Dienstag, 14. Dezember 2010

IM WINTER/IM SCHNEE

Die Fotos sind alle aus dem fahrenden Auto gemacht.
Damit man einmal eine Vorstellung von meinem Winter bekommt.

Mehr ist von dem Güterweg nicht zu sehen,
wenn es schneit, dann gibt es streckenweise gar keine Sicht.
Fahren von Stock zu Stock. Und darauf vertrauen, dass die Straße unter den Rädern bleibt.
Etwas später blaue Flecken am Himmel.
So wird die ganze Sache viel hübscher.
Und meine Stimmung etwas versöhnlicher.

Romantisch schaut es dann aus, aber bei zu viel Beschwerlichkeiten verliert frau den romantischen Sinn.

Montag, 13. Dezember 2010

SCHNEE UND FREISTADT

Es schneit. Winter ist, aber solche Schneemengen bräuchten nicht geliefert zu werden, ich habe nicht so viel bestellt. Bei mir hat es viel mehr weiße Pracht, als auf den Fotos von Freistadt, ich kann schon wieder damit beginnen, mir Sorgen um meine Dächer zu machen.
In Geografie bin ich nicht so schlecht, aber mit der ewigen Grenzenveränderei kommen mir Namen unter, die ich noch nie gehört habe. Wer kennt schon Waziristan, Nord und Süd. Terroristen-Camps und -Ausbildungslager gibt es dort. Mit den Ländern und Städten der ehemaligen Sowjetunion tue ich mir auch schwer, wer weiß, wo Bischkek oder Chisinau liegt? In Kirgisistan und Moldawien. Und wo genau ist das?
Ach, wie soll ich die Welt verstehen, wenn ich sie nicht einmal benennen kann........

Nicht nur Schneeschaufeln gehört zu meinen Pflichten, ich darf auch auf den Dachboden kraxeln, natürlich dann wenn es finster ist und die Sat-Schüssel mit einem langen Besen vom Schnee befreien. Weil sonst schickt mir der Satellit keine beweglichen Bilder. Heute hasse ich Winter. Mitte Dezember ist einfach zu früh für so viel Tiefstwinterbeschwerlichkeiten. Die gute Nachricht vom Tage: mein Zeh tut nimmer weh und möglicherweise passen sogar Schischuhe.

Sonntag, 12. Dezember 2010

3. ADVENT

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Aus einer Weihnachtserzählung von Alfred Polgar:
...Auf den Straßen liegen, in Haufen, geschlachtete Nadelbäume; getrocknetes Harz-Blut klebt an ihrer Rinde. Aus den Schaufenstern der Kunsthandlungen verschwinden die unzüchtigen Darstellungen, und die "Mitternachtsmette im Gebirge" erscheint.....
...Nun kommt bald Weihnachten, und ein Golfstrom der Menschenliebe sendet warme Schauer über das frierende Land...
...Übel dran zu Weihnachten sind die Menschenfeinde. An den Dämmen, die ihr Hass aufgerichtet hat, bricht sich das Meer von Liebe, das in diesen Tagen alle Küsten bespült, wo Christenmenschen und ihnen Assimilierte wohnen. Düster sitzen sie da in ihrer düsteren Isoliertheit und giften sich. Sind nicht auch sie unsere Brüder? Wie verhilft man ihnen zu einem relativ gemütlichen Weihnachtsabend? Tun wir was für sie! Menschenfeinden Freude zu machen, kann doch nicht schwer sein. Lassen wir sie hineinblicken in die Not der Glücklichen! In den Krieg des häuslichen Friedens! In die Langeweile der guten Ehe! ...In die klägliche Unfreude des Reichtums!...
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Schaut so aus, als wäre der gute Alfred Polgar vor 100 Jahren auch kein großer Weihnachtsfan gewesen.

Samstag, 11. Dezember 2010

GUTE NACHRICHT

Die gute Nachricht vom Tage:
eine halbe Stunde Schnee vergnüglich schaufeln verbraucht 300 Kalorien. Das ist mehr als beim Joggen (was ich ja ohnedies nicht mache).
Zukünftig werde ich mich jeden Morgen für das gratis gelieferte Fitness-Training bedanken. Und danach eine ausgiebige Zwischenmahlzeit einschieben. Meine Muskeln brauchen Nahrung. Damit sie den ganzen Winter halten.

Freitag, 10. Dezember 2010

FREMDSCHÄMEN

Zum Wort des Jahres in Österreich wurde "Fremdschämen" erklärt. Das kenne ich gut. Als Kind habe ich mich oft für meine Mutter geschämt. Mütter sind (fast) immer peinlich. Auch heute passiert es mir noch ab und an, dass mir Sachen unangenehm sind, die gar nicht meine sind.
Das Wort hat etwas. Ich schäme mich fremd. Ich schäme mich für Fremde. Fremde Scham...
Das Unwort des Jahres ist "humane Abschiebung". Dazu braucht es keine Erklärung.
Zu dem Foto gibt es auch keinen Text. Habe ich im Kino aufgenommen. Installation im Vorraum, wohl eine indische Hochzeit, keine Ahnung was damit ausgesagt werden soll. Aber es ist hübsch und bunt und bringt ein wenig südliches Flair ins graue Winterwetter.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

WINTERVÖGEL



Seit Schnee liegt, füttere ich die Vögel. Fotografieren kann ich nur Meisen, die anderen suchen das Weite, wenn ich in die Nähe komme. Buntspecht, Kleiber, Grünlinge und Goldammer sind da und auch die ungeliebten Eichelhäher. Der Futterspender wurde aufgehängt und innerhalb kürzester Zeit war die ganze Schar vor Ort. Sie fressen mich arm, brauchen ca. 1 kg Futter pro Tag, ich denke, sie würden auch mehr vertilgen, aber mehr gibt es nicht.
Ich habe meine Freude daran, wenn sie vor dem Fenster herumflattern/hüpfen.
Eine Geschichte fällt mir ein:
Auf Jamaika konnte man zu einer bestimmten Tageszeit an einer "Kolibrifütterung" teilnehmen. Eine Frau hatte diese winzigen Vögel "dressiert" und zu einer Touristenattraktion gemacht. Sie kamen aus allen Richtungen angeflattert, um dann an reifen Früchten zu naschen und aus Pipetten zu trinken, die man halten durfte. Diese Winzlinge, die wie Hubschrauber in der Luft stehen können, aus der Nähe zu betrachten, war bezaubernd.
Vielleicht könnte ich mit den Meisen auch etwas einüben? Sie sind kaum scheu und mit ein wenig Ausdauer bringt man sie dazu aus der Hand zu fressen. Das ist für eine Touristenshow ein bisserl mager. Da muss mir Zusätzliches einfallen. Fliegen durch brennende Reifen oder so. Die Zeiten werden härter und jeder sollte sich sein Futter verdienen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

SIBIRIEN IST ÜBERALL

Im Jahre 2003 wurde in Russland Michail Chodorkowski, ein Öl-Tycoon, verhaftet, wegen Steuerhinterziehung angeklagt und nach Sibirien verbannt. Er war Putin zu mächtig geworden und er hatte sich zu sehr mit dem Westen verbündet. Seine Enthaftungsanträge wurden abgelehnt, inzwischen ist er wieder in Moskau in Haft und neue Prozesse gegen ihn werden geführt. Wie es aussieht, hat er kaum Chancen je wieder ein freier Mann zu werden.
Die Wikileaks-Affäre erinnert mich sehr daran. Julian Assange wird gejagt, verhaftet, von internationalen Kontakten abgeschnitten und ich möchte gar nicht wissen, was noch geschehen wird, um ihn ruhigzustellen.
Viele mächtige Männer der Geschichte sind über Sex-Affären gestolpert, aber das hier macht mir ein sehr unangenehmes Gefühl. Hier geht es um Meinungsfreiheit und Demokratie. Wir werden gerade davon verabschiedet.
Sibirien ist überall.
Wer mag, kann mehr beim Traumperlentaucher lesen.

Dienstag, 7. Dezember 2010

WIEN IM SCHNEE/SCHNEE IN WIEN

Zauberhaft und romantisch sind die Parks.
Franz Josef - leicht gebeugt unter Schnee und Kälte

Gatsch.
Da fällt die Schuhwahl schwer.
Lichtergefunkel im Schneetreiben.
Schön ist das.
Eine besondere Stimmung: in Dunkel eingehüllte Leichtigkeit.


Die Damen:
bestellt und nicht abgeholt.

Montag, 6. Dezember 2010

DER JAKOBSWEG

Seit Jahren träume ich davon, den Jakobsweg zu gehen.
Ich habe das Buch von Paulo Coelho gelesen, Shirley MacLaine war da und Hape Kerkeling hat mit seiner Wegbeschreibung im deutschsprachigen Raum einen richtigen Boom ausgelöst. Der österreichische Fernsehfilm "Drei Brüder" mit Andreas Vitasek, Erwin Steinhauer und Wolfgang Böck hat humorvoll diese Pilgerei beschrieben.
Jetzt ist Irgendlink am Weg. Seine Beschreibungen bringen mir den Weg näher, wecken wieder Sehnsüchte. Zu gerne würde ich mir auch die Blasen an den Füßen holen. Zumindest in der Fantasie stelle ich es mir spannend vor.
Meine konkreten Voraussetzungen: ich bin nimmer die Jüngste, ich bin zu dick, meine Gelenke sind total bedient und ich mache überhaupt keinen Sport mehr. Tzzzzzzz, das schaut nicht gut aus, aber wo ein Wille ist, gibt es vielleicht auch einen Weg. Einen Jakobsweg. Schau ma mal.
Ich könnte ja auch davon träumen z.B. von St.Pölten nach Prag zu gehen oder von Linz nach Triest. Aber nein, es muss dieser Weg oder ein Stück davon in Spanien sein. Hat diese Faszination etwas mit den ungezählten Pilgern zu tun, die jahrhundertelang ihr Menschsein steinig auf die Probe stellten? Sind es Leylinien, die dort eine spezielle Transformation ermöglichen?
Ich würde den Weg natürlich etwas modifizieren - in Hotels schlafen und das Gepäck möglicherweise tragen lassen. Das Gehen ist ja schon schwer genug, da muss man sich nicht zusätzlich Last aufbürden - das meine ich nicht nur für den Jakobsweg. Erleichterungen der Mühsal jedweder Art sind immer willkommen.
Pilgern light vielleicht, a bisserl.

Sonntag, 5. Dezember 2010

2. ADVENT



Advent, Advent
ein Lichtlein brennt.
Dass es heuer bei mir sogar ein "Gesteck" gibt, ist ein Zugeständnis an einen Gast, der das mag. Jetzt gefällt es mir auch und die Fichtenzweiglein duften in der Wärme.
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Zwei Sprüche zum Tag:
Artur Schopenhauer
Feiere oder feiere nicht, du wirst beides bereuen.
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Peter Ustinov
Geschenke sind die einzige Form von Rache, die kultivierten Menschen noch bleibt.
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Allen da draußen in der virtuellen Welt wünsche ich einen glücklichen Tag, den ihr so verbringen mögt, wie es euch Freude macht.

Samstag, 4. Dezember 2010

GRAU

Menschen an der Bushaltestelle
Gesichter wie gestrandete Schiffbrüchige
warten auf Rettung aus der Tristesse
Nebel hüllt alles ein
macht seltsam leblos
schemenhaft
unverbunden
wirklichkeitsgetrennt

Freitag, 3. Dezember 2010

ALLEN WOODY

Einen neuen Film von Woody Allen gibt es. Übers Altwerden. Ich werde ihn sicher ansehen, seine letzten Streifen haben mir sehr gefallen, er ist abgeklärt und lebensweise. Seine früheren Filme konnte ich nicht sehen, ich habe sie irgendwie nicht verstanden.
In einem Interview im "KURIER" gelesen:
KURIER: "Ihr Film handelt vom Altwerden. Wie finden Sie es?"
WA: "Ach, das ist schrecklich. Es gibt echt keinerlei Vorteile. Und ich weiß das, ich bin jetzt 74. Man wird nicht klüger. Man wird nicht weiser. Man wird nicht freundlicher. Es schmerzt vielmehr der Rücken. Man bekommt Verstopfung und braucht eine Hörhilfe. Es ist ein schlechtes Geschäft, alt zu werden. Und ich würde Ihnen echt raten, es nicht zu tun."
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Das mit dem Altwerden spricht mir aus der Seele. Doch wer weiß eine Alternative?

Donnerstag, 2. Dezember 2010

ALLTÄGLICHES

Der Winter lässt sich gut an, jetzt schon so viel Schnee wie normalerweise im Jänner.
Hoffentlich hat uns der Golfstrom nicht verlassen, ich mache mir große Sorgen um ihn.
Wenn es bei mir stürmt und schneit, ist es wie Sibirien, da kann es auch vorkommen, das gar nichts mehr geht. Keine freie Straße, nix. Bei dem Sturm hat es dem Eichelhäher am Vogelfutterbaum die Federn aufgestellt.
Der Briefträger hat sich doch durchgekämpft und hat mir einen !Adventkalender! von lieben Leuten gebracht. Das hat mich dann schon wieder gefreut. Von wegen Weihnachtsverweigerin.
Meinem besten Freund geht es sehr bescheiden, ständig kommen neue Krankheiten und Leiden dazu. Ich frage mich und ihn auch, ob es nicht besser ist, die erste Möglichkeit eines "schönes" Todes zu ergreifen (er hatte vor einigen Monaten einen Herzstillstand mit Nahtoderfahrung). Wer weiß wann und wie die zweite Chance kommt?
Bei euch in Deutschland lese ich von jugendfreien Blogs. Gilt das für AusländerInnen auch? Meiner ist ohnedies so etwas von harmlos. Gibts dann einen Zensurstempel?
Wie sagt Asterix immer: die spinnen, die Römer.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

WIE MAN NICHT BERÜHMT WIRD

Bei meiner Buchsuchaktion ist mir ein Exemplar mit dem Titel : "Wie man nicht berühmt wird" von Bernhard Hüttenegger in die Hände gefallen. Ich glaube, ich habe es nie gelesen.
Berühmt werden ist nicht mein Problem. Die Schwierigkeit, die ich habe: dieser Tage war im Radio ein Interview mit dem deutschen Philosophen Richard David Precht. Der Mann ist nicht nur hübsch, sondern auch ziemlich intelligent.
Da ist mein Dilemma:
ein bisserl klüger wäre ich gerne, mein Hirn sollte solch brillante Gedankengänge ermöglichen, das Wissen und die Logik sollten frei fließen und sich ergießen. Zusammenhänge sollten messerscharf kombiniert zu komplexeren Gebilden heranwuchern und neue Bereiche jenseits der Grenzen gedachten Wissens ergeben.
Tja, ist nicht, wird nicht, kann ma nix machen.
Aber schön wäre es schon.
Das kommt auf den Wunschzettel für mein nächstes Leben -
ich möchte sagenhaft intelligent werden - zumindest für ein paar Jahre.
Wenn es unbedingt noch eine irdische Runde geben muss.

Dienstag, 30. November 2010

WEIHNACHTSVERWEIGERIN

Die lustigen Weihnachtsmänner klettern bereits die Fassaden der Häuser hoch
Rentierschlitten leuchten durchs Novemberdunkel
Lichterketten schmücken was an Schmückbarem im Freien steht
allerlei herzige Girlanden zieren die Fenster
der Weihnachtskitschüberfluss macht sich breit.
Manchmal erliege ich der strahlenden Glitzerwelt
und finde sie für Momente schön
(am Punschstandl z.B.)
aber meist wünsche ich die nächsten Wochen schon vorbei.
Den Trubel und die Hektik,
die sich jetzt allerorts ausbreiten,
meide ich so gut es geht.
Jährlich wiederhole ich mich,
ich bin eine Weihnachtsfestverweigerin,
eine Alle-Feste-Auslasserin.
Ich freue mich schon auf den beschaulichen Jänner,
da ist das Leben wieder ganz normal.

Montag, 29. November 2010

VON DEN VIELEN BÜCHERN

Heute habe ich wiedermal gesucht, was ich dann (ohnedies nicht) doch noch gefunden habe.
In meinen vielen, vielen Büchern. Jede Menge Leute, die sich da mehr oder weniger gut wissensmäßig ergossen haben. Den Markt überschwemmt haben mit Gedrucktem. Bäume vergeudet haben. Die Produktion an Lesestoff nimmt ständig zu, nicht nur China überflutet uns mit Junk aller Art, auch Menschen, die sich zwischen Buchdeckeln verewigt wissen wollen, tun dies mit Werken verschiedenster Qualität. Manchmal denke ich, ich würde mit den Leuten persönlich nicht reden wollen, wieso kugeln dann die Machwerke bei mir herum? Eine literarische Umweltverschmutzung. Es gibt auch das Gegenteil, die Schätzchen, die Lieblinge, die Stundenbeglücker in Buchform - da sind die Bäume gut aufgehoben, das Papier ist mit Worten veredelt.
Trotzdem: ohne Bücher möchte ich nicht sein.

Sonntag, 28. November 2010

ADVENT

Advent, Advent
ein Lichtlein brennt.
Vom Himmel fallen Flocken
es läuten laut die Glocken.
Zwischen Rind und Schwein
kehrt bald das Christkind ein.
Advent, Advent
das Herdfeuer brennt.

Samstag, 27. November 2010

FAST OHNE WORTE

Naturmalereien.
Aufgenommen an einem kleinen Bachlauf im Moor.






Freitag, 26. November 2010

EINFACH SO

Das Foto wurde vor wenigen Tagen aufgenommen, jetzt ist bereits alles weiß angezuckert.
Einige Zeitungssplitter zum Schmunzeln oder Wundern:
In den USA pressen die Alten ihre Kreditkarten wie Zitronen aus, sie gönnen sich mehr, als sie sich leisten können, denken nicht mehr an die Rückzahlung. Motto: Hinter uns die Sintflut.
Wen wundert das? Wird von Staaten und Banken vorgespielt.
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In Österreich überlegt man ein Gefängnis für Alte einzurichten. In Deutschland gibt es das schon. Barrierefrei und ohne Stockbetten.
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Seltsam finde ich diese Tigerrettungskonferenz. Ich möchte da nicht missverstanden werden. Jeder einzelne Tiger gehört gerettet. Aber, dass sich da Kapazunder wie Putin und Zoellick wichtig machen, eine Monstertreffen organisieren ... da gibt es doch ganz andere und viel mehr Probleme in dieser Welt. ??? Irgendwie seltsam diese Geschichte.
Alibi? Ersatzhandlung? Übersprungsbewegung?

Donnerstag, 25. November 2010

IM STURM

Schlaflos durch die Nacht gleiten
wenn der Sturm ums Haus fegt
er lässt es da und dort
ächzen und stöhnen
Windgeister im alten Gebälk tanzen
verjagt Träume
das Brausen der Töne
rüttelt an mir

Mittwoch, 24. November 2010

VOTIVBILD

Im Wald bei einem Schwemmteich steht eine kleine Gedenkkapelle mit diesem alten Votivbild. Ich mag Volkskunst und solche naive Malerei.
Schwemmteiche gibt in der Gegend oft. Das Holz wurde früher im Winter geschlägert und in diesen Staubecken gesammelt, im Frühjahr wurden die Schleusen geöffnet und die Stämme über Bäche, die zur Donau führen mit dem reißenden Wasser geschwemmt. Entlang der gesamten Strecke standen Männer mit langen Stangen und haben bei eventuellen Staus versucht, die Bäume wieder in den Fluss zu bringen. Das war sehr gefährlich und es sind immer wieder Leute dabei verunglückt.
Aber die beiden Männer vom Votivbild sind beim Baden ertrunken. So steht es geschrieben.

Dienstag, 23. November 2010

DEPRESSION

Jeder hat seine dunklen Zimmer,
die durchschritten werden wollen,
die sich manchmal nicht vermeiden lassen.
Erst wenn man ins Schwarze eintaucht,
in den Tiefen schwimmt,
ist man bereit für Licht und Leichtigkeit.
Ich kenne eine eiserne Hand,
die in der Nacht mein Herz umklammert,
die mir die Luft raubt.
...Und trotzdem weiß ich,
wenn ich mich der Panik stelle,
die Angst aushalte,
werden die schwarzen Zimmer hell,
bleibt die Furcht zurück,
wird all das Vergangenheit,
was mit eiskalten Händen nach mir greift.
Vielschichtig ist das Leben.
Fürchte dich nicht.

Montag, 22. November 2010

IM AUSLAND



Seit wir den Schotterweg zwischen Wiesen entdeckt haben, sind wir ratz-fatz in Tschechien, in der anderen Welt. Ein kleiner Ort ist dort, die Kirche blieb als Ruine erhalten, alle anderen Häuser wurden nach 1945 abgerissen. Über 1000 Einwohner hatte einst der Markt. Heute gibt es einige hübsche Zweitwohnsitze und null ständige Ansässige. Die Kirche wird mit privaten Spendengeldern renoviert, das Kirchenschiff ist Heimstätte für Mauersegler und Fledermäuse. Hochmoorwiesen sind ringsum, eine reizvolle Landschaft, völlig unbebaut, größtenteils unbewirtschaftet. Im Wald liegt ein Wirtshaus, das wie eine Almhütte aussieht. Ich liebe es in diese ganz nahe, völlig andere, sehr unberührte Welt einzutauchen. Die unmenschliche Entmenschung, die durch die Teilung Europas geschah, hat Landstriche geschaffen, in denen die Natur einfach vor sich hinwachsen konnte und kaum durch Eingriffe gestört wurde. Weil diese Regionen heute wirtschaftlich weitgehend uninteressant und auch kaum bekannt sind, bleiben Stille und Verlassenheit erhalten. Ich bin sehr dankbar dafür und kann mich daran kaum satt fühlen. Hier stehen alte knorrige Bäume, unbehelligt von Motorsägen, nur die Winterstürme fürchtend. Es ist, als stünde die Zeit still. Ein Stück bewahrte heile Welt.

Sonntag, 21. November 2010

VOM KAFFEE

Stark muss er sein, schwarz muss er sein, bitter muss er sein.
Ich bin bekennende Kaffeetrinkerin. Auf den verzichte ich (nie) nicht. Früher habe ich ab und an (heil)gefastet, aber ein Tässchen Kaffee gab es auch da. Elixier und Medizin ist er für mich. Das erste Kaffeehaus wurde in Wien 1685 eröffnet. Es gehört zum Alltag und die verschiedensten Sorten, wie man/frau die geröstete Bohne trinken kann, sind kaum aufzuzählen.
Kleiner/Großer Brauner/Schwarzer = mit Obers/ohne
Einspänner = schwarz mit Schlagobers
Melange = Kaffee mit viel Milch
Verlängerter = mehr Wasser und Milch
Cappuccino = Espresso mit aufgeschäumter Milch und Schokostreusel oder Kakaopulver
Fiaker = Mokka mit Rum
usw.
Früher, wenn ich unterwegs war, gab es für mich nur in den südlichen Ländern trinkbaren Kaffee - z.B. Espresso doppio in Italien, ein Bitterkeitsschock. Inzwischen - ein Vorteil der Globalisierung - schmeckt das schwarze Elixier in vielen Ländern bereits nach Kaffee und nicht nach heißem Abwaschwasser, das zufällig an 5 Kaffeebohnen vorbeigelaufen ist.
Seltsamerweise gibt es heutzutage alle möglichen Studien, wofür die schwarze Brühe gesund sein soll, nachdem jahrzehntelang gepredigt wurde, wie schlecht sie uns tut. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: am besten ist es dem eigenen Gusto zu folgen.