Freitag, 28. Februar 2025

CHINESISCHES FUNDSTÜCK


Immer wieder begeistert es mich,
welche Schätze in Bücherschränken oder im Shop der Caritas für mich
bereitstehen.
Das Chinesische ist seit 6000 Jahren eine Kultursprache.
56000 Schriftzeichen sind bekannt.
Fürs Alltägliche reichen 3000.
Ich verstehe in dem Buch nicht einmal die Beschreibung.
"......Auch wenn die Grundeigenschaften eines Zeichens, aus denen man die Bedeutung
ersehen kann, immer gewahrt bleiben, so kann doch jedes Zeichen auf vielerlei Art geschrieben werden......Jeder Chinese weiss, dass Kalligraphie der Schlüssel zur Bildung ist. Ein Schriftzeichen verrät nicht nur den Stil seines Schreibers, sondern auch seinen Bildungsgrad, seinen Sinn für die Kunst, seine Seele, seine Gefühle....."
Chinesen sind uns fremd, aber ich denke, dass sie überlegen sind.
Sie haben zwar viele Technologien geklaut, sind aber mit rasanter Geschwindigkeit in die Überholspur eingebogen.
In dem Buch schaue ich mir verständnislos nun die Bildchen an.



 Bei mir wird es ernst.
Sobald der Boden getaut ist, wird das Glasfaserkabel verlegt.
Wieder einmal wundere ich mich,
wie nett die Leute zu mir sind.
Ich habe mich um nix gekümmert
und Nachbarn machen die Grabearbeiten beim Haus für mich.
Also, ohne dass ich etwas gesagt hätte.
Finde ich sensationell, wenn Dinge von alleine laufen.
Nennt man Selbstläufer.
Und wieder bin ich erstaunt,
dass die Menschen hilfsbereiter und aufmerksamer zu mir sind,
als ich zu ihnen.
Kann man so lassen.


Mittwoch, 26. Februar 2025

GENÜGEN


In einem Interview anlässlich seines 70ers, sagte Rainhard Fendrich:
"Ich bin kein Fan von mir."
Und meinte damit, dass er sich selbst nie genüge.
Das Thema ist schwierig.
Wenn ich darüber nachdenke,
wann genüge ich mir???
Ist Genügen genug?
Genügen als unterstes Niveau der Selbstzufriedenheit.
"Sehr gut" erreicht man wohl fast nie.
Selbstwertgefühl hat viel mit der Aufzucht zu tun.
Das, was man frühkindlich nicht bekommen hat,
ist später schwer zu erreichen.
Ich kann mich immer noch gut schlecht bewerten.
Lebe so am 3+ Level dahin.
Richtig stolz auf mich bin ich dann,
wenn mir Unmöglichkeiten gelingen.
Wenn ich dem Normalen ein Schnippchen schlagen kann.
Man reiche mir Herausforderungen.


Mit solchen Aktivitäten kann man seine Selbstzufriedenheit steigern.
Zen Hiking in den Dolomiten.
Unglaubliche Bilder.
Die Unterstände, in die Felsen geklebt, stammen hauptsächlich aus dem 1.Weltkrieg.
Schreckliche Zustände herrschten damals.
Hundertausende Soldaten starben unter dramatischen Bedingungen in den Bergen.


Montag, 24. Februar 2025

BAUMGÖTTIN UND WASCHSTRASSE

 

Den Lieblingsweg bei der Baumgöttin gegangen.
Erstmals in diesem Jahr.
Es war nur mehr stellenweise etwas eisig.
Die Teiche sind gefroren.
Nackt und bloß steht sie da, die alte Schönheit.
Bald wird sie sich mit neuem Grün schmücken.
Bäume haben es gut.
Sie werden jährlich frisch, jung und bezaubernd.


Zur Zeit habe ich Erlebnisse mit hilflosen überforderten alten Frauen.
Diesmal in der Waschstraße.
Mein Auto war so dreckig,
dass es sein musste.
Salz bis zum Dach.
Den ersten Tag mit Temperaturen im Plus habe ich genützt.
Eine alte Frau vor mir hat ewig für die Eingabe des Tickets gebraucht.
Man kann zwischen Sitzenbleiben und Aussteigen wählen.
Jedenfalls hat sie bei laufender Wäsche in der Straße ihren Wagen verlassen.
Irgendjemand hat das gecheckt und den Notfallknopf gedrückt.
Ziemlich desorientiert und waschelnass ist die Seniorin ins Freie getaumelt.
Vielleicht wollte sie nur duschen?
Kopfschüttel.
Die Dame hat nicht wie eine Person gewirkt, die am Steuer eines Kraftfahrzeuges sitzen sollte.


Freitag, 21. Februar 2025

ALLES WIRD GUT


 Die Tage gleiten dahin.
Am Abend frage ich mich, wie ich alle Stunden vertrödelt habe.
Ein bisserl Wald, ein bisserl geputzt, ein bisserl gekocht,
zu viel Internetz, zu viel Fernseher.
Katze gestreichelt,
Vögel angesehen.
YouTube: Meinungen in alle Richtungen.
Die Welt ist ein Tollhaus.
Am liebsten sehe ich einen Katzenkanal.
Kalt ist es in der Nacht.
Ich lese Dinge, die mich erschrecken.
Zwischen den Händen halte ich eine unsichtbare Kugel der Hoffnung.
Alles wird gut.
Irgendwann.




Mittwoch, 19. Februar 2025

BETREUTES DENKEN UND EIN NEUTRALER STEIN

 


Psychiater analysiert die Hysterie um die Rede von J.D. Vance (Raphael Bonelli)

Tja. Da haben die alten weißen Männer mit Blut an den Händen 
Schnappatmung gekriegt.
Auf der Sicherheitskonferenz in München.

Wir leben in der Zeit des betreuten Denkens.
Es darf nur ausgesprochen werden,
was im Mainstream erlaubt ist.

Das Steinetauschbankerl ist nett.
Leider hatte ich keinen bemalten Kiesel mal zufällig in der Hosentasche.
Den ich hätte wechseln können.

Steine sind neutral und unparteiisch.
Auch wenn auf ihnen 
"Stein gegen Rechts" steht.




Montag, 17. Februar 2025

PEINLICH



 

Hilfsbereit bin ich gar nicht
und darauf auch noch stolz.
Aber als in einer Parkgarage eine weißhaarige Frau hilflos vor dem 
Schranken stand und nicht ausfahren konnte,
musste ich aus dem 
Auto springen und versuchen ihr zu helfen.
Es stellte sich heraus. dass sie vorher nicht zur Kasse gegangen war.
Wie peinlich.
Natürlich war in dem Moment die Hölle los,
Autos von allen Seiten, die die Garage verlassen wollten.
Ich scheitere dort zum zweiten Mal am Bezahlautomaten.
Brauche mehrere Anläufe, bis ich ein gültiges Ticket in der Hand halte.

Pech: Einmal habe ich eine Frau gesehen,
die in einer niedrigen Garage mit ihrer Dachbox an der Decke hängen
geblieben ist.
Das blanke Chaos war ausgebrochen, weil sie alle Durchfahrten blockierte.

Dieser Tage hat mich jemand so zugeparkt,
dass ich nur mehr über die Beifahrertür einsteigen konnte.
Bin gerade noch beweglich genug.
Autofahren ist ganz nett, aber das Abstellen der Blechkiste ist manchmal abenteuerlich.
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Peinlich ist auch, dass ich im Krankenhaus beim bewährten Hautarzt war.
Der will an mir herumschneiden.
Nix Schlimmes, aber blöd.
Ich kriege ab und an Basaliome.
Sonnengeschädigte Haut.
In meiner Kindheit und auch später gab es bestenfalls die gute Nivea.
Und in den Tropen hat es mich etliche Male böse erwischt.
Das Basaliom ist am Unterschenkel (egal).
Aber auf der Lippe habe ich ein unklare dunkle Pigmentierung.
Meine Frage, ob ich einen schiefen Mund kriegen werde,
entlockte dem Doktor nur ein Lächeln mit Kopfschütteln.
"Was Sie immer haben?!"
Wir führen eine Dauerbeziehung.
Der Doc und ich.




Freitag, 14. Februar 2025

HIRNALTERUNG


 
Den Gedanken von Wildgans


muss ich aufgreifen.
Ja. Auch das Hirn altert. 
Wenn ich meine früheren Posts ansehe, finde ich die Schreiberei dort interessanter
und das nicht nur, weil damals ich mehr erlebt habe.
Die Fantasie bleibt auf der Strecke.
Inspiration versandet.
Da das nicht weh tut, ist es mir egal.
Und die alten Sachen lese ich kaum,
sonst wäre ich möglicherweise traurig.
Da ich im Täglichen nix vergesse
(die Dinge, die ich mir nicht merke, habe ich mir schon immer nicht gemerkt),
alles regelmäßig wiederfinde (das ist in meinem Chaos eine Leistung),
Autofahren gut geht, nur langsamer wird,
Reaktionen passen,
ist die abnehmende Leistungsfähigkeit der grauen Masse eine meiner geringsten Sorgen.

Das Foto zeigt eine in Würde gealterte Hausmauer.




Mittwoch, 12. Februar 2025

ENDLOSSCHLEIFE


Diese Eis-, Kalt-, Nebelfotos treffen auf Erinnerungen.
Gute Gefühle werden ausgelöst.
Tage bestehen aus Einzelbildern.
In meinem Leben gibt es fast nichts Neues mehr.
Alles ist bekannt und in Gehirnzellen abgespeichert.
Bunte Abdrücke, die sich überlagern.
Wie viele Bäume habe ich bereits gesehen?
Winter?
Seen mit Schnee und Eis?
Leben dreht sich in einer Endlosschleife.
Bis es bricht.






 

Montag, 10. Februar 2025

ZIEMLICH NIX


 Mir fällt gerade gar nix ein.
Die Tage sind teils sonnig und kalt.
Es gab Eiswind.
Ich widme mich meinem Körper.
Die Katze hat Frühlingsgefühle und ist unterwegs.
Frisst Vögel!!
Buchfinken!!
Das geht auch mit nur 3 Fangzähnen!
Ich lese:
Edgar Feuchtwanger
"Als Hitler unser Nachbar war."
Passt gut in die jetzige Zeit.
Sogar im Kino war ich.
Stuhlsitzen ist mir zu lange.
Unruhig zapple ich herum.
Weiß immer nicht, ob irgendein Aufwand sich lohnt.
Alles ist mir zu langweilig.
Der Film war gut.
Das Leben gleitet dahin.


Freitag, 7. Februar 2025

ÄNGSTE


 Wenn ich etwas wie den Teufel fürchte,
dann sind es Ärzte und Schulmedizin.
Ich bin zu alt mit zu vielen Erfahrungen zu dem Thema.
Jedenfalls habe ich schon eine Weile ein Körperproblem,
das sich meinen Heilungsanstrengungen widersetzt.
Ich werde wohl oder speiübel über alle meine Schatten springen müssen
und mit einer zündenden Idee (die Wahl des Zuständigen),
die notwendigen Schritte machen.
Vorerst habe ich die Karten befragt
und musste herzlich lachen,
wie die Katze als Ziehhilfe dazugekommen ist.
Viel klarer und leichter fühle ich mich nach der Legung nicht.
Wenn ich diese Geschichte hinter mich gebracht haben werde,
fange ich ein neues Leben an.
Oder so ähnlich.
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In der Zwischenzeit habe ich einen Termin bei einem Naturheilarzt (Phytomediziner)
ausgemacht.
Da die Wartezeiten überall so lange sind,
bin ich bis zur Ordination wohl gesund.
Derweil kann ich mir alle seine Therapien und Heilansätze auf YouTube ansehen.


Mittwoch, 5. Februar 2025

DIVERSES


Verlorene Handschuhe, die die Nacht im Freien verbracht haben. 
Morgensonne wärmt.
Löst Reif.
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Das Holz ist fertig und liegt fein gestapelt hinterm Haus.
Im  übernächsten Winter werde ich nicht frieren.




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Wenn sich alle Menschen weniger Sorgen um Links, Rechts, Mitte
machen würden,
weniger Wirtshausstammtischgedanken äußern würden,
nähmen die Dinge auch ihren Lauf.
Ich bin ziemlich angstbefreit in politischer Hinsicht,
kann mich über diese Aufregungen nur wundern,
viel Amüsement ist auch dabei -
ich habe ein Faible für Verrückte -
und begnüge mich grundsätzlich mit leichtem Kopfschütteln.
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Man kann nicht alles glauben,
was man denkt.
Und schon gar nicht das,
was Medien erzählen.
Aber die Menschenmasse lebt gerne mit ständig erhöhtem Adrenalinspiegel.
Und sondert neben anderen Ausscheidungen Meinungen ab.
Das lenkt von eigenen Mängeln ab.



 

Montag, 3. Februar 2025

LICHTMESS



Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt`s noch sehr viel Schnee und Eis. Ist's Lichtmess licht, geht der Winter nicht. Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell. Lichtmess trüb, ist dem Bauern lieb.

Das sind die Bauernregeln zu dem Tag.


 Die allerdunkelste Zeit ist überstanden.
Merklich heller werden die Tage.
Gefühle der Erinnerung fallen über mich her,
wenn die Morgen kalt, hell und sonnig sind,
die ersten Vögel ihre Frühlingslieder anstimmen,
dann ist es wie früher in Italien am Meer.
Dort ist Winter anders und schön.
Da greift die dunkle Zeit mit ihren lebensfeindlichen Händen nicht so unbarmherzig nach allem Lebendigen.
Die dunklen Monate sind ein Ausruhen, Rasten und Entspannen vor dem nächsten sonnenverbrannten Sommer.
Diese Erinnerungsgefühle springen spontan auf mich drauf,
machen glücklich für einen ganzen Tag.
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1999090

Schnapszahl. Gestern kopiert.
Fast 2 Millionen Zugriffe auf den Blog.
In ? Jahren. Ich weiß nicht genau, wann Google zu zählen begann.
Egal. Eine Menge. Danke für euer Interesse.
Ca. 5000 Posts, 45000 Kommentare.








Freitag, 31. Januar 2025

TRÄUME




 Meine Nächte sind eher weniger.
Ich schlafe abschnittsweise und dann wieder nicht.
Dafür falle ich tagsüber einige Male in einen komatösen Minutenschlaf.
Was gerade in der Welt an Verwerfungen geschieht,
beeinflusst jeden Einzelnen.
Alles ist mit allem verbunden.
Bei mir wirkt es im Unterbewusstsein und meine Träume waren auch schon einmal besser.
Kürzlich war ich mit Elon Musk unterwegs - wer braucht denn sowas?
Die Stimmung beim Aufwachen muss ich nicht beschreiben.
An ein Weiterschlafen war nimmer zu denken.
Die Nächte sind klar und voll hellem Mond, Sternen, Flugzeugen und Satelliten.
Ich fühle mich alarmiert.
Das Schutzschild der Erde ist aufgebrochen, hat Risse.
 Veränderungen geschehen rasend schnell.
Beschleunigt und intensiv.
Elon Musk soll sich aus meinen Träumen raushalten.
Das wäre mir lieber.
Manchmal wünsche ich mir die beschauliche Ruhe einer gesicherten Zukunftsaussicht zurück.
Wohin sind wir verkommen?






Mittwoch, 29. Januar 2025

MISCHEHE


Baum/Steinsymbiose.
Eine Mischehe.
Liebesheirat oder Zweckgemeinschaft?
Wer weiß das schon.
Immer wieder faszinierend.
Ob es auch Streit um mehr Platz gibt?
Natur ist nicht immer friedlich.
Territorialansprüche.
Mord.
Sieg und Niederlage.
Miteinander - Gegeneinander.


 

Montag, 27. Januar 2025

HOLZ UND WARNWESTE



Der fleissige Nachbar macht Holz für mich.
Es tut gut, das eigene Gewachsene zu verheizen.
Wald wärmt.


 Auf Wunsch zeige ich meine Warnweste her.
Eine Internetbestellung.
Schaut anders aus als auf der Kaufabbildung.
Normalerweise hätte ich sie zurücksenden müssen,
weil sie sehr hässlich ist.
Aber ich schicke nie etwas retour
und ich hab in einem Chakrenbuch gelesen,
dass Gelb und Orange dem Milz- und Sakralchakra gut tun.
Ausserdem ist sie kuschelig weich und warm.
Wahrscheinlich Kinderhandarbeit aus Nepal.
Übersehen kann mich in den Müllmännerfarben keiner.
Kann man auch Wespenweste nennen.


Freitag, 24. Januar 2025

DIE GANZ KLEINEN FREUDEN


Kaffeehaus kann Freude sein.
Brötchen vom Trzesniewski auch.
So bescheiden kommt Glück daher.
Manchmal.
Wenn es Lust hat.
Oder ich dafür in Stimmung bin.



 

Mittwoch, 22. Januar 2025

ALLES EIN MALHEUR

Das kleine Saugnapffutterhaus an der Scheibe


 Manche Tage haben eine eigenartige Energie.
Sozusagen eine Malheurkonstellation.
Meine Haferflocken esse ich am Morgen am Computer.
Es ist mir gelungen sie über die Tastatur zu kippen.
Später bin ich in die Katzenfutterschale gestiegen,
die damit ihr Dasein beendet hat.
In Schlapfen zum Briefkasten gegangen
und zweimal in den Schnee gefallen.
Alles halb so schlimm,
doch an solchen Tagen bleibt man vielleicht besser ganz ruhig auf der Ofenbank liegen.
Aber wer weiß, was da passieren kann.
Übrigens: das Paket lag neben dem Briefkasten im Schnee
und die bunte Jacke, die ich bestellt habe,
sieht aus, wie von der Müllabfuhr.
Gelb mit Orange.
Ich weiß nicht, ob ich die behalten kann.
Aber sie ist kuschelig warm und weich.
Und ziemlich schiach.
Hmmm.



Montag, 20. Januar 2025

FINDLING



 Der Fels steht auf meinem Grund.
Kann ich jetzt sagen:
dieser Stein gehört mir?
Kann ich etwas besitzen, jenseit von Tand und Gwand?
Natur?
Ist es nicht immer eine freiwillige Gutmütigkeit,
die uns gewähren lässt?
Ca. 350 Millionen Jahre ist der Findling alt.
Ehrfurcht ist angebracht.

Ist eine Katze Besitz?
Katzenbesitzerin.
Steinbesitzerin.

Ich denke alles ist für eine kurze Zeit geborgt.
Darf uns erfreuen.
Oder belasten.
Währt länger, als wir auf der Erde leben.
Wir sollen achtsam mit  Schätzen umgehen.



Freitag, 17. Januar 2025

VOM ALTER




 Otto Schenk ist gestorben.
Einiges von ihm habe ich im Fernsehen geschaut.
Welch grandioses unverwechselbares Universaltalent.
Er gehörte zu den Menschen, die immer alt waren, auch in jungen Jahren.
Er fand das Altern sei eine Zumutung.
Eine Last, eine Bürde.
Ich finde das auch.
Niemand kann mich von den Freuden des Altwerdens überzeugen.
Ich weiß auch nicht, wer sich diesen Scheiß ausgedacht hat.
Dass der Körper einfach unter dir wegverrottet.
Mit Glück bleibt der Geist rege.
Der kann dann dem stetigen Verfall zusehen.
Einmal wachst du am Morgen auf und liegst mit einem Skelett im Bett.
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Bei mir ums Haus ist es sauglatt.
Spiegelblankes Eis.
Ich traue mich fast gar nicht, meine Straße zu überqueren.
Sogar das vierbeinige Katzentier rutscht.
Eigentlich war schon genug Winter und Kälte.
Gebt mir ein bisserl Erderwärmung.
Wenn es schneit,
muss ich innerlich jammern.
Wenn ich dann rausgehe und meine Arbeiten mache,
finde ich es gar nicht schlimm.
Die Flocken, die im Wind ins Gesicht stechen,
in die Augen fallen,
die Wangen rot färben.
Feuchtigkeit, die zwischen Jacke und Hals entsteht,
frierende Hände ...
das ist Winter im einsamen Waldviertelhaus.



Mittwoch, 15. Januar 2025

VERRÜCKT


 Das Geschehen in der Welt ist - bunt und vielfältig.
Wenn man es dezent ausdrückt.
Bei den Neuigkeiten kann der Mensch locker an die Grenzen der eigenen
Belastbarkeit kommen.
Ich finde es nett, dass man sich im Dorf um mich sorgt,
weil ein Einwohner sozusagen die Normen des Alltäglichen sprengt,
und wunderliche Taten setzt.
Also, man wartet, ob/bis etwas Ernstes passiert.
Hoffentlich hat ihm die Polizei alle Waffen abgenommen.
Jedenfalls soll ich sofort die Exekutive verständigen,
wenn eine Gefahr droht.
Vorsorglich habe ich mir jetzt einmal den Notruf gemerkt.
-----
Eisige Tage. 
Mir ist es heuer viel zu ungemütlich im Freien.
Ums Haus und auf der Straße ist alles gefroren.
Sozusagen Blankeis.
Das geht ja gar nicht.
Stubenhocken.




Montag, 13. Januar 2025

WEIHNACHTSKUGELN


Die Weihnachtskugeln glitzern verschneit noch am Bäumchen.
Ostern ist ja noch weit und solange ich Meisenknödel aufhänge,
bleibt die Fichte stehen.
Das mit den Vögeln ist heuer ein Frust.
Eigentlich fressen sie viel.
Aber ich sehe fast nur Meisen in allen Variationen.
Dann sind plötzlich 150 Erlenzeisige da.
Und schon ist der Schwarm wieder weg.
Die Vogelzählung für Birdlife fand ohne mich statt.
So frustriert war ich.
Soll ich aufschreiben - 30 Meisen und sonst nix??
Der Kater ist der dümmste Kater,
den es jemals gab.
Er ist nicht nur dumm, sondern auch ungeschickt.
Fett taumelt er herum und schmeisst immer wieder etwas um.
Aber ich liebe ihn zärtlich -
als Wärmflasche unter der Decke eignet er sich hervorragend (und läuft nicht aus).
Spazierengehen ist ein täglicher Spaß.
Die einzige Zeit, wo er aktiv und munter ist.
Sonst ist er ein richtiger Garfield.
Faul, träge und gefräßig.
Dafür brauche ich mir keine Sorgen mehr um Vögel machen.
Um Mäuse wahrscheinlich auch nicht.
Im letzten Winter habe ich noch ab und an Federn gefunden.
Das ist vorbei.
Das faule, fette Tier hat jedes Interesse an beweglichem Futter verloren.
Der Kater sieht seine Bestimmung jetzt anders.


 

Freitag, 10. Januar 2025

ZAUBERN



Bevor ich mit der Zauberei beginnen kann,
muss ich das passende Outfit wählen.
Entweder habe ich den tibetischen Männermantel aus
Leh/Ladakh (uralt und sehr schön)
oder den Paloma Picasso Bademantel
(auch sehr geliebt).
Auf eine passende Kopfbedeckung werde ich verzichten.
Dann kann es losgehen.
Ganz große Dinge werden mir anfangs nicht gelingen -
eigentlich wollte ich Politiker wegzaubern,
aber die haben sich in der Zwischenzeit selbst zerschossen.
National und international.
Die alten Strukturen zerstören sich von alleine.
Ich hätte noch einiges auf der Wunschliste,
da brauche ich mich ohne Zauberei nur zurückzulehnen
und dem Verfall zuzusehen.
Ob etwas Besseres nachkommt, ist mehr als fraglich.
Das ist der Lauf der Geschichte.
Zuerst muss es schrecklich werden, bevor eine Zukunft stattfinden kann.
Etwas Gutes hat das Geschehen:
man kommt aus dem Staunen nicht heraus,
was alles möglich sein kann.
Welche abstruse Ideen welchen Hirnen entspringen können.
Abrakadabra




 

Mittwoch, 8. Januar 2025

I SEE FACES


Ein sehr erfreuliches Mail einer Blogfreundin bekommen,
die meinte, wir sollten zaubern üben.
Für die Weltlage, für unsere Befindlichkeiten, für einfach alles.
Ich glaube, zaubern ist gar nicht so schwer.
Ich vergesse immer darauf, wie viel Macht ich in meinen Händen halte.
Rutsche meist auf eine triviale Körperebene ab.
Und da ist es vorbei mit jedem Zauber.
Unser alter Body ist sehr darum bemüht,
uns in einer niederen materiellen Dimension zu halten.
Für den Anfang versuche ich es mit Zauberei des Lächelns.
Gesichter zum Strahlen zu bringen.
Meines, deines, irgendeines.
Anfängerinnenzauber.
Sehr einfach.
Sozusagen fast primitiv.

Montag, 6. Januar 2025

BEFINDLICHKEITEN


 Unbefriedigend:
ich schenke nix. Weil ich so wenig aus dem Haus war, habe ich die Gastkatzenmutter nie angetroffen.
Ich wollte ihr eine Laterne bringen. Jetzt steht diese bei mir und leuchtet. Blöd.

Unglücklich:
ich bin seit ewig krank. Jetzt die letzten Tage noch mit Fieber.
Jemand hat mir gesagt, dass im Dorf viele Leute Darmgrippe haben.
Ich habe wohl eine abgespeckte Form.
Diese Körperzustände verstehe ich überhaupt nicht.
Ständig ist etwas und wenn nur ein Äderchen im Auge platzt.
Und mein Wundermasseur hat mich für 4 Wochen verlassen.

Ups:
Ich muss aufpassen, wie ich aus dem Haus gehe.
Weil angekrankt, ziehe ich Schicht für Schicht übereinander.
Vom Einkaufen heimgekommen. habe ich in den Spiegel geschaut -
Anblick sehr seltsam.
Merksatz:
Vor dem Verlassen des Hauses das Outfit checken.

Notwendig:
die Hexenfreundin kenne ich 45 Jahre. Jetzt haben wir uns sozusagen getrennt.
Wenn im Alter nicht Liebe und Empathie zu einer Beziehung dazukommen,
dann habe ich beim Zusammensein das Gefühl mit einer hohlen Nuss zu sprechen.
Schwindende Jugend,  schwindende Interessen, schwindende Möglichkeiten müssen durch andere Qualitäten ersetzt werden.

Man muss nicht passend machen, was nicht passt.




Freitag, 3. Januar 2025

DORFLADEN


In den Weihnachtsfeiertagen war ich im Dorfladen.
Gibt es inzwischen sehr oft.
In vielen kleinen Gemeinden.
Alles basiert auf Ehrlichkeit und Vertrauen.
Man nimmt, was man braucht, schreibt es auf
und wirft das Geld in eine Handkasse.
Wechselgeld liegt in einer Schachtel.
Ich bin dazu übergegangen, Cremen und Salben zu kaufen.
Habe eine Mohnölhautcreme gefunden, um fast kein Geld,
die mindestens so angenehm auf der Haut ist,
wie die sauteure aus dem Fachgeschäft.
Bienenprodukte, Leinöl und Ringelblumensalbe mag ich von hier auch.
Lebensmittel probiere ich nicht -
für Eier und Kartoffel habe ich einen anderen Laden
und Nudeln müssen aus Italien sein.
Aber die Idee ist toll, den ganzen Tag offen,
auch zum Wochenende.
Es gibt Dorfläden, die Brot und Kuchen verkaufen.
Je nachdem, was örtliche LandwirtInnen anbieten wollen.
Bin neugierig, wie lange die Ehrlichkeit anhält.