Mittwoch, 28. Juli 2010

STILLHALTEN UND LIEB SEIN

Unter den Touristen, die da so unterwegs waren, gab es viele altgediente Ehepaare. Die Frauen mit Dauerlächeln im Gesicht und Angst in den Augen. Die Männer: nur grantig ist mächtig, unerwachsene alte Kinder. Schlimm die festgefahrenen verteilten Rollen. Dieses Frauenstillhalten, immer nur lieb und brav sein, keine Wellen, damit die Scheiße nicht hochkommt. Verkrustete Abkommen, die ein Miteinander aushalten lassen. Paare in Mustern erstarrt, jede Bewegung vermeidend. Den Anblick der unwirschen Männer ertrage ich leicht - der ist mir egal, aber bei den zwangslieben Frauen wird mir ganz schlecht.

Kommentare:

  1. interessant zu lesen, auch zwischen den zeilen,
    lg
    karl

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  2. Na, das ist ja mal eine glasklare Durchsage.
    Bei mir ist es umgekehrt, ich kann die alten Kotzbrocken nicht ausstehen.
    Aber ob es so viele sind?
    Sie werden weniger, glaub mir!

    Gruss, Brigitte

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  3. Liebe Ingrid!
    Jetzt hast Du mich mal spontan lauthalt zum lachen gebracht. Danke!!!
    Wenn mir Bekannte über ihre Männer erzählen, frage ich dann auch immer unverblümt:"Wieviel Kinder hast Du eigentlich zu Hause?"
    Ja,....das richtige Wort,zweifellos!!..."unerwachsene, alte Kinder".....

    Bei Jörg habe ich mir jetzt angewöhnt, wenn er mir patzig kommt, genauso zurück zu reagieren oder ihn mal gleich zur Rede zu stellen. Ich kann das absolut nicht ab, und das weiß er auch!

    ....einfach köstlich....ich lache noch,....hörst Du´s?
    Sei ganz lieb gegrüßt
    Rosi

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  4. Wesentlich seltener, aber halt doch, gibt´s das Umgekehrte.

    Ich frag mich, warum so oft in Beziehungen Dominanz eine so große Rolle spielt. Eigentlich hätt sie da ja gar nichts verloren.

    Die "Duldenden" halt ich einfach nicht aus.

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  5. Kürzlich fuhr ich ein junges Paar von etwa Mitte 20 - es war kaum auszuhalten. Ein grausames Spiel! Sie geduldig, duldsam antwortet - er sie oermanent angiftend und provozierend, ob sie auch dies und jenes gemacht habe. Teils zweimal die gleichen Attacken - als sei sie doof. Die Atmosphäre in der Limousine zum Bersten gespannt.
    Ich habe mich auf meine eigene Übung konzentriert - bei mir bleiben und den Dreck an der äußeren Hülle einfach runterlaufen lassen. Obwohl die Energie spürbar den Raum füllte.
    Diese Machtspielchen - gibt es wohl quer durch alle Paarformationen. Paare im Taxi - auch ein gutes Thema, danke für die Inspiration.
    Gut beschrieben hast du´s, auf den Punkt.
    Schöne Grüße, Sati

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  6. @ Josef - die umgekehrte Variante habe ich auch oft im Auto ... beide Varianten müssen die Hölle sein.

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  7. karl:
    manchmal muss ich ein wenig die emotionen rauslassen - sonst wird es ja langweilig.
    lg

    brigitte:
    dein wort im göttinnengehörgang. alles wächst immer nach ...
    lg

    rosi:
    schön, dass du lachen kannst. so soll es sein.
    lg

    josef:
    ich hab mit duldern auch meine probleme. aber die mächtigen sind auch nicht ohne. schön, wenn es in einer beziehung das alles nicht braucht.
    lg

    sati:
    deinen worten ist nichts mehr hinzuzufügen.
    was mir so aufgefallen ist, war die lächelgrimasse und die panik in den augen ...
    lg

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  8. und - hat es dich nicht gereizt, ein bisschen zu spötteln.
    lass sie doch, die können nicht anders. eine neue generation wächst nach.
    du siehst das auch im fs. da berichten sie lächelnd von den schlimmen dingen und drücken ein tränchen im anschluss. was ist da echt?

    ich will mich nicht weiter einlassen. ich könnte gern mit dir lästern, liebe waldviertel,
    rosadora

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  9. rosadora:
    wenn ich stundenlang am schifferl in der nähe der leute sitze, auch wenn sie völlig fremd sind, dann kenne ich, ob ich will oder nicht, ihr halbes leben. und da brauche ich nicht einmal ein wort mit ihnen wechseln. ausserdem ist es nicht mein leben und es geht mich nichts an, aber unter uns schwestern und brüdern kann ich mal kurz lästern.
    lg

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  10. monumentaler blog-eintrag!
    klartext, der medaillie verdient hätte...hast du auch vor jahren das buch "der tod der familie" gelesen?
    stell dir vor, all die brachliegenden, eingefangenen stillhalte-dinger würden plötzlich FREI.....
    gruß von sonja

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  11. sonja:
    das buch kenne ich nicht. lese gar nichts (mehr) in dieser richtung. ja, die ver/ge-stauten energien, wenn die losgelassen würden ... unvorstellbar, welche kapazitäten vorhanden wären.
    lg

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  12. Du bist eine echt lustige Dame!! So treffend hätte ich gewisse eigene Beobachtungen NIE auf den Punkt gebracht!! Also ich bin ja in einer ganz netten Lebenssituation, aber wenn das nicht so wäre, würde ich es vorziehen, alleine durch die Welt zu hüpfen, als dauernd mit einem Stressfaktor am Bein!!!
    Sei herzlich gegrüsst ond heb's guet!
    bbbb

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  13. Die Beschreibung ist schmerzhaft präzise! Wie oft fragt man sich, warum die Leute eigentlich beisammen sind. Zwingt einen doch keiner.

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  14. wie recht Du hast, liebe Ingrid ... da lebe ich lieber alleine ... lg kri

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  15. smilla:
    ja, ich finde auch, allein ist besser als schiefe kompromisse. glücklicherweise gibt es auch gute beziehungen, wo die freuden überwiegen.
    lg

    ilse:
    viele leute leben lieber in völlig neurotischen beziehungen als sich mit der eigenen wahrheit konfrontieren zu müssen. davor ist die angst noch größer.
    lg

    kri:
    ja, allein ist die alternative, obwohl das auch nicht alles ist. irgendwas fehlt immer.
    lg

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