Mittwoch, 9. April 2014

INSTANT

Wenn ich hier am Land bei dem Schönwetter durch die Gegend fahre,
sehe ich allerortens Menschen auf den Knien,
die im Schweiße ihres Angesichts die Gartenlandschaft auf Schön bringen.
Die Leute waren hier noch vor wenigen Jahrzehnten arm,
da durfte viel wuchern und unbearbeitet natürlich sein.
Schmucke Neubauten prangen jetzt mit Prachtgärten ringsum in der Landschaft.
Da darf kein Grashalm aus der Richtung wachsen,
die Granitsteine werden zu riesigen Stützmauern verarbeitet,
Ordnung und künstliche Schönheit erfreuen manches Auge.
Alles wird untertan gemacht,
nur Gewächse in Reih und Glied erfreuen sich der Akzeptanz.
Dafür wird viel Zeit, Energie und Geld geopfert.
Mich verblüfft immer wieder dieser Drang die Natur beherrschen zu müssen,
nur was dem Willen gerecht wird,
gibt Sicherheit und entspricht dem Ideal?
Das Grün getrimmt, wie moderne Körper ohne Schamhaare.

 


Kommentare:

  1. Der Vergleich ist fantastisch! Ja, der Schönheitswahn macht auch vor den Vorgärten nicht Halt.
    Da sind ein paar schamlose Wucherbäume und Sträucher am Bachrand eine Wohltat!

    Liebe Grüsse zu dir ins Waldviertel,
    Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vorgartenschönheitswahn ist gut. so isses.
      alles liebe zu dir

      Löschen
  2. da hatten sie weniger Zeit, sie mussten auf den Feldern arbeiten, ein kleiner bauerngarten, mehr nicht. Aber so arg finde ich es noch nicht da oben, wie hier z.B. Zum Glück habe ich Nachbarn die ebenso alles wachsen lassen wie ich :-)
    lg
    karl

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hier gibt es so neugebaute siedlungen mit prunkbauten und klein-schönbrunn-gärten.
      lg

      Löschen
  3. Den Vergleich mit der Körperbehaarung finde ich äußerst originell...
    Habe erst letzthin gemerkt, dass sich in den letzten 10 Jahren in dieser Sparte sozusagen so einiges verändert hat.... seit ich den Puls der Zeit nicht mehr greife....
    Herzliche Grüsse und heb's guät
    Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. wenn am körper nix mehr wachsen darf, dann werden auch im grünen die maßstäbe strenger. denke ich.
      alles liebe in deinen tag

      Löschen
  4. die menschliche ordnungsliebe ist eine fatale
    ich finde meine anregungen im unaufgeräumten im chaos
    im gewesenen oder im freikommenden

    lass dich nicht irritieren liebe ingrid
    rosadora grüsst

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. die ordnungsliebe ist eher ein ordnungszwang. mit liebe würde nicht jedes artfremde pflänzchen stören.
      und mein chaos irritiert keiner, das irritiert höchstens andere.
      alles liebe zu dir

      Löschen
  5. Deine Gedanken kann ich gut verstehen, es geht mir auch so .... schade, die Menschen haben oft vergessen, dass die Natur vorher schon da war und wir sie "nur" geniessen sollten oder dürfen.
    viele Grüsse
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. mich schreckt immer der ordnungszwang. der vergessene blick fürs natürliche.
      liebe grüße zu dir

      Löschen
  6. die Landschaft wird zersiedelt mit Fertighäusern,der garteneine Steinwüste mit plastikswimmingpool,trampolin,carport usw.,überall dörfer mit diesen Siedlungen,es ist traurig und mein herz blutet,bei mir darf wildheit sein,und trotzdem freuen wir uns am hellen frühling,ciao

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ich lasse mich gerne in der wildheit überraschen. was plötzlich irgendwo erkeimt.
      liebe grüße

      Löschen
  7. Unterirdisch schwelende grottenschlimme Ängste verursachen solch naturfreveliges Verhalten!
    Gruß aus dem brennnesseligen Chaosgarten - von Sonja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, nur alles aus plastik wäre schlimmer.
      liebgrüße in deinen brennesselchaosgarten

      Löschen
  8. oh nein
    die hier dem ordnungswahn und kehrzwang verfallenen haben intakte körperbehaarung
    aber nichts was sie statt dessen gern tun
    also zwanghafteln sie und nehmen übel dass ich anderes zu tun habe *seufz*

    AntwortenLöschen