Montag, 20. November 2017

METOO


Jetzt ist die "MeToo-Welle" bereits abgeflaut.
Ich finde diese Solidaritätskundgebungen immer ziemlich mühsam.
Ja, ist alles schrecklich.
Für jede/n Einzelne/n.
Aber diese kollektive Aufschreie, für was auch immer, mag ich nicht.
Ich bin in der glücklichen Lage mit einem sehr netten Vater aufgewachsen zu sein.
Wenn in der Familie jemand übergriffig war,
dann war es meine Mutter.
Ich kann mich kaum an Männerbelästigungen in meinem Leben erinnern.
Und wenn, waren sie so unbedeutend, dass ich sie gleich vergessen habe.
Und ich war in vielen Situationen,
die leicht unangenehm hätten enden können.
Blauäugig, naiv und unbedarft bin ich in Autos gestiegen,
war in fremden Wohnungen,
war auf Reisen weltweit ...
Immer alles gut.
Ich wirke unnahbar.
Kein Opfer.
Die täglichen Übergriffe, die mir Ämter, der Staat, Ärzte und sonstige Obrigkeiten bescheren,
sind mir viel unangenehmer.
Diese Autoritäten kann ich nicht vor Gericht bringen,
ihre Einflussnahme auf mein Leben muss ich hinnehmen.



Kommentare:

  1. Auch ich hatte nur einmal eine heikle Situation zu überstehen: Wir Glücklichen!
    Und ich gebe dir in allen deinen Aussagen Recht. Ob das kollektive Jammern etwas bringt: Wir werden sehen.
    Die Kinder muss man lernen, was Respekt ist und Würde. Das ist vielleicht das Allerwichtigste.
    Herzlichen Gruss in den Montag,
    Brigitte

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    1. es ist schön mit einem liebenden vater aufzuwachsen. und männer sind auch menschen.
      liebe grüße in deinen tag

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  2. Die netten und liebenden gibt's natürlich, die anderen auch. Es gibt Frauen, denen es nicht passiert, oder die sich wehren (macht die Übergriffe auch nicht besser), es gibt Frauen, die sich nicht wehren können, aus welchem Grund auch immer. Ich lehne Übergriffe jeder Art ab, und meine Solidarität gilt allen, die es betrifft. Übergriffe gehören abgestellt, und das Unrechtbewusstsein geschärft. Nicht gestärkt wird das durch lächerlich machen oder als Emanzentrara abtun, wie in letzter Zeit oft zu beobachten war. So sehe ich das... kurz gesagt, das ist ja wohl ein mehr als abendfüllendes Thema. Liebe Grüße ins Waldviertel, Bettina

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    1. natürlich gibt es immer alle seiten, wie bei allen themen. und übergriffe sind letztklassig, wo und wie auch immer.aber man kann alles auch übertreiben.
      liebe grüße

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    2. Nein. Ich finde, was Frauen überall angetan wird kann man nicht laut genug hinausschreien. Egal in welcher Form. Schön, wenn es Frauen gibt die das nicht erleben müssen, je mehr es werden, desto besser.

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  3. Dieser Post fasst mich in besonderer Weise an.
    Ich bin "so eine" und ich war 10 Jahte alt...

    Sooo einfach ist das alles nicht: es war nicht gleich mit Gewalt verbunden, sondern subtil, dass da etwas gewaltig schief läuft, merkte ich zu spät. Die Krux dabei: Ein Fremdtäter wäre in der Verarbeitung "einfacher" zu bewältigen. Denn kann man einfach hassen. Aber er ist mein Vater... Er stand mir auch immer irgendwie näher, als meine Mutter. Die Ambivalenzen, welche dazu in mir toben, machen es besonders schwierig.
    Ja - so ist das - ich hatte immer satt zu essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, musste nie frieren und keinen Bombenterror überleben.

    Ich sage "mee-too", weil ich das Schweigen leid bin & reihe mich damit ein in eine alltagsschicke "Aufschrei-Riege". Aber ich weiß schon, was ihr meint und was ihr sagen wollt... 😉

    Liebe Grüße von Himbeere

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    1. ein missbrauch in der familie an einem kind ist schrecklich. ich kann dich nur bedauern.

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  4. --> ...und wer jetzt den Eindruck hat, dass ich Dinge vermische, die nicht zusammen gehören 👍: *sorry* Das war nicht meine Absicht.
    Äußerlich ist "Not" manchmal nicht gleich "Not" - in demjenigen, der die Gefühle dazu aushalten muss, kann es die Hölle auf Erden sein...

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  5. es gibt viele frauen und mädchen denen gewalt angetan wird und wurde.
    genausoviel gewalt geht von religion,staat,polizei.......aus
    tägliche übergriffe auf unsere individualität.........

    wieviele frauen werfen sich in richtung männer,um an möglichkeiten und status und macht
    und einfluss zu kommen,um mitzumachen,um zu profitieren.
    wenn es dann nicht klappt,wenn es nicht so ausgeht wie erhofft,........
    dann wa es plötzlich ein übergriff........
    das beginnt im kleinen und endet im sich hochschlafen.......

    tja...wo ist da die grenze täter -opfer????????

    eine unendlicher zustand.......
    dann wird oft frauen nicht geglaubt und männer landen im gefängnis....
    unheilvoll
    unendlich tief sind dann die gräben....
    die entzweiung der geschlechter......

    jede münze hat 2 seiten
    hibisca

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    1. ja, es gibt unendlich viele aspekte. und viele schreckliche.

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  6. Danke für den wohltuenden Hinweis auf die 2. Medaillienseite! 👏
    Wir können jetzt auch gerne noch über "False-Memory-Opfer" fabulieren...

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  7. Tot wäre ich schon lange, wären da nicht die 25 Jahre Therapie gewesen. Nun muss ich nicht mehr drüber reden. Obwohl es noch so schreckliche Dinge gibt, wie die Hinrichtungen von Vergewaltigungsopfern, davon will ich nicht mal träumen.
    Nun schaue ich mir das letzte Herbstbild noch mal an!

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  8. Und schön wäre es, wenn Frauen aufhören könnten, sich für ihre Wut auch noch zu entschuldigen.

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