Montag, 26. Juli 2010

STOCKHOLM - MARIEFRED

Viel mit dem Schiff war ich unterwegs. Es war heiß in Stockholm und sehr, sehr viele Touristen waren unterwegs. Vor den Sehenswürdigkeiten musste man (nein, ich nicht) anstehen. Ich stehe für so ziemlich gar nichts in der Schlange, außer es muss wirklich einmal sein. Aber prinzipiell verzichte ich auf Dinge, die es nicht leicht gibt. Also, hab ich mich von Booten ins Umland entführen lassen und das war sehr schön.
Wie in den Inga Lindström-Filmen, Romantik pur. Viele meiner inneren Sehnsuchtsbilder fanden ihre Deckung. Häuschen, Idylle, heile Welt, Landleben, und auch die Werke russischer Dichter Tschechow, Tolstoi tauchten vor dem geistigen Auge auf. Die Bilder der Sommerfrische, äußerliche Idylle, innerliche Zerrissenheit, Schwermut und Sehnsucht, Lebenslust und Überdruss.
Meine nordische Seele ist heimgekehrt ....





Runenstein.


Das Heimkommen stelle ich mir mühsam vor.

Sonntag, 25. Juli 2010

MILLESGARDEN

Carl Milles (1875 -1955), einer der bedeutendsten Bildhauer Schwedens, baute sich 1908 auf einer Klippe mit Blick auf Stockholm ein Wohnhaus mit Atelier und großem Garten ringsum. Seine Skulpturen, vor allem aus Bronze, scheinen die Schwerkraft aufzuheben, stehen ausdrucksstark im freien Raum. Das Haus kann man eingerichtet besichtigen, hier gibt es eine schöne Antiken- und Antiquitätensammlung.



Künstler, die sich Räume und eigene Welten erschaffen und uns im Nachhinein eintreten lassen in ihr Leben, sind Geschenke. Ein verzauberter Platz zum Verweilen ist dieser Ort.







Blick vom Museumsgarten auf "meinen Turm", in dem ich ein hübsches Hotelzimmer hatte - mit dieser Aussicht.

Samstag, 24. Juli 2010

MENSCHEN IN STOCKHOLM

Ein paar Menschenbilder habe ich aus Stockholm mitgebracht. Ich war zum ersten Mal dort und bin sehr begeistert. Die schwedischen Frauen sind wunderschön, so drall, groß, blond - Erdenmütter. Sie haben süße semmelblonde blauäugige Kinder - leider hab ich kein besseres Foto geschafft.
Neuerdings trägt Mann Mistkübel.

Beim Betrachten des Touristenstromes,
den das Ausflugsboot wieder in den kleinen Ort schwemmt.


Siesta auf schwedisch.

Kurzmassage in der Fußgängerzone.
Es gibt doch immer wieder Marktlücken.
Anstatt Pflastermalerei - Menschenbearbeitung ....

Dienstag, 20. Juli 2010

KURZE PAUSE (NUR EIN PÄUSCHEN)

Ich mache mal Pause und wünsche allen BlogbesucherInnen schöne Tage.
Bis demnächst und habt es gut!

Montag, 19. Juli 2010

VERWACHSEN

Das war in etwa meine Aussicht,
wie ich hierher gezogen bin.
Um das Haus waren Wiesen und Felder.
Dann gab es die verschiedensten Argrar-Förderungen,
alles wurde aufgeforstet,
jetzt bin ich umgeben von Wald
und muss ein Stück bergauf gehen,
wenn ich einen Ausblick haben will.
Den gibt es auch nur,
weil der Sturm vor einigen Jahren die Bäume hier gefällt hat.
So verändert sich alles.
Inzwischen wohne ich in einem Haus eingefriedet von Wäldern.
Panta rhei.........

Sonntag, 18. Juli 2010

GANZ ALLTÄGLICH

Schlaflos.
Um 3 Uhr aufgestanden,
der Badeteich hat mich in den frühen Morgenstunden gesehen,
bevor andere Erfrischungssüchtige gekommen sind.
Wunderbar im samtigen Wasser.
Die Katze hat den Hausfrosch gejagt,
bis ich ihn erwischt habe, hat er sich schon ganz leblos angefühlt, ich habe ihn ins Wasser plumpsen lassen - können Frösche ertrinken?
Einen Vogel hat mein Haustiger auch gebracht,
gefressen, natürlich im Haus die Federn gut verteilt
und weil der Vogel gleich nach dem Frühstück verzehrt wurde,
konnte man danach alles wieder rauskotzen.
Eine erschlagene Kreuzotter kann ich bedauern -
hoffentlich wächst alles Vernichtete wieder nach.

Samstag, 17. Juli 2010

GÄNSEIDYLLE

Alle meine Gänschen
schwimmen auf dem Bach
Köpfchen aus dem Wasser
Schwänzchen in der Höh.

Jedes Mal, wenn ich an dem gewundenen Bachlauf vorbeikomme, sehe ich die kleine Gänsefamilie. Idylle total.

Freitag, 16. Juli 2010

WAS ES NICHT GIBT

Gäbe es Gerüche im Netz
würde ich sie verschicken
den Harzgeruch des sonnenschweren Waldes
die Süße gemähter Gräser
Morgendüfte voll Feuchtigkeit und Frische
warme Erde dampfend nach Gewitterregen
ich würde sie hinaussenden
die duftgeschwängerte Waldviertelluft
sinnlich und einprägsam

Donnerstag, 15. Juli 2010

VORFREUDE

Warten auf ...Hot Dog

Mittwoch, 14. Juli 2010

ÜBER HOMÖOPATHIE

Im Spiegel die aktuelle Coverstory über Homöopathie:
"Wenn wir glauben, dass das Schütteln von Hochpotenzen uns heilt, wenn wir an die mystischen Kräfte und diesen ganzen Käse glauben, wenn die Menschen beginnen, wissenschaftliches Denken abzulehnen und der medizinische Aberglaube zurückkehrt, dann kappen wir unsere besten Traditionen, dann sind wir auf dem Weg zurück ins Mittelalter".
Möglicherweise ist es genau umgekehrt?
Wenn wir akzeptieren, dass es mehr Unsichtbares, Unzählbares, Unmessbares gibt, als unsere beschränkte Wahrnehmung zulassen möchte, sind wir auf einem möglichen Weg in eine Zukunft. Der große Widerstand gegen alle "unwissenschaftlichen" Methoden ist vor allem die Angst der patriarchalen Weltordnung um ihre schwindende Macht.

Dienstag, 13. Juli 2010

KÜHLE

Heuer finde ich die Seerosen so schön.
Diese eleganten perfekten schwimmenden Blüten.
Sommer ist, heiß ist es.
Ich halte mich viel im Haus auf, das angenehm kühl ist.
Das Gebäude hat 80 cm dicke Steinmauern. Die Leute früher wussten, wie Häuser gebaut werden müssen, damit Lebensräume entstehen.
Der obere Stock, wo ich schlafe, ist mit Holz ausgebaut,
da steigen die Temperaturen bereits, aber im Waldviertel wird es selten richtig heiß, die Nächte sind kühl und alles ist sehr erträglich. Das schätze ich hier, so kalt und unwirtlich die Winter sein können, so angenehm sind die Sommertage.
Und dann noch zwischendurch ein kurzer Badeausflug -
für mich könnte es sehr, sehr lange so weitergehen.
Weil mein Wecker sich geirrt hat und um 3 Uhr geläutet hat,
ich dann nicht mehr einschlafen konnte,
bin ich in der Sternennacht in der Hängematte draußen gelegen,
dunkler Himmel mit Blinkelichtern über allem -
ja, es könnte sehr, sehr lange so weitergehen.

Montag, 12. Juli 2010

VOM ERNTEN

Man kann auch ernten,
wenn man nicht sät.
z.B. Eierschwammerln.
Heuer bin ich ganz wild darauf.
Düse mit dem Mofa in den Wald
und pflücke die nächste Mahlzeit.
Dann gibts
Schwammerlsoße
Spaghetti mit Eierschwammerln
Erdäpfelauflauf mit Pilzen
Pilzpfanne
Schwammerlgulasch
italienische Vorspeise
Pilzrisotto
etc......
Lecker. Hmmmm.

Sonntag, 11. Juli 2010

GRENZPROSTITUTION

Dieses Schild steht an der Grenze Österreich/Tschechien.
Um die Prostitution einzudämmen wurde angekündigt, dass die Fotos der Freier im Internet veröffentlicht werden. Wenn man die Adresse anklickt, ist nichts zu sehen. Wohl nur eine leere Drohung. Oder hat die Maßnahme schon gegriffen?

Samstag, 10. Juli 2010

FALLSCHIRMSPRINGEN


Beim Fallschirmspringen im Waldviertel.
Leider nur zuschauen.
Wenn Menschen aus dem Himmel fallen.
Ach, ist das schön.
Ungefährlicher ist das Gaffen allemal,
heuer ist bereits ein junger Mann in den Tod gesprungen.



Der Nachwuchs ist auch schon dabei.

Freitag, 9. Juli 2010

IM BLÄTTERWALD

Durch den Blätterwald rauschen Meldungen,
die kann ich euch nicht vorenthalten.
Der Rabenkakadu, der einem Richter, samt Sachverständigen vorfliegen musste, weil der dänische Käufer behauptet der Vogel könnte nicht gerade fliegen und außerdem sei er impotent. Jetzt hat sich herausgestellt, das arme Viech hat einen Leberschaden und sein Transportbehälter war auch viel zu klein. Möglicherweise darf er aus Österreich nimmer ausreisen - wir haben so unsere Probleme mit Asylanten. Urteil erging noch keines, die Gerichtskosten übersteigen den Verkaufspreis des Vogels (schlappe € 12000,-) schon bei weitem. Das war in Kärnten dieser Tage.
Und die zweite Meldung, die mich ob ihrer Kuriosität begeistert - einige Erdbeerfelder zum Selberpflücken dürfen von Frauen nur mehr in Hosen betreten werden, weil angeblich unter Röcken gepinkelt wurde - und dann mag keiner mehr die verbliebenen Erdbeeren pflücken/essen. Das gibts in Niederösterreich.
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Auf den Fotos ist ein blühendes Waldviertler Erdäpfelfeld zu sehen. Wohl unbepinkelt.

Donnerstag, 8. Juli 2010

ALLTÄGLICHES

Seit Wochen bin ich heiser,
mal mehr und auch weniger.
Hatte einen Termin beim HNO ausgemacht,
und wunderbarerweise war der Frosch im Hals heute fast verschwunden.
Ich hab natürlich sofort zum Telefon gegriffen
und abgesagt -
in den Hörer hab ich schon wieder gekrächzt.
Ich denke fast, ich brauche einen neuen Termin.
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Der zweite Versager des Tages war der verzweifelte Versuch
System in meine Bücherberge zu bringen.
Es soll ja auch die Möglichkeit geben,
etwas zu finden, wenn frau danach sucht.
Irgendwie war ich nicht geduldig genug,
einige Bücher habe ich aussortiert
und beim Rest war ich froh,
dass ich alles in den Regalen verstauen konnte
(ein ganzer Stoß war wochenlang auf einem Sessel zwischengeparkt).
Ich konnte auch unmöglich weitermachen -
Staub ist ganz schlecht für meine Stimme.
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Dafür habe ich ein bezauberndes Haiku-Bändchen gefunden.
Alter Teich in Ruh.-
Fröschlein hüpft vom Ufersaum,
und das Wasser tönt.
Basho 1643-1694

Mittwoch, 7. Juli 2010

DIE TEICHE

Meine Lieblingsteiche kommen jetzt zu Ehren.
So ganz nah ist leider keiner,
immer muss ich ins Auto steigen.
Fünf verschiedene sind es,
die ich mag.
Schwimmen im kalten klaren Wasser,
das ich mit Fischen, Enten, Libellen teile.
Ja, Sommer ist gut.

Dienstag, 6. Juli 2010

BROT UND SPIELE

Die halbe Welt liegt im Fußballfieber,
an mir geht das ziemlich vorbei.
Brot und Spiele hatten schon die alten Römer,
Beruhigung fürs Volk
und manches ändert sich nie.
Je unsicherer die Zeiten,
desto leichter sind die Massen in Bewegung zu bringen
mit Ablenkungen und Feiern jedmöglicher Art.
Schulterschluss, der Sorgen und Ängste vergessen macht.
In Deutschland: wir sind Papst, Lena und jetzt vielleicht auch Weltmeister.
Vielleicht spricht aus mir nur der Neid,
wir sind gar nichts,
bestenfalls Mozart und Lipizzaner
und das ist lange her.
Trotzdem macht mir Massenhysterie immer Angst.
Gemeinschaftsgefühl, dass sich an beliebigen fremden Erfolgen hochpusht.
Identifikation mit Leitfiguren.
Anonyme trügerische Sicherheit in der warmen Enge vieler Gleichgesinnter.

Montag, 5. Juli 2010

KELTIN

In einem Lotte Ingrisch Buch gefunden:
....Die Kelten erfassten die Welt als Ganzheit, als lebendiges Gewebe, in dem alles mit allem verbunden ist.....
....Geburt, Leben und Tod waren so identisch für sie wie der Tag und die Nacht: verschiedene Erscheinungen ein und desselben Seins, dessen Wesen wir erst jenseits der sinnlichen Wahrnehmung erkennen, jenseits des Menschlichen....
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Wenn das mein Weltbild ist, dann war/bin ich Keltin/Kelte.
Im Waldviertel.
Immer schon.
Wenn ich auch nicht weiß, was das bedeutet.
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Lotte Ingrisch nennt mich Keltenjunge.

Sonntag, 4. Juli 2010

EIN TAG

Manchmal bin ich zeitig unterwegs
dann geht die Sonne für mich auf -
über sanften Hügeln.
Fängt an den Tag zu erwärmen,
zögerlich
um sich später zu richtiger Hitze zu steigern.
Ich hatte Muße die leichtbekleideten Menschen zu beobachten.
Über Männer sag ich nichts,
da war alles durchschnittlich und uninteressant.
Aber die Frauen boten ein breites Spektrum
von sehr erfreulich bis zu sogehtseigentlichgarnicht.
Reizende junge Mädchen mit einem Textilhauch auf nackter Haut -
wobei da fängt es dann mit den Ungeschmack schon an.
Fett, hauteng und kurz das geht ja für meine Augen gar nicht.
Gutsituierte Damen in edlem leichten langen Leinen,
oder die eine Frau in lila und grell
von Fuß bis Lippenstift und Hut
die war eher geschmacksfrei.
Jedenfalls ließ ich meine Augen weiden
und hatte mein Vergnügen daran.
Jetzt weiß ich auch,
warum Männer Sommer lieben.
Die Anblicke waren teilweise sehr nett.
Ich möchte nicht mißverstanden werden:
prinzipiell soll jede tragen, was sie will.
Ich berede das nur unter uns Schwestern.
Bei der Rückfahrt noch schnell ein Supermarkteinkauf
für die Katz: "Creation - Variation mit Truthahn und feinem Gemüse".
Demnächst werde ich meinem Haustier des Morgens das Tages-Menü vorlesen.
Auf feinstem Bütten handgeschrieben selbstverständlich.

Samstag, 3. Juli 2010

AM NEBELSTEIN

Das Gipfelkreuz sieht hochalpin aus,
der Nebelstein ist aber nur 1017 m hoch.
Wenn man Richtung Tschechien schaut,
gibt es Wald so weit das Auge reicht.
Ich bin vom Parkplatz hinauf gegangen,
schön war es
der freie Blick ins Land ringsum lohnt allemal.

Freitag, 2. Juli 2010

WORAN ICH GLAUBE

Ich glaube an die Sinnhaftigkeit des Lebens,
auch wenn ich es nicht begreifen kann.
Ich glaube an die Zufälligkeiten,
das was mir zufällt, gehört mir,
wenn es mir manchmal auch nicht so erscheint.
Ich glaube an eine Ordnung in dem Chaos,
auch wenn ich sie nicht sehen kann.
Ich glaube an die Verbundenheit aller Wesen und aller Dinge,
die auf Erden existieren.
Ich denke, das ist schon alles, was ich wirklich glaube.
Alles andere rundherum ist schmückendes Beiwerk.
Beiwerk das mich beruhigt, mich unterhält, mir hilft, manchmal nötig ist.
Aber ohne den Glauben an eine Sinnhaftigkeit könnte ich nicht sein.

Donnerstag, 1. Juli 2010

VOLLKOMMEN

Vollkommen
wie diese Blüte
sind Momente der Stille
in der Morgenkühle vor einem heißen Tag
Vogelstimmen aus dem Wald
der süße Duft gemähter Wiesen
Zeit dehnt sich
macht alles ringsum vergessen
das ist Sommerglück