Mittwoch, 23. Oktober 2013

DIES UND DAS AUS DEM WALDVIERTEL

 
Das allerschönste Föhnwetter ist bei uns.
20 Grad und Fernsicht bis zu den Alpen.
Nächtens habe ich von meiner Nachbarin geträumt,
im Traum war sie hübsch, lebendig und hatte einen jungen Liebhaber.
Wir wohnen in der Traumzeit immer in benachbarten Häusern,
die sich aber von den realen beträchtlich unterscheiden.
Ich habe sie jahrelang nimmer gesehen,
sie ist alt und todesnahe und wohnt jetzt in der großen Stadt.
Die Medien teilen mir mit, dass der Staat an Rauchern, Alkoholikern und Glücksspielern
bedeutend mehr verdient, als der Allgemeinheit Kosten verursachen werden.
Also, wenn man ein Herz fürs Gemeinwohl hat, sollte man kräftig rauchen und saufen.
Dieser Tage habe ich einen Bekannten zufällig getroffen und ihn nicht erkannt,
denn er hat 25 kg abgenommen.
Ich wollte nicht fragen, ob das freiwillig oder krankheitsbedingt war.
Aber für mich muss ein richtiger Mann einen Schatten werfen,
eine Spur Fleisch auf den Rippen sieht vitaler und energiegeladener aus.
Der Gesundheits- und Fitnesswahn, der zur Ersatzreligion mutiert,
raubt jede Menge Lebensfreude.
 


Dienstag, 22. Oktober 2013

KOMMUNIKATION

 
 
Das Postmuseum im Kloster in Vyssi Brod ist richtig nett.
Alle Vorgänger unseres Kommunikationszeitalters sind zu sehen.
Postkutschen, Eisenkassen, ein Zaumzeug für die Postpferde,
der holzgeschnitzte Einspännerschlitten war wohl für die Expresszustellung.
Eine alte Poststube.
Und einer der ersten Telegraphenapparate.
Es gibt natürlich noch viel mehr aus der gar nicht so weit entfernten Vergangenheit zu sehen.
Alte Telefone, Briefkästen, Postschilder ......
Schreibutensilien, Stempel, und und und
Mit Handy und Internet verständigen wir uns heute viel schneller, weltweit.
Und was kommt in der Zukunft?
Übrigens, diese Idee muss ich hier nochmals anbringen.
Meine Fantasie für schnelleres Reisen ist eine Art Rohrpost.
Der Mensch kommt in eine Kapsel, wird sediert und in Rohrleitungen weltweit herumgeschossen.
Irgendwann habe ich jetzt einmal gelesen, dass daran bereits gearbeitet wird,
nur werden die Gefährte für mehr Menschen sein.
Der Ausspruch vom Qualtinger fällt mir dazu ein:
"...zwar hab ich ka Ahnung, wo ich hinfahr, dafür bin ich dann gschwinder durt."
 







Montag, 21. Oktober 2013

VYSSI BROD

 
Die oberösterreichische Landesausstellung ist im heurigen Jahr
grenzüberschreitend.
Am letzten Drücker, bevor endgültig zugesperrt wird,
war ich noch in Vyssi Brod - Hohenfurth, um das dortige Kloster anzusehen.
Wollte ich schon lange.
Ins Herz geschlossen habe ich die Dokumente naiver Volksschnitzkunst im
Klostergarten. Skurril verwachsene Heilige - das hat etwas.
Nebenan, noch im Bereich der Klostermauern, ist ein reizendes Postmuseum -
die Bilder zeige ich separat.
 





Sonntag, 20. Oktober 2013

HERBSTBLUES

 
 
An manchen Tagen,
wenn mich der Herbstblues erreicht,
wenn ich mir selbst nicht gut genug bin,
wenn gerade gar nichts passend ist,
wenn die letzte Rose vor sich hinwelkt,
wenn das Grau sich auf die Seele legt,
wenn sich der Tag so richtig mies dahinzieht,
ja, dann braucht es oft nur einen Augenblick des Umdenkens, der Achtsamkeit
und die letzte Rose des Herbstes wird zur Schönsten des ganzen Jahres.


Samstag, 19. Oktober 2013

TECHNIK


 Die Fotos sind nicht so toll,
ich habe sie aus dem Auto gemacht.
Die Umfahrung Freistadt wird gebaut,
Autobahn oder Schnellstraße Linz - Prag.
Solche Brückenkonstruktionen finde ich ganz erstaunlich,
große Ingenieurskunst.
Und unten den alten wohlgepflegten Steyr-Diesel habe ich in der Brauerei in einem eigens für ihn gebauten Glaskasten gesehen.
 
 



Freitag, 18. Oktober 2013

VON DER FRISUR

 
Zum Haare raufen sehe ich aus.
Ich mag ja meinen Frisör,
sehe ihn nur zwei bis dreimal im Jahr.
Aber diesmal wünsche ich ihm alle möglichen Klein-Unannehmlichkeiten an den Hals.
Früher hatte ich verschiedenste Farben in den Haaren,
die ich mir immer selbst gemacht habe.
Nie, aber auch wirklich nie war ich damit unglücklich.
Dann habe ich altersweise beschlossen,
das Grau zum neuen Stil zu erheben.
Was gar nicht schlecht war.
Nach einiger Zeit war es mir langweilig
und ich beauftragte den Haarschneider,
dezente schwarze Strähnen zu färben.
So weit und gut und schön.
Alles wunderbar.
Hat jetzt relativ lange Zeit gut funktioniert.
Letztens sitze ich also in dem Sessel vor dem großen Spiegel und sehe dem Lehrmädchen interessiert zu, wie sie richtig viel und dick schwarze Farbe auf meinen Kopf pappt.
Grau raus, Schwarz rein.
Irgendwie war ich so voller Vertrauen,
und hatte meinen Kontrollmechanismus völlig ausgeschaltet.
Seitdem bringt mich der Anblick meiner Haare eher zum Weinen.
Dicke schwarze klumpige Strähnen finde ich da,
sehr prolomäßig.
Mit den grauen Resten dazwischen ergeben sich Todesstreifen.
Was ich mache, wenn das weiter herauswächst,
ist mir noch voll unklar,
ich kann dann wohl nur mehr mit elegant geschlungenen Tüchern gehen.
Und ich wollte ja wirklich vermeiden,
dass ich mich wieder mit Nachwuchs und Farbe herauswachsen herumschlagen muss.
Ich weiß, es gibt größere Probleme,
aber so viel Eitelkeit muss sein.
 


Donnerstag, 17. Oktober 2013

VON HÄUSERN

 
Diese Bilder habe ich vor einigen Wochen gemacht,
jetzt ist dort sicher alles schon viel herbstlich bunter.
Ein wunderschönes Haus, das ich vor vielen, vielen Jahren einmal besichtigen durfte.
Ein Haus, das mit viel Liebe umgestaltet wurde und das sehr lebendig ist.
Mein Post über meine frisch gestrichene Decke vor 2 Tagen und eure Antworten dazu
haben mir wieder vor Augen geführt, welch lebender Organismus ein Haus ist.
Es will genährt werden, den Luxus mit viel Raum zu wohnen,
bezahlt man mit Energie (und Geld).
Es gibt viele traurige Gebäude, die nicht mehr gefüttert werden,
die ungeliebt und tot aussehen.
So wie wir immer wieder neue Kleider brauchen,
müssen Räume verändert werden.
Können nicht über Jahrzehnte die gleichen bleiben,
erstarren dann in toter Energie.
Beleben uns nimmer, weil sie nicht lebendig sind.
Wir wandeln uns und so muss es unsere dritte Haut auch tun.




Mittwoch, 16. Oktober 2013

VON DEN PILZEN

 
Der saufende Förster hat zu mir als junge Frau gesagt:
"Wo Fliegenpilze wachsen, sind die Steinpilze nicht weit."
Der Wald ist voller hübscher Fliegenpilze, aber die zwei Steinpilze waren Zufallsfunde.
Seinen Ausspruch habe ich in jahrelangen empirischen Studien zu 99 Prozent widerlegt.
Heuer wurde ich mit Schwammerln gar nicht verwöhnt,
ich gehe ja eher nicht suchen, schaue nur kurz ums Haus,
das muss genug sein.
Doch diese beiden sind eine reichliche Mahlzeit für mich.
Und das Schöne um diese Jahreszeit:
die Flugtiere, die die Würmer machen, sind schon im Kältetod.
Primeln blühen bunt im Garten
und über allem wacht das Katzentier.
 
 





Dienstag, 15. Oktober 2013

TREBON


Bei der Urmutter in Trebon, Tschechien war ich wieder einmal.
Wie schön ist diese Skulptur, die da unbeeindruckt im brackigen Wasser steht.
 



Hübsche Hausfassaden,
schöne Innenhöfe.
 
 


Und eine Hexe, die in der kleinen Konditorei,
zum Gaudium der anwesenden Kinder,
an der Decke durchs Lokal schwebt.
Ihre Kreise zieht, immer und immer wieder.
 


Montag, 14. Oktober 2013

GEHT NICHT, GIBT'S NICHT




Küche in England
 aus Luxury Living

Diese beiden Fotos in Zeitschriften und das Regenwetter haben mich jetzt doch nochmals inspiriert.
Ihr wisst doch: der Maler war da und hat die Holzdecke weiß lasiert, weil ich sie nimmer dunkel wollte. Die Balken hat er ausgelassen, weil er meinte, das sei schade, bräuchte zu viel Farbe, wird nicht schön, etc.
Jetzt hat mir aber die weiße Decke mit den dunklen Balken nicht wirklich gefallen. Die Holztram sind uralt, roh behauen, voller Wurmlöcher, Sprünge, usw.
Ich bin halt auf die Leiter gestiegen und habe angefangen zu streichen.
Mit normaler weißer Wandfarbe.
Ganz unten ist das Ergebnis.
Schau ma mal, wenn alles fertig ist.
Ist ja urviel Arbeit.
Aber geht nicht, gibt's nicht.
Wenn mir das dann nicht gefällt, weiß ich nimmer, was ich mache.
Dann geht nur mehr alles in rosa oder hellblau.

so war die Decke ursprünglich

so war es nach dem Maler

 
Sodale.
So schaut es fertig aus.
Ich werde mich schon daran gewöhnen.


Sonntag, 13. Oktober 2013

VOM RETTEN

Komisch:
was wir alles retten -
Banken, ganze Staaten, arme Hunde, arme Katzen, überhaupt arme Tiere,
aber die Menschen im Mittelmeer lassen wir absaufen.



Samstag, 12. Oktober 2013

VEILCHENPASTILLEN

Über merkwürdig verschlungene Wege haben diese Veilchenpastillen zu mir gefunden.
Weil ältere Damen Marotten züchten sollten,
habe ich beschlossen, ohne sie nicht mehr leben zu wollen.
Sie schmecken irgendwie köstlich,
altmodisch und ein bisschen wie Parfum.
Es ist gar nicht so leicht sie in Österreich zu kriegen,
ich muss mich richtig bemühen,
damit sich eine Veilchenpastillen-Connection für mich auftut.



Freitag, 11. Oktober 2013

DIES UND DAS AUS DEM WALDVIERTEL

 
Schöne, warme Herbsttage waren das.
Gemütlich geht es durch die Tage.
Meine ausgemalten Räume sind immer noch nicht fertig eingerichtet.
Ich kann die alten Sachen nicht zurückräumen,
jetzt bleibt das Chaos in den anderen Bereichen bestehen.
Die Zeit vergeht mit Herumtrödeln, ein wenig mit dem Moped fahren,
solange es das Wetter zulässt, ab und an kann man auch putzen,
die meisten Äpfel sind geerntet, der Rest bleibt für die Rehe am Baum,
 rund ums Haus sind die mehreren Arbeiten getan,
meine Zimmerpflanzen habe ich heuer eher restlos vernichtet,
mag auch sie nicht in den neuen Räumen haben,
es ist alles ziemlich gut,
so unaufgeregt entspannt stresslos.
Da kann ich auch fast nichts im Blog schreiben -
das Leben ist ein breiter träger Fluss,
der durch den Oktober gleitet.
 
 


Mittwoch, 9. Oktober 2013

EINE KLEINE LIEBESERKLÄRUNG

 
Der Heißhunger hat mich spätnachmittags in Wien am Stadtrand zu einem kleinen Heurigen getrieben.
Dort am Nebentisch eine Altdamenrunde, die eifrig und freudig dem Wein zusprachen,
über Blutdruck, Cholesterin und sonstige Altersbresten schwatzten.
Und dann nahm das Gespräch die typisch wienerische Wende,
was ich an der Stadt und ihren Eingeborenen so liebe,
die morbide Lebensfreude mit ihrer Todespräsenz kehrte in die Runde ein.
Also sprach weinselig die eine Achtzigerin:
"Die nächste Runde zahle ich und wenn ich morgen nimmer bin,
dann behaltet mich in guter Erinnerung.
Wenn ich jetzt heimkomme, lege ich mich nieder,
denn um 10 Uhr ist im Fernsehen der Klitschko,
und den muss ich sehen,
ich bin ja sonst nicht sportlich,
aber der gefällt mir so gut."
Und dann stießen die 4 Frauen eingehüllt ins wärmende Gefühl des Miteinanders und des Weines auf doch noch einige Tage im Spätherbst und einen Sieg ihres Favoriten beim Boxen mit den neu gefüllten Gläsern an.


Dienstag, 8. Oktober 2013

WELTTIERSCHUTZTAG


 
Zwischendurch eine Kurzmeldung von mir. Es geht mir gut. Dies und das passiert.
In Wien bin ich am Welttierschutztag bei der Stephanskirche vorbeigekommen.
Die Tierweihe oder was das war, fand ich ganz besonders nett.
Viele Hunde waren da und die Stimmung ihrer Besitzer war ganz entspannt und fröhlich.
Der Dompfarrer erzählte, im vergangenen Jahr hätte ein Papagei an der Veranstaltung teilgenommen, der bei den Liedern dann kräftig mitsang.
 





Donnerstag, 3. Oktober 2013

PAUSENNACHTRAG


Der erste Frost
hat Baum und Blätter getrennt.
Das Fallen des Laubes
tönt durch die Morgenstille.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

BAKTERIELLE PAUSE

 
Ich mache jetzt einmal eine kurze Pause.
Werde mich meinen eingenisteten Krankheitserregern widmen.
Fühle mich die meiste Zeit wie durch den Fleischwolf gedreht,
der Kopf ist leer und es gibt keine Worte zu fischen,
Fotos sind auch gut, aber aus.
Ihr braucht mich nicht zu bedauern,
ist nicht so schlimm und muss auch einmal sein.
Bis bald!


Dienstag, 1. Oktober 2013

LOGISTIK

 
 
Meine Nachmalertätigkeiten sind immer noch nicht abgeschlossen.
Vieles findet nimmer zurück, die Haufen im ganzen Haus werden auch nicht weniger.
Dieser Tage habe ich das gestrichene Regal vom Maler geholt.
Vollholz.
Einmal habe ich es bereits mit der Putzi aufgehängt -
es ist urschwer und hängt ganz unter der Decke -
kann man wirklich nur zu zweit bewerkstelligen.
Dann habe ich beschlossen, dass es doch weiß werden muss,
wieder runter damit.
Und jetzt musste es wieder an die Wand,
keiner da, der mir hilft,
ich kann da keinesfalls warten,
brauche die Dinge gleich und sofort.
Es anzuheben und auf zwei Stellen einzuhängen,
das geht fast nicht, war mir viel zu schwer.
Die logistische Meisterleistung -
zwei Böcke, Bretter und mit Büchern angehoben, bis es in der richtigen Stellung war,
dann musste es nur mehr eingehängt werden.
Stolz.
Aber: wenn ich mich jetzt nicht endlich nach jemandem umsehe, der mir bei den schweren Arbeiten hilft, bin ich langsam wirklich böse auf mich.