Mittwoch, 5. Februar 2020

BRIEFE


Manch alte Bücher sind herzallerliebst.
Dieser Briefsteller bietet Vorlagen für alle Lebenseventualitäten.
Man findet:
"Trostschreiben für eine Freundin, die ihr Vermögen verloren hat",
"Verweise und Vorwürfe - wegen Klatscherei",
"Liebesbrief an einen flatterhaften Geliebten",
"Man zeigt das plötzliche Erkranken einer dienenden Person der Mutter derselben an",
"Eine Gattin versöhnt sich mit ihrem von ihr getrennten Gatten".
Alles Mögliche könnte ich mir zu den Überschriften einfallen lassen.
Immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Dabei kann ich mich noch an Zeiten erinnern,
wo sehnsüchtig auf Post gewartet und
diese mit ein wenig Herzklopfen geöffnet wurde.
Heute wäre Warten unangenehm, denn ich lebe in einer Servicewüste,
wo Frau Botin nur mehr erscheint, wenn es ihr genehm ist.
Über das, was in den letzten Jahren hier an Dienstleistungen
verloren gegangen ist,
könnte ich mich ständig aufregen.
Ärgern macht Falten, deswegen versuche ich mich zu arrangieren.
Zähneknirsch.


Kommentare:

  1. Huch ja, in der Medienwelt und bei der Zustellung von Herzensangelegenheiten hat sich vieles grundlegend verändert.
    Manchmal fühle ich mich schon aus der Zeit gefallen.
    Arrangieren ist klug.
    Weisst du villeicht, was ein Toilettengeschenk ist? (Ein wunderbares Wort!)
    Lieben Gruss,
    Brigitte

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    1. toilettengeschenk? kann ich mir auch nur zusammenreimen. https://textilegeschichten.net/2017/11/16/die-wundersame-wandlung-des-wortes-toilette/
      aber das habe ich gefunden.
      liebe grüße

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  2. Das hört sich sehr nützlich an. Man hat dann immer die richtigen Worte. Vielleicht müsste man aber nach 180 Jahren eine überarbeitete Auflage erstellen.

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    1. oder man müsste die alten vorlagen heute verschicken. am besten per mail. an den abtrünnigen geliebten.
      liebe grüße in die ferien

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  3. frau botin arbeitet für einen konzern, der an der börse ist.
    was kann man da erwarten?
    heilige kühe werden geschlachtet.........
    sogar das sparbuch wird abgeschafft......warum wohl?
    so geht es weiter......bis wir abgeschafft.......
    schritt für schritt erkennen wir die umgestaltung.......
    wem nützt das? uns nicht!

    zarte wintergrüße
    hibisca

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    1. du hast völlig recht. wir kommen ans serviceende. hauptsache wir kaufen und stecken unser geld in konzerne.
      liebe grüße

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