Dienstag, 6. September 2011

UNGESCHMINKT

Manchmal bin ich sehr direkt.
Ich spreche unangenehme Dinge an.
Ungeschminkt und offen.
Ich mag auch über Krankheit und Tod nicht drumherum reden,
dafür sind die Themen viel zu wichtig und zu zentral.
Vom Verdrängen halte ich gar nichts.
Und ich glaube nicht, dass vom Verschweigen etwas besser wird.
Mit meinem Vater konnten wir bis zu seinem Tod lachen,
auch über seinen Krebs,
der halt als Gast gekommen war,
ungebeten zwar, aber sehr auf  Akzeptanz pochend.
Leben in seinen unendlichen Fassetten ...

Kommentare:

  1. Das direkte Ansprechen braucht Mut, den ich mir auch erst im Laufe der Jahre erarbeiten musste. Oft würde ich mir berechnender Diplomatie wohl besser fahren, aber es wird mir zunehmend zuwider, den Kern der Dinge mit leeren Worten einzukreisen. Krankheit und Tod sind nun mal Teil unser aller Leben, machen Angst. Sie müssen auch nicht breitgetreten werden, mit voranschreitendem Alter haben manche ja gar keine anderen Themen mehr. Aber was ist, das ist und muss nicht hinter vorgehaltener Hand beflüstert werden. Wir sind vergängliche Wesen, jeder in seinem Tempo und manchmal auch nach seiner Lebenshaltung.
    In diesem Sinn einen wortoffenen Tag, alles Liebe, Ingrid

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  2. fanouria:
    wir würden viel leichter leben, wenn wir unangenehme themen selbstverständlich abhandeln könnten. in manchen bereichen bin ich dann auch feige und sage lange nichts. aber es wird immer besser.
    lg in deinen offenen tag

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  3. Deine ungeschminkte und doch nicht grobe Denk- und Ausdrucksweise mag ich so sehr an dir, Ingrid. Und Fanourias Ansicht kann ich auch voll unterschreiben.
    Was hilft es uns, wenn wir unangenehme Dinge verschweigen oder gar vertuschen. Oft beruhigt ein offenes Gespräch die Situation.
    Auch ich schenke gerne "klaren Wein ein", bemühe mich, auch mit mir selber ehrlich zu sein und bin froh, wenn mein Umfeld es ebenfalls so hält.
    (Allerdings schätze ich es auch, wenn man mir nicht gleich ins Gesicht sagt, wie alt und müde ich vielleicht gerade aussehe. Ein bisschen Höflichkeit muss schon sein...)

    Auf einen glaubwürdigen Tag!
    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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  4. brigitte:
    danke für deine netten worte.
    ja, beim höflichsein haben wir es gerne ein wenig geschminkt. mir muss man auch nicht sagen, wie faltig ich bin. da ist ein wenig heuchelei manchmal balsam und wirkt wie eine teure antiagingcreme.
    auf einen ehrlichen tag mit nur netten wahrheiten!
    lg

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  5. Genau diese offene, klare und doch feinfühlige Art, die in deinem Blog immer wieder hervorkommt, zieht mich an!!
    Ich musste den Umgang mit dem Tod als junge Frau im beruflichen Alltag ganz bitter erlernen. Sogar in der Ausbildung wurde das Thema nur ganz am Rand und überhaupt nicht praxisbezogen kurz abgehackt. Seit ich gelernt habe, mich mit traurigen Themen auseinanderzusetzen und Dinge( es muss nicht unbedingt der Tod sein... Tabus gibt es ja unzählige), die schwer in der Luft hängen und nicht angesprochen werden aufzunehmen, geht es mir viel besser!!
    ♥-liche Grüsse zu dir ins bewaldete Viertel
    Brigitte

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  6. ja, ingrid, das ist wahr! ich werde sogar dafür bezahlt, dass ich es tue. und im beruflichen kontext fällt es mir ganz leicht.

    privat allerdings ist es viel schwieriger, besonders wenn ein konflikt daraus resultieren könnte. da kneife ich oft, oder ich muss wirklich meinen ganzen mut zusammenkratzen. allerdings, über krankheit und tod reden, das kann ich mittlerweilen überall.

    liebste grüß in den altweibersommer
    ursula

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  7. Ich muss gestehen - ich tu mir schwer damit. Das lerne ich, da ich glaube, es ist eine sehr wichtige Eigenschaft die das Miteinander wesentlich einfacher macht (wenn auch nicht gleich nach dem "es" ausgesprochen wurde).

    Nachdenkliche Grüße in deinen Tag
    nima

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  8. Nachdem ich drei Kinder geboren und ein paar Todesfälle in der Familie miterlebt habe, finde ich Parallelen, die mich irgendwie beruhigen.

    Das Geborenwerden und das Sterben sind sich ähnlich - beides sind die Tore derselben Spanne. UND von beiden wussten wir jeweils, dass sie Eintreten werden, UNAUSWEICHLICH beide und beide nicht auf die Minute festgelegt. BEIDE werden erwartet, manchmal ähnlich zeitnah.

    Ich bin gegen jede Augenwischerei, und fürchte mich nicht mehr.

    "cycle" sagt das Orakel; "Gott fährt Fahrrad" fällt mir dazu ein - und obwohl meine Vorstellung von Gott nicht so kirchlich ist wie die von Marten't Hart mag ich seine Art zu erzählen sehr. Doch dies nur am Rande.

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  9. unangenehme themen nehmen mit dem alter ab, nehmen mit dem alter zu, verlagern sich.
    das lernen, damit umzugehen, ist ein sehr anstrengendes. verdrängen erhöht die spannung.
    rosadora

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  10. Liebe Ingrid!
    Ja, ich mag das, und so bin ich auch.....aussprechen, was man denkt und fühlt. Und es ist schhön, wenn man mit den Eltern auch über alles reden kann.
    Meine Eltern sind da anders. Ich wußte nie was sie wirklich fühlen. Es wurde nie über sowas gesprochen. Auch nicht über Tod und Krankheit.....ist halt schade....
    Sei lieb gegrüßt
    Rosi

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  11. smilla:
    also beruflich wäre mir das zu anstrengend, jeden tag möchte ich nicht damit konfrontiert sein. auf einem bauernhof bist du auch ganz nahe an dem ewigen prozess dran, geburt und tod, geburt und tod ...
    ich hätte wahrscheinlich einen gnadenhof mit lauter uralt tieren.
    lg in dein paradies

    ursula:
    ich kneife bei manchen themen auch. wenn ich konflikte erwarte. aber unterm strich lohnt es nicht - der konflikt kommt sowieso.
    lg nach wien

    nima:
    wenn man miteinander reden kann, dann kann man über alles reden. aber mit manchen menschen klappt es einfach nicht, dann gibt es probleme und weil man das weiß, schweigt man lange, bis es letztlich nimmer anders geht.
    oft ist es nicht einfach.
    lg zu dir

    kvinna:
    ich glaube du bist überhaupt unglaublich stark - deine geschichte, wie du auf der straße den angefahrenen fuchs? erschlagen hast, vergesse ich nie. das ist mutig und ehrlich.
    lg in den nachmittag

    rosadora:
    ich kann je älter desto ehrlicher sein, weil ich die reaktionen leichter aushalte. die unabhängigkeit ist viel größer.
    lg in deinen tag

    rosi:
    ich kann mir gut vorstellen, wie mühsam es ist, wenn man mit den eltern nicht reden kann. meine hatten auch ihre macken, aber sprechen konnten wir immer über alles.
    lg zu dir

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  12. yeah
    da seh ich erst ein video über musik und tanz in cuba und beim nächsten link den totenkopf
    taptaptap
    ja
    ich denke das direkte ist das beste
    bin ich doch gedrillt alles zu umschreiben und nur hintenrum anzumerken
    und krankheit und tod ein thema
    bei uns totgeschwiegen
    lg birgit

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  13. birgit:
    das ist vielfalt, tanz und totenkopf.
    lg in deinen tag

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