Freitag, 8. Dezember 2017

DINGESCHWERKRAFT


 
Wie ihr wisst, begeistert mich das Altwerden total.
Einer der liebenswerten Zustände ist - alles fällt aus der Hand.
Das ständige Bücken bringt Beweglichkeit und Kondition.
Den Verschluss der Mineralwasserflasche hebe ich täglich mindestens 3 x auf.
Bei zerbrechlichen Dingen setze ich Konzentration ein,
denn zum Scherben aufsammeln habe ich keine Lust.
Schlüssel, Handschuhe, Kugelschreiber - alles folgt den Gesetzen der Schwerkraft.
Irgendwie geht das automatisch feste Zupacken den Bach runter.
Heute wollte sogar ein rohes Ei abhauen,
das konnte ich ihm aber noch ausreden.
Wenn es nicht zu unbequem wäre,
sollte ich mein Leben auf den Fußboden verlagern.
Auf einer Ebene mit den Gefallenen.
 


Donnerstag, 7. Dezember 2017

WIEDERMAL STIFT ZWETTL


Wenn ich nach Zwettl muss,
mache ich ab und an einen Abstecher zum Stift Zwettl.
Diesmal war er eher unbeabsichtigt,
ich schaffe die neue Stadtumfahrung nur in seltenen Fällen,
ohne mich zu verfahren.
Ich glaube die Hinweisschilder sind nicht für mich geschaffen.
Das Stift im leichten Schneefall war schön wie immer,
der Platz hat so viel Kraft.
Kann mich glücklich machen
und ich vergesse ihn immer wieder.













Mittwoch, 6. Dezember 2017

VOM ENDE DER WELT


So schaut's aus, wenn bei mir im Dunkeln der Schneepflug fährt.
Dunkel ist es gerade immer.
Ich wohne schon sehr am Ende der Welt.
Wenn man ein Stück durch den Wald geht, den kleinen Bach überquert,
dort hört die Welt auf.
Ende, Schluss, aus.
Nach Osten gibt es viel Welt.
Mit Straßen, Dörfern, Städten, Flughäfen.
Aber im Westen ist die Erdenplatte weggebrochen,
da ist nur unsichtbares Nichts,
unendlicher Raum,
Nirvana.
Hoffentlich bricht die Scheibe nicht weiter ab
und das Haus mit Katz und mir stürzt ins Bodenlose.
  


Dienstag, 5. Dezember 2017

RÜCKBLICK


Das Jahr ist noch nicht fertig,
aber für einen Rückblick reicht es schon.
So richtig verwöhnt hat es mich nicht.
Krebs, Krankenhaus
und überhaupt habe ich heuer vor mich hin gekämpft.
Viel zu wenig Lebendigkeit,  viel zu wenig gelacht, viel zu wenig Freude.
Ich beklage mich nicht,
grundsätzlich ist alles in Ordnung.
Das Haus ist warm,
genug Essen ist da,
die alte Katze ist fröhlich und tollt umher,
alles in Ordnung.
Trotzdem ist in mir ein Traurigkeitskern,
der alles so mühsam macht.
Ich tät mir halt zukünftig ein bisserl mehr Leichtigkeit wünschen.
Freude haben mir meine Verwandten gemacht,
schön war Venedig und Prag
und das Rollern natürlich.
Überhaupt hat es im Außen kaum Unerfreulichkeiten gegeben.
Alles Problematische ist in mir und in dem mir zugehörigen Körper.
 


Montag, 4. Dezember 2017

KREISLAUF



Wegwerfen ist ja nicht meines,
und wenn ich durch so einen Fetzentempel streife,
denke ich,
dass ich sowieso alles, alles was da hängt,
daheim habe.
Ich habe genug zum Anziehen, für länger als ich leben werde.
Unsere Welt ist gerade ziemlich pervers,
denn solche Klamotten, wie die, die da zu sehen sind und die dann nicht verkauft werden,
kommen in ein schwedisches kalorisches Kraftwerk
und werden dort zur Energiegewinnung eingesetzt.
Das ist der Strom, der aus der Steckdose kommt.
Mit dem dann Elektroautos fahren.
Vorher wurden die Fetzen erzeugt.
Es wurde Baumwolle angebaut,
der Boden bis zur totalen Versalzung gedüngt,
irgendwo Stoffe erzeugt,
die von armen Näherinnen für einen Hungerlohn zu modischen Teilen verarbeitet wurden,
dann wird das Zeug verschifft,
schaukelt über Weltmeere
und wird, wenn es keiner kauft, eingeheizt.
Wenn ich Worte wie Wirtschaftswachstum höre, kann ich nur kotzen.
H&M



Sonntag, 3. Dezember 2017

NACHRUF

 
 
Von  Frau Wildgans habe ich das Thema mitgenommen.
Habe ich bereits manchmal überlegt.
Was geschieht mit meinem Endlosblog, wenn ich die Treppe im Haus
runterfalle und mausetot sein sollte?
Wie erfahrt ihr lieben Leserinnen das?
Ich dachte schon daran einen Nachruf vorzuschreiben,
der einige Wochen später automatisch veröffentlicht wird.
Aber Google macht was er will,
spielt mit meinen Passwörtern
und was passiert,
wenn ich nimmer in den Blog kann
und noch gar keine Abschiedsworte brauche,
sondern mich bester Gesundheit ohne Genickbruch erfreue?
So bleibt am Ende möglicherweise ein geheimes Geheimnis.
Denn das Leben ist auch im Sterben unberechenbar.
 
 
 
 
 


Samstag, 2. Dezember 2017

DAS UND DAS


Beim Biber vorbeigegangen.
Keine Spur im Schnee,
kein Bau zu sehen.
Wo versteckt sich der fleißige Baumeister?
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Inzwischen ist mehr Schnee gefallen,
so viel Winter liegt vor mir
und etliche Pläne auch.
Vielleicht packe ich heuer die Langlaufschi aus.
Die letzten Jahre war wenig Gelegenheit zum Langlaufen
und im vorigen Winter war ich lieber krank.
Schau ma mal.



Freitag, 1. Dezember 2017

WINTER


Die dunklen Tage gleiten dahin.
Morgen, Abend ohne Unterschied.
Überwintern.
Ohne aus dem Haus zu gehen könnte ich bis zum Frühjahr ausharren.
Heizmaterial ist da
und mit dem Essen das ginge sich auch etliche Wochen aus.
Immer auf den Vogelbaum starren
und darauf warten
dass sich die Dunkelheit zum Licht wendet.

Donnerstag, 30. November 2017

DAS UND DIES


Das mit dem Bitcoin verstehe ich sowieso nicht.
Habe mich auch nicht dafür interessiert.
Gelesen: so ungeheure Datenmengen werden benötigt,
um aus etwas, das nicht exitiert,
viel, viel Geld zu machen.
Die benötigten Strommengen sollen bis 2020 an die Kapazitätsgrenzen stoßen.
Dann vernichtet das, was es nicht gibt, auch noch Realität.
Unser Umgang mit Dingen, die nicht vorhanden sind,
wird zunehmend selbstverständlich.
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Dafür wird Glyphosat wieder zugelassen.
Das mit dem Krebs ist mir egal,
aber alle Vögel die es dann nimmer gibt,
sind mir nicht wurscht.
Österreich hat dagegen gestimmt
und vielleicht kann es noch national verboten werden.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Beim Supermarkt einen dicken grantigen Kater gesehen.
Er saß am Obdachlosenplatz.
Jeder der vorbeiging, hat ihn gestreichelt.
In der Sprechblase oberhalb seines Kopfes war zu lesen:
"Blöder Mensch. Tätschelt mich! ICH WILL WURST!"


Mittwoch, 29. November 2017

EIGENBRÖTLER

Eine Lupine blüht bei mir im Schnee.
Es gibt auch bei Blumen Eigenbrötler.
Eigenbrötler ist ein interessantes Wort.
Das eigene Brot essen.



Dienstag, 28. November 2017

RICHTIG SCHREIBEN


Mit der Rechtschreibung habe ich es ja nicht so.
Je älter desto weniger.
Also, manche Sachen weiß ich von gestern auf heute nimmer.
Groß- und Kleinschreibung.
Oder die Sache mit dem Binnen-s oder Fugenlaut.
Vor einigen Tagen habe ich mich über den AdventSkalender aufgeregt.
Wie gesagt, in Österreich immer ohne dem SSSSSSSSS.
Jetzt schlage ich die Presse auf und finde in einem Artikel das Wort dreimal,
zweimal mit und einmal ohne S.
Da konnte man sich nicht entscheiden.
Ein paar Seiten weiter wird mir von einem Schadenfall erzählt.
Also, das hätte ich sicher anders geschrieben.
Aber irgendwie bin ich beruhigt.
In Zeitungen kann man sich auch nicht für richtige Schreibung entscheiden.
Oder man nimmt einfach, was einem gerade gefällt.
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Auf dem Foto ist blauer Himmel zu sehen.
Aber die Tage sind dunkel.
Mein Gefühl - dunkel wie noch nie.
Die Abwesenheit von Licht ist schmerzhaft.


Montag, 27. November 2017

MOORWEG


 
Wiedermal den Moorweg gegangen.
Schön.
Aber stellenweise eisglatt.
Ausgerutscht und hingefallen.
Das muss im Winter auf jeden Fall passieren.
Damit wäre es am Anfang der Schneesaison auch erledigt.
 



Sonntag, 26. November 2017

SEIN

In mir ist so viel Weisheit
in mir ist so viel Dummheit
und am Schnittpunkt der beiden
ist reine Essenz
ist das Nichts des Lebens



Samstag, 25. November 2017

STIMMIG


Wenn ich vorm Computer sitze
beim Fenster hinausstarre
auf den Vogelbaum
dann möchte ich wie die Katze
im Bild
ewig verharren können
in diesem einen Moment der gelassenen Stimmigkeit


Freitag, 24. November 2017

ADVENTKALENDER

Das ist mein 3. Adventkalenderversuch.
In den letzten beiden Jahren hat es der Inhalt nicht mal bis zum 1. Dezember geschafft.
Heuer habe ich den totalen Süßigkeitenüberhang,
mehr Zucker im Haus, als ich essen mag,
deshalb stehen die Chancen  für Disziplin gut.
Diese billigen Alkoholdingse haben innen eine Zuckerschicht.
Schmeckt ziemlich lecker - hoffe ich.
Seit ich kein Fleisch esse,
bin ich mit meinem Speisezettel etwas beschränkt.
Mag ja nicht groß kochen
und das was an Fertigem angeboten wird,
ist meist ein ziemlich grauslicher Mix.
All  diese Veggie-Produkte gehen gar nicht.
Auch mit dem Fernsehnaschen geht es mir nicht gut.
Wenn ich keine Nüsse oder Obst mag,
kreise ich mit Hungerappetit um den Kühlschrank
und finde kein Häppchen.

 Jedes Jahr muss ich das schreiben.
In Österreich heißt es Adventkalender ohne "s".
Aber nimmer lang, weil all die aus Deutschland importierten "AdventSkalender"
vernichten die letzte Sprachindividualität.



Donnerstag, 23. November 2017

SEI NICHT SO MÜHSAM

"Sei nicht so mühsam",
sagte ein Freund zu mir,
als ich am Überlegen war,
ob ich den Hautarzttermin nicht doch absagen würde.
Kurz davor.
Manchmal bin ich mühsam,
weil das Leben mühsam ist,
weil die Sterne schief stehen,
weil ich Termine nicht Monate im voraus abmachen kann,
weil immer alles anders ist,
weil ich 2 Nächte kaum geschlafen hatte,
weil bei mir schönster Sonnenschein war und kein Nebel wie beim Arztstandort,
weil ich oft meine Meinung ändere ....
usw. usf.
Klar ist:
nicht hingegangen,
mühsam geblieben
und das gerne
da bestehe ich darauf
das ist meine Freiheit




Mittwoch, 22. November 2017

IN DER GROSSEN STADT



Vor wenigen Tagen war ich in der großen Stadt.
Nix erlebt,
aber schön war es.
Stadtpark in Wien.
Und der Weihnachtswahnsinn bricht bereits aus.



Dienstag, 21. November 2017

WINTER FRISST HERBST

Das letzte Herbstbild.
Jetzt sieht es bereits ganz anders aus.
Farben weg, Gegend verschluckt,
die Leichtigkeit ist gegangen.


Montag, 20. November 2017

METOO


Jetzt ist die "MeToo-Welle" bereits abgeflaut.
Ich finde diese Solidaritätskundgebungen immer ziemlich mühsam.
Ja, ist alles schrecklich.
Für jede/n Einzelne/n.
Aber diese kollektive Aufschreie, für was auch immer, mag ich nicht.
Ich bin in der glücklichen Lage mit einem sehr netten Vater aufgewachsen zu sein.
Wenn in der Familie jemand übergriffig war,
dann war es meine Mutter.
Ich kann mich kaum an Männerbelästigungen in meinem Leben erinnern.
Und wenn, waren sie so unbedeutend, dass ich sie gleich vergessen habe.
Und ich war in vielen Situationen,
die leicht unangenehm hätten enden können.
Blauäugig, naiv und unbedarft bin ich in Autos gestiegen,
war in fremden Wohnungen,
war auf Reisen weltweit ...
Immer alles gut.
Ich wirke unnahbar.
Kein Opfer.
Die täglichen Übergriffe, die mir Ämter, der Staat, Ärzte und sonstige Obrigkeiten bescheren,
sind mir viel unangenehmer.
Diese Autoritäten kann ich nicht vor Gericht bringen,
ihre Einflussnahme auf mein Leben muss ich hinnehmen.



Sonntag, 19. November 2017

DAS UND DAS

Die ersten Vögel kommen zum alten Apfelbaum.
Vor allem Eichelhäher.
Der Baum vor meinem Fenster ist wunderbar.
Er zeigt mir den Jahreskreislauf.
Heuer hatte er richtig viele Äpfel,
die ich  hauptsächlich den Tieren überlasse.
Ein dicker Ast muss abgesägt werden,
steht zu sehr in den Weg.
Ich war heuer mit den Herbstarbeiten sehr nachlässig,
aber irgendwann wird der passende Zeitpunkt kommen.
----
Meine Schlafleistung ist unbefriedigend.
Schlafstörung ist untertrieben.
Alles Mögliche habe ich probiert,
nix hilft wirklich.
Dann schlafe ich wieder nächtelang tief und fest -
ziemlich nervig.
Wenn ich etwas Wichtiges vorhabe,
greife ich zu einer Schlaftablette.
Denn ab und an möchte ich richtig ausgeruht erwachen.
----
Diese Woche an einem Tag:
Sternschnuppe gesehen
Teetasse beim Heißwassereingießen zersprungen
im Auto Mineralwasserflasche ausgeronnen
Kaffee auf meine Handtasche geschüttet -
Flüssigkeiten, die in die Freiheit wollen

 



Samstag, 18. November 2017

STRICKEN


So gut wie fertig ist das Dreieckstuch
das ich aus der schönen geschenkten Naturwolle gestrickt habe.
Jetzt habe ich nachgesehen,
was der Kleiderschrank an dicken winterlichen Pullovern dazu
hergibt.
Den ersten Schnee hat es bereits hergeflankert,
die Kälte kann kommen.
Glatteis hatten wir auch schon.
Das raue Abenteuerleben fängt an.

 



Freitag, 17. November 2017

KOMMUNIKATION


 
Die Fotos sind vor ca. 2 Wochen gemacht.
Inzwischen sieht es düsterer aus.
Bis jetzt hatte ich keinen Smartphonebedarf.
Aber langsam liebäugle ich damit.
Außerdem ist mein Handy, das ich kaum nutze (kein gescheites Netz daheim)
schon sehr, sehr alt.
Es gibt jetzt tolle Apps.
Die Koreanerinnen im Zug hatten eine Spracherkennung/Übersetzung.
Und sagten mir damit gar artige Sachen.
Wobei die Smartphonemania schon eigenartig ist.
Alle Leute (in Italien noch mehr als in Österreich) hängen in der Öffentlichkeit gebannt am kleinen Bildschirm.
Kommt mir vor wie eine Nabelschnur an der sich jeder anhält.
Ein virtueller Kokon.
Die Wahrnehmung der Wirklichkeit schwindet zunehmend.
Wenn ich sehe, dass jemand die Twitter-Nachrichten durchschaut,
wo dann erzählt wird, dass ein persönlich Unbekannter gerade am Klo sitzt,
und in der realen Welt passiert vielleicht etwas total Spannendes,
dann wundert mich das Instant-Leben in dieser Scheinwelt sehr.
Ziemlich schlimm finde ich auch dauertelefonierende Mütter.
Die ihre Kleinkinder vom Kindergarten holen,
das Kind an der Hand hinter sich herziehen
und komplett in einer anderen Welt sind.
Möchte gar nicht wissen,
wie diese Kinder in dem desinteressierten Mutterraum aufwachsen.
Aber ich denke, ich brauche das smarte Ding jetzt auch.
 
 


Donnerstag, 16. November 2017

DIE LAGUNE IM HERBST


 Ja, unterm Strich war es gut.
Meer ist für mich das schönste.
Ein Jahr ohne das Meer zu sehen, ist ein verlorenes Jahr.
Ob ich es in diesem Leben noch einmal schaffe, eine Weile irgendwo an einer Küste zu leben?