Samstag, 23. September 2017

BIBER

     
 


Von einem Biber, welcher wie ein Lamm geviertelt wurde, nehme man das hintere Viertel, wasche es, lege es in eine Kasserolle mit Lorbeerblätter, Rosmarin, Zitronenschalen, Nelke und Pfeffer. Salze das Biberviertel, und lege es auch in die Kaserolle. Giesse ein wenig gute Erbsensuppe mit etwas Wein und Essig dazu, schneide kleine Zwiebelscheiben, nicht zu viel brenne frischen Butter darauf, und laß es alles wohl zugedeckt dünsten. Sodann nehme das Biberviertel heraus, brate es am Spieß schön bräunlich, begiesse es mit Butter und Obers, bestreue es mit Semmelbrösel, lasse im Butter ein wenig Mehl rösten, und giesse von der Suppe, wo der Biber gedünstet hat, daran, ist, die Sauce zu wenig sauer, drücke Zitronensaft hinein, gehe noch ein wenig Gewürz dazu, und laß es aufsieden. Nehme den Biber vom Spieß, gieße die Brühe in die Schüssel, und richte den Biber darauf, lege auf den Braten Zitronenschnitzel, und gebe ihn zur Tafel.
Die voerderen Teile kann man in Stücke hauen, dünsten, und die obige Brühe darüber machen.
1802
Bayrisches Rezept


VN:F [1.9.22_1171]

 


 
Neugierig schaue ich ab und an beim Biber vorbei.
Er nagt immer noch am großen Baum,
der nicht stürzt.
Inzwischen hat das Tier ringsum kleinere Gewächse gefällt
und sie auch gefressen.
Die größeren Stämme hat man eingezäunt.
Früher wurden Biber gerne gegessen.
Ein Rezept habe ich herausgesucht.
Besonders in Klöstern hatte man ihn als Fastenspeise am Plan.
Da er im Wasser lebt,
hat man ihn zu den Fischen gerechnet
und somit war sein Fleisch kein verbotenes.
Schlaue Mönche, die sich die Klosterstrenge ein wenig erleichterten.
 




Kommentare:

  1. typisch! da wird selbst das säugetier zum fisch, wenn es paßt. menschen halt......
    guten morgen, liebe ingrid!
    wenn sie die bäume "einzäunen" scheinen sie ja wenigstens den biber nicht zu verfolgen, sondern ihm seinen lebensraum dort zu gönnen, hoffe ich.
    hab ein schönes wochenende.
    hier scheint sich doch sowas wie ein schöner herbsttag anzubahnen, gestern hatten wir auch einen.

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    1. biber ist geschützt. aber hier in der gegend war sicher hundert jahre keiner.
      bei mir ist es eher grau. wie schon in den letzten tagen.
      liebe grüße

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  2. Er scheint da ganz gut zu leben, der Biber. Und von den Mönchen scheint auch keine Gefahr mehr auszugehen. Bei "Historisch kochen" warnten sie immerhin mit diesen Worten:

    "Bitte beachten Sie: Manche Rezepte haben wir hier nur rein Interesse halber als historisches Relikt veröffentlicht, bitte lassen Sie die armen Biber in Ruhe!"

    Na dann. Möge er sich heimisch fühlen bei dir in der Nähe!
    Lieben Gruss, Brigitte

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    1. wieso spricht man immer von mönchen, die es sich wohlergehen ließen mit speis und trank (und kleinen buben). nie denkt man an nonnen. die waren wohl hochanständig. :-)
      liebe grüße

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  3. Das glaube ich nicht. Die hatten doch genauso ihre Tricks und heimlichen Machenschaften... ;-)

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  4. Liebe Ingrid,
    von dem Rezept nehme ich Abstand.
    Aber ich finde es auch toll, was diese kleinen Lebewesen
    so alles schaffen.
    Ein schönes Wochenende wünscht
    Irmi

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    1. ja, es ist wirklich unglaublich welch große bäume sie fällen.
      liebe grüße in dein wochenende

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  5. das rezept könnte man ja mit lamm oder huhn oder kalb,.....
    machen!
    a bissl aufwendig ist es schon.
    wenn ich mal zeit habe,versuche ich das.

    biber gibts genug. die haben sich rasend vermehrt.

    ein scheußlicher arbeitstag
    ist endlich vorbei(abstellraum kam endlich dran)

    kühlregnerische grüße
    hibisca

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    1. aber hier hat es keine gegeben. ich sehe auch sonst bei den anderen teichen keine spuren. bin neugierig, was der biber im winter macht. soll ja seinen eingang zum bau unter der wasseroberfläche haben.
      liebe grüße

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