Donnerstag, 24. September 2015

IMMER WIEDER EINE FREUDE


Wenn der erste Anblick in der Früh
das Reh beim Apfelbaum ist,
dann ist das immer wieder Freude.
Fühlt sich für mich so beschenkt an.
Auch wenn ich auf einen Hintern schaue.


Mittwoch, 23. September 2015

FLUCHTGESCHICHTEN


Mehr oder weniger zufällig mit einem Polen ins Gespräch gekommen,
der eigentlich aus der Ukraine stammt,
und traurig darüber ist,
dass jetzt dort alles zerbombt wird.
Jedenfalls erzählte er mir,
dass es großer Sport in Polen sei,
mit Metalldetektoren den Boden abzusuchen
und die, von den nach dem 2. Weltkrieg geflüchteten Deutschen, vergrabenen Schätze zu heben.
Neben Wertvollerem z.B. auch 200 Gläser eingewecktes Fleisch, das wohl jetzt das Ablaufdatum bereits überschritten hat.
Meine Großmutter, Gott hab sie selig, hat auf der Flucht den Familienschmuck unter einer Eiche vergraben.
Im Irgendwo. 
Die Hüfte hat sie sich beim Flüchten gebrochen.
 Ist bis Wien mit dem Pferdewagen weitergefahren.
Sie war dann lebenslang krumm, was sie nicht daran gehindert hat, über 90 Jahre alt zu werden.
Das Gespräch war beruhigend.
Ständig und immer wird und wurde herumgeflohen.
Nix ist fix.
Und prinzipiell muss das Leben einen tragen.
Hauptsache die Vorräte sind groß genug. 
Damit es später etwas zu finden gibt.


Dienstag, 22. September 2015

ERNÄHRUNGSNACHTRAG


Der Ordnung halber muss ich noch diesen Nachtrag liefern:
seit etlichen Monaten esse ich weitgehend ohne Getreide.
Jetzt habe ich ein Blutbild machen lassen.
Ist nicht wahnsinnig viel besser.
Wahrscheinlich sind all die Torten, Schokolade und Wurstsemmeln auch nicht so gesund.
Ein paar Kilos habe ich abgenommen und wohler fühle ich mich.
Aber egal:
die Lieblingsärztin meint,
das Blutbild sei schön genug.
Und jetzt denke ich einfach nimmer länger daran.
Brot und Nudeln bleiben weiterhin tabu.

Montag, 21. September 2015

ZU SCHADE


Das sind Bio-Weihnachts- Martinigänse.
Wenn man ihnen nahe kommt, müssen sie sich furchtbar aufregen.
So hübsche witzige Tiere.
Wenn sie nicht so gut schmecken würden.
Eigentlich zu schade zum Aufessen.


Sonntag, 20. September 2015

SPORT IST MORD



Heuriger in der Wachau

Beim Wachau-Halbmarathon starben zwei mittelalte Männer an Herz-Kreislaufversagen.
---
Vergangenes Wochenende war hier bei mir Wandertag.
Die 20 km Strecke führte bei meinem Haus vorbei.
Und jetzt bin ich ätzend und gemein:
die meisten wenigen Leute, die 20 km gingen,
waren alte Männer, hinkend und mühevoll.
Sie mussten den Beweis antreten, dass sie noch lebendig sind.
Und ich dachte, hoffentlich überleben sie die Anstrengung.
In manchen Fällen ist eben
Sport Mord.
Und der Ausspruch ist gar nicht von mir.
Interessant ist auch, dass die mehreren Leute, nicht links und rechts schauen,
wenn sie so am vorgegebenen Weg sind.
Sie haben nur das Ziel vor Augen.





Samstag, 19. September 2015

IN DER STADT


Seit ich kaum mehr nach Wien komme,
erledige ich vieles in Linz.
Und das geht wirklich gut.
Autobahn bis fast ins Zentrum
und ein Garagenplatz ebenda.
Alles sehr flott und einfach.
Kein Stau, keine Parkplatzsuche.
Und ich bin auch gleich wieder daheim.
Ein neues Lokal über den Dächern habe ich entdeckt.


Freitag, 18. September 2015

ALLES GUT


Beim schönsten Herbstwetter habe ich eine Runde mit dem neuen Gefährt gedreht.
Dabei ist mir eingefallen, dass ich nie ein Motorrad wollte,
weil ich vor der Geschwindigkeit Angst habe.
Kein Airbag, keine Knautschzone.
Haha.
Aber in der ersten Zeit habe ich mich am alten Moped auch gefürchtet.
Muss halt üben.
Kurven besonders.
Die Ausblicke sind sowieso prächtig.
Alles gut.
Sehr gut.


Donnerstag, 17. September 2015

AUFGERÜSTET



Mit Tränen in den Augen habe ich mein geliebtes Moped (ganz oben)
gegen den Roller getauscht.
Sieht ja beides ziemlich gleich aus.
Nur beim Gasgeben merkt man den Unterschied.
3,5 Pferde gegen 12.
Ich stelle mir dann vor, wie 12 schwarze Rösser vor mir herrennen.
Sie würden es wohl kaum für weniger als 3 Liter Sprit auf 100 km tun.
Da gehts schon recht flott dahin.
Über 5000 km hat mich das Moped in knapp 3 Saisonen gemütlich durch die Gegend getragen.
Der Scooter hat jede Menge Stauraum,
mit dem kann ich sogar zum Einkaufen fahren.
Ich freue mich.


Mittwoch, 16. September 2015

SEELENAUFTANKPLATZ


Seit ich diesen Waldteich entdeckt habe,
ist er mein bevorzugter Auftankplatz.
Wirklich paradiesisch.
Und meist ist niemand da.
Gehört zu irgendeiner Forstverwaltung -
also, alles verboten für gewöhnliche Menschen.
Aber sitzen und genießen ist erlaubt
und die Stille ist fast aufdringlich,
hier mitten im Wald.
Ziemlich viel Glück auf einem Fleck.



Dienstag, 15. September 2015

NASE


Manchmal liegt auch nur eine Nase herum.


Montag, 14. September 2015

HENDILOS


Vielleicht ist es Zufall
oder auch nicht.
In letzter Zeit treffe ich immer wieder auf Leute ohne Handy.
Ohne Uhr.
Männer im mittleren Alter.
Ich trage ja auch schon ewig keine Uhr,
Handy war noch nie meines.
Ich kann einer permanenten Erreichbarkeit nix abgewinnen.
Letztens war ich am Moped unterwegs,
habe einen Anruf erwartet,
beim Klingeln bin ich stehen geblieben,
hab mir den Helm vom Kopf gerissen
und dann war jemand dran, mit dem ich nicht sprechen wollte.
Eigentlich bin ich telefonisch kaum erreichbar,
aber mir wichtige Dinge erfahre ich immer.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich schon jemals etwas verpasst habe.
Für mich gehört es zu meiner Freiheit,
Kontakt zur Mitwelt zu haben, wann es mich freut.
Aber wenn ich auf jemanden treffe, der sagt,
er hätte kein Handy, erstaunt mich das doch.


Sonntag, 13. September 2015

BÄUME


Ich lese gerade das Buch
von Peter Wohlleben:
"Das geheime Leben der Bäume".
Hochinteressant.
Die Kommunikation der Riesen,
ihre gegenseitige Unterstützung,
das soziale Zusammenleben.
Wir sind gerade erst am Anfang zu begreifen, wie fein durchdacht, aufeinander abgestimmt
unsere Umwelt ist. Da greifen unzählige Rädchen ineinander.
Ich schreibe jetzt nicht,
wie viel Schaden der Mensch mit seinem unachtsamen Umgang mit Natur anrichtet.
Nein, ich sage -
es ist wunderbar dieses Miteinander zu  sehen.
Und Bäume müssen sozial sein.
Sie können weder umziehen, noch flüchten, können sich nicht scheiden lassen , auch mit verreisen tun sie sich schwer -
sie müssen dort wachsen, wo der Samen hinfällt.



Samstag, 12. September 2015

SCHON WIEDER BEIM NACHBARN



Am Lipno-Stausee.
Das Wetter war trübe und angenehm.
Der See ist immer schön. 
Stimmung wie in Norwegen.
Mit der Autofähre muss ich fast jedes Mal fahren.
Richtig kindisch. Ich weiß.
Man gönnt sich ja sonst nix.




Freitag, 11. September 2015

NIX IST NIE SO WIE ES SCHEINT

Donautal bei Grein

Einmal schreibe ich noch über die Flüchtlingsproblematik.
Ich brauche das, um meinen Standpunkt für mich zu klären.
Doch das Thema ist so vielfältig, da gibt es keine eindeutigen Antworten.
Wenn eine Gesellschaft destabilisiert werden soll,
sind im Hintergrund immer Leute die großes Interesse daran haben.
Also ist nie etwas so, wie es vordergründig scheint.
Frage: wer profitiert am meisten von schwierigen Zeiten in Europa?
?
Und wenn ich nicht wirklich enthusiastisch über die Zuzüglinge schreibe -
ich bin wahrscheinlich nicht der totale Menschenfreund an sich.
Das hat nix mit Nationalität zu tun.
Die Krone der Schöpfung ist mir immer etwas suspekt. Und in solchen Massen sowieso.

Jedenfalls wünsche ich allen,
denen, die da kommen,
denen, die hier wirklich bis zur Selbstaufopferung an der Aufnahme und Logistik arbeiten,
und denen, die ihr  Österreich, diese Insel der Seligen, liebenswert und lebenswert behalten möchten,
eine friedliche glückliche Zukunft.






Donnerstag, 10. September 2015

BEIM NACHBARN


Über der Grenze war ich schon wieder.
In einem wirklich hübschen Waldgasthof.
Meine tschechische Lieblingsspeise:
Altböhmischer Rindsbraten mit Hefeknödeln (schmecken wie Pappe, ich mag sie sehr).
Und Bier - für mich das beste der Welt.
Leider für Autofahrer verboten.
In Tschechien am Steuer 0,0%o.
Und Schafe gibt es jetzt im Wald am Teich auch.
Alles schön.



Mittwoch, 9. September 2015

AMBIVALENT


Beim Heimkommen kam mir unterwegs der Paketdienst entgegen.
Ich stoppte ihn, ein lachender freundlicher junger Mann, des Deutschen kaum mächtig,
teilte mir fröhlich mit, dass er mein Paket vor der Haustüre deponiert hätte.
Ich mag das ja eher gar nicht,
einmal bin ich über eine Bestellung schon drüber gefahren,
aber ja, diesmal nichts passiert,
alles in Ordnung.
Das neue Festnetztelefon ist da,
das einzige Gewitter des Jahres letzte Woche hat das alte erledigt.
Mit den Flüchtlingen fühle ich mich ambivalent -
im Fernsehen wird immer berichtet, wie warmherzig und begeistert sie überall in Österreich und Deutschland aufgenommen werden.
Ich habe das Gefühl, dass die Berichterstattung sehr einseitig ist,
es werden im Fernsehen immer hochgebildete syrische Familien gezeigt, Ärzte, Unternehmer, etc.
Wenn ich hier der Stimme des Volkes lausche, hört sich alles ganz anders an.
Die einheimischen Menschen sind voller Angst und auch Neid,
sie sehen die großzügigen Sozialleistungen für Asylanten mit Bedenken.
Und es sind viele, sehr viele, die da kommen.
Ohne Kontrollen. Was ist plötzlich mit der Terrorgefahr?
Terroristen gehen nicht zu Fuß?
Tja.
Schwierige Zeiten.
In Oberösterreich stehen Landtagswahlen und in Wien Gemeinderatswahlen an.
Dass die  FPÖ stärkste Partei in Wien werden wird, ist so gut wie sicher.
 Und das haben wir uns auch nicht verdient.




Dienstag, 8. September 2015

NETZWERK DES WALDES


Im Fernsehen habe ich einen wirklich interessanten Beitrag über das Netzwerk des Waldes gesehen.
Bäumeversteher und Förster  Peter Wohlleben sprach über das Kommunikationsverhalten von Bäumen und Wäldern als Sozialgemeinschaft.
Hier werden die Schwächeren unterstützt, kein Starker wächst allen davon, nützliche Symbiosen werden eingegangen, Warnungen vor Schädlingen werden weitergegeben.
Fichtenwälder, die bei uns ursprünglich nicht heimisch waren,
bezeichnet er als Plantagen,
die rein der Holzverwertung dienen.
Sie werden die sich verändernden Umweltbedingungen nicht überstehen.
Buchen sind unsere Bäume
und in den Wäldern, die Peter Wohlleben verwaltet,
werden keine Harvester-Mörder-Maschinen oder giftige Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
Schaut so aus, als hätten uns die Bäume einiges voraus.
http://www.peter-wohlleben.de/


Montag, 7. September 2015

FREMD


Nach längerer Zeit bin ich wieder einmal über die tschechische Grenze gefahren.
So nah - und gleich ist alles anders.


Feuerwehr heißt Hasici.
Klingt nach etwas Nettem.


Rauchfang mit Rauchgitter,
?
Wer soll da nicht in die Luft fliegen?


Teufel sind aus Schrott.


Das heilige Brünnl-Wasser in Dobra Voda
kommt gerade sehr behelfsmäßig aus dem Plastikschlauch.
Auch in Österreich beobachte ich oft,
dass sich sehr viele Menschen Wasser aus diesen
alten Quellen holen,
denen Heilkräfte nachgesagt werden.


Frisch geputzt strahlt Maria Trost
in opulenter barocker Pracht.
Bereits 1750 kamen über 60000 Pilger hier her -
der Kraftplatz hat nichts von seiner Energie verloren.


Engerln sind aus Stein


Und auch Mistkübel und Pilgertoiletten sind fremd.


Sonntag, 6. September 2015

WANDEL


Manchmal habe das Gefühl das Leben arbeitet an uns,
ob wir wollen oder nicht.
Die Veränderungen geschehen,
wir sind immer wieder andere,
unbemerkt
unwillentlich
bekommen wir eine verschiedene Sicht der Dinge,
eine differenzierte Wahrnehmung -
auch wenn wir nichts dazu tun,
nur buddhagleich aus engen Augenschlitzen durch ein Fenster auf Äpfel  schauen.






Samstag, 5. September 2015

BÜCHERKISTENFUND


Manchmal sind die Bücherkistenfunde echte Glückstreffer.
Bringen interessante Leseexemplare, die ich nie gekauft hätte, ins Haus.
Das Buch: witzig, erstaunlich, gut geschrieben, erinnert mich ein wenig an Roald Dahl.
---
So beginnt die Lektüre:
Von sich selbst weiß man nichts. Man glaubt, man würde sich daran gewöhnen, man selbst zu sein, aber im Gegenteil! Je mehr Jahre hingehen, desto weniger versteht man, wer diese Person ist, in deren Namen man spricht und handelt.
........
Ja, wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Freitag, 4. September 2015

WERTVOLL


Schnappschuss. 
Da wird gerade Geld ausgeladen. Münzen. 
Irgendwie hatte ich das Gefühl den Männern war nicht ganz wohl bei ihrer Arbeit. 
Ich war im Auto. Und bis ich den Fotoapparat herausgekramt (Frauenhandtasche!) hatte, stand die Ampel schon wieder auf grün. 
Und beim nächsten Mal putze ich meine Windschutzscheibe.


Donnerstag, 3. September 2015

SUPERFRAU


Als Kind konnte ich im Traum,
eigentlich in dem Zustand zwischen Wirklichkeit und Schlaf, fliegen.
Ich habe im Bett die Augen geschlossen und bin auf die weite Reise gegangen.
Alle möglichen Abenteuer musste ich bestehen,
nichts und niemand konnte mir etwas anhaben,
denn wenn es unangenehm wurde,
habe ich mich einfach in die Lüfte erhoben.
Der Zustand war wunderbar und ich habe diese Fähigkeit lange gehabt.
Supermanwoman sozusagen.
Irgendwann habe ich darauf vergessen,
möglicherweise in der Pubertät.
Und wenn ich es später versucht habe,
ist es mir nie mehr gelungen.
Vorbei die Möglichkeiten der Schwerelosigkeit und der Allmacht.
Der Zustand war so gut, dass ich mich heute noch an das Gefühl erinnern kann.
.


Mittwoch, 2. September 2015

ABGESANG


Am letzten heißen Tag
eine Nase voll Sommergeruch mitgenommen,
die Haut von Wärme streicheln lassen,
den Körper ins Wasser geschmiegt,
das erste Herbstgwand herausgesucht -
muss ich die Füße wirklich wieder in Stiefeletten stecken? -
Sommer, wie lieb warst du mir,
ich lege dich ins mein schönstes Erinnerungskästchen.


Dienstag, 1. September 2015

EBERRAUTE



Vor Jahren habe ich, weil hübsch anzusehen,
ein Gewürzstöckerl gekauft. 
Unter dem Namen Colakraut.
Riecht nach Cola, schmeckt bitter und ich habe es nie verwendet.
Aber es ist unkaputtbar,
übersteht alle Witterungen und Jahreswechsel,
erscheint immer wieder üppig treibend ohne jeden Pflegebedarf.
Zufällig bin ich auf den richtigen Namen gestoßen und die möglichen Verwendungen in der Volksmedizin.
Ich glaube ja, dass bei einem wächst, was man braucht,
aber die Krankheiten muss ich mir erst zulegen.