Mittwoch, 28. September 2016

ICH SCHÄME MICH


Das mit dem Altwerden finde ich gar nicht prickelnd.
Z.B. wird man immer ungeschickter.
Dinge fallen aus der Hand.
Am Flughafen habe ich eine besondere Slapsticknummer geliefert.
Kaffeeautomat wollte mein Geld und an den Kaffee bin ich nicht rangekommen.
Einen jungen Mann um Hilfe gebeten.
Kaffee und eine Menge Retourgeld ist gekommen.
In einer Hand den Becher, über der Schulter Tasche und Rucksack
und es wollte mir nimmer gelingen all die Münzen aus dem Schlitz zu fingern.
Natürlich ist die Hälfte zu Boden gefallen.
Der Mann hat beim Aufheben geholfen
und dann bin ich nimmer mit Würde hochgekommen.
Eine echte Altersleistung.
Und peinlich war es mir auch,
dabei ist am Altwerden gar nix peinlich.
Es ist nur gerade gar nicht modern.


Kommentare:

  1. Ach modern, einfach ein wenig gegen den Trend sein. Ich finde diesen Jugendwahn eher peinlich.
    Lieben Gruß in die Wochenmitte
    Sabine

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    1. du hast ja recht. trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich fürs altwerden schäme.
      liebe grüße

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  2. Nur nichts dramatisieren, liebe Ingrid. Auch den Jüngeren passieren peinliche Dinge.
    Aber grundsätzlich ist es schon so: Das Altwerden ist kein reines Vergnügen.
    Man muss sich immer wieder an den positiven Aspekten berauschen...
    Dir einen schönen Tag und liebe Grüsse,
    Brigitte

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    1. ach ja. wenn du mir ein paar positive aspekte aufzählst. :-)
      herzlichgrüße

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    2. Voilà: Über die Zeit frei verfügen können, nur noch machen, worauf man Lust hat, keinen Leistungsdruck mehr verspüren, sich kleiden, wie einem gerade drum ist, aus der reichen Erfahrung schöpfen... ;-)

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  3. @ach ja. wenn du mir ein paar positive aspekte aufzählst
    Einer für mich ist:
    nach erfolgreicher Knie OP kann ich "Leute" auf dem Gehsteig überholen, jahrelang war das Gehen eine Qual.
    Prinzipiell ist meine Devise: Ich bin zufrieden, was ich noch alles machen kann - Jahrgang 1944!
    Der Gedanke - was ich nicht mehr kann - kommt mir nicht in den Sinn.
    Von Personen, die ihre negativen Gedanken an mir ausleben oder los werden wollen, halte ich mich fern.
    Und das gelingt mir immer besser.
    Lieben Gruß ins Waldviertel
    Heide

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    1. gratuliere. ich finde, mir fällt das altwerden besonders schwer.
      lg

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  4. "Hinfallen - Aufstehen - Krone richten - Weitergehen."
    So oder ähnlich heisst ein Spruch, den ich mir immer wieder selber sage.
    Liebe Grüsse und einen sonnigen Tag ins Waldviertel. Ursula

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    1. Ich kann Dich verstehen, mir kommen alle Sitzgelegenheiten, aber auch Toiletten zu tief vor- sind die geschrumpft, bin ich gewachsen? Meine Ausdauer im Rumstehen hat nachgelassen, ...
      Einzig im Sitzen auf einem Sessel oder am Schreibtisch ist alles wie immer, aber leider nur im Kopf... Liebe Grüsse!

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    2. danke, dass du mich verstehst. :-)
      liebe grüsse

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  5. Ich lese dich zwar mit konstanter Regelmäßigkeit und nicke sehr oft mit dem Kopf, da wir ja wohl so ein ähnliches Baujahr haben müssen.
    Doch heute muss ich in die Tastatur hacken, auch wenn ich das z.Z. eigentlich nicht soll - aber mir ist fast der Kopf beim Nicken abgefallen.
    Altwerden ist nicht nur nichts für Feiglinge - für Unsportliche und Gerne-Esser und Harthörige ist es auch nichts.
    Liebe Grüße von Clara

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    1. weisst du - auch sportliche, enthaltsame, gut-hörer werden alt. sterben müssen sie auch.
      liebe grüße zu dir

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  6. ich muss so oft grinsen wenn ich deine Texte lese und ich schäme mich nicht, das zu schreiben weil ich weiß, dass du verstehst wie ich es meine ;-)

    Alles Liebe nima

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    1. grinsen ist gut. ich grinse auch. auch wenn mir solche situationen peinlich sind.
      liebe grüße

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  7. Aber der Humor scheint trotzdem zu wachsen!

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    1. Sehr beruhigend, so viele verständnisvolle Frauen! Und Lachen hilft tatsächlich (fast)immer: Im vollen Hallenbad am Beckenrand saß ich mit anderen, um Wassergymnastik zu schauen. Ganz langsam ging der Stuhl unter mir mit den Hinterbeinen in die Knie, ich konnte mich nicht retten. Da lag ich, Beine nach oben, auf dem Stuhl- es war mäuschenstill. Ich rollte mich raus und begann zu lachen, das ganze Publikum stimmte befreit ein.
      Ein wunderbares Erlebnis, weil die Menschen mit mir lachten, aber mich erst beobachteten.

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