Freitag, 21. Oktober 2011

VOM ALTER

Langsam fange ich an, das mit dem Altern zu begreifen -
diesen Zeitabschnitt des schrittweisen Loslösens.
Ich stelle die Behauptung auf und weiß gleichzeitig, dass es so nicht stimmt, aber etwas Wahres ist daran:
wenn wir das Leben freiwillig stückchenweise loslassen könnten,
würden wir uns viele Krankheiten und einiges an Leid ersparen.
Das Gespür für den rechten Zeitpunkt ist uns abhanden gekommen.
Nie würden wir freiwillig die Erde verlassen, also werden wir schrittweise hingezwungen. 
Wir leben in einer Periode von Jugendwahn und Schönheitsoperationen,
schade um die sanften Möglichkeiten des irdischen Entgleitens.
Teuer verjüngt, mag man wohl überhaupt nicht gehen.

Kommentare:

  1. Da kann ich nur zustimmend mit dem nicht mehr jungen Kopf nicken.

    Dein Vorschlag bedingt allerdings echte Grösse, die wohl nur wenige von uns haben oder erreichen werden.

    Hab einen zeitlosen Tag!
    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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  2. dazu muss frau wohl erst ungeheuer viel gelitten haben. alte menschen haben mir oft gesagt, jetzt reichts.
    und auch ich kenne dieses loslassen wollen und nicht können, weil das nicht so einfach geht, aus viel früheren jahren.
    ewig leben wollen sicher nur die ganz jungen ungebeutelten...

    geniesse die zeit
    rosadora

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  3. Ich finde, älter werden hat auch was schönes ... schade, dass das so viele nicht sehen können. Ich würde jedenfalls nicht immer jung bleiben wollen, das wäre mir echt zu anstrengend ;)

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende
    Liebe Grüsse
    Brigitte

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  4. brigitte:
    ja, größe braucht es - und einsicht.
    lg in deinen freitag

    rosadora:
    ich meine das bewußte zeitgerechte stückchenweise loslassen. hat nix mit hohem alter und leid zu tun.
    wenn ich immer lese - der mensch ist auf 120 jahre ausgerichtet - wird mir ganz anders. das sind viele jahre eingeschränkt und eingeschränkter. wer will das schon?
    lg zu dir

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  5. brigitte:
    ja. langsam gewöhne ich mich daran und sehe die angenehmen seiten. das nichtmüssen und vieleskönnen.
    immer jung bleiben ist sowieso nix.
    alles liebe in den tag

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  6. Wenn ich an die letzten Monate meiner Mutter denke, kann ich nicht sagen, dass ich Alt-Werden schön finde. Ganz jung möchte ich allerdings auch nicht mehr sein. Man muss wohl mit dem jeweiligen Ist-Zustand zufrieden sein; zumindest ist das angeraten, wenn man was vom Leben haben will.
    Mit dem Loslassen kann man schon mal mit dem Materiellen anfangen (tu ich gerade). Vielleicht kommt das andere dann irgendwann auch??
    LG, Ingrid/April

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  7. Ein lieber Nachbar, der noch immer gern lebt und die kleinen und größeren "Malästen" der letzten Jahrzehnte stoisch hingenommen hat, ist in diesem Frühjahr 80 Jahre alt geworden.

    Ich unterhalte mich oft und gern mit ihm über'n Gartenzaun, kenn' ihn gut.

    Und in den letzten Monaten fällt mir vermehrt auf, dass er anfängt, sich zu lösen.

    Vielleicht doofe Worte, aber ich weiß es nicht anders zu beschreiben: es ist, als verschwänden er und sein Bewusstsein vor meinen Augen langsam im Nebel.

    Mit einer stillen Heiterkeit.

    Ich glaube, so soll das sein!

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  8. So viel könnte ich gar nicht herumoperieren lassen, dass mir nicht das Kreuz jedes Jahr mehr weh täte von den Herbstarbeiten. Geht dir wahrscheinolich auch so, oder?
    Ewig jung..
    LG ins Wochenende

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  9. ...ja so hätt ich das auch gern, hab mal eine wunderbare orientalische Geschichte dazu gehört, wo sich ein weiser mann einfach hinlegte, einen letzten Seufzer tat und verstarb (ganz bewußt)......denn, so die Botschaft der Geschichte: wer leicht lebt, der sirbt auch leicht.............daher meine Frage, wer von uns lebt schon leicht ???

    schönen Gruß ins Waldviertel und noch schöne Herbsttage

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  10. april:
    das mit dem loslassen ist gut. aber bis zum ganz wunschlosen ist noch ein wenig zeit (denke ich).
    lg zu dir

    kvinna:
    du beschreibst das schön. so sollte es sein. wünsche ich mir auch.
    lg in deinen tag

    wienermädel:
    da ich zeitlebens rückenschmerzen habe und einen wunderbaren orthopäden, der immer von den blockierten energien redet, geht es mir mit dem rücken eigentlich immer besser. je älter, desto weniger schmerzen. aber wenn ich wirklich schwer arbeite, dann spüre ich am nächsten tag jedes gelenk - und der körper hat ganz schön viele.
    lg zu dir

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  11. Ich finde sehr, sehr viel Angenehmes im Älterwerden, sehe aber bei meiner Mutter (89) dass das ALTsein unerträglich ist - vor allem, wenn man mit allen Fasern leben will. Leider kann man ja noch so viel loslassen, aber sterben tut man erst bei Totalausfall...

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  12. ilse:
    mein vater ist mit 89 gestorben und er hat immer gesagt - die letzten jahre (nach dem tod seiner frau) waren seine besten. er war so etwas von zufrieden und ausgeglichen. und seine körperlichen beschwerden hielten sich in grenzen. das letzte halbe jahr war dann zäh.
    schau ma mal wie wir das hinkriegen.
    lg zu dir

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