Dienstag, 16. Juni 2009

RÜCKBAUTEN

Heute erzählt mir die Zeitung,
dass in den USA Städte wieder rückgebaut werden.
Sie sind in der Zeit der boomenden Wirtschaft entstanden,
jetzt teilweise Geisterorte
entmenscht, dem Verfall preisgegeben.
Es kommt die Kommunen teuer
die Versorgung aufrecht zu erhalten.
Also werden die menschenleeren Geisterstrassen eingeebnet.
Dort, wo einst Häuser waren,
wachsen jetzt wieder Bäume und Sträucher.
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Seit vielen Jahren fahre ich durch die Gegend
und wenn ich an den schönsten Plätzen
ein Schild lese -
"Betriebsbaugründe zu vergeben" -
in kleinen Orten,
wo Bürgermeister an Erfolg und schnelles Geld glauben,
dann habe ich das innere Bild
von verlassenen, verfallenen Hallen
zerstörter Landschaft
vor Augen.
Wir werden mit dem Anblick leben müssen
und uns glücklich schätzen
wenn genug Geld für Bulldozer vorhanden sein wird,
die das Land wieder der Natur zurück geben.

Kommentare:

  1. eine wirklich interessante rückentwicklung bahnt sich da an. zum umdenken ist es zum glück (fast) nie zu spät ...

    sehr lieben gruss, rena

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  2. Rückbau - ja, das gibt es auch hier in Berlin, dort wo einmal allzu viel Beton verbaut wurde. Merkwürdig ist es trotzdem. Das Wort "Rückbau" ist für mich ein Paradoxon. Bauen kann man nur größer, nicht kleiner. Dann sollte es auch gerechterweise "Abriss" heißen.

    Dein Wasserbild ist sehr schön. :-)

    Herzliche Grüße, Keri

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  3. rena:
    so richtig umgedacht wird ja nicht. ist die not, die diese entwicklung bringt.
    einen schönen tag für dich!

    keri:
    abbau könnte man vielleicht auch sagen. in wien weiss ich noch nichts - aber vielleicht gibt es diese abrissgeschichten auch schon.
    ganz liebe grüsse

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  4. ich denke an diese Fabrik im hintersten Winkel, dem Verfall preisgegeben, da wäre Rückbau angesagt, aber keinen interessierts.
    aber da ja bei uns keine Platznot herrscht wird`s auch weiter so bleiben und langsam, langsam ganz verfallen.
    aber ich finde diesen Artikel dannoch spannend.
    liebe Grüße Elfi

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  5. yogiela:
    ja, in dünn besiedelten gebieten werden die ruinen wohl ewig stehen.
    einen schönen tag für dich
    ingrid

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  6. Das finde ich fast eine der besten Nachrichten, die ich in letzter Zeit gehört habe. Es ist ja überall zu sehen, wie schnell die Natur sich alles wieder zurückholt.

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  7. wenn das geld für den abriss da ist, dann gibts bald blühende natur. aber wenn alles stehen bleibt und verfällt, schaut es eher trist aus - wie nach einem krieg. bäume aus fensterhöhlen, blumen aus straßenritzen ...
    mal sehen, wenn wir es noch sehen.

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  8. ja liebe Ingrid, in Wien gibt es das auch: Hernalser Hauptstrasse beim Elterleinplatz: eine baulücke, durch abriss entstanden, langsam macht sich unkraut breit, man will das für eine freizeitfläche nützen, aber was soll man zwischen brennesseln so machen? für eine schöne gestaltung fehlt offensichtlich das liebe geld ... lgkri

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  9. kri:
    einzelne häuser - das hat es immer schon gegeben, aber wenn ganze strassen und viertel eingeebnet werden, das ist neu. und die amerikanischen häuser fallen ja ohnedies fast von selbst zusammen.
    lg

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  10. Ich denke, die Natur braucht keine bulldozerfahrenden Menschen, um sich ihr's zurückzuholen. Das scheint uns nur so, weil wir weniger Geduld haben als die Natur.

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  11. kvinna:
    sieht für unsere augen halt schneller besser aus, als die mahnenden verfallenden sünden der verbaugesellschaft.

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