
Eigentlich sollte ich noch gar nicht da sein.
Beim Zen Seminar im Stift Zwettl war ich.
Beim zweiten Mal war der Reiz des Neuen vergangen.
Im letzten Jahr konnte mich das mehr oder weniger mühelose Meditieren begeistern.
Heuer war es noch besser.
Beim stundenlangen Sitzen bin ich fast ins Schweben gekommen.
Die Gehmeditationen habe ich ausgelassen.
Mein Fuß mag die flotte Rennerei nicht.
Da mich beim Zen mehr die Form und weniger der Inhalt interessiert
(ich habe keinen ideologischen Durchhaltewillen oder ein bestimmtes Erleuchtungsziel vor Augen, mich interessiert nur die Erfahrung),
habe ich nach kurzer Zeit festgestellt:
"Ok. Das funktioniert gut und immer besser.
Der Saal ist wieder barock und prächtig,
das Kloster schön und angenehm wie seit Jahrhunderten.
Das kann man alles so machen,
muss man aber nicht."
Jedenfalls bin ich nach dem Wochenende abgereist.
Hatte ursprünglich die ganze Woche geplant.
Aber irgendwie war mir ohne Neueuphorie die Form dann doch zu
selbstquälerisch.
Dem Zenlehrer bin ich eher unangenehm aufgefallen.
Nachdem er mich im vergangenen Jahr noch herzlich umarmt hatte,
was ja heuer ohnedies nicht wünschenswert wäre,
war die Verabschiedung mehr gefriergetrocknet.
Ich denke, mit dem Thema bin ich durch.
Eine ganze Menge habe ich mitgenommen
und bei mir daheim hat es in der Nacht den ersten Schnee gegeben.
Was auch wieder sehr hübsch war.