Samstag, 26. März 2011
Freitag, 25. März 2011
AN DER DONAU
Mein altes Brot habe ich für sie mitgenommen.

Er war die meiste Zeit mit Revierverteidigung beschäftigt.
Voll im Rausch der Hormone.
Aus Neuseeland nach Tulln wurde es gebracht.
Sieht eigentlich ganz normal aus,
nur knapp über dem Wasser hat es eine "Hundertwasserleiste".
Regentag finde ich als Name nicht wirklich fröhlich.
Vielleicht hat Hundertwasser alles bunt angemalt,
weil er traurig war?
Donnerstag, 24. März 2011
ABHÄNGIG
Fernseher, Computer, Telefon - wenn die mal nicht wollen, bin ich komplett irritiert.
Dieser Tage hat sich die Flimmerkiste verabschiedet - möglicherweise habe ich auch nur ein paar Knöpfe falsch gedrückt, jedenfalls blieb der Bildschirm tonlos blau. Ich bin gar nicht in der Lage da wieder etwas heil zu machen, brauche unbedingt einen Techniker (männlich), der mir aus der Patsche hilft. Warum haben diese neuen Geräte mehr als einen Ein/Ausknopf? Vor wenigen Wochen habe ich schon mal den Heizungsservicemann bemüht, weil ich kein Warmwasser hatte - es war dann irgendetwas beim Raumregler verstellt - diese modernen elektronischen Dinge überfordern mich total. Früher habe ich die alten Frauen belächelt, die die Waschmaschine nicht bedienen konnten. Jetzt gehöre ich langsam selbst dazu.
Wenn so ein elektronischer Mitleber ausfällt, entsteht eine Fernsehleere oder eine Computerzwangsabstinenz, eine Telefonabgeschnittenheit - lebe ich mein Leben oder werde ich von den Vergnügungsbringern gelebt?
Mittwoch, 23. März 2011
ALLTÄGLICHES
Einen Schrittzähler habe ich besorgt, damit ich genau weiß, wieviel ich mich nicht bewege. Den ersten Tag damit habe ich schon einmal auf der Ofenbank verbracht.
Gerade kommt mir die Menschenwelt völlig durchgeknallt vor. Klein-Napoleon wütet. Und warum soll die Ruine in Japan zu strahlen aufhören? Das Problem wird es auf menschenunendliche Zeiten geben. Wir werden damit leben. Möglicherweise kürzer. Oder zu atomresistenten Lebewesen mutieren. Nicht nur die Erdachse ist verrückt ...
Die tägliche Frage in der Zukunft: "Hattest du heute schon deine Dosis Cäsium 134 ?"
Die Freuden des frühen Morgens: der Fuchs hat den Jägerwinter überlebt und ist über die Wiese gelaufen. Seit Monaten habe ich ihn nicht gesehen. Eine Elster ist neu hier, gab es bei mir noch nie.
Dienstag, 22. März 2011
LIEB UND NETT
Ich sitze im Flieger am Fenster, Anflug zur Landung. Fremdes Land, fremde Stadt, ich schaue interessiert hinaus.
Ein Mann kommt zu mir und fragt, ob er meinen Fensterplatz haben könnte, er möchte fotografieren (wichtiger als schauen!).
Vor mir sitzen am Fenster Männer. Besagter Herr würde nie auf die Idee kommen, diese zu fragen, er versucht es bei der "lieben, netten" Frau. Die ich in solchen Situationen keinesfalls bin. Er reist mit einer Muttifrau.
Meine Zurückweisung lässt ihn beleidigt abziehen. Passt gar nicht in sein Weltbild, dass seine Machtherrlichkeit wirkungslos geblieben ist.
Für mich sind es die Alltäglichkeiten, wo es für mich wichtig ist, mich zur Wehr zu setzen, mich nicht "unterbuttern" zu lassen, weil mein Geschlecht weiblich ist.
Das geht oft auf Kosten der Höflichkeit und Freundlichkeit, aber die kriege ich in diesen Fällen von Männern auch nicht.
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Ich weiß nicht, warum mich die Gleichstellung der Geschlechter dieser Tage beschäftigt.
Aufgefallen ist mir, dass die Katastrophe in Japan männlich ist, in den Medien kommen kaum Frauen in wichtigen Positionen vor. Die Unruhen im nordafrikanischen Raum werden vordergründig auch von Männern ausgehandelt. Krieg ist Männersache. Gerade scheint es mir, dass ich in einer durch und durch männlichen Gesellschaft/Welt lebe.
Montag, 21. März 2011
DIE SCHLECHTESTE KÖCHIN DER WELT
aber vielleicht die schlechteste Köchin zwischen Scheibbs und Palermo.
Wenn ich daheim bin, gibt es entweder
Reis
oder Kartoffel
oder Teigwaren
vermischt mit dem, was ich gerade finde.
Beim Essen denke ich meist, dass es unzumutbar für einen anderen Menschen wäre. Aber die Eigenkreationen a la minute schmecken mir köstlich.
Auswärts bin ich heikel und kritisch.
Aber mir verzeihe ich alles.
Sogar das Minimalistenessen.
Sonntag, 20. März 2011
Samstag, 19. März 2011
VON DEN SÖHNEN
In China überlegt man von der Ein-Kind-Politik abzugehen. Es wird angedacht, dass Paare mit nur einem Mädchen ein zweites Kind bekommen dürfen. Das dann hoffentlich ein Junge sein wird. In der Vergangenheit wurden viele weibliche Embryos abgetrieben, was dazu führte, dass in manchen Regionen ein eklatanter Frauenmangel herrscht.
So weit muss ich gar nicht wegdenken, auch bei uns ist ein Sohn noch ein klein wenig mehr wert als eine Tochter, vielleicht gar nicht bewusst, aber oft so im hintersten Eckchen der Meinung. Ich erinnere mich an meine Ex-Schwägerin, die sich über den männlichen Nachwuchs freute, weil sie meinte, Männer hätten es besser im Leben. So hält eine Mutter tapfer das Patriarchat aufrecht.
Ist die Rolle der Männer die wichtigere, weil die Welt mehr Soldaten und Schwerarbeiter braucht? So Kerle mit Muskeln und dem Messer zwischen den Zähnen?
Ich verstehe es ja nach wie vor nicht, aber ich bin nur eine Frau. Und auch in unseren, den weiblichen Köpfen erlauben wir die Vormachtstellung.
Veränderungen finden immer zuerst bei uns selbst statt.
Freitag, 18. März 2011
DRINGEND GESUCHT
Entziehen sich meinem Begriffsvermögen.
Dazu gehört, dass manche Sachen aus meinem Haus einfach verschwinden.
Die sind auf der Flucht.
Zur Zeit ist es ein Besen und eine Ascheschaufel.
Sie werden in der Nacht lebendig und gehen auf Wanderschaft.
Manchmal sind sie am nächsten Tag wieder da.
Zeitweise tauchen sie gar nicht mehr auf.
Wenn ihr sie unterwegs irgendwo trefft, lasst sie schön grüßen von mir.
Und sie sollen heimkehren.
Donnerstag, 17. März 2011
UNTERSCHIEDLICH
Mir ist aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Betrachtungsweise ist.
Für sie war es dort schön, wo alles wohlbestellt, wohlgepflegt, wohlbearbeitet ist.
Ich mag Natur am meisten, wo sie wuchert, wo sie vielfältig ist, wo möglichst wenig eingegriffen wird, wo sie auch schon einmal verwildert sein kann.
Aber ich muss auch keinen Ertrag erzielen, für mich kann Gegend einfach sein, mein Auge ist ein anderes.
Diese verschiedene Sicht hat mich nachdenklich gemacht.
Was kein Geld bringt,
was nicht benützt werden kann,
wo uns die Erde nicht untertan ist,
das ist für manche Menschen nicht schön.
Jedes Stück Boden muss einem Zweck zugeführt werden.
Mittwoch, 16. März 2011
HELLSICHTIG UND STROM AUS DER STECKDOSE
Warum ich das schreibe: wir haben bei der Wahl des Hauses darauf geschaut, dass wir halbwegs autark sein können. Das heißt, ich habe eine eigene Quelle, die ständig rinnt, ich kann mit einem Herd kochen. Aber bequem hätte ich es in einer Notsituation auch nimmer. Keine Zentralheizung und all die elektrischen Helferleins müssten stillstehen. Kein Fließwasser in den Leitungen. Die guten Jahre haben mich sehr, sehr verwöhnt. Es ist seltsam, von den Ereignissen, die jetzt eintreten, schon vor 30 Jahren gesprochen zu haben - damals bauten sich vorsichtige Leute Atomschutzräume in ihre Häuser - und jetzt treten diese apokalyptischen Zustände auf - noch nicht bei uns, aber ich denke, das ist nur mehr ein kleiner Schritt.
Und ich kann darüber gar nicht lachen.
Und ich schreibe das auch, weil ich sagen möchte - in den nächsten Jahren wird es wohl besser sein am Land zu leben und nicht in den großen Ballungsräumen. Eine Kochstelle ist auch kein Fehler, wenn einmal für längere Zeit der Strom nicht aus der Steckdose kommt.
Aber vielleicht wird alles ganz anders, alles löst sich in Wohlgefallen auf, alle Probleme der Menschheit können gelöst werden und
wir leben bis ans Ende unserer Tage im Wolkenkuckucksheim.
Dienstag, 15. März 2011
NICHT ALLTÄGLICH
alles ist ganz normal
und trotzdem ist nichts
wie es vorher war
nichts ist wie vor Japan
so fernkatastrophenresistent ich mittlerweile bin
so sehr spüre ich diesmal
wie nahe das weit entfernte Unglück ist
wie sehr es auch mein Leben zukünftig beeinflussen wird.
In der Nacht trete ich ins Freie
ein orangeroter Halbmond hängt über dem Wald.
Montag, 14. März 2011
IM WALD
Die Wanderstecken habe ich mitgenommen,
im Wald ist noch viel Eis,
da sind 4 Beine besser als 2.
Kalt sind die Nächte nach wie vor,
das Grün bleibt versteckt.
Sonntag, 13. März 2011
DAS GLOBALE DORF
Die Informationsschockwellen umrunden den Globus in Kommunikationsgeschwindigkeit.
Die Geschehnisse in Japan berühren mich tief.
Sie werden auch unser Leben beeinflussen.
So wie der 11/9/2001 die Welt verändert hat,
so wird es diesmal geschehen.
Wir sind zwar nicht unmittelbar betroffen,
mein Mitleid gilt den Menschen vor Ort,
aber die globalen Tsunamiwellen werden uns erreichen.
An Katastrophenmeldungen haben wir uns gewöhnt,
an Erdbeben, Vulkanausbrüche, Kriege, die meist weit außerhalb unseres Lebens liegen.
Diesmal hat es eine hoch entwickelte Industrienation getroffen, der schlimmste Atomstörfall ist eingetreten, jener, den es laut Expertenmeinung gar nicht geben kann.
Im Angesicht dieses schrecklichen Unglücks tröste ich mich mit dem Gedanken -
man kann immer nur das Leben verlieren.
Ein Satz aus dem Fernsehen ist mir im Gedächtnis geblieben:
den Kampf gegen die Natur können wir nicht gewinnen.
Samstag, 12. März 2011
DIE SELTSAMEN TAGE
Leute reden mich komisch an, glücklicherweise vergeht mir das Lachen nicht, obwohl manche Äußerungen die Mundwinkel krampfartig erstarren lassen.
Ich fühle mich hinter einer Wand, nicht wirklich wahrgenommen, und jenseits der Glasmauer wird ein Spiel gespielt, das ich nicht verstehe.
Das mich verwundert, ich würde gerne mitmachen, aber die anderen Menschen agieren ohne Bezug zu mir.
Wenn ich versuche mich einzubringen, fliegt der Ball an mir vorbei.
Das sind die Tage, die ich gleich wieder vergesse. Am Abend bin ich froh, wenn nicht mehr passiert ist. Denn zu solchen Zeiten schramme ich haarscharf an irgendwelchen Unglücken vorbei.
Freitag, 11. März 2011
BLICK NACH OBEN
Die Energie dieser stillen Orte umfängt mich wie ein Heimkommen.
Auch hier sind noch keine Touristen unterwegs,
die steinernen Engel und Löwen frieren einsam vor sich hin.
Krafttankplätze.
Fotos von Dächern und Simsen sind es heute geworden.
Jetzt sind in die verwaisten Behausungen Spatzen eingezogen.
Sie stehen ihren Artgenossen im Lärmen um nichts nach.
Ob die Untermieter demnächst aus den Bauten ausziehen müssen?
Donnerstag, 10. März 2011
AM LIEBLINGSSEE
An Erfolge, Sex und Geld.
Im Rückblick bleiben die positiven Dinge im Gedächtnis,
dass es damals auch Probleme gegeben hat,
ist vergessen.
Eine sehr glückliche Zeit hatte ich hier. Da bin ich sicher, auch wenn der Schleier der Vergangenheit im Rückblick alles verschönt.


Das Schloss Ort.
Bekannt aus der Fernsehserie.
Um diese Jahreszeit noch touristenlos.
Eine neue Kamera (die gleiche wie meine geliebte alte) habe ich gekauft. Zukünftig sollte es Fotos ohne Flecken geben. Den alten Apparat habe ich einmal ertränkt und seither gabs auf manchen Bildern alle möglichen Schatten.
Ein schöner Tag am schönen See.
Bekannt aus der Fernsehserie.
Um diese Jahreszeit noch touristenlos.
Ein schöner Tag am schönen See.
Mittwoch, 9. März 2011
ALLTÄGLICHES
Ich träume von längst vergangenen Eso-Lehrern. Interessante, gute Geschichten. Gerade habe ich wieder das Gefühl, dass ich mich verändere. Die Zeit arbeitet an mir. Im Schlaf.
Dienstag, 8. März 2011
MÄNGELEXEMPLAR
Menschgewordene Barbieklone, die mich beim Betreten einer Parfümerie in einer Art mustern, die gefühlsmässig jede Falte im Gesicht zum Krater verkommen lässt.
Die fremde Frisörin hat mich letztlich streng gefragt, was ich für die Haarpflege mache. Nix, meine Haare wachsen seit eh und je, schneller als ich es brauche.
Die Zahnärztin, die ich jetzt verlassen habe, hat immer die Nase ob des Zustandes meiner Beisserchen gerümpft.
Die sonstigen Ärzte, die tun, als wäre es ein persönliches Vergehen, wenn sich irgendeine Krankheit meldet.
Das macht mich wütend. Ich brauche das nicht.
Die Dienstleister sollen ihre Arbeit tun, die sie gelernt haben. Dafür bezahle ich sie. Nicht für einen Mängelrüge, die mir den schadhaften Zustand meines Körpers vorwirft. Der lebt schon eine ganze Weile und dafür ist er ansehnlich und gesund genug. Finde ich.
Warum sagt eigentlich keiner:
Prima, wie schön die Haare sind, wie gut die Falten aussehen, da sind ja noch eine Menge eigener Zähne im Mund und mit dem Körper im Allgemeinen ist auch nicht alles verloren?
Ich möchte endlich einmal gelobt werden.
Auch wenn ich nicht perfekt bin.
Normales Mängelexemplar sucht Anerkennung.
Montag, 7. März 2011
VOM WEGFAHREN
Früher habe ich einen Flug gebucht, ein Auto gemietet und habe mich durch die Gegend treiben lassen. Jetzt bin ich bequem geworden, mag nicht mehr mit dem Vehikel fahren, Zimmer suchen, etc. Ganz verstehe ich es nicht, aber Reisebüroangebote sind gerade verlockender für mich. Da werde ich in einer Herde herumgetragen, kriege alles vorgekaut, muss mich um nichts selber kümmern.
Tja, tief bin ich gesunken, ein Schaf bin ich geworden.
Trotzdem freue ich mich auf die Liparischen Inseln im Mai. Auch wenn ich in einer ganzen Gruppe herumgescheucht werde. Vulkanische Gegenden finde ich aufregend, die Erdkruste ist dünn, die Energie spürt sich unsicher und aufregend an. Ein wenig macht es mir Angst, aber die Lust an der Spannung überwiegt.
Sonntag, 6. März 2011
ABSCHIED? WANN?
Das ist mein Lieblingswintermantel.
Eulen.
Gewalkte Wolle, federleicht und kuschelwarm.
Ich habe ihn vor längerer Zeit bei der Caritas secondhand gekauft.
So gerne würde ich mich für heuer von ihm verabschieden.
Aber die treue Kälte bleibt und bleibt.
Ein Eiswind direkt vom Nordpol zwingt mich in warme Hüllen.
So gibt es keinen Abschied von den Eulen, die ich weiterhin nicht nach Athen trage.
Samstag, 5. März 2011
PRIVILEGIERT
die des Morgens
ausgebreitet
noch gänzlich unbefüllt
vor mir liegen
Stunden
die formbar
ganz nach Belieben
verbracht werden können
diese Tage
lassen ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit und von Privilegiertheit in mir aufkommen.
Freitag, 4. März 2011
VOM BROT
Ich mag es nicht wegwerfen. Sammle die hartgewordenen Stücke für Tiere, oder ich verbrenne sie.
Meine Mutter - unsere Familie war nicht besonders religiös - machte mit dem Messer drei Kreuze auf den Laib, bevor sie ihn anschnitt. Frühe Kindheitserinnerungen habe ich an den weiten Weg vom Bäcker, das noch ofenwarme Brot mit dem betörenden Duft im Arm. Der Versuchung beim Gehen das eine Ende - köstlich, weich und frisch - anzubeißen konnte ich nie widerstehen.
Selbst den Teig zu kneten, in die kompakte, leicht säuerlich riechende Masse hineinzugreifen, hat etwas Lustvolles, Erotisches, erweckt archaische Gefühle, verbindet mit Grundsätzlichem im Leben und fühlt sich so sinnvoll an. Wenn dann die Laibe dampfend und duftend aus dem Backofen kommen, ist die Versuchung unbezwingbar, das verführerische Brot gleich zu kosten. Auch wenn man die Gier hinterher mit Bauchweh bezahlen muss.
Donnerstag, 3. März 2011
WAS REGE ICH MICH AUF?
Der meint, alle Überwachungsmassnahmen, alle Sicherheitskontrollen, alle Registrierungen seien berechtigt, im Dienste des allgemeinen Schutzes.
Worüber rege ich mich auf - wenn die Kontrolle so wirkungsvoll ist, die Menschen sich so wohl damit fühlen, dann haben doch ohnedies alle das, was für sie gut ist.
Babyphone fürs dumpfe Volk.
Vater Staat sorgt für uns und meint es gut mit uns. Will nur das Allerbeste. Immer.
Und mir in meiner Einsiedelei kann das völlig egal sein.
Mir wurscht - heißt doch das Lieblingswunderwort.
Mittwoch, 2. März 2011
ZUFRIEDEN
Vögel rufen Frühling
die Landesverteidiger Österreichs
zwei Eurofighter
ziehen ihre lärmende Spur am Himmel
Boten aus der Draußenwelt
in unregelmäßigen Abständen
donnert der Teich an die dicke Eisoberfläche
und ruft:
Lasst mich da raus
die lange Zeit des Eingesperrtseins hat ein Ende
Dienstag, 1. März 2011
LÜGENGESCHICHTE
Meistens.
Ich lüge nicht gerne.
Seit vielen Jahren kaufe ich in einem Geschäft in Wien. Mit der Inhaberin tratsche ich ein wenig. Wie sich das halt so ergibt. Über dies und das und auch über unsere alten rüstigen Väter. Nur dass meiner schon vor 1 1/2 Jahren gestorben ist. Ihrer tourt in der Weltgeschichte herum, überwintert im eigenen Haus mit eigenen Katzen in Griechenland. Stolz berichtet sie von neuer Vaterfreundin und sonstigen vitalen Lebensäußerungen des Vorvorderen. Ich konnte nie erzählen, dass mein Vater verstorben ist. Nein, gerade ihr nicht. Den Triumph wollte ich ihr nicht gönnen. Unser Spiel heißt: angeben mit alten Vätern.
Jetzt kann ich meinen auch nimmer sterben lassen, zu viel Zeit ist schon vergangen, muss ihn lügend am Leben erhalten, neue Geschichten von ihm erzählen.
Womöglich ist ihrer auch schon tot? Die Fantasiewelt der gestorbenen Väter.
Gar nimmer gerne gehe ich in das Geschäft. Mag ihre erste Frage nimmer hören:
Und wie gehts ihrem Vater?
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