Weil ich etwas besorgen wollte,
war ich kurz über der tschechischen Grenze.
Es ist jedes Mal eine fremde Welt.
Z.B. all die vietnamesischen Nagelstudios,
die ihre Musterkrallen auf der Straße ausgestellt haben.
Diesmal habe ich auch einen Blick ins Innere eines Lokals geworfen,
fernöstliche Musik und zartgliedrige Frauen und Männer kleben und werken an der
ultimativen Fingerendschönheit.
Fast wäre ich versucht gewesen,
mich mit Blüten bestücken zu lassen.
Einfach der Atmosphäre wegen.
Wenn man dann so kostbare Ersatznägel sein eigen nennt -
was macht man den ganzen Tag mit den Händen?
Anstaunen?
Denn so richtig arbeitstauglich sind die wohl nicht.
Die Grenzorte sind fest in asiatischer Hand.
Vietnam, China fällt mir dazu ein.
Zusammgebastelte Hütten und Verschläge,
Talmi und viel Gwand, Schuhe, Taschen.
Und alles, was man sonst auch nicht braucht.
Mein Kitschherz schlägt immer höher, wenn ich die Chinaware sehe.
Fast hätte ich eine Mütze gekauft,
aber dann konnte ich mich doch zurückhalten.
Jedenfalls habe ich beschlossen, bald einen längeren Ausflug ins Nachbarland zu machen.
Ich war in diesem Jahr so selten,
und das Staunen ins Fremde fehlt mir.
Ich muss ja keinen Schinken kaufen, der grünstichig abgepackt in der Kühlung schlummert und der Chinese an der Kassa bildschirmbeschäftigt lässt sich von solchen Kleinigkeiten nicht beirren.