Donnerstag, 11. Februar 2010

KNECHTE

Einige Gedanken angeregt durch einen Beitrag im Fernsehen
(den ich dann ohnedies nicht gesehen habe):
Zunehmend zu Knechten werden wir,
immer weniger Bedienung und Leistung gibt es.
Selbstverständlich ist, dass wir unsere Möbel selbst schleppen,
zusammenbauen, aufstellen,
wir tanken eigenhändig,
wenn mal ein Lämpchen am Auto zu tauschen ist,
wird das zum Problem,
denn an der Tankstelle gibts nur mehr Leute,
die Semmeln backen können.
Im Supermarkt wiegen wir unser Obst
und womöglich scannen wir bei Selbstbedienungskassen alles ein.
Service bei der Bank gibts schon lange keines mehr,
da erledigen wir auch alles selbst.
Die hohen Gebühren müssen wir trotzdem bezahlen.
In Selbstbedienungsrestaurants schleppen wir zu überteuerten Preisen das Essen
an ungemütliche Tische und räumen nachher das Geschirr ab,
nur das Abspülen können wir uns ersparen.
Selbstverständlich ist für uns geworden,
dass wir für unser Geld kein Service, keine Bedienung und oft auch schlechte Leistung erhalten.
Wie dumm sind wir eigentlich,
dass wir uns alles gefallen lassen?
...Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein verdientes Geld
als Knecht der Konzerne ausgeben ...

Kommentare:

  1. ja als diese selbstbedienungswelle über uns schwappte war das ja noch cool immerhin bedeutete das in manchen gegenden
    dass du dir einen tisch am fenster aussuchen konntest und nicht den von der bedienung bevorzugten nächst zur küchentür
    du durftest selbst in den vorräten nachschaun und musstest kein
    hamwirnichtistaus hinnehmen
    und bedienung hiess auch in meiner kindheit nicht unbedingt service sondern arrogante abfertigung

    aber was daraus nun wurde führt bei mir dazu dass ich versuche so wenig wie möglich zu knechten und
    läden aussuche wo ich noch service bekomme oft die ganz kleinen
    und immer zutiefst gerührt zu viel geld ausgebe wenn wirklich mal jemand kompetent und freundlich bedient *giggle*

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  2. birgit:
    bedienung - was ist das? egal wo und was, du musst fast alles "unberaten" kaufen. das angenehme an diesen selbstbedienungsgeschichten ist, dass es meist schneller geht. erst an der kasse darfst du dann warten.
    einen schönen tag!
    lg
    ingrid

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  3. wie wahr, wie wahr!

    am meisten vermisse ich die beratung in fachgeschäften.
    das ist wirklich schlimm.

    oft weiß ich dann mehr über den gewünschten artikel als die verkäufer ...

    manchmal werd ich sogar gefragt, ob's diesen artikel wirklich gibt ???

    gutes selbstbeherrschungs-training ...

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  4. eva:
    das dachte ich auch. wenn ich heute etwas kaufen will, brauche ich schon fachwissen bevor ich in den selbstbedienungsmarkt gehe. was ja auch wieder vorteile hat - einkaufen bildet.
    lg vom schnee in den schnee

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  5. ingrid, das ist gut: einkaufen bildet ;)

    das wird, glaub ich, ein "running gag" für mich!

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  6. Wie wahr!
    Ich bin positiv überrascht, wenn ich an eine Verkäuferin gerate, die etwas über ihr Sortiment weiß. Die ständigen wechselnden Aushilfen nerven. Daher bestelle ich zunehmend im Internet.
    Grüße von Nyx

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  7. Das ist schon eine seltsame Verlagerung von Arbeit. Früher standen Leute im Lohn, die diese Dinge für uns taten - heute bezahlen wir dafür, dass wir sie selbst tun.

    Mein Vater hat früher in seiner Kfz-Werkstatt das aus den Autos abgelassene Altöl für gutes Geld verkauft. Heute muss er bezahlen, damit es entsorgt wird.

    Das ist auch so eine Perversion.

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  8. Das ist schon eine seltsame Verlagerung von Arbeit. Früher standen Leute im Lohn, die diese Dinge für uns taten - heute bezahlen wir dafür, dass wir sie selbst tun.

    Mein Vater hat früher in seiner Kfz-Werkstatt das aus den Autos abgelassene Altöl für gutes Geld verkauft. Heute muss er bezahlen, damit es entsorgt wird.

    Das ist auch so eine Perversion.

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  9. Stimmt und ich mag das gerne - was ich selber machen kann gefällt mir sehr gut, nur man müsste das auch in den Preisen spüren dürfen. Und das ist halt nicht der Fall.

    Dafür aber im Gegensatz dazu, müssen wir nicht mehr selber kochen, alles ist fertig und wird in die Mikrowelle gepackt, das mag ich schon gar nicht.

    Und bevor ich irgendein Gerät einkaufe, anstatt auf den Verkäufer zu hoffen, schau ich mich im Internet um . Weil Fachverkäufer sind so selten geworden.

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  10. Hmmmhh .... bei mir regt sich Widerspruch, denn meine Erfahrung in den vergangenen Wochen ist eine andere: Ich treffe fast überall auf sehr freundliche Menschen, die mich bedienen und beraten und denke in diesen Tagen viel darüber nach, wieso so viel herumgemeckert unhd genörgelt wird in den Medien - wo doch im richtigen Leben im Grunde alles bestens läuft und jeder sich an seinem Platz gut einbringt.
    Allerdings - gehe ich auch nicht in Selbstbedienungsbäckereien etc., sondern freue mich lieber über die trotz mieser Bezahlung erstaunlich gut gelaunten Menschen in der Bäckerei, die mir gerne und zuvorkommend ein Extrabrötchen schmieren.

    Selbst in großen Elektronik-Fachmärkten treffe ich solche Leute, wenn es auch manchmal etwas länger dauert, zu jemandem vorzudringen.

    Wichtig ist vermutlich auch die Zeit, zu der man geht - Samstags zum Beispiel gehe ich nie, wenn ich beraten werden möchte - und bevorzuge die Leerlaufzeiten wie Montag morgen, wo noch nicht soviel los ist.

    Alles in allem ist mein persönliches Fazit in den vergangenen Wochen, daß im wahren Leben alles wirklich gut läuft und die Menschen im Lande viel freundlicher sind als ihr Ruf - in den ohnehin nur negativ gepolten Medien.

    Werde sicher noch was extra dazu posten, da ich es schon seit geraumer Zeit erstaunt beobachte.

    PS: Schöne Grüße an deinen spacigen Kühlschrank von mir - deine Posts haben ihn regelrecht beseelt! Vielleicht möchte er einfach, daß du dich mit ihm anfreundest ...

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  11. nyx:
    verkäufer wären ok, aber sie sind meist nicht vorhanden.
    im internet bestelle ich wenig, keine elektrodinge. da die bei mir meist erst beim zweiten mal funktionieren, ist es mir mit den reklamationen zu kompliziert.
    lg

    kvinna:
    genau. das meine ich. wir bezahlen dafür, dass wir es selbst tun. und haben noch das gefühl, wir ersparen uns etwas. paradox.
    lg

    marie:
    ich mag es auch nicht soooo ungern. aber es ist so selbstverständlich geworden, dass wir unsere kraft, unsere zeit einsetzen, d.h. sehr viel arbeit tun, die es früher als dienstleistung gab.
    lg

    sati:
    ich hab nicht über die menschen geklagt, ich meine die selbstverständlichkeit mit der uns arbeit aufgehalst wird. es gibt kaum lieferservice, aber du kannst dir einen klein-lkw ausborgen, etc.
    natürlich ist es witzig mit dem lkw durch die gegend zu kurven, macht mir auch spass, aber nur einmal.
    danke für die kühlschrankgrüsse, ich kann sie nicht ausrichten. er hat mich verlassen und seine rückkehr ist ungewiss.
    aber es ist ja immer noch eiskalt -wozu brauche ich ihn?
    lg

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  12. Ja - dann war ich unaufmerksam beim Lesen heute. Der letzte Satz in deinem Post ist in dem Fall wohl die Quintessenz des Ganzen.

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  13. es hat sich auch verlagert
    lieferservice bekommt man gerade beim online kaufen und der fahrer des geflügelten götterboten ist mir schon freund geworden seit weihnachten
    reklamationen über ihn sind spielend leicht
    ebenso über diesen großen oft gescholtenen versand der mir umgehend das geld erstattete als ich mich über dieses handy so geärgert hatte
    die postfiliale ist in unserem kleinen lädchen und dort bekomme ich ebenfalls alles was das herz begehrt plus freundliche bedienung
    lg birgit

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  14. birgit:
    dann ist ja alles in bester unordnung.

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  15. hallo, liebe waldviertelfrau, hat das foto über dem artikel eine bestimmte bedeutung, einen zusammenhang mit dem inhalt?

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  16. sonia:
    ich mag kreuze nicht. ist für mich ein symbol der schuld, der unterdrückung .....
    ist für mich ein symbol der christlichen kirche zur machtausübung.
    knechtschaft.

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  17. Diese Anmerkungen sind so richtig! ich sehne mich auch nach den Zeiten als es Schaffner gab in den Bussen und Trambahnen, die einem den Fahrschein einfach so, gegen Bargeld, verkauften. Wo es doch so viele Arbeitslose gibt, denen so eine nützliche Rolle unendlich gut täte.

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  18. ilse:
    ja, alle menschen wurden an den arbeitsplätzen wegrationalisiert, weil wir die billigeren knechte sind.
    lg

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  19. Du sprichst mir aus dem Herzen!

    Zu Deinem Thema, daß das Kreuz für Dich total negativ belastet ist, möchte ich Dir schreiben: Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz!

    Ich habe jahrelang die gleichen Gedanken gehabt wie Du, aber das habe ich mir nun abgewöhnt? und habe dieses Kreuz ins positive "umgewandelt": Wenn jemand auf Dich zugeht und Dich umarmen möchte, sieht dann diese Figur mit den geöffneten Armen nicht auch aus wie ein Kreuz ? So empfinde ich das heute und es ist dadurch etwas einladendes, positives geworden!

    Ich bin allerdings nur insofern gläubig, als ich an ein "Schöpfungswesen" glaube, Mutter Erde denke ich. Ob frau das nun als Göttin sieht oder als Schöpferin sei dahingestellt!

    Ich bin den Pfaffen sehr böse und nachtragend, daß alles weibliche, schöpferische, gebärende und damit die "kath.Religion" so von den Männern zugedeckt und beherrscht wird. Ich denke, der Anfang war WEIBLICH! Davon bin ich überzeugt! Aber genau DAS wurde total ausgeschaltet!

    Und einen "Anführer", der Holocoust-Leugner unter seinen Mantel versteckt und duldet, kann ich sowieso nicht akzeptieren, geschweige denn, daß ich diesen als Oberhaupt und Gott-eingesetzt akzeptieren kann.

    Als Zeichen meines Protestes habe ich die "Pfaffen" verlassen!

    Ich bin nun FREI!

    Liebe Grüße L.

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  20. anonym:
    ich freue mich, wenn dich die worte berühren. mündige erwachsene (erwachte) menschinnen brauchen keinen verein.
    lg
    ingrid

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