Dienstag, 10. Mai 2011

VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN




Ein Teufel muss mich geritten haben,
mir die Idee der Badezimmerrenovierung eingegeben haben.
Ich bin eine (An)Sammlerin und in meinem Nassraum, der ca. 20 m2 groß ist, gibt es alles. Und davon viel zu viel. Jetzt räume ich die Dinge von A nach B, Sportgeräte gleich auf Nimmerwiedersehen in die Scheune, Kleider in die Kleiderkammer, die bald unbegehbar wird. Wozu braucht die Menschin zwei Waagen, wo eine schon zu viel Gewicht zeigt? Auch bei der Verwendung eines Trampolins, das ständig mit Badesachen belegt ist, hakt es. Das Schöne an der Entrümpelungsaktion ist, die Dinge finden nie mehr zurück. Womit sie ihre Entbehrlichkeit bestätigen.
Zwischendurch hat meine Kampfkatze dieses Wiesel gebracht und wollte gelobt werden. Natürlich tut es mir um das Kleinraubtier Leid, aber meine Mitbewohnerin, die eine so tüchtige Jägerin ist, kriegte trotzdem ihre Streicheleinheiten ab.
Ich hoffe sehr, dass sich der ganze Aufwand lohnt und der Maler betörend schöne neue Holzwände zaubert.

Montag, 9. Mai 2011

WIE ES EUCH GEFÄLLT

In meinem kleinen Gärtchen darf mehr oder weniger wachsen, was will. Ich säe immer wieder etwas aus, aber mit dem Ernten hab ich es nicht so.
Heuer haben die Vergissmeinnicht die Herrschaft an sich gerissen. Sie wuchern überall und ich finde sie ganz bezaubernd.

Die Löwenzahnwiesen sind jetzt in voller Blüte - wunderschön.
Sonne und Fröhlichkeit pur.
Sehr heikel bin ich auf den Pflanztrog mit Salat. Ich habe ihn direkt zur Küchentür gestellt, damit ich ihn auch esse, wenn er fertig ist.
In den eisigen Nächten wird alles dick eingepackt. Ich hatte Sorgen um die Pflänzchen, kleine Eistropfen waren auf den Blättern, aber der Überlebenswille war stark.
Auf der Fensterbank steht das Unsterblichkeitskraut - Jiaogulan - ich fürchte fast, es wird die eigene Sterblichkeit erleben, bevor es mir zu einem langen Leben verhelfen kann. Tja, wieder nix.

Sonntag, 8. Mai 2011

BISMARCKTURM

Dieser Bismarckturm - der einzige in Österreich - steht in der Nähe von Schloss Rosenau herum. Er sieht aus, wie der Turm eines Schachspieles. Wie ein richtiger Turm halt aussehen soll. Ein glühender Verehrer Bismarcks hat 1907 das Bauwerk, das eine innere Feuervorrichtung hat, errichten lassen.

Alle, die mich schon länger lesend begleiten, wissen, dass ich ein Storchfan bin. In Stift Zwettl ist Meister Adebar wieder da. Das beruhigt mich. Meine kleine heile Welt ist ein Stück in Ordnung.

Samstag, 7. Mai 2011

DIE UHUS SIND WIEDER DA

Es gibt wieder die SWR Webcam im Netz.
Im vergangenen Jahr haben mich die Bilder der heranwachsenden Uhus fast täglich begleitet. Zwei Winzlinge sind es im heurigen Jahr:


http://webcam.pixtura.de/SWR_UHU/

Freitag, 6. Mai 2011

INS GLÜCK FALLEN

Manchmal falle ich ins Glück
unverhofft
überraschend
wenn es so schön ist
wenn es mich durch die Gegend treibt
keine anderen Menschen unterwegs sind
nur einige Nutztiere
dann kann das Glück des Augenblicks so intensiv werden
sich vom Bauch aus in alle Zellen ausdehnen
es ist nicht festzuhalten
aber jede Minute ist kostbar
und ich bin dankbar dafür






Donnerstag, 5. Mai 2011

LANDLEBEN

Mein heutiger Gang zur Post hat mich wiedermal erheitert. Das nahe Postamt wurde vor einigen Monaten wegrationalisiert, jetzt muss ich zum nächsten ein ganzes Stück fahren. Und ich war noch nicht richtig oft dort. Ich lebe hier in meiner Einsiedelei zurückgezogen und abgeschieden und habe kaum Kontakte.
Wie auch immer, die Postamtsdame begrüßte mich freudig und fragte nach, wie meine gestrigen Unternehmungen gewesen wären. ??? Ich bin zwar schon älter, aber ich hätte es mir definitiv gemerkt, wenn ich sie über meine Aktivitäten informiert hätte. Also musste sie die Informationen aus meiner Post haben. Wir haben dann nett geplaudert, ich habe ihr die Frage ausführlich beantwortet. Und hinterher musste ich vor mich hinkichern. Diese fehlende Anonymität am Landleben, die hat schon etwas. Verbergen lässt sich hier gar nichts, und wenn man die Geschichten nicht liefert, dann werden sie erfunden. Die Vorteile daran sind, Amtswege erledigen sich schnell und unbürokratisch. Vieles geht einfacher als in der Stadt. Aber dafür ist frau ein Stück ein gläserner Mensch.
Briefträger sind überhaupt eine eigene Spezies. Ein Freund erzählte, seiner meinte z.B. gestern bin ich nicht gekommen, war nichts Wichtiges in deiner Post. Oder er hat ihm schon mal die Ansichtskarten halb vorgelesen.
Ein wenig ist mir die fehlende Privatsphäre unangenehm, obwohl unterm Strich der liebenswerte Aspekt überwiegt. Ein schwaches Gefühl von Geborgenheit vermittelt die Sozialkontrolle.

Mittwoch, 4. Mai 2011

DIE DUNKLE SEITE DER MACHT



Die meisten Meldungen der Medien plätschern an mir vorbei.
Nur manchmal krampft sich der Magen zusammen, dann spüre ich, dass wieder etwas Weltveränderndes geschehen ist.
Die Ermordung von Osama bin Laden. Das Bild zeigt die Verantwortlichen, die über einen Bildschirm die Aktion life mitverfolgen.
Ein neues Kapitel Gewalt ist damit eröffnet worden, die Folgen werden wir alle tragen, denn die Welt ist ein Dorf. Wenn ich die Mienen der Entscheidungsträger sehe, dann blicke ich auf eine sehr dunkle Seite der Macht.
Welche Gesichter sind das - Menschen, die unser Leben mitbestimmen! Ich möchte mit keinem von ihnen bekannt sein.

Dienstag, 3. Mai 2011

GEDANKEN SIND WIE FREILAUFENDE HUNDE


Gedanken kommen und gehen,
sie schwirren herum,
man kann sie aus der Luft greifen,
alles ist voll von ihnen,
es gibt Begegnungen, Überraschungen,
Verweigerungen.
Alles was jemals gedacht wurde, gedacht werden kann, gedacht werden wird schwirrt durchs Raum-Zeit-Gemisch und kann eingefangen werden.
Viele freilaufende Hunde, die auf ihre Besitzer warten.
Die besten Ideen habe ich beim Gehen -
da verliere ich alte Denküberbleibsel,
die schon Staus in den Gehirnwindungen verursachen,
und aus dem Gebüsch können neue Geistesblitze auf mich springen.
Gedankenfangwege.

Montag, 2. Mai 2011

FÄRBERMARKT

Blau machen - diese Redewendung kommt aus der Färberei.
Auch "grün und blau schlagen" hat etwas mit dem Handwerk zu tun.
Der Färbermarkt in Gutau im Mühlviertel - ein Ereignis mit richtig vielen Leuten, die hauptsächlich in Blaudruck gewandet sind. Da gibt es alle möglichen Teile, ich habe diesmal einen Mann mit Gummistiefeln im blauen Design gesehen.




Besonders witzig finde ich diese Kreation.

Bei einem Wolkenbruch wird das schönste Dirndl nass.

Sonntag, 1. Mai 2011

KOMMUNIKATIONSAUTARK


An manchen Tagen
ist es still
nichts von der Anderswelt dringt in meine Einsiedelei
nur ein wenig Internet
ich fühle mich kommunikationsautark
eingesponnen in der eigenen Wirklichkeit
unglaublich gut und spannend
führen Denkwege klar und offen ins Zukünftige

Samstag, 30. April 2011

STADTSPLITTER

Stadtklettern. Ich mag Graffitis. Im Trüben fischen.


Chillen.

Freitag, 29. April 2011

...UND ESSEN

Von einer kleinen Südseeinsel habe ich gelesen. Etwa 300 Menschen leben dort. Abgeschieden. Alle paar Wochen kommt ein Schiff vorbei. Sonst nichts. Es geht recht paradiesisch zu, die Kokosnüsse fallen von den Bäumen oder müssen geholt werden, die Fische springen ins Netz, ein wenig wird angepflanzt, Schweine und Hühner gibt es, das ganze Jahr herrscht gleichmäßiges Klima vor. Ab und an gibt es zu viel Regen, manchmal zu wenig Niederschlag, ein Sturm ist auch möglich, dann ist es schon vorbei mit den Unbillen.
Das Leben ist sozusagen paradiesisch oder was man sich darunter vorstellen mag. Zwischendurch feiern die Menschen, sie schlagen sich die Bäuche voll, unmäßig, denn die meisten sind fett.
Wenig Arbeit, hübsche Gegend, kaum Sorgen, viel Zeit für Muße - wer hätte davon nicht schon geträumt?
Der Haken daran ist, es ist fast nicht auszuhalten. So ein Leben erscheint uns ziemlich fade. Immer nur essen und essen, sich vermehren, Kokosnüsse pflücken, feiern, ein wenig fischen und kochen, ja, und was sonst an Kleinkram anfällt.
Da haben wir es doch viel besser. Jede Menge große Projekte in Planung und richtig viel Arbeit, je bedeutender wir sind, desto mehr. Und wir haben richtig viel Geld mit dem wir richtig viel Dinge kaufen können, die uns weiter beschäftigen und Arbeit machen und Sorgen ...
Nein, diese Paradiesinselvorstellung ist schrecklich. Ist kaum auszuhalten. Im Liegen vor ganzen Bergen Futter im Warmen unter Palmen dahinzuleben ....

Donnerstag, 28. April 2011

VERWEIGERUNG

An manchen Tagen gelingt es mir,
mich allen Pflichten und Dingen, die getan werden sollten,
zu verweigern.
Heute war einer dieser ominösen Tage.
Ich konnte ihn wunderbar mit Büchern und viel Essen verbringen.
Und alle ungeliebten Todos habe ich einfach verdrängt.
Vergessen.
Nicht erledigt.
Und jetzt geht es mir viel besser,
bin sozusagen heiter gestimmt,
weil ich den Pflichten ein Schnippchen geschlagen habe.
Und beim Gedanken daran kriege ich keinerlei schlechtes Gewissen,
sondern ein zufriedenes Lächeln weicht nicht von meiner Seite.

Mittwoch, 27. April 2011

ROSENBURG

Die Rosenburg - ein Renaissanceschloss, wie aus dem Bilderbuch.
Ein wenig kopflos ist der Ritter.


Reit- und Falknervorführungen.
Ganz nett.
Aber trotzdem tun mir die Tiere Leid.


Schon wieder ein Lieblingstier.
Ich mag Geier.
Sie sind wirklich ziemlich hässlich.


Dienstag, 26. April 2011

VON DEN KRÄUTERN

Weil es mich beschäftigt, weil ich es in den Blogs lese, weil ich die Petition unterschrieben habe (ich unterfertige sonst fast nix), ein paar Zeilen.
Luisa Francia (
salamandra.de) schreibt von der Augenhöhe, mit der man an die eigene Heilung herangehen muss.
Das wird auch für mich zunehmend wichtig. Und es wird zukünftig für alle immer notwendiger werden. Je mehr Staat in unsere Rechte eingreift, desto mehr Eigeninitiative braucht es von uns. Sich informieren, in den eigenen Körper hineinspüren, selbst entscheiden, selbst wissen. Das mag vielleicht unbequem sein, die Verantwortung nicht an einen Arzt oder Heiler abzugeben, sondern sich nur die nötigen Informationen zu holen und damit an der eigenen Gesundung zu arbeiten. Das kann in viele Richtungen gehen, alles kann helfen oder gar nichts. Ich benütze Schulmedizin, Kräuter, Akupunktur, TCM, Homöopathie - wie es mir einfällt, wie es gerade stimmt.
Und deshalb habe ich die Petition unterschrieben, weil ich mich in der Wahl meiner Mittel nicht beschränken lassen will. In den Medien läuft seit einiger Zeit eine Kampagne gegen die Homöopathie - ich möchte wissen, welch starke Interessen hier gerade jetzt wirken, um die Naturheilverfahren zu beschränken. Es sind sicher keine menschenfreundlichen.
Wie wichtig es ist, die eigenen Entscheidungen auf Augenhöhe zu treffen, sehe ich bei Freunden, die in der Maschinerie der Schulmedizin gelandet sind. Sehr schnell wird operiert, mit sehr giftigen Medikamenten behandelt - die Folgen trägt man immer ganz allein, die sind oft nicht mehr rückgängig zu machen. Deshalb überlegen, hinterfragen, prüfen, niemals blind glauben. Keinem.
http://www.savenaturalhealth.de/

Montag, 25. April 2011

VON DEN RÖCKEN


Verkleidet komme ich mir vor, wenn ich einmal im Jahr versuche ein Kleid oder einen Rock anzuziehen. Völlig ungewohnt und unbequem ist so ein Ding, der Drang nach Aufhübschung und das schöne Wetter haben mich dazu gebracht, es wiedermal zu versuchen. Ich fühle mich darin fett und das Allerschlimmste ist - wohin soll ich meine Hände stecken?
Wenn ich mich daran erinnere, dass es uns in der Schule verboten war, Hosen zu tragen, nur im eiskalten Winter durften wir sie unter Röcken anziehen. Die ersten Beinkleider, die ich hatte, waren Männerhosen - da haben mich in Wien - das bekannt ist für die Toleranz der Ureinwohner - die alten Frauen auf der Straße angepöbelt. Glückliche Zeiten, die Jeans zu meinem Dauerbrenner gemacht haben. Die spärlichen Bemühungen angestammt weibliche Kleidung zu tragen, vergesse ich gleich wieder.

Sonntag, 24. April 2011

HEILIGE MARIA BITTE FÜR UNS

Bei diesem reizenden Kircherl habe ich Wartezeit überbrückt
und im aufliegenden Fürbittbuch (ich nenne es so, keine Ahnung, wie man wirklich dazu sagt) geblättert.
Einige Einträge möchte ich mit euch teilen:

Heilige Maria beschütze uns vor Temelin (tschechisches AKW ca. 50 km entfernt).
----
Hilf Lukas in der Schule.
----
Danke, dass Wolfi seine Diplomprüfung bestanden hat.
----
Josef bittet um einen Gewinn für Wohnungsrenovierung, neue Zähne und Markus sein Erbgut auszahlen können.
----
Sehr speziell:
Zum großen Dank an die hohe geistige Welt und die Sternenbrüder von unseren Ursprungsplaneten.
----
Ein Josef dankt für die Unterstützung in seiner schweren Zeit und bittet wieder um eine liebevolle Frau.
----
Nein, ich habe mich nicht verewigt. Meine Wünsche würden den Rahmen sprengen.