Sonntag, 7. November 2021

AUSSTELLUNG





Ausstellung in der Kunsthalle in Krems.
Margot Pilz
Starke Frau
Gut gefallen. Einfache Botschaften. 
Diese Bildsprache kann ich leicht verstehen.
Themen: Umwelt, Frausein, Altern, Männerdominanz. 
Verfall des Körpers.
 Göttin schuf Eva.








 

Samstag, 6. November 2021

NOCH IMMER KALTE LINSEN


Das glaubt mir doch keiner.
Immer noch bin ich auf der Suche nach einem passenden Gaskocher.
Hunderte Kilometer bin ich dafür erfolglos gefahren.
Das ist der Preis, den man für das Leben in der Einöde zahlt.
In einem Markt Kartuschen ohne Ende.
Aber kein Kocher.
Im anderen Markt Kocher und keine Kartuschen dazu.
Oder es gibt beides nicht.
Keine Saison gerade.
Im Internet ist auch alles nicht oder nicht nach Österreich lieferbar.
Oder .....
Jetzt habe ich einen sehr weit entfernten Markt gefunden.
Der hat angeblich alles lagernd.
Aber ich glaube, so weit will ich nicht fahren.
Da esse ich bei Stromausfall lieber meine Linsen kalt.
Ich habe ja theoretisch in einem ungenützten Raum einen Sparherd stehen.
Da kann ich einheizen.
Aber ..... Morgenkaffee erst nach stundenlanger Aktion???
Das bin ich nicht gewöhnt und das bringt mich an die Anfänge 
 menschlicher Siedleraktivität zurück.
Neandertal und Höhle.


 

Freitag, 5. November 2021

LEITUNGSRISS


Langanhaltend war ich störungsfrei -
ich meine Telefon- und Internet.
Immer noch wird Holz in rauen Mengen geschlägert
und da war die Leitung im Weg.
Im Dunkeln habe ich mich nochmals ins Auto gesetzt,
eigentlich schon ziemlich entkleidet,
einen Mantel übergeworfen
und bin die wackelige Telefonzufuhr abgefahren.
Wackelig: könnte in Timbuktu stehen.
Nix gegen Timbuktu aber mir fällt gerade kein anderer Name ein.
Natürlich habe ich die zu Boden gefetzte Stelle gefunden.
Im finsteren, finsteren Wald bin ich 40! Minuten in der Warteschleife der Servicestelle gehangen.
Bei mir im Haus geht kein Handy.
Eigentlich habe ich mich auf ewig von der Restwelt getrennt gesehen,
aber erstaunlicherweise war die Reparatur schneller als gedacht.
Ich bin wieder da.
Reparatur: Bei nochmaliger Kontrolle festgestellt, dass nur notdürftig geflickt wurde.
Also, jederzeit alles wieder von Anfang.


 

Donnerstag, 4. November 2021

VERHEIRATET


 Während ich auf die Rehe schaue,
am Schreibtisch sitzend,
ist mir eingefallen,
dass ich in den ersten Hausjahren
 vor der letzten Kurve,
ängstlich ums Eck spähte,
immer in Erwartung, dass das Eigene verschwunden sein könnte.
So viel bedeutete es mir.
Geschenktes Glück.
Damals habe ich das Haus wohl heimlich geheiratet.
 Unbemerkt sogar von mir.
Ab und an war Scheidung ein Thema.
Doch wir haben uns immer wieder versöhnt.
Wenn die Liebe groß genug ist ....


Mittwoch, 3. November 2021

SCHLAMPIG


 Ofenbankliegen vorm Fernseher.
Ich bin eher schlampig.
Mit einem Lächeln im Gesicht ist mir aufgefallen,
dass ich bei anderen Menschen das sehr Ordentliche mag.
Z.B. ist mein Lieblingsmasseur sowas von frisch gebügelt.
Also, auffallend adrett.
Und das ist gut so.
Es gibt ein Sprichwort:
"Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen."
Aber: ich suche nicht.
Kann mir den Aufenthaltsort der unzähligen Dinge merken.
Detail am Rande: Zusammenlebmänner waren immer sehr sauber und reinlich.
Ohne Extrabadezimmerzeit dafür zu brauchen.
Schlampigen Mann gab es nie.
Geht für mich bei anderen Menschen gar nicht.
Aber meine Lässigkeit liegt mir am Herzen.
Ich glaube, ich kultiviere diese Eigenschaft.
Kreativ.
Künstlerisch ohne Kunst.



Dienstag, 2. November 2021

WEIBERLEITSCHNAPS


 Wenn jetzt die Stürme ums Haus wehen,
die bunten Blätter wirbeln,
ist es Zeit für diesen Ebereschenlikör.

Vogelbeerschnaps schmeckt nicht nur gut, er ist auch Medizin. Alte Bäuerinnen bezeichnen den "Vogelbeerenen" als "Weiberleitschnaps". Ein Stamperl davon solle jeden Morgen auf nüchternen Magen getrunken werden. Dies helfe bei Wechselbeschwerden und allerlei Wehwehchen von Körper und Seele.

Vor 2 Jahren habe ich die Beeren gesammelt.
Heuer gab es gar keine.
Ich vergesse die Dinge, die ich zubereite.
Sie gammeln dann irgendwo vor sich hin.
Bis sie uralt und ungenießbar werden.
Dieser Likör ist zu Trinkehren gekommen,
weil ich wieder eine ganze Reihe schöner alter Gläser gefunden habe.
Ich liebe alte Gläser.
Machen Getränke zu etwas Besonderem für mich.
Leider sind sie untauglich für die Spülmaschine.
Der geschliffene Boden hat bereits kleine Randscharten.
Aber die Schnapstage wird das alte Glas wohl noch mitmachen.






Montag, 1. November 2021

NOVEMBERGEISTER


Letzte bunte Grüße.
Dem November gehören sie nicht.
Er ist der Monat der grauen Farben,
der Melancholie, des Todesgedenken.
Geister und Hexen sind jetzt unterwegs.

"In den Geisternächten wagte sich niemand aus dem Haus. Wenn man dennoch irgendwohin gehen musste, dann schaute man niemals über die Schulter, es könnte ja ein Toter sein, der einen mitnehmen könnte. Wer sich hinauswagte, ging selber als Geist verkleidet. In den keltisch geprägten Ländern vermummen sich die Jugendlichen als Gespenster und Hexen und ziehen durch die Nacht. Sie pochen an die Türen und bitten um Gaben. Bei Geizigen treiben sie Schabernack: Sie werfen Kohlköpfe polternd gegen die Türe, blasen Rauch durch das Schlüsselloch, verstopfen den Schornstein mit Torf, verschmieren die Fenster."
Wolf-Dieter Storl

Waldviertel ist Keltenland.
Sind es  innere oder äußere Geister, die Angst und Schrecken verbreiten?
------
Vor vielen Jahren in Mexiko.
All die Totensüßigkeiten hatten es mir angetan.
Skelette und Gerippe, Totenköpfe und Gespenster in Zuckerguss und Schokolade.
Im Gedenken an die Verstorbenen wird gefeiert.
In der Vorstellung kommen die Toten zu Besuch.
Das muss mit Musik, Tanz und Essen gemeinsam zelebriert werden.


 

Sonntag, 31. Oktober 2021

UHREN UND ZEIT


Jetzt sind die Uhren wieder zurückgestellt.
Auf Normalzeit.
Das mag ich gar nicht.
Es dann im Dezember bereits um 4 Uhr dunkel.
Das sind so viele Stunden Tag im Finsteren.
Bei mir im Haus gibt es wenige Uhren,
die zu verstellen sind.
Ich habe kleine Wecker herumstehen,
Armbanduhr trage ich fast nie.
Wirklich nur dann, wenn ich irgendwo pünktlich sein muss.
Eine allgemeine Zeitlosigkeit hat mich erfasst.
Wochentag, Datum - kriege ich mit Konzentration richtig hin.
"Zeit ist das, was man an der Uhr abliest."
Albert Einstein
Heißt das, wenn ich keine Uhren benütze,
hat mein Leben keine Zeit?
Wenn ich das, was mein Leben taktet,
z.B. der Fernseher, ausschließe, leitet mich dann der Lauf der Gestirne?
Hunger und körperliche Bedürfnisse?
Wenn ich aus der Zeit falle, falle ich dann auch aus dem Raum?
Das alles könnte man in den Dunkeltagen ausprobieren.
-----
Traum:
Die Post hat mir einen Karton mit kleinen Skorpionen gebracht.
Meine Sorge war, was sie fressen werden.
Das Geschenk hat mich so gefreut, dass ich glücklich erwacht bin.
???
Rätselhaft. Ich habe eigentlich keine besondere Beziehung zu Skorpionen in Tierform.






 

Samstag, 30. Oktober 2021

BIENEN UND KOMPOST



 Wenn der Efeu im Herbst blüht,
sind an sonnigen Tagen Hunderte Bienen darauf unterwegs.
Ist so ziemlich das Einzige was jetzt an Nahrung zu bekommen ist.
Die kleinen Brummer tragen schwere gelbe Hosen.
Die reinste Freude ihnen zuzusehen.
Sogar ein Schmetterling erhebt sich aus seiner Winterstarre.
Ein Zuckerhutsalat wächst noch und ist bereit zur Ernte.
Schau ma mal, ob ich ihn essen mag.
Ich bin ja im Verwerten der Gaben eher unzulänglich.
Auch meine Einkäufe sind, naja, sagen wir mal fehlerbehaftet.
Solange ich nur immer die gleichen Dinge besorge,
ist alles gut.
Aber wenn ich auf Ausgefalleneres zurückgreife,
das ich auch ganz gerne esse,
aber eben nie in dem Moment, wenn ich in den Kühlschrank schaue,
dann wird das zu einem Wegwerfproblem.
Es gibt Kandidaten für den Kompost.
Melonen, Avocados und Mozzarella.
Kürbis zähle ich auch dazu.
Den nehme ich nicht einmal geschenkt.
Ich gelobe immer Besserung.
Der Geist ist willig,
der Appetit nicht lernfähig.







Freitag, 29. Oktober 2021

HAARE


Sind Haare nicht ein klein wenig wie Blätter der Bäume?
Ein Ausdruck von Vitalität und Freiheit?
Meine Corona-Haare wachsen immer noch.
Habe sie seit einem Jahr nimmer geschnitten.
Der Lieblingsmasseur meinte,
wenn ich das Ende der Situation abwarten wolle,
werde ich bald aussehen, wie ein indischer Guru.
Die schneiden nie nix.
Die langen Fingernägel dazu fehlen noch.
Aber das ist eklig.
Die beliebten praktischen Kurzhaarschnitte alter Frauen kann ich sowieso nicht haben,
womöglich noch in gelb (blond) eingefärbt.
Haare sind ein Symbol.
Gleichschnitte, wie z.b. in militärischen Einrichtungen,
Gefangenenlagern, religiösen Gemeinschaften ... etc.
bedeuten Unterordnung, Abgabe der Individualität.
In Hippiezeiten war die unkontrollierte Haarpracht ein Ausdruck
des Widerstandes und der Selbstbestimmung.j
Gibt es einen besonderen Pandemie-Style?




 

Donnerstag, 28. Oktober 2021

WINTERMODUS



Im Wald hat jemand Kerne auf den Stein gestreut.
Fleißig nehmen  kleine Vögel den Futterplatz in Anspruch.
Eine Weile habe ich ihnen zugesehen.
Haubenmeisen waren vorsichtig und beäugten mich von oben.
Kleiber und Kohlmeisen ließen sich kaum stören.
Daheim am Vogelbaum schauen auch bereits Meisen vorbei.
Ein wenig müssen sie noch warten.
Auch die Rehe, die allabendlich zum Haus kommen,
sollen sich mit abgefallenen Äpfeln begnügen.
Wir sind noch nicht im Wintermodus.




 

Mittwoch, 27. Oktober 2021

ALLES LEBEN KOMMT AUS DEM WASSER




 Wieder lange am Teich gesessen.
Wasser ist mein Element.
Alles Leben kommt aus dem Wasser.
Ich muss nahe am Ursprung sein.
Eben erst daraus geboren.
Wenn ich auf die glatte oder bewegte Oberfläche blicke,
kommt  Glück.
Im Solarplexus breitet sich ein rundes, sattes Gefühl aus,
ganz ohne Kalorien.
Wasser hat etwas Ewiges
und ich kann für Momente daran teilhaben.
Immer schon wollte ich mit Blick auf einen See, Teich, das Meer wohnen.
Die Sehnsucht habe ich wohl nicht mit Konsequenz verfolgt.
Oder die schönen Plätze sind mir zu überlaufen, zu teuer,
nicht verträumt genug.
So muss ich mir die Idylle im Bescheidenen suchen.
Wasser hat auch etwas Wildes, Beängstigendes.
Tötet und Vernichtet.
Vielleicht lehrt mich der Respekt davor nicht zu nahe daran leben zu wollen.









Dienstag, 26. Oktober 2021

BROT UND SPIELE


Heute ist Nationalfeiertag.
Tag der Fahne.
Die Skirennsaison hat begonnen.
Gefühlt startet sie in jedem Jahr früher.
So wie Weihnachtsbeleuchtung und Lebkuchen.
Gefühlt gibt es mehr Sportereignisse im Fernsehen.
fällt mir dazu ein.
Gib dem Volk Futter und es wird zufrieden vor sich hindämmern.
Rehe haben die herbstmüden Küchenkräuter gefressen.
Petersilie und Liebstöckl.
Erstmals Leggins unter Hosen angezogen.
Sonst muss ich den ganzen Tag niesen.
Ich habe wirklich lange, lange keine Schokolade gegessen.
Und kaum Kuchen und Kekse.
Das hat keinerlei Auswirkungen auf mein Gewicht gehabt.
Aber eine lächerliche Handvoll Amarenakirschen in Zartbitterschokolade
schlägt sich sofort mit Badezimmerwaagenausschlag nieder.
Da erkläre mir einmal einer die Welt!


 

Montag, 25. Oktober 2021

BEGRABENE TRÄUME



Der Lauf der Zeit begräbt viele unserer Träume.
Im Strudel des Lebens geraten sie in Vergessenheit.
Schwimmen letztlich wie ein verwelktes Herbstblatt am trüben Wasser des täglichen
Geschehens.
Lassen wir sie untergehen oder fischen wir sie nochmals aus dem Normalen,
versuchen ihnen Leben einzuhauchen?
Wird aus einem verwelkten Blatt ein stabiles Pflänzchen?
Wunder sind gefragt.


 

Sonntag, 24. Oktober 2021

LANGEWEILE


Jetzt habe ich 5 Minuten lang die verwitterten Bretter über dem kleinen Bach
angesehen und immer noch ist mir keine Texterleuchtung gekommen.
Eigentlich habe ich nix zu erzählen.
Alles beim Alten.
Keine Pläne, keine Termine, keine besonderen Aktivitäten.
Kaum kommt mir etwas Zukünftiges in den Sinn,
fällt mir die aktuelle Situation ein und ich denke:
"Wer weiß, was in 3 Wochen machbar sein wird."
Ich glaube, ich werde auf meiner Ofenbank verfaulen.
Das Allerbeste wäre jetzt einzuschlafen und Ende März 2022 wieder aufzuwachen.
Dann sind Kälte und Dunkelheit Geschichte.



 

Samstag, 23. Oktober 2021

KÜHE UND PUTZEN


Sogar ich muss ab und an putzen.
Meist am Sonntag. 
Weil da mag ich ohnedies nicht aus dem Haus.
Mit Musik auf den Ohren und ein paar Tanzschritten dazwischen.
So ist alles halb so schlimm.
Putzworkout.
Weil jetzt die Drinnenzeit beginnt, habe ich meinen Meditations- und Sportplatz
im Badezimmer hergerichtet.
Eine neue Zeit voller Disziplin beginnt jetzt.
Warum kann ich mir das nicht glauben?
Schöne Herbsttage waren jetzt.
Viele Farben.
Die Kuh trägt den Nasenring nicht zur Zierde.
Sondern, dass sie nicht bei anderen Kühen aus dem Euter saufen kann.
Das machen Tiere, wenn sie durstig sind und kein Wasser auf der Weide haben.
Kuherziehungsmaßnahme.
Tja. Menschen sind erfinderisch,
wenn es darum geht, 
die Erträge aus der Nutztierhaltung zu steigern (oder so hoch wie möglich zu halten).



 

Freitag, 22. Oktober 2021

KALTE LINSEN


 Am Ende der Saison gibt es Eis nur mehr in Plastik.
Alles verräumt.
Geschirr und Möbel.
Der Genuss zu süß und klebrig.
Die Tage unglaublich schön.
Prächtige Farben.
Indian Summer.
Rote Blätter zeigen sich auch. Nicht da, wo ich fotografiert habe.
Weil mir die Medien ständig von drohenden Stromausfällen berichten
(bei mir in der Einschicht muss ich in den kommenden Monaten sowieso damit rechnen),
habe ich meinen Gaskocher überprüft und die Kartusche dafür ist fast leer.
Wenn schon kein Strom, dann möchte ich wenigstens Kaffee trinken,
oder Tee oder Linsen essen oder mir sonst etwas kulinarisch Gutes tun können.
Im Baumarkt gibt es keine Kartusche passender Größe.
Im Internetz schon, aber die liefern nicht nach Österreich.
Flexibel wie ich bin, wollte ich etwas Neues kaufen.
Für den gewählten Kocher waren die passenden Kartuschen auch nicht vorrätig.
Da ich aus Gründen in den letzten beiden Jahren wenig Dinge erworben habe,
habe ich vergessen, wie kompliziert es manchmal ist, passendes Zeug zu kriegen.
Da führt eins zum anderen,
einmal im Kreis gedreht,
und man steht wieder am Beginn.
Das Erreichen einer zufriedenstellenden Lösung steht weiterhin auf der Agenda.
Damit ich Linsen nicht kalt essen muss.