Freitag, 28. Juni 2024

NERVIGES UND NATUR


Die Wiesen ums Haus wuchern.
Weil ich heuer im Frühjahr bereits 2 x mit dem Mäher durchgefahren bin,
sind wenig Blüten vorhanden.
Dafür habe ich Girschfelder.
Jedes Jahr sieht es anders aus.
Natur ist nie gleichförmig.
----
Wenn ich etwas hasse,
dann sind es so Dinge, wie: sich um den Strompreis zu kümmern.
Ich mag mich eigentlich um gar nix mehr kümmern.
Aber in den Medien erzählen sie mir jetzt andauernd,
dass alle Menschen zu hohe Gebühren zahlen
und man immer wieder den Anbieter wechseln soll. 
Wenn ich im Internetz die Preisvergleicher betrachte,
stelle ich fest, dass ich Hunderte Euronen einsparen könnte.
Aber nur im ersten Jahr.
Dann müsste ich wieder wechseln.
Seufz.
Ich werde mal den jetzigen Anbieter anrufen und ihn fragen,
ob er mir einen günstigeren Tarif anbieten möchte.
Wo ist die gute alte Zeit mit einem einzigen Preis.
Der war vielleicht nicht billig, aber einheitlich und man musste sich um nix kümmern.
Heute ist es egal was man möchte,
die Schwankungen sind dauernd da.
Bei Hotels, Flügen, Bahnfahrten etc.
Eigentlich müsste man sich zurücklehnen und das Spiel nicht mitmachen.
Wenn man dafür dann auch das Doppelte ablegen muss....
Seufz.
So viel unnötige Energie (Lebensenergie) wird verschwendet.
Mit Dingen, die mich nicht interessieren.
Wenn ich jetzt dann den besten Strompreis ergattert haben werde,
wird mein Leben dadurch glücklicher?
Ach, ja. Sicher.
------
Glühwürmchen. Die kleinen Irrlichter der Nacht fliegen.
Immer wieder schön und besonders.
------
Strompreisnachtrag:
mit dem jetzigen Anbieter telefoniert.
Und doch ein Produkt genommen, das ich eigentlich nicht möchte,
weil ich da ständig am Ball bleiben muss.
Aber mein geiziges Ich kann nicht Hunderte Euros liegen lassen.
Seufz.





Mittwoch, 26. Juni 2024

KÜRBISBLÜTEN


  Am Morgen hole ich die Zucchini/Kürbisblüten herein
und das Mittagessen ist gerettet.
Sie kommen entweder in den Salat oder ins Gemüse.
Zu schade um sie wegzuwerfen.
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Vitamin A, Kalium und Kalzium.
Geschmacklich sind sie nicht der totale Renner,
aber das ist ja Salat auch nicht.
Das kulinarische Erlebnis macht erst das Dressing.
Meine Lieblingszubereitungsart für die gelben Schönen zur Zeit -
in Ei wenden und herausbacken.


Montag, 24. Juni 2024

ANGEBADET IST


Das Wasser ist nicht so kalt, wie ich es erwartet hätte.
Sommer ist ja nur schön.
Wobei ich Hitze immer weniger gut vertrage.
Aber im Waldviertel und in meinem Steinmauernhaus ist es kühl genug.
Sommerlektüre: 
vom Büchermarkt habe ich einige Bücher von Ferdinand von Schirach mitgenommen.
Keine leichte Kost, aber leicht zu lesen, weil sie so gut, einfach geschrieben sind.
Spannend.
Die Tage streicheln die Seele. Den Körper auch.
Das Mittelmaß (Gleichmaß) hat kaum Ausschläge: in keine Richtung.




 

Freitag, 21. Juni 2024

ALLTÄGLICHES




Das Auto ist dreckig bis obenhin.
Im Regen Waldstraßen gefahren.
Bei der Tankstelle streikt die Waschanlage.
Der Schmutz muss bleiben.
Noch dazu bin ich wiedermal seitlich ans Garagentor angefahren (das hatten wir schon Jahre nicht) und auf einem Parkplatz hat irgendwer auch etwas vom Autolack mitgenommen.
----
Was muss ich davon halten,
wenn ich das gleiche Gwand trage, wie ganz junge knackige Mädchen?
Naja, bauchfrei natürlich nicht.
Aber da sind 60 Jahre dazwischen.
Geht's noch oder muss ich endlich zum Altfrauensortiment greifen?
----
In einem Geschäft muss man sich beim Eingang mit der Autonummer registrieren,
sonst kann man den Parkplatz nimmer ungestraft verlassen.
Weil dort oft Unbefugte parken.
Sachen gibt es. 
Kopfschüttel.
----
Bei der Baumgöttin.
Die sich mit Grünlaub tarnt.
Die wievielte Sonnenwende sie wohl erlebt?



 

Mittwoch, 19. Juni 2024

ERNTEN UND FINDEN


Das, was von alleine wächst, mag ich am liebsten.
Mühelos.
2 m hohe Königskerzen. Brennesseln sind auch 2 m hoch und schauen beim Fenster rein.
Ausgiebig Eierschwammerln gefunden.
Also, richtig viele.
Ich gehe nur so lange in den Wald, bis ich genug für 1 bis 2 Mahlzeiten habe.
Walderdbeeren wachsen und meine Zucchini kommen langsam in die Gänge.
Dafür sind Himbeeren heuer der Totalausfall.
Anscheinend sind sie erfroren.
Jedes Jahr freue ich mich, wenn die Natur nährt, ohne dass ich säen muss.
Es ist auch wieder die Zeit, wo ich Geld finde.
Kleinigkeiten, doch ich fühle mich genährt.




 

Montag, 17. Juni 2024

EINFACH DANKBAR


Manchmal, in guten Momenten, bin ich einfach dankbar.
Für die Alltäglichkeiten.
Das Essen, die schöne Umgebung, die Stille, das Leben.
Meine Möglichkeiten.
Dankbar fürs einfache Sein. 
Dafür brauche ich nicht mal ein Dankbarkeitstagebuch.
Es genügt bei einem Kaffee vorm Haus zu sitzen und zufrieden auf die Wiese zu schauen.
Und so warte ich, bis endlich ein Wolf bei mir vorbeikommt.


Wenn schon kein Wolf, dann andere Mitbewohner.
Die Marder sind aktiv und toben nächtens über den Dachboden.
Anscheinend sind die Jungen bereits da.
Im Kompost lebt auch ein Tier.
Hat den Boden so untergraben, dass die Tonne fast kippt.
Und jetzt ist auch ein großer Gang bis an die Oberfläche zu sehen.
Alles was ich einwerfe, verschwindet schnell.
In den letzten Jahren gabs Blindschleichen.
Heuer gibts eine Riesenratte.
Oder so.
Keine Ahnung.
Wenn mir mal ganz langweilig wird,
dann werde ich mich mit dem Behälter und seinen Bewohnern beschäftigen.

die letzte Pfingstrose


Freitag, 14. Juni 2024

ANGSCHWAMMERLT IS


Mit Katze und Wintermütze war ich im Wald.
Die allerersten winzigen Eierschwammerln gefunden und in der Kopfbedeckung heimtransportiert.
Angschwammerlt is.
Jetzt muss noch das Anbaden kommen, dann steht dem wohligen Waldviertelsommer nix mehr im Wege.
Speiseplan für die nächsten Monate:
Zucchini und Schwammerln.
Salat und Kräuter.
Die Thuje?? oder was das ist, wird braun.
Eigentlich wollte ich sie erst im Herbst schneiden,
aber Google sagt, kann man jetzt auch.
Mal schauen, was davon übrig bleibt.
Ich hab sie mal als winziges selbstgezogenes Gewächs bekommen.
Jedenfalls werde ich mein Fichtenmoperl anwerfen und eine große Lücke produzieren.
Gerade ist es gut daheim.
Ich mag das Haus kaum verlassen.
Still, bescheiden, zufrieden.
Der Wahnsinn in der Welt kann sich im Draußen abarbeiten.
Ich muss da nicht dabei sein.
 

Überall wird man beobachtet.


Resultat der Plage:

der Helfer


Mittwoch, 12. Juni 2024

GESCHIRRSPÜLER UND ALTE COLLAGEN


 

Dass ich wieder Besitzerin eines Geschirrspülers bin,
ist erfreulich. Die Story war nicht komplikationslos.
Das Gerät hat nicht in die Küche gepasst und dann war auch nix besser Passendes zu kriegen.
Die aktuellen Maschinen sind 2 cm tiefer als meine alte.
Nach einigem Hin und Her steht das Ding jetzt. Ragt etwas vor.
Was egal ist. Also, mir ist es egal.
Dafür gibt es jetzt richtig sauberes Geschirr.
Wochenlang Handwäsche hinterlässt leichte Flecken.
Weiters gibt es ein neues Festnetztelefon.
Das erste Gewitter hat das alte Gerät erledigt.
Einmal im Jahr muss es sein.
17000 Fotos sind ungesichert am Computer.
Wenn irgendwas passiert, ist alles verloren.
Was egal ist, ich schaue sie ohnedies nicht an.
Aber bei Collagen habe ich reingeschaut.
Und diese vergangenen Bilder finde ich nett und zeige sie nochmals.
Meine geliebte alte billige Kamera hat die viel besseren Bilder gemacht.
----
Und jetzt noch eine Geschichte:
dieser Tage war ich auf einem großen Büchermarkt.
Mit reicher Beute heimgekehrt.
In einem (religiösen) Buch fand ich ein fast nackt Strandfoto einer jungen schönen Frau.
Wohl 70er Jahre, denn da war busenfreies Baden angesagt.
Manchmal setze ich Handlungen ohne darüber nachzudenken und ohne zu wissen,
warum ich das gerade tue.
Jedenfalls warf ich das Bild in meine Beutetasche.
Keine halbe Minute später stürzt sich ein Mann auf das verbliebene Buch
und fängt an sich bei seinen Freunden zu beklagen, dass das vorher darin enthaltene Aktfoto verschwunden sei.
Rätsel?! Nur eine alte Frau steht bei den Büchern herum ... und die kann doch nicht...?
Weil ich für Bilder nackter Frauen nicht wirklich eine Verwendung habe,
landete daheim das Foto im Kachelofen - im Feuer.
Mit dem guten Gefühl ein privates Bild vor Männerfantasien gerettet zu haben.
Und für mich habe ich eine Schmunzelgeschichte kreiert.

Nordkap

Mann läuft



Nach dem Laufen

Mallorca




Montag, 10. Juni 2024

DIE GRENZEN DES WACHSTUMS

Wahrscheinlich langweile ich alle mit meinem ewig gleichen Thema.
Aber für mich ist es gerade aktuell.


Vielleicht sickert es langsam in die Köpfe der Menschen ein,
dass wir auf einem begrenzten Planeten leben.
Mit endlichen Ressourcen.
Mein Lieblingsthema jetzt:
Verkehr. 
Wenn Millionen Autos über die Alpen gleichzeitig nach Süden wollen
und es gibt nur einige Straßen, die die Berge queren,
dann kann sich das nicht gut ausgehen.
Es wird nicht sehr viel darüber publiziert,
denn die heilige Kuh Tourismus ist betroffen.
All die schönen Hotels und Strände südlich der Gebirge müssen mit Leuten gefüllt werden.
Freiwillig tritt keine Verhaltensänderung der Massen ein -
wie wäre es mit Time-Slots wie in Museen?
Die Freiheit des Einzelnen wird man im Interesse der Allgemeinheit begrenzen müssen.
Und von Freiheit bei 5 Stunden geparkt im Stau zu stehen, kann man nimmer sprechen.
---
Mein Innenhof ist um diese Jahreszeit bunt.
Die Solardusche ist aufgestellt.
Jetzt muss es nur mehr Sommer werden.




 

Freitag, 7. Juni 2024

MOTORRAD



 Letztens war schönes Wetter.
Motorradwetter.
Auf einer sehr kurvigen Bergstrecke sind mir 20 Polizisten auf schweren Maschinen tief in Kurven gebeugt entgegen gekommen.
Ja, auch die Ordnungshüter müssen üben und lernen.
Gleich darauf hat mich ein Eiliger so überholt, dass der Gegenverkehr anhalten musste.
Es ist mir aufgefallen, dass an diesen Strecken hier viele Kreuze am Straßenrand stehen.
Geschmückt mit Kerzen und Blumen.
Was soll ich darüber denken?
Besser ein Ende mit Schrecken?

Zur Information:
Mein Roller steht immer noch in der Scheune.
Und ich kann mich in keine Richtung entscheiden.
Aber der Sommer kommt erst.




Mittwoch, 5. Juni 2024

DAS UND DAS


Nein, in diesem Jahr sage ich nicht:
"Und schon ist wieder Sonnwende und ab jetzt geht es bergab."
Noch ist die Angst vor der Dunkelheit nicht da.
---
Bei mir wächst viel Schöllkraut.
Jetzt träufle ich den Saft auf eine Warze am Handrücken.
Schaut gar nicht schlecht aus.
---
Gerade gibt es den jährlichen Ameisenangriff.
Fliegende schwarze, die von kleinen hellbraunen Insekten begleitet werden.
Meine Erfahrung lehrt mich, dass nur Gift wirklich hilft.
Also verschiebe ich die Ameisenfallen im Zimmer,
je nachdem, wo die Tiere gerade erscheinen.
So ein Volk hat ganz schön viele Mitglieder.
-----
Uhus und Störche.
Beim Webcamschauen kann man Drama erleben.
Wie der Waschbär das einzige Uhuei frisst.
Oder die Kleinstörche werden nach Dauerregen evakuiert,
weil sie sonst im Nestwasser sitzen und sterben.
Auf der Waldstraße überfahre ich einen Jungvogel -
und denke -
Futter für ein anderes Tier.
Überleben hat etwas Zufälliges.
----
Mein Blog hat tausende Zugriffe aus Hongkong und China.
Hoffentlich wird es nicht von Chinesen zerschossen.




 

Montag, 3. Juni 2024

OVERTOURISM


5 Stunden Stau auf der Tauernautobahn vor Pfingsten.
Die Menschen in den angrenzenden Orten können nimmer aus dem Haus gehen,
weil die Autoschlange alles komplett blockiert.
Städte, die Eintritt verlangen, um den Besuchermassen Herr zu werden.
Für mich ist dieser Overtourism die Hölle.
Eigentlich wollte ich ins Salzburgische.
Habe aber Abstand genommen.
Ich kann mich der Massenflucht nicht anschließen.
Schaue die ganze Zeit ins Menschenleere.
Höchstens einige Rehe oder Kühe erscheinen im Bild.
Ich denke dann, dass die Leute verrückt geworden sind.
Ein letztes Stückerl Erlebnis raffen,
bevor die Welt zerbricht.
Jetzt kommen die unvorhersehbaren Starkwetterereignisse dazu.
Vielleicht macht das die Massen mürbe,
wenn es brennt, zu heiß ist, überschwemmt wird, etc.
Die Reisewut hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen.
Schnell, schnell.
Sonst ist alles zu spät.
Vorbei.
Wir trampeln die Erde in den Tod.




 

Freitag, 31. Mai 2024

80ER JAHRE




Ibiza 1986.

Ich habe gerade eine Schreibblockade.
Was ich zu dem Thema sagen wollte, gibt es nun abgespeckt.
Die 80er Jahre waren meine beste, allerbeste Lebenszeit.
So bunt, so spannend, so schnell, so vielfältig.
Mit dem perfekten nicht alltagstauglichen Liebhaber.
Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte.
1972 wurde das Buch des Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums" veröffentlicht.
Wir diskutierten die steigenden Meere, Umweltzerstörung, Überbevölkerung.
Ich hatte einige Jahre einen Bioladen und war Vegetarierin.
Ernährt habe ich mich zu der Zeit gesünder als heute.
Jetzt habe ich in dem Buch: "Weniger ist mehr" Statistiken gefunden,
die das exponentielle Wachstum seit damals darstellen.
Die vorhergesagten Probleme sind explodiert.
1980 gab es 4,44 Milliarden Menschen auf der Erde.
Jetzt sind wir in etwa bei einer Verdoppelung.
Wenn ich daran zurückdenke, erscheint mir alles vergleichsweise menschenleer und lebenswert.
Viele Reisen habe ich ohne Overtourism gemacht.
In Länder, die damals noch bereisbar waren.
Veränderungen und Kehrtwendungen gibt es anscheinend nur mit Zwang.
Hoffen wir auf unsere Zukunft.


Und täglich ins Mar Y Sol.




 

Mittwoch, 29. Mai 2024

ABERGLÄUBISCH


 Ich weiß nicht, ob man das abergläubisch nennen kann,
aber ich glaube an die Energie des ersten Moments.
Wenn etwas von Anfang an hakt, dann wird das meist im Laufe der Zeit nicht besser.
Wenn es kleine Unglücke gleich zu Beginn gibt,
dann gehe ich oft wieder.
Ich nehme das als Zeichen.
Z.B. wenn ich im Internet dreimal versuche, etwas zu bestellen und es funktioniert nicht,
weil die Karte nicht geht oder was auch immer, dann lasse ich es meist.
Nehme eine andere Firma oder gar nix.
Vor vielen Jahren hat mir ein alter Aufzug das umgehängte Sakko in den Schacht
eingesaugt - damit war ich bei dem Termin sowas von vorsichtig und gut war es.
Die Leute haben mir dann meine Bekleidung aus dem Lift geholt.
Ich erzähle das, weil meine unendliche Geschirrspülergeschichte das hergibt.
Wochenlang habe ich herumgezögert und zwischen doch reparieren und neu kaufen geschwankt.
Meine Teller mit der Hand gespült und das war auch ok.
Jetzt dachte ich - in meinem Alter brauche ich nimmer so zögern,
sonst zahlt sich ein Neuerwerb gar nicht aus.
Frau will ja das gute Stück noch ein wenig abnützen.
Beim Dienstleister meiner Wahl (so viel Wahl gibt es hier nicht) bestellt
und das gelieferte Ding passte um einen Zentimeter nicht.
Jetzt war die Firma in der Vergangenheit gerade noch akzeptabel.
Der Chef redet nicht mit mir.
Das machen Waldviertler manchmal.
Hatte ich auch schon beim Zahnarzt, einer Augenärztin, im Spital.
Kaum Auskunft, keine Information, keine Beratung.
Eine leicht gestörte Beziehung halt.
Und immer noch kein Geschirrwascher bei mir.
Die unendliche Geschichte habe ich jetzt satt.
Zu viel Energie in etwas, das mich gar nicht interessiert gesteckt.
Mit Hammer und Meißel werde ich ein Stück Wand beseitigen.
Das wäre doch gelacht.
Was nicht passt, wird passend gemacht.



Montag, 27. Mai 2024

WALDLIEBE


Der Wald wird gerade hochgelobt.
Wie wichtig für die Rettung der Welt und unsere Gesundheit er ist.
Waldbaden heilt fast alles.
Man kann Seminare besuchen, wo es gelehrt wird.
Auch immer mehr Naturvermittler sind tätig.
Wenn ich durch die Gegend streife fällt mir auf, wie unterschiedlich - je nach Besitzern - die Baumansammlungen bestellt werden.
Die modernen Forstmethoden lassen viel kleinere Stämme, Äste am Boden liegen.
Das soll zu Dünger werden.
Zum Teil ist es auch so, dass keine Arbeiter vorhanden sind oder der Ertrag den Einsatz nicht lohnt.
Kleine Bauernwälder sind ordentlich aufgeräumt,
da wird jedes Stückchen Holz verwertet.
In der Land- und Forstwirtschaft sieht man die Liebe, mit der der Verantwortliche wirtschaftet.
Ich bin durch ein Waldstück gegangen,
wo zuerst die Lärchen verdorrt sind.
Gedeihen hier nicht sehr gut.
Jetzt wurde mit Laubbäumen frisch aufgeforstet, die alle eingegangen sind.
Wahrscheinlich war es in der Zeit wo gesetzt wurde zu trocken.
Ich denke, Liebe zur Natur und den Pflanzen wäre eine gute Option.
Im Fernsehen zeigt man mir Förster, die sich Gedanken machen,
wie sie ihre Wälder für nächste Generationen erhalten können.
Zukunftsfit machen.
Hier wird vor allem mit schwerem Gerät geerntet.
Riesenholzmengen aus den Wäldern abtransportiert.
Ganz langsam sickert bei uns wieder ein animalistisches Umweltverständnis ein.
Alles ist verbunden, alles ist beseelt.
Nur wenn es der Natur gut geht, kann auch der Mensch friedlich leben.





 

Freitag, 24. Mai 2024

WENIGER IST MEHR


Der Lieblingsneffe hat mir ein Buch geschickt:
Jason Hickel - Weniger ist mehr.
Große Empfehlung.
Ich kann es nur in kleinen Häppchen lesen,
muss zwischendurch verdauen, schwere Kost.
Eine Absage an den Kapitalismus und das fortgesetzte Wirtschaftswachstum.
Natürlich spricht mir das Buch aus dem Herzen.
Es kann in einer begrenzten Welt kein ewiges Wachstum geben.
Auch mit einer Energiewende nicht.
Die sogenannte Energiewende ist Kosmetik für mehr Zerstörung.
Einige Zitate aus dem Buch:
"Das ist das Besondere bei der Ökologie: Alles ist mit allem verbunden. Wir tun uns schwer damit, zu verstehen, wie das funktioniert, weil wir normalerweise, wenn wir die Welt betrachten, in individuellen Teilen denken und in komplexen Ganzheiten....Wir haben vergessen, wie man auf die Beziehung zwischen den Dingen achtet."
..."Wenn wir endlich irgendwann 100 Prozent saubere Energie haben, was machen wir dann damit? Wenn wir die Art und Weise nicht verändern, wie unsere Wirtschaft funktioniert, dann werden wir weiterhin genau das Gleiche machen wie mit den fossilen Energien: Wir nutzen sie, um unablässig Extraktion und Produktion voranzutreiben, immer mehr und immer schneller, und setzen dabei die lebendige Welt immer stärker unter Druck, weil es das ist, was der Kapitalismus verlangt."...
"Eine wachstumsbesessene Wirtschaft wird uns, auch wenn sie von sauberer Energie angetrieben ist, trotzdem in die ökologische Katastrophe stürzen."

Das Buch zu lesen, ist deshalb so schrecklich,
weil die diversen Methoden der Umgehung einer Veränderung der Verhaltensweisen der Menschen beschrieben werden.
Geoingeniering, Solar Radiation Management, BECCS usw.
An allem wird geforscht und experimentiert -
eine Menge Geld steckt dahinter.
Ob das eine lebenswerte Welt bringen kann, wenn wir abgedunkelt in einer völlig zerstörten
Natur sitzen, bleibt abzuwarten.
Die ewige Hybris vom Göttlichkeitswahn des Menschen -
alles ist machbar und beherrschbar.
Auf der Strecke unserer Entwicklung ist das Wissen um die Lebendigkeit der Erde verloren gegangen.
Alles ist verbunden.
Der Lösungsansatz, den das Buch beschreibt, ist Degrowth.
Ein gesellschaftlicher Wandel mit allen bekannten Themen:
keine Lebensmittel verschwenden, weniger Rinder, geplante Obsoleszenz verbieten, den persönlichen Konsum einschränken, usw.usf.
"Einer der Gründe, warum wir jetzt auf die ökologische Krise starren wie das Kaninchen auf die Schlange, liegt darin, dass unsere politischen Systeme durch und durch korrupt sind. Die Präferenzen der Mehrheit, die die Ökologie unseres Planeten für zukünftige Generationen erhalten will, werden von einer elitären Minderheit ausgestochen, der es nichts ausmacht, alles zu liquidieren. Wenn unser Kampf für eine ökologischere Wirtschaft Erfolg haben soll, müssen wir uns für eine Stärkung der Demokratie einsetzen, wo immer es geht. Das bedeutet die Verbannung des großen Geldes aus der Politik ......"

Schau ma mal.
Ist ja ganz einfach. Nicht mehr verbrauchen als was da ist.
Und die Umstellung muss keine Auswirkungen auf unser Glück und unsere Zufriedenheit haben.
-----
So sprach sie und kippte den Inhalt des Kühlschranks in die Biotonne.