Donnerstag, 29. März 2018

ENDLICH

 

 
 
 
Anscheinend hat mir die Krebsoperation vor über einem Jahr
einen größeren Schock versetzt,
als ich wahrgenommen habe.
Jedenfalls denke ich viel an Tod und Sterben.
Suche mir Plätze aus,
wo es gut wäre die Welt zu verlassen.
Bei manchen Dingen denke ich,
das zahlt sich nimmer aus,
das werde ich nimmer erleben.
Unbeschränkt in die Zukunft zu leben, das hat aufgehört.
Es ist nicht unangenehm.
Nur anders, weil das Gefühl der eigenen Endlichkeit stark vorhanden ist.
Ich kenne einige Leute, die ein ganzes Stück älter als ich sind.
Wenn ich ein Treffen mit ihnen vor mir herschiebe und aufschiebe,
dann wird es vielleicht nimmer stattfinden können.
Denn es ist nicht so, dass Zeit und Raum ewig beständig sind.
Sie sind endlich und irgendwann schließt sich das Blatt
auf dem unsere körperliche Existenz aufgezeichnet ist.
 
 
 
 
 

Kommentare:

  1. Das kann ich gut verstehen, Ingrid, denn auch ohne Krebsbefund (dafür mit anderen gesundheitlichen Einschränkungen) geht es mir nicht viel anders. Irgendwann ist die frühere Sicherheit dem Leben gegenüber einfach gekippt und lässt nun alles fragil und ohne Gewähr erscheinen. Dafür ist vieles auch wertvoller geworden...
    Dein Spiegelbild finde ich toll!!
    Herzlichen Gruss und alles Liebe,
    Brigitte

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    1. du sagst es. die sicherheit schwindet. aber interessant ist das auch.
      liebe grüße zu dir

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  2. Älter werden ist ein bisschen wie "im freien Fall" leben. Bisherige Sicherheiten lösen sich auf. Was kommt weiss niemand. Aber auch bisherige Zwänge werden irrelevanter.
    Wir sehen klarer, dass wir endlich sind und wir erleben, wie nahe Menschen schon jetzt gehen.
    Einfach nicht verdrängen, deshalb schätze ich deine Zeilen, die auch den Finger auf das Dunkle legen, immer sehr.
    Möge die Frühlingssonne uns endlich ein bisschen Leichtigkeit und Übermut bescheren...
    Herzlich, Ursula

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    1. ja. die bekannten menschen gehen und sind nur mehr erinnerung.
      liebe grüße zu dir

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  3. Ein interessantes Bild von Dir. Gefällt mir
    So eine schlimme Erkrankung lässt die Gedanken an die Endlichkeit noch mehr aufkommen.
    Das darf auch sein, finde ich. Und doch ... treff Dich mit den Menschen. Auch mit Älteren.
    Ich seh das als Ziel wenn ich dann nach Hause geh... ich rechne aus wieviele Jahr mir noch bleiben wenn ich auch so alt werde....
    Ich wünsche Dir Freude am Frühling, der ja nun von Tag zu Tag mehr zu spüren ist
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. ich möchte mich ohnedies treffen. aber dann klappt es nicht und irgendwann ist die möglichkeit vorbei.
      liebe grüße zu dir

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  4. Gut, wenn eine Klartext redet!
    Find ich bei dir immer.

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