Dienstag, 10. Januar 2012

ASKESE

Wundern muss ich mich.
Etwas Sorgen mache ich mir auch.
Wahrscheinlich bin ich krank.
Ich stehe in der Konditorei vor den schönsten fetten Tortenstücken
und mein Magen sagt zu mir:
"Nein, das mag ich nicht."
Bestenfalls kann ich ihn zu einem Krapfen ohne Zucker oder zu einem Croissant überreden.
Wie ist das möglich?
Einfach so.
Zuckerabstinenz über Nacht.
Naja, ein Stückerl Schokolade ab und an geht noch, aber die guten geilen Cremedinger, die mir manchen Blues versüßt haben, sind out.
Und das alles ohne jeden Vorsatz.
Soll ich es auf den Saturn schieben, der gerade ein punktgenaues Quadrat zu meiner Sonne macht? Der mag wohl Zucker gar nicht, aber Saures schmeckt mir umso besser.
Tortenaskese.

Montag, 9. Januar 2012

DIE HAUSMEISTERIN


Jahrein, jahraus lehnt in einem kleinen Dorf in einer scharfen Kurve ein Mann am Fenster und beobachtet  die vorbeifahrenden Autos, die sich um die Biegung quälen.
Er erinnert mich an die Hausmeisterin meiner frühen Kindheit.
Aus einer Vorfernsehzeit.
Als die alten Leute stundenlang auf Polster gestützt im Fenster lagen und die Straße scharf im Auge behielten.
Unsere Hausmeisterin war ein Drachen. Nicht nur von mir als Kind gefürchtet. Ich pfeilte immer an ihr vorbei, denn sie wusste sicher etwas zu bemängeln. Ihr Standplatz war ein Stockerl im geschützten Außenbereich des Haustors, den sie nur für wenige Stunden am Tag verließ. Niemand konnte unbemerkt das Haus betreten. Die scharf gestellte Frage: "Zu wem woensn (wollen Sie)?", ließ jeden artig antworten. Die gute Frau residierte auf Kuchl, Kabinett in einer Kellerwohnung, nur zu Weihnachten durfte ich diese betreten und dann zeigte sie mir stolz die erhaltenen Glückwunschkarten, sowie die selbst hergestellten Kekse. Ob ich in den Genuss des Süßigkeitenprobierens gekommen bin, entzieht sich meiner Erinnerung. Sicher in den Genuss von Schleckereien, Schnäpsen und selbstgemachtem Eierlikör sind die Polizisten vom Revier gekommen, die immer auf längere Zeit, als Unterbrechung ihrer Streifgänge, im Keller verschwanden. Ob es nur kulinarische Genüsse waren oder andere fleischliche auch, die da geteilt und ausgeteilt wurden, entzieht sich meiner Kenntnisnahme, zumal besagte Dame nach einer Kinderlähmung etwas körperbehindert, aber nach ihren eigenen Aussagen, in früheren Jahren kein Kind von Traurigkeit gewesen war -  und warum sollte sich das mit den Jahren ändern.
Zu allem Übermaß hieß sie Fromm, was sie ja sicher nicht war, in keiner Weise. Sie herrschte vom Keller aus über das dreistöckige Zehnparteienmietshaus - was eigentlich vierstöckig war, denn es gab ein Hochparterre - und Hausmeisterin war ein würdiger Titel, denn Hausbesorgerin hätte man nie zu ihr sagen können.

Sonntag, 8. Januar 2012

SPORTLICH


Die Jänner-Rallye führt ganz nahe bei mir vorbei.
Den ganzen Tag höre ich in der Ferne das Rummmm, Rummmm, Knatter, Knatter
der auffrisierten Motoren.
Heuer bin ich mal zum Fotografieren hingegangen.
Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich das Spektakel nicht witzig finde.
Der gefallene Schnee macht die Strecke für Fahrer und Zuseher doppelt interessant.
Mein Umweltgewissen habe ich ausgeblendet,
ausgiebig Autoabgase eingeatmet,
doch nach einer halben Stunde in der Kälte war meine Begeisterung im Schwinden.
Ich bin gerade sehr passiv-sportlich.
Skirennen, Skispringen - überall bin ich im Fernsehen mit dabei.
Vielleicht wird das Wetter jetzt mal so akzeptabel,
dass ich meine Bretteln auspacken will
und von passiv auf aktiv wechsle.


Da war die Straße zu schmal.
150.000 Zuschauer waren in der Region um das Motorsportereignis anzusehen.

Samstag, 7. Januar 2012

WELTUNTERGANG

An dem Thema kann ich doch nicht vorbei.
Seit ich in der Zeitung gelesen habe, dass in einem kleinen Örtchen in Frankreich einer starker Zustrom an Wissenden herrscht, die von Außerirdischen gerettet werden wollen, muss ich mir darüber Gedanken machen.
Das mit den Außerirdischen stelle ich mir nicht so gut vor, im Fernsehen sind die ja alle nicht so
 sympathisch - naja, E.T. geht vielleicht noch.
Die Lebensbedingungen dort im außerirdischen Land sind möglicherweise auch nicht berauschend. Ich fürchte das Essen würde mir nicht schmecken - und gibt es etwas Anständiges zu trinken? Muss ich dann immer so unmodische Raumanzüge tragen? Für mich Irdische hat das eine Wichtigkeit. Nehmen die meine Katze auch mit?
Tja, ich glaube ich verlasse das sinkende Weltschiff im äußersten Fall doch nicht.
Aber wer es lieber anders möchte - im Waldviertel gibt es schon lange einen UFO-Landeplatz.

Freitag, 6. Januar 2012

SCHNEE

Schnee und Sturm sind bei mir gelandet.
Ich hatte einen Termin in der halbgroßen Stadt,
bin aber nur einige Kilometer gefahren,
dann habe ich die Schneeverwehungen gesehen,
 an die mühsame Heimkehr am Nachmittag gedacht
und schon war ich wieder am Weg zurück.
Termine kann ich auch wahrnehmen,
wenn das Schlendern in der City zum Vergnügen wird.
Ich habe die übelsten Erinnerungen an Sturm,
war schon zwischen stürzenden Bäumen unterwegs,
das vermeide ich lieber.
Mit Essen bin ich für Wochen eingedeckt,
schau ma mal, wie lange ich in Klausur bleibe.
Bis jetzt ist es halb so schlimm,
ab und an - wenn der Winter seine Muskeln zeigt -
werde ich daran erinnert,
dass ich doch relativ hoch lebe.


Donnerstag, 5. Januar 2012

ICH KANN MICH NICHT MEHR DARUM KÜMMERN


Heuer geht bekanntlich die Welt unter.
Daran glaube ich weniger, dass wir einschneidende Veränderungen erleben werden, das glaube ich schon mehr.
Zwischen den Jahren habe ich mich wiedermal ausführlicher mit Wirtschaft/Macht/Geld beschäftigt.  Irgendwie ist das Thema für mich durch. Ich habe mein Zeitungsabo abbestellt und werde nicht mehr wie das gebannte Kaninchen auf die täglichen Bad News schauen.
 Einige kleinere Reisen habe ich noch geplant, denn ich denke die Zeiten der Herumfahrerei gehen ihrem Ende entgegen. Aus mehreren Gründen.
Ich werde mich mehr auf das beschränken, was ist,
darauf, was ich sehe,
darauf, was ich wahrnehme.
Meine Aufmerksamkeit weniger auf das richten, was irgendwer irgendwo tut,
wenn auch die Auswirkungen  irgendwann bei mir ankommen, aber die Form ist erst dann spürbar. 
Alle ängstlichen Gedanken in eine ungewisse  Zukunft sind verschwendete Energie.               
Während ich das schreibe, sitze ich im Schnee in der Sonne beim Vogelbaum, der heftig frequentiert wird. Ein ständiges Kommen und Gehen, ein Geschwirre in der Luft.
Das ist meine Wirklichkeit.

Mittwoch, 4. Januar 2012

HÖLLFALL

Beim Höllfall war ich.
Das Wasser erzählt von Frühling,
obwohl eisiger Wind aus dem hohen Norden über die Gegend streicht.
Unter einer dicken Decke aus Schnee und Eis ruht ansonsten im Jänner das Land,
heuer lässt die Kälte auf sich warten.
Dem Kamp ist es egal,
er bahnt sich seinen Weg -
so und so.

Dienstag, 3. Januar 2012

MUSKELMASSE

Bären halten monatelang eine Winterruhe, sie verlieren in dieser Zeit Körperfett, durch einen Stoff in ihrem Blut bauen sie keine Muskelmasse ab.
Meine Katze macht sich über ihre Muskelmasse auch keine Sorgen, bei diesem schlechten Winterwetter riskiert sie nur ein müdes Auge ins Freie, um dann zu beschließen, einen weiteren Tag zu verschlafen. Im Frühjahr ist sie munter und vollfit und wohl auch ausgeschlafen.
Ich würde es gerne wie die Tiere halten und die trüben Tage/Monate einfach verfaulen, aber ich denke, wir Menschen leiden unter einem Gendefekt - anders als gewisse Tiere müssen wir uns bewegen, wenn wir unsere Muskeln nicht zu einem späteren Zeitpunkt als unbekannte Objekte antreffen wollen. Wir rosten schneller als Alteisen. Ein paar faule Monate, Wintercouchpotatodasein und die kleinste Steigung bringt uns ins Schnaufen.
Menschenleben heißt Bewegen.
In der nächsten Inkarnation will ich Bär sein.

Montag, 2. Januar 2012

KAFFEEHAUSLOBEN

Wer hier länger mitliest, dem ist es nicht verborgen geblieben -
ich bin ein bekennender Kaffeehausfan.
Viele Lebensstunden verbringe ich lesend - seit ich Eigentümerin des Tablet PCs bin, auch surfend - auf weichen Polsterbänken.
Schwarz muss er sein, heiß muss er sein, stark muss er sein -
den Kaffee trinke ich pur - keine Milch, kein Zucker darf den Geschmack verändern.
Kaffee ist die Muttermilch des Erwachsenenlebens, hält die Sinne beisammen, bringt Leben ins System.
In meinen Adern sollte Kaffee statt Blut fließen.
Eine lange Tradition der Kaffeehausliteraten gibt es in Wien.
Menschen, die ihr Leben schreibend im geliehenen Daheim verbrachten,
stundenlang bei einem kleinen Braunen und vielen Gläsern Wasser die anheimelnde Atmosphäre nutzten, um ihre Gedanken der Nachwelt und Gleichzeit zu erhalten.
Es schreibt sich anders im öffentlichen Raum, als allein im stillen Kämmerlein.
Denn das Kaffeehaus ist Gastheimat.
Dieser Tage ist Leopold Hawelka 100jährig gestorben. Eine Wiener Institution. Bis vor wenigen Monaten war er täglich in seinem legendären Kaffeehaus. Beinahe sein ganzes Leben hat er dort verbracht. In all dem Rauch und ohne Frischluft. Der beste Beweis, dass es abseits von Gesundheit auch langlebig sein kann.

Sonntag, 1. Januar 2012

KEINE WINTERBILDER

Ist es euch schon aufgefallen?
Bei mir gibt es noch keine Winterbilder.
Keine Fotos von Eis und Schnee.
Was nicht sein darf, nicht sein kann.
Konsequent nehme ich die Jahreszeit nicht zur Kenntnis.
Vielleicht ist es einmal so bezaubernd schön, dass ich nicht daran vorbeigehen kann.

Wie zum Beispiel an diesem Baum.

Samstag, 31. Dezember 2011

DER LETZTE TAG

Der letzte Tag lässt rückblicken und ausblicken.
Der Fotoblick ist vom Flieger aufs Meer beim Anflug auf Barcelona.
Das vergangene Jahr war gut.
Es war nicht einfach, es war nicht leicht,
aber ich habe vieles, was ich mir vorgenommen habe, geschafft.
Erledigt und abgehakt.
Zufrieden bin ich mit dem Jahr und mit mir.
2012 soll nicht schlechter werden,
dann ist es schon auszuhalten.
Das wünsche ich euch und mir.

Freitag, 30. Dezember 2011

BEICHTE

Blogschreiben hat etwas von Beichten an sich.
Die kleinen lässlichen Sünden kann frau hineinschreiben
und sicher sein - denn ihr seid freundlich und höflich -
dass keine(r) zurückschreibt,
so etwas Blödes hätte sie/er noch nie gelesen.
Ihr denkt es vielleicht, doch das kommt nicht bei mir an.
So kann ich auch beichten,
dass ich am Anfang der Wintersaison neue Shirts gekauft habe,
weil ich in meinen Kleiderbergen die alten nicht suchen wollte.
Nebenbei - ich trage immer die gleiche alte Jacke, weil ich meine restlichen Wintersachen noch nicht herausgeräumt habe (und im Geheimen hoffe, dass ich sie heuer nicht brauche).
Ich schäme mich,
weiß aber auch - ihr werdet mir die Absolution erteilen.
Wie auch für all die anderen kleineren Sünden,
die ich hier immer wieder in den Beichtstuhl trage.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

KINDISCH?

Hat es vor dem Internetz auch schon Leben gegeben?
Und seid ihr da sicher?
Mich verblüfft es immer wieder,
welche Dinge sich durchs www erschließen und
mir Tränen der Begeisterung in die Augen treiben können.
Zuletzt geschehen beim Versuch die Schiffsposition der Bahia Laura zu finden, auf der Frau Meike Winnemuth vom Reiselieblingsblog vormirdiewelt zurück nach Hamburg schaukelt.
Ich mag auch Karten mit allen Flugzeugen, die gerade fliegen
oder Webcambilder von Irgendwo.
Diese Imaginationshilfen für Träume ins Andere und Ferne.
Nachhaltig und blitzartig ist unser Leben von den neuen Kommunikationsmöglichkeiten verändert worden.
Die Möglichkeiten, die ich mir herausgepickt habe, liebe ich.
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Der Telekommann, der ständiger Gast bei mir ist, hat mir gestern bestätigt, dass ich eine der schlechtesten Internetverbindungen vom gesamten Waldviertel habe. Na, super. Mein schwer erkämpfter Zugang in die große weite Welt.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

IN FREMDEN BETTEN

Einige Male war ich heuer unterwegs und seit ich auf die geniale Idee gekommen bin, meinen Gehörschutz aus dem Baumarkt, den ich fürs Holzsägen verwende, einzupacken, ist es mir egal, wie laut die Zimmer im Hotel sind. Nervige Nachbarn, Straßenlärm - ich kriege keine Panik, setze die Dinger auf und entschlummere sanft. Ein wenig unbequem sind sie, aber wenn ich die ganze Nacht lärmgestört im Bett stehe, ist es bei weitem schlimmer.
Betten und Hotel - das ist sowieso ein Thema. Zuerst kontrolliere ich, ob es so eine Plastikmatratzenschoneinlage gibt. Die muss ich rausreißen, wenn ich nächtens nicht schweißgebadet am Nylonsackerl erwachen will. Den Blick auf die Matratze vermeide ich tunlichst, weil eigentlich graust mir ohnedies davor in Betten zu schlafen, wo schon so viele Leute vor mir ..., wer weiß, welche Menschen ...
Und dann brauche ich eine Erklärung von euch - wie ist es mit diesen Decken, die unter die Matratze gestopft werden. Schlüpfen da andere Schläfer drunter und bewegen sich die ganze Nacht nicht, oder reißt ihr auch alles mit den Füßen raus, die große Befreiung sozusagen, worauf das Leintuch jeglichen Halt verliert und sich Falten werfend in den dunklen Stunden total verwuselt?

Dienstag, 27. Dezember 2011

KRANKHEITEN

Seit mir das soziale Netz hier weggebrochen ist,
habe ich mit Bedacht und Mühe einen Ersatz geknüpft und ich habe jetzt mehr Kontakte als früher.
Die Frauen sind etwas jünger als ich und unser einziges gemeinsames  Gesprächsthema sind Krankheiten, Spitalsaufenthalte, Todesfälle und sonstige Widrigkeiten.
Alle Leiden, die irgendjemand hat, bekommen könnte, schrecklich sind, werden besprochen.
Ich kenne die mehreren Leute nicht, aber über ihre Unpässlichkeiten bin ich voll im Bilde.
Wenn man beim Dorfarzt gesichtet wird, sorgt das für ausgiebiges Gesprächsthema.
Ich versichere hiermit, es gibt hundert andere Themen, über die ich lieber rede. 

Montag, 26. Dezember 2011

ALTERSUNADÄQUAT

Das Problem stellt sich nicht im geistigen Bereich,
wenn ich Jugendlichabschießspiele, die mein Lieblingsneffe aufs Schätzchen installiert hat,
spiele,
das Problem zeigt sich mehr im körperlichen Vermögen.
Nachdem ich mir die halbe Nacht im Bett liegendschießend um die Ohren geschlagen habe,
meinte die Halswirbelsäule am nächsten Tag zu mir:
"Du bist für das Spiel eindeutig zu alt!"

Sonntag, 25. Dezember 2011

WEIHNACHTSGANS

Diese Werbung gab es bereits vor 3 Jahren -
und heuer wieder.
Ich finde sie immer noch nett
und wünsche allen Weihnachtsgänsen ein langes Leben.
Und euch einen gesegneten Appetit, wenn doch eine am Teller gelandet ist.

Samstag, 24. Dezember 2011

24.12.2011


WÜNSCHE ICH  ALLEN, DIE VON FERN UND NAH
HIER VORBEISCHAUEN!

Freitag, 23. Dezember 2011

AM MARKT

Märkte und fremde Städte - das gehört für mich zusammen.
Wenn ich eine Fresshalle betrete, lasse ich mich in meine Sinne hineinfallen.
Schauen
Riechen
Schmecken





Das neueste Denkmal im Zentrum.
Viel Polizei ist überall unterwegs.
Täglich gab es Demos gegen die neue katalonische Regierung.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

BESICHTIGUNGEN


Von der Halbinsel La Barceloneta führt eine Seilbahn quer über den Hafen zum Montjuic.
Lohnende Ausblicke auf die Stadt, die Hafenanlagen, den Strand.





Fischer flicken ihre Netze.

Eine weitere Seilbahn führt zum Castell, das noch unter Franco als Kerker genutzt wurde. Die Soldaten an den Waffen hatten einen hübschen Fernblick.

Für diesen Telekommunikationsturm am Rande der olympischen Stätten von 1992 bin ich meilenweit gelaufen.