Montag, 31. August 2015

FLÜCHTLINGSTRAUM


Letzte Nacht habe ich geträumt.
Mein Haus hat sich mit Flüchtlingen gefüllt.
In jedem Zimmer, in jedem Bett waren Menschen.
Der Traum war weder schön noch schrecklich.
Es war einfach so.
Keine Freude, keine Angst.

Die Probleme, die sich auftun sind unlösbar.
Völkerwanderungen, Kriege, territoriale Kämpfe, feindliche Übernahmen hat es schon immer gegeben.
Im Mittelalter standen die Türken mit Waffen vor den Toren Wiens,
heute kommen Syrer mit Angst und Not.
Sie sind viele, sehr viele.
 Im Laufe der nächsten Jahre werden es noch viel mehr werden.
Sie sind jung und vital, haben Kinder, einen guten Familienzusammenhalt -
wir sind dekadent, übersättigt, überaltert, gierig, egozentrisch, zerstritten,
am Ende einer möglichen Entwicklung.
Natur fragt nicht, ob eine Art erhalten werden soll.
In der Natur setzt sich das Lebensfähigere auf  Kosten anderer durch. 
Ich glaube nicht, dass wir eine Wahl haben. 
Die Veränderungen werden kommen.
Für Gutmenschen und für Rechtsradikale.
Wie gut wir damit leben werden, hängt von unserer "Evolutionsfähigkeit" ab.
Und sind wir nicht alle Asylanten in dieser Welt auf der Suche nach dem Paradies?


Kommentare:

  1. Eine glasklare Einschätzung von dir. Genau so ist es. Punkt.

    Lieben Gruss in die neue Woche,
    Brigitte

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  2. Habe deinen Text gerade meinem Vis a Vis vorgelesen und wir sind uns einig..... Du hast es auf den Punkt gebracht!
    Herzliche Grüsse und heb's fein
    Brigitte

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    1. schon, dass du wieder im bloggerland bist.
      alles liebe zu dir

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  3. ich habe noch etwas hoffnung, dass die ankommenden schnellstens merken, dass man sie belogen hat. dass es hier weder arbeit noch milch und honig im fluß gibt und, dass es heimweh geben wird.
    es sind einfach zu viele, dass das gut gehen kann.
    offen gesagt, ich mehr als froh, so hals über kopf die entscheidung: raus aus der stadt! getroffen und umgesetzt zu haben.
    es brodelt sehr.
    m.

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    1. wenn menschen keine möglichkeit zur rückkehr haben, werden sie bleiben.
      lg

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  4. Wie recht du hast, liebe Ingrid!
    Hats mir mal wieder aus der Seele gesprochen.
    HG
    Birgit

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  5. Vielen herzlichen Dank für wundervolle Worte, es ist soo wahr!

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  6. Toller Text Frau Waldviertelleben!

    Ich habe nach dem Tod unserer Eltern in ihren Dokumenten und Briefen ,die sie zurückgelassen haben, gelesen. Sehr,sehr spannende Lektüre!! Sie waren Vertriebene, die mit zwei Koffern und zwei kleinen Kindern hier (in Deutschland) ankamen! Schilderung der damaligen Wohnverhältnisse und der Lebensumstände sind seeehr abenteuerlich!

    "Sie sind jung und vital, haben Kinder, einen guten Familienzusammenhalt "(Zitat Ingrid Waldviertelleben)

    Genauso waren meine Eltern und die restliche Verwandtschaft auch. Und?? Sie haben es geschafft.....mit Fleiß und Durchhaltevermögen....und auch durch die Hilfe von Einheimischen! Sie haben ihren Kindern einen guten Start ins Leben verschafft!

    Ich denke, wir sollten mehr Optimismus aufbringen!

    Liebe Grüße Rrrrrosi


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    1. ja, sicher optimismus. aber veränderungen, die eher negativ aussehen, begeistern uns meist wenig.
      liebe grüße

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  7. BRAVO, aber sehr wenige sehen das so klar und objektiv !

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  8. überaltert, übersättigt, gierig...bitte mich ausnehmen, und wahrscheinlich einen großen Teil der Bevölkerung auch. Ich mag es nicht, wenn man so lieblos über sich selbst spricht, und es bringt auch niemandem etwas, eine andere Gruppe zu überhöhen. Es haben nicht alle Migranten einen guten Familienzusammenhalt, es sind nicht alle edel und gut und selbstlos, nur, weil sie von Land A ins Land B wollen...

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  9. Liebe Ingrid, das ist ein sehr guter Text über sehr unbequeme Wahrheiten, hab Dank dafür, Du sprichst mir aus der Seele!

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  10. Deine Empathie und dein rationaler Zugang zu der Situation mit den "Vertriebenen" gefällt mir - so sehe ich es auch. Wir haben keine Wahl - diese Menschen sind da, auch weil unsere Politik etwas falsch gemacht hat in ihrem Land - oder ihren Ländern. Ich hoffe dass wir alle gut miteinander umgehen werden.

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