Dienstag, 12. April 2011

VON DEN BIENEN

Der Traumperlentaucher schreibt öfter vom Bienensterben.
Und stirbt die Biene stirbt der Mensch.
Bei mir summt und schwirrt ja noch alles mögliche andere durch die Gegend, Flugobjekte, die ich nicht benennen mag, aber möglicherweise sind Bienen wirklich durch nichts zu ersetzen. Hier im Dorf gibt es keine Imker mehr, alle alten Männer sind gestorben. Bienen werden meist von Pensionisten betreut, langsam und ruhig, bedächtig und pfeifenrauchend sind gute Voraussetzungen.
Bei mir würde das Alter stimmen, andere Qualitäten habe ich nicht. Ich hatte schon einmal einige Stöcke, waren eigentlich nicht wirklich meine, sondern die meines Lebensabschnittpartners, aber er war meist unterwegs, wenn an den Beuten etwas zu arbeiten war und ich hatte wirklich Angst und die gefährlichen Minitiere haben mich auch immer gestochen, jedenfalls waren die Bienen die ersten Trennungsopfer. Sofort habe ich sie verschenkt. Mann weg, Bienen weg.
Jetzt überlege ich ein wenig, ob ich etwas zur Rettung der Bienen beitragen soll. Habe gerade gegoogelt, im Waldviertel wird zur Förderung alles Mögliche angeboten. Aber die Geschichte ist arbeitsintensiv, brotlos, und Honig esse ich auch keinen.
Das einzig Lustvolle an der Sache ist das Schleudern, wenn der goldgelbe, intensiv süß und nach allen Blüten der Saison duftende Nektar zähflüssig aus den Waben rinnt. Das ist einer der archaischen Momente, die ich bei ursprünglichen Tätigkeiten spüre. Wo das Glück des Genährtwerdens greifbar wird.

Kommentare:

  1. Das Imkern muss eine Leidenschaft sein - und die scheint am Aussterben zu sein. Meine alleinerziehende Grossmutter hatte dereinst Bienen, zuerst, um ihre neun Kinder zu ernähren und später aus Freude am Imkern. Als Enkelin schaute ich ihr voller Stolz und Bewunderung zu, wie sie - rauchend - in einem Arbeitsoverall und einem Hut mit Schleier zu ihrem Bienenhaus ging. Und beim Schleudern war ich auch liebend gerne dabei. Wir durften jeweils den Honig von einem Stück Wabe lecken, himmlisch!

    Für mich könnte ich es mir aber auch nicht vorstellen. Zu gross ist der Respekt vor der Herausforderung, der Verantwortung den Tieren gegenüber und dem Gestochenwerden...

    Honigsüsse Grüsse,
    Brigitte

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  2. Ihr Lieben, ihr müsst beide nicht eure Haut hinhalten, um die Bienen zu unterstützen. Es gibt sie auch jenseits aller Imkerei. Gut, die STAATENBILDENDEN Wildbienen mögen's schwer haben, als Staat überlebt die Biene vielleicht wirklich nur in Menschenhand.

    Es gibt aber doch auch noch unzählige Arten von SOLITÄREN Wildbienen, die genauso befruchtend zu Werke gehen. Sie lagern ihre Brut zusammen mit Pollen in Röhren und Löchern ein, auf dass sie im folgenden Frühjahr zum Blühbeginn schlüpfen und für neue Generationen sorgen. Bloß für Menschen verwertbaren Honig bringt das keinen.

    Diesen Geschöpfen könnt ihr einen Gefallen tun, schon ein Bündel Röhricht o.ä. an der richtigen Stelle aufgehangen, ist Nistmöglichkeit genug.

    Für Genaueres, Anderes oder Aufwendigeres googelt mal "Bienenhotel".

    Bei mir zum Beispiel nisten sie in Fenster- und Türrahmen, in den Löchern der Ziegelsteine der Südwand vom Haus, in den Schraubentunneln vom Schlauchabroller - bei schönem, windstillem Wetter summt's hier an allen Büschen und Bäumen... Paarungen finden überall statt, sogar auf dem Kaffeetisch ;)

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  3. ....ich wuerd sofort Honig kaufen kommen und Brot dafuer bringen, dann ist es nimma "brotlos"....

    lg aus Wien

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  4. brigitte:
    tapfere großmutter, die ihre neun kinder mit honig großgezogen hat. als kind findet man diese dinge unerhört spannend und sie hinterlassen einen bleibenden eindruck.
    lg zu dir

    kvinna:
    bei mir fliegt ja auch alles mögliche, was ich nicht kenne. aber weniger bienen, weil es breit und weit keinen imker mehr gibt. unterschlupfmöglichkeiten gibts bei mir genug. wespen sind ja auch immer viele da.
    danke für deine ausführlichen informationen.
    du bist ein wahrer google-ersatz.
    lg zu dir

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  5. Die exzessive Entnahme von Honig aus den Stöcken ist meines Erachtens ein wesentlicher Grund für das Bienensterben. Für meine Begriffe dürfen einem Stock maximal ein Viertel seiner Honigproduktion entnommen werden, damit das Bienenvolk gesund bleibt, denn als Ersatz bekommen die Bienen lediglich Zuckerlösung, etwas, was im Vergleich zum an Inhaltsstoffen reichhaltigen Honig eigentlich nur wertlose Brühe ist. Auch hier ruiniert der Mensch in seiner Gier die Natur, so wie es sehe.

    btw: Mein Vater hatte viele Jahre lang Bienenvölker und ich selber besitze nicht zuletzt deshalb recht brauchbare Kenntnise, wenn es um Imkerei geht.

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  6. Ich wollte schon immer Völker retten, pflegen, versorgen,.... Also, falls die Stelle als Imker noch frei ist, stehe gerne zur Verfügung. Und Unterschlupfmöglichkeit gibt`s auch!? Na prima, brauch eh schon ´ne Ortsveränderung! :-) Liebe Grüsse ins Waldviertel, Carlos

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  7. walküre:
    unsere völker sind immer mit dem zuckerwasser gut über den winter gekommen. uns hat man beigebracht, dass sie mit dem ersatz länger im stock ausharren können - hier wird es ja sehr spät warm und wenn die völker "durchfall" bekommen, dann können alle sterben. aber das war noch bevor es die varroamilbe bei uns gegeben hat.
    lg

    carlos:
    ja, man soll mit dem völkerretten klein anfangen. zuerst mal die bienen und später dann andere.
    über die modalitäten können wir reden.
    lg nach wien

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  8. carlos:
    wieso schreibe ich wien?
    lg irgendwohin

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  9. Ingrid,
    Wien passt schon!
    Hast ´ne gute Intuition, sprich Bauchg´fühl.
    Was die Modalitäten betrifft, sollten wir die Werksvertragseinzelheiten wohl am Einsatzort besprechen.
    Wie sieht´s mit der Verköstigung aus?? Nur geernteter Honig? Erst nach dem Schleudern?? Oder schnöder Mammon?? However, we will see! :-)))
    Wünsch dir eine inspirierende Nacht!
    Angenehme Träume, Carlos

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  10. Wir haben auch Bücher und die Gedanken wurden auch schon gemacht aber auch wieder verworfen, da die Arbeitsspitzen gerade auch auf die arbeitsintensivere Jahreszeit in unserer Landwirtschaft fallen.
    Ich freu mich nun aber an den Wildbienen die schwirren sehr zahlreich herum...
    Eine Sendung über das Bienensterben auf Arte vor einem Jahr sitzt mir immer noch tief in den Knochen. Solange weiter grossflächig so gebauert wird mit Momnokulturen und Spritzmittel bis zum Abwinken.... habe ich Angst um die Bienen!
    Habe eben den Bescheid bekommen, dass ich nicht allergisch gegen Bienen bin.... die Wespen könnten mich jedoch killen....
    Liebe Ingrid ich wünsche dir einen sonnigen Tag! Herzlich und bbbbb

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  11. carlos:
    ich bin gerade dabei den vertrag aufzusetzen.
    lg nach wien

    smilla:
    ja, arbeitsintensiv. und oft ist etwas zu machen, wenn du gerade absolut keine zeit hast. aber ihr habt ja genug großtiere. und bei mir wird es wohl auch nix werden. hab einen feinen tag.
    bei mir schneit es.
    lg

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