direkt bei der U3 Stubentor.

    Liebe Grüße in den ersten Montag des neuen Jahres mit hoffentlich viel Kaffee!

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  3. Aaah, im Raimann treibst du dich also herum.... :-)

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  4. Trinke seit bald 3 Jahren nur noch einen Kaffee nach dem Mittagessen und erwache am Morgen ohne Gliederbresten - wie ein junges Reh....
    Aber was ich hier auf dem FranzenLand echt vermisse, ist ein schönes Café. Langweiliger Beuteltee und Filterbrühe in Tassen mit Lippenstiftrückständen....Gebe aber nicht auf und teste weiter....
    Viel Spass in euren tollen Kaffeehäusern!
    Wünsche dir einen fidelen Tag
    Herzlich Brigitte

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  5. Sitze gemütlich Beine hoch mit Läppi am Schoß beim Häferl Kaffee, ins Kaffeehaus treibt es mich nur, wenn anderortige Treffen nicht arrangierbar sind oder der jeweiligen Aufsflugsbegleitung nach Koffein gelüstet.Gesunderhaltend ist ja ohnehin wohl eher all das, das uns erfreut, vielleicht sogar Lebensinhalt ist, wie es beim alten Hawelka wohl war. Passt gut in meine momentante Stimmung: in den freien Tagen denke ich intensiv drüber nach, was mich glücklich und zufrieden macht.
    Belebende Grüße in den Vormittag!
    Ingrid

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  6. brigitte:
    ja, wien bleibt wien. ich schäme mich, wenn ich wegen dem schätzchen zum macdings oder stardings gehe. aber auch nur, wenns breit und weit kein kaffeehaus mit wlan gibt. in wien haben die kaffeehäuser das meist.
    lg zu dir

    nima:
    schauen weniger, aber viele zeitungen lesen.prückel kenne ich. meine favoriten sind raimann im
    12., sperl oder dommayer (das ist aber jetzt eine konditorei oberlaa).
    lg in die große stadt

    gerlinde:
    gewonnen. ist mein frühstücksplatz, wenn ich in wien bin.
    lg zu dir

    smilla:
    vielleicht ist ein leben ohne kaffee möglich, wobei ich nicht daran glauben kann. :-)
    nein, ohne spaß. natürlich gehts ohne dem schwarzen saft auch. ich habe mich z.b. früher geweigert im ausland (außer im süden) kaffee zu trinken und hab dann wochenlang mit tee gelebt. alles ist möglich. aber halt nur halb so lustig.
    habs gut heute.
    lg

    fanouria:
    ich glaube auch daran - wenn man völlig in der eigenen energie lebt, ganz eins ist mit seinem tun, dann ist es ziemlich egal, wie gesund oder ungesund man lebt. aber wer kann das schon. das sind wohl eher die ausnahmen.
    lg in deinen tag

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  7. aaaaaaaaaaaaaaahhhh
    wundervoll
    damals auf klassenfahrt in wien hab ich die beste sachertorte für immer gegessen
    sonst war es grauslich naja
    täten wir uns treffen dann bestimmt im kaffeehaus :)))
    lg birgit

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  8. Was für ein überaus charmanter Blogeintrag. Würde ich gern im Goldrahmen sehen.
    Das lange Leben des Herrn Cafebetreibers tröstet mich Kaffeehaustante sehr!
    Gruß von Sonja

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  9. birgit:
    treffen im kaffeehaus - natürlich - wo sonst?
    schade, dass man mit kaffee nicht anstoßen kann.
    prost kaffee.
    lg zu dir

    sonja:
    danke.
    heute hab ich festgestellt - kaffeehaus muss auch relativ ruhig sein. am besten in der früh, wenn schweigende unausgeschlafene in zeitungen vergraben einzeln vor sich hindösen.
    kaffeehaus voll schnatternder menschen - hatte ich heute - ist nur das halbe vergnügen.
    liebgrße

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  10. Sooooo ein schöner Eintrag!!!

    Wo muss ich einen Antrag stellen, dass es sowas auch bald bei uns gibt?
    Ach, es wäre trotzdem nicht das selbe.
    In Wien war ich noch nie (genausowenig wie in New York und auf Hawaii).
    Dabei wäre es ja gar nicht so weit weg. Aber WENN ich dort mal hinkomme, dann besuche ich eines der hier genannten Kaffeehäuser. Ganz, ganz sicher!

    Alles Liebe,
    Shushan

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  11. sushan:
    eröffne selbst ein kaffeehaus! die gäste finden sich sicher!
    liebe grüße

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  12. Das ist eine so schöne Geshcichte, vor allem die vom "alt werden jenseits von gesundem"...

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  13. ilse:
    mir gefallen diese menschen, die so ganz sie selbst sind.
    lg

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