Mittwoch, 25. Mai 2011

VON DER GRUPPE

Mit der Gruppe hatte ich Probleme. Ich hab es ja überhaupt nicht gerne mit vielen Leuten und diesmal war alles naja, weniger toll. Toleranz ist bekannterweise auch nicht meines. Sehr große Gruppe und sehr unterschiedliche Leute. An meinen Tisch die Frauen haben sich weggesoffen, den ganzen Tag unterwegs schon getrunken und am Abend nur mehr mit schwerer Zuge gesprochen. Mühsam. Kampftrinken nennt man das. Bei über 50jährigen schon ein bisserl spätpubertär.
Ich habe mich weitgehend abgesetzt, aber die Schifffahrten und die Essen gab es gemeinsam. Ich war teilweise schon so genervt, dass ich richtig gute Sager für die Beliebtheitsskala von mir gegeben habe. Nachdem mir die Mädels von ihren Bemühungen um die Kellner erzählt haben - war mein Kommentar (grins) - "ich kümmere mich nicht ums Personal" ...etc. Und ich kann ziemlich ätzend sein.
Die Reiseleiterin (eine Deutsche, 30 Jahre mit einem liparischen Fischer verheiratet), war auch eher herb. Wir waren uns nur in der gegenseitigen Antipathie einig. Egal, ich mache das nie wieder, entweder raffe ich mich auf und gehe allein auf die Reise. Wenn es mich nicht freut, dann muss ich im Land bleiben - und ich sage es euch - da ist es auch ziemlich schön.
Die Inseln sind hübsch. Der Mai ist wohl die beste Reisezeit, angenehme Temperaturen und alles grünt und blüht. Wein wird angebaut und berühmt sind Kapern.
Es gibt kein Wasser auf den Inseln. Die Bewohner sammeln es im Winter in Zisternen und täglich sieht man Tankschiffe, die das kostbare Gut liefern. Die Führerin erzählte, sie hätten einen 8000 Liter-Tank, damit kämen sie über den Sommer. Mir kommt das wenig vor, ich glaube, ich verbrauche das in einem Monat. Aber ich habe eine eigene Wasserquelle, die reichlich fließt.
Durch die Abgrenzung, um die ich mich bemüht habe, bin ich nicht ins leichte Schwingen gekommen, nicht ins Genießen, nicht ins Glücklichsein. Wenn ich alleine unterwegs bin, dann kickt es mich irgendwann ins Zufriedene, dann kann ich die fremde Energie der Gegend aufnehmen, mich darauf einlassen.
Ich bin noch nicht reif für die "Grauenpantherfahrten".


Dienstag, 24. Mai 2011

LIPARISCHE INSELN




7 Inseln vulkanischen Ursprungs liegen westlich von Sizilien.
Lipari, Salina, Vulcano, Stromboli, Panarea, Alicudi, Filicudi.
Der Vulkan auf Stromboli ist nach wie vor aktiv und in regelmäßigen Abständen ist eine Feuersäule zu sehen.
Das Hafenstädtchen Lipari - wie eine alte Operettenkulisse. Ein wenig schäbig, ein wenig verstaubt, ziemlich alt. Italienisch eben.
Herb sind die Inseln, Windgötter spielen mit ihnen, es gibt kaum Strände und die sind meist schwarz. Lava. Fühlt sich an, wie auf Koks zu gehen.
Schön war es, interessant war es, große Liebe kann es nicht werden.




Montag, 23. Mai 2011

FLUGHAFENWARTEN

Bezaubernde Blickmomente vertreiben Langeweile der Flughafenwarterei.


Samstag, 21. Mai 2011

DURCHEINANDER

Daheim bin ich gut gelandet.
Die Fotos sind beim Raufspielen auf dem Computer in ein heilloses Durcheinander geraten.
So wie ich nach der Gruppe. Ich bin doch eine Menschenfeindin. Misanthropin. Ein Lob auf meine einsame Waldviertelinsel.
Also, jetzt einmal ein Bild, bis ich geordnetere Zustände habe. Und das Meer ist vom Schiff aus fotografiert immer schief.

Freitag, 20. Mai 2011

IN DEN LETZTEN URLAUBSZUEGEN

Das Schifferlfahren war sensationell.
Die Lavagesteinsformationen auch.
Der Vulkan auf Stromboli hat ein wenig Feuer gespuckt fùr uns -
aber das tut er immer.
Der volle Mond hat sich im Meer gespiegelt.
Tagelang geschaut, gespùrt, Schònheit genossen.
Die Gruppe hàtte von mir aus auf einer anderen Insel sein kònnen,
aber allein hàtte ich nie so viel, so schnell gesehen.
Schòn wars, gut wars, demnàchst gibts Bilder.
Ciau, bis bald.

Dienstag, 17. Mai 2011

URLAUBSRANDNOTIZEN

Ja, ich bin auf den Liparischen Inseln.
Danke fùr all eure Kommentare. Sie zu lesen freut mich.
Schòn ist es da. Auf diesen aus Feuer geborenen Inseln.
Ich bin mit einer Gruppe unterwegs, was nicht wirklich meines ist. Jedenfalls habe ich wieder den lustigsten Tisch erwischt, die Leute sind dauernd am Feiern und Alkohol fliesst reichlich. Total bequem ist so eine Gruppe. Um nichts muss ich mich kùmmern, kann ganz entspannt durch die Tage gehen. Sonst, wenn ich allein unterwegs bin, gibts doch immer Stress. Alles ausfindig machen, Zimmer suchen, etc. Aber trotzdem, ich glaube ich mache das kollektive Reisen nimmer. Obwohl ... siehe oben. Die meiste Zeit sind wir mit dem Schiff unterwegs, von Insel zu Insel - ich kann aufs Wasser schauen, aufs Wasser schauen, nur schauen, mit den Augen am Spiel der Wellen teilnehmen - manchmal schwappt eine ùber Deck, kommt mir nahe, macht mich nass - nicht genug kann ich davon kriegen. Auf diesen Inseln aus Feuer geboren. Zu Stein erstarrt.

Montag, 16. Mai 2011

VOM URLAUB

Alles gut.
Alles schòn.
Fotos gibts wenn ich wieder daheim bin.
Gerade blàst der Schirocco und die Fàhren wollen nicht mehr. Ich hab es von der Nachbarinsel mit Glùck noch zurùckgeschafft, wunderbar wildes Meer, Vulkane, im Schwefelschlamm gebadet. Zeit wird mehr, je schneller man sich bewegt.

Samstag, 14. Mai 2011

ICH BIN DANN MAL AM MEER

Ich bin dann mal am Meer
und stecke die Zehen in den Sand.
Bye, bye, servus, tschüs, bis bald.

Am Donnerstag spuckte der Ätna wieder und der Flughafen in Catania war gesperrt. Aufregend wird es in der Gegend sicher, jetzt, wo die Erde überall so bewegt ist. Die Reise heißt: "Der Tanz auf dem Vulkan". Schau ma mal.

Freitag, 13. Mai 2011

BLOGSPOT GEHT WIEDER

Anscheinend geht Blogspot wieder, nachdem gestern und heute den ganzen Tag Störungen waren. Die Kommentare sind teilweise verschwunden. Schade darum.

TARATATA


Mir gefällt es, das "neue Bad".
Alle Zubehördinge - Spiegel, Handtuchhalter, Vorhänge, Möbel, die es gegeben hat, passen jetzt nimmer. So viel wollte ich eigentlich nicht erneuern.
Ein Freund hat sich sehr gewundert, dass ich mit Farbklecksen an den Fingern unterwegs war, und ihm erklärte, die brauche ich als Muster zum Vorhangaussuchen - was sich dann bestens bewährt hat.
Was ich absolut nicht wollte, muss ich jetzt tun. Selbst auch den Pinsel in die Hand nehmen, ein, zwei Dinge werde ich doch umstreichen. Wenn frau einmal anfängt mit der Verschönerung, dann geht es erst richtig los. Und für das Duschprojekt habe ich immer noch keinen Handwerker. Schau ma mal.

Donnerstag, 12. Mai 2011

ÜBER DIE WAHRHEIT

Lenin hat irgendwo gesagt, dass eine Lüge, die man oft genug wiederholt, schließlich zur Wahrheit wird.
Ich habe Probleme mit Menschen, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Frage, wenn mir etwas ungereimt erscheint, inquisitorisch nach. Nerve mich und den anderen.
Irgendwann dachte ich, dass es von mir dumm ist. Wie wichtig ist die Wahrheit ? Lügner sind von ihren Lügen oft überzeugt, machen sie in der Fantasie zur Wahrheit und können wohl bald nicht mehr zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden.
Mit öffentlichen Ereignissen ist es dasselbe. Schon nach wenigen Tagen vermischen sich Dichtung und Realität, verwirren sich, werden verbogen, vermengt und jeder macht zusätzlich aus der Information das Eigene.
Die Lüge gehört zu Hermes, dem Götterboten.
Und ich stelle jetzt einmal die Behauptung auf:
Langweilig wäre unser Leben, wenn es nichts als die Wahrheit, die reine Wahrheit gäbe.

Mittwoch, 11. Mai 2011

BÄUME


Sehr alte Bäume.
Ein Hort für Baumgeister, Elfen, Vögel, kleine Tiere, manche Menschen.
Zerfurcht vom langen Leben ist ihre Oberfläche.
Viele Winter und Sommer
Stürme und Regen haben Narben hineingeschlagen.
Unverrückbar bleiben sie uns erhalten,
bis ihre Zeit abgelaufen ist.
Oder wir über ihr Ende entscheiden.



Dienstag, 10. Mai 2011

VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN




Ein Teufel muss mich geritten haben,
mir die Idee der Badezimmerrenovierung eingegeben haben.
Ich bin eine (An)Sammlerin und in meinem Nassraum, der ca. 20 m2 groß ist, gibt es alles. Und davon viel zu viel. Jetzt räume ich die Dinge von A nach B, Sportgeräte gleich auf Nimmerwiedersehen in die Scheune, Kleider in die Kleiderkammer, die bald unbegehbar wird. Wozu braucht die Menschin zwei Waagen, wo eine schon zu viel Gewicht zeigt? Auch bei der Verwendung eines Trampolins, das ständig mit Badesachen belegt ist, hakt es. Das Schöne an der Entrümpelungsaktion ist, die Dinge finden nie mehr zurück. Womit sie ihre Entbehrlichkeit bestätigen.
Zwischendurch hat meine Kampfkatze dieses Wiesel gebracht und wollte gelobt werden. Natürlich tut es mir um das Kleinraubtier Leid, aber meine Mitbewohnerin, die eine so tüchtige Jägerin ist, kriegte trotzdem ihre Streicheleinheiten ab.
Ich hoffe sehr, dass sich der ganze Aufwand lohnt und der Maler betörend schöne neue Holzwände zaubert.

Montag, 9. Mai 2011

WIE ES EUCH GEFÄLLT

In meinem kleinen Gärtchen darf mehr oder weniger wachsen, was will. Ich säe immer wieder etwas aus, aber mit dem Ernten hab ich es nicht so.
Heuer haben die Vergissmeinnicht die Herrschaft an sich gerissen. Sie wuchern überall und ich finde sie ganz bezaubernd.

Die Löwenzahnwiesen sind jetzt in voller Blüte - wunderschön.
Sonne und Fröhlichkeit pur.
Sehr heikel bin ich auf den Pflanztrog mit Salat. Ich habe ihn direkt zur Küchentür gestellt, damit ich ihn auch esse, wenn er fertig ist.
In den eisigen Nächten wird alles dick eingepackt. Ich hatte Sorgen um die Pflänzchen, kleine Eistropfen waren auf den Blättern, aber der Überlebenswille war stark.
Auf der Fensterbank steht das Unsterblichkeitskraut - Jiaogulan - ich fürchte fast, es wird die eigene Sterblichkeit erleben, bevor es mir zu einem langen Leben verhelfen kann. Tja, wieder nix.

Sonntag, 8. Mai 2011

BISMARCKTURM

Dieser Bismarckturm - der einzige in Österreich - steht in der Nähe von Schloss Rosenau herum. Er sieht aus, wie der Turm eines Schachspieles. Wie ein richtiger Turm halt aussehen soll. Ein glühender Verehrer Bismarcks hat 1907 das Bauwerk, das eine innere Feuervorrichtung hat, errichten lassen.

Alle, die mich schon länger lesend begleiten, wissen, dass ich ein Storchfan bin. In Stift Zwettl ist Meister Adebar wieder da. Das beruhigt mich. Meine kleine heile Welt ist ein Stück in Ordnung.

Samstag, 7. Mai 2011

DIE UHUS SIND WIEDER DA

Es gibt wieder die SWR Webcam im Netz.
Im vergangenen Jahr haben mich die Bilder der heranwachsenden Uhus fast täglich begleitet. Zwei Winzlinge sind es im heurigen Jahr:


http://webcam.pixtura.de/SWR_UHU/

Freitag, 6. Mai 2011

INS GLÜCK FALLEN

Manchmal falle ich ins Glück
unverhofft
überraschend
wenn es so schön ist
wenn es mich durch die Gegend treibt
keine anderen Menschen unterwegs sind
nur einige Nutztiere
dann kann das Glück des Augenblicks so intensiv werden
sich vom Bauch aus in alle Zellen ausdehnen
es ist nicht festzuhalten
aber jede Minute ist kostbar
und ich bin dankbar dafür






Donnerstag, 5. Mai 2011

LANDLEBEN

Mein heutiger Gang zur Post hat mich wiedermal erheitert. Das nahe Postamt wurde vor einigen Monaten wegrationalisiert, jetzt muss ich zum nächsten ein ganzes Stück fahren. Und ich war noch nicht richtig oft dort. Ich lebe hier in meiner Einsiedelei zurückgezogen und abgeschieden und habe kaum Kontakte.
Wie auch immer, die Postamtsdame begrüßte mich freudig und fragte nach, wie meine gestrigen Unternehmungen gewesen wären. ??? Ich bin zwar schon älter, aber ich hätte es mir definitiv gemerkt, wenn ich sie über meine Aktivitäten informiert hätte. Also musste sie die Informationen aus meiner Post haben. Wir haben dann nett geplaudert, ich habe ihr die Frage ausführlich beantwortet. Und hinterher musste ich vor mich hinkichern. Diese fehlende Anonymität am Landleben, die hat schon etwas. Verbergen lässt sich hier gar nichts, und wenn man die Geschichten nicht liefert, dann werden sie erfunden. Die Vorteile daran sind, Amtswege erledigen sich schnell und unbürokratisch. Vieles geht einfacher als in der Stadt. Aber dafür ist frau ein Stück ein gläserner Mensch.
Briefträger sind überhaupt eine eigene Spezies. Ein Freund erzählte, seiner meinte z.B. gestern bin ich nicht gekommen, war nichts Wichtiges in deiner Post. Oder er hat ihm schon mal die Ansichtskarten halb vorgelesen.
Ein wenig ist mir die fehlende Privatsphäre unangenehm, obwohl unterm Strich der liebenswerte Aspekt überwiegt. Ein schwaches Gefühl von Geborgenheit vermittelt die Sozialkontrolle.

Mittwoch, 4. Mai 2011

DIE DUNKLE SEITE DER MACHT



Die meisten Meldungen der Medien plätschern an mir vorbei.
Nur manchmal krampft sich der Magen zusammen, dann spüre ich, dass wieder etwas Weltveränderndes geschehen ist.
Die Ermordung von Osama bin Laden. Das Bild zeigt die Verantwortlichen, die über einen Bildschirm die Aktion life mitverfolgen.
Ein neues Kapitel Gewalt ist damit eröffnet worden, die Folgen werden wir alle tragen, denn die Welt ist ein Dorf. Wenn ich die Mienen der Entscheidungsträger sehe, dann blicke ich auf eine sehr dunkle Seite der Macht.
Welche Gesichter sind das - Menschen, die unser Leben mitbestimmen! Ich möchte mit keinem von ihnen bekannt sein.

Dienstag, 3. Mai 2011

GEDANKEN SIND WIE FREILAUFENDE HUNDE


Gedanken kommen und gehen,
sie schwirren herum,
man kann sie aus der Luft greifen,
alles ist voll von ihnen,
es gibt Begegnungen, Überraschungen,
Verweigerungen.
Alles was jemals gedacht wurde, gedacht werden kann, gedacht werden wird schwirrt durchs Raum-Zeit-Gemisch und kann eingefangen werden.
Viele freilaufende Hunde, die auf ihre Besitzer warten.
Die besten Ideen habe ich beim Gehen -
da verliere ich alte Denküberbleibsel,
die schon Staus in den Gehirnwindungen verursachen,
und aus dem Gebüsch können neue Geistesblitze auf mich springen.
Gedankenfangwege.

Montag, 2. Mai 2011

FÄRBERMARKT

Blau machen - diese Redewendung kommt aus der Färberei.
Auch "grün und blau schlagen" hat etwas mit dem Handwerk zu tun.
Der Färbermarkt in Gutau im Mühlviertel - ein Ereignis mit richtig vielen Leuten, die hauptsächlich in Blaudruck gewandet sind. Da gibt es alle möglichen Teile, ich habe diesmal einen Mann mit Gummistiefeln im blauen Design gesehen.




Besonders witzig finde ich diese Kreation.

Bei einem Wolkenbruch wird das schönste Dirndl nass.

Sonntag, 1. Mai 2011

KOMMUNIKATIONSAUTARK


An manchen Tagen
ist es still
nichts von der Anderswelt dringt in meine Einsiedelei
nur ein wenig Internet
ich fühle mich kommunikationsautark
eingesponnen in der eigenen Wirklichkeit
unglaublich gut und spannend
führen Denkwege klar und offen ins Zukünftige