Donnerstag, 24. November 2011

SCHRITT FÜR SCHRITT


Obwohl fast täglich die Sonne scheint,
beginnt der Teich zu frieren.
Es ist so still hier,
nur das Plätschern und Wispern des Zulaufes ist zu hören.
Schritt für Schritt geht das Jahr weiter in Kälte und Dunkelheit.
Jede geschenkte Stunde mit Wärme und Helligkeit freut mich.
Manchmal, wenn ich im Wald unterwegs bin,
ist im Augenwinkel eine Bewegung,
bei genauem Hinsehen erkenne ich nichts -
Augenärzte habe dafür sicher eine krankhafte Erklärung,
mir ist die Version von Wichteln oder Elfen,
die nicht schnell genug beim Verstecken sind,
die liebere.
Die ewigen Fragen stellen sich mir:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit
und können wir nur das wahrnehmen,
was wir auch kennen?

Mittwoch, 23. November 2011

WEHWEHLEINS

Im heurigen Jahr ist mir viel gelungen.
Etliche große Dinge konnte ich erledigen und abhaken.
Im Herbst nehme ich mir den Körper vor,
drehe meine Arztrunde
und schau, wie ich das Beste aus den Wehwehchens machen kann.
Es gibt ja so ein Sprichwort:
"Wenn dir ab einem gewissen Alter beim Aufwachen nichts weh tut, dann bist du tot."
So schlimm ist es nicht, aber der gleichmäßige Takt der Zellen gerät an manchen Stellen ins Stottern.
Im Moment habe ich eine glückliche Hand mit meinen Ärzten,
mische bunt das breite Angebot miteinander,
Dauerakupunkturnadeln im Ohr, Shiatsu-Massagen, Mesotherapie -
alles wirkt ein bisserl, tut mir gut,
und ich brauche nur mehr die innere Erkenntnisarbeit zu machen.
Um die klaglosen Körperfunktionen kümmern sich zu meiner vollsten Zufriedenheit die,
die es gelernt haben.

Dienstag, 22. November 2011

TROST


Diese Fotos habe ich zum Trost als kleine Tagesaufheller für all jene gemacht,
die in der ewigen Nebelsuppe sitzen müssen.
Es gibt ein Leben über dem Nebel,
auch wenn ihr es kaum glauben könnt.
Ich bin heuer besonders bevorzugt,
wochenlang ist es meist sonnig.
Ich bin so dankbar für die geschenkten Tage.
Dafür ist es hier, wenn es einmal schneit,
richtig schlecht, extreme Bedingungen,
Schneeverwehungen, Sturm -
dann ist es im Tiefland wieder besser.
Aber jetzt genieße ich vorerst die Schönwetterlage
und schicke Gedankensonnenstrahlen zu euch.

Montag, 21. November 2011

ZARTFARBEN


Dieser Tage:
Lärchenallee im Frost.
Zarte Farben bevor die Nadeln endgültig fallen.



Sonntag, 20. November 2011

SONNTAGSGRÜSSE

Schreibfaule Sonntagsgrüße!

Samstag, 19. November 2011

WARM ANZIEHEN

Obwohl dieser Tage viel die Sonne scheint,
wird es jetzt schon richtig kalt.
Inzwischen habe ich teilweise die Wintersachen herausgekramt -
beneidenswert sind die Schafe -
immer gut angezogen.
Mir ist noch keine Winterhaut gewachsen,
ich friere im Freien.

Freitag, 18. November 2011

KREATIVES

Mein Vater sagte immer, dass er nie ins Altersheim, pardon in die Seniorenresidenz möchte, weil er weder Kreistänze lernen noch gesäuberte Yoghurtbecher bemalen wollte.
Jetzt habe ich im Wiener Volkshochschulangebot schon etwas für die Jahre davor gefunden - ich meine, wenn man sich hinüben möchte und zwar:
"Aus Alt mach Neu - Recycling-Design für Weihnachten und Neujahr".
...wir verwandeln einen alten Pullover in ein Nadelkissen oder in einen Topflappen,
häkeln eine Geldbörse aus Plastiksackerln ...etc.
Und das alles unter dem Kursangebot Kunst & Kultur.
Nichts wie hin und das Training fürs Heim aufnehmen. Man kann damit nicht früh genug beginnen.
Und ist zukünftig den Mitinsassen um Lichtjahre voraus.
Ach ja, und diese sinnigen 3 Bastelstunden haben den Schnäppchenpreis von € 18,60. Danach gehe ich mit einem ganzen Haufen Pullovernadelkissen und Topflappen heim. Ich lache mich schief.

Donnerstag, 17. November 2011

NEBELSONNE


Auf der Fahrt in die Wachau spielen Sonne und Nebel miteinander.
Seit Wochen hat es nicht geregnet,
angeblich der trockenste Herbst seit 100 Jahren,
sehr wenig Wasser führt die Donau.
Die Weinberge tragen noch buntes Laub.
Wunderschöne Naturstimmungen.

Mittwoch, 16. November 2011

DAS LEBEN IST EIN SPIEL

An manchen Tagen muss ich vor mich hinjammern,
wenn alles schief läuft,
oft nur die Kleinigkeiten,
aber die dann gehäuft,
wenn ich mir wieder alle Arbeiten bis zum letzten Moment aufhebe
und dann wird es mir zu viel und zu schwer
weil der grandiose Masseur,
den ich jetzt heimsuche,
zuletzt einen ganzen Meridian aktiviert hat
und der tut von oben bis unten weh -
jedenfalls mag er schwere Arbeiten gerade gar nicht.
Ich kann gut auch Lebensdrama leben,
kann mich hineinsteigern in Situationen und Zustände -
und irgendwann wache ich wieder auf
und weiß:
Das Leben ist ein Spiel,
ist ein Spiel,
ein Spiel.
Egal, ob ich es ernst nehme oder nicht,
es bleibt immer nur das Spiel,
mal gibt es etwas zu gewinnen
und ab und an bin ich total auf der Verliererseite.
Aber das Spiel ist ein Spiel.
Ist ein Spiel.
Ich gehe jetzt spielen.

Dienstag, 15. November 2011

ELGA, DIE ZWEITE

Na, bitte. Es geht doch.
Nackten gschamigen Mann gibt es auch.
Der Ordnung halber liefere ich ihn nach.
Ich habe schon wieder einmal den Fotoapparat daheim gelassen -
und die schönsten Motive blieben unfestgehalten.
Wunderbare Herbstbilder aus Schönbrunn,
lange verfärbte Alleen mit vereinzelten Menschen,
ein Eichkätzchen, das mich lange begleitete,
und nachdem ich im Gourmet-Supermarkt Nüsse gekauft hatte,
hat es sich nimmer gezeigt. - Kein Feinspitz.
Und dann hätte ich noch die Kundgebung für die Wiederherstellung der Monarchie fotografiert (das waren nur wenige, sie hatten aber ein hübsches Banner).
 Seltsame Sehnsüchte haben die Leute, aber alles muss es geben.
Bilder hätte ich auch von den Auslagen des großen Wäscheherstellers gemacht -
die neuesten Modelle - Unterwäsche, wie Rüstungen. Hüfthalter mit Strapsen im Nachkriegsformat. Ich hoffe, niemand wird diese Großmutterstücke tragen, Erotik ade - Trümmerfrauenlook.

Montag, 14. November 2011

VON DER DUNKELHEIT

Jetzt wo es dunkel wird,
die Nächte lang sind und die Tage kurz,
fange ich wieder an, meine Vorhänge zuzuziehen.
Jahrzehntelang hatte ich keine,
irgendwann wollte ich nimmer von der Dunkelheit angestarrt werden,
es war auch die Zeit, wo die Jäger viel ums Haus waren.
Seit damals gibt es bei mir Fensterverdecker
und seit einigen Tagen verwende ich sie.
Lieber habe ich es ohne, freie Übergänge von Draußen und Drinnen.
Vor etlichen Jahren war ich häufig in Bayern.
In dieser Gegend hörte man in der Dämmerung von allen Seiten ein Ritsch-Ratsch und dann rasselten die Rollläden herunter. Danach waren die Häuser komplett dunkel, kein noch so kleines Lichtchen spähte durch die Ritzen - gespenstisch, ein Geisterdorf.
Saubermanns Dunkelangst.

Sonntag, 13. November 2011

VORBEI

Vorbei die Zeit der im Freien flatternden Wäsche,
vorbei der Anblick der üppig bunten Vegetation,
vorbei die Tage in Wärme und Sonne.
Stilles und Dunkles legt sich übers Land,
Nebel löst Konturen auf.
Monatelanges Warten auf einen neuen Anfang.

Samstag, 12. November 2011

LESEBRILLE VERGESSEN?

Dieser Tage in der Linzer Landstraße.
Bildungsvolksbegehrenswerber.

Freitag, 11. November 2011

VON DEN SCHLECHTEN EIGENSCHAFTEN

In letzter Zeit sind mir einige Schlechtigkeiten an mir aufgefallen -
man ist ja einigermaßen betriebsblind,
und manche Seiten lernt man erst nach vielen Jahren kennen.
Aber diese dunklen Punkte auf meiner blütenweißen Weste amüsieren mich mehr als sie mich stören,
noch im Bett beim Einschlafen musste ich kichern.
Ein wenig böse zu sein, finde ich sehr erfrischend.
Genauso zum Lachen hat mich meine Polizeiaktion gebracht,
manchmal kann ich nur über mich staunen.
Da hat mir ein Ordnungshüter mit einer Leuchtkeule freundlich zugewinkt
und ich bin glatt weitergefahren,
weil ich nicht wusste, wo ich auf der Schnellstraße halten sollte.
Was dann eine Verfolgung nach sich zog (hihi),
ich bin halt ein bisserl zu schnell unterwegs gewesen,
hab auch nur eine ganz kleine Strafe bezahlt
und die wollten noch einen Alkotest machen,
aber das Gerät war kaputt.
Hatte ich auch noch nie - Alkotest - dabei war ich total nüchtern,
nur ein wenig übermüdet und anscheinend entscheidungsschwach.
Aber der Geldeinsatz hat sich gelohnt -
über die Situation kann ich heute - 3 Tage danach - noch immer lachen.
...Und heute beginnt sowieso der Fasching.

Donnerstag, 10. November 2011

ELGA

Das Foto gefällt mir.
Das Projekt weniger.
Alle Patientendaten sollen vernetzt werden und über 100000 Personen haben dann Zugriff darauf.
Der gläserne Mensch im Gesundheitsbereich.
Angeblich wird man die Daten auch sperren lassen können.
Schau ma mal.
Ich habe kein Interesse daran, dass jeder Arzt, Apotheker alles von mir weiß.
Ich habe zwar nichts zu verbergen, möchte aber frei entscheiden können, was, wann, wie.
Und welche Informationen ich an wen weitergebe.
Damit ich meine Entscheidungsauthorität behalte.

Mittwoch, 9. November 2011

GLÜCKSELIGKEIT

Immer wieder falle ich jetzt in die Glückseligkeit,
einfach so.
Das ist ziemlich angenehm.
Da fällt mir ein betagtes Bäuerlein ein, das über 80 Jahre alt war, als ich hierher gekommen bin. Er war sehr geschickt mit kleinen Holzarbeiten und hat einige Sachen für mich gemacht. 8 Töchter hat er gezeugt und für unsere Begriffe war er sicher arm. Aber ich denke, er war rundum zufrieden. Wenn ich ihn fragte, wann ich die Dinge bei ihm holen könnte, dann meinte er, ja, halt dann, wenn er damit fertig sei.
Ein Leben in seinem Rhythmus. Das Leben im inneren Maß. 

Dienstag, 8. November 2011

STATISTIKEN

In dem wunderbaren Reiseblog vormirdiewelt habe ich den Link zur BBC Erdenbürgerzählung
gefunden. Da kann frau sich zeigen lassen, welche Weltbewohnernummer sie ist. Und ihre Lebenserwartung bezogen auf das Land in dem sie lebt. Ich werde 82,9 Jahre alt, da habe ich noch ein ganzes Stück vor mir. Statistisch gesehen.
Ausserdem habe ich nachgesehen, wieviel der Tag bis zur Wintersonnenwende noch kürzer wird. Es sind noch ca. 1,5 Stunden. Naja, damit kann ich leben. Das kann ich mir vorstellen. In der Früh und am Abend je 45 Minuten. Je näher die Sonne zum südlichen Wendekreis kommt, desto langsamer wird der Helligkeitsverlust.
Für mich sind die Monate November, Dezember immer die schwierigsten. Wenn das neue Jahr beginnt, dann weiß ich: es geht wieder aufwärts.
Aber jetzt sind noch Traumherbsttage - so schön war die Verfärbung schon lange nicht.
Der totale Schaugenuss.

Montag, 7. November 2011

GLÜCKSKEKSE

Einige Tage war ich unterwegs.
Ziemlich stressig, aber ok.
Beim Chinesen war ich essen.
Ich liebe das Glückskeksorakel:
"ZU HAUSE WIRST DU FRIEDEN UND HARMONIE HABEN."
Das ist wohl klar, da brauche ich das chinesische viersprachige Zettelchen nicht.
"JE ZULT THUIS VREDE EN HARMONIE HEBBEN."
Klingt auf holländisch doch nett.
Und den abschließenden warmen Pflaumenwein mag ich auch.
Aber nur im Lokal.
Schmeckt daheim gar nicht.
Das ist wie Rotwein im Süden.
Ich hatte mal einen Freund,
mit dem haben wir oft Überraschungseiorakel gespielt.
Die Figuren im Inneren gedeutet.
Das funktioniert gut und hat den angenehmen Schokoladenebeneffekt.
Jetzt bin ich wieder daheim und habe es friedlich und harmonisch.
Keksorakel her oder hin.

Sonntag, 6. November 2011

HÖHENANGST

Höhenangst habe ich.
Nicht extrem, aber doch.
So ein Aussichtsstand ist schon eine kleine Herausforderung.
Fliegen macht mir gar nichts, da fühle ich mich völlig sicher, nur solange die Füße irgendwo am Festen sind und die Augen sehen Tiefes, wird mir leicht schummrig.
Nicht daran zu denken z.B. auf eine hohe Leiter zu steigen
oder am Berg schmale Steige zu gehen.
Alle Ängste kann ich dabei ausstehen.
Aber das muss ich ja nicht machen,
es lebt sich gut ohne Höhenflüge.
Bescheiden am Boden bleiben.

Samstag, 5. November 2011

KATHOLISCH

Zufällig bin ich in eine Allerheiligenprozession geraten.
Und hab mir die Gesichter der Teilnehmer angesehen.
Da war alles nur schwarz und traurig und verbittert -
jeder hat persönlich am Kreuz geschleppt.
Das Katholische in unserem Lande ist schon sehr, sehr schwer.
Eine große Bürde gilt es zu tragen.
Mir fällt da nur ein:
Das Leben ist vielleicht hoffnungslos, aber nie ernst. 

Freitag, 4. November 2011

PFERDE

Bei diesen Pferden mit den langen Haaren an den Füßen fahre ich oft vorbei -
ich finde sie so süß - keine Ahnung welche Rasse das ist.
Das Kunstpferd habe ich am gleichen 'Tag vor die Linse bekommen -
ist ja auch recht hübsch und viel pflegeleichter.

Donnerstag, 3. November 2011

VON DEN GERÜCHEN

Dieser Tage in Linz habe ich aufmerksam auf  Gerüche geachtet -
die Fußgängerzone duftete verführerisch nach frischem Gebäck und Kuchen,
im Büchertempel war es ein Gemisch aus abgestandener Luft, Schweiß, Staub -
ich bedauere immer die Verkäufer, die den ganzen Tag in diesen luft- und lichtabgeschotteten Betonkisten arbeiten müssen, oft auch in massiv schadstoffangereicherter Atmosphäre.
In einem Zeitungsartikel war zu lesen, der letzte Schrei seien Wandcremen, die mit Luftionen angereichert werden und die nervenstärkend und leistungssteigernd wirken. Wie fortschrittlich wir sind - wir cremen uns unser Befinden an die Wand.

Mittwoch, 2. November 2011

HERBSTFARBEN

So sehen alte Häuser in der Gegend oder im angrenzenden Mühlviertel aus.
Es werden immer weniger.
Meist wird groß und neu gebaut und das Alte wird abgerissen.
Der aktuellste Trend:  Rot- und Ockertöne für den Außenanstrich.
Ich denke, im Lagerhaus muss es ein Sonderangebot dieser Farben geben, denn allerorts entstehen die Augenknaller. Manche Häuser kriegen auch nur breite orangerote Streifen, das sieht dann aus, als ob die Fenster weinten.
Ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber in dem Fall der Müllfahrzeugsfarben verweigere ich auch das.
Farbliche Augenbeleidiger in Herbsttönen. 
Vielleicht werden sie im Frühjahr umgestrichen?
Das Haus trägt jetzt Jahreszeiten?

Die Gegend ist eine bescheidene, stille.
So hat Karl Korab die alten Dörfer gezeichnet. Hineingeduckt ins Hügelige, wenn im Winter die kalten Winde
aus dem Norden übers Land fegen.

Dienstag, 1. November 2011

WARUM ICH IM WALD LEBE

Warum ich im Wald lebe:
weil es hier mehr Schönes als Hässliches gibt
weil die Luft gut ist
weil ich die Welt aus der Ferne beobachten kann
weil mir Menschen in kleinen Dosen genügen
weil ich mich da besser spüren kann
weil die Träume hier keine Grenzen haben
weil in meinem Inneren eine Pionierin schlummert
weil ich mir nichts anderes vorstellen kann
(naja, Wald mit Blick aufs Meer oder einen See ginge auch)