Donnerstag, 7. Februar 2013

WINTERTIERE


 Immer wieder einmal schaue ich zur Webcam, welche die frierenden Störche in Höchstadt zeigt.
Sie fliegen nicht mehr in den Süden, werden über den Winter gefüttert und müssen für diese Arbeitserleichterung die Schlechtwetterunbillen aushalten.
Die Jungen, die sie aufziehen, gehen jährlich auf die große Reise.
Irgendwie schlampige Familienverhältnisse.
Die Eltern schon in Pension und der Nachwuchs allein auf Urlaub im Süden.
 

Ein Dauergast beim Vogelbaum ist das Eichhörnchen geworden.
Reste finden sich und zum Fressen springt es auch mal ins Geäst. 
 

Mittwoch, 6. Februar 2013

WINTERSPERRE

Diese Tafel steht aus Haftungsgründen bei den Güterwegen, die ich täglich befahre.
Heuer war es mit dem Schnee nicht schlimm und der Pflug fährt fleissig, wenn es nötig ist.
Trotzdem ist das Gefühl seltsam -
im Wintersperrgebiet zu leben.

Dienstag, 5. Februar 2013

WEITRA


 
Ein paar Fotosplitter aus Weitra,
das für mich die hübscheste kleine Waldviertelstadt ist.




Montag, 4. Februar 2013

ALTERSARMUT


Ab und an mache ich mir Gedanken,
ob ich mir zukünftig noch mein Leben werde leisten können,
ob ich mir überhaupt etwas werde leisten können,
ob ich mir eine Heizung werde leisten können,
etc.
Meist witzle ich darüber, mache mir ja nicht ernsthaft Sorgen,
da mich das Leben meist auf die Butterseite fallen lässt.
Auch erfinde ich schon die diversesten Orte, wo frau statt zu heizen hingehen kann.
Das ist in der Großstadt leichter, als hier am Land.
Dort gibt es Museen, Bibliotheken, große Buchgeschäfte,
ob man daran dann auch seine Freude hat, wenn einen die Not treibt,
ist eine andere Sache. Noschoko hat ihre Beobachtungen in ihrem Blog geschrieben.
Jetzt habe ich in der Zeitung gelesen, dass in Japan die Kriminalität bei alten Menschen stark im Steigen begriffen ist. Die gesellschaftliche Struktur hat sich dort verändert, die Alten werden nicht mehr geschätzt und verehrt, es wird nicht mehr für sie gesorgt, sodass manche als einzige Möglichkeit das Gefängnis sehen. Essen und Wohnen kostenlos.
Das kommt auf jeden Fall auch auf meine Armutauswegsliste:
Banküberfall statt Hungern und Frieren. Knast statt Not.
Hoffentlich haben die für mich dann eine Einzelzelle.


Sonntag, 3. Februar 2013

BANAL


Fast wollte ich schreiben:
Blog vorübergehend wegen Ereignis- und Ideenlosigkeit geschlossen.
Es tut sich gaaar nichts, außer dem Wetter.
Mal stürmt und schneit es,
dann taut es wieder 3 Tage.
Die Sonne urlaubt die meiste Zeit auf einer Südsee- Insel.
Die Zeit schleicht langsam durch die Stunden.
Viel unseres Lebensdramas inszenieren wir selbst,
weil wir das ganz gewöhnliche Einerlei nicht aushalten.
Streckenweise ist Leben so was von banal.


Samstag, 2. Februar 2013

MATRJOSCHKA


Russische Matrjoschkas sind diese Puppen.
Kinderspielzeug und ursprünglich Fruchtbarkeitssymbol.
Ich mag diese dicken Mütterchens,
die in ihren Bäuchen immer noch Platz für eine kleinere Version haben.
Gebärfreudig, wie das Leben selbst.
Während ich das schreibe, fällt mir auf,
Darstellungen von fruchtbaren Göttinnen sind immer füllig.
Dürr ist verdorrt.

Freitag, 1. Februar 2013

BELAUSCHT


Belauscht (unfreiwillig) eine Herrenrunde am Kaffeehaus-Stammtisch 50+ ( nur knapp darüber):
"Mein Blutzuckerspiegel ist xxx. Ich esse nix Süßes mehr, mein Arzt hat gesagt, es ist gut, wenn ich es so versuche. Was hast denn du?"
"Weiß nicht."
"Na geh, du wirst doch deine Werte wissen. Mein Cholesterin ist auch zu hoch." Zur Serviererin: " Geh, bringens mir den Apfelstrudel."
etc. etc.
Die Faszination der messbaren Körperfunktionen. Der auch gerne alternde Männer unterliegen.
----
An ein wesentlich interessanteres Lauschen in einem anderen Kaffeehaus erinnere ich mich gerne.
Eine Runde betagter ungarischer Jüdinnen, gepflegt, schmuckbehangen schildert ihre amourösen
Abenteuer jüngerer Jahre. Mit großem Vergnügen, Genuss und blitzenden Augen werden die  Bett-Qualitäten verschiedener Jockeys der Wiener Freudenau beschrieben. Sowie was neben dem Sex an teuren Geschenken zu kriegen war. Wahre Jungbrunnenerinnerungen.
Ich muss gestehen, da habe ich sehr amüsiert meine Ohren fast auf den Nachbartisch gelegt, während ich auf sonstige akustische Gesprächsteilnahme gerne verzichte.

Donnerstag, 31. Januar 2013

SHANGRI-LA



Eines meiner Lieblingsbücher (ich finde es nur gerade nicht) ist von  James Hilton "Der verlorene Horizont", erschienen 1933. Es handelt von einem unerforschten Gebirgstal im Himalaja, wo einige Menschen paradiesisch in ihrer Abgeschiedenheit leben. Sie haben die Quelle ewiger Jugend gefunden, verbringen die Tage mit angenehmen Tätigkeiten, die Vegetation ist üppig. Dieses
Shangri-La ist zu einem Begriff geworden, immer wieder haben sich Forscher und Abenteurer aufgemacht, das verborgene Tal zu finden, welches vielleicht doch existieren und nicht nur eine Fantasiegeburt sein könnte.
Haben wir nicht alle Sehnsucht nach diesem geheimnisvollen Ort, wohin wir unsere Träume schicken?


Mittwoch, 30. Januar 2013

FILMRISS


Filmriss - das Wort kann es gar nicht mehr geben, die Zeit der reissenden Filme ist vorbei.
Aber kann man DVD-Bruch sagen?
Wie auch immer, ich war in den letzten Tagen viel mit dem Auto unterwegs.
Bekannte Strecken fahre ich meist in einer Art Trance - hier auf den Straßen ist wenig Verkehr.
Aber, das was mir passiert ist, hat sogar mich überrascht.
Plötzlich stehe ich vor einem Wegweiser, den ich vorher nie gesehen habe. Muss überlegen, ob er neu aufgestellt wurde und in welche Richtung ich fahren soll.
Dann wird mir klar, dass ich 10 km weiter bin, als ich angenommen habe.
Auf einer Strecke, die ich hunderte Male fahre.
Den Wegweiser gibt es auch schon ewig.
Entweder habe ich mich über die Entfernung hingebeamt oder ich war einfach weggetreten.
Ein bisserl unheimlich war er mir schon. Der DVD-Bruch.

Dienstag, 29. Januar 2013

MITTEN DURCHS HERZ


Ach ja, auch Engel sind nicht unsterblich.
Es hat leicht geschneit und ein Traktor ist mitten durchs Engelsherz gefahren.
Ich bin extra zum Platz gewandert, um zu sehen, wie es dem Schneehimmelsboten ergangen ist.
Vergänglich und kurzlebig fällt mir dazu ein. 


Montag, 28. Januar 2013

VON DER KULTUR

 
Ganz manchmal glaube ich, ich müsste mich aus der Schneewaldeinsamkeit ins kulturelle Geschehen stürzen. So geschehen dieser Tage. Ballett in der Staatsoper zu Wien.
Ich sehe diese kunstvolle Hopserei ganz gerne.
Es war auch recht nett, aber wenn der Fuchs vor meinen Fenstern durch die Gegend läuft,
erfreut es mich genauso.
Ich bin halt eine Kulturbanausin.



 
Der wahrhaft kulturellste Ort in Wien ist das Kaffeehaus.
Das sagten bereits unzählige Literaten, Künstler und sonstige Gemütlichsitzer.
Und die Sessel sind lange nicht so eng und unbequem wie in diesen
Hochkulturstätten.


Sonntag, 27. Januar 2013

VON DER HOFFNUNG

Katze auf Vogelpirsch

Vielleicht gelingt das Unmögliche.
Man darf  die Hoffnung nie aufgeben.
Nix is fix,
und das Böse ist immer und überall.


Samstag, 26. Januar 2013

STILL


Einige Bilder aus Stift Zwettl.
Bei dem grauen Winterwetter ist es menschenleer.
Niemand wagt sich aus dem Haus.
Dörfer sehen wie ausgestorben aus.
Unbewegt gleitet die Zeit durch die Tage.



Freitag, 25. Januar 2013

VOM SCHLECHTEN GEWISSEN


Das allernetteste Winterwetter war dieser Tage.
Schnee und Sonne und moderate Temperaturen.
Eigentlich sollte der sportlichen Betätigung nichts im Wege stehen.
Aber so ein Liegestuhl am warmen Sonnenplätzchen,
der hat auch etwas.
Völlig unangestrengt kann ich darin ruhen,
dem Schnee beim Tauen zusehen -
wenn da nicht ein schlechtes Gewissen wäre,
die mahnende Stimme, die mir ins Ohr flüstert:
die Muskeln werden verkümmern
und bald wird alles zu spät und somit total vorbei sein.
Ich weiß nicht,
wer diesen Untergrundflüsterer erfunden hat,
so gemütlich könnte es oft auf der Welt sein.
Irgendwas muss  dem totalen Genuss  im Wege stehen.


Donnerstag, 24. Januar 2013

ENGEL

Einen Engel habe ich in den Schnee geschlagen.
Er wollte liegenbleiben -
so musste ich alleine weitergehen.

Mittwoch, 23. Januar 2013

ÜBERREGULIERUNG



Wenn ich die heutigen Gebote und Verbote betrachte,
die Helmpflicht für alles,
dann frage ich mich,
wie wir so alt geworden sind.
Wir sind unangeschnallt Auto gefahren,
haben uns den Fahrtwind am Motorrad um die Ohren wehen lassen,
und viele andere verbotenen Dinge getan.
Auch ohne Warnhinweise haben wir uns nie Nylonsackerln über den Kopf gezogen.
Die meisten von uns haben das überlebt,
jedenfalls mehr Personen als denen lieb ist,
die heute unsere Pensionen zahlen müssen.


Dienstag, 22. Januar 2013

DIGITALE INTELLIGENZ


Ein wahres Feuerwerk an digitaler Intelligenz kommt auf uns zu.
Faszinierend und erschreckend zugleich.
Es gibt nichts, was nicht überwacht und gemessen werden kann,
um es dann Verbesserungen zuzuführen.
Gabeln werden uns sagen, wenn wir zu schnell essen,
alle, aber auch schon alle Körperfunktionen können überwacht und kontrolliert werden -
da müssen wir uns nimmer überlegen, wie wir uns fühlen,
die digitale Anzeige wird es uns sagen.
Der Kühlschrank teilt uns mit, was er gelagert hat, wie frisch das ist und womöglich auch, worauf wir heute Appetit haben.
Die passenden Kochrezepte gibt es gleich dazu.
Der ganze Alltag wird digital gesteuert werden können,
das biegsame Smartphone weiß alles besser.
Bald wird es Autos geben,
mit denen man nie mehr verbotene Wege einschlagen kann.
Sie werden von selbst vor roten Ampeln stoppen,
nicht gegen die Einbahn fahren -
und hoffentlich noch falsch parken.
Unser Hirn müssen wir nur mehr zu Bedienung der Technikwunder benützen.
Es gibt ja Chips als sechsten Sinn.
Wie weiß ich dann, wann ich aufs Klo gehen muss,
wenn einmal der Strom ausfällt?

Montag, 21. Januar 2013

SONNTAGSSPAZIERGANG

 
 
Es hat doch nur zu einem Sonntagsspaziergang in grau/weiß gereicht.
Die sportlichen Betätigungen müssen warten.
 


 
Die Sonne machte zaghafte Versuche.
Sie konnte sogar leichte Schatten werfen.
Zumindest bin ich jetzt beruhigt, dass sie noch da ist.
 



Sonntag, 20. Januar 2013

SODALE


Sodale, die Wintersportsaison habe ich mit einer Rodelabfahrt beim Haus eröffnet.
Jetzt gehts los,
um nicht zu sagen:
schau ma mal.
Schneeschaufeln habe ich hauptsächlich abgewandelt in Kehren.
Denn so entstehen breitere Trampelpfade.
Wenn ich mit dem Besen rechts-links, links-rechts den Schnee wegschiebe,
erinnert mich das an indische Mönche der Jaina-Sekte.
Die den Boden vor sich fegen, damit sie kein Tier ertreten.
Ich bin besorgt, um die Verletzlichkeit des Schnees.


Samstag, 19. Januar 2013

NOCHMALS LANGWEILIG

 
 
Der Vogelfutterbaum.
Einen ganzen Tag hat es geschneit.
Was ja im Winter nicht so absonderlich ist.
Besseres Wetter ist den Vögeln auch lieber.
Der Schneepflug rast vorbei.
Nicht einmal der Briefträger ist gekommen.
Mit dem Schaufeln war es nicht so schlimm,
ganz leichter Schneeflaum.
Außer Essen ist mir nichts eingefallen,
sogar Schinkenkipferln habe ich fabriziert.
Wenn ich mal aus Langeweile in die Küche gehe, dann bedeutet das nichts Gutes.
Dabei hätte ich so viel zu ordnen oder zu räumen,
oder könnte kreative Dinge tun ....
oder...
Aber irgendwie macht das Einerlei bei mir eine Hirn- und Bewegungslähmung.
 

Freitag, 18. Januar 2013

LANGWEILIG


Mit dem Fotoapparat war ich unterwegs.
Blogbilder wollte ich machen.
Die Nase und sonst auch alles habe ich mir abgefroren.
Am Tag davor war es leicht sonnig und die angereiften Bäume haben ganz bezaubernd ausgesehen.
Jetzt war es nur kalt und grau.
Der Teich ist zugefroren,
jedes Jahr stelle ich die Frage:
was machen die Fische unterm Eis?
 

Kein Vogel ist zu hören,
kein Tier zu sehen,
Menschen auch nicht,
die Fotos, die ich mache,
die sehen aus, wie in all den Jahren zuvor.


Winter kann ganz schön unwirtlich und langweilig sein.