Sonntag, 23. August 2020

HANDLANGER DES SCHICKSALS



Jeder Machthaber/Herrscher/Despot/Politiker ist nur ein Handlanger des Schicksals.
Er dreht an der Uhr der Zeit,
damit Evolution geschehen kann.
Manchmal denke ich,
mit jedem Stein, den ich verschiebe,
beeinflusse ich ein ganzes Universum für Kleinstlebewesen.
Leben heißt Veränderung.


Samstag, 22. August 2020

TAGE


Zeitig, vor den Menschen bin ich am Teich.
Hier neigt sich der Sommer.
Die Schatten werden länger und das Licht zeichnet weich und klar.
Das ist die Zeit, wo Sehnsucht ans Herz greift.
Weil alles zu schön und zu viel ist,
um es zu fassen
und das Ende steht in der Luft.
Ich schwimme und beim Eintreffen der Leute mit Kind und Hund und Campingausrüstung und Schwimmbooten und Kühltaschen und lauten Stimmen und und und,
gehe ich.
In meiner Einsiedelei gibt es dann Mittagessen (Erdäpfelauflauf) und ein Bier und dann muss ich rasten,
denn es wird warm.
Möglicherweise arbeite ich am Nachmittag noch ein wenig herum
oder auch gar nicht.
Schön ist das.
Und ich möchte so gerne ans Meer.
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Die Partybilder aus dem chinesischen WUHAN
da kriege ich Schnappatmung.
Seltsam: bei all der Unterhaltung - chinesische Jugendliche sehen nicht fröhlich aus.
Mehr wie leicht betäubte Roboter.
Aber wir werden das große Volk nie verstehen.


Freitag, 21. August 2020

SELBSTVERSUCH


Ich bin in einem Selbstversuch.
Studie am lebenden Objekt.
Seit Monaten rede ich mehr oder weniger mit keinem Menschen.
Gehe auch nirgends hin.
Naja, Kaffeehaus, ab und an Wirtshaus, Badeteich und was halt sonst sein muss oder kann oder will.
Wird das in einer ewigen Schweigsamkeit enden
oder wird irgendwann Sprache wasserfallsmäßig aus mir herausquellen?
Der Stau der Worte aufbrechen und den Schweigedamm sprengen?
Oder wird menschlicher Ausdruck versiegen,
die Stimme rosten
und unbrauchbar werden?
Dass nach weiteren Monaten nur mehr heiseres Röcheln aus der Kehle dringt?
Verpasste Gelegenheiten der Kommunikation rächen sich dann im Nichtmehrkönnen.
Wie so vieles bei Nichtgebrauch erlischt und erliegt.
Schau ma mal.
Noch bin ich meist heiter und neugierig,
wohin das endet.


Donnerstag, 20. August 2020

DAS UND JENES



Noch immer nix.
Auch mein zweiter Versuch Wasserbüffelfotos zu kriegen,
war zum Scheitern verurteilt.
Wasserbüffel sind halt dort, wo es richtig nass ist.
Dafür gibt es jetzt Schnitzereien und Wegweiser.
Diesmal hätte ich die Brücke mit meinem Fuß geschafft,
aber es war einfach zu viel Wasser überall.
Vielleicht klappt es noch,
bevor die Tiere ins Winterquartier umziehen oder am Teller landen.
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Tja.
Den Roller ausgepackt und auf Schwammerljagd gegangen.
Jetzt habe ich Angst beim Fahren.
Sehr blöd und unangenehm.
Weiß noch nicht, wie ich damit umgehe.
Die Jagd war erfolgreich.
Weil ich wegen Fuß erstmals im heurigen Jahr in dem Wald war.
Ich brauche eine Rollerdesensibilisierung!
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Mäusephobie:
eine herzige Jungmaus hat sich ins Haus verirrt.
Ich bin mit Mistschaufel und Beserl hinter ihr her.
Erfolglos.
Einmal hatte ich sie bereits eingeklemmt,
aber bevor ich mit ihr im Freien war,
ist sie von der Schaufel gesprungen.
Sie ist gar nicht scheu,
rennt quer durchs Zimmer,
frisst Nutella aus der aufgestellten Falle,
sie ist aber zu leicht, um sie auszulösen.
Meine Nerven!
Ratlos.




Mittwoch, 19. August 2020

DÖLLERSHEIM AM TRUPPENÜBUNGSPLATZ





Plätze, die Geschichte sichtbar machen,
das Unrecht, das geschehen ist,
die zum Nachdenken bringen,
zum Nachspüren des Leides der Menschen hier,
stimmen traurig.
Machthaber fegen Leben mit einer Unterschrift hinweg.
Unbedeutende, unwichtige Sklaven für große Pläne im Laufe der Zeit.
Ameisen, wie wir.
Nur in einer gleichgeschalteten Masse brauchbar.









Dienstag, 18. August 2020

TRUPPENÜBUNGSPLATZ



Den Feiertag habe ich genützt,
um durch den Truppenübungsplatz Allentsteig zu fahren.
Die Straße ist wegen Militärübungen an Wochentagen oft gesperrt.
Das Gebiet wird in geringem Ausmaß landwirtschaftlich genutzt.
Viel Natur ist entstanden.
Ein Wolfsrudel lebt hier.
Die sonstigen Wölfe im Waldviertel sind auf unerklärliche Weise verschwunden.
Wer sich näher interessiert,
kann die Entstehung des militärischen Sperrgebiets bei Wikipedia nachlesen.
Eine sehr bewegte Zeit im 2. Weltkrieg und auch danach,
mit viel Unrecht für die Bevölkerung, hat die Gegend gezeichnet.
Geschichte meint es oft nicht gut mit Menschen.
Die Story, die aktuell geschrieben wird, in der wir leben,
ist zwar spannend, aber nicht besonders pfleglich für menschliche Erdbewohner.





Montag, 17. August 2020

DIES UND DIES



Bei der Dorffriseurin war ich und habe einen Trockenschnitt gekriegt.
D.h. die selbstgewaschenen Haare werden nur in der Länge gekürzt.
Kaffee gab es dazu auch.
Perfekt. Denn damit fallen die ganzen unangenehmen Handlungen weg.
Ich bin gerade mit meinem Kopfschmuck sehr zufrieden.
Die Haare sind gesund, fallen gut und machen überhaupt keine Arbeit.
Ich wasche mit immer dem gleichen Shampoo und lasse sie an der Luft trocknen.
Irgendwas am Körper muss perfekt sein,
man kann ja nicht nur Probleme haben.
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Ich wüsste einen Job für mich.
Im Fernsehen in einem Landkrimi gesehen.
Da läuft die weißhaarige alte Frau nächtens ins Freie und klopft mit einem Hammer auf unzählige im Boden steckende Metallstangen.
Auf Anfrage meint sie: "Die Maulwürfe/Wühlmäuse vertreiben".
Das könnte sich hier auch lohnen.
Nur würde man vor lauter Stäben keine Wiese mehr sehen.
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Haha.
 Habe ich schon einmal geschrieben, dass ich mir in diesem Jahr nix vorzunehmen brauche??
Habe eine Kur beantragt, weil meine Gelenke nimmer so neu sind.
Hatte einen Termin für Ende August mit dem Bauchgefühl, dass es ohnedies nicht klappen würde.
Jetzt ist die Absage gekommen, weil meine Versicherung mit dem Kurhaus den Vertrag aufgekündigt hat, da sie dort keine Kapazitäten haben, ausreichend Covid19 Tests durchzuführen.
Und woanders mag ich, glaube ich, nicht hinfahren.
Es ist jetzt überall mehr wie maskierte Einzelhaft.
Schau ma mal.
Jedenfalls vorzunehmen brauche ich mir wirklich gar gar nix.
Nur daheim ist möglich.
Meinen Maskengroßeinkauf in allen Variationen kann ich jetzt im Haus auftragen.



Sonntag, 16. August 2020

VITAMIN D3


Seit einigen Jahren nehme ich Vitamin D3.
In unseren Breiten mit der wenigen Sonne im Winter zwingend.
Kein Arzt hat mir das gesagt.
Weiß gar nicht, wie ich darauf gekommen bin.
Seitdem geht es mir im Winter besser.
Halte die Dunkelheit aus und kriege schon seit Jahren nicht einmal Schnupfen.
Aber ich kreiere ja meine eigenen Krankheiten.
Bin da nicht auf Viren oder sowas angewiesen.
Jetzt ist das Vitamin plötzlich im Gerede.
Weil Untersuchungen gezeigt haben,
dass an Corona Verstorbene oft einen Vitamin D3 Mangel hatten.
Und der Verlauf der Krankheit ist völlig von den Reaktionen der  Immunabwehr abhängig.
Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und mutmaße,
dass jetzt im Sommer die Krankheitsverläufe leichter sind,
weil die Menschen genug Sonne bekommen. 
Aber nix Genaues weiß man nicht.

Wenn ich ein Blutbild machen lasse,
werde ich immer darauf hingewiesen,
dass bei mir D3 etwas erhöht wäre.
Meine Werte sind nicht erhöht,
die sind so, wie sie sein sollten.
Übrigens - die Substitution ist billig.

Jedenfalls ist mir völlig unklar, warum man ganze Völker im Winter unterversorgt sein lässt,
ohne den Menschen genügend Informationen zu geben.
Andere Gesundheitsdinge werden uns ja auch bis zum Erbrechen eingehämmert.
Aber anscheinend ist Vorsorge nicht sehr beliebt.


Samstag, 15. August 2020

EWIG DANKBAR



Ewig dankbar und nie mehr unzufrieden will ich sein -
dieser Vorsatz hält genau im besten Fall einen Tag.
Nachdem ich heute eine steile Böschung ohne Fußschmerz bewältigen konnte,
war ich so erleichtert.
Vor wenigen Wochen noch habe ich zu diesem einen Lieblingsplatz hinuntergeblickt
und gedacht -
vielleicht schaffe ich das steile Stück nie mehr.
So richtig weit, weit bin ich noch nicht gegangen,
aber das wird auch noch.
Mag das Gelenk nicht überanstrengen.
Langsam liebäugle ich mit dem Gedanken den Roller aus seiner Einzelhaft zu befreien.
Alles ist gut.
Wenn man davon absieht, dass ich keine Sternschnuppen sehe.
Sie fallen nicht für mich.
Und Glühwürmchen sind heuer auch ausgeblieben.
Ich glaube, es war  für sie zu kalt.
Funkelnde Irrlichter der Nacht.


Freitag, 14. August 2020

SOMMERWETTER


 Für mich könnte das Wetter immer sein wie jetzt.
Hier ist es nicht heiß.
Nur angenehm.
In der Nacht hat es 18 Grad,
die Teiche sind leicht angewärmt.
Wunderbar.
Die beiden Bücher von Juli Zeh sind gelesen.
Große Empfehlung.
"Corpus Delicti" und "Fragen zu Corpus Delicti".
Ich zitiere einen Absatz aus "Fragen zu Corpus Delicti":

Frage: Ist die Gesundheit der Bürger denn kein legitimes Staatziel?
Antwort: Es gibt ein Recht des Staates, die Beziehungen der Menschen untereinander zu regeln, um den gesellschaftlichen Frieden zu wahren. Der Staat soll verhindern, dass sich Bürger gegenseitig Schaden zufügen. Aber die Beziehung eines Menschen zu sich selbst, die Frage ob er "vernünftig" mit sich umgeht oder einen (gesundheits-)schädlichen Lebenswandel pflegt, geht den Staat nichts an. Der Umgang mit dem eigenen Körper gehört zum intimen Bereich der persönlichen Freiheit.....

Der Wahn der Selbstoptimierung in allen Bereichen kostet die Menschlichkeit.






Donnerstag, 13. August 2020

STINKENDER GENUSS


Mein ganzes Leben lang habe ich kaum Knoblauch gegessen.
Oder rohe Zwiebeln.
Jetzt sagt mein Körper:
"Gib mir Knoblauch. Gib mir mehr Knoblauch."
Meist mache ich einen Dipp mit Creme Fraiche.
Die Knolle ist gut gegen Vampire,
vielleicht auch gegen Viren.
Da ich sowieso nur daheim bin,
ist die Stinkerei egal.
Und wenn ich etwas Menschliches vorhabe,
höre ich einen Tag vorher auf,
in den Genusstopf zu greifen.
Wikipedia sagt, dass der strenge Geruch von schwefelhaltigen Inhaltsstoffen herrührt.
Was ja wieder dem Teuflischen nahekommt.


Mittwoch, 12. August 2020

DAS UNGLÜCK IN DER BALLADE





In Ermangelung eines eigenen Textes habe ich
der Suchmaschine Goethe, Ziege und Ballade vorgegeben.
Bitteschön ein wenig Melodramatik.

 

Johanna Sebus

Zum Andenken der siebzehnjährigen Schönen, Guten aus dem Dorfe
Brienen, die am 13. Januar 1809 bei dem Eisgang des Rheins
und dem großen Bruche des Dammes
von Cleverham
Hilfe reichend unterging.

Der Damm zerreißt, das Feld erbraust,
Die Fluten spülen, die Fläche saust.

"Ich trage dich, Mutter, durch die Flut,
Noch reicht sie nicht hoch, ich wate gut." –
"Auch uns bedenke, bedrängt wie wir sind,
Die Hausgenossin, drei arme Kind!
Die schwache Frau! . . . Du gehst davon!" –
Sie trägt die Mutter durch das Wasser schon.
"Zum Bühle da rettet euch! Harret derweil;
Gleich kehr' ich zurück, uns allen ist Heil.
Zum Bühl ists noch trocken und wenige Schritt;
Doch nehmt auch mir meine Ziege mit!"

Der Damm zerschmilzt, das Feld erbraust,
Die Fluten wühlen, die Fläche saust.
Sie setzt die Mutter auf sichres Land,
Schön Suschen, gleich wieder zur Flut gewandt.
"Wohin? Wohin? Die Breite schwoll,
Des Wassers ist hüben und drüben voll.
Verwegen ins Tiefe willst du hinein!" –
"Sie sollen und müssen gerettet sein!"

Der Damm verschwindet, die Welle braust,
Eine Meereswoge, sie schwankt und saust.

Schön Suschen schreitet gewohnten Steg,
Umströmt auch, gleitet sie nicht vom Weg,
Erreicht den Bühl und die Nachbarin;
Doch der und den Kindern kein Gewinn!

Der Damm verschwand, ein Meer erbraust's,
Den kleinen Hügel im Kreis umsaust's.
Da gähnet und wirbelt der schäumende Schlund
Und ziehet die Frau mit den Kindern zu Grund;
Das Horn der Ziege fasst das ein',
So sollten sie alle verloren sein!
Schön Suschen steht noch strack und gut:
Wer rettet das junge, das edelste Blut!
Schön Suschen steht noch wie ein Stern;
Doch alle Werber sind alle fern.
Rings um sie her ist Wasserbahn,
Kein Schifflein schwimmet zu ihr heran.
Noch einmal blickt sie zum Himmel hinauf,
Dann nehmen die schmeichelnden Fluten sie auf.

Kein Damm, kein Feld! Nur hier und dort
Bezeichnet ein Baum, ein Turn den Ort.
Bedeckt ist alles mit Wasserschwall;
Doch Suschens Bild schwebt überall. –
Das Wasser sinkt, das Land erscheint,
Und überall wird schön Suschen beweint. –
Und dem sei, wer's nicht singt und sagt,
Im Leben und Tod nicht nachgefragt!
Johann Wolfgang von Goethe

 



Dienstag, 11. August 2020

EIGENTLICH



Eigentlich esse ich kein Fleisch.
Hatte aber in diesen Tagen einen Riesen-Gusto auf Wurst
und habe mir erstmals so ein Veggi-Ersatzprodukt gekauft.
Ich halte nix von den Dingen.
Viel zu viel Chemie.
Und außerdem sagte ich immer:
wenn Gusto auf Schwein, dann echtes.
Ich wollte das aber meinem entwöhnten Körper nicht antun.
Also, Instantschwein muss man nicht öfter haben.
---
Eigentlich rede ich seit Monaten mit keinem Menschen.
Und sitze immer daheim.
Gewöhne mich daran.
Wenn ich unterwegs bin,
wird mir das Autofahren zu mühsam.
Mag es seit einigen Jahren nicht besonders.
Strengt mich an und überhaupt ist es wenig attraktiv.
Ich denke das mit der Einsiedelei wird zum Dauerzustand.
Möglicherweise.
---
Eigentlich ist alles gut.
Auch die Sachen, die nicht gut sind.




Montag, 10. August 2020

INSELLEBEN

Die Schmetterlinge auf meiner Blumenwiese gibt es nochmals.
Ich habe so viel Freude damit und kann ihnen zusehen und sonst gar nix.
Da die Tage sommerlich sind,
war ich bei den Teichen.
Und alles hat etwas Entspanntes.
Früheres.
Die Leute sitzen langsam herum,
man kommt schneller miteinander ins Gespräch -
d.h. ich rede sowieso nicht,
aber dann doch.
Entschleunigt.
In den Wäldern stehen viele Autos.
Die Menschen sind auf Schwammerljagd.
Wanderer, Radfahrer unterwegs.
Ich glaube, es sind mehr Urlauber da.
Da ich aber nur am Morgen aushäusig bin
und den Tag in meiner Einsiedelei verbringe,
 stört es nicht.
Ich glaube, ich bin ein Glückskind auf meiner Insel.




Sonntag, 9. August 2020

DAS UND DAS


Mit neuen aufgezwungenen Dingen ist es oft so,
dass man sie nicht mag.
Bis man sich irgendwann daran gewöhnt hat.
Die Oberfläche des Blogs wird umgestellt.
Ich bleibe bis zur letzten Sekunde beim alten Design,
nachdem ich schon nicht begriffen habe,
wie ich eure Kommemtare freischalten kann
ohne sie zu löschen.
Schau ma mal.
Ein paar Tage bleiben noch.
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Meinem Fuß geht es recht gut.
Ich war einige Male beim Wundermasseur.
17 Jahre werkt er bereits an meinem Körper herum.
Meine Güte. So eine lange Zeitspanne.
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Ein Telefonmann hat angerufen und wollte mir verkaufen,
dass ich doppelt so schnell surfen könnte ...
Weiter habe ich ihn nicht sprechen lassen.
Er soll sich einmal meine wackligen Leitungen ansehen,
da bin ich froh, wenn ich überhaupt Internet habe.
Hat mich zum Lachen gebracht.
Die Leute im Callcenter haben keine Vorstellungen davon,
was es am Land noch gibt.

Samstag, 8. August 2020

EKELTIERE


Jedes Jahr schreibe ich das.
Ich weiß.
Aber ich habe zwei Arten von Ekeltieren.
Ohrenschlüpfer und Mäuse.
Ohrenschlüpfer sind jetzt.
Ohrenschlüpfer sind schrecklich.
Beim Haus stehen die Türen ins Freie immer offen.
Und sie kommen.
Meine Feinde.
Mit einem habe ich gebadet.
Musste mich beherrschen um nicht kreischend aus der Wanne zu springen.
Er war dann schon tot und im Schaum verborgen.
In der Küche können sie überall sein.
Im Topf mit den gekochten Erdäpfeln
oder unterm Geschirrtuch.
Jedesmal ein Schock.
Niemand kann mich verstehen.
Wo ich doch sonst weitgehend resistent gegen alle Arten von Schmutz,
Spinnen, Schlangen und sonstiges Getier bin.
Zwei Zentimeter krabbelndes Miniungeheuer machen mich fertig.

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Dass heute Weltkatzentag ist, darf nicht unerwähnt bleiben.
Im Sternzeichen des Löwen.



Freitag, 7. August 2020

WUNSCHBALLADE


Johann Wolfgang von Goethe
DER FISCHER
 
 Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?«

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.


Eine Ballade wurde gewünscht. Bitteschön. Goethe geht immer.
Ich mag Balladen. Konnte in der Schule eine Menge auswendig.
Das Versmaß ist beruhigend, irgendwie meditativ.
Und die Melodramatik bringt mich zum Lachen.

 

Donnerstag, 6. August 2020

SHOPPEN

Bei Regenwetter bin ich shoppen gegangen.
Mit der Idee war ich nicht allein.
Ich wohne an der Grenze von Nieder-  zu Oberösterreich.
Maskenpflicht:
Niederösterreich nur im Lebensmittelhandel, Apotheke, etc.
Oberösterreich im gesamten Handel.
Weil ich in bestimmte Geschäfte wollte,
fiel die Wahl auf Oberösterreich.
Und auf das Gesichtsschild.
Mich stresst die Einkauferei damit.
Alles war nass und angelaufen.
Brillen und Schild.
Ein Kind hat mich angestarrt.
Bei meinem aufgelösten Anblick würde ich auch starren.
Glücklicherweise sehe ich mich nicht.
Ich bin in den letzten Wochen um Jahre gealtert.
Sorgenfalten, Gramfalten, Schmerzfalten.
Die ganze Situation, die Unpässlichkeiten  und die wenige Bewegung zehren an der Rest-Schönheit.
Und jetzt bestelle ich mir Plastiknasenschilder.
 Menschen tragen die inzwischen
und lassen dezent die Nase raushängen.
Viele Leute waren auch ohne Maske unterwegs.
Keine Viren-Fälle da in der Gegend.
Ich wünsche mir endlich eine andere Zeit.
Gekauft habe ich noch zwei Leinenkleider.
Weil die so angenehm und praktisch sind.
Seltsamerweise trage ich nach all den Hosen-Jahrzehnten Kleider.


Mittwoch, 5. August 2020

WIE FRÜHER


Langsam mache ich wieder Dinge wie früher immer.
Z.B. beim Teich einen Spritzer trinken und ein Brot essen.
Erdäpfelkasbrot.
Das ist ja nicht wirklich ein kulinarisches Highlight,
aber ansonsten gibt es beim Buffet Speck und Käsekrainer.
Nix für mich.
Aber das wie früher tut schon gut.
Hier in der Gegend merkt man sowieso nix vom Coronageschehen.
Ist weit abseits von allem.
Nicht einmal Viren verirren sich hierher.



Dienstag, 4. August 2020

BARFUSSSCHUHE UND KLEID



 Die Barfußschuhe habe ich beim großen Versand gekauft.
Wenn das Gehen damit funktioniert, besorge ich mir teurere.
Ganz aus Leder.
Denn so chinesischen Plastikdinger mag ich nicht gerne.
Jetzt trage ich sie täglich kurze Zeit.
Nachher tun mir alle Gelenke weh,
die ja allesamt nicht ganz neu sind.
---
Das Kleid wollte ich noch herzeigen.
Ist uralt.
Ist aus einer Zeit, als ich noch nähen konnte.
Das kann nicht in diesem Leben gewesen sein.
Denn Knopf annähen geht gerade.
Dann ist Schluss.
Ich hab in der Schule nähen gelernt.
So richtig mit Schnittzeichnen, Zuschneiden etc.
Ich habe es gehasst.
Schule betreffend habe ich fast alles gehasst.
Eindeutig die schlimmste Zeit meines Lebens.
Jedenfalls ist das Kleid eigentlich erstaunlich.
Da ich es aber nie trage,
kann man den alten Beweis meiner Kreativität entsorgen.



Montag, 3. August 2020

TAGE


Das Glückskeks sagt:
"Ihre Geduld wird reichlich strapaziert, aber letztlich doch belohnt."
Und das ist jetzt wirklich der allerletzte weise Spruch.
Schade.
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Mit der Fußausrede habe ich seit Wochen nix erledigt.
Für August habe ich Vorsätze,
sonst läuft mir das Jahr noch davon. 
In Wien hätte ich auch etwas zu tun,
aber so viel traue ich mir gehmässig nicht zu.
Und Bahnfahren möchte ich aus Gründen nicht.
Also müsste ich mit dem Auto -
alles zu mühsam.
Doch lieber Badeteich.
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Auch wenn die Teichsaison hier heuer äußerst kurz ist,
sie ist bemerkenswert schön.
Entschädigt ein wenig für die sonstigen Entsagungen.
Wenn ich mich auch jeden Tag neu motivieren muss,
denn früh am Morgen und mit Auto.
Aber es lohnt.


Sonntag, 2. August 2020

DER MENSCH IST NICHT NUR KÖRPER



Das Glückskeks sagt:
"Sie entschärfen gekonnt heikle Situationen."
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Zwei Bücher von Juli Zeh habe ich bestellt.
"Corpus Delicti" und "Fragen zu Corpus Delicti."
Juli Zeh lese ich gerne und das Thema in den Büchern ist ein moderner
Dauerbrenner, hochaktuell.
Es geht um Gesundheitsdiktatur.
Der Mensch ist nicht nur Körper,
aber es entsteht immer mehr der Eindruck,
dass er ausschließlich Körper ist.
Denn für den Body wird alles aufs Spiel gesetzt.
Seelische Gesundheit, Freude, Freiheit, Wohlstand, Nähe ....
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Ich habe es jetzt von irgendwelchen gescheiten Leuten auf YouTube gehört:
"Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben."
Das sage ich bereits seit Monaten.
Man kann sich nicht von Viren vor sich hertreiben lassen.
Und da der Mensch nicht nur Körper ist,
bleiben Seele und Geist auf der Strecke,
wenn man sich nur mit dem manifestierten Fleisch befasst.
Das sind die Probleme der Schulmedizin,
die nur den einen Aspekt des menschlichen Seins zu heilen versucht.
Ja. Sie haben mir meinen Körper gerettet,
aber für ein lebenswertes Leben muss ich sorgen.
Ich bin froh, dass ich nicht immer der Meinung der Ärzte vertraut habe,
sie können bestenfalls Berater sein.




Samstag, 1. August 2020

TEICH UND SOMMER


Es ist kaum zu glauben, aber ich war jetzt doch einige Male schwimmen.
Nicht in dem Miniteich vom Foto, sondern richtig.
Sehr schön.
Immer am Morgen, vor den Menschen.
Es ist seltsam, wenn im Teich 80 cm große Karpfen in der Nähe aus dem Wasser springen.
Ein bisserl unheimlich.
Das Gruseln vor den unergründlichen Tiefen in denen Ungeheuer oder Prinzenfrösche,
Wassermänner, Nixen, Undinen auf Opfer warten.
---
Glückskeks:
"Ein Flirt begeistert Sie."
Naja.