Montag, 23. August 2010

TSCHECHISCHER JAHRMARKT

In einem kleinen tschechischen Grenzort war Jahrmarkt.
Nah und doch so fern.
Lebkuchenherzen gibts bei uns auch.
Die Kokoswürste sind fast in Vergessenheit geraten.



Die Musik war sehr slawisch.
Hätte hunderte Kilometer weiter östlich sein können.

Dudelsack.
Die kleinen Zuhörer.

Sonntag, 22. August 2010

FUNDSTÜCK

Wie hübsch unscheinbare Kleinigkeiten sein können.
Nur eine Flechte.

Samstag, 21. August 2010

BLUMEN DER SONNE

Blumen der Sonne
leuchten im Regen
Blüten
die das Herz öffnen
und mich lachen
machen


Freitag, 20. August 2010

SOMMERFRISCHE


Wikipedia Sommerfrische:
"Erholungsaufenthalt der Städer auf dem Lande zur Sommerzeit",
"Landlust der Städter im Sommer".
Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert geprägt. Mit Sack und Pack, dem gesamten Hausrat und Personal übersiedelte die adelige oder großbürgerliche Familie für einige Monate von der Stadt aufs Land. In Österreich waren das Salzkammergut und die Gegend um den Semmering besonders beliebt. In manchen Regionen hält sich auch heute noch dieses Flair der Langsamkeit, der beschaulichen Landidylle, wo die Städter versuchen die verstaubte Seele baumeln zu lassen, sich verkleiden in Loden und Lederhosen mit Wadelstutzen, die bedirndelten Stadtschönen ihre Schmetterlingsliebe raushängen lassen. Dafür verzichtet Mann und Frau schon einmal gerne auf jeden Komfort, je naturnäher, desto sommerfrischer.
Jährlich spotte ich darüber, wenn ich ins Salzkammergut komme, weil ich gar nicht begreife, warum die Berge nur im Dirndl schön sind. Jetzt greift das Trachten-Revival auch bei mir um sich, zurück zum Ursprung oder so ähnlich ....

Donnerstag, 19. August 2010

KUNT + BUNT

Aufgelesen: Interview mit Gerard Depardieu:
"Ich hasse Arbeit" und "..mit 63 gewinnt das Fett glatt gegen die Muskeln. Ich werde einfach immer mehr und mehr... Irgendwann wenn mein Ende gekommen ist, werde ich wahrscheinlich explodieren. ...."
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86.000 Euro wurden für den Aldi-Mercedes geboten. Der einem James Bond Auto gleicht. Gepanzerte Fenster und Türen, die sich sprengen lassen, Abhörvorrichtungen mit 30 m Reichweite, Telefon im Kofferraum im Falle einer etwaigen Geiselnahme, etc.
Armer reicher Mann.
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In einem alten Poesiealbum um 1900 gefunden:
Zum Andenken!
So lange die Erde Vergissmeinnicht bringt,
So lange der Efeu die Bäume umschlingt,
So lange vergisst ich Dich nicht,
Bis mir der Tod die Augen bricht.
Von Deiner Freundin Mitzl Hofbauer

Mittwoch, 18. August 2010

BEEREN

Voll mit Beeren ist der Wald
in den Mund essend
wähle ich
Himbeer-Heidelbeer Kombinationen
oder Variationen von Resterdbeeren an Schwarzbeeren
es gibt auch alles bunt gemischt
oder pur
unverfälschte köstliche Geschmacksexplosionen
sind sie immer.

Dienstag, 17. August 2010

WORTUPDATE

Sprache lebt, verändert sich, entwickelt sich.
Aber warum müssen die neuen Begriffe so gestelzt daherkommen?
Kompetenzzentrum - das neueste Wort, das ich gefunden habe. Ein Haus wird gebaut und in dem wird alles mögliche drinnen sein. (Das ist so neu doch gar nicht!). Einige Ärzte, ein Kaffeehaus und eine Servicestelle.
Auch neue Berufsbezeichnungen wollen über miese Jobs hinwegtäuschen. Ob sich die ehemalige Tippse als Assistentin besser fühlt? Die Bedienerin als Raumpflegerin den Bodenpflegestab schneller schwingt? Eine Verkäuferin ist eine Kundenberaterin, kriegt aber dafür auch nicht mehr Lohn.
Verkaufsaffinität, Multitasker, Teamplayer - all das lese ich in Annoncen.
Telefonmarketing hieß früher schlicht und ergreifend Keiler.
Aber ja, warum nicht, Hauptsache alle sind glücklich damit.


Für Wiener/Innen. In welchem Kaffeehaus war ich?
Besonders angetan bin ich von der rot-puffigen Nische.
Erinnert mich an das Hotel Orient.
Ja, das kenne ich auch.

Montag, 16. August 2010

DAS LEBEN IST KEIN WUNSCHKONZERT

Bös erwischt hat es mich dieser Tage.
Weltschmerz, Endzeitkater.
Nach einer wirren Nacht
hab ich mir auch tagsüber die Tarndecke über den Kopf gezogen
alles abgesagt
bin ins Moor gegangen
ganz langsam
gespürt, gerochen, gefühlt, geschaut
Beeren gefunden
Schritt für Schritt
die Traurigkeit abgegangen
und zur Erdung
beim Lieblingswirten vorbeigefahren -
der hat auf der Speisekarte alles "an" und "von" und wirklich köstlich
und ich bestelle in meiner tiefdunklen Depression ein nichtadeliges Cordon Bleu -
so etwas habe ich sicher schon 30 Jahre nimmer gegessen.
Wenn es mir nicht gut geht,
weiß ich wohl auch nicht,
was mir schmeckt.
Na, es war ok,
aber dafür brauche ich nicht zum Kochaufsteiger des Jahres gehen.
Ja, das Leben ist kein Wunschkonzert
(der Spruch ist nicht von mir, den habe ich im Netz gefunden).

Sonntag, 15. August 2010

HÖHENANGST

Der Job ist nix für schwache Nerven.
Da brauche ich nur lange genug zuschauen und ich kriege die Krise.

Samstag, 14. August 2010

SOMMER

Der Sommer neigt sich
auch wenn ich die Tage nicht zählen will
die ich noch habe
leben will
ins Endlose
wozu denken
was sicher kommt
besser die süße Schwere der Ernte genießen

Freitag, 13. August 2010

IN DER STADT


In der Stadt schwanken meine Gefühle
zwischen: witziges urbanes Leben
und hässlich abgefuckt.
Aber, ich muss da nimmer leben,
nein, das möchte ich nicht.
Menschen zusammengeklumpt in fahlfarbenen Straßenschluchten.
Wie ist das tägliche Betongrau und all die Tristesse auszuhalten?
Alle Sinne auf dumpf stellen?



Alles kommt wieder oder bleibt gleich.
Frauen in der Kombinesch am Kanal.
Das gabs schon, wie ich Kind war.


Donnerstag, 12. August 2010

EKEL


Jeder hat die eigenen Ekelmonster.
Zu meinen gehören Ohrschlüpfer, die jetzt am Sommerende auf wieselflinken Beinchen ihren Weg in die Küche finden. Der Raum hat eine Türe ins Freie und da haben die Mehrbeiner leichtes Spiel in alle möglichen Ritzen und Ecken zu kriechen. Das Beste ist ja schon einmal, wenn ich den Ausgang öffne, und die herzallerliebsten Tierchen purzeln überrascht auf mich drauf. Igitt. Gerade hab ich ein Gurkenglas aus dem Kühlschrank genommen und beim Öffnen des Deckels ist ein putzmunteres Kerlchen in der Flüssigkeit gelandet. Wo kann der nur versteckt gewesen sein? Ich habe auch schon Besuch bewirtet, der dann am Tassenboden einen aufgebrühten Käfer gefunden hat ...urpeinlich. Dass sie am liebsten in meiner Brotdose wohnen, muss ohnedies klar sein.
Es soll Menschen geben, die kleine Nester in Bäumen für diese reizenden Tierchen bauen, um ihnen eine bessere Möglichkeit für ihre Vermehrung zu bieten. Weil prinzipiell sind Ohrschlüpfer Nützlinge, die Blattläuse fressen. Also, ich tät all meine Rosen und sonst auch noch einiges opfern, wenn sie mir vom Leib blieben.
Als Kind hat man mir diese Geschichten von den Ohrschlüpfern erzählt, die sich durchs Ohr bis ins Gehirn fressen ....
Das glaube ich nicht mehr, aber ich finde sie so eklig. Stehen in meiner Graus-Liste ganz weit oben, werden nur mehr von Kakerlaken getoppt.
Die gibts glücklicherweise bei mir nicht.

Mittwoch, 11. August 2010

DIE KLEINEN WUNDER

Die kleinen Wunder gibt es nebenbei,
überraschend und geschenkt.

Es gab am Lipno-Stausee einen Campingplatz (ich habe bereits einmal darüber geschrieben), den ich sehr gemocht habe, wo ich immer glücklich war. Wo viele Erinnerungen geblieben sind. Ein wunderbarer Ort mit einer Schwingung außerhalb von Zeit und Raum. Ein Platz, wo der Himmel die Erde berührt. Dann wurde dort alles gesperrt und im darauffolgenden Jahr waren Baumaschinen unterwegs, um den ganzen Hügel mit Häusern zu verbauen. Im nächsten Jahr habe ich wieder vorbeigeschaut, es war alles verwildert, und man sagte mir: Investor kaputt.
Heute war ich da, die Natur erobert sich den Platz zurück, die alten Gebäude verfallen auch zusehends, aber der Zugang zum See ist frei und kein Mensch breit und weit. Alles für mich allein. Ich denke, der Platz wird für mich da sein, solange ich ihn benützen möchte.
Eine verschlungene Geschichte, wie die Äste der Föhre.

Dienstag, 10. August 2010

DAS KLEINE GLÜCK

Gestern sagte jemand zu mir:
"Im Waldviertel geht man nicht Pilze suchen,
da geht man Schwammerln holen."
So schlimm war es heute mit dem Überfluss nicht,
aber der Wald hatte einiges zu verschenken.
Himbeeren und Heidelbeeren in den Mund gestopft.
Auf dem Mofa über wilde Waldwege geritten,
großen, gut erzogenen Fürchthunden begegnet ...
Kleines bescheidenes Glück.

Montag, 9. August 2010

DIE NEUEN NEGER

Anscheinend können wir ohne Diskriminierung einzelner Gruppen nicht leben.
Zu Negern sagt man jetzt Schwarzafrikaner und Eskimos heißen politisch korrekt Inuit, Lebensmittel, deren Namen von den Begriffen abgeleitet wurden, werden tunlichst umbenannt - wieso heißt die Firma Eskimo noch so und nicht Inuit?
(Kein Negerkuss, Mohr im Hemd, Indianer mit Schlag. Warum regt sich niemand über Russen und Frankfurter auf? Europäer dürfen gegessen werden?)
Dafür gibt es jetzt andere Gruppen, auf die gesellschaftspolitisch hingehauen werden darf.
Die Raucher und die Dicken.
Was sich da in den letzten Monaten an Irrsinn tut, ist ganz erstaunlich und ich kann mir nicht erklären, welche Lobbys dahinterstehen. Die Aktionen sind ja ganz nett, es gibt aber immer mehr Raucher. Genauso wie trotz all der Light-Produkte die Menschen immer fetter werden.
Die Raucher werden in die hintersten Kämmerchen oder ins Freie verbannt, jetzt sollen womöglich auch die Zigarettenpackungen vereinheitlicht werden. Mit allen möglichen Drohsprüchen sind sie bereits versehen. Rauchen ist wirklich völlig out und es braucht schon ein gesundes Selbstbewusstsein, um sich damit nicht schlecht zu fühlen. Wenn man/frau zu dick ist, detto.
Der richtige Staatsbürger ist rank und schlank und gesund und sportlich mit einem Wort: perfekt.
Wieso fällt mir Retorte dazu ein??
Welche Gesellschaft ist das, die ständig maßregeln und diskriminieren muss, um sich selbst besser zu fühlen?
---
Ich habe einmal geraucht und empfinde heute rauchfreie Räume als sehr angenehm. Mein Übergewicht hält sich auch in Grenzen. Also gehöre ich zu den erwünschten Einwohnern ohne sichtbares Fehlverhalten. Langsam werde ich wohl zu alt, das wird dann die nächste Gruppe sein, die aus den Reihen der Guten ausgeschieden wird.

Sonntag, 8. August 2010

DER RITT AUF DEM HÖLLENHUND

Diese beiden Fotos wollte ich euch nicht vorenthalten.
Eine Statue bei einem "Brünnl" unterhalb einer sehr schönen Marienwallfahrtskirche mit starker Energie.
Was soll wohl der Ritt auf dem Schwein bedeuten?
Höllenritt halbnackt?
Der sehr sündige Büßer mit Höllenhund?
Ich bin ratlos und amüsiert.
Das Richtige für meine Kuriositätensammlung.

Samstag, 7. August 2010

VORSORGEN

Das regnerische Wetter genutzt,
um die Wintervorsorge zu treffen.
Ein wenig Holz geschnitten,
in die Scheune geräumt.
Die nächste Kälte kommt bestimmt,
auch wenn heute noch Lilien blühen.
Es ist es gut,
genug Holz vor der Hütte zu haben.

Freitag, 6. August 2010

TRÄUME

Eine schlimme Nacht gehabt.
Träume lassen mich wirr in den Morgen gehen.
Seltsame Leichen und geklautes Geld,
aufgekündigte Freundschaften,
anstrengend waren die Stunden in der Horizontalen.
Im Wachbewusstsein geht es mir nicht viel besser.
Gerade wieder finde ich das Weltgeschehen gar nicht komisch,
einerseits werden ganze Gegenden mit Sack und Pack weggespült,
andererseits brennt das Land noch monatelang,
die Tage, wo auch wir die Auswirkungen der globalen Katastrophen spüren werden
sind schon recht nah
teure Brötchen, die wir uns dann dünn schmieren werden
und wer spricht da noch von Wirtschaftswachstum?

Donnerstag, 5. August 2010

WIESO???

Wie geht das nur,
dass ich immer in der langsamsten Schlange vor der Kasse stehe?
Heute hab ich eine neue Art von Perfektion in dieser Disziplin erreicht.
Ich habe 3 Mal zwischen 2 Zahlstellen gewechselt,
und es geschafft, immer wieder sozusagen hinter mir zu sein.
Und im 2. Supermarkt hat sich aus Boshaftigkeit und mir zufleiß die elektronische Kasse verrechnet. Die hat einfach Dinge angeführt, die es am Laufband gar nicht gab.
Das brachte mich vollends ins Hintertreffen.
Unaufholbar abgeschlagen.
In Zukunft werde ich den Sport verstärken -
ich werde mich immer bei der langsameren Schlange anstellen
und beleidigt sein, wenn ich verliere.
Wäre doch gelacht, wenn ich am Ende nicht doch gewinne ...

Mittwoch, 4. August 2010

ICH KANN'S NICHT LASSEN

Schon wieder hab ich es getan.
Ich kann es nicht lassen.
Obwohl - ein klein wenig schlechtes Gewissen habe ich dabei.
So etwas tut frau einfach nicht.
Jemanden ärgern.
Mutwillig.
Einfach so.
Ich hab ihn gelockt.
Auf einem Grashalm gepfiffen.
In den sehnsuchtvollsten Tönen.
Mit Herzklopfen gewartet.
Ob ich er/gehört werde.
Dann ist er aus dem Wald gesprungen.
Voller männlicher Kraft und Saft.
Stolz die ganze Statur.
Suchend hat er in die Runde geblickt.
Und dann die Enttäuschung.
Da war nichts.
Keine willige Rehgeiss.
Getäuscht wurde der Bock.
Tja, so übel spielt einem das Leben manchmal mit.

Dienstag, 3. August 2010

AUFGELESEN

Aus der Sonderangebotskiste gefischt:
Dietmar Wischmeyer: Die Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten.
Die Sprache ist zwar derb, aber bitte, wie fallen einem solche Sachen ein?
...marodierende Schweinerotten durchpflügen die topgepflegte Monokultur und kacken an Edelkarotten....
Bambikaltmachen
....Breibandvernichtung ganzer Landstriche durch Freizeitblödsinn und Schnittblumenimport...
...achten Sie auf den Beipackzettel ihres Vollkornbrötchens...
....selbst der eigene Teppichboden, den man für einen anspruchslosen Partner hielt, schreit nach Liebe und Fürsorge...
Ziemlich witzig dieses Mundwinkelhochziehbuch.

Montag, 2. August 2010

AM SONNTAG

...unterm Sonnenschirm ...
...unterm Tisch ...

Sonntag, 1. August 2010

ENTENDRACHENBOOTRENNEN

Beim Drachenbootrennen hat die Entenformation
ganz neue Maßstäbe gesetzt.

Samstag, 31. Juli 2010

WIE EISKALT IST DAS HÄNDCHEN

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Antiquitätenhändler eine sehr hübsche, fast schwarze Biedermeier-Hand auf einem Sockel gekauft. Das Stück war detailgenau ausgeführt und ich hatte meine Freude daran, bis mich jemand aufklärte, dass ich ein Präparat erstanden hätte. Hat ausgesehen, wie aus Holz geschnitzt, war es aber eben nicht, sondern eine Menschenhand ausgestopft sozusagen. Im Biedermeier wurde schon einmal ein Händchen der Liebsten konserviert und als ewiges Andenken am Nachtkästchen aufgestellt. Der Umgang in dieser Zeit mit Tod war ein völlig anderer. Die durchschnittliche Lebenserwartung war niedrig. Viele Kinder haben das Erwachsenenalter nicht erreicht. Symbole der Endlichkeit waren alltäglich. Die Geschichte habe ich dann dem Freund mit Sinn fürs Makabere erzählt und er wollte für seine Kuriositätensammlung das seltene Stück gerne haben.
Bei unserem jetzigen Treffen sprach er davon, dass er mittlerweile das Händchen auch schon unheimlich findet ...
Wer mag schon zwischen abgeschnittenen Händen leben ...

Freitag, 30. Juli 2010

TRAURIG

Mein bester Freund hat einen Herzschrittmacher bekommen
und sonst krankt er auch an allen möglichen Ecken und Enden.
Was ich erzählen möchte:
er verändert sich
das ist schwierig für mich
der Mensch, den ich lange gekannt habe, verschwindet immer mehr
das, was uns verbunden hat, wird weniger
fremd sind die Alters/Krankheitserscheinungen für mich
das, was ihn im Diesseitigen gehalten hat, löst sich langsam auf
Schritt für Schritt
Tag für Tag.
Nein, das ist nicht schön und auch nicht angenehm
und gerne hätte ich es ganz anders.

Donnerstag, 29. Juli 2010

SCHWARZER HUMOR

Mit Freunden, die ich schon lange nicht gesehen hatte, getroffen.
In Gmunden.
Der Ausblick vom Hotelzimmer im Regen.
Es war trotzdem schön.
Das Wetter dann auch nicht so schlecht.
Gmunden ist einer meiner Salzkammergutfavoriten. Das kleine Hotel hat einige wunderschöne Zimmer.
Kleinkunstkabarettist ist die Profession des männlichen Teils des Freundespaares. Und vormals verdiente er die Brötchen als Leichenredner. Da ist es wohl vorstellbar, dass der schwarze Humor mit Hang zum Morbiden unser größtes gemeinsames Vielfaches ist. Wenn der Gasthof gleich neben den Hangrutschungen liegt, die vor einigen Jahren die Häuser Richtung See geschoben haben und auch kürzlich wieder ein Stück Berg lieber weiter unten sein wollte, dann schreckt das schwarzhumorige Menschen keineswegs. Auch wenn es gerade regnet.

Mittwoch, 28. Juli 2010

STILLHALTEN UND LIEB SEIN

Unter den Touristen, die da so unterwegs waren, gab es viele altgediente Ehepaare. Die Frauen mit Dauerlächeln im Gesicht und Angst in den Augen. Die Männer: nur grantig ist mächtig, unerwachsene alte Kinder. Schlimm die festgefahrenen verteilten Rollen. Dieses Frauenstillhalten, immer nur lieb und brav sein, keine Wellen, damit die Scheiße nicht hochkommt. Verkrustete Abkommen, die ein Miteinander aushalten lassen. Paare in Mustern erstarrt, jede Bewegung vermeidend. Den Anblick der unwirschen Männer ertrage ich leicht - der ist mir egal, aber bei den zwangslieben Frauen wird mir ganz schlecht.

Dienstag, 27. Juli 2010

VOM KOFFER PACKEN

Manche Sachen lernt frau nie.
Dazu gehört bei mir das Maß aller auf Reisen mitzuführenden Dinge.
Ich bin immer eine mit dem größten Koffer,
auch wenn ich daheim die allerbesten Vorsätze hege.
Heimlich still und leise schaffen es auf unerklärlichem Wege doch noch etliche Hosen und T-Shirts, Jacken und Pullover für alle möglichen Eventualitäten ins Gepäck zu schlüpfen. Zu viele Schuhe habe ich dabei, mit Unterhosen und Socken schaffe ich die richtige Anzahl, weil die brauche ich nur abzuzählen. Ich weiß nicht, wie das andere Menschen machen, ein wenig beneide ich sie, die mit dem kleinen Gepäck - die rennen doch dann fern der Heimat auch nicht nackt. Das muss wohl eine meiner Urängste sein und dafür schleppe ich mich mein Leben lang unnötig ab. Unter vielen Jacken, Hosen, Schuhen kann ich in der Ferne wählen - seltsam, dass ich oft nichts Passendes zum Anziehen dabei habe!
Es gibt halt Dinge, die ändern sie nie....